S ü d a s- d. Fünfte 8° Preis über den as größte t e r w e r k t knapper, : Buren en und Erscheinen 3. bis 15 heit dieser Anschaffung Verteilung n Schrift- on Dr. I. • r. Georg ) Pfennig, eschriebene stick in das fällt, für hwierigkeit m versteht je Beherr- des Vol- selten zur Verjüngung amen Geste wollen bereit das -chatz von >ie Heimat ines, des ter Wör- Sesitztums iels von en Noten- rg von I. lustrierten )ie italie- Uebersicht rerlanden, ! und des beim An- es Buches olinspielS; lenstellung a Regeln, !ung «nd >ismus tischen :r neben- die Buch- b, e e e i, l l, m tritt w derart die senk- agcrechten folgendes lichen :r: en. Nachdruck verboten. Das Pflegekind. Roman von Elsbeth Meyer-Förster. (Fortsetzung.) Drunten im Lagerraum lohte ein Flammenmeer. Von der Kellertreppe aus konnte man das Schauspiel überblicken, diese Wirrnis von gelben und blauen Feuersäulen, die gegen die Decke, gegen die Wände taumelten, in die gefüllten Fässer voll Oel und Petroleum fuhren, und diese unter wildem Gekrach entzündeten. Es war ein höllen- haftes Durcheinanderprasseln, ein Glühen, Zucken und Donnern ohne Aufhören, und als bald darauf die Feuerwehr erschien, die ein paar Besonnene herbeigerufen hatten, fanden die Männer hier unten nichts mehr zu retten. Der gesamte Lagerraum war ausgebrannt. Die Wände waren schwarz, verkohlt, an dem rußbedeckten Mörtelwerk der Decke hatte sich eine ganze Farbenskala hingemalt, in der Willkür, wie die Flammen die verschiedenen bunten Farben, Lacke und Leime in die Höhe geschleudert hatten. Zerrissene Tonnen, Trümmer von Kisten und zusammengequetschte Warenballen lagen wirr durcheinander, die Thür zum „Laboratorium" war aus den Angeln geschleudert, und die Vorratskisten, die in diesem Raum lagen, und die meist Parsümerieen enthielten, lohten noch langsam unter den zischenden Strahlen der Spritzen fort, während der Inhalt der zersprengten Flaschen über den Boden geflossen war, und in die Wolken von Ranch und Schutt einen lieblichen Wohlgeruch mengte. An einer Stelle, wo die Detonation besonders heftig erfolgt war, hatte der Luftdruck ein Loch in die Decke gerissen, und durch das nur leicht gefügte Balkenwerk drangen Rauchsäulen, in denen große Feuerfunken schwebten, in den Laden hinauf. Als Johanne in den Armen einer alten Frau, die ihr mildthätig zu Hilfe geeilt war, dre Augen aufschlug, sah sie gerade wie einer dieser großen, schönen Feuersunken in den reichgeputzten Christbaum flog, der als blendendes Schaustück seit Tagen auf dem Ladentisch prangte, und die Watteflocken, die papiernen Ketten der grünen Zweige in Brand setzte. Wie Zunder lohten die Tannennadeln auf, wie feurige Donnerstag den 3. April. in Freudengärtlein möchte jeder hüten, Des eignen Glückes Gold ein jeder schürfen: Dem Dichter duften nlle Erdenblüten, Aus jedem Lebensbecher darf er schlürfen. Julius Lohmeier. Finger griff es zwischen den Zweigen hin und her, riß dres herab, drückte jenes zu Asche zusammen. — Das war Welhnachtslrcht, blendend, sternenhell, Licht, so feurig und rtmb und zum Himmel strebend, eine Flamme, zu der alle m entsetzter Andacht hinstarrten, und die das mühsame Werk zweier schwacher, zärtlicher Menschenhände in wenigen Augenblicken vernichtete. — Als die Feuerwehrleute zu Hilfe eilten, war der Baum bereits aufgebrannt, und nur noch die silbernen Nüsse, die goldenen Glaskugeln hingen an verdorrten Zweigen. 