m iKJijW ADM an kann Unwissende bequem gewinnen, Bei Klugen ist noch leichter solch' Beginnen; Doch wen ein Wissensbröcklein macht zum Thoren, Bei dem sind Brahmas Gründe auch verloren. Indisch. Nachdruck verboten. Der Gylfenhof. Sine Erzählung von P. D i t f n r t h. (Fortsetzung.) V. Am anderen Morgen erhielt Renata ein zierlich gefaltete- Briefchen, worin Frida Falkner bat, sie doch zu einem Spaziergang abzuholen. Der Nachmittag war mild und hell, wie selten einer in dieser Jahreszeit, und zum ersten Mal wieder fühlte die Trauernde etwas Lebensmut, als sie durch die belebten Straßen ging. Sie hatte nicht gedacht, daß die Sonne noch so hell scheinen könne und es so viel fröhliche Gesichter gebe, als ihr heute begegneten. Die alte Marianne empfing sie im „Gylfenhof," wie das Haus im Volksmund hieß, und wies sie auf ihre Frage nach dem Fräulein in einen sich seitwärts abzweigenden Korridor. Fräulein Frida erwarte sie in ihrem Zimmer, Frau Falkner sei nicht daheim. Das junge Mädchen wurde aber, als sie nach der bezeichneten Thür suchte, wieder irre und stand unschlüssig in dem langen, nur am Ende von einem Fenster erhellten Gange, bis sie in dem zunächst liegenden Zimmer sprechen hörte und schnell entschloflen anklopfte. Eine Männerstimme rief „Herein!" und etwas zaghaft öffnete Renata, die das nicht erwartet hatte, die Thür. Sie sah in ein altmodisch mit dunklen Möbeln ausgestattetes Gemach, das zugleich infolge des nur durch dunkel verhangene Fenster einfallenden spärlichen Lichtes einen düsteren Eindruck machte. Vor einem hohen, schwerfälligen Schreibtisch saß in einem geräumigen Lehnstuhl ein alter Mann mit schneeweißem Haar, der sich jetzt umwandte und das verblüfft auf der Schwelle verharrende junge Mädchen mit großen dunklen Augen starr ansah. „Was wollen Sie, wer sind Sie?" fragte er barsch mit tiefer Stimme. Renata blickte mit einem unheimlichen Gefühl den Alten an und stotterte: „Verzeihen Sie, — ich — wollte nicht stören, ich verfehlte wohl den Eingang." „Laßt mich in Ruhe," murrte der alte Herr, „wo ist Charlotte? — Gehen Sie, sag ich," fuhr er mit verstärkter Stimme fort, und sein gebieterisch erhobener Arm scheuchte die erschrockene Renata hinaus. Ratlos blickte sie sich um und wollte schon die alte Dienerin wieder aufsuchen, als sich eine schräg gegenüberliegende Thür öffnete und Frida heraustrat. Sie begrüßte freundlich die noch ganz Verstörte, setzte jedoch nach einem Blick in das erblaßte Gesicht Renata- Hinzu: „Wie sehen Sie denn aus, Fräulein Wendelin?" „Ich bin etwas erschrocken, ich geriet an diese Thür, und da —" /,Und da hat Sie mein Großvater erschreckt, nicht wahr?" siel Frida ein- „Allerdings," sagte Renata, „ich mag ihn wohl gestört haben, es thut mir leid." „Ach was, das schadet nichts," erwiderte Frida, „davon weiß er jetzt nichts mehr, kommen Sie nur einstweilen iw mein Zimmer, bis ich mich bereit gemacht habe." Renata rief unwillkürlich beim Eintritt in das elegante, sonnig Helle Stübchen: „Ach wie wunderhübsch!" und trat an das einzige, aber große Bogenfenster, das die Aussicht nach dem Garten gewährte. „O ja," meinte Frida, „es ist recht hübsch, aber es ist doch langweilig, in den Garten zu sehen. Ich wollte so gern ein Zimmer nach vorn heraus haben, aber Mama litt e- nicht. Bitte setzen Sie sich doch, Fräulein Wendelin," unterbrach sie sich, „ich bin gleich fertig. Mama ist auf Krankenbesuche aus, damit plagt sie sich so viel, ich begreife gar nicht, warum sie das thut." So sprach der hübsche