ä SB®' 1Th ijj/fjut WM ^—TTTITTtT»!!« ?urch Feld und Wald zieht still der Todesreigen, Und falbe Blätter zeichnen seine Spur; Sein Schritt geht langsam, und sein Lied heißt Schweigen — Doch zitternd hält den Atem die Natur. Ach, immer wieder ließ ich mich bethören, Wenn keck der Frühling seine Fiedel strich, Wenn sich beim Klang von seinen Schmeichelchören Ein neues Hoffen in die Seele schlich. Und wieder singt's vom Sterben — wieder — wieder, — Und dann nach kurzer, kühler Winterrast Die Melodie des Lebens wieder — wieder, Des Hoffnungsliedleins selig-tolle Hast. Und wieder — wieder — wahnsinnvolles Wieder! Und flösse auf dies Wechseleinerlei Der Erde nicht ein himmlisch Leuchten nieder, Riß ich der Seele Saiten jäh entzwei. Karl Weitbrecht. Nachdruck verboten. Der Gylfenhof. Eine Erzählung von P. D i t f u r t h. (Fortsetzung.) Wie gern wäre jetzt Renata eine Stunde allein geblieben, aber sie mußte nach dem Ghlfenhofe. Falkners erwarteten jeden Tag den Heimgang des Konsuls, und er selbst hatte sie zu sehen verlangt- da durfte sie nicht zögern. Der Kranke begrüßte, wie es schien, mit wirklicher Freude den Besuch. Die letzten Tage über hatte er fast gar nicht gesprochen, außer notwendigen Antworten, aber die Seinen merkten, daß sein Geist wie befreit aufatmete, er war ruhig und vollständig klar. Er sprach auch jetzt nicht viel und hörte, ob mit oder ohne Interesse, wußte man nicht, zu, was Charlotte über Renatens Aufenthalt in M. fragte. Es war ja nicht viel Erzählenswertes zu berichten, Renata hatte dort mehr empfunden. Charlotte ging hinaus, und das junge Mädchen blieb mit dem Kranken allein. Ihr war wieder bange ums Herz, wie das letzte Mal. Der Konsul schloß die Augen und Renata glaubte, er wolle schlafen. Sie griff nach der Bibel, Charlottens stillem Gesellschafter bei den Nachtwachen. Ach, sollte denn das Gebet der armen Frau nicht Erhörung finden? Wenn sie selbst doch nur etwas dazu beitragen dürfte, die Todesstunde des alten Mannes zur seligen Heimfahrt zu machen. Sie schlug das heilige Buch auf, und ihr Blick haftete am 126. Psalm: „Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird." So deutlich stand ihr mit einem Male das Bild ihrer Mutter vor Augen, auch sie war eine Gefangene gewesen . und dahingegangen mit Weinen. Mehr als je hatte sie ja heute ihrer Eltern gedenken müssen. Hatte wohl auch auf ihrem Leben der Fluch einer unvergebenen Schuld geruht? Sie bemerkte nicht, wie die großen Augen des Konsuls sich geöffnet hatten und unverwandt an ihr hingen. „Lesen Sie doch," sagte er nach einer Pause. Und sie begann mit unsicherer Stimme: „Wenn der Herr die Gefangenen Zions erlösen wird, werden wir sein wie die Träumenden." Die Stimme wurde nach und nach fester und klang deutlich durch das Krankenzimmer. Charlotte trat geräuschlos wieder ein und blieb still, auch als Renata geendet. Die Hände des Konsuls lagen gefaltet auf dem Deckbett, er sah Renaten erwartungsvoll an. „Ja so, es ist wohl noch nicht Abend," sagte er und hob die Rechte an die Stirne- „Charlotte spricht da immer das Vaterunser." Er lege müde den Kopf auf die Seite. Charlotte sah mit freudigem Staunen nach ihm hin, sie hatte geglaubt, er hörte gar nicht, wenn sie den Abendsegen las. War doch wohl Gottes Hand über diese verhärtete Seele gekommen? „Ich will das Vaterunser beten," sagte Renate, „der Abend ist nicht weit." Er legte die Hände wieder zusammen und sah aufmerksam in ihr gesenktes Gesicht. Als sie zur fünften Bitte kam: „Bergieb uns unsere Schuld, wie wir vergeben unfern Schuldiger»," da bewegte sich mehrmals nickend langsam der ehrwürdige weiße Kopf. Charlotte sah es