1 Johanne hatte die Hände gefaltet, ihr Blick ruhte leer auf den verkohlten Resten ihres Baumes. Was war toe- 'Mem lvie ging alles zu, wo war sie? Sie konnte sich Nicht besinnen, eine große, weiche Schwäche lag über ihren Gedanken, sie fühlte bleierne Müdigkeit durch ihr Inneres gehen, und schwer sank ihr Kopf wieder auf die Schulter der fremden Frau zurück. — Die Feuerwehrleute kamen im langsamen Tempo wieder die Treppe herauf, ihr Werk im Keller war beendet. „Sie brauchen sich die Sache nicht so sehr zu Herzen zu nehmen, — Sie sind doch wohl gut versichert?" fragte der Branddirektor, der zum Schlüsse persönlich erschienen war und ermunternd dem „Besitzer" auf die Schultern tlopfte. Paul wandte sein kreideweißes Gesicht dem Beamten zu. ,,^ch habe das Geschäft erst kurze Zeit", murmeltet er, „und habe es bis jetzt versäumt, mich in die Versiche- rung einzukaufen. Der vorige Besitzer hat seine Police gekündigt, als er das Geschäft aus den Händen gab. " Eine Stille entstand unter den Menschen, die sich im Laden, als dem Schauplatz eines interessanten Unglücks, versammelt hatten, und laut, mit scharfer Stimme, hörte sagend Peanddirektor im Tone des äußersten Erstaunens „Wie? Sie sind nicht versichert?" „Nein", flüsterte Paul, „ich verliere alles." Eine teilnehmende Pause trat ein. „Eine solche Un- Mlchtigkeit!" sagte laut, fast erregt der Direktor. Und wahrend sein Blick aus die ohnmächtige Johanne fiel, um Deren kleine, zarte Gestalt sich hilfsbereit die Frauen drängten, setzte er murmelnd und für sich hinzu: „Wer ich es ja! Wenn solche Kinder daran denken, sich ein Geschäft zu gründen!" — . Den Knecht hatte man in eine Droschke gepackt, lang- uni, rn holperndem Schritte fuhr dieselbe dem Elisabeth- ürankenhause in der Lützow-Straße zu. Zusammengeknickt lag er auf dem harten Polster, die Sande gegen die Knie gepreßt. - _ , Eine rote Feuernarbe lief über sein Gesicht, von der stirn bis an das Kinn ein breites, gesengtes Mal, das eine Züge säst bis zur Unkenntlichkeit entstellte. Stumpf- 190 (Fortsetzung folgt.) sie von dem Päckchen Kenntnis gewann. Allein Seitre beruhigte sie sofort. In den Ausdrücken, mit denen er von diesen weiblichen Huldigerinnen sprach, lag soviel Abwer- sung und Kälte, seine Gleichgiltigkeit gegenüber jeder einzelnen von ihnen war so groß, daß Nettchen fühlte, hier herrsche keine Verstellung, und nur die Eitelkeit, aber kern einziger, treuloser Instinkt war da im Spiele. Das Bewußtsein dieser Thatsache mußte ihr von Anfang an ein tröstliches Gegengewicht verleihen, im Verhältnis zu den nrancherlei Enttäuschungen, welche ihr ine stürmische Neigung zu ihrem Manne bereitete. Sie waren noch nicht sechs Monate verherratet, und doch fühlte sie mit innerer Angst, daß eine ganze Anzahl Kämpfe sich bereits ihrem Ehehimmel näherte. Nach den ersten Wochen der Demut und Weichheit io ar bei ihr die Resolutheit, die Willkür und Selbständigkeit ihres Wesens sofort wieder zum Durchbruch gekommen, und ohne daß In seinem kalten glatten Gesicht grub sich eine tiefe Falte ein, die den Zügen etwas hochmütiges und zugleich drohendes gab. Nur zuweilen machte dieser Ausdruck einer stolzen Genugthuung Platz, - das war, wenn Monsieur Seitre im Gedränge der Boulevards die Augen der Frauen auf sich zog, und hinter seinem Rücken ein beifälliges Zi cheln und Tuscheln hörte, das seinem vornehmen Exterieur galt. Bei solchen Anlässen richtete er sich hoher auf drehte seinen kleinen Schnurrbart tn die Hohe, blickte prüfend an seinem eleganten, langen Paletot herunter, und maß dann die mit ihm beschäftigten Damen mit langsamem Blick, während er sich umwendete und feine Opfer halb lächelnd an sich vorbeipassieren ließ , In seinem Schreibtisch daheim verwahrte er sorgfältig ein kleines Paket, in welchem sich int Laufe seiner Jung- aesellen-Jahre eine ganze Anzahl Schriftstücke der offen» kundigen, weiblichen Bewunderung angehüuft hatten, und so gewachsen, daß 41402 Wagen über 14 782 englische Meilen Geleise liefen. Ein sehr wichtiges Datum tn der Geschichte der elektrischen Wagen ist der 3. Februar des Jahres 