iT&wSb lkm n*n »ä MUMmsM IVWW« UWWR Ä 1 «ran-ramn;«: jO® eine Heimat liegt im Blauen, Fern und doch nicht allzuweit, Und ich hoffe sie zu schauen Nach dem Traum der Endlichkeit. Wann der Tag schon im Versinken Und sein letztes Rot verbleicht, Will es manchmal mich bedünken, Daß mein Blick sie schon erreicht. Martin Greif. Nachdruck verboten. Gesühnte Schuld. Roman von Alexander Römer. (Fortsetzung.) Gott allein wußte, wie er damals gelitten hatte, welch schreckliche Bilder ihn peinigten, und wie dieses Erlebnis dazu beitrug, ihn aus dem sorglosen Leichtsinn aufzurülteln und zu vertiefen. Dazu dieser Bruder, dieses ewige Damoklesschwert über seinem Haupte. Er hatte ihn nicht wieder gesehen, aber Hans war beim Onkel gewesen, was war zwischen den beiden verhandelt worden? Später, bei ruhigerem Blut, nahm Albert an, daß Hans eine endgültige Abweisung vom Onkel erfahren, sich darunter gebeugt habe und in den fremden Weltteil zurück- gekehrt sei — aber Gewisses wußte er darüber nicht. Auch diese Aehnlichkeit, die ihn vor einem Monat so aufgeregt, hatte er sich zu erklären versucht. Es gab solche Naturspiele, und bei nahem Gegenüberstehen würde er die Verschiedenheit gefunden haben. Jetzt aber stand sie ihm nahe gegenüber, neigte sie kühl und maß ihn mit einem ganz fremden, kalten Blick. Er war kaum imstande, Haltung zu bewahren, seine Gesichtsfarbe war erdfahl geworden, das Zimmer drehte sich ihm im Kreise. Er hörte nur ein Brausen vor seinem Ohr, verstand nichts von dem, was der Onkel, was Hertha sagten, er wußte es nicht, ob auch sie sprach. Er sah nur wie durch einen Nebel ihre reizvolle Gestalt, und wirr wogten die Gedanken durch sein Gehirn. War es möglich? Die Villany — Mathilde — aber sie war es wirklich und leibhaftig, sein Auge und sein Herz täuschten sich nicht. Herthas Stimme weckte ihn zuerst aus seiner Betäubung. Sie war dicht an ihn herangetreten und sagte jetzt halblaut: .Was ist Ihnen? Sind Sie krank?" Er nahm sich gewaltsam zusammen, des Onkel scharfes, durchbohrendes Auge ruhte auch auf ihm. „Verzeihung," bat er, sich zu einem unbefangenen Lächeln zwingend, „es ist diese Frühlingsluft, ich bin scharf geritten, wollte eigentlich noch rechtzeitig zur Tafel kommen — mich faßte eben ein Schwindel." Baron Jobst trat teilnehmend näher. „Du siehst schlecht aus," sagte er, „man soll Dir nachservieren, wenn Du vor dem Diner fortrittest, so wird Dein Magen sein Recht fordern." Hertha lachte. „Zlrmer Ritter von der traurigen Gestalt, also Hunger — das ist tragikomisch — aber ich kann Ihnen schönen Trost geben, da sind noch köstliche Hummer, soupe a la reine, und den Rehziemer haben wir nicht ganz vertilgt." Der Hausherr hatte geschellt, der Diener erschien und erhielt seine Befehle, es wurde Albert erlaubt, sich zu entfernen, um sich erst im Speisesaal zu restaurieren. Von Scherzworten begleitet ging er und lehnte sich draußen taumelnd an den Thürpfosten. Mathilde hatte der kleinen Szene mit der Miene äußerster Gleichgiltigkeit zugeschaut, seine Fassungslosigkeit erleichterte ihr ihre Rolle. Er mußte es wissen von der ersten Stunde an, sie waren einander völlig fremd. Die Vergangenheit war tot, sie war nicht mehr Mathilde Weiland, die Siebenzehnjährige, welche seinen