WK i b-ila lill HK - unerstag den 16. Növemder M -uuisenr. ahrc Freunde nennt man solche, Die vom Bösen fern uns halten, Aber mit bedächt'gem Sinne Für des Freundes Vorteil walten, Das Geheimnis treu verbergen, Nur das Gute laut verkünden; Wenn cs Zeit ist gerne helfen Und im Unglück nicht verschwinden. Nachdruck verboten. Der Gylfenhof. Sine Erzählung von P. D i t f u r t h. (Schluß.) Max kam und brachte frisches Leben mit, so daß ein gar heiteres Kleeblatt am Tage vor dem heiligen Abend im großen Wohnzimmer versammelt war, um den Weihnachtsbaum zu schmücken. Frida meinte, so schön sei es noch nie gewesen und ließ sich sogar herbei, über Maxens Witze zu lachen, was sie sonst grundsätzlich vermied. Auch Onkel Gottfried fand sich bald dazu und half den dreien. Max schaute etwas bedenklich den Onkel an und wechselte einen erstaunten Blick mit seiner Schwester. Es kam nicht oft vor, daß er bei solchen Dingen Hilfe leistete. „Ich finde überhaupt Onkel Gottfried verändert," bemerkte Max halblaut, er stand mit Frida hinter der Tanne, „er kommt mir viel heiterer und zugänglicher vor." „Das ist auch richtig, ich habe mich schon oft darüber gewundert," bestätigte Frida. Der in der Nähe beschäftigten Renata entging kein Wort dieses Zwiegespräches, und sie blickte verstohlen zu dem besprochenen Onkel hinüber, der eifrig an der Weihnachtskrippe baute. Jetzt warf er ungeduldig ein Schäfchen auf den Tisch, es wollte durchaus nicht stehen. „Renata, wir wollen den Baum schmücken," sagte Frida, „hilf Du Onkel Gottfried, er ist in großer Not." „Weshalb willst Du es nicht thun, Frida?" erwiderte Renata, „es sieht ja aus, als sei der Herr Professor allein auf meine Hilfe angewiesen." „Du bist viel geduldiger, Renata, ich würde mit dem Onkel um die Wette die unschuldigen Schäfchen malträtieren." Nicht wahr, Sie werden ganz gut ohne mich fertig, Herr Professor?" wandte sich Renata an diesen. „Das bezweifle ich," entgegnete er aufblickend und warf das dunkle Haar aus der Stirn. Renata wurde von dem Tone, in dem er sprach, sehr betroffen, sie drehte sich jäh um und hängte ein Marzipanherz in die Luft. Da lag es zerbrochen an der Erde. „Das arme Herz," seufzte Max, während seine Schwester es verzehrte. „Mach's nur nicht mit allen Herzen so, Renata," neckte sie lachend und Renata stimmte verlegen mit ein. Um weiteren Neckereien zu entgehen, bat sie schließlich doch dem Professor ihre Hilfe an, und ihre geschickten Hände brachten in zehn Minuten mehr fertig, als er in einer halben Stunde. Nun fehlte wieder etwas, und Max und Frida mußten es suchen, so saßen sich die beiden allein gegenüber und sprachen kein Wort. Renata fügte dem Mohrenkönig ein Klötzchen an, aber es wurde immer schief, und die anderen waren ihr doch so gut gelungen. Ihr Gefährte that gar nichts, sondern strich seinen Bart und betrachtete aufmerksam die Hände und das Gesicht seiner lieblichen Helferin- ob das mit Schuld daran trug, daß der Weise aus dem Morgenlande immer umfiel? „Warum sind Sie denn so still, Renata?" fragte er nach einer Weile, „Sie waren doch vorhin viel heiterer?" „O, das bin auch noch," antwortete sie und preßte da- Klötzchen an den Weisen, „ich freue mich ja so sehr auf das Fest." „Wirklich?" fragte er. „Gewiß," sagte sie