1888, als die Aussichten der elektrischen Straßenbahn durch die Eröffnung der ersten streng modernen Linie in Richmond (Virginia! praktisch demonstriert wurden. Nur die vereinten Kräfte außergewöhnlich begabter Männer, denen ein Riesenkapital znr Verfügung stand, vermochten dieses über, raschende Resultat zu erzielen. Ja man muß die,en Erfolg als überraschend bezeichnen, denn in der Zeit vom 1. Januar 1888 bis 1. Januar 1899 hat sich die totale Meilenzahl der Straßenbahngeleise in den Vereinigten Staaten verdreifacht. Um den gegenwärtigen Zustand des elektrischen Betriebes vom finanziellen Standpunkte aus beurteilen zu können, müssen wir uns zunächst über tue Veränderung unterrichten, welche der Ersatz der Pferde durch Elektrizität in dem Straßenbahnsystem der Vereinigten ; Staaten hervorgebracht hat. ... Die zulässige Schnelligkeit bet Pferden, unter Beruck- sichtiauiig der Ruhe- und Futterzeik, ist auf sechs englische Meilen pro Stunde bemessen; jede täglich acht Stunden ober länger beschäftigte Person kann aber nicht viel mehr als eine Stunde auf den Weg nach der Arbeitsstätte rechnen; im schlimmsten Fall wird diese Frist anderthalb stunden betragen. Höchst selten wohl dursten die täglich un Ge- iinnia blickte er unter den schmerzenden Augenlidern gegen i Nettchen, die kleine, deutsche Frau,bracl)inThränen ans, hPrstrafenliitetnen hervor In seinem Kopse die sich rasch zu einem Zornesausbruch verwandelten, als wi WÄS“« SW als ein Sen". ! ... * --wann. Allem Seltne be. nteer, das hin- und her- und auf- und niederschwebte, und dazwischen hörte er eine Stimme, die ihm bis in lerne Betäubung hinein mit lauter Deutlichkeit geklungen Hütte: „Der ist verschimpfiert für sein ganzes Leben. Das wird er nicht mehr los, der arme Kerl." .. Fn den Häusern wurden die Tannenbaume aiigezundet, der blanke, blitzende Schein fiel bis auf die -vrottoir» hinaus, und mitunter klang durch die verschneiten Fensterritzen ein abgerissener Liederton: „Ehre sei Gott" - „Heilige Nacht" — . Der Knecht hatte sich weit vorgelehnt, feine Blicke suchten, tranken gierig den freundlichen Lichtschein. ; O wie friedlich und groß ist die Heilige Nacht, und wie elend das kleine Menschenherz!! ... _ Und aus seinen Augen fielen, unter den verschwolle- NL Ä'K I SVM"»S"-iK^S dich-Seiten mvckmplen. angerichtet yarm < hnr feinen 9(uaen Eine I Dieses Gefühl ängstigte sie, und schnürte ihr mitunter KM “b“’“ ein blii« Stufter entrang sich feinet Stall, und nach lange wat die zeit nicht gelammen. wo das «chl-ifal IchLsVllebet "E "5® S elften, bet Leibe,lfchaft gewibmeten »ochen „Alles wiever gut macyen. w I b n Jerome Seitre mehr und mehr außerhalb des ®ott: - _ _ — — I Hauses zu leben, und den erregten Vorwürfen ,einer - ~ ~ ., „ . sTOntthnarfre in I t5™u einen zunächst nur passiven Widerstand entgegen» In einer kleinen Seitenstraße auf Montmartre m I „ < Paris, int fünften Stockwerk einer großen, gelben Miets- I ^]tyen. faferne, die mit ihren um alle Etagen der Front herum- I ___________ Riesenvogelbauer mit unzähligen Drahtvorsätzen, hatte Elektrische Straßenbahnen in Amerika. Artist Monsieur Jerome Seitre mit seiner jungen, dem- I Von Fred Hood. scheu Frau Quartier genommen. Man sah von dem Ehe- 1 Nachdruck verboten, paare wenig; Monsieur Seitre war tagsüber tm Velo-I $ie Anwendung der Elektrizität auf die Bewegung drorne beschäftigt, wo er das Training für feine Kunst- I öün Straßenwagen in den Vereinigten Staaten steht mit radfahrten besorgte, des Nachmittags übte er im „L-alle I ^xen riesigen Erfolgen einzig da in der Geschichte der Jn- Eseotte" an seinen Experimenten, die er als „erster ^ong- I p^strie. Dies gilt sowohl hinsichtlick) ihrer schnellen Ent- leur der Neuzeit" dem Publikum des