leichten Schwüren Gehör lieh, sie war die berühmte Künstlerin Billany, und die Existenz jener war bis auf den Namen ausgelöscht. Ihr Puls war auch wieder normal, sein unerwarteter Anblick hatte sie einen Moment elektrisiert, jetzt war es vorüber, und nur das Interesse blieb, sein ferneres Verhalten zu beobachten. Als Albert nach einer Weile gesammelt und erholt wieder eintrat, ward es eine allgemeine Unterhaltung, bei der ein Uneingeweihter keinerlei besondere Beziehungen hätte wittern können. Und doch waren drei von den Anwesenden bei keinem angeschlagenen Thema ernstlich bei der Sache, und der vierte war ein alter, wortkarger Mann, der unterhalten werden sollte. Die gesellschaftliche Schablone hilft da vortrefflich aus. Am anderen morgen äußerte Mathilde den Wunsch, einen Spaziergang in der Umgebung des Schlaffes zu machen. Sie hatte von den großartigen wirtschaftlichen Einrichtungen und Betrieben auf der Besitzung gehört und meinte, es würde ie interessieren, solch eine Musteranlage zu sehen, wenn sich auch gewiß manches dabei ihrem Verständnis entzog. ö4 Hertha erklärte sich gleich bereit, sie zu führen, «te hatte nicht so gut geschlafen in dieser Nacht wie sonst- ihr wälzte sich das große Rätsel, das diese Personen umgab, im Kopfe herum. Baron Alberts auffallendes Benehmen gestern Abend beim Anblick der Fremden weckte neue Vermutungen. — Die Villany fah auch ein wenig bleich aus und hatte dunkle Schatten unter den Augen, erklärte aber, eine sehr gute Nacht gehabt zu haben und war lebhaft und liebenswürdig wie immer. Der Schloßherr war nie vor dem zweiten Frühstück für feine Gäste sichtbar, und man war gerade im Begriff, aufzubrechen, als Albert sich zu den Damen gesellte. Als er erfuhr, was man vor hatte, bat er um die Erlaubnis, sich anschließen zu dürfen. Er sei freilich kein kundiger Führer, bemerkte er, denn es gehöre ja ein Studium dazu, um, die Neuschöpfungen auf dem Gute in ihren Einzelheiten zu würdigen und zu verstehen, und ihm mangele die Zeit dafür, da der Dienst ihn in Anspruch nehme. , . Albert war heute ruhig und unbefangen. Es hatte aber Hertha gedünkt, als ob eine leichte Wolke des Unmuts über der Villany schöne Stirn geflogen sei, als Albert sich ihnen anschloß. Sie verließen den Park und nahmen den Weg ins Dorf, an dessen Ende die Fabrik lag. Hertha erzählte, daß eine neue Erfindung in derselben gemacht sei, die, nutzbar geworden, reichen Gewinn versprach. Der alte Herr verstand es, sich bedeutende Menschen dienstbar zu machen, er hatte seine weitverzweigten Verbindungen überall, war imstande, reiche Geldmittel einzusetzen, und sein Geist erfaßte die fernsten Perspektiven. Man nannte ihn in der Gegend den Akttenbaron. Hm — das war allerdings großartig, diese Kolonie, beinahe eine kleine Stadl. Hertha ward sehr lebendig, es erwies sich, daß sie hier recht gut Bescheid wußte, die Arbeiter, ihre Frauen und Kinder kannte und von ihnen gekannt und verehrt war. „Ich bin ja ein zu unstetes Wesen und halte mich hier immer nur ein paar Monate im Jahre auf," sagte sie lachend, „aber wenn ich mir vorstellte, Trautdorf wäre wirklich meine Heimat und mein Leben sollte sich hier abspielen, so würde ich mich riesig für den ganzen Kram begeistern. Und der Alte