mit warmer Lebhaftigkeit, „wohl gibt's auch wehmütige Gedanken, daß Walterchen nicht dabei ist, aber welches Weihnachten feierte ich voriges Jahr! Da hätte ich nicht gedacht, heute so dankbar sein zu dürfen." Er blickte träumerisch in den grünen Tannenbaum und schwieg. „Wie mag es wohl nächstes Jahr sein?" meinte sie nachdenklich nach einer Pause. „Ich hoffe, noch schöner," erwiderte er, sich aufrichtend, mit leuchtenden Augen in die ihren sehend. Sie senkte schnell, wie erschrocken, die Lider und da lag der arme Mohrenkönig wieder auf der Seite. Es war gut, daß Max und Frida jetzt eintraten, in ihrer Gesellschaft lernten endlich sämtliche Weisen und Hirten stehen. — Die Weihnachtslieder waren verklungen, und die Lichter brannten schon tiefer. Charlotte Falkner saß im Nebenzimmer auf dem Sofa, recht ermüdet nach den arbeits- und unruhvollen Tagen, die die wohlthätige Frau hinter sich hatte. Max und Frida vertieften sich in ihre Geschenke und Renata stand am offenen Fenster und lauschte dem feierlichen Einläuten der heiligen Nacht. Ihr Blick ruhte auf dem Bilde ihrer Mutter, das sie in der Hand hielt. Es war neu hergestellt und mit einem kostbaren Rahmen geziert. So harte Gottfried es ihr als seine Weihnachtsgabe unter den Tannenbaum gelegt. Er trat über die Schwelle, und als sie aufblickte, stand er vor ihr. „Machte ich Ihnen wirklich eine große Freude?" fragte er leise. 658 — „Und was hat damals der Strauß angerichtet," sprach Renata sinnend, „aber nun möchte ich ihn wieder haben." Zu Pfingsten zog Renata als Hausfrau in den Gylfen- hof ein. Charlotte sagte scherzend, sie setze sich nun zur Ruhe, und Frida höbe ja auch bald die Flügel. Der glückliche Professor setzte Schneewittchen auf die Hand und hielt es seiner Renata hin: „Sieh da, das neue Wahrzeichen des Gylfenhofes."*) * Für diejenigen Leser, welche an der Erzählung „Der Gylfen- hof" von P. Ditfurth Gefallen gefunden haben, sei bemerkt, daß dieselbe imBerlage der A. Deichert'schen Verlagsbuchhandlung Nachfolger (Georg Böhme) Leipzig in Buchform erschienen und zu Mk. 2,40, gebunden zu Mk. 3,20 in jeder Buchhandlung zu haben ist. D. R. Sie nickte und streckte ihm stumm die Hand hin, die er fest in der seinen behielt. Er sah, wie es in ihren Augen von aussteigenden Thränen funkelte: „Was soll und kann ich Ihnen nun geben?" sagte siefastflüsternd vor Bewegung. „Wissen Sie das nicht?" fragte er zurück und preßte ihre Hand. Sie senkte schweigend den Kopf, ihr Herz klopfte bange und ahnungsvoll. „Wie viel Sie mir geben können?" fuhr er mit tiefem Ernste fort, „mein Herz ist später erwacht, als andere, es hat wohl warten müssen auf seine Renata, aber nun will es sein Recht, sein Glück. Wie einsam ich war, ich hab's nicht gewußt, bis ich Sie so lieb gewonnen, und das ist wohl länger, als Sie ahnen." Er legte seine Linke aus ihren dunkeln Scheitel und bog ihren Kopf mit sanfter Gewalt zurück: „Renata, sagen Sie mir, ob Sie mich lieb haben können, Ihren besten Freund, den Sie je gehabt?" Er sah in ihr blasses Gesicht/ aus ihren Augen traf ihn hilflos flehender Blick. „Armes Kind, habe ich Dich erschreckt, hast Du denn gar nichts gemerkt, all die Wochen her?" Sie schwieg noch immer und ließ das Haupt sinken, seine Augen hingen an ihr. Wie