~>1! y-. «ZU IW Ute WM WM MG er nicht lieben und nicht hassen und ein Schwert nicht schwingen kann, Hat vielleicht Talent zu vielem, aber kein Talent — zum Mann! Otto Bank. Nachdruck verboten. Pygmalion. Novelle von Anton Frhr. von Perfall. (Fortsetzung.) Die leise Möglichkeit nur dieser Vermittelung, einer Enthüllung seines Herzensgeheimnisses durch diesen Mund, reizten Holaus zum äußersten. „Nur ein Wort, eine leise Andeutung, die leiseste Belästigung von Ihrer Seite, und ich jage Sie unbarmherzig fort, oder ich überliefere Sie dem Gerichte und mache Sie für immer unschädlich. Ich töte Sie wie ein giftiges Insekt, ich — ich —" Er tobte in ohnmächtiger Wut, und der Teufel fürchtete sich nicht einmal, sondern lachte ihm in das Gesicht. „Halb so wild, Herr Holaus! Sie jagen mich nicht fort, zeigen mich nicht an und töten mich nicht! — Sie nicht! Warten Sie es nur ab, es kommt noch ganz anders. Wir werden noch die besten Freunde. Es ist ja doch so, wie ich es mir dachte. Und wenn Sie wüßten, wie es mich freut, daß es so ist, wenn Sie wüßten, daß ich mit Freuden mein armseliges Leben daran setzen möchte, dem Menschen einen Dienst zu erweisen, der mein armes Kind vom Tode errettet und aufgezogen wie sein eigenes, — dann, — dann, Herr Holaus, sehen Sie, man mag noch so schlecht sein, ein rechter Fleck im Herzen ist doch noch geblieben, und der Fleck, Herr Holaus, der gehört Ihnen. Wenn Sie mich auch noch so verachten, hassen, Ihnen gehört er. Nicht meinem Kind, dem ich ein Fremder bin, niemand in der Welt, — nur Ihnen!" Holaus starrte sprachlos auf den Mann, in deffen Innern irgend ein längst versiegter Quell mit neuer Kraft sich Bahn gebrochen. Seine Stimme klang plötzlich von einer überzeugten Innigkeit, von schmerzlicher Rührung durchzittert, und eine helle Thräne schlich auf der bleichen Wange die ungewohnte Bahn. Doch eben so rasch, ehe Holaus Zeit hatte, den starken Eindruck zu überwinden, änderte sich wieder das Bild. Die schmächtige Gestalt nahm wieder die frühere, selbstbewußte Stellung an, die grauen Augen blickten wieder kalt und lauernd wie eben, die Stimme klang wieder hart, herausfordernd. „Und jetzt wollen Sie so gut sein und mir angeben, wo und wann ich mich zur Arbeit zu stellen habe." „Melden Sie sich morgen um acht Uhr vormittags bei dem Hausmeister Opel, der Sie heraufgeführt. Ich werde das Nötige anordnen," erklärte Holaus, ebenfalls im strengsten Amtstone: „Sehr wohl.- Fichtner verließ das Zimmer. Holaus blieb lange regungslos stehen, dann sank er ermattet in den Stuhl, dumpf vor sich hinbrütend. Hatte er nicht seit Jahren diesen Fall vorausgesehen, befürchtet wenigstens? Nun ist der Verhaßte wirklich da! und er nimmt ihn in sein Haus auf, er verbirgt ihn in seinem eigenen Zimmer vor seinem Geschäftsgenossen. Er lügt um seinetwillen — und zuletzt fühlt er sich erschüttert durch seine Worte, kann er ihn nicht mehr Haffen, obwohl er sein sorgfältig gehütetes Geheimnis an das Licht gezerrt. Ja, er hätte ihn in diesem Augenblick verteidigt gegen jeden Angriff. Sah er etwa einen Bundesgenoffen in ihm? Ja, das war es! Sein Haß gegen Herrmann, seine energische Abweisung einer Verbindung Mariens mit diesem Manne, das hatte ihn umgestimmt. Also die Eifersucht! Aus Eifersucht verband er sich mit diesem Menschen. Und das Ende wird sein, daß er sich zu einem Geständnisse hindrängen läßt, ganz unwillkürlich, so