(Nachdruck verboten.) Geächtet. Roman von Lothar Bren kendorf. (Fortsetzung.) „Fräulein Charlotte — mein liebes, verehrtes Fräulein — ich beschwöre Sie, weinen Sie nicht mehr! Wenn ich irgend etwas thun kann, um Ihnen Schmerz und Betrübnis zu ersparen, und wäre es auch das schwerste, bei meiner Ehre, ich werde mich nicht besinnen! Aber Sie dürfen nicht so verzweifelt schluchzen, ich kann es nicht mit ansehen. Am Ende ist doch das Unglück gewiß nicht so groß, daß sich ihm nicht mehr abhelfen ließe." Charlotte aber schüttelte heftig den Kopf. „Nein, nein; wenn Sie ausgehört haben, Elisabeth zu lieben, ist alles verloren. Sie wird ihr Leben lang unglücklich sein, und ich — ich habe es verschuldet." . ,,©o soll ich also wirklich glauben, daß Fräulein von Marschall — nein wahrhaftig, es will mir nicht in den Sinn. Denn eigentlich hat sie mich doch immer recht übel behandelt." „Ich hätte es auch nicht für möglich gehalten", gestand Charlotte mit einer Aufrichtigkeit, die im Grunde nicht sehr schmeichelhaft für den Leutnant war. „Aber sie ist so schwer zu durchschauen. Man weiß nie, was in ihrem Innern vorgeht, nnd dafür, daß ich mich damals getäuscht habe, dafür — ich schwöre es Ihnen — habe ich inzwischen die sichersten Beweise erhalten." Herr von Kapnist schaute nachdenklich vor sich; dann bemächtigte er sich mit einem plötzlichen Entschlüsse ihrer kleinen Hand. „Ihnen zuliebe könnte ich alles thnn, Fräulein Charlotte — auch dies, wenn Sie mir sagen, daß es für die Ruhe Ihres Herzens notwendig ist. Bei Gott, Sie sollen nicht traurig sein, so lange ich noch ein Mittel besitze, es zu verhindern." Sie sah aus thränenfeuchten Augen zu ihm auf und erwiderte kräftig den Druck seiner nervigen Rechten. „Wie gut Sie sind, Herr von Kapnist! Ich würde niemals aufhören, Ihnen zu danken, wenn Sie mein Gewissen von dieser fürchterlichen Last befreiten." !•« MM f es Menschen Hirn faßt so Unendlich viel, und ist doch manchmal auch So Plötzlich voll von einer Kleinigkeit! Lessing. Irgend welche Freudigkeit klang dabei allerdings nicht aus ehren Worten, und der Leutnant hätte nach allem ■ Borhergegangenen eigentlich eine viel wärmere Aufnahm« fernes opferwilligen Versprechens erwarten müssen. Er machte denn auch alsbald eine kleine Einschränkung indem er hinzusügte: „Freilich werden Sie mir gestatten müssen, mich zuvor zu überzeugen, ob Ihre Vermutungen nicht doch aus einem Irrtum beruhen. Denn, was Sie auch sagen mögen, es ist mir jedenfalls damals viel leichter geworden, Ihnen Glauben zu schenken, als heute". „Elisabeth ist so stolz. Sie wird auch jetzt zu verbergen suchen, was sie für Sie empfindet. Aber wenn Sre^ste nur einmal ernstlich auf die Probe stellen, wird sre sich schon verraten. Darüber hege ich, nach dem, was ich gesehen habe, nicht mehr den geringsten Zweifel." , . Daß . die unerwartete Erkenntnis, ein Gegenstand heimlicher Leidenschaft für die schöne Gutsherrin von Las- dehnen zu sem, dem guten Kapnist im Grunde nicht wenig schmeichelte, stand ihm auf dem Gesicht geschrieben, und obwohl yrautetn Charlotte, die auf eine so drastische Art die Heiratsvermittlerin zu machen suchte, darüber eigentlich nur das lebhafteste Vergnügen hätte empfinden sollen sch/eu es doch beinahe als ob sie plötzlich gerade deshalb alles Wohlgefallen an fernem Anblick verloren habe Sie wandte sich nach