Donnerstag den 1V. August. Mch-«NL'l>enbl AutechaltungsblalljnmlöSi^encr^eigeriEenmlAnzeiW C &9 to D AnlechalluWblM M iGießemrAnseizer Oenemi-All;eM) 2S r MH i A ULM W *)ü>nbt}cH' i. Ci M^W WHj. W nd ^äfi^rtTyTtir !a!»Imm..« w ur die sich im Gefühl verwandt, Begegnen sich im Wählen, •®xS^ EL schlingt sich ein geheimes Band Um gleichgestimmte Seelen. M. Greist (Nachdruck verboten.s Die Sünden der Väter. Roman von Osterloh. (Fortsetzung.) „Wäsche," murmelte sie. „Du mußt auch Wäsche mitnehmen!" Und wieder im Dunkeln holte sie herzu, was sie brauchte. Leonhard stand unthätig, unbeweglich dabei/ nur einmal, als die große Rolle sich nicht in den Riemen, den sie darum befestigen wollte, fügte, rief er: „Schnell, Mutter, schnell!" Ihr zu helfen, daran dachte er nicht. Endlich war es ihr gelungen. „Du solltest Dich umziehen," schlug sie vor. „Nein, nein, — ich habe keine Zeit —" „Aber einen Mantel —" „Ja, einen Mantel." Dann schloß sie ihm die Thür auf. Sie tasteten sich die Treppe hinunter, und auch die Hausthür öffnete sie. Mit flüchtigem Lebewohl eilte er an ihr vorüber. „Leonhard! nicht einen Kuß zum Abschied?" klang es ihm nach mit gebrochener Stimme aus gebrochenem Herzen. Er wandte sich um, ließ seinen Packen zu Boden gleiten, schlang seine Arme um Dorotheas Hals und küßte sie mit inbrünstiger Dankbarkeit. „Mutter, liebe, gute Mutter! ich danke Dir, vergteb mir —"--- Im Wohnzimmer fand Frau Andree Martha so, wie sie sie verlassen hatte, in namenlosem Schmerze vor sich hinstarrend. „Wie konntest Du uns das anthun, Mutter?" fragte sie nach einer Weile tonlos. „Ich?!" „Ja Du. Du lehrtest unS, den Bater lieben und verehren, als sei er ein höheres Wesen, so lange ich denken kann. Du hast uns absichtlich getäuscht." „Ich!" „Bin ich nicht selbst getäuscht worden," wollte sie hinzusügen/ aber sie schwieg. Ihre Tochter hätte sie ja doch nicht verstanden, hätte kein Mitgefühl gehabt für die Kämpfe, die sie allein hatte durchkämpfen müssen. „Wann hast Du das erfahren?" forschte Martha, kurz und streng. Dorothea erhob ihr Haupt mit Würde. „Darüber, mein Kind, bin ich Dir keine Rechenschaft schuldig," erwiderte sie ernst. „ES steht Dir schlecht an, Steine zu werfen auf die, die für Dich sorgten von Kindheit an und die Dir wahrlich nichts als Gutes erwiesen haben. Wenn ich Deinem Vater verziehen habe, so ist ihm verziehen, und kein anderer hat ein Recht, ihn zu schmähen, am wenigsten seine Kinder. Du bist noch jung und unerfahren, vielleicht lernst Du später milder denken." Schon einmal war ihr eine ähnliche Lehre gegeben worden, aber sie mochte nichts davon wissen. „Nein, hoffentlich nicht," sagte sie hart. Plötzlich sich aus dem Gedankengange, in den sie sich verstrickt hatte, herauswindend, fragte sie hastig: „Wo ist Leonhard?" „Fort." „Wohin?" „Ich weiß es nicht," antwortete Dorothea. Und dabei erst kam es ihr zum Bewußtsein, daß sie nicht einmal den Versuch gemacht hatte, zu fragen, wohin Leonhard sich wenden wolle. Er mußte fort. Das war ihr so natürlich, so selbstverständlich erschienen — fort — Und jetzt erst fühlte sie, daß dieses „fort" ihn ihr geraubt hatte für ewig, daß dieses „fort" einen Abschied in sich schloß ohne Wiedersehen. XXV. Zu ungewohnt früher Stunde am nächsten Morgen stellte sich Marthas Bräutigam ein, wie immer in tadelloser Haltung, die schwarze Kravatte sorgfältig geknüpft/ nur um den Mund einen Zug von Mißbehagen und Verlegenheit. Er hatte nach den beiden Andreeschen Damen fragen lassen und wendete sich zunächst an seine Schwiegermutter. „Ich bitte vor allen Dingen um Entschuldigung, daß ich so zeitig störe," begann