wird es scheinen, und doch ist alles planvoll von ihm ausgedacht. Und dieser Fichtner wird in seinen Augen zu lesen glauben, er wird ihm dienen wollen, wie er sagie, und Marie alles enthüllen, und Marte wird sich ihrem Pygmalion verpflichtet glauben. Sie wird sich selbst einreden, daß ihr kindliches Gefühl für ihn Liebe sei und zuletzt ihren Irrtum einsehen, und anstatt die glücklichste Sterbliche, die unglücklichste werden. Eher alles! Eher soll st- Herrmann angehören, dann bleibt ihm wenigstens die Liebe der Tochter. Und der Vater, der sich weigern wird, drohen wird! Er wird doch schweigen, ihm zu Liebe wird er schweigen. — Holaus erhob sich mit einem jähen Ruck, weitete die 702 — Brust, als erprobe er seine Kraft, dann tippte er auf die Glocke. — Niemand kam. — Erregt stampfte er mit dem Fuße und schlug mit der flachen Hand wiederholt auf den Drücker. Frau Opel kam erschrocken hereingestürmt. Holaus hätte seinen Auftrag lieber an jemand anders erteilt. „Fräulein Marie soll zu mir kommen. Nun, auf was warte« Sie denn noch? Rasch! Rasch!* „Nur nicht zu rasch, Herr Holaus, wenn ich mir erlauben darf/ meinte Frau Opel noch immer zögernd. „Fräulein Marie ist nämlich nicht recht wohl zurückgekehrt von dem Ritt. Sie klagt über Kopfschmerzen, fie ist ganz schlecht bei einander. Aber ich hab's ja gleich g'sagt, das Reiten mit dem Herrmann wird ihr auf die Dauer kein gut thun, setzte die Frau in scharfem, accentuiertem Tone hinzu. „Ei, das ist ja das neueste," erwiderte etwas spöttisch Holaus. „So viel ich weiß, waren Sie lange Zeit sehr eingenommen dafür. Doch das ist ja jetzt gleichgültig. Es wird besser sein, ich suche Marte selbst auf. Räumen Sie unterdes ein wenig hier auf und lüften Sie vor allem." Holaus ergriff seinen Hut und stürmte an der sprachlosen Frau vorbei zum Zimmer hinaus. Er hatte Marie ihren innigsten Wunsch erfüllt und ihr für den Sommer ein kleines, zierliches Gartenhaus, aus Holz aufgeführt und mit allem Komfort eingerichtet, welches mitten im Parke stand, eingeräumt. Hier hauste sie in idyllischer Abgeschiedenheit mit ihrem „Mutterle", Frau Opel. Holaus überraschte fie im Gartensalon, auf dem Boden fitzend, das Haupt an eine Ottomane gelehnt. Sie war noch im Reitkleide, nicht einmal die Handschuhe hatte sie abgelegt. Auf dem Boden lag eine Reitgerte ein blauer Schleier. Das ganze bot nichts weniger als bräutliche Stimmung. Sie hörte ihn nicht einmal eintreten, und Holaus genoß einen Augenblick in männlichem Egoismus diesen Anblick, der ihm neue Hoffnung gab. „Marie!" Sie sprang auf und warf sich schluchzend an seine Brust. Lange schwiegen beide. „Nur ein Wort, Marie — liebst Du ihn?" Sie fühlte das Zittern seiner Hand auf ihrem Scheitel, das Pochen seines Herzens an ihrer Brust. „Ich weiß es nicht." „Frage Dein Herz, lausche in Dein Inneres." — „Laß mich ber»Dir bleiben — immer — immer." „Das wirst Du nicht immer können. Ein anderer wird Deiner begehren und wieder ein anderer, und einem mußt Du folgen. — Wenn dieser Grund allein Dich leitet — dann rate ich Dir selbst — wenigstens werden wir uns immer nahe sein — nicht ganz getrennt — liebst Du ihn? Ich muß es wissen. Liebst Du ihn?" Eisern umklammerte sie seinen Arm, die Sinne drohten ihr zu schwinden. „Ich bin ihm gut, er ist schön, er ist stark. Ist er bet mir, blickt ec mich an, dann glaube ich oft, ihn zu lieben. Ist er fort, ist