den letzten Worten ziemlich kiirz von ihm ab und setzte, ohne ihm erst Zeit zu einer Entgegnung zu lassen, hinzu: „Uebrigens brauche ich Ihnen wohl 9.M nicht erst zu sagen, wie Sie es anfangen müssen, sich Gewißheit zu verschaffen. Und nun tvill ich Sie anmelden, damit Ihre dienstlichen Interessen nicht länger Schaden leiden". a Sie klopfte an die Thür von Elisabeths Zimmer und bedeutete ihn wenige Sekunden später durch einen Wink dort einzutreten. Sie selbst aber zog sich alsbald zurück, und nur etn stiller Winkel ihres Gemüsegartens sah die bitteren Thräneu, die sie ihrem holden Jugendtraum nachweinte. Die überraschenden Eröffnungen, mit denen Fräulein von Menzelius ihn empfangen, trugen nicht gerade dazu bei, dem Seutnant von Kapnist Elisabeth gegenüber eine sichere und unbefangene Haltung zu geben. Er fand die junge Herrin von Lasdehnen schöner und imponierender denn je; aber das liebenswürdige Lächeln, mit dem sie ihn begrüßte, die gewinnende Art, wie sie ihm ihre Hand zum Kusse reichte, machten ihn verlegen, weil er darin jetzt verheißungsvolle Gunstbeweise sah, die vielleicht eine wärmere Aufnahme heischten, als seine Schüchternheit sie ihnen zu teil werden ließ So rettete er sich denn ans seiner Befangenheit schleunigst hinter feine dienstlichen Pflichten. 494 — richten, und als sie endlich wieder allein war, brach zu sie völlig erschöpfst zusammen. (Fortsetzung folgt.) Hat sicher aus Häckerling Gold schon gemacht" — ' und in Her That, wenn ist ein Zufalls-, aber ein Schicksalswort, luind beide spielen eine große und verhängnisvolle Rolle in unserem irdischen Dasein. „Wie gern hätte ich das und jenes gethan, aber —", oder „Wenn ich das und das könnte, so würde ich —" — wie oft hört man derartige Wenn! Plauderei von Dr. Ernst Wilms. Nachdruck verboten. „Wenn das Wörtchen „w e n n" nicht wär', Wär die ganze Welt nicht mehr!" Mit diesem Sprüchlein pflegten wir als Kinder einander zu begegnen, wenn eins das andere mit Argumenten zu überzeugen suchte, in denen das Wörtchen „wenn" eine Rolle spielte. Oft auch setzten wir hinzu: „Der Mann, der das wenn und das aber erdacht, „So glücklich ich bin, dem gnädigen Fräulein als alter Bekannter und Verehrer endlich einmal wieder den Ausdruck meiner tiefsten Ergebenheit zu Füßen legen zu dürfen — vorerst muß ich boflji als Soldat meiner Ordre gehorchen. Und ich bitte deshalb das gnädige Früulerrr, von dem Inhalte dieses Dokuments gütigst Kenntnis nehmen zu wollen". Das verbindliche Lächeln war noch immer auf ihren Lippen, während Elisabeth das Blatt aus seiner §oiw empfing, und sie wußte es mit heldenmütiger Selbstbeherrschung sestzuhalten, obwohl die Buchstaben vor ihren Augen tanzten, und obwohl es sie unsägliche Mühe kostete, ihren Sinn zu erfassen. Das Schriftstück war eine offene Ordre des Königs an den Regierungspräsidenten von Ostpreußen und erteilte ihm den bündigen Austrag, die ferner Verwaltung unterstellten Bezirke endlich von allen Landstreichern und Spitzbuben, namentlich aber von allen Marodeuren der Armee gründlich zu säubern.. Des Majors Sixtus und seiner Freischärler^ wurde dabei ausdrücklich Erwähnung gethan, mit dem Hirrzusugen, daß er als ein Räuberhauptmann, und seine Leute als eine Mörderbande zu behandeln seien. Da sie hinreichend überführt seien, auf einem Gute bei Danzig rm tiefsten Frieden mit bewaffneter