wohl, und auch Renata hatte es gemerkt. „Ich will schlafen," sagte der Konsul mit verschleierter Stimme, und Renata verließ leisen Schrittes das Zimmer. Im Nebengemach trat Wolfram ihr entgegen und sie legte ihre Hand in die seine, die er ihr mit stummen Gruße entgegenstreckte. „Gott segne Sie, Renata," sagte er dann leise, „ich weiß es nun bestimmt, warum Sie in dieses Haus kommen mußten." „Wohl mir, wenn ich helfen könnte, ihm daS Sterben leicht zu machen, dann hätte mein Leben einen Zweck gehabt, wie ich es nicht geträumt," gab sie mit bebender Stimme zurück. 638 Nach langem Drucke ließ er ihre Hand frei und begleitete sie bis zur Hausthüre. Renata hätte gern Charlotten erzählt, wie merkwürdig sie gerade zu Noltes geführt worden, aber heute war dazu die geeignete Stunde nicht, Charlottens ganzer Sinn war auf ihren Vater gerichtet,- fie hatte dem jungen Mädchen nur gesagt, daß fie ihr später auch die traurige Geschichte erzählen würde, die Ursache zu dem Eiende des Konsuls. XVIII. Renantens Sachen waren angekommen, und bald hatte fie sich dann ihr Zimmer mit eigenen Möbeln recht behaglich eingerichtet. Noltes hatten ihr hilfreich zur Seite gestanden und freuten sich selber, wie hübsch alles war. Kaum stand alles an Ort und Stelle und die Helferinnen hatten sich verabschiedet, da klopfte es, und Fridas Lockenkopf sah zur Thür herein: „Bist Du zu Hause, Renata?" Diese begrüßte erfreut ihren Gast und errötete, als hinter ihr der Professor auftauchte. „Mama schickte uns spazieren, da wir so lange nicht ausgegangen sind," plauderte Frida, „aber ich war so neugierig auf Deine Einrichtung und da habe ich Onkel Gottfried ins Schlepptau genommen." Dabei drehte sie sich rund um, um alles genau zu betrachten. „Läßt Du denn den alten Sekretär hier?" fragte fie, „der paßt ja gar nicht zu den anderen hübschen Möbeln." „Das ist richtig," erwiderte Renata, „er steht auch nur vorläufig hier und soll in mein Schlafzimmer gebracht werden. Außerdem ist mir das alte Möbel viel wert, meine Mutter hing sehr daran, sie konnte sich nie entschließen, eS zu verkaufen - wie sie mir sagte, stammte eS noch von ihren Voreltern." Wolfram hatte sich ebenfals mit sonderbar prüfenden Blicken umgesehen, die aber einige Enttäuschung verrieten- jetzt wandte er sich gleichfalls dem Schranke zu, vor dem beide Mädchen standen. Seine Augen wurden größer, und er trat näher. „Inwendig ist der Schrank sehr schön mit Elfenbein und Perlmutter ausgelegt," sagte Renata, „und ich habe Lust, ihn auch äußerlich aufarbeiten zu lasten." „Bitte, zeige mir das," bat Frida mit kindlichem Eifer. Renata schloß auf und ließ die schwere Klappe herunter. Rechts und links befanden sich Fächer und in der Mitte zwischen zwei fein gearbeiteten Säulchen aus Elfenbein eine Thüre, bedeckt mit reichen Arabesken aus Perlmutter und Elfenbein, welche eine Gruppe von Blumen streuenden Elfen oder Engeln, umrahmten. „Entzückend!" rief Frida lebhaft, „Onkel, steh nur!" Er sah nicht nur hinein, er starrte darauf und stützte sich schwer auf seinen Spazierstock. „Erlauben Sie," sprach er dann hastig auffahrend, und zwischen die Mädchen tretend, drückte er mit dem Zeigefinger auf den Kopf der mittelsten Figur, worauf die Thüre aufsprang, eine zweite mit dem eigentlichen Schloß bloßlegend. Renata ließ einen Ruf der Ueberraschung hören: „Sie kennen den Mechanismus?" „Ich kenne den Schrank," sagte er mit schwerer Betonung- sein Gesicht war blaß geworden. „Aber wie ist das möglich?" rief Renata, „der Schrank ist nie aus den Händen der Familie gekommen!" „Er stammt von Ihren Großeltern mütterlicherseits?" fragte er mit erzwungener