alles vorbei, nur ein schwüler Traum. Ich verstehe mich selbst nicht- entscheide Du!" Noch inniger schmiegte sie sich an den unter der süßen Last schwankenden Vater. Er sollte urteilen, er der Richter sein. Ward je Qualvolleres auferlegt? Und doch mußte es sein- er durfte seine Hilfe nicht versagen. „Trägst Du kein anderes Bild im Herzen, das neben dem Deines Gatten nicht bestehen dürfte?" „Nur eins, das Teuerste, Liebste, und das darf wohl ewig bestehen neben ihm — Deines, Papa." Alle List war umsonst, alle schlau gestellten Fallen versagten. Dieses Herz liebte ihn über alle Maßen- aber mit der Reinheit eines Kindes. Vergebens suchte er den reinen Quell durch eine Leidenschaft zu trüben. Sie war und blieb sein Kind und wird nimmer seine Geliebte werden. „Was hindert Dich denn, seine Werbung anzunehmen," versetzte Holaus rauh, ihre Umarmung lösend, daß Marie, aus ihrer innigen Zärtlichkeit aufgeschreckt, ihn ängstlich anblickte. „Er ist ja reich, er wird Dich auf den Händen tragen, außerdem ist er mein Geschäftsfreund, Du wirst im Hause bleiben, in meiner Nähe. Du kannst Dir ja nichts Befferes wünschen." Er sprach das alles so gereizt. Eine ernste Trauer umflorte seine Stimme. Nie erschien Marie dem Vater so schön von Antlitz, so liebenswert. „Also darf ich ihm Dein Jawort bringen?" fragte er dann nach einer längeren Pause, sich schon zum Gehen wendend. Marie zögerte noch einmal. Es war ihr, als müffe sie in den lieben, ernsten Augen des Vaters, die starr auf sie gerichtet waren, ihr Schicksal lesen. „Ja denn, es wird am besten sein." Sie sprach es wie unter irgend einem inneren Zwange, gepreßt, Silbe für Silbe und floh hinaus. Der Flieder duftete so stark wie einst, als er fie auf der Wiese haschte. Holaus blickte lange gegen die Thür, welche sich hinter ihr schloß, dann schlug er sich, sich selbst verlachend, vor die Stirn und ging der Villa zu. Es dunkelte bereits. Plötzlich schrak er zusammen. Eine dunkle Gestalt löste sich von einem Busche und trat dicht zu ihm. „Ich warne Sie," flüsterte sie. „Wollt nur ein wenig inspizieren, wo das Mädel wohnt. Habe alles gesehen und genug gehört. Es wird nichts daraus!" Da war er schon spurlos verschwunden — „Fichtner! Sie werden schweigen! Ich will, daß Sie schwelgen!" Holaus flüsterte es in die Dämmerung hinaus. — Keine Antwort! — „Fichtner!" (Fortsetzung folgt.) Gartenbetrachtungen im Dezember. ------- Nachdruck verboten. Wtnterstürme blasen pfeifend durch die kahlen Baumkronen, und von den vereinzelten bunten Beeren, die vor Wochen einen so eigenartigen, leuchtenden Schmuck mancher Ziergehölze bildeten, ist nicht mehr viel zu sehen. Ruhe in der schneebedeckten Natur, jedoch keine Ruhe für den Gartenfreund. Der Garten ist wohl bestellt: alle Beete sind fertig umgegraben und mit Kompost versorgt. Alle zarteren Pflanzen, Blumenzwiebelbeete, Rosen, Klematis sind sorgfältig mit Matten, Tannenreisig, Torfmull rc. eingedeckt. Kommen einige schöne Tage mit warmer Witterung, sofort müssen wir tagsüber die Decken entfernen, damit keine Verweichlichung oder gar eine Fäulnis der Pflanzen Eintritt. Ständige Beobachtung ist ganz unerläßlich, da die Witterung im Dezember keinen einheitlichen Charakter zeigt. Eines besonderen Augenmerks bedürfen unsere Vorräte im Ueberwinterungsraume. Die Knollenpflanzen sind nachzusehen, und alle faulenden Teile zu entfernen. Den Gemüsen im