Mädchenmund immerfort, während die kleinen Hände vor dem Spiegel die Toilette vervollständigten. „Ueber meinen Großvater werden Sie sich sehr gewundert haben," fuhr sie abspringend fort, „er hat sich etwas in den Kopf gesetzt und ist darum so wunderlich, eß ist furchtbar schwer mit ihm auszukommen, und ich bin immer ganz unglücklich, wenn er in das Wohnzimmer kommt. In seinen Räumen ist er ja auch am besten aufgehoben." „Doch nun bitte, kommen Sie, liebes Fräulein; ach, entschuldigen Sie, nur noch meine Handschuhe." 578 Die Kleine trat noch einmal an ihre Kommode und kehrte in sämtlichen Kästen das Unterste zu ob er ft, bis sie die Gesuchten fand. Dann noch ein Blick in den Spiegel, und die beiden Mädchen konnten endlich gehen. Renata mußte innerlich lächeln, mit welcher Wichtigkeit diese Toilette besorgt worden war,- aber hübsch sah die kleine Blondine auch aus, das gestand sie mit neidloser Bewunderung ein. Sie gingen über den grasigen, alten Marktplatz und bogen dann zu Renatens Unbehagen in eine vielbesuchte, und namentlich an dem herrlichen Nachmittag sehr belebte Promenade ein. Frida sah und grüßte viele Bekannte, blieb auch wohl stehen und sprach mit ihnen, und das war für die fremde Gefährtin nicht immer angenehm,- sie wäre viel lieber ihren einsamen Weg auf dem Berge gegangen, aber sie wagte nicht, ihren Wunsch geltend zu machen, da Frida sie ja eingeladen, mit ihr zu gehen. Endlich wandten sie sich wieder heimwärts, und Renata sah dem Ende dieses wenig befriedigenden Ausganges nicht ungern entgegen. Als sie sich vor dem Falknerschen Hause verabschieden wollte, litt es jedoch Frida nicht. „Nein, Sie kommen mit hinauf, Mama wird jetzt daheim sein und sich freuen, Sie zu begrüßen." Um dieser Aussicht willen folgte Renata der Aufforderung. Als Frau Falkner, welche sie aufs herzlichste bewillkommnete und ihr gleich Hut und Mantel abnahm, sie freundlich länger zu bleiben bat, wandte sie die eintreteude Dunkelheit ein. „Frau Nolte wird warten," sagte sie ans Fenster tretend, „lange kann ich nicht verweilen." „Für einen sicheren Heimweg lassen Sie mich sorgen," beschwichtigte Frau Falkner, „und Frau Prediger weiß ja, wo Sie sind, also bleiben Sie ruhig noch hier, ich bin so glücklich, Sie einmal festhalten zu können." Renata war abermals überwunden und ließ sich in das Nebenzimmer, das eigentliche Wohngemach führen, wo man sich gemütlich aufs Sofa niederließ. Bald war ein anregendes, erwärmendes Gespräch im Gange- der Wunsch eines einsamen heimatlosen Mädchens, hier daheim sein zu dürfen, war nur zu natürlich. Man dachte nicht daran, Licht bringen zu lassen, obgleich man sich immer mehr in die Dunkelheit hineinplauderte. Es war so heimlich, den flackernden, zuckenden Feuerschein der Ofenglut auf den Dielen zu beobachten, der wie im Gefühl seiner Heimatsberechtigung fiegesgewiß mit dem von drüben hereinfallenden Laternenlicht sein neckisches Spiel trieb. „Mama," begann jetzt Frida, die bis dahin gähnend und stillschweigend im Sesiel gelehnt hatte, „wollen wir denn heute gar kein Licht anzünden? Es ist ja stockfinster." „Ja, Kind, hole Licht. Da kommt auch Max, wie es scheint." 4 Schnelle Schritte näherten sich, und die Thür wurde mit einiger Hast aufgestoßen. „Mein Himmel, sitzt Ihr denn hier, Mama?" rief eine jugendliche Männerstimme ins Zimmer. 