Olympia-Theaters am I toidMung aI§ auch all der gewaltigen Umwälzungen, welche Abend vorführte. , . I sie im gesamten Verkehrswesen des Landes hervorgerufen Obgleich er also auf dem Programm diese hochtönende I l^en ^ine andere lieugeschaffene Industrie kann sich Bezeichnung hinter seinem Namen führte war er doch I X^pmen, innerhalb zehn Jahren einen Gewinn von 6000 längst nicht mit seinem Ruhm zufrieden Er fühlte, daß I Millionen Mark erzielt zu haben. , ihm noch manches fehle, und daß die englischen und amem- I Heute befördern die elektrischen Wagen der Vereinigten kanischen Artisten, die ans den großen Buhnen der Welt- I Staaten fast sechsmal soviel Passagiere wie die Dampf- stadt sich sehen ließen, ihm immer noch viele» an feinen 1 eisenbahnen des Landes. Am 1. Januar 1888 waren, nach Tricks voraus hatten. Dieses Bewußtsein zehrte an ihm. I e^ur Statistik in „Cassiers Magazine", 172 elektrisch ge- Er hatte viel von der Zukunft erwartet, sich als Aus- I tr{e6ene sjgaqen ans 86 englischen Meilen Straßenbahn nahmekünstler, als begehrter und gefeierter Held der Va- I betrieb; am 1. Januar 1899 war der elektrische Betrieb rietee-Bretter in goldene Verhältnisse geträumt, und er - — — ----- • — mußte einsehen, daß er auch nach Monaten Harter, schwerer Arbeit und angestrengten Eifers nichts neues, nichts staunenswertes, was andere nicht auch schon besessen hatten, erreichen konnte. Er blieb ein Artist wie alle anderen, mit schwankenden Einnahmen, von geringem, bürgerlichem An- feben- im Wechsel der Erscheinungen verschwand sein Können, — und fein Wollen, das fühlte er stumpfte sich ab und wurde gleichgiltig im vergeblichen Kampf um 191 schäftsviertel einer Großstadt beschäftigten Leute ihren Wohnsitz noch weiter hinauslegen. Bei Pferdebahnwagen bedeutet nun diese Frist von anderthalb Stunden eine Entfernung von 9 englischen Meilen. Wenden wir uns nun dem modernen elektrischen Wagen zu, so können wir sofort sehen, welche Ausdehnung sein Betrieb innerhalb der gegebenen Zeitgrenze von anderthalb Stunden angenommen hat; denn ein elektrischer Wagen vermag in dieser Frist eine weit größere Strecke zuruckzulegen als Pferdebahnwagen und Omnibus. Seine Schnelligkeit wird eben nicht mehr durch die Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit der Pferde bestimmt, und es ist thatsächlich eine unerschöpfliche Zufuhr von Triebkraft vorhanden. Fast alle jetzt in Betrieb befindlichen elektrischen Wagen wiegen unbesetzt mindestens 10 000 Kilogramm, mit sechzig Passagieren besetzt über 15 000 Kilogramm. Diese Wagen, die mit zwei Motoren ausgestattet sind, erreichen eine Schnelligkeit von 8 bis 10 Meilen pro Stunde in Straßen, die keinen übermäßigen Wagenverkehr haben. Auf den verhältnismäßig freien Landstraßen der Vorstädte machen sie la bis 18 Meilen in der Stunde. In anderthalb Stunden durchlaufen diese Wagen eine Entfernung von etwa 18 Meilen, das ist das doppelte der Leistung eines Pferdebahnwagens. Ter verdoppelte Durchmesser eines Kreises, der die Stadt und Umgegend in sich begreift — denn darum handelt es sich hier — ergiebt aber das Vierfache der Bodenfläche. Wenn somit auf allen Strecken die Pferdebahnen durch elektrische Wagen ersetzt, und das Schienennetz den neuen Bedingungen gemäß erweitert wird, so können bei der gleichen Zeitgrenze viermal so viel Personen wie zuvor der gleichen Vorteile teilhaftig werden. Diese Vorteile bestehen in den billigeren Mietspreisen der Vororte und in der schnelleren und bequemeren Beförderung nach der Stadt. Zur Bewältigung des großen Verkehrs, nämlich am Morgen nach der Stadt und am Nachmittag nach der Peripherie mib den Vororten zurück, können größere und bequemere Wagen eingestellt werden. Infolgedessen werden die