Ruhe. „Gewiß," erwiderte Renata, „meine Mutter sagte mir einmal, dieses Stück erinnere sie stets an ihre fröhliche Mädchenzett." Er schwieg und blickte auf den Schrank. „Vielleicht kannten Sie auch meine Eltern, wie Pastor Nolte. ES kam ganz zufällig heraus, daß sein Vater meine Eltern getraut," sagte Renata eifrig, „denken Sie, Frau Prediger Nolte hat meiner Mutter den Brautkranz aufgesetzt." Wolfram drehte sich jäh um: „Wie?" Renata erschrak beinahe vor dem Ausdruck seiner Züge. „Und wie kam der Herr darauf, durch Ihren Namen?" „Er fand so große Aehnlichkeit mit meinem Vater in meinem Gesicht." „Ja, das ist'S," murmelte der Profeffor, „und hat der Herr Pastor Ihren Vater unter dem Namen Wendelin getraut?" fragte er mit Hast. Ein Blick voll starrer Verwunderung traf ihn aus des jungen Mädchens Augen. „Verzeihen Sie, Renata," sagte er etwas verwirrt, „ich frage allerdings sehr sonderbar." „Onkel wir müssen nach Hause," mahnte Frida, die, mit dem Anschauen der anderen Sachen beschäftigt, nur halb dieser Unterhaltung gelauscht hatte, „lebwohl, Renata, komm bald," sie war hinaus, und der Profeffor stand in der Thüre des Zimmers. Während er zum Abschied Renatens Hand ergriff, sagte er mit verhaltener Aufregung in der Stimme: „Noch eins, Renata, verzeihen Sie die Frage, ich kann sie nicht länger Unterlasten, wie hieß Ihre Mutter?" „Meine Mutter hieß Helene Rinnewart," antwortete sie mit ahnungsvoll klopfendem Herzen, aber sie schrie beinah auf, als seine Finger ihre Hand so krampfhaft umklammerten. Durch die Dämmerung sah fie, wie tief er erblaßt war, seine Augen erschienen ihr plötzlich so groß und dunkelflammend, und ein kindisches Erschrecken überfiel sie: er glich in diesem Augenblick seinem Vater. Sie zog ihre Hand aus der seinen und wich ebenfalls mit blassem Gesicht zurück. »Onkel, so komm doch!" rief Frida von der Haus- thür her. «Vergeben Sie mir, Renata," flüsterte Gottfried, „ich wollte Sie nicht erschrecken, aber Sie werden mich begreifen, morgen schon. Beten Sie, daß mein Vater so lange lebt." Im nächsten Augenblick war der Hausflur teer, und daS erschütterte Mädchen kehrte ins Zimmer zurück. Sie blieb vor dem geöffneten Schranke stehen, die Gedanken kreisten wunderlich in ihrem Kopfe. Sollte wirklich ein Zusammenhang zwischen ihr und dem Gylfenhofe bestehen? Sie dachte an das Bild in dem Archiv, an den Angstruf «Gylfen* des alten Mannes, und nun das Erschrecken des sonst so ruhigen Profeffor. Aber Gylfen? — es gab ja keinen Gylfen mehr! Sie zündete Licht an und setzte sich aufs Sofa. Frau Pastor Nolte riß sie aus dem Wirrwarr der Gedanken, sie mußte sich zusammennehmen und all die qualvolle Unruhe verbergen. Die alte Dame war ganz allein und wollte ein Stündchen verplaudern. Sie brachte Renaten eine Einlage aus einem Briefe ihres Sohnes mit, der wahrscheinlich seinem Versprechen nachkam. Es kostete heute Renaten wirklich Ueberwindung, der guten kleinen Frau zwei Stunden lang zuzuhören, erst den Schwalenberger Erinnerungen und dann den Erzählungen über die sieben Enkel zu folgen. Endlich verabschiedete fie stch, da ihr die abgespannte Miene des jungen Mädchens schließlich anfing aufzufallen. Auf ihre teilnehmende Frage erwiderte Renata, fie sei wohl von dem Räumen und Einrichten etwas angegriffen. „Ja, ja, ich glaube, meine Lina hat recht," meinte fie hierauf, „Sie haben fich zuviel gethan und sich erkältet, eS ist schon so herbstlich. Nehmen Sie fich nur in acht, liebes Kindchen, und legen Sie stch bald schlafen." Mit dieser herzlich gemeinten Ermahnung ließ sie das arme Mädchen allein. Renatens Blick fiel auf das Billet, daS sie in Gegenwart der Dame nicht hatte lesen wollen. Biel Neues stand wohl auch nicht drin. Sie faltete es aus einander und las, erst ruhigen Gesichts, dann aber wurden die Augen groß und starr, der Kopf sank auf die Lehne des SofaS, und die Hände mit dem Blatte in den Schoß. 