Hand geplündert zu haben, bedürfe es keines weiteren Prozeßverfahrens, sondern jeder von ihnen, der lebendig in die Hände der Soldaten falle, welchen Namen und Stand er sich immer beilegen möge, sei ohne besonderen Bericht zu hängen. Allen Bewohnern des Landes wurde schließlich in der Kabinetts- ordre anbefohlen, die Bemühungen der Zivilbehörden und des Militärs zur Wiederherstellung geordneter Verhältnisse kräftig zu unterstützen; mit den schwersten Zuchthausund Leibesstrasen aber sollten ohne Ansehen der Person diejenigen belegt werden, die sich unterfingen, dem Räubergesindel auf irgend welche Weise Vorschub und Beistano zu feisten. Ruhig, ohne daß sich auch nur ein Zug in ihrem schönen Antlitz verändert hätte, gab Elisabeth dem jungen Offizier das Blatt zurück, zu dessen Durchsicht sw allerdings einer auffallend langen Zeit bedurft hatte. Ja, es war sogar ein Anflug liebenswürdiger Heiterkeit in ihren Worten: , m . ,Jch habe also einen Retter des Vaterlandes tn Ihnen zu begrüßen, Herr Leutnant! Denn ich irre doch wohl nicht, wenn ich annehme, daß Sie zur Aufhebung jener schrecklichen Räuberbanden ausgesandt worden sind." „Allerdings! Das Regiment Möllendorf hat den ' Befehl erhalten, mehrere Detachements für die Aufspürung und Einbringung des Gesindels zu verwenden. Mir aber ist die Ehre zu teil geworden, eine dieser Abteilungen zu Hafter Führer. Als Elisabeth später die Stallung besuchte, um sich persönlich davon zu überzeugen, daß es den Soldaten an nichts fehle, hörte sie im Vorübergehen aus den Gesprächen der Kiirassiere mehr als emmmal den Namen des Majors Sixtus, und wie mit Messerstichen bohrte sich in ihr armes, zuckendes Herz die entsetzliche Vorstellung, daß dieselben Männer, denen sie jetzt mit lächelnder Miene Gastfreundschaft erwies, vielleicht schon morgen das teuerste Leben vernichten würden, das es für sie auf dem ganzen weiten Erdenrnnd gab. Es kostete sie unsägliche Ueberwindung, hier und da ein paar freundliche Worte an die Leute wie wir, und er hat den nicht gelingen Vorteil für sich das Gelände besser zu kennen. Seine Patrouillen würden unser Biwak wahrscheinlich bald aufgespürt haben, und er könnte daun bequem alle unsere Bewegungen beobachten. Von hier aus aber kann ich wie der Blitz über ihn herfahren und ihn mit seinen Raubgesellen in die Psanne hauen, noch ehe er so recht weiß, von wannen das Unwetter kommt. Denn unter Ihren Leuten giebt es ja hoffentlich keinen Verräter". „Unter meinen Leuten — nein, gewiß nicht; dafür stehe ich ein. — Aber Sie wollen doch nicht schon heute —" „Heute läßt sich leider nichts mehr unternehmen. Ich muß zuvor genauer über den Schlupfwinkel der Bande unterrichtet sein. Und dann haben wir auch schon einen scharfen Ritt hinter uns. Seit Tagesanbruch sind wir fast ohne Ruhepause im Sattel gewesen". „Dann bedürfen Ihre Soldaten wie Ihre Pferde vor allem der Erholung", erklärte Elisabeth mit Entschiedenheit, „und ich werde sofort die nötigen Befehle erteilen. Daß Sie mit einer sehr bescheidenen Gastfreundschaft vor- lieb nehmen müssen, wird Ihnen vermntlich bereits das Aenßere meines Hauses gesagt haben". Herr von Kapnist, den ihre Liebenswürdigkeit immer mehr bezauberte, erschöpfte sich in Versicherungen, daß man selbstverständlich keinerlei Ansprüche mache, und daß er untröstlich sein würde, ihr irgend welche Un- bequemlichkeiten