elektrischen Wagen auch weit mehr begünstigt als die Pferdebahnwagen. Tie großen elektrischen Wagen in New Jork und anderen Großstädten mit ihrer schönen Ausstattung und ihren billigen Fahrpreisen für weite Strecken wirken geradezu verführerisch auf Leute, die sonst zu Hause bleiben würden. Ja, es läßt sich konstatieren, daß jetzt mehr Leute die Läden durchbummeln. Besuche machen, in die Theater oder Vergnügungsorte gehen u. s. w. als früher. So verhilft die Entwickelung des Straßenbahnsystems den Städten zu beständigen Geschäftsvierteln; sie giebt Veranlassung zur Anlage von Wohndistrikten in Vororten. Wir dürfen nicht vergessen, daß die Existenzfähigkeit eines großen Geschäftshauses in den Vereinigten Staaten von einer günstigen Lage an der Straßenbahn, von einer schnellen und billigen Verbindung mit den Wohnhausvierteln abhängt. Die neuen Straßenbahnen, welche.auch in größerer Entfernung liegende Vororte mit der Großstadt verbinden, haben nun auch ein Herbeiströmen von Leuten mit festem Einkommen, wie Rentiers, Witwen, kleineren Beamten und anderen, zur Folge gehabt, welche immer schon nach den Reizen des Stabtlebens Verlangen trugen, dieselben aber wegen der großen Entfernung nur selten genießen konnten. Das Endergebnis ist, daß alle diese Leute den elektrisch betriebenen Straßenbahnlinien ihren Zoll zahlen, sei es nun auf Geschäftswegen oder auf Fahrten zu den Vergnügungsstätten. Die Einführung des elektrischen Betriebes hat auf diese Weise aber auch den wirklichen Wert der vorstädtischen Besitzungen bedeutend vergrößert. Es ist jedoch eine sehr merkwürdige Thatsache, die zu dieser so plötzlichen Ausdehnung des Systems geführt hat. Man fand, daß trotz der Vergrößerung der Brutto-Mn- nahmen die Betriebskosten sich verringerten, sodaß zum Beispiel im Staate Massachusetts, welcher im Jahre 1888 344 Meilen Pferdebahn und keine einzige Meile elektrischer Bahn aufweisen konnte, dex Prozentsatz der Betriebskosten auf die Brutto-Einnahme 81,07 betrug; wogegen im Jahre 1897, als man hier über 1241 Meilen elektrischer Bahn und 61 Meilen Pferdebahn verfügte, der Prozentsatz der Betriebsunkosten auf die Brutto-Einnahme bis auf 68,95 heruutergegaugen war. Ties ergiebt einen Mehrgewinn von 12,12 Prozent. Diese Thatsache war so merkwürdig und so unerwartet, daß viele mißtrauische Kapitalisten lange Zeit die bekannt gegebenen Resultate nicht für wahr hielten und von betrügerischen Manipulationen sprachen. Heute ist es völlig erwiesen, daß man die Meilenzahl eines gut verwalteten elektrischen Systems verdreifachen kann, wenn man die Triebkraft nur verdoppelt. Mit anderen Worten: man kann die dreifache Meilenzahl für die zweifache Triebkraft bekommen. Um die wunderbaren Erfolge des elektrischen Betriebes in den Vereinigten Staaten ganz verstehen zu können, müssen wir bei einem Beispiel verweilen, bei dem die gleiche Leitung und finanzielle Kontrolle viele Jahre lang ausgeübt wurde. Die bezügliche Ausstellung bezieht sich speziell auf die Perioden, in denen der Uebergang von der Pferdekraft zu elektrischem Betriebe erfolgte; so vermag man genaue Schlüsse auf die wirtschaftliche Bedeutung des neuen Systems zu ziehen. Das für diesen Zweck gewählte Beispiel ist eine Stadt tut Osten der Vereinigten Staaten, welche zum Beginn der betreffenden Periode eine Bevölkerung von nahezu 45 000 Seelen hatte. Es ergab sich nun folgendes Resultat: 1888 Bruttoeinnahme....... 145 780 Doll. Betriebsunkosten....... 112 647 „ Einnahme aus dem Betriebe ... 33133 „ Bruttoeinnahme für Betriebskosten in Anspruch genommen .... 77,3 pCt.. Mcilcnzahl der Geleise..... 18,4 „ Bruttoeinnahme pro Meile Geleis . 7922,82 Doll. Bruttoausgabc pro Meile Geleis . 