639 — „O Gott, das kann ich nicht allein tragen!" flüsterte sie aufspringend, „ich muß nach dem Gylfenhofe." Aber eS war schon spät und dort lag ein Sterbender - sie mußte sich gedulden, eine lange Nacht. Der Brief des Pfarrers lautete: Mein liebes Fräulein! Voll herzlicher Teilnahme habe ich seit unserem Abschied Ihrer gedacht und darum ließ ich eine sich bald bietende, günstige Gelegenheit nicht vorübergehen, im Schmalenberger Kirchenbuche nach den Namen Ihrer Eltern zu suchen. Wohl fand ich richtig den Namen Jungfrau Helene Rinne- wart, doch der des Bräutigams lautet nicht Wendelin, sondern: Erich von Gylfen. Sollte da doch ein Irrtum vorliegen? Sie werden es am besten wissen, ich gebe Ihnen diese Notiz, weil ich es versprochen habe, aber vielleicht ist sie ohne Wert für Sie. Mit herzlichem Gruße Ihr gehorsamster Nolte, Pfarrer. (Fortsetzung folgt.) Gartenbetmchtungen für den Monat November. ------- (Nachdruck verboten.) Zu Beginn des Winters soll der Rasen sauber und kurz sein, weil er sonst in nassen Wintern ausfault und dann im Frühjahr erneuert werden muß. Man entferne daher die ÄondenBäumengefallenen welken Blätter wiederholt mit Harke oder Besen vorsichtig, d. h. ohne Verletzung der Grasnarbe und beschneide das Gras bei trockenem Wetter möglichst noch ein letztes Mal mit der Maschine. Dann beginnt die Düngung - am besten wird gute Kompost- oder Miftbeeterde dünn über die grüne Fläche geworfen und dann mit der Harke so verteilt, daß das Gras nicht ersticken kann. Wo viel Moos auftritt, da lege man die Rasenflächen durch Auffüllungen höher und damit trockener oder sorge für rationelle Drainage des Bodens. Für vermooste Rasenflächen empfiehlt sich Holzasche. Der November ist der beste Pflanzmonat für Obstbäume, besonders für alle leichteren, warmen Böden. Mit dem Einpflanzen beginnen wir so zeitig wie möglich, dann können die Obstbäume vor Winter noch neue Wurzeln bilden und treiben im kommenden Frühjahr rascher aus. Bei allen im Herbst gepflanzten Bäumen wird die Baumscheibe mit Dünger belegt, ein Angießen empfiehlt fich nur in sehr trockenen Böden. Unsere sämtlichen Laubbäume zeigen eine Rindenbildung, die im höheren Alter Risse bildet und ganze Rindenplatten abstößt. Diese Risse und Rindenplatten sind natürliche Schlupfwinkel für Insekten und begünstigen in nassen Lagen das Ansetzen von Moos und Flechten. Es ist deshalb unbedingt erforderlich, alle 2 bis 3 Jahre diese lose Rinde zu entfernen. Die beste Zeit dazu ist jetzt gekommen. Als Instrumente dazu verwendet man Baumscharren, Stahldrahtbürsten oder stumpfe Reisigbesen. Die entfernten Rindenteile find wegen der anhaftenden Insektenbrut zu verbrennen. Man kratze aber nicht so heftig, daß man durch Bloßlegen der grünen Rinde den Baum schädigt. Nach Beendigung dieser Arbeit ist der Baum von unten bis in die Hauptäste hinein mit frisch gelöschtem Kalk anzustreichen. Dieser Anstrich schützt die Bäume vor Frostschäden, hindert das Ablegen von Eiern der Schädlinge, vernichtet Moose und Flechten und erhält die Rinde glatt und lebensfähig. Liebt man die gespensterhaft bleichen Gestalten in seinem Garten nicht, so mische man etwas Ruß unter die Kalkmilch, die dadurch eine annähernd rindenfarbige Färbung erhält. Aus dem Gemüsegarten werden nunmehr, wo es im Oktober noch nicht geschehen ist, alle Sorten, welche für den Winter in den Keller kommen