er, ohne Marthas brennende Augen und Frau Andrees bleiche Wangen zu bemerken. „Allein ich mußte, ohne Zeit zu verlieren, Rücksprache mit Ihnen nehmen, Ihnen miteilen oder Sie vielmehr fragen —" Er stockte. „Gestern abend war Leonhard bei mir," setzte er dann kurz hinzu. Der Aufschrei, mit dem die beiden Frauen diese Nachricht aufnahmen, belehrte ihn, daß sie über alles unterrichtet seien. — 4SÖ — „Er war bei Ihnen! Und wo ist er jetzt? wo?" fragte Frau Andree mit hoffnungsvoller Erwartung. „Das weiß ich nicht. Ich habe keine Ahnung. Ich hoffte im Gegenteil von Ihnen zu erfahren, was aus ihm geworden ist." Ehe er noch eine weitere Frage beantworten konnte, wurden sie unterbrochen. Das Stubenmädchen klopfte an die Thür: es sei einer in Uniform draußen und, wünsche Frau Andree zu sprechen, aber allein. Dorothea fuhr zusammen, und Dievenows Züge erstarrten. „Führe ihn in das Eßzimmer," befahl Dorothea. Dann richtete sie sich mühsam auf und schritt hinaus. Das Brautpaar war allein. Beide vermochten nicht gleich das rechte Wort zu finden. „Das ist ein äußerst peinliches Ereignis," begann endlich Dievenow in konventionellem Ton. „Wirklich, es thut mir leid für Dich — dergleichen Unannehmlichkeiten sind Dir bisher erspart geblieben. Du bist in eine angenehme Familie gekommen — der Sohn ein Mörder — und der Vater — doch das weißt Du vielleicht noch gar nicht?" — Wie ein Strom von Bitterkeit ergoß es sich von ihren Lippen. „Ich wußte das," antwortete er ruhig und kam sich dabei sehr edel vor. „Ich war es meiner Stellung schuldig, gewisse Erkundigungen einzuziehen, ehe ich mich verlobte." Martha trommelte ungeduldig mit den Fingern auf dem Tisch. „Und da hörtest Du alles?" „Einiges. Das Uebrige habe ich erst später erfahren." „Das ist sehr bedauerlich," stieß sie heftig hervor. Plötzlich stutzte sie. „Ja, giebt es denn mehreres?" „Ach bitte," erwiderte er abwehrend - „es genügt, daß ich mir über alles vollständig klar bin." „Nein, das genügt ganz und gar nicht. Ich will klar darüber.sein, wieviel ich Dir zumute, wenn ich Dich mit meiner Hand beglücke." „Wenn wir einmal Mann und Frau sind," sagte er sanft. Nie! wollte sie schreien. Denn es stieg in ihrem Herzen etwas auf wie Haß gegen seine herablaffende Unfehlbarkeit. Da trat Frau Dorothea wieder ins Zimmer. „Sie wollen von mir wtffen, wo Leonhard sei! Ach, wenn ich es nur selbst wüßte, wenn ich es wüßte — Ich hätte es ihnen gewiß nicht gesagt," fügte sie wie zu sich selbst sprechend im Flüstertöne hinzu. Gegen abend kam Dievenow wieder. Er hatte inzwischen Erkundigungen eingezogen und sich mit dem Kommando ins Vernehmen gesetzt. „Die Sache liegt nicht so schlimm, wie es den Anschein hatte," berichtete er. „Von den verschiedenen Zeugen ist ausgesagt worden, daß Leonhard fortgesetzt aufs heftigste von dem jungen Menschen gereizt worden worden sei- fast alle stellen dem letzteren das denkbar schlechteste Zeugnis in Bezug auf Charakter und Kouduite aus, während über Leonhards Verhalten nur eine Stimme des Lobes herrscht. Auch ist der junge Mensch noch am Leben, wenngleich ein tötlicher Ausgang nicht ausgeschlossen erscheint. Der Blutverlust war ziemlich bedeutend, und der Bursche ist ohnehin von schwächlicher Konstitution, elend genährt, mit erblichen Anlagen zur Schwindsucht. — Wie der Fall liegt, ist es außerordentlich bedauerlich, daß Leonhard meinem Rate nicht gefolgt ist und sich sofort selbst gestellt hat- denn nun kommt zu dem andern noch die Anklage wegen Desertion. Auch dafür würde sich die Strafe mildern, wenn Leonhard zu sofortiger Umkehr zu bewegen wäre." Er konnte den Gedanken nicht los