3 /,Gewiß, mein Junge," antwortete die Hausfrau, „es wird gleich Licht kommen." Frida, die sich bereits erhoben, blieb vor der Schwelle stehen, als sich noch ein anderer Schritt hören ließ. „Viktor, ich bitte Dich, warte," sagte Max, „bis es Licht wird." „Ach, Herr Burghofs, verzeihen Sie," tief lachend Frau Falkner, „wir empfangen Sie sehr finster!" „Und mir wurde es darum bisher schwer, Worte zum Gruß zu finden," war die schlagfertige Antwort. „O — Viktor!" rief Max lachend und hielt sich die Ohren zu. Inzwischen beeilte sich Frida, die ersehnte Lampe zu bringen, aber fürs erste war die ganze Gesellschaft geblendet. Die Hausfrau stellte nun die jungen Leute einander vor, ohne der verblüfften Gesichter der beiden Studenten gewahr zu werden. Renata begegnete diesem Ausdruck, von dem sie nur flüchtig Notiz nahm, mit ruhigem Ernste, sie ahnte nicht im entferntesten, daß diese jungen Männer ihren Weg schon ge- kreuzt hatten. Nach einigem Nachfinnen erst kam ihr eine dunkle Erinnerung, Burghoffs Gesicht bereits gesehen zu haben. Max lachte der jungen Dame durchaus nicht ins Gesicht, er sah im Gegenteil ziemlich bestürzt drein und fuhr sich verlegen mit den Fingern durch sein blondes Haar, während sein Freund ihn belustigt von der Seite beobachtete. Frau Falkners Gewandtheit gelang es mühelos, ein lebhaftes Gespräch in Fluß zu bringen, und man gruppierte sich dabei zwanglos um den Sofatisch. Frida schien jetzt das Gähnen vollständig vergeffen zu haben, wie umgewandelt war sie ausnehmend angeregt und heiter. Nur Renata verhielt sich meist schweigend, sie fühlte sich in ihrer Fremdheit unbehaglich unter den fröhlichen, jungen Leuten- wie schön war es doch vorhin gewesen! Der junge Falkner sagte ihr trotz seines einnehmenden Aeußern nicht besonders zu. Er hatte den Anflug von Verlegenheit vollständig überwunden und war sehr übermütig, vielleicht gerade deshalb, weis, wie er wohl bemerkte, Viktor auf sein Benehmen achtete. Auf Renaten machte letzterer einen weit günstigeren Eindruck. Er richtete auch zuweilen in gewandter Weise einige Worte an sie, aber da sie etwas befangen und einsilbig antwortete, kam kein rechtes Gespräch zwischen ihnen zustande, zumal auch Frida die Unterhaltung öfter kreuzte. Nach kurzer Zeit erhob sich Renata, um den Heimweg anzutreten. Die beiden Herren sprangen sofort auf, ihre Begleitung anzubieten, die aber dankend abgelehnt wurde. „Müssen Sie wirklich so eilen?" fragte Frau Falkner, als Renata der ihrer noch harrenden Arbeiten erwähnte, während Frida rief: „Sie haben aber auch immer so erschrecklich viel zu thun, das ist recht langweilig." Ihr Abschied war kurz und kühl, während die freundliche Wirtin ihren jungen Gast hinausgeleitete. „Das ist also das vielbesprochene Fräulein Wendelin?" fragte Max hastig seine Schwester, als die drei jungen Leute allein waren. Diese bejahte kurz und hätte gern ein anderes Thema angeschlagen, aber Viktor interessierte sich auch für das traurige Ereignis, das sich an den Namen knüpfte, und fragte nach diesem und jenem. „Das Fräulein scheint ganz allein zu stehen," bemerkte er zum Schluß, „sie thut mit herzlich leid." „Seb ja," gab Frida zu, „aber sie ist auch etwas sonderbar, ich weiß nicht recht viel mit ihr anzufangen. Eigentlich paßt sie beffer zu Mama, die ja auch beinahe für sie schwärmt." „Warum sträubte sich denn die junge Dame durchaus gegen unsere Begleitung?" fragte Viktor die wieder eintretende Mutter. „Das war wohl eine Art Schüchternheit, wenn es auch eher abweisend klang. Sie fühlt sich hier noch so fremd, und mit jungen Leuten hat sie wohl wenig verkehrt. . Ich hoffe, bei ihrer Jugend gewinnen wir sie bald dem frischen Leben wieder- es