durch einen Thränenschleier sah sie ihrer Mutter Bild und es schien zu winken und zu lächeln: „Lege Dich getrost an dieses Herz, Du bist in guter Hut." Da lehnte sie den Kopf an Gottfrieds Schulter und sein Arm umschloß die schlanke Gestalt. Sie hob die Augen zu ihm in frommer Liebe, ja, sie wußte es auf einmal, daß sie ihn liebe, o, so sehr." Er zog sie fest an sein Herz und küßte sie: „Meine, meine Renata." * * * Als der Frühling wieder ins Land zog, begrüßte ihn die blonde Frida als Viktors Braut, und Gottfried sprach zu seiner Renata viel von Hochzeit. Mama Falkner hatte alle Hände voll zu thun, und Max meinte, so langweilige Ferien habe er noch nie erlebt, in jeder Stube sitze ein Brautpaar, das vollauf mit sich selber beschäftigt sei. Renate wußte nun, wie Gottfried alles mit ihr getragen, ihre aufblühende Neigung zu Viktor, das Ende dieses ersten Jugendtraumes bei dem Gespräch in der Gewitternacht. Der schlimme Zahn. Von Alphonse Crozisre. ------- (Nachdruck verboten.) Herr Goulot litt an einem schlimmen Zahn derartig, daß er nicht mehr sprechen konnte/ er antwortete auf die Fragen der Seinen nur noch durch ein unverständliches Knurren und geriet über das Knarren der Thür, das Rollen der Omnibusse und das Ticken der Uhr in die höchste Wut. Deshalb faßte er den klugen Entschluß, sich zu seinem Zahnarzt zu begeben. Knurrend ruft er einen Kutscher, und zwar stößt er auf einen dicken, ruhigen Rosfelenker. „Kutscher, schnell, schnell, Rue des Petit-Champs No. 75, aber im Galopp! „Schön, mein Herr!" Der Wagen setzt sich mit schrecklicher Langsamkeit in Bewegung, so daß Herr Goulot sich nach fünf Minuten in drohender Haltung an der Thür zeigt. „Wollen Sie wohl schneller fahren, Sie Schlafmütze?" brüllt er und ballt die Fäuste. „Selber Schlafmütze, Sie frecher Patron!" ruft der andere wütend / „wer hat mir denn den Kerl auf den Hals D gehetzt?" e Herr Goulot hört nichts weiter/ er springt aus dem f Wagen, während der Kutscher sein Pferd anhäL I1 „Sie sollen gleich sehen, wie ich mit Ihnen verfahre, e Sie Grobian!" ruft Herr Goulot/ kommen Sie nur 'runter, 3 daß ich Ihnen Anstand beibringe!" d Der dicke Kutscher, der vor Zorn schon ein ganz rotes ft Gesicht hat, läßt sich wie eine Kugel von seinem Bock gleiten 6 und versetzt dem armen Herrn Goulot einen Faustschlag, der e eine Telegraphenstange hätte „entwurzeln" können / der Aermste 3 fliegt in den nächsten Rinnstein. 's Doch — merkwürdig! während der Kutscher erwartet, ft einen brüllenden Stier sich erheben zu sehen, nimmt das ft Gesicht seines Fahrgastes einen Ausdruck der Freude an. Herr Goulot richtet sich auf, spuckt seinen schlimmen 3 Zahn aus, reicht seinem Gegner zur Versöhnung die Hand fi und sagt: u „Ich danke Ihnen, mein Lieber, daß Sie mich von dem ft verdammten Zahn so prompt und billig befreit haben'" fi --------- s „Ich habe Dich wohl in dem allen verstanden, Kind," sagte er, „Du lerntest in Viktor die Jugend so frisch und fröhlich lieben, und nun," fuhr er lächelnd fort, „mußt Du doch den „Alten" nehmen. Sie erwiderte sein Lächeln so glücklich und sah in sein edles, liebes Gesicht. „Ja, ich paffe auch so gut zur Tante." „Und weißt Du auch meinen ersten und letzten Jugendstreich an einem gewissen Geburtstage im vorigen