zu verursachen. Elisabeth ließ ihren Verwalter rufen und erteilte ihm in kurzem, befehlendem Tone die für die Unterbringung von Mannschaften und Pferde erforderlichen Anweisungen. Einige vom Feuer nur teilweise zerstörte Stallgebäude, die mau des verringerten Viehstandes wegen noch nicht hatte in Benutzung zu nehmen brauchen, ließen sich jetzt für diesen Zweck vortrefflich verwenden, so daß nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der Pferde die Nacht unter freiem Himmel würde zubringen müssen. Die Mannschaften freilich mußten sich damit begnügen, ihr Quartier ebenfalls in diesen Ställen aufzuschlagen — eine Notwendigkeit, mit der sie sich um so leichter abfanden, als die Bewirtung, die ihnen zu teil wurde, über alle Erwartung freigebig war. Natürlich war es den Leuten wohlbekannt, zu welchem Zweck, sie diese Streife unternommen hatten, und jeder von ihnen schien von demselben Thatendurst, von demselben unbändigen Kampfesrnut erfüllt, wie ihr Heldenführen". , „Eine größere Abteilung, nicht wahr? — Ich horte soeben etwas von fünfhundert Mann". „Nicht doch, mein gnädiges Fräulein, so weit habe ich es allerdings noch nicht gebracht. Ich kommandiere eine Abteilung von fünsundachtzig Kürassieren; aber es sind Prachtkerle, und an ihrer Spitze würde ich mich nicht bedenken, es mit einer fünffachen Ueberzahl aufzunehmen". „Und die anderen Detachements, von denen Sie sprachen, befinden sich ebenfalls in der Nähe?" „Ja. Seitdem wir ziemlich sichere Nachrichten darüber erhalten haben, in welchem Teile von Litauen sich dieser Sixtus versteckt hält, ist Befehl ergangen, daß die einzelnen Abteilungen von verschiedenen Seiten her nach diesem Punkte marschieren sollen, um ihn einzuschließcn. Aber, im Vertrauen gesagt, Fräulein von Marschall: ich hoffe schon mit ihm sertig zu sein, wenn die anderen eintreffen. Diese Gelegenheit zu einer kleinen Auszeichnung möchte ich mir denn doch nicht entgehen lassen". „Ich verstehe Ihren Eifer, Herr von Kapnist, und wünsche Ihnen den besten Erfolg. Natürlich nehmen Sie mit Ihren Leuten vorläufig hier auf Lasdehnen Quartier". „Es ist sehr gütig, daß Sie meiner unterthänigen Bitte auf solche Weise zuvorkommen. In der That würde es für den Erfolg meiner Operationen vielleicht von unschätzbarem Werte sein, wenn ich nicht genötigt bin, mit Tn'eitten Leuten im Freien zu kampieren. Dieser Sixtus versteht sich ohne Zweifel auf den kleinen Krieg so gut | Redensarten. komn Jede: einen Gernr lich st und i Erbsck Arme reif; Auge: bildui ander Charc einmc Autor das w chelte er do schäft- ins S der U ergab Grünt ginne: länger er wä worde N Der Z Banne sal de: Jeder schänd Augen Retter Tichtu „Wenr Vorau „Wenr Schluß ' Ar beschäf derGef gewese Weltge Wirkur hätte, W Waterl läuderr Napole ihm ar den Bc Folgen historis welcher Ei: Hann I Admirc tugiesei Der Ai lang, e Südspif mentoß König eine M zukehre Erst V: deckte Wenn und de: Kolumb bus un: später i Zweck, Osten z: gesunde wesen u — 495 ja wenn! Wenn das und das anders ge- I worden sein. Amerika wäre sicher auch noch entdeckt wor- kommen Ware, wie ,o ganz anders hätte alles sein können! I den, aber wahrscheinliche später und vielleicht durch den Jeder Tag bringt uns ungezählte Beispiele. Ich kannte I Abgesandten einer ganz anderen Nation - wer weiß ob /nn6,en Mann aus guter Familie, heiteren und guten I die Entwickelung des amerikanischen Kontinents und 'der wh'itnrh'/ -et^10, Viaßl9/ öon des edelsten Strebens. Plötz- I Gang der Weltpolitik dadurch nicht in ganz andere Bahnen lich starb sem ernster und strenger, aber liebevoller Vater, I geleitet worden wären! 