werden, daß die Frauen über Leonhards Aufenthalt mehr wüßten, als sie sagen wollten. „Wenn das möglich wäre!" rief Frau Andree. „Wie soll man ihn denn ausfindig machen, wenn er nicht selbst Kunde von sich giebt — oder wenn ihn die Polizei nicht entdeckt." Sie schlug die Hände vors Gesicht. Im Geiste sah sie ihren Leonhard an den Händen geschloffen, von Gendarmen transportiert wie ein gemeiner Verbrecher- und die neugierige, glotzende Menge verfolgte ihn. Da haben sie wieder einen erwischt! hieß es. Und dieser eine war ihr Leonhard, ihr edler, braver, tüchtiger Leonhard, ihr Stolz! Und Martha hatte die gleiche Vision. „Lieber tot als so!" rief sie entsetzt. Aber die Mutter vergrub ihr Gesicht in die Hände. „Alles, nur nicht tot — nur nicht tot!" murmelte sie vor sich hin. Nach einem kurzen Stillschweigen nahm Helmut wieder das Wort. „Es würde vielleicht einen guten Eindruck machen, wenn Ihr euch einmal nach dem Verwundeten erkundigt," schlug er vor. Martha schüttelte sich, als graue ihr. „Was geht uns dieser Mensch an?" „Ich kann nicht," stöhnte Frau Dorothea. „Ich kann es wirklich nicht." ,,Wie Sie wollen." Dievenow bestand nicht weiter darauf. Er verabschiedete sich bald, da er noch unaufschiebbare Geschäfte zu erledigen habe- und Martha war nicht unzufrieden, daß er ging. Er war noch nicht lange fort, so meldete das Mädchen, daß ein Mann draußen sei, der sehr herrisch die Damen zu sprechen verlange. Es war ein großer, starker Mensch mit feuerrotem Gesicht und einer dicken Schnapsnase. Seine Kleidung war leidlich anständig, aber ein penetranter Fuselgeruch strömte von ihm aus, und Gesicht und Auftreten trugen den Stempel grenzenloser Gemeinheit. Er musterte erst mit frechen Blicken das Zimmer, dann die beiden Frauen. Und als er in ihren Zügen nur deutlich den Ausdruck von Scheu und Furcht entdeckte, stellte er sich breitbeinig vor Frau Andree hin und fragte mit rauher Stimme: „Ich bin Schmidt." Da er mit Nennung dieses Namens offenbar nicht den geringsten Eindruck auf sie gemacht hatte, fuhr er ohne weiteres fort: „Schmidt, dem Leo sein Stiefvater — wer der Herr Papa war, das wissen Sie wohl am besten." Bei diesen Worten grinste er sie höhnisch an. Frau Andree wich erschrocken zurück- unwillkürlich mochte ihr Auge wohl nach dem Drücker der elektrischen Klingel geschweift sein, denn der Mann setzte sofort hinzu: „Klingeln Sie lieber nicht, Madame. Wir brauchen keine Zeugen zu unsrer Unterredung." „Was wollen Sie von mir?" brachte jetzt mühsam Frau Andree hervor. „Das können Sie wohl nicht erraten?" fragte er und stierte sie breitmäulig an. „Ihr Sohn, der saubere, feine Herr, hat mir meinen Sohn — das heißt meinen Stiefsohn — erschlagen. Tot ist er nicht, wird wohl aber draufgehen — und nun liegt er da und braucht Pflege und teuren Wein und teure Medizinen und teure Aerzte- und was meine Person betrifft, so habe ich eben erst meine Frau begraben, dem Jungen seine Mutter. War auch lange krank, hat mich ein Heidengeld gekostet, zuletzt noch das Begräbnis. Nun soll ich wieder für den Jungen sorgen, der mich doch eigentlich nichts angeht und den seine Mutter ganz allein aufgezogen hat —* Er machte eine kurze Pause, indem er einen langen Blick auf Frau Andree warf, um sich zu vergewissern, wie weit dieselbe von dem wahren Sachverhalte unterrichtet sei. Sie wiedersprach nicht, und sicher geworden fuhr Schmidt fort: „Die feinen Herren halten sich dann hübsch beiseite und unsereins muß helfen, die Brut durchzufüttern. Ich hab's redlich gethan, meine Schuld war's nicht, daß er nirgends gut that und überall fortlief. Wahrscheinlich das 451 -- feine Blut, zu nobel für die Arbeit." Ein krampfhaftes Zucken um Dorotheas Mund belehrte ihn, daß die arme Frau ihm glaube. „Jetzt ist's mit der Arbeit aus — so oder so — Und nun wollte ich nur fragen, ob Sie vielleicht etwas für ihn thun wollten, Sie oder das Fräulein?' „Mein Gott!" stammelte Frau Dorothea. „Ich bin selbst ganz unbemittelt." „Es sieht doch recht anständig bei Ihnen aus," meinte er, mit frechen Blicken die ganze Einrichtung taxierend. „Wir werden uns überlegen, was wir für Sie thun können," kam Martha der Mutter zu Hilfe. „Sobald mein Schwager zurückkommt —" „Solange kann ich nicht warten," unterbrach der Mann sie barsch. „Ich soll Wein schaffen für den Leo, und Geld für kräftige Kost. Also rücken Sie nur 'raus. Eher gehe ich nicht fort." „Wenn Ihnen mit einer Kleinigkeit gedient wäre," begann Frau Andree angstvoll. „Für erste braucht's nicht viel zu sein. Ich kann mal wieder mit Vorkommen." Er schielte in ihr spärlich gefülltes Geldtäschchen, während sie zitternd darin suchte und endlich ein Goldstück, das einzige, welches sich vorfand, hervorzog. Er wog es in der breiten, roten Hand. „Lange wird's nicht Vorhalten. Für heute mag's gut sein." Er hatte das angenehme Bewußtsein, die beiden eingeschüchterten Frauen vollständig in der Hand zu haben. Durch die angelehnte Thür sah Dorothea immer noch, wie er mit tapsenden Schritten den Vorsaal durchmaß- dann sank sie in einen Lehnstuhl und brach in bittere Thränen aus. (Fortsetzung folgt.) Unser Pianoforte. Zum 200. Geburtstag Chr. G. Schröters, des Miterfinders des Pianofortes. (10. August.) Von Dr. Max Rupprecht. ------- (Nachdruck verboten.) Das Klavier ist nicht nur das verbreitetste, sondern auch das vollkommenste Musikinstrument. Fast in jeder gebildeten Familie, in jedem besseren Hause ist es zu finden,- es ist der Stolz seiner Besitzer, ihre Erholung ihre Freude. Die Nachbarn des glücklichen Inhabers sind freilich, wie sich nicht in Abrede stellen läßt, nicht immer von den gleichen Empfindungen beseelt, mit dem Spottnamen „Marterkasten" bezeichnen sie das schöne Instrument, das damit die musikalischen Sünden seiner Bearbeiter büßen muß: denn gegen ein gewandt und seelenvoll vorgetragenes Stück wird niemand etwas einzuwenden haben. Die Klavierspieler — und besonders die Klavierspielerinnen — bedenken aber nicht immer, daß die Musik im Grunde eine ausdringliche Kunst ist, daß besonders die musikalischen Anfangsstudten für die unfreiwillige Zuhörerschaft nicht sehr angenehm sind, und daß man sich sein Verhalten — selbst in der herrlichsten Kunst — immer von denjenigen Rücksichten auf seinen Nächsten diktieren lassen soll, die man für sich selbst von ihnen erwartet. Doch das nur nebenbei — das Instrument ist an sich an solchem Mißbrauch unschuldig, von ihm gelten in vollem Umfange die treffenden Worte seines „Biographen" C. F. Weitzmann, welche in geradezu klassischer Form die Bedeutung dieses „Untversal- instrumentes" würdigen: „Sein Ton ist voll und nachhallend, sein Tonreichtum übertrifft den des ganzen Orchesters, und der Spieler hat alle Schattierungen vom leisesten Hauche bis zum durchdringendsten Forte in seiner Hand. Die Spielart des Pianoforte übertrifft an bequemer Ausführung der rapidesten Passagen und Figuren alle übrigen Instrumente, und der singende Ton des heutigen Klaviers eignet sich sowohl zum Vortrage einer ausdrucksvoll schattierten Melodie, die in mannigfaltigster Weise harmonisch begleitet werden kann, als zur Ausführung kontrapunktisch mehrstimmig gearbeiteter Touwerke. Fähig, allen Zuständen der Seele, für welche der Sprache die Worte mangeln, einen