Keller gebe man, so oft es nur die Witterung am Tage erlaubt, d. h. wenn die Luft trocken und rein ist, selbst bei 1 bis 2 Grad Kälte, doch nicht bei feuchtem, nebligen Wetter, und sei es auch nur auf kurze Zeit, frische Luft; man wird bemerken, wie sehr dadurch das Faulen nnd Modern verhütet oder wenigstens aufgehalten wird. 703 Um jungen Rasen gegen die Unbilden des Winters, namentlich rauhe, trockene Winde und Fröste zu schützen, ist jetzt die geeignetste Zeit zum Aufbringen von verrottetem Dünger, gleichviel ob Vieh- oder Pferdedünger, und er ist, je nach den klimatischen Verhältnissen, bis Mitte Februar oder Anfang März auf den Rasenplätzen zu belassen. Ein Ersticken des Grases ist bei richtiger, nicht zu starker Lagerung nicht zu befürchten. Der aufgebrachte Dünger erfüllt zweierlei Zweck: er schützt und düngt. Man reinige die Bäume von abgestorbener Rinde, Moos und Flechten und gebe zum Schutze vor Insekten und Frostschaden einen Kalkanstrich. Mancher kann die weißangestrichenen Bäume nicht leiden. Ein einfaches Abhilfe- mittel ist die Zugabe von etwas grüner oder brauner Farbe zu dem aufgelösten Kalk. Alles von den Bäumen abgekratzte wird verbrannt, es enthält massenhaft Jnsekteneier und Larven. Der Monat Dezember wird nicht immer in der richtigen Weise zum Bearbeiten des Gartenlandes ausgenützt. Weil der Boden gefroren, nimmt mancher an, daß es unmöglich sei, mit dem Spaten einzudringen. Es kommt dann noch etwas Bequemlichkeit hinzu, und so wird gar nicht einmal der Versuch gemacht das Land zu verbessern. In Wirklichkeit ist der Frost der Bodenbearbeitung gar nicht so hinderlich, die Schwierigkeit liegt nur im Anfänge. Sind die Spatenstiche gethan, ist erst eine Furche oder ein Graben offen, dann geht die Arbei* vorzüglich weiter. Wird der Boden, nachdem es leicht gefroren, mit Dünger oder Laub gedeckt, so läßt er sich den ganzen Winter hindurch ohne Rücksicht auf den Frost bearbeiten. Das im Winter bearbeitete Land ist besonders gut und fruchtbar. Die günstigen Wirkungen des Frostes beruhen darin, daß ein Mal größere Lockerheit erzielt wird, dann beffere Durchlüftung des Bodens und daß viele Nährstoffe des Bodens gelöst werden, die den Wurzeln der Kulturgewächse doppelt zugute kommen. Um die eisernen Geräte während des Winters gegen Rost zu schützen, bestreiche man ste mit geschmolzenem Fett und Harz oder mit Petroleum. Von jetzt ab beginnt oft ein für jede Hausfrau reckt fühlbarer Mangel an Küchenkräutern zu herrschen,- obwohl die gewöhnliche Petersilie in ihren verschiedenen Formen ziemlich winterhart und unter leichter Bedeckung des Winters im Freien grün bleibt, werden die Blätter schließlich doch unansehnlich. Wir müssen uns nun in der Weise helfen, daß wir unser Suppengiün am Küchenfenster heranziehen. Am leichtesten ist hier Schnittlauch zu erhalten, dessen Stauden einzeln in kleine Blumentöpfe gepflanzt werden und unter dem Einfluß der Wärme bald junge grüne Halme treiben. Zur Heranzucht des Petersiliengrüns verwendet man sogenannte Peter- silienwurzeln, die im Garten frühzeitig ausgegraben und im Keller eingeschlagen werden. Diese recht langen Wurzeln pflanzt man entweder in sogenannte mit seitlichen Löchern versehene Pyramiden oder zahlreich zusammen in recht hohe Töpfe, sie treiben bei reichlicher Feuchtigkeit leicht aus und liefern bei nicht zu hoher Wärme geraume Zeit ein hübsches Grün. Ist