6122,12 „ 1896 521 673 Doll. 321585 „ 200 088 „ 61,6 pCt, 60,21 „ 8664,22 Doll. 5341,05 „ Die elektrische Anlage des Systems, auf welches sich unsere Tabelle bezieht, wurde int Jahre 1890 begonnen, jedoch erst im Jahre 1893 vollendet. Obwohl die Bevölkerung von 1888 bis 1896 nur um 33 ein Drittel Prozent anwuchs, vermehrte sich die zur Beförderung derselben nötige Meilenzähl von 18,4 auf 60,21 Meilen oder um 327 Prozent. Während derselben Zeit wuchs die Zahl der von den Wagen im ganzen Jahre durchlaufenen Meilen von 475 352 (int Jahre 1888) auf 2 358 622 (int Jahre 1896); das sind mehr als 495 Prozent. Ferner betrug die Zahl der im Jahre 1888 beförderten Passagiere 2 714 653; im Jahre. 1896 waren es 10163 011, was einen Zuwachs von ungefähr 390 Prozent ausmacht; dabei stand aber jedem einzelnen Passagier ein doppelt so großer Raum zur Verfügung wie früher. Betrachten wir nun diese Tabelle vom finanziellen Standpunkt, so finden wir, daß zwar die Brutto-Einnahme nur um 357 Prozent anwuchs, das Netto-Einkommen aber den riesigen Gewinn von 560 Prozent ausmachte, ungeachtet der Thatsache, daß die Brutto-Einnahmen pro Wagenmeile von 30,62 Cents tut Jahre 1888 auf 22,10 Cents int Jahre 1896 zurückgingen, was eine Abnahme von 32 Prozent bedeutet. Der wunderbare Zuwachs des Gesamtreingewinns wurde erzielt durch- eine Verringerung der Betriebskosten um 43 Prozent pro Wagenmeile oder von 23,70 Cents im Jahre 1888 aus 13,64 Cents int Jahre 1896. Eine klarere Darlegung der geschäftlichen Resultate des elektrischen Betriebes scheint demgemäß nicht erforderlich. Welches Resultat hätte man nun aber erzielt, wenn man den Betrieb vom Jahre 1896 in gleichem Umfange hätte durch Pferde bewirken lassen? Die entsprechenden Betriebskosten betrugen in den Jahren 1888 und 1889 durchschnittlich 22,225 Cents pro Wagenmeile. Diesen Betrag multiplizieren wir mit den 2 358 622 Wagenmeilen, welche int Jahre 1896 durchlaufen wurden; so bekommen wir 524 203,74 Dollar Gesamtbetriebskosten. Aber wir haben schon gesehen, daß die Brutto-Einnahmen von 1896 nur 521673 Dollar betrugen, sodaß wir überhaupt keinen Ueberschuß, sondern noch ein Defizit von 2530 Dollar zu verzeichnen hätten. Dazu kommt, daß sich eine so riesige Zahl von Personen von den langsamen und unbequemen Pferdebahnen gar nicht hätte befördern lassen. Dies ist nun das Resultat,in einer Stadt von nur 45000 Einwohnern. In „Cassiers Magazine" werden dreizehn derartige Tabellen mitgeteilt, und der Betrieb in Städten bis zu einer Million Bewohnern in Rechnung gezogen; und - 192 — überall finden wir trotz der außerordentlichen Verschiedenheit der örtlichen Verhältnisse diese gewaltige Uebermacht des elektrischen Systems, welches schließlich in den letzten Jahren die Pferdebahnen fast vollständig verdrängt hat. Besonders interessant sind einige vergleichende Resultate der Lynn and Boston Railroad Co., welche wegen ihrer geschickten und fortschrittlichen Verwaltung, und ihrer außerordentlich! sorgsamen Bachführung bekannt ist. Die Bahnen dieser Gesellschaft wurden im Jahre 1891 ganz und gar mittels Pferden betrieben. Der Ersatz derselben durch Elektrizität wurde nach und nach während der Jahre 1892 und 1893 vorgenommen. Im Jahre 1894 wurden nur noch) 7,7 Meilen von einer Gesamtzahl von 147,17 Meilen mit Pferden betrieben, und nach dem folgenden Jahre verschwand dieses Beförderungsmittel gänzlich. Die Bevöl- rerungszahl, welcher dieses außerordentlich wichtige System zu dienen hat, läßt sich nicht genau bestimmen. Es verbindet die Stadt Boston mit mehreren kleineren Städten, die sich so eng an einander schließen und so dicht bevölkert sind, daß sie in Wirklichkeit ein großes Stadtgebiet bilden. Würde man wie bei dem zuvor angeführten Beispiel die Pferdebahn-Betriebskosten pro