Jahre?" „O, Gottfried, das warst Du?" „Ja, ich fand Deinen Geburtstag in einem Deiner Bücher verzeichnet und da kam ich auf den Einfall, Du solltest wissen, daß jemand Deiner gedenke." Wie soll man Obst essen? Es wird oft vorgeschlagen, das Obst ungeschält zu essen, da dicht unter der Schale das beste vom Obst sitze und die Schale auch, wenn gut gekaut, den Stuhlgang fördere. Wenn man dies auch anerkennt, obgleich mancher Magen die Schale nicht verträgt, so esse man die Frucht doch nie unabgewaschen oder unabgerieben, denn sie ist vom Fruchtansatz bis zur Reife soviel äußerlichen Einflüssen, Wind, Wetter, Regen, Straßen- und Kohlenstaub, Insekten re. ausgesetzt, daß sie, direkt vom Baum genommen, it E Z w v< b, E vi m fli h- ja T f — 659 — durchaus nicht appetitlich und gesundheitsschädlich wirken kann. Sodann spielt die Temperatur eine Rolle. Dauerobst sol durchaus nicht sofort aus dem kalten Aufbewahrungsort kommend, genossen werden. Es muß erst einige Stunden angewärmt werden. Kaltes Obst erzeugt, namentlich bei älteren Leuten, sofort Magenbeschwerden, wie ja auch schon zu kaltes Trinken beim Essen die Verdauung stört. Sodann wende man nie ein Metallmesser zum Zerschneiden und Schälen an. Man nehme Horn- oder Holzmesser. Man betrachte nur die schwarze Färbung der eisernen Messer und den herabfließenden Saft nach dem Schneiden des Obstes und man wird, abgesehen von der Beeinflussung des Geschmacks, schon die Benutzung eines solchen Messers verwerfen müssen. Es ist ein schwieriges Ding, das Obst während des Winters so aufzubewahren, daß es sein gutes Aussehen und seinen guten Geschmack behält — wer es versucht hat, weiß meist ein Klagelied anzustimmen. In der neuesten Nummer des „praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau" ist ein Obst-Aufbewahrungsgestell abgebildet und beschrieben, das viele Vorzüge hat. Es nimmt wenig Raum ein und läßt sich für den Sommer zusammenlegen. Es läßt überall frische Luft zu, ist übersichtlich, und lassen sich die Früchte leicht herausholen. Man kann auf dem Gestell 3 Zentner Früchte aufbewahren — wenn man die Früchte übereinander legt, das doppelte Gewicht. Die betreffende Nummer des Ratgebers, in der das Gestell abgebildet ist, wird gern umsonst zugeschickt von dem Geschäftsamt in Frankfurt a. Oder. Kesundyeitspflege. Erhalle Vein Augenlicht! Heutzutage, wo die Kurzsichtigkeit und andere Augenleiden immer mehr überhand nehmen, kann man nicht oft genug vor einigen üblen Gewohnheiten warnen, die schon manches Auge ruiniert haben. Jedermann sollte folgende gegebenen Regeln befolgen: I. Strenge deine Augen nie an bei ungenügendem oder Dämmerlicht, oder wenn sie heiß sind und schmerzen. 2. Das Licht falle immer über deine linke Schulter auf das Buch oder den Gegenstand, welchen du betrachtest. 3. Trage keine enge Kleidung um den Hals. Das Zimmer, in dem du beschäftigt bist, soll nicht heiß, die Füße aber sollen warm sein. 4. Halte die Augen nicht zu nahe an den betreffenden Gegenstand. 5. Lies niemals in liegender Stellung oder im Wagen während einer Fahrt,- schlimme Augenkrankheiten sind die Folge. 6. Verdirb deine Augen nicht dadurch, daß du sie sonderbar und unnatürlich rollst und verdrehst. 