der Vorrat an Wurzeln groß, so daß man mehrere Töpfe bepflanzen kann, so wird das geschätzte Grün während des ganzen Winters nicht ausgehen, da die Wurzeln fortwährend neue Blätter treiben. Ein hübsches Grün, welches zu Salat verwendet werden kann, liefern auch die Cichorien- wurzeln, die, jetzt im Keller eingeschlagen, gleichfalls schnell austreiben, und deren junge Blätter dann wiederholt abge- fchnitten werden können. Denken wir auch, da nun bald Eis und Schnee kommt, an unsere besten Mithelfer im Kampfe gegen die Jnsekten- welt, an unsere Vögel. Wir errichten Futterstätten, die wir wegen den Katzen hoch anlegen, und wir machen darüder ein kleines Dach. Für die lieben, klugen Meisen haben wir uns eine Weihnachtsfreude ausgedacht. Wieviel Gänsebraten wird im Dezember und namentlich an den Festtagen gegessen! Das Gerippe werfen wir nicht weg, sondern ziehen einen Bindfaden hindurch und hängen es dann in einen Baum. Bald find die zierlichen Tiere da und putzen die Knochen so blank wie Elfenbein. I. C. Schmidt in Erfurt. Weihnachtsbäckerei. Weihnachts-Stollen. Man nimmt 15 Liter (12 Kilo) Weizenmehl. Das Mehl wird in einen Backtrog gethan und ein Damm von diesem Mehl gedrückt. 350 Gramm Stückhese werden genommen und ein trockenes Hefestück mit iy2 bis 2 Liter lauer Milch angesetzt. Dieses läßt man gehörig reif werden,- ist es im Fallen begriffen so werden 1 Speiselöffel voll Salz, l*/2 Kilo Butter, ebensoviel klarer Zucker, 250 Gramm süße, 125 Gramm bittere Mandeln, die man vorher abzog und wiegte, auch 6 Eier, das Abgeriebene von 2 Zitronen, etwas Muskatblüte und J/8 Liter Jamaika- Rum in das Hefestück gethan und fein zergriffen, das Mehl und die nötige Menge Milch unter die Maffe gemischt, zuletzt 250 Gramm Citronat hinzugethan. Das Ganze giebt einen Mandelstollenteig, und es kann dieser ganze Teig oder ein Teil desselben zu Mandelstollen verwendet werden. Dem Teig, den man nicht zu Mandelstollen verwendet, setzt man vielleicht 750 Gramm große und ebensoviele kleine Rosinen hinzu. Werden die Rosinen sogleich unter die Masse gemischt, so färben sie den Teig grau. Der Teig muß, nachdem er fertig ist, eine halbe Stunde oder etwas länger gehen, dann wird das Gebäck jederzeit fehlerlos werden. Obige Masse giebt 8 bis 9 Stollen. Dieses ist ein gutes, mittelfeines Gebäck. Feinere Gebäcke, in welche viel mehr Zucker, Butter, Rosinen und andere Gewürze gethan werden, bedürfen dann entsprechend auch viel mehr Hefe und eines größeren Hefestückes. Zu bemerken ist noch weiter, daß Stollenteige im allgemeinen fest gemacht werden müssen, weil sonst die Butter und der Zucker die Teigmasse im Backofen flüssig machen und dann das Gebäck fletzschig und breit werden würde. Die Eier dürfen bei gutem Gebäck niemals fehlen, indem sie ein Bindemittel mehr sind. Bei gewöhnlichen Teigmassen find die Eier nicht von Nutzen, da sie das Gebäck zähe und trocken machen. SüßeMakronen. 125 Gramm süße Mandeln werden gebrüht, abgeschält, mit Eiweiß gestoßen, mit 250 Gramm Zucker gemischt, auch mit so viel Eiweiß verdünnt, daß die Masse schwer vom Löffel läuft. Davon werden Häufchen in der Größe einer kleinen Wallnuß auf Oblaten oder Papier gesetzt und bet schwacher Hitze gebacken. — Zu bitteren Makronen nimmt man halb süße, halb bittere Mandeln, nach Belieben auch zwei Drittel süße und ein Drittel bittere Mandeln. Weiße Nürnberger Lebkuchen. 