vom Berge müßte eigentlich jemand haben, der ihm für die Außenwirtschaft zur Seite stände, er hat ja dafür nur Fremde, er selbst ist gar nicht imstande, persönlich mit den Leuten zu verkehren. Sie, Albert, hätten eigentlich längst den Abschied nehmen und sich hier einarbeiten sollen." Die Anrede erfolgte unvermittelt, und eine fliegende Röte kam und ging auf dem Antlitz des jungen Offiziers. ,,Der Onkel hat noch nie eine Andeutung eines solchen Wunsches mir gegenüber gemacht," entgegnete er. „Ja — es ist auch möglich, daß dies nie Ihre eigentliche Sphäre wird, ein landwirtschaftliches Genie find Sie nicht." Mathilde hatte bei dieser Rede zuerst Albert fest ins Angesicht geschaut, mit demselben gleichgiltigen, völlig fremden Blick, wie gestern Abend. Sein Aussehen war männlicher geworden, die weichen, damals noch beinahe kindlichen Züge waren fester, ernster, es war ein sehr schöner Mann. Aber diese Heriha schien ihm kalt gegenüber zu stehen, der ganze Ton ihres Verkehrens deutete auf keine Vertraulichkeit. Der erste Direktor der Fabrik kam ihnen entgegen, begrüßte sie und erbot sich, sobald er den Zweck ihres Kommens erfahren hatte, zur Führung. Er habe vollauf Zeit heute morgen, und es sei ihm ein großes Vergnügen. Albert ging sichtlich zerstreut hinter den anderen und bereute, mitgegangen zu sein. Es war ein Impuls des Augenblicks gewesen, sie wollte ihn nicht kennen, und er mußte sich wappnen, sie beobachten und später einen Moment für eine Aussprache zu erhaschen suchen. Denn die wollte er erzwingen um jeden Preis. Er mußte sich ihr gegenüber rechtfertigen und erfahren, auf welche Weise es ihr möglich geworden war, sich so emporzuarbeiten. Wie sie so vor ihm herging, die im vollkommensten Ebenmaß gebaute Gestalt in dem Hellen, eleganten Morgenanzuge, deuchte es ihn ein phantastischer Traum. Täuschte er sich doch? Aber nein, eine kleine Bewegung, eine Miene in dem schönen, vertrauten Gesicht verscheuchte jeden Zweifel. Sie war es — und doch eine andere. Wie königlich sicher waren Haltung und Gang, ihr Wesen, ihre Manieren waren die einer großen Dame, einer verwöhnten Herrscherin, und sie stammte aus den kleinsten Verhältnissen. Ein wilder Schmerz bemächtigte sich seiner, er war einer der Unseligen, die nie zur rechten Zeit ihr Glück erfassen. Wenn er sich damals die Geliebte errungen hätte mit etwas mehr Mut, Energie und festem Willen, hätte er wohl obgesiegt. Sie hatte jetzt bewiesen, daß sie zu wirken und zu siegen verstand. Aber er war damals ein leichtlebiger Knabe und sah die Welt als Lustgarten an. Jetzt wußte er, was Schmerz und Sorgen waren, er hatte sie gründlich kennen gelernt. Des Lebens Ernst war an ihn herangetreten, und seine redlichen Bemühungen, die Schäden aus jener leichtfertigen Zeit auszubeffern, hatten wenig Erfolg. Seit die Möglichkeit, daß der ältere Bruder ihm dieses reiche Erbteil streitig machen könne, aufgetaucht war, hatte er eigentlich keine sorglose Stunde mehr gehabt. Mathildens Verlust und Verschwinden kam hinzu, und in ihm wuchs die Sehnsucht und das Streben, sich frei zu machen, auf eigenen Füßen zu stehen. Das war in seiner Lage nicht so leicht. Die Bleigewichte seiner rückständigen Schulden hingen an ihm, der Zuschuß des Onkels