7. Wenn du die Augen sehr anstrengen mußt, so gönne ihner^ zuweilen eine kleine Ruhepause und stärke sie mitunter durch kalte Augenbäder. 8. Wenn du als Schutz vor grellem Lichte, Schneeflimmern usw. eine farbige Schutzbrille trägst, so trage sie nicht länger, als es die Umstände bedingen,- ihr beständiger Gebrauch schwächt das Auge. Pflanze« als Verbesserer Ver Zimmerluft. Die Bedeutung der Pflanzen, insbesondere der Zimmerpflanzen, für den Gesundheitszustand der Menschen wird allgemein unterschätzt. Der Mensch bedarf zur Erhaltung seiner Gesundheit bedeutende Mengen Sauerstoff, scheidet dagegen Kohlensäure aus. Durch den Umsatz des Sauerstoffes der Zimmerluft in Kohlensäure wird die Last verschlechtert, sie wird mit Kohlensäure geschwängert, während der so nötige Sauerstoff verbraucht wird,- es entsteht so die „stickige" Zimmerluft. Das ist besonders in der kalten Jahreszeit, wo wenig gelüftet wird, der Fall. Um die Zimmerluft zu verbessern, leisten uns die Pflanzen gute Dienste. Die Pflanze braucht zu ihrem Aufbau Kohlensäure, sie scheidet dagegen Sauerstoff aus — also, durch die Zimmerpflanzen wird die von dem Menschen absorbierte Kohlensäure der Zimmerluft ausgenommen und durch Sauerstoff ersetzt und so ein Ausgleich geschaffen. Weshalb atmen wir gern Waldluft? Weshalb erscheint uns dieselbe gerade bei Laubwäldern im Frühjahr, bei Nadelwäldern im Sommer besonders angenehm? Die Antwort hierauf ist: weil die Waldluft besonders mit Sauerstoff geschwängert ist. Am größten ist der Sauerstoffgehalt aber während der Zeit des regsten Stoffwechsels der Pflanzen, während der Zeit des Triebes. Die Blätter sind der Magen und die Atmungsorgane der Pflanzen, durch sie werden die von den Wurzeln aufgenommenen Nährstoffe chemisch verarbeitet und der Ueberschuß ausgeschieden,- durch die Blätter wird die Kohlensäure eingeatmet und der Sauerstoff abgesondert. Um die Zimmerluft möglichst rein und gesund zu erhalten, ist es daher wichtig, einige, womöglich besonders großblätterige Topfpflanzen zu halten. Man sieht, nicht nur angenehmes bieten dieselben, sondern auch hohe hygienische Vorteile. Sie schützen den Menschen vor mancherlei Erkrankungen der Atmungsorgane. Außerdem fühlt man sich in reiner Luft doch entschieden freier und wohler als in verdorbener. (Prakt. Wegweiser.) Gesunde Knoche« — Gesu«ve Kinver. — Die Wahrheit dieses Satzes wird so recht einleuchtend, wenn man eine Abhandlung liest, welche die Zeitschrift ,Baby' (Red. Katharina John, Verlag Carl Messer & Cie, Berlin W. 35) in Heft 18 bringt. Nicht nur die Wand der Röhrenknochen, die ihnen ihre Form und Festigkeit giebt, ist zu beachten, nicht nur die Gelenkenden sind gesund zu erhalten, an denen sich das Wachstum des Knochens vollzieht- es ist auch — und in erster Linie — die Markhöhle, die gesund sein muß, da sie die Bildungsstätte der für das Gedeihen und selbst für das Leben des Kindes so ungemein wichtigen roten Blutkörperchen ist. Welche Bedeutung ein normales Knochenmark hat, wie die Mutter es durch einfache hygienisch-diätetische Mittel gesund erhalten kann, lehrt jener Artikel in leichtfaßlicher, anschaulicher Weise. Wlumenpflege. Hyazinthe«zwiebel«. Vielfach ist der Blumenliebhaber der Meinung, daß große Hyazinthenzwiebeln auch große Blumen, und umgekehrt, kleine Zwiebeln kleine