500 Gramm Mandeln werden gebrüht, abgezogen, fetngeschnitten und geröstet. Nun rührt man 500 Gramm Zucker 3/4 Stunden lang mit dem Schnee von 8 Eiern, unterwelchen 4Dotter gemengt wurden. Alsdann giebt man 250 Gramm Stärkemehl und 125 Gramm gewöhnliches Mehl, 240 Gramm Citronat und Pommeranzen- schale, 10 Gramm Zimmt, 5 Gramm Nelken 5 Gramm Kardamom und Muskatblüte und die gerösteten Mandeln dazu, mischt alles recht tüchtig, streicht diese Masse auf länglich viereckige Oblaten und bäckt sie bei mäßiger Hitze. — Etwas billiger, aber auch sehr wohlschmeckend, ist folgende Vorschrift; 500 Gramm Mehl, 500 Gramm Zucker, 10 Eier (das weiße zu Schnee geschlagen), 250 Gramm geröstete Mandeln, 10 Gramm Nelken und Kardamom, Zitronat und Pommeranzenschalen, 80 Gramm von jedem, die Schale einer Zitrone. Eine Stunde rühren, auf Oblaten streichen und bet mäßiger Hitze auf dem Blech backen. Zimmtsterne. Neun Eiweiß werden zu Schnee geschlagen und mit 500 Gramm fein gesiebtem Zucker, V« Stunde verrührt, worauf man den Saft und die auf Zucker abgeriebene Schale einer Zitrone sowie 30 Gramm feinsten Zimmt dazu fügt und dann noch 1/i Stunde rührt. Von dieser Masse wird ungefähr eine Tasse voll zur Glasur beiseite ge- — 704 stellt. Unter das übrige mengt man 500 Gramm gebrühte und gemahlene Mandeln, läßt die Masse eine zeitlang ruhen und rollt dann ziemlich dicke Sterne davon aus, welche man bet schwacher Hitze bäckt und dann glasiert. Man formt den Teig am Abend und bäckt ihn am andern Morgen. Nußplätzchen. 500 Gramm feingcstoßener Zucker wird mit 3 Eiern 1/1 Stunde lang gerührt und 500 Gramm fetngestampfte Nußkerne darunter gegeben, nebst etwas Zitronenschale. Nun setzt man kleine Häufchen auf Oblaten und bäcki diese auf einem Blech bei mäßiger Hitze. Konfekt. 250 Gramm Zucker, 125 Gramm Butter, 3 ganze Eier, 16 Gramm Zimmt, 4 Gramm Nelken, (beides pulverisiert), eine Messerspitze Muskatblüte, 500 Gramm Mehl. Die Butter wird schaumig gerührt, die anderen Sorten darunter gemengt, von der Masse runde Klößchen geformt und in einem Waffeleisen auf offenem Feuer gebacken, das Eisen sei womöglich mit Figuren von Vögeln Blumen usw. verziert. Will man nur die Figur erhalten, so macht man die Klößchen klein, will man die ganze Waffel, nimmt man sie größer. Sehr schön sehen die Figuren aus, wenn sie glasiert und dann mit giftfreien Farben bemalt oder mit Puderzucker bestreut sind. Glasur: 150 Gramm Staubzucker, ein Eiweiß, eine Viertelstunde gerührt, und damit wird das Gebackene bestrichen. Zuckerbretzeln. 250 Gramm Butter, 250 Gramm Mehl, 125 Gramm Zucker, l/2 Liter sauren Rahm, 3 Eigelb, 1 Eiweiß knete zu einem Teig, forme 18 Zentimeter lange, fingerdicke Stengel, bilde Bretzeln oder Ringe daraus, bestreiche sie mit Eierschaum, bestreue sie mit grobgestoßenem Zucker, geschälten und gehackten Mandeln und backe fle hellbraun. ___________ Lttterarisches. Pharmacerrtisches Lexikon. Ein Hilfs-und Nachschlage, buch für Apotheker, Aerzte, Chemiker und Naturkenncr. Von Dr. et. Mag. pharm. Max von Waldheim. Das Werk erscheint in 20 Lieferungen zu 50 Pfg., davon bisher 15 veröffentlicht. Die Ausgabe erfolgt in zehntägigen Zwischenräumen. Auch in zwei Halbbänden geh. zu je 5 Mk., oder in einem eleg. Halbfranzbande für 121/, Mk. (St. Hartleben's Verlag in Wien.) Dieses kurzgefaßte Werk, welches dem Apotheker, Arzte rc. alles wichtige, pharmaceutische