lebendigen Ausdruck zu geben, ist das Klavier das bevorzugte Instrument des einsam Trauernden und des der Mitteilung bedürftige» einsam Glücklichen. Doch auch im glanzerfüllten Konzertsaal ist das Klavier eine ansprechende Erscheinung. Sein objektiver Charakter gleicht dem deS Geigenquartetts- er schmiegt sich jedem Stimmungsausdruck an, und der Konzertflügel mit seinem eleganten, festlichen Tone verliert selbst seine Macht nicht, wenn er mit dem vollen Orchester ein Wechselspiel beginnt". Das Klavier ist keine jener Erfindungen, sofern es deren überhaupt giebt, die wie Minerva fix und fertig aus dem Haupte des Jupiter sogleich vollkommen aus dem Hirn des Erfinders wachsen. ES ist daher völlig verfehlt, wenn man in einzelnen Büchern diese oder jene Persönlichkeit als Erfinder des Klaviers oder des Pianoforte usw. bezeichnet findet. Das Klavier in seinem heutigen Zustande ist das Produkt einer langen Entwickelung, aus unscheinbarem Keime entstanden, ist es erst im Laufe von Jahrhunderten zu dem geworden, als was wir es heute erblicken. Zahlreiche Musikverständige und Fachmänner haben an seiner Verbesserung gearbeitet, auch wohl einzelne, es vervollkommende Teile erfunden, aber von einem wirklichen Erfinder dürfen wir nicht reden. Als das Urbild des Klaviers oder wenigstens als das zur Erfindung desselben Anlaß gebende Instrument ist das Monochord zu betrachten, ein schon im frühen Altertume bekanntes physikalisches Instrument, bestehend aus einer einzigen Saite, die auf einem länglich viereckigen Schallkasten ausgespannt war und mit Hilfe eines Wirbels gestimmt werden konnte. Durch Verschiebung eines die Saite berührenden Steges konnten die verschiedenen Töne hervorgebracht werdem Das Monochord diente zur theoretischen Bestimmung der Tonverhältnisse, weshalb es auch Kanon genannt wurde. Im Mittelalter bediente man sich seiner als Hilfsmittel zur Einübung der Töne. Das beständige Verschieben des Steges mag nun mit der Zeit als lästiger Uebelstand empfunden worden sein, irgend ein genialer Kopf kam daher auf die Idee, statt des Steges Tasten anzubrtngen, deren Hebelenden mit aufrecht stehenden Tangenten versehen waren, die beim Niederdrücken gegen die Saite schlugen und sie in Schwingung versetzten. Schon im 11. Jahrhundert soll man auf die vorstehend geschilderte Verbesserung geraten sein, welche vielleicht auf den um das Jahr 1025 lebenden Guido von Arezzo zurückzusühren ist, der vermutlich zuerst das Monochord beim Gesangunterricht benutzte. Allmählich vermehrte man die Saiten des Monochords, für welches verbesserte Instrument sich mit der Zett die Bezeichnung Klavichord (clavis = Taste, chorda ---- Saite) einbürgerte. Der Kasten des Klavichords war nach der Schilderung von Blütner Gretschel etwa 30 Zentimeter hoch und länglich viereckig, über demselben befand sich eine Resonanzdecke aus gut getrocknetem Tannenholz, darüber waren die aus Messtngdraht hergestellten Saiten ausgespannt. Die eine lange Saite des Kastens entlang lief die Klaviatur. Eine andere Form nahm das neben dem Klavichord zur Entwickelung gelangende Klavichmbal an. Es entstand aus dem Cymbal oder Hackbrett, einem aus einem viereckigen Kasten, auf weichem Metallsaiten mit Wirbeln befestigt waren, bestehenden Instrument. Später fügte man dem Cymbal Tasten oder Klaves hinzu, deren Tangenten statt der Finger oder Holzklöppel des Spielers die Saiten in Schwingung versetzten. Auch für dieses Instrument nahm man anfänglich Kästen von viereckiger Form, später erhielt der Kasten die Form des Sattenbezugs, welcher harfenförmig gespannt war, und nahm dadurch die Form