Blumen geben. Dies trifft nicht zu- die Größe der Zwiebeln hängt mit dem Charakter der Sorte zusammen und hat mit der Blüte nichts zu thun. Gym«otrix. Die verschiedenen Arten dieses Ziergrases sind herrliche Dekorationspflanzen für kleinere Rasenplätze. Die Pflanze macht dicke, fast fingerstarke Halme und die zahlreichen metallisch-dunkelgrünen Blätter hängen nach allen Seiten hinüber. Unter günstigen Umständen wird dieses Gras drei Meter hoch, bildet zugleich einen massigen Busch und ist so von großem Effekt. Junge Pflanzen werden aber unter gewöhnlichen Verhältnissen nur halb so hoch und massig und sind darum so recht für kleinere Gärten geeignet. Am meisten wird G. latifolia in den Gärten gezogen. Die Pflanzen werden im Herbst aus der Erde genommen, in Töpfe oder Körbe gepflanzt und in einem Glashause oder Keller überwintert. Anemone«, deren Knollen trocken aufbewahrt werden, lassen sich gut treiben. Die Knollen werden einen Tag vor dem Einpflanzen iu Wasser gelegt und vier Stück in zwölf Zentimeter weite und fünf Zentimeter tiefe Töpfe gepflanzt. Sie müssen im Doppelfenster im Januar, oder am Fenster bei 5 bis 8 Grad Wärme aufgestellt werden. Anfangs sind fie mäßig, bei der Blütezeit im März reichlich zu begießen. Harte Fuchste«. In Gartenzeitschriften ist schon öfter mitgeteilt worden, daß ins Freie gepflanzte Fuchsien bei guter Bedeckung durch den Winter gekommen sind und alsdann -räfkig ausgetrieben und reichlich geblüht haben. Nicht allen Lesern dürfte bekannt sein, daß es auch einige Fuchstenarten giebt, die so hart sind, daß sie unter günstigen Verhältnissen, ogar ohne Schutz überwintert haben. Als solche sind be- kannt F. gracilis, F. Thomsonii. F. virgata. Gesicherter ist aber das Ueberwintern, wenn die Pflanzen im Herbst bis auf die Erde abgeschnitten und dann 20 bis 30 Zentimeter hoch mit Eichen- oder Buchenlaub bedeckt werden. Die Laubdecke ist aber nicht eher ganz wegzunehmen, als bis im Früh- - 6ß0 - jahr keine stärkeren Fröste mehr zu befürchten find. Die bis auf die Erde abgefchnitienen Fuchsien entwickeln im Frühjahr neue Triebe. Mit dem Eindecken der Stofe# soll man im allgemeinen, also falls der Winter nicht abnorm früh eintritt, nicht zu zeitig beginnen. Eine Kälte von 4 bis 6 Grad Reaumur schadet den Rosen nicht im geringsten, ist sogar den Pflanzen dienlich, weil dieselben dadurch erst recht in den Zustand der Ruhe gebracht werden auch das Holz eine gewisse Reife erlangt, folglich besser überwintert. Hochstämmige Rosen biegt man entweder nieder, befestigt sie mit hölzernen Haken und (was sehr zu empfehlen ist) bedeckt sie mit Erde, oder man packt die Rosen in Tannenreisig und dergleichen ein. Sobald im Frühjahr kein Frost mehr zu erwarten ist, wird die Tctfe entfernt und bei den niedergehakten Rosenbüschen werden die Zweige regelmäßig verteilt. Während bei den in ihrer natürlichen Stellung verbleibenden Zweigen nur die oberen Augen zur Entwickelung gelangen, treiben bei den niedergehakten alle Augen gleich kräftig aus, erzeugen eine Menge von Blumen, welche sich durch besondere Vollkommenheit auszeichnen und einen herrlichen Anblick gewähren. Da die L afrbewegung der niedergehakten Triebe verlangsamt wird, so werden im Frühjahr einige kräftige Triebe zum Vorschein