Wissen in klarer und gedrängter Kürze zu bieten sich bestrebt, ist gegenwärtig bis zu Lieferung 15 gediehen und wird in Kürze komplett auf dem Büchermärkte erscheinen. Nach dem bisher Vorliegenden erfüllt es seine Aufgabe: dem Pharmaceuten auf di- täglich vorkommenden, die Botanik Chemie, Pharmakognosie, Toxikologie und verwandte Fächer berührenden Fragen klare, zweckentsprechende Auskünfte zu erteilen, in durchaus glücklicher und treffender Weise. Eine reiche Füll- des Wissenswerten ist dem Fachmanne in diesem Buche geboten und findet sich auf verhältnismäßig kleinem Raume vereint. Dies konnte nur dadurch ermöglicht werden, daß eine große Slnzahl von Artikeln unter dem gebräuchlichsten, bezeichnenden Schlagworte ausgenommen wurde, während die vielen vorhandenen Synonyma kurz daraus Hinweisen und demnach Wiederholungen des Stoffes nach Thunlichkeit vermieden wurden. Dieser Umstand sichert dem Buche vor vielbändigen, weitläufigen Ency- klopädien, Wörterbüchern rc. den Vorzug bei mäßigem Umfange ein handliches, umfassendes und praktisches Nachschlagewerk zu fein, dessen dadurch bedingter niedriger Preis die Anschaffung jedem Fachgenossen, den Aerzten, Chemikern rc. um so ratsamer macht. Das Theater. Sein Wesen, seine Geschichte, seine Meister. Bon Privatdozent Dr. Borinski in München. Mit 8 Bildnissen. („Ans Natur und Geisteswelt." Sammlung wiffenschaftlich-gemein- verständlicher Darstellungen ans allen Gebieten des Wissens. 12 monatliche Bändchen zu je 90 Pfg., geschmackvoll gebunden zn je Mk. 1.15.) Verlag von B. G. Teubner in Leipzig. In einer wissenschaftlich-gc- meinverständlichen Erörternng der hervorstechenden Punkte des Lebens und Wissens für unsere Zeit, wie sie die Sammlung „Aus Natur und Gcisteswelt" beabsichtigt, durfte das Theater nicht fehlen. Nirgends kann die Darstellung mit der fachmäßigen Belehrung so notwendig die Zwecke vernünftiger Volksaufklärung und — nicht bloß ästhetischer! — Erziehung verbinden. Der Versasscr geht von der Bedeutung der Volksunterhaltung und der Notwendigkeit ihrer möglichsten Veredlung im sozialen Sinne aus. Dabei führt ihn ihre staatliche Organisation im klassischen Altertum von selbst auf das antike Theater und seine vorbildliche Bedeutung für die gesamte Theatergeschichte. Bei der Vorführung der dramatischen Gattungen und ihrer Wirkungsweisen knüpft er überall an die jeweiligen Grnndthatsachen des inneren und äußeren Lebens an, von denen die Bühne ein getreues Abbild geben soll: bei der Tra- ■ktoftwn: 9. «nrkhirdt. — »ruck und Verlag der Brüh!'schm gödie an die Erscheinungen des Uebcls und des Bösen; beim geschichtlichen Trauerspiel an das Richteramt der Weltgeschichte; beim Gesellschaftsstück lmd der Komödie an die Verhältnisse der gegenwärtigen Welt und die Ilnstöße des täglichen Lebens. Einem leidigen Uebclstande unseres Bildungslcbens, zumal auf ästhetischem Gebiete, der lähmenden und verödeten Herrschaft der Schlagworte, arbeitet der Verfasser dadurch am sichersten entgegen, daß er die dramatischen Muster der Völker und Zeiten — vornehmlich natürlich des deutschen Volkes und unserer Zeit — nach Möglichkeit, d. h. nach Maßgabe des Rahmens seiner Darlegungen selbst reden läßt. Eine rein staatswissenschaftliche Beleuchtung des Theaters nach seiner Stellnng in der Gesellschaft und zur Erziehung (Schanspielcrstand, Zensur, Schul- und Liebhabertheater) schließt