eines Flügels an, woher sich der Ijier der Fortschritt mit dem Bestehenden erst einen langen erbitterten Kampf führen, bevor er durchdrang. Silbermanns Schüler Joh. Andr. Stein aus Augsburg bildete die sogenannte deutsche Hammermechanik aus, seine Instrumente standen in hohem Ansehen, sodaß noch sein Schwiegersohn, Andreas Streicher, der bekannte Freund Schillers, das Geschäft in höchster Blüte vorfand. Streicher, der selbst wichtige Erfindungen zur Vervollkommnung des Pianoforte machte, hielt den Ruhm der Firma aufrecht, durch ihn wurde die Vollkommenheit unseres heutigen Konzertflügels angebahnt, eine Errungenschaft, die wir im Grunde unserem Schiller zu verdanken haben, denn hätte Andreas Streicher den Freund nicht auf seiner Flucht aus Stuttgart begleitet, so hätte er seine Frau, die Tochter Steins, nicht kennen gelernt und wäre wohl für immer dem Klavierbau fern geblieben. Äame Flügel für daS Klavichmbal schreibt. Die tafelförmigen Klavicymbal nannte man Spinett, wie Weitzmann mitteilt, nach den spitzen Rabenkielen, welche, in kleine, auf den Tasten lose aufstehende Holzbrettchen befestigt, bei diesem Instrument die Saiten anriffen (von spina ----- der Dorn). Nach anderweitiger Ansicht schreibt sich der Name von Giovanni Spinetti her, einem Klavierbauer aus Venedig, welcher angeblich die viereckigen Instrumente erfunden haben soll. Als Klavier bezeichnete man in Deutschland ausschließlich daS Klavichord, das hier besonders beliebt war. Die Klavichorde sind jedenfalls älter als die Klavicymbaln,- beide bestanden jedoch lange zusammen, jedes durch die ihm eigenen Vorzüge seinen Kreis von Liebhabern sich sichernd. Erst die Erfindung der Hammermechanik gestaltete das Cymbal zum Klavier oder Pianoforte im heutigen Sinne. Von Einfluß auf dieselbe mag wohl die Erfindung des Pantaleons gewesen sein, eines von Pantaleon Hebenstreit (geb. 1750) erfundenen Instruments, eine Art vervollkommnetes Hackebrett, dessen Darmsaiten mit Klöppeln erschlagen wurden. Die hierdurch erzeugte schöne Klangwirkung führte wohl zu dem Gedanken, die schlagenden Klöppel oder Hämmerchen auch für das Klavier zu benutzen. Diese für die Ausbildung des Klaviers entscheidendste Erfindung nun ist es, welche der Organist Christoph Gottlieb Schröter zu Nordhausen (geboren den 10. August 1699 in Magdeburg) gemacht haben will. Hitze ist die Signatur des August. Der Garten, der am Abend reich bewässert wurde, erscheint oft schon am Morgen wieder vollständig ausgetrocknet. Müde und schlaff hangen dann bald die Blumen ihre Köpfchen hernieder,- sie trauern- dicker Staub bedeckt sie und die Blätter, und erst am Abend, wenn nach Untergang der Sonne eine kühlere Temperatur eintritt, erlangt alles Pflanzenleben wieder eine dem Auge wohltätigere Frische. Wasser heißt jetzt die Losung. Je heißer die Temperatur, um so reichlichere Wassermengen verdunsten die Blätter und um so gründlicher müssen wir bewässern. Reicht die Bewässerung am Abend -TVr I Irr au8' forifinfle am Morgen zu wiederholen. Wo das • ® nT ®aJfT.Tn8e?' W eS im Garten bald traurig aus. Die PTlm lirr I SWnioriH «-tr+iow ... o <. . ... u GssmeZnnÄtzrges. Betlfedevu zu reinigen» Zu diesem Zweck weicht man sie drei bis vier Tage lang in einer schwachen, lauwarmen Auflösung von kohlensaurem Natron ein. Dann wirft man sie auf ein Sieb, läßt die Flüssigkeit abtropfen, wascht sie mit reinem Wasser und trocknet sie auf Netzen. Ein anderes Verfahren ist folgendes: 5 bis 10 Kilo rein gewaschene, weiße Kieselsteinchen, welche in einem eisernen Kessel über Kohlenfeuer erhitzt wurden, bringt man mit den Federn in einen großen, reinen