9 ivÄ,' der junge Mann trat im Alter von erst 20 Jahren die I Ein anderer Fall: Fürst Bismarck stürmte als kleiner Erbschaft von desjen Geschäft und Vermögen an. Der I Knabe in einen Teich, an dessen Ufern er qerne ru ivielen 55* SS» a« -»r S-Mndigr-tt noch „M,i «legte. Der Teich' w"r Dmlich tte" S£ G Lei'' "Eausschließlich^ rm Geschäfte und unter den I mutterfeelenallein. Welchem glücklichen Umstand er seine Augen des Vaters thätig, hätte er jetzt erst seine Aus- I Rettung verdankte, « SnJffien? ® S aaÄAftHandlungshäuser I marck damals ertrunken wäre, ob wir wohl dann eben- ßSirnttJ?8 rrerrIe ^eben studieren, seinen I falls die Kriege von 1866 und 1870 und ein einiges Deutsch« Ämal an d/s Nun sah er sich auf I land gehabt hätten? Oder wie ganz anders hätten sich Autorität" 0e^t/ fr o??” lbder höheren I vielleicht die deutschen Verhältnisse entwickelt? Wer ver- toar er sem eigener Herr. Anfangs gefiel ihm I mag es zu sagen? chett?°seiner"EuÄl«ub “"»Äi3’0 schnei- I Ebenfalls ein „W e n n" spielte nach Bertha von Sutter dock der frSrL6 S''?6er ,teJ =e W ^raus, daß I ner eine Rolle im Kriege mit Frankreich. Die Verfasserin ickästs nock S b^ »beme lencben ®e= I von „Die Waffen nieder" wirft in ihrem berühmten Roman Ns Stocken o m Geschäft geriet I die Frage aus, oh der Krieg auch ausgebrochen wäre, wenn Mr NiiA^ckid-m^ lichtraten Zahlungsverlegenheiten ein, I der französische Minister Ollivier die Tochter Meyerbeers eraal? Uck m^r^ bcsn P^ut und die Thatkraft, er I geheiratet hätte. Meyerbeer, der große Komponist, suchte Grood! / und ging tn einem Alter elend zu I einen talentvollen Mann für seine zweite Tochter, und Mnnen söiM? M^ben für ihn erst wahrhaft hätte be- I seine Wahl fiel auf Ollivier. Die Sache war aber nicht Uiooer Ipfpfn- f !!•" ^a.er ^tr. uoch drei Jahre I leicht in Gang zu bringen. Meyerbeeiü kannte die unab- f Ls „ ' '0 w?re seine Erziehung vollendet, I hängige Originalität seiner zweiten Tochter, die nie einen ! L LenT Wuchtiger und glücklicher Mensch ge- I anderen Gatten als den ihrer freien Wahl ehelichen würde. ” -r ... I Es wurde verabredet, daß Ollivier nach Baden komme, ur das Leben, auch die Poesie ist voll „Wenn's". I um dort dem Mädchen zufällig vorgestellt zu werden, als Rammr ist hJ? Äi ^L^m^dlichen „Wenn" auf seinem I Meyerbeer plötzlich starb. Natürlich wurde nun aus dem $?n?e„r ber "u^ der Maschine , welcher das Schick- I Projekt nichts — und die Folge war der Krieg. Hätte Eder oo^^u ^ichtungs- und Romanhelden entscheidet. I Ollivier Meyerbeers Tochter geheiratet, so wäre er nicht ^E^ ^n ihnen mußte em halbes nutzend Mal eines I ausgebrochen. Meyerbeer, der das Kaisertum bis zur Ver- 611 |obe-§ Serben, wenn Nicht iivch im letzten I achtung haßte, würde nie seinen Schwiegersohn erlaubt uller-, allerletzten, etn unerwarteter I haben, Minister des Kaisers zu werden, und gerade Ollivier TirhfunAaU\n^r Versenkung emporstiege Und nicht die I ist es gewesen, der durch seine Gewissenlosigkeit und seine MeE'8" die Wisfenschast arbeitet mit I leichtherzige Erklärung die Entscheidung in