ist ein ganz eigentümlicher, für mich sehr anziehender Charakter." Frida wurde immer schweigsamer und verstimmter, sie begriff das Interesse gar nicht, mit welchem Viktor den Mitteilungen ihrer Mutter folgte. (Fortsetzung folgt.) — K79 — Nachdruck verboten. Schuldig. Srzählung von F. Arnefelbt. (Fortsetzung.) Der Kommerzienrat schauderte. „Willst Du mich zu Deinem Mitschuldigen machen? Habe ich jemals durch ein Wort, durch einen Blick Dir Anlaß gegeben —" „Nein, nein !" versicherte sie, „hier in Gegenwart Deines Sohnes spreche ich Dich frei von jeder Schuld. Ach, glaube mir doch nur, daß ich es nur that, weil ich Dich so grenzenlos liebte — weil ich Dich der anderen nicht gönnte — nicht — -veil Dein Reichtum mich lockte." Sie hatte in Absätzen, mit schwächer werdender Stimme gesprochen. Ihr Gesicht ward purpurrot, und diese Röte ging allmählich in eine fahle Bläffe über- die Pupille erweiterte sich. Ihr Aussehen war entsetzlich. „Gebt mir zu trinken!" stöhnte sie. Hans Helldorf rührte sich nicht, aber sein Vater trat zu einem Settentisch, füllte aus einer dort stehenden Karaffe mit Wasser ein daneben befindliches Glas und hielt es der Unglücklichen an den Mund. Sie versuchte zu trinken, aber es war ihr unmöglich etwas hinunter zu bringen. Dagegen haschte sie nach des Gatten Hand und hielt sie fest. „Konstantin — wenn Du wüßtest — was — ich gelitten habe!" stammelte sie, mühsam die Worte hervorstoßend. „Keine — ruhige Stunde hatte ich an Deiner Seite — zwischen mir und Dir stand ihr Gespenst! — Immer fürchtete ich, es würde mir geschehen — wie ich ihr gethan! Konstantin — Hans — sagt — sagt — daß — Ihr — mir verzeiht!" Es waren die letzten vernehmbaren Worte, welche die unselige Frau hervorzubringen vermochte. Krämpfe durchschüttelten ihren Körper, mit gräßlichem Stöhnen wand sie sich am Boden. Ratlos, entsetzt sahen Vater und Sohn diesem furchtbaren Schauspiele zu. Es war wie eine Befreiung, als der inzwischen durch den Diener herbeigerufene Arzt nun endlich erschien. Er vermochte der dem Tode Verfallenen keine Rettung mehr zu bringen, ihr nicht einmal mehr Linderung zu verschaffen. Schweigend, schaudernd konnte er nur dem furchtbaren Todeskampfe zuschauen und dem Kommerzienrat die Beruhigung geben, wenn es eine solche war, daß kein Mittel, und wäre es auch im ersten Augenblicke angewandt, die tätlichen Folgen des Giftes hätte aufheben können. Ein Fläschchen, in welchem sich noch ein kleiner Rest befand, stand auf dem Schreibtisch; es enthielt Atropin. Die Kommerzienrätin mußte seinen Inhalt in dem Augenblicke geleert haben, als die Thür ihres Zimmers den Werkzeugen des Schlossers gewichen war. „Abscheuliche Nachlässigkeit, die solche Gifte als Schönheitsmittel in die Hände der Frauen gelangen läßt," murmelte der schon bejahrte Mediziner, sah aber sogleich ein, daß hier nicht der Ort war, eine derartige Bemerkung allgemeiner Art zu machen,- eine furchtbar Frmilien-Tragödie spielte in diesem Zimmer und bildete einen schreienden Gegensatz zu der luxuriösen Einrichtung derselben. Die Sterbende lag jetzt ganz still. Die Sehkraft der Augen war bereits erloschen, aber das Ohr schien noch zu hören und angestrengt zu lauschen, die zuckende Hand tastete umher, und jetzt formten die aschbleichen, gesprungenen Lippen noch einmal ein Wort: „Konstantin!" Ihr Gatte vernahm es mehr mit dem Herzen als mit dem Ohr, und ein tiefes Erbarmen ergriff ihn. Sich nieder» beugend flüsterte er: „Ich verzeihe Dir, stirb in Frieden!" Da war es, als