Sack und rührt beide bis zum Erkalten anhaltend durcheinander, was wohl am besten geschieht, wenn der Sack, an beiden Enden von zwei Personen gefaßt, hin und her geschwungen und zuweilen umgewendet wird. Alles muß rasch geschehen, damit die Steinchen nicht zu sehr abgekühlt sind, ehe sie mit Federn in Berührung kommen. Die Federn werden nun mit den Händen aufgelockert und rein abgenommen oder mittels eines sogenannten Federkorbes von den Kieselsteinen, womit nun aller Schmutz vermischt ist, getrennt. Hierauf werden sie eine Zeitlang ausgelegt und dann wieder in den vorher gereinigten Bettüberzug gefüllt. Tüchtiges Ausklopfen des gefüllten Bettes in der freien Luft oder bei offenem Fenster ist sehr zu Neli) und Karten. - Rt68*ien: *■ - »ruck und «erlag der Brühl'schen UniverfitStl-Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erbend in (Siegen. Fest steht jedoch aus zuverlässigen Quellen, daß der florentinische Instrumentenbauer Bartolomeo Christofori der erste war, welcher die Idee der Hammermechanik veröffentlichte. Sein Modell enthält bereits die wesentlichsten Bestandteile unserer heutigen Instrumente, die lederüberzogenen Hämmerchen, die Auslösung durch die die Hämmerchen nach dem Anschlag zurückschnellende Feder, sowie die Dämpfer. Die Veröffentlichung der Erfindung Christoforis fiel bereits in das Jahr 1711, während der Franzose Marius seine Modelle erst 1716 der Pariser Akademie vorlegte und Schröter nach seiner eigenen Aussührung erst 1717 seine entsprechenden Versuche anstellte. Man darf hiernach wohl annehmen, daß alle drei Genannten ihre Erfindungen unabhängig von einander gemacht haben, denn Schröter verdient sowohl als ausübender Musiker als auch als Theoretiker ebenfalls große Schätzung und daher sicherlich Glauben für seine Behauptung, obgleich er 1763 mit derselben vor das Publikum trat, also fast 50 Jahre nach dem Zeitpunkte seiner Erfindung und 10 Jahre dem Tode desjenigen Pianofortebauers, welcher in Deutschland, Frankreich und Italien lange Zeit für den Erfinder des Pianoforte galt, Gottfried Silbermann. , , „Schröter veröffentlichte seine Ansprüche in Marpurgs kritischen Briefen unter dem Titel: „Umständliche Beschreibung eines neuerfundenen Klavierinstruments, auf welchen man in i unterschiedenen Graden stark und schwach spielen kann, nebst zwei Rissen, 1763". Er will durch Hebenstreits Pantaleon zu seiner Erfindung angeregt worden sein und mit den betreffenden Versuchen schon 1717 begonnen haben. Bereits 1721 habe er dem Dresdener Hofe zwei Modelle vorgelegt, welche auch den Beifall des Königs gefunden hätten. . -wauer mangeu, nevt es tm Gc MÄ’lÄI SSÄ 6"T " w..d.n Kitt,-bi, BW«. Bemühungen seine Modelle nicht zurückerhalten Ohne sein imm« U"b "«scheinbarer und die Früchte beginnen Wissen und Willen seien diese bekannt und nachgeähMworden. chfüberÄumbald"Ä A ^umen abzufallen. Es ist Ist hiernach auch der Nachweis erbrackt bl m . 5” _ mi! / Herrschaft der Sommerblumen Hammerklavier keine deutsche Erfindung ist, so kommen den wurde/sindl» Ä ? aRai "eue Saaten ausgeführt Deutschen doch die größten Verdienste um se ne Ausblldnna E r nod) Sommerblumen, die in jungfräu- und Verbreitung zu Jener Gott ? Sttbermann den män SL% fonft ^a6en « 3« Blumen sogar für den Erfinder hielt, baute kie ersten ^nter dem viel Kratt Entwickelung Namen Pianoforte bekannt gewordenen Instrumente er ver- topfnpnh™ A»» Saft fortnehmen, sodaß für die neu er- vollkommnete das ursprüngliche Modell und brachte es zur I deiner" «^ tiieI übrig bleibt, und sie deshalb allgemeinen Geltung/Denn wie faft iX, SlU «S l Äff b" Garten hat immer