war reichlich und standesgemäß berechnet, aber er erlaubte ihm keine Extravaganzen, und in seinem teuren Regimente ließen sich schwer Einschränkungen machen. Da lag ihm der Gedanke durch eine Heirat mit Hertha, welche eigenes Vermögen besaß, sich zu befreien, nahe, und er hatte während dieser Jahre oft einen Anlauf genommen, sich bei ihr das Terrain zu erobern. Sie war ja ein seltsames, ungewöhnliches Mädchen, es war ganz unberechenbar, wofür sie sich schließlich entschied. Er war eitel genug, trotz des wunderlichen Tones in ihrem Verkehren, seine Chancen nicht für ganz ungünstig zu halten. Aber er kam sich selbst bei seinem Courmachen unwürdig vor, er liebte das Mädchen gar nicht, sie ließ ihn kalt, wenn sie ihn auch nicht gerade abstieß. Es wurden freilich in seinen Kreisen eine Menge solcher Ehen geschloffen, und man sollte sich ja bet so kühler, ruhiger Stellung zu einander ganz mitsammen einleben, im Grunde aber graute ihm davor. Er hatte doch noch immer ein leidenschaftlich empfindendes, heißes Herz, das Befriedigung suchte. Und nun trat sie, die einzig Geliebte, wieder in seinen Gesichtskreis, ihrer niedern Sphäre entrückt, im Strahlenkranz des Ruhmes, des Reichtums und der unbestrittenen Schönheit. Sein Herz krampfte sich zusammen — wieder eine ungleiche Partie. Es war ein keckes Stück jetzt von seiner Sette, um sie zu werben. Warum war sie hierher gekommen, wo sie wußte, daß sie ihm begegnen würde? Waren es Gedanken der Rache, die sie trieben? Wollte sie ihn höhnen und ihm zeigen: das hast du verloren. Oder war es ihr Herz, das noch für ihn schlug? Während er so in seine Grübeleien verloren dahinschritt, wenig teil an dem nehmend, was da vor und neben ihm gesprochen wurde, fuhr er plötzlich zusammen. Eine Stimme klang an sein Ohr, welche er kannte. „Ah! ah! Hier finde ich die Herrschaften,' guten Morgen, Komtesse, guten Morgen, Fräulein Villany." Sein Bruder Hans, Mr. White, stand da, den beuligen Filzhut lüftend, und schüttelte jetzt dem Director die Hand. Stürmte denn alles auf ihn ein — also Hans noch im Lande und hier auf diesem Boden — dem armen Albert tropften Schweißperlen auf der Stirn. Mr. White wurde als alter Bekannter begrüßt, der Direktor hielt es jetzt für nötig, ihn dem jungen Herrn Baron Albert von Trott, Adjutant im Generalstab, vorzustellen. Die Brüder verneigten sich förmlich vor einander, Albert stieg das Blut zu Kopf, es war eine alberne Komödie. Wie in einem wirren Traum flocht sich alles durcheinander. Hertha kannte den Bruder, stand vertraut mit ihm, wie es schien, und hatte doch seiner nie zu ihm erwähnt. Wurde da ein gemeinsames Komplott geschmiedet gegen ihn? Die wunderlichsten und abenteuerlichsten Gedanken flogen Albert durch den Sinn. Während Mr. White mit den Damen vorausging, dem Ausgang des Fabrikgebäudes zu, der in dem Gewirre von Sälen, Gängen und Treppen gar nicht leicht zu finden war, gab der Direktor Albert einige Erklärungen. Dieser Amerikaner sei ein ungemein intelligenter und praktisch erfahrener Mensch, der sich weit in der Welt umgethan habe. Er käme öfter, nähme mit einem Zimmer unten in der Schenke vorlieb, streife dann tagelang auf der Besitzung umher, habe für alles Interesse und Einsicht, und stehe mittlerweile