ob die schmerzverzerrten Züge sich glätteten, als ob ein Lächeln darüber hinweghusche. Die Glieder streckten sich, leiser, immer leiser wurden die Atemzüge, endlich ward eS ganz still. „Es ist vorbei!" sagte der Arzt, „laffen Sie uns die Tote auf das Ruhebett tragen." Der Kommerzienrat war sofort dazu erbötig; Hanl Helldorf stand unbeweglich. Es war ihm unmöglich, die Mörderin seiner Mutter zu berühren. „Ich komme später wieder, um den Totenschein zu schreiben, eine Anzeige bei Gericht wird kaum erforderlich sein," sagte der Arzt mitleidig und diskret und entfernte sich- (Fortsetzung folgt.) Kaffee. Neben den eigentlichen Nahrungsmitteln, welche bett Ersatz für das während des Stoffwechsels verbrauchte Körpermaterial bilden, genießt der Mensch auch gewisse Reizmittel, wie Kaffee, Thee, Tabak, geistige Getränke und Gewürze. Unter diesen Reizmitteln spielt der Kaffee eine hervorragende Nolle und zwar besonders bei dem weiblichen Geschlecht, für das er so ziemlich dieselbe Bedeutung hat, wie die geistigen Getränke für die Männer. Mit Maß genossen, ist der Kaffee, obwohl er ein Gift ist, einem gesunden Menschen nicht schädlich, vorausgesetzt, daß die Ausscheidungsthätigkeit nicht durch eine träge Lebensweise geschwächt ist. In diesem Falle aber oder bei kranken Menschen, die schon mit der Ausscheidung der Krankheitsstoffe zu thun haben, oder wenn im Uebermaß genossen, wie es im allgemeinen geschieht, ist der Kaffee von nachteiliger Wirkung nicht nur für den einzelnen, sondern für ganze Generationen. Die Folgen übermäßigen Kaffeegenusses äußern sich in den verschiedensten Erscheinungen, beispielsweise in hochgradiger Nervosität und in der Hysterie der Frauen, die allerdings auch durch andere Ursachen hervorgerufen sein kann, bei deren Zustandekommen jedoch der Kaffee unbedingt eine große Rolle spielt. Auch zahlreiche Fälle von Kopfschmerzen sind einfach die Folgen des übermäßigen Kaffeegenusses. Letzterer bewirkt auch sehr ost Schlaflosigkeit oder unruhigen Schlaf, ferner Verdauungsstörungen, Erbrechen, chronischen Magenkatarrh, Herzklopfen, Gedankenschwäche, Muskelzittern (besonders der Zunge, der Arme und Beine, ja selbst des Gesichts), Muskelkrämpfe (besonders der Schenkel- und Wadeumuskeln), Abnahme der Gefühlsempfindung, hochgradige Schwäche und allgemeine Abspannung. Es kann sogar zu wirklichem Delirium tremens, ähnlich wie bei der Alkoholvergiftung, kommen. Besonders schädlich ist der Kaffee für Kinder, die durch denselben in ihrer Entwickelung gehemmt werden können. Durch den Kaffee wird bei Kindern übrigens auch leicht die Neigung zu anderen Reizmitteln, besonders zu geistigen Getränken, wachgerufen. Genr-innLtzrge». Handarveit. Eine hübsche Bettdecke fertigt man aus Kongreßstreifen und Häkelspitze mit Einsatz. Dieselbe muß der Bettgröße entsprechend lang und breit sein. Man häkelt Einsätze ungefähr 10 Centim. breit in der Länge des Bettes, soviel* wie für die Breite nötig sind. Man berechnet natürlich zuerst, wieviel Raum die Kongreßstreifen beanspruchen, diese müssen doppelt so breit sein, wie die Häkeleinsätze. Die Kongreßstreifen erhalten einen Hohlsaum oder einen Durchbruchsaum, und werden mit Garn, passend zu der Zimmereinrichtung, in Kreuzstich bestickt. Sind Häkeleinsätze sowie Kongreßstreifen fertig, verbindet man dieselben durch Naht und umgibt das Ganze mit einer breiten, passenden Häkelspitze. Die fertige Decke füttert man mit Satin oder Atlas. Obstflecke in Leinwand können dadurch beseitigt werden, daß man