sollen, herausgenommen, z. B. die roten Rüben, Kohlrüben, Möhren, Haferwurzeln, Rapontika rc. Zur Ueberwinterung ist ein guter, leicht lüftbarer Keller, der nicht groß ist und in dem die Temperatur nicht unter den Gefrierpunkt sinkt und nicht über + 5 Grad. R. steigt, am geeignetsten. Auf aus Holz errichteten Stellagen legt man hier die Blumenkohl- und Krautköpfe dicht gedrängt und unter diese Stellagen, also an die dunkelste Stelle, bringt man die verschiedenartigen Bleichgemüse, indem man sie in den sandigen Boden einbettetet. Die Wurzelgemüse werden an die Wände in halbrunden oder nach der Mitte des Kellers hin auf runde Haufen derartig aufgeschichtet, daß alle Wurzelspitzen nach innen kommen und immer auf eine Wurzelschicht eine Sandschicht folgt. Sellerie und Lauch können im Freien eingeschlagen werden. Spinat, Feldsalat, Kerbel, Rosen- und Blätterkohl bleiben unberührt im Freien, sind aber gegen Hasenfraß zu schützen. Mitte des Monats können wir die ersten Hyazinthen rc., wenn sie in den Töpfen und Gläsern gehörig durchgewurzelt find, zum Treiben ins warme Zimmer nehmen. Wer mit Luftwärme und Oberlicht arbeiten kann, ist freilich am besten daran, denn gerade bei dem Frühtreiben ist das Steckenbleiben der Blüten häufig. Wir stülpen also, um vor allem ein Hochwachsen der Triebe zu erzielen, Papierdüten über diese. Je höher der Trieb emporwächst, ehe er sich oben öffnet, desto vollkommener wird die Blume. Die Nahrungsaufnahme ist anfangs gering, stark dagegen die Wafferaufnahme, da die erste Entwickelung ja nur in der Streckung der vorbereiteten Zellen liegt, welche hauptsächlich durch Wasser bewirkt wird, deshalb vermögen wir solche Zwiebeln auf Wasser zu treiben, die viel Reservenahrung beherbergen. Die frühesten Hyazinthen find la Romaine blanche und Homerus, dann folgen die verschiedenen l’amie du coeur und die weißgefüllte la Tour d’Auvergne. Von Tulpen nehmen wir die Duc van Tholl - Arten, deren früheste die gelbrandige ist. Ein eigentümliches Knollengewächs ist Sauromatum venosum, eine Zimmerpflanze, die ohne Wasser und Erde eine ca. */2 Meter lange Blume entwickelt. Man lege die Knolle auf das Fensterbrett, es erscheint im Laufe deS Winters ein Schaft, der zum Schluß eine lange bräunliche Blüte entwickelt, die mit dunklen Streifen und Punkten belegt ist. Eine sehr interessante Pflanze. Bei den Zimmerpflanzen, namentlich bei den größeren, wird von den meisten Pflanzenfreunden gewöhnlich ein großer Fehler begangen. In der Eile wird meistens das Beguß- wasser nach der Mitte, also an den Stamm, geleitet. Dort entsteht dann allmählich eine Höhlung. Das ist falsch und ungesund. Die Erde soll um den Stamm erhöht werden und nach der Seite hin abfallen. Dann senkt sich das Wasser an dem Topfrand in die Erde, also dort, wo die Saugwurzeln sich angelegt haben, welche vermittelst ihrer Wurzelhaare die Nahrung aufsaugen. Im anderen Falle wird das Wasser den inneren und älteren Wurzelteilen zugeführt und dadurch häufig Fäulnis verursacht. I. C. Schmidt in Erfurt. Gemeinnütziges. Vergoldete Bilderrahme» und Spiegel zu reinige«. Man muß dabei äußerst vorsichtig verfahren, weil das Gold nur sehr dünn aufgetragen ist und bei seiner Weichheit leicht abgerieben wird. Wenn jedoch Fliegenschmutz oder sonstige Unreinigteiten eine Reinigung durchaus erforderlich machen, so bediene man sich einer Mischung von 10 Gramm Salnttak- geist und 40 Gramm SetfenspirituS, tauche Watte in diese Flüssigkeit und reibe damit nur ganz leicht die Vergoldung, bis dieselbe rein erscheint. Futzdodenattstrich. Einen schönen dauerhaften Anstrich für weiche Dielen erhält man wie folgt: 1 Kilo