auf freundschaftlichem Fuß mit dem ganzen Beamtenpersonal. Es kämen häufiger Fremde, um diese Einrichtungen, die ja auch sehenswert seien, zu studieren, aber ein so eingehendes und dauerndes Interesse habe kein anderer, als dieser Mr. White. Die Amerikaner seien eine schnurrige Sorte von Leuten. „Hat denn mein Onkel den Fremden nie gesehen?'' fragte Albert. „Nie," entgegnete der Direktor. „Wie Sie wissen, kommen ja der gnädige Herr Baron selten in eigener Person in die Außenwerke, wir müssen alle zum Berichterstatten ins Schloß. Ich habe auch dem gnädigen Herrn nie von dem Fremden gesprochen, es gab nicht die Gelegenheit, und der gnädige Herr lieben kurzen, knappen Vortrag, zur Mitteilung von nebensächlichen Dingen kommt man nicht." Der Direktor lächelte, der Neffe kannte des Onkels Gepflogenheiten ja auch hinlänglich. Hertha, Mathilde und HanS gingen in lebhaftem Gespräch vor ihnen her, Herthas helles Lachen bewies, daß die Unterhaltung heiterer Natur war. Toller Spuk — Albert war zu Mut wie einem, der erdrosselt werden soll. „Na — nun steht die Welt nicht mehr lange," rief der Direktor plötzlich uud hemmte einen Moment seinen Schritt, „der gnädige Herr Baron in höchst eigener Person. Ich glaube, er war seit einem Jahr nicht in der Fabrik." Albert schaute in die Richtung, und wirklich, die hagere Gestalt des Alten, auf seinen Stock gestützt, kam die Dorfstraße entlang, ihnen gerade entgegen. Hans — Mr. White — stutzte, Albert, der jetzt dicht hinter ihm stand, sah es, wie er zusammenzuckte. Aber das ging bald vorüber. Jetzt stand er breit und massig, mit einem seltsam flammenden Blick in seinen Augen da und schaute dem nur noch wenige Schritte Entfernten gerade in das Gesicht, den Hut höflich lüftend. .Der Direktor beeilte sich, vorzutreten. Er begrüßte den Schloßherrn mit großer Ehrerbietung: „Gnädiger Herr I welch eine Ueberraschung! Hätte ich es gewußt, ich würde das Personal versammelt haben —" Baron Jobst winkte abwehrend mit der Hand, dann traf sein Blick den Fremden, Mr. White. Einen Moment blieb sein Fuß wie angewurzelt, und seine Züge bedeckten sich mit einer fahlen Bläffe. Die Männer verharrten regungslos Äug' in Auge eine Viertelstunde. Dann stellte der Direktor den Amerikaner vor, mit einigen erklärenden Worten, wie er sie vorhin Albert schon gegeben hatte. „Die Kenntnisse des Herrn in Bezug auf amerikanische Mafchinenindustrie haben mir manchen wichtigen Fingerzeig gegeben," setzte er hinzu. (Fortsetzung folgt.) Gemeinnütziges, Gefrorene Fensterscheiben von Eis zu befreie«. Gefrorene Fensterscheiben lassen sich schnell von Eis befreien, wenn man ungefähr eine Handvoll fein gestoßenes Kochsalz in einem halben Liter warmes Waffers löst und mit dieser Flüssigkeit die gefrorenen Scheiben mittelst eines großen Borstenpinsels bestreicht. DaS Eis verschwindet sogleich. Bei sehr starkem Froste ist es nötig, die Fenster danach gehörig abzutrocknen. Um beim Kehren der Teppiche de« Stand ahzn- halte« und die Farben aufzufrischen, ist das beste Mittel, kurzes Wiesengras, solange der Thau noch daran ist, darauf zu streuen. Ausgelaugte, feuchte Blätter von grünem Tbee sind bei dunklen Teppichen ebenfalls gut, bei Hellen aber nicht anwendbar, weil sie dieselben fleckig