den Fleck auf jeder Seite mit gelber Seife reibt, dann ein Stück Perlasche in das Tuch bindet und es gut in kochendes Wasser taucht. Nachher setzt man - 680 - den besteckten Teil der Sonne du£, bis der Fleck verschwunden ist, und wiederholt das Verfahren, wenn es nötig fein sollte. KesundHettspflege. Die Blätter der Klette (Lappa officinalis) haben eine ganz besondere Heilkraft. Eine aus denselben bereitete Salbe kann mit größtem Erfolge bei faulenden und entzündeten Geschwüren angewendet werden. Diese Salbe wird hergestellt, indem man entweder die gedörrten und zu feinem Pulver geriebenen Blätter kurze Zeit mit Schweinefett kochen läßt oder den Saft der Blätter auspreßt und ihn mit Schweinefett gut vermengt. Großartige Erfolge wurden mit dem Kraut der Klette bei Krebs und Lupus erzielt, indem mit einem Absud desselben die kranken Stellen gewaschen wurden. Den sichersten Erfolg kann man haben, wenn man gleichzeitig durch Wasserbehandlung, dem Körper ermöglicht, die kranken Stoffe durch die Haut auszuscheiden. Auch hat sich die Klette bei vergifteten Geschwülsten und beginnenden Lungengeschwüren als sehr heilkräftig erwiesen. Gegen den Bandwurm. Man esse jeden Morgen, etwa 30 Tage hindurch, 4 bis 5 Kürbiskerne; dieses sehr einfache Mittel soll sich schon in vielen Fällen als sehr wirksam erwiesen haben. (Prakt. Wegw., Würzburg.) In keiner Familie, besonders wo Kinder sind, sollte reiner Bienenhonig fehlen. Bei Halskrankheiten, wie Bräune, Diphtheritis, Katarrh, Heiserkeit re., leistet derselbe unschätzbare Dienste. Ein Liter Milch mit */? Pfund Honig gekocht, oder auch Lindenblüten- oder Hollunder- blütenthee stark damit versüßt, wird stets besten Erfolg haben. Die Hauptsache ist, daß bei diesen Krankheiten der Honig nicht roh genossen wird, da er gekocht oder in kochend heißem Aufguß aufgelöst, viel milder ist. Geistig angestrengten Personen ist zu empfehlen, abends vor dem Schlafengehen einen Löffel voll g>onig zu nehmen. Auch Frauen, die ihrer Entbindung entgegengehen, wird morgens beim Aufstehen und abends vor dem Schlafengehen ein Löffel Honig sehr gut bekommen. Isür die Küche. Sensbirner». Eine angenehme, pikante Zuspeise bilden die Senfbirnen. Man stellt dieselben in folgender Weise her: 5 Liter reife, noch nicht völlig weiche, ungeschälte Birnen läßt man, gut mit Wasser bedeckt, solange kochen, bis man sie leicht mit einer Gabel durchstechen kann, und bringt sie dann zum Abtropfen und Abkühlen auf einen Durchschlag. Völlig erkaltet, packt man sie mit reichlichem Gewürz: etwa 16 Lorbeerblättern, 10 Gramm schwarzem Pfeffer, 10 Gramm Nelkenpfeffer, 20 Gramm Nelken, einigen Schoten Cayennepfeffer, einer halben Stange in feine Scheiben geschnittenen Meerrettich recht dicht in einen Steintopf. Dann kocht man */* Pfund Zucker mit 1 Liter Wasser klar, thut dazu J/2 Liter guten Weinessig, läßt solches gut aufkochen, fügt 100 Gramm ganzen oder gemahlenen gelben Senf hinzu und gießt das Ganze völlig abgekühlt über die Birnen, die aber jedenfalls gut davon bedeckt sein müssen. Der Topf wird gut zugebunden und im Keller aufbewahrt. Suppe von Kalbsheffe mit Reis. 10 Personen. Bereitungszeit 3 Stunden. Zuthaten: 21/3 Kilo Kalbshesse, 5 Eßlöffel geschnittenes Wurzelwerk, 3 Liter Wasser zur Suppe, 18 Gramm Liebigs Fleisch-Extrakt, Salz nach Geschmack, 150 Gramm Reis, gekocht in 3 Liter Wasser. — Die Kalbshessen werden querdurch in Stücke geschlagen, gewaschen, mit dem Wasser auf's Feuer gesetzt, sobald dies kocht, geschäumt, mit dem