das Ganze; nicht ohne auch hier die eigentümlichen wesentlichen Leistungen des Theaters für die Erziehnng der Menschheit in bezeichnenden klassischen Mustern selbst die Schlußrede halten zu lassen. Das Bändchen wird jedem Gebildeten sowie jedem Theaterfreunde sehr willkommen sein und kann bei dem billigen Preise warm empfohlen werden. Besonders ist cs wie die ganze Sammlung als kleine Weihnachtsgabe zu empfehlen. Bilderrätsel. (Nachbildung verboten.) Auflösung in nächster Nummer. Auflösung der Skataufgabe in voriger Nummer: (Mit a, b, c, d werden die vier Farben bezeichnet; also a — Eichel, Treff; b = Grün, Pique; c — Rot, Coeur; d = Schellen, Carrean; A — Slg; U — Unter, Wenzel, Bube; D = Dame, Ober.) Im Skat lagen c A und d A. Vorhand besaß a A, a Z, a K, a 8, b A bZ bK, b D, cD, d D, Mittelhand die klebrigen. Spielgang: ' 1. V. dD. M. dK. H. d 9. 2. M. cK. H. c 9. V. c D. 3. M. dZ. H. d 8. V. a A. 4. M. a 7. H. a 9. V. a 8. Da Hinterhand jetzt sämtliche Stiche übernehmen muß, verliert er den Ramsch. Vorhand ist ohne Stich geblieben. Eine Bitte von der Höhe des Thüringer Waldes. Auf der höchsten Höhe des Thüringer Waldes liegt das Dorf Steinheid, dessen freundliches Kirchlein weit hinaus grüßt ins Land. Sie fleißigen, in hohem Grade genügsamen Bewohner haben bis vor wenig Jahren, durch die Verhältnisse gezwungen, die Anfertigung von Glaswaren eingeführt. Der reizende Christbaum-Schmuck aus Glas, dessen Silberspiegel den Schein des Weihnachtsbaumes tausendfach znrück- giebt, oder dessen schöne Farben sich malerisch abheben von dunklem Tannengrün, ist es, der von dieser Höhe Hinauszieht ins Land, gleich willkommen in Palast und Hütte. Um nun den geschickten Arbeitern für ihren reizenden Weihnachtsschmuck den nötigen Absatz zu sichern, haben sich, unter Führung des Ortsgeistlichen (Pfarrer Langguth), einige Männer zusammengethan, die ohne jeden Nntzen für sich zu Gunsten der Arbeiter dm Vertrieb in die Hand genommen haben. In reizenden Zusammenstellungen alles dessen, was dem Baume Glanz und Schmuck verleiht, sind zweierlei Packungen vorgesehen: 1. Packung, nur weiße Gegenstände, matt oder glänzend; 2. Packung, bunte, verschiedenartige Gegenstände in den schönsten Farben und herrlichsten Nenheiten, auch in reizend übersponnenen Lamettasachen, wobei alles Grelle und Unfeine vermieden ist. Es werden Postkisten im Preise von 4, 5, 10, 15 Mk. frei incl. Verpackung und Bahnkistcn von 20 Mk. an versandt. Eine Normalkiste zu 5 Mk, deren Inhalt für einen mittleren Baum genügt, enthält: Banmspitze, Engel mit beweglichen Flügeln ans gesponnenem Glas, Glocke, Trompete, Vogel oder Fisch, mehrere Dutzeild große, mittlere und kleine Sachen, als Eier, Nüsse, Tannenzapfen oder Phantasiesachen, Eiszapfen, Kettenkngeln, Lametta, Konfekt- und Lichterhalter, im Ganzen 250—300 Gegenstände. Größere Kisten sind entsprechend reichhaltiger ausgestattet. Bestelltingen, denen man den Betrag beifügen wolle, richte man gefälligst an Herrn Pfarrer Langguth in Steinheid, S.-M. Die Käufer tragen dazu bei, daß tn jenem hochgelegenen Dörflein, welches der Winter meist tief in Schnee zu betten pflegt, ein freundliches Weihnachtslichtlein am Christabend leuchtet in den kleinen Häuschen, in denen fleißige und geschickte Hände lhätig sind vom frühen Morgen bis zur sinkenden Nacht. Uniserfititk-Buch« und Stcindruckerci (Pietsch Erben) in Meße«.