machen. Fettflecke ans Seidenzeuge« u«d dü««e« Stoffe« beseitigt man mittelst Benzinfleckwasser,- aus Tuch und dicken Stoffen mit Reintgungssalz. Fettflecke in Papier bestreicht man messerrückendtck mit einem Brei aus Magnesia und Benzinfleckwasser. Ist die Masse trocken, stäubt man die Stelle ab. Das Verfahren muß eventuell wiederholt werden. Futzdodenlack bereitet man sich selbst sehr einfach und mit geringen Kosten, wie folgt: In einem Liter Brennspiritus (es kann denaturierter genommen werden, was auch wieder eine Ersparnis bedeutet) thut man ein halbes Pfund ganz Hellen Schellack, den man an einem warmen Orte, etwa in der Nähe des Küchenofens, 48 Stunden lang stehen läßt, in welcher Zeit er sich vollständig auflöst. Damit ist er zur Verwendung fertig und es kann nun ein schadhaft gewordener Fußboden aufs schönste mittels seiner aufgebessert oder vollständig erneuert werden. Der Lack wird entweder mittels eines nicht haarenden Pinsels ganz gleichmäßig den Dielen aufgestrichen oder mit Hilfe eines nicht fasernden Leinenlappens ihnen etngerieben. Die erstere Art ist aber besonders für Laienhände, die leichtere und des Gelingens sichere. Auch hat sie den Vorzug der größeren Sauberkeit. Das Auffrischen kann öfters wiederholt werden. Jede Hausfrau wird, wenn sie diesem Winke Folge leistet, nachher Freude empfinden, erstens über ersparte Kosten, dann über ersparten Aerger, mit oft recht unzuverlässigen Handwerkern und Summa Summarum über die Früchte eigener hausfraulicher Kraft und Rührigkeit. KesmrdHeitspffege. Mittel gege« Zahnschmerz. Auch der stärkste Zahnschmerz soll bei Anwendung folgenden Mittels augenblicklich verschwinden: Man gieße sich etwas Rum in die flache Hand, nachdem man zuvor ein wenig geschabte Kreide hineingethan.' Von dieser Lösung ziehe man — noch ehe zu viel Kohlensäure aus der geschabten Kreide entweichen kann — möglichst viel in die Nase. Ist letztere gefüllt, fo halte man die Nase eine viertel bis eine halbe Minute lang zu, damit das Eingesaugte nicht sofort wieder herauslaufen kann. Fast in demselben Augenblicke, in dem man die Flüssigkeit einsaugt, verschwinden die Zahnschmerzen, gleichviel, welcher Art dieselben sind. Es ist natürlich kein Mittel, das den Zahnschmerz für die cauer beseitigt, ein solches gießt es ja bekanntlich nicht, es hat aber vor allen anderen den Vorzug, daß cs sehr billig ist und dabei ausnahmslos ganz sicher wirkt. Bei jedem Gebrauch der ZSH«e ist darauf zu achten, daß rechts und links möglichst gleichmäßig gekaut wird, und daß auch die Schneidezähne recht oft und tüchtig angewendet werden. Messer zum Zerschneiden der Brot- cheiben re. sind möglichst zu vermeiden. Leibschmerze«. Wie leicht kann man sich bei den etzigen ungünstigen Wetterverhältnissen — hauptsächlich gilt 56 dies von unseren kleinen Lieblingen — Leibschmerzen mit den damit verbundenen Folgen zuziehen. Folgendes Mittel ist sehr wirksam dagegen: Man trinke eine Taffe Kümmel- thee, reibe den Leib mit warmem Rum ein und bedecke ihn mit einer Flanellbinde. Ein einfaches Hausmittel, nm weiße Hände zu erhalten, ist folgendes: Man wasche die Hände in ziemlich warmem Wasser, daß sich die Poren öffnen und die Haut geschmeidig wird. Dann seife man sie tüchtig ein