der französi- fonr JaLrhre Behauptungen auf bestimmte I scheu Kammer zu gunsten des Krieges herbeigesührt hat. Wenn's" -wenn Jtnb atä lauter Weiter. Man weiß, welch welthistorische Bedeutung chT^n , wenn sie richtig find, so treffen auch die I den Werken eines Rousseau innewohnt. Durch seinen iCf| An °bäuf tasten bat S Ä!' x- • ! "Eonttact sozial" und seinen „Emil" zeichnete er dem Leben ausigften hat mich aber die interessante Frage I des Menschen neue Bahnen vor und warf das cmnze J?nbk lrohl m vielen Fällen der Gang I Staatsrecht der Vergangenheit über den Haufen. Ein^paar AP^pEE^°0b^^b^" d)are, wenn gewisse Wenn's nicht I kleine „Wenn's" und diese so gewaltig wirkenden Schrif- , irgend em Erergnis wird vielfach in der I ten wären vielleicht nie geschrieben worden. Rousseau Se Ä ebenso wie im Leben die Ursache großer I wurde, da er keine Mutter mehr hatte, und fein Vater im MffpU1fnem"rto 6 bK^e/ nicht stattgefunden I Auslände weilte, in- seiner Jugend zu einem Graveur in ® wme Egetret I die Lehre gegeben. Sein Meister behandelte ihn indessen Wai^aa”?ioT Flucher m der Schlacht bei» so schlecht, daß er es nicht mehr aushalten konnte, und •t-815^ ^en bereits geschlagenen Eng- I ihm im Alter von noch nicht 16 Jahren davonlief. Wenn ÜW r H'lfe gekommen wäre, so hätte I Jean Jacques Rousseau damals nicht davongelaufen wäre Napoleon die Schlacht gewonnen, spater vielleicht noch die I oder wenn er einen guten Meister gehabt hätte, so wäre Preußen geschlagen und I er wahrscheinlich ein tüchtiger und intelligenter tzand- ElaeEÄops Blut gedüngt. Die I Werker geworden. „Im Schoße meiner Religion, meines wf!&eineco de Gama umschiffte 1497 das Kap und ent- I sich die Kenntnisse anzueignen, ohne die er niemals der bedte den sehnlichst gesuchten Seeweg nach Ostindien. I berühmte Philosoph hätte werden können, als welchen die Wenn nun schon Bartolomeo Diaz das Kap umschifft I Welt ihn kannte. Wenn es aber wahr ist, was manche und den Seeweg nach Ostindien entdeckt hätte, so würde I Geschichtsschreiber behaupten, daß es ohne Voltaire und Kolumbus Amerika nicht entdeckt haben! Denn Kolum- | Rousseau keine französische Revolution gegeben hätte, so dus unternahm seine erste Reise erst 1492, also sechs Jahre I dürfen, wir daraus auch die Folgen schließen, welche obiges spater als Diaz, und dieser verfolgte den ausgesprochenen I „W e n n" für die historische Entwickelung gehabt hätte Zweck, den Seeweg nach Ostindien auf der Fahrt nach I Das gleiche ist der Fall mit der von demselben Philo- Mtenjyu finden. Wäre- also dieser Seeweg schon bau Diaz I sophen veranlaßten pädagogischen Bewegung, mit der von gefunden worden, so würde Kolumbus Reise zwecklos ge- I ihm gepredigten Reform der Erziehung durch die Rückkehr wesen und von ihm möglicherweise gar nicht unternommen » zur Natur. "Wenn er nicht feine Kinder dem Findelhans --- M — Deraebsn hätte, so wäre seine Reue hierüber nicht erwacht, und sein Nachdenken über den Gegenstand wäre nicht hervorgerufen, der „Emil" vielleicht nie geschrieben worden. Wer weih, ob dann nicht später ein anderer mit ganz, anderen Ideen aufgetreten, und so die Bewegung weit anders verlaufen wäre. Wir könnten diese Beispiel noch weiter vermehren, unsere Behauptung erscheint uns aber hinlängliche bewiesen. Wenigstens soweit die Geschichte in Frage kommt. Aber auch die ganze