kommen, welche aber zu schnell gewachsen sind, um schon im Sommer einen Flor entwickeln zu können, dagegen blühen sie im Herbst um so reichlicher, voraussetzt, daß es Herbstblüher sind. Wenn dann im Herbst genügend einjährige Triebe vorhanden sind, so werden die älteren niedergehakten, welche weniger blühbar sind, durch Wegschneiden beseitigt. Farnkräuter gelten gewöhnlich als schlechte Zimmerpflanzen, trotzdem sind sie aber bei richtiger Behandlung recht dankbare Pfleglinge, die auf keinem Blumentisch fehlen sollten. Durch die Eleganz ihrer Erscheinung lassen sich die Farnkräuter im Zimmer trefflich zu allen Dekorationen mit lebenden Pflanzen verwenden, und als Schattenpflanzen kommen sie auch noch in Wohnräumen fort, in denen Blütenpflanzen und anspruchsvollere Blattgewächse nicht mehr gedeihen wollen. DaS Farnkraut fordert wenig oder gar keine Sonne, aber gleichmäßige Feuchtigkeit des Erdreichs und auch eine etwas feuchte Luft. Was die sonst richtig gepflegten Farnkräuter im Zimmer so oft zum Absterben bringt, das ist die trockene Beschaffenheit der Stubenluft. Durch öfteres Besprengen der Farne mit warmem Wasser und in geheiztem Zimmer kann man die ungünstigen Einflüsse der Stubenluft zwar nicht aufheben, aber doch wesentlich mildern. Nahrungsbedürftige Gewächse find die Farne nicht, sie lieben eine sehr leichte Heide- oder Torferbe, die grobbrockig sein soll und mit Sand vermischt wird. Jährliches einmaliges Verpflanzen genügt vollkommen. Iür die Küche. Enten Mit Kastanie#. Zehn Personen. Bereitungszeit 2x/j Stunden. Zuthatcn: zwei gemästete Enten, 1 Kilo große Kastanien, 200 Gramm Butter, Zucker und Salz nach Geschmack, i/a Liter Brühe aus Liebig's Fleisch-Extrakt, ein Bündchen Petersilie, gewiegt zwei Schalotten. Die Enten werben sauber gerupft, ausgenommen, gesengt und gewaschen, innen gut ausgetrocknet, mit Salz eingerieben und mit den, wie nachstehend angegeben, zubereiteten Kastanien gefüllt. Mit 150 Gramm gebräunter Butter in die Pfanne gethan, fügt man allmählich einige Löffel der Brühe aus Liebig's Fletsch-Extrakt bei, läßt sie weich braten, doch muß die Haut knusprig sein, was man dadurch erreicht, daß man die Enten zuletzt mit einem Löffel kalten Wassers begießt, sie dann aber nicht mehr mit der Sauce überfüllt. Die auf der spitzen Seite kreuzweise eingekerbten Kastanien werden mit kochendem Wasser aus's Feuer gesetzt, gekocht und von beiden Häuten befreit, die sich leicht lösen müssen. Mit Bouillon aus Liebig's Fleisch- Extrakt, ein wenig Zucker und Salz, 50 Gramm Butter ganz weich gedünstet, fügt man die fein g wiegten Entenlebern, Schalotten und Petersilie hinzu, verrührt alles gut und füllt die Masse in die Enten, die hierauf zugenäht werden. Ciiterarlfdye#. Die deutschen Achtundvierziger in Amerika. Ein halber Jahrhundert ist seit jenen Tagen dahingerauscht, in denen Tausende freigesinnter Deutscher ihr Heimatland verließen und in der jungen Republick überm Meere, in der „Neuen Welt", die mit der Zeit ihre zweite Heimat werden sollte, eine Zuflucht fanden. General Franz Sigel, der von seinen Landsleuten in Amerika hochgeehrte Veteran, gedenkt dieser Einwanderung der Deutschen in den nordamerikanischen Freistaat in einem längeren höchst lesenswerten Aufsatz in der