Tischlerleim, 30 Gramm gepulvertes doppelchromsaures Kali, 100 Gramm Aniltnbraun, 10 Liter Wasser werden in einem Blechgefäß zusammengemengt und erst nach sechs Stunden allmählich bis — 640 zum Siedepunkt erwärmt. Die Mischung muß so lange stehen, damit sich der Leim auflösen kann und derselbe beim Erhitzen nicht anbrennt. Der Anstrich wird warm, aber nicht heiß, mit einem gewöhnlichen Zimmerbesen aufgetragen. Derselbe wird nach zwei bis drei Tagen vollständig wasserdicht und verhält sich ebenso, wie ein nicht deckender, guter Firnisanstrich. Aeld und Garten. Welches find die zwölf besten älteren empfehlenswerten Aepfel: Name Reisezeit 1. Astrachan, weißer . . 2. Charlamowsky . . . 3. -^Gravensteiner . . . 4. stLangton's Sondergleichen 5. -fiSchöner von Boskoop 6. -j-Kaiser Wilhelm . . . 7. -j-Parwäne, Winter-,Gold- 8. fReinette, Harbert's 9. Zitronenapfel . . . 10. fReinette, Baumann's . 11. stBohnapfel, großer . . 12. ^Reinette, große Cafleler Die mit f versehenen find . Juli-August. . August-September. . September-Oktober. • // II . November-März. . November-Febr. • M // • U » . Januar-Mai. • H H • n n . Februar-Juli. gute Bäume an Straßen zu pflanzen. An Straßen Pflanze man nie viele Sorten, sondern wähle höchsten zwei bis drei Sorten, es hat seine Gründe darin, daß man mit der Ernte gleichmäßig vorgehen kann, was bei Anbau von vielen Sorten sonst erschwert wird. Auch findet man fichere Abnehmer bei größeren Posten einer Sorte Früchte. Wlumenpflege. Alpenveilchen. Wenn die Novemberstürme die letzten welken Blätter von den Bäumen reißen, wenn kalte Regen- güffe und die ersten Nachtfröste alle späten Blüten im Garten vernichtet haben, dann schmücken wir gern wieder Blumentisch und Fensterbrett mit einigen blühenden Gewächsen. Zu den dankbarsten Blühern der kalten Jahreszeit gehört das Persische Alpenveilchen (Cyclamen persicum). Dieses liebliche Pflänzchen ist ein Knollengewächs, das fich zwar nur im Mistbeet des Gärtners zur Vollendung heranziehen läßt, dann aber vom Oktober bis zum Frühling im mäßig erwärmten Zimmer eine sehr dankbare Blüherin ist. Die Behandlung im Zimmer ist sehr einfach. Wir halten die Erde mäßig feucht und gießen stets so, daß kein Wasser in's Innere der auf dem Boden liegenden Knolle gelangt, weil sonst nur zu leicht Fäulnis eintritt. Ein ab und zu gegebener Dungguß trägt zur Vergrößerung der Blüten bei. Gespritzt werden Alpenveilchen im Winter niemals. Tie Ruhezeit dieser lieblichen Blüher beginnt im Frühling. Die Töpfe werden dann an einen schattigen Ort in den Garten gestellt und nur mäßig begofien. Im August ist die Ruhezeit beendet. Die dann wieder treibenden Knollen werden in gute Laub- und Mistbeeterde verpflanzt und in das Zimmerfenster gestellt, wo sich bald Blätter und Knospen zu entwickeln beginnen. Aür die Küche. Gelee aus Holluuverveeven. Die schwarzen Beeren des Hollunders Sambucus nigra geben ein gesundes, haltbares blutreinigendes Gelee, wenn die Beeren richtig eingekocht werden. Da gerade Heuer die Birnen- und Zwetschen- ernte sehr gering ausfiel und Hollunderbeeren vielfach, weil wild wachsend, umsonst erhältlich sind, so möge die Geleebereitung mehr angewendet werden. Man kocht Gelee mit und ohne Zucker. Jedenfalls sind zuerst die abgepflückten Beeren zu waschen. Nimmt man Zucker dazu, so kocht oder läutert man den Zucker so lange in Wasier, bis er keinen Schaum mehr giebt. In dieses Wasser werden die Beeren geschüttet. Je nachdem man das Gelee süß haben will, nimmt man zu 1 Kilo Beeren Vs bis 1 Kilo Hutzucker. Will manUohne Zucker Gelee kochen, so nimmt man zu 1 Liter Beeren */< Liter Wasser, beides in einer großen