und tröpfle etwa einen Theelöffel Glycerin in die Hand und wasche sie mit diesem Seifenschaum. Darauf trockne man sie, ohne die Seife abzuspülen, ab. Die Hände werden, wenn sie aufgesprungen sind, schon nach einmaligem Gebrauch heilen, und wenn man sie täglich mehrere Male beim jedesmaligen eWaschen so behandelt, wird man bald eine schöne, zarte Haut rhalten. Aetd und Karten. _ Eine Kulturpflanze, die in früheren Jahrhunderten von großer Bedeutung war, jetzt aber verschwunden ist aus unseren Kulturen, ist die Kichererbse oder Zifer. Es ist keine eigentliche Erbse, sondern eine zu den Wickenarten gehörige Hülsenfrucht. Schon Karl der Große führt diese Kichererbse unter der Zahl der Gartenpflanzen auf, welche auf seinen Landgütern zum Anbau befohlen wurden, und die heilige Hildegard, eine der größten Gartenmeisterinnen aller Zeiten, bezeichnet sie als leichte, angenehme Speise. — Neuerdings hat Freiherr von Schilling erfolgreiche Versuche gemacht, diese vergessene Gartenpflanze wieder anzubauen und bringt darüber eine ausführliche Beschreibung mit Bildern in der letzten Nummer des „praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau" in Frankfurt a. O. Den Bemühungen des Herrn von Schilling ist es auch gelungen, einen größeren Posten Samen zu erhalten, der an Leser genannten Blattes in allen Teilen Deutschlands verteilt werden soll, um zu versuchen, das Gemüse wieder einzusühren. Eine praktische Vermehrungsart der Remouta«tuelke« ist folgende: Man nimmt einen Topf von 10 Zentimeter Weite und einen solchen von 7 Zentimeter Weite, dessen Abzugsloch mit Kitt wasserdicht verschlossen wird. Ist der Kitt trocken, so erhält der größere Topf eine Scherbenunterlage, auf die so viel Erde gefüllt wird, daß der so hineingestellte kleinere mit dem größeren in einer Höhe steht. Den Zwischenraum zwischen beiden Töpfen füllen wir mit Erde, in welche die Stecklinge gesteckt werden. Ist dies geschehen, so wird der leere innere Topf mit Wasser gefüllt, das man ab und zu nachgießt. Von diesem Wasser tritt durch den porösen Topf so viel in die Erde ein, als die Stecklinge brauchen/ sie werden sogar nicht gegossen und bewurzeln sich nach 4 bis 6 Wochen sicher — Beste Vermehrungszeit für Stecklinge: Januar und Februar. Aür die Küche. Um das Anbrennen der Milch zu verhüte«, darf dieselbe, wie der „Praktische Wegweiser", Würzburg, schreibt, niemals in einem Gefäß, welches vollständig trocken war, aufs Feuer gesetzt werden, sondern man muß in den Topf, den man gewöhnlich zum Kochen der Milch verwendet, stets Wasser gießen, das man selbstredend v >r dem Eingießen der Milch ausleert. Es genügt auch, das Gefäß vor dem Abkochen der Milch einfach mit Wasser auszuspülen. Serviettenklotz von Gries. Man läßt 1 Liter Milch ndt 90 Gramm Butter, 100 Gramm Zucker, einem Stück Zimmt und etwas Citronenschale zum Kochen kommen, rührt 250 Gramm Gries hinein und kocht denselben zu einem steifen Brei, der sich vom Gesäß ablöst. Dann schüttet man ihn zum Erkalten in eine Schüssel, mischt acht Eidotter, etwas Salz und den Schnee der Eiwnße darunter, bindet die Masse Redaktion; G. Burkhardt. — in eine ausgewaschene, mit Butter bestrichene Serviette, kocht sie eine Stunde in einem Topf mit siedendem, schwach