tcnlaube". Er berichtet von dem wohlthätigen Einfluß der deutschen Einwanderer im Lande, der sich sehr bald auf allen Gebieten geltend machte, erzählt von dem ruhmreichen Anteil derselben an dem Bürgerkriege der sechziger Jahre und legt überzeugend dar, von welcher Bedeutung das Deutschamerikauertum für den mächtigen Aufschwung der Vereinigten Staaten gewesen ist. Daran schließt sich aus Anlaß der jüngst erfolgten Einweihung der neuen Hofer-Kapelle in Passeier der Artikel „Aus Andreas Hofers Heimatsthal" von Karl Wolf mit Bildern des Sandhofs, der Geburtsstätte Hofers, sowie der neuen Hoser- Kapelle. Dr. H. I. Klein läßt sich in einer interessanten Abhandlung über den angeblich im November bevorstehenden Weltuntergang aus, und ein anderer Beitrag macht uns an der Hand instruktiver Abbildungen mit einigen „Fortschritten und Erfindungen der Neuzeit" bekannt. Eine willkommene Nachricht für seine vielen Freunde wird es sein, daß wieder eine Erzählung Hans Arnolds zu erscheinen begonnen hat, welche sich „Galeerensklaven" betitelt. Daneben übt nach wie vor der große Roman I. E, Heers aus dem Engadin „Der König der Bernina" feinen bestrickenden Zauber aus. Aerzte als Kochkunst-Beflissene. Großer Wert wird gegenwärtig beim Studium der medizinischen Wissenschaft nebenbei darauf gelegt, daß die künftigen Aerzte auch das Kochen gründlich erlernen; ist doch die rationelle Zubereitung der Speisen als wichtiger Faktor bei der Verhütung und Heilung von Krankheiten erkannt worden. Da ist es nun interessant, daß durch diese praktischen Experimente sich genau dasselbe Erfahrungs-Ergebnis herausgestellt hat, was unzählige Hausfrauen längst kennen und anwenden: „Das echte Liebig's Fleisch-Extrakt, „allen Aerzten bekannt und wertvoll" (Geheimer Medizinalrat Professor Dr. E. v. Leyden's großes Sammelwerk „Handbuch der Ernährungs- Therapie", Bd. 1, Abt. 2, S. 529) ist in der Küche unentbehrlich als kräftigender Zusatz einer Menge von Suppen und Fleischspeisen, die hierdurch erst Schmackhaftigkeit und Bekömmlichkeit erlangen. In keinem Hausstande sollte eS fehlen. „Die Entwickelung der Beleuchtungsarten" ist der Titel einer neuen Serie sog. Liebig - Bilder, Empsehlungskärtchen der Liebig's Fleisch Extrakt - Kompagnie, die die römischen Leuchtfeuer des Altertums und die Kienfackeln des Mittelalters, die Oellaternen neuerer Zeit und endlich die Errungenschaften der Gegenwart: Petroleum, Gas, elektrisches Licht nebst fontaines lumineuses in geeigneter Umgebung darstellen. Alle diese Strahlen verschiedenster Art fallen auch auf die in den Ecken rechts angebrachten Töpfchen mit den Fabrikaten der Liebig-Kompagnie, Fleisch-Extrakt und Fleisch-Pepton, vielleicht sinnbildlich andeutend, daß diese sich (wie allbekannt) seit ihrer Einführung wirklich „glänzend" bewährt haben. Mag die Hausfrau auf Petroleum, auf Gas oder durch den elektrischen Strom eine Taffe Bouillon von echtem Liebig bereiten, der Geschmack ist gleich vorzüglich! Bilderrätsel. (Nachbildung verboten.) (Auflösung in nächster Nummer.) Auflösung des Citatenrätsels in voriger Nummer: Kühn war das Wort, weil es die Thal nicht war. Redaktion-. E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverfitätS-Buch- und Steindruckerci (Pietsch Erben) in Gießen.