Wagenmeile mit der Gesamtmeilenzahl des Jahres,1897 multiplizieren, soswürde man einen Ueberschuß von nur 47 963 Dollar erhalten, während man in Wirklichkeit einen Reingewinn von 606 584 Dollar erreichte. Es ist wohl angebracht, zu untersuchen, ob die elektrischen Bahnen heute ebenso viel Leuten Arbeitsgelegenheit gewähren, wie die Pferdebahnen zuvor. Nun, der elektrische Betrieb unterscheidet sich in dieser Hinsicht sehr vorteilhaft von der Pferdebahn; denn die Zahl der Beamten auf allen Straßenbahnen des Staates New Pork ist in den Jahren 1887 bis 1896 um nicht weniger als 43 Prozent gestiegen. Es ist auch erwähnenswert, daß die Straßenbahnen von Glasgow, welche vom Magistrat der Stadt verwaltet werden, im Jahre 1895 nur 43 Prozent ihrer Betriebskosten für Löhne ausgaben. Der durchschnittliche Stundenlohn, der im Staate New Pork im Jahre 1896 an Wagenführer bezahlt wurde, betrug 18,3 Cents (73 Pfennige) bei einem Tage von durchschnittlich zehn Stunden. Kondukteure (Schaffner) erhielten 15,9 Cents (64 Pfennige) bei täglicher Dienstzeit von zehneinhalb Stunden. Verschiedenheiten in der Betriebsleitung können natürlich die Ursache zu Tausenden von Einzelheiten bilden, die je nach der Lage des Falles die Geschäftseinkünfte eines Straßenbahnsystems günstig oder ungünstig beeinflussen. Die Behandlung des Personals, die Wahl von Unterbeamten, der Einkauf des Materials und der Vorräte, die zu entfaltende Umsicht, die Beziehungen der Gesellschaft zum Publikum, die günstige Lage der Strecken und der dem öffentlichen Bedarf angepaßte Betrieb, die Auswahl des rollenden Materials, die Instandhaltung der Anlage — alles dies bleibt doch zuletzt Aufgabe der Betriebsleitung, welche so genügend Spielraum zur Entfaltung individueller Fähigkeiten und Energie findet. Leider stehen uns keine statistischen Aufzeichnungen über das Verhältnis der Betriebskosten zu den Brutto-Einnahmen der älteren größeren Pferdebahnlinien zur Verfügung, wie sie vor zehn Jahr dem Verkehr dienten. Doch sind Sachverständige der Meinung, daß dieser mittlere Prozentsatz nicht unter 80 Prozent herunterging. Bei allen elektrischen Straßenbahnsystemen in den Vereinigten Staaten mit jährlichen Brutto-Einnahmen von 100000 und mehr betrug das Durchschnittsverhältnis der Betriebskosten zu den Brutto-Einnahmen nur 56 Prozent. Und es ist wohl anzunehmen, daß unter gewöhnlichen Berkehrs- bedingungen jedes nach den neuesten Prinzipien gebaute und ausgerüstete System von den Brutto-Einnahmen nicht mehr als 50 Prozent für Betriebskosten beansprucht. Diese amerikanischen Beispiele geben uns eine Vorstellung, welche gewaltigen Fortschritte im Verkehrswesen innerhalb weniger Jahre zu erzielen sind, wenn die Behörden den Gesellschaften nicht zu große Hindernisse in den Weg fetzen und — im Interesse der Bevölkerung — der Konkurrenz der Gesellschaft einen freien Spielraum gewähren. Lttter«»rschesö Handbuch der protestantische« Polemik gegen die römisch-katholische Kirche von Karl von Hase. 7. Auflage. Leipzig, Breitkopf und Härtel, 1900. Bollständig in 10 Lieferungen ä 50 Pfennig. — Es ist ein sehr dankenswertes Unternehmen der bekannten Berlagsfirma, Hafe's Polemik in derselben Art, wie es mit Hases Kirchengeschichte geschah, als wohlfeile Ausgabe den weitesten evangelischen Kreisen zugänglich zu machen. Und das Buch verdient es, im Besitz jedes Protestanten zu sein, der nicht der Verwässerung der Fundamental-Sätze des Protestantismus das Wort redet, sondern die scharfe Abgrenzung einer Ueberlegenhcit protestantischer Welt- und Lebensanschauung über alle anderen Formen des Christentums bei sich und seinen Glaubensgenossen zum Bewußtsein gebracht sehen will. Dem wird das Buch gerecht, nicht im Hetzton, sondern mit der Festigkeit des Urteils, der Vornehmheit in der ganzen Haltung, wie sie nur möglich ist dem, der in seinen Ausführungen sich auf nichts anderes stützt, als auf gesicherte wissenschaftliche Ergebnisse. Die Herausgabe dieser Auflage der Polemik liegt ebenso wie die der Kirchengeschichte in den bewährten Händen von Professor D. theol. Krüger in Gießen. G. Die lex Heinze bewegt noch alle Gemüter. Protestversammlungen sind in den größten Städten abgehalten worden, und Zeitungsartikel haben das Für und Wider dieses vielumstrittenen Gesetzes mehr als genug erörtert. Alle diese Kundgebungen lassen jedoch in auffallender Weise eine gründliche Kenntnis des Kernpunktes des Gesetzes, der Sittlichkeitsfrage, vermissen. Da kommt die eingehende Behandlung, die dieses schwierige Gebiet in den soeben erschienenen Lieferungen 33 —36 des „Illustrierten Konversations-Lexikon der Frau" (Verlag von Martin Oldenbourg, Berlin) gefunden hat, gerade zur rechten Zeit. Unter den Stichwörtern „Sittlichkeitsfrage" und „Sittlichkeitsverbrechen" finden wir hier eine ausführliche und stets mit Berücksichtigung der Frauen- intereffen abgefaßte Darstellung der Sittlichkeitsfrage, die durch einen reichhaltigen Litteraturnachweis noch besonders wertvoll wird. Beide Artikel, die zusammen 18 enggcdruckte Seiten umfassen, beweisen so recht die aktuelle Bedeutung des „Illustrierten Konversations-Lexikon der Frau", das wir unfern Lesern und Leserinnen als ein praktisches Hilfs- und Nachschlagebuch bereits wiederholt empfohlen haben. Die vorzüglichen Textillustrationen und die prachtvollen farbigen Tafeln seien auch in diesen Lieferungen besonders hervorgehoben. — Das „Illustrierte Konversations-Lexikon der Frau" ist komplett in zwei geschmackvollen Leinenbänden zum Preise von 25. — M. oder in zwei vornehmen Halbfrauzbänden zum Preise von 28. — M., eventuell auch gegen monatliche Teilzahlungen durch alle Buchhandlungen deS In- und Auslandes, sowie durch die Verlagsbuchhandlung selbst zu beziehen. „Die Romanwett" („Vita" Deutsches Verlagshaus Berlin W. 50) hat es verstanden, ihre Eigenart immer mehr zu befestigen und auszubilden. Ohne ängstliche Rücksichten wählt sie aus der heimischen und ausländischen Litteratur-Werke charakteristischer Kunst. — Auch das neue Quartal verspricht, dem alten Programm getreu, eine Fülle von Beiträgen, die nicht an der Allragsheerstraße gewachsen sind. — Die neueste Arbeit Ernst von Wolzogens: „Die lieben Brüder" wird hier erscheinen, ein Carnevalscapriccio voll übermütiger Laune und Münchener Lustigkeit. — Ein Frauenproblem ganz besonderer Art behandelt „Frau Lohengrin" von H. von Beaulieu. Sie zeichnet den Typus der Dichterin, die in ihrem produktiven Schaffen vor keiner Schranke Halt macht, die leidenschaftlich die geheimsten Wünsche ihrer Seele und ihres Körpers hingiebt und die im Leben von unbeschreiblicher Scheu und Wirklichkeitsangst ist. — Auf neuen Wegen der Charakteristik geht auch Olga Wohlbrück's „Aristokrateles." Neben diesen deutschen Arbeiten, denen sich noch Beiträge von Sophie von Adelung, Victor Blüthgen, Felix Heinemann, Marie Madeleine, Elisabeth Sievert, Curt Julius Wolf u. a. m. zugesellen, finden sich gut gewählte Romane und Novellen der ausländischen Litteratur, Werke von Emilia Parda-Bazan, Stan- jukowitsch, Rudgard Kipling u. a. m. Logogriph. Nachdruck verboten. Mit „E" hat dich, als du noch klein, Dein Mütterlein genannt. Mit „A" ist es als Instrument Zum Fangen dir bekannt. H. Auflösung des Gitterrätsels in voriger Nummer. BAS Beethoven e r p töt Ahrweiler o i m , v l . b E cP tembe r n r r Redaktion! ®. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univerfitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erden) in Gießen.