Welt wäre nicht mehr, sagt das Sprichwort, wenn das Wörtchen „wenn" nicht wäre? Ist das möglich? Auch das: Wo würde die ganze Menschheit wohl fern, wenn die Lage der Erdachse gegen die Sonne eine gerade und keine schiefe geworden wäre? Dann behielte jeder Breitenkreis auf der Erde immer die nämliche Steilung gegen die Sonne, und es gäbe keinen Wechsel der Jahreszeiten. In den Ländern-zwischen den Wendekreisen würde es so heiß sein, daß niemand, weder Mensch, Pflanze noch Tier, daselbst zu existieren vermöchte, am Pol würden die schief auffallenden Sonnenstrahlen wohl kaum auch nur ein einziges Moos erzeugen, und der größte Teil unserer gemäßigten Zone würde einen ewigen Frühling und eine ewige Frühlingstemperatur haben, sodaß auf der Erde ein vollständiger Stillstand alles Lebens und Seins eintreten müßte, denn wo kein Wechsel der Tem- peratur, da ist keine Ausgleichung, kein Leben denkbar!*) *) Unsere Leser werden sich mit uns dieser geistreichen Plauderei freuen, ob sie aber ausnahmlos alle erwähnten Thatfachen dem blinden Zufall überlassen wissen wollen, wagen wir zu bezweifeln. Für uns steht es fest, daß — wenigstens was die geschichtlichen Fälle betrifft — jedem dieser Zufälle eine Absicht zu Grunde lag, und zwar die Absicht dessen, von dem Paul Gerhardt als schicksal- geprüfter Mann überzeugend zu singen weiß: „Gott sitzt im Regiments Und führet alles wohl!" „Welch eine Wendung durch Gottes Fügung!" schrieb König Wilhelm nach der Kapitulation von Sedan an die Königin Augusta am 2, September 1870. D. Red. Gemeinnütziges. Neue Erdbeeranlagen werden im Herbste gewacht. Sie müssen — wenn sie ertragreich sein sollen — dem Boden angepaßt sein. Auch ist daraus zu achten, daß die Pflanzung und die Auswahl der Sorten zweckentsprechend ist. Man muß einen wesentlichen Unterschied machen zwischen Sorten für den Garten des Liebhabers und Sorten für den Markt. Der „Erfurter Führer im Gartenbau" hat eine Umfrage an viele Erdbeerzüchter im ganzen deutschen Vaterland erlassen und veröffentlicht in Nr. 22 die Resultate derselben. Es ist interessant und lehrreich, zu erfahren, wie die Pflanzweite, die Vorfrucht, die Auswahl der Sorten überall verschieden ist, und wie auch, in der Bearbeitung des Landes große Mannigfaltigkeit herrscht. Da diese Nummer unseren Abonnenten postfrei zugesandt wird, wenn sie dieselbe mittels Postkarte vom Geschäftsamt des „Erfurter Führers" verlangen, so können wi» sie jedem Erdbeerliebhaber empfehlen. £itterarifri?es. Belhagtt» u. Klasittgs Monatshefte erscheinen bei Erüfs. ttUttg des neuen XV. Jahrgangs in durchaus modernem Gewände. Professor O. Eckmann vom Berliner Kunstgewerbe-Museum hat den Umschlag und ein gutes Teil des Buchschmuckes des soeben erschienenen ersten Heftes (September 1900) entworfen — originell und markig, wie alles, was der ausgezeichnete Künstler schafft. Inhaltlich ist das Heft, sowohl nach der textlichen, wie nach der illustrativen Seite hin erstaunlich reich ausgestattet. Es bringt neben einem höchst eigenartig aushebendem Roman von Richard Voß „Psyche" den Beginn einer feinen Novelle von Lou Andreas-Saloms „Ma". Prächtig illustriert ist ein Artikel „Rokoko im deutschen Süden" von Fritz von Östini' Georg v. Ompteda schildert als Schriftsteller und Liebhaberphotograph in Wort und Bild eine mit seiner Gattin ausgeführte Hochge- dirgstour: Julius Stinde plaudert lustig über seine Theatererlebnisse; Peter Rosegger gibt in der Studie „Wie Berggenteinden untergehen" ein ergreifendes Kulturbild aus seiner Heimat, lieber Mari av. Ebner-Eschenbach als Schriftstellerin berichtet anläßlich ihres 70. Geburtstages der berühmte Litteraturhistoriker Dr. Rich. M. Meyer, während Hermine Dillinger die Dichterin als gütige liebenswerte Frau und Freundin feiert. Eine kleine zoologische Skizze „Miez und Maunz", reizend illustriert von dem trefflichen Katzenmaler Adam, eine heitere kulinarische Plauderei „Hummern und Krebse" runden das interessante Heft ab, das auch den Ereignissen der Gegenwart durch einen Artikel über den Krieg von 1860 in China, verglichen mit der augenblicklichen Situation, gerecht wird. In der Gratisbeilage beginnt der Roman „Thönerne Füße" von A. Harder zu erscheinen. W. H. Riehls Geschichten und Novellen. Gesamt-AuSgabe. Erscheint vollständig in 44 Lieferungen zu 50 Pf., alle 14 Tage eine Lieferung. Stuttgart. I. G. Cotta'sche Buchhandlung Nachfolger G. m. b. H. Den „kulturgeschichtlichen Novellen", mit denen die Gesamtausgabe der Riehlschen erzählenden Werke eröffnet worden ist, reihen sich zwei Bände „Geschichten aus alter Zeit" an. Diese „Geschichten" spiegeln in besonderer Deutlichkeit die gemütvolle und behagliche Art des Meisters deutscher Erzählungsknnst wieder. Es beruht auf richtiger Erkenntnis des innigen Zusammenklangs zweier gleichgestimmter Künstlerseelen, daß Riehl diese reizenden kleinen Werke dem Maler Ludwig Richter, dem unerreichten Bildner jener liebenswürdigen Szenen aus dem deutschen Volks- und Familienleben, gewidmet hat. In Uebereinstimmung mit Richters Holzschnittmanier sucht Riehl, wie er es selbst ausdrückt, vor allem die feste, reine Linie der Handlung zum Ausdruck zu bringen, Licht und Schatten bloß andeuterd, Schmuck und Beiwerk und die weite Fernsicht des Hintergrundes mehr erraten laffend, als aussprechend. In diesem Geiste sind denn die edeln Riehlschen Kunstwerke entstanden, die in den beiden Bänden vor uns treten. Bor bald vierzig Jahren entworfen, wirken sie noch heute, wie sie immer gewirkt haben, dem Vorsatze des Meisters entsprechend, „gute Menschen zu erheben, indem sie sie erheitern." Irrgarten-Rebus. (Nachbildung verboten). (Die Anfangsbuchstaben find so zu verbinden, wie die Wege des Irrgartens gehen.) Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Glas — Gras. Preisrätsel.*) Magisches Ouadrat. Nachdruck verboten. 1. Erzeugnis der Baukunst. 2. Zeitabschnitt. 3. Gebirge. _J_______ 4. Fisch. In die Felder vorstehenden Quadrates find die Buchstaben a a a a a, e, h, l l, m, n, r r, f s, u derart einzutragen, daß die wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend Wörter von der beigefügten Bedeutung bilden. *) Von 1900 ab bringen wir in angemessenen Zwischenräumen in den Familienblättern Preisrätsel, an deren Lösung recht eifrig sich zu beteiligen, wir unsere geschätzten Leser bitten. Die Lösungsfrist läuft stets acht Tage nach Ausgabe der betr. Nr. ab. Unter den an die Redaktion der„Familie«Vlätt«k" einzusendenden richtige« Lösungen wird eine ausgelost, deren Einsender mit einem Preise — nützliches Buch oder dergleichen --- bedacht wird. «. B-rkdardl. — Druck and «erlag der «rühl'schen Um»«rßriit».duch. »nd Btemdruckerei (Pietsch Erden) in «ießea.