Wurzelwerk und Salz versehen, langsam weich gekocht. Das Liebigs Fleisch-Extrakt fügt man nach etwa 2 Stunden bei. Der sauber gewaschene Reis wird in das siedende, gesalzene Waffer gethan, 25 Minuten scharf gekocht, in ein Sieb geschüttet und so lange mit kalten! Wasser überfüllt, bis sich die Körner einzeln lösen. Inzwischen gießt man die fertige Bouillon durch ein feines Sieb, legt die Fleischstücke in die Terrine, hält sie in dieser warm, gibt die Brühe noch einmal in den Topf zurück, schüttet, sobald sie zu sieden beginnt, den Reis hinzu, läßt diesen rasch aufkochen und serviert die Suppe. Literarisches. Im Verlage der I. G. Cotta'schen Buchhandlung Nachfolger in Stuttgart erscheinen: Heinrich Seidels Erzählende Schriften. Ausgabe in 53 Lieferungen zu 40 Pfg. Alle 14 Tage eine Lieferung. Die 53 Lieferungen bilden 7 Bände mit folgendem Inhalt: Band 1: Leberecht Hühnchen. Band 2 und 3: Vorstadtgeschichten. Band 4 und 5: Geschichten und Skizzen aus der Heimat. Band 6: Phantasiestücke. Band 7: Aus meinem Leben. — Heinrich Seidel hat in seinen erzählenden Dichtungen unvergängliche Typen geschaffen, die unserem Volk an's Herz gewachsen sind. Jedermann kennt und schätzt seine liebenswürdigen Sonderlinge, die ihr stilles Glück im kleinen Kreise, in engen Verhältnissen hegen unb bewahren, die mit ihrem innigen GemütS- leben gegen alle Dürftigkeiten und Dunkelheiten des Daseins siegreich Stich halten. Für ihre Schicksale sand er den echten, schlichten Erzählerton, jenes klare, natürliche Deutsch, dem alles Aufgeputzte und Gesuchte fremd ist. Anmut und Heiterkeit sind über die Welt des Dichters gebreitet, der das Leben von der Sonnenseite zu betrachten geneigt ist. An ihm erwärmt sich unser innerstes Fühlen, durch ihn stärkt sich unsere Freude an der Natur, deren feinster Kenner rind Zeichner er ist, bei ihm finden wir sanften Humor, herzliches Lachen, feinen Spott bis zum derben Spaß, der erfreut, aber nie verletzt. So ist Heinrich Seidel immer mehr ein Liebling des deutschen Volkes geworden. Die billige Lieferungsausgabe seiner erzählenden Schriften ist dazu bestimmt, die Anschaffung derselben für's Haus nunmehr den weitesten Kreisen zu ermöglichen. Bisher gelangten zur Ausgabe Lieferung 1 bis 8. — Möchte reicher Absatz des Verlegers Hochherzigkeit lohnen I. C. Schmidts Abreißkalender für 1900 mit täglichen. Ratschlägen für die Gemüse-, Obst-, Blumen- und Pflanzenzucht, Land- und Forstwirtschaft ist erschienen und macht wie immer durch seine gediegene und praktische Ausstattung seinem Herausgeber Ehre. 100 Volkslieder — 100 Freunde, alte, liebe, erprobte, vereint in einem schmucken, hübsch kartonnierten Bändchen, das sich bequem in die Tasche stecken läßt und überall zur Hand ist, wenn man sein bedarf im stillen Heim oder im Kreise sangesfroher Genossen, erschien im Verlag von P. I. Tanger, Köln, zu dem billigen Preise von Mk. 1.—. Die leichte Klavierbegleitung (Melodie auch in der rechten Hand) ermöglicht auch weniger geübten Spielern, das Bändchen zu gebrauchen. Rösselspririrg. (Nachdruck verboten.) aller ent ei ner gen nem den ben groll mit er ho und bei vor näch zwist mor bei sor zwist in das mit wenn schon fien gen le der le baß bu leicht und denke dem auch ben. bist 6 en ist so viel Auflösung folgt in nächster Nummer. Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Wohlthnn trägt reichliche Zinsen. IRrtahtoa: «. Burkhardt. — Druck und Verl», der Brühl'schen UniverfitätS-Buch. und Stewdrnckerei (Pietsch Erben) in Sie-en.