gesalzenem Wasser, stürzt den Serviettenkloß auf eine Schüssel und gie6t ihn mit Obst-Sauce oder gedämpftem Obst auf; auch Wein-Sauce paßt dazu. Resterpudving. Man wiegt 500 Gramm kaltes Suppen- oder Bratenfleisch fein, vermischt es mit 100 Gramm rohem gehackten Fleisch, vier Eidottern, 100 Gramm geriebener Semmel, zwei gewiegten Scharlotten, 60 Gramm geschmolzener Butter und zwei Theelöffel aufgelöstem Fleischextrakt. Man würzt die Masse mit gehackter Petersilie, Muskatnuß und Salz, zieht den Eiweißschnee durch die Masse und bäckt den Pudding in ausgeftrichener Form eine Stunde. Man stürzt ihn und giebt eine Pilzsauce dazu. Reiskuche«. Man verrührt 6 Eier mit 125 Gramm Butter, 75 Gramm gestoßenem Zucker und 125 Gramm in ein Liter Milch dick gekochtem Reismehl, giebt den Schaum von 6 Eiweiß darein, auch Citronenschale» und Citronat, oder Zimmt und Rosenwaffer, füllt diese Maffe wohlgerührt auf den Butterteig und gießt 40 Gramm geschmolzene Butter darüber. Vermischtes. Die Vevtsche Sprache. Der französische Gesandte am Berliner Hofe in den fünfziger Jahren äußerte sich einmal einem berühmten deutschen Schriftsteller gegenüber, daß die deutsche Sprache doch mit der französischen in gar keinem Vergleiche stände. „Die Deutschen", so fuhr der Franzose fort, „sind nicht imstande, in ihrer Sprache das genau auszudrücken, was sie sagen wollen. Die Sprache ist plump und unbehilflich. Es ist ein solcher Wust von Worten, die durchaus überflüssig sind, die vielfach nur dasselbe sagen, sodaß man sich aus diesem Labyrimh nicht zurechtfinden kann. Ihrer Sprache fehlen eben die feinen Nuancen, wie sie die unsrige hat." — „Oh," entgegnete ihm der Deutsche, „ich kenne doch meine Muttersprache ganz gut, das ist mir aber noch nicht aufgefallen, daß bei uns zwer Wärter ganz dieselbe Bedeutung haben." — „Ach, da könnte ich Ihnen doch einige Beispiele nennen." — So, da bin ich begierig." — „Na, also zum Beispiel: Nennen und heißen." — „Daß ich nicht wüßte," erwiderte der Schriftsteller, „ich kann meinem Diener wohl heißen, etwas zu thun, aber nicht nennen." — //Hm, ja allerdings, da haben Sie recht, aber dann: Speisen und essen." — „Oh, nein, Sie können z. B. hundert Arme speisen, aber nicht essen I" — „Da haben Sie auch wieder recht, aber nun: Senden und schicken?" — „Erst recht nicht, mein Herr. Sie sind wohl ein Ge- andrer, aber kein Geschickter!" — Dem Gesandten soll von da an die deutsche Sprache noch unsympathischer gewesen sein. In Erwartung. Lehrer: „Hansl, warum hast denn heute mitten in der Woche Dein Feiertagsgewand an?" — Hansl: „Der Vater hat g'sagt: Heut nachmittag brennts daheim." * * • Ein Trost. „Ach, Herr Doktor, — ich glaub', mir wirds erst wohl, wenn ich tot bin." — „Nur Mut, nur Mut, mein Lieber! — ich werde mein Möglichstes thun!" Er (teilnehmend): „Du h*ast Dich ja schrecklich erkältet." — Sie: „Ja, ich bin so heiser, daß ich gar nicht schreien könnte, wenn Du jetzt versuchen solltest, mich zu küffen." * * * Im Louvre. Zwei Soldaten schauen einem Maler ii», der ein berühmtes Gemälde kopiert: „Du, warum macht denn der ein neues Bild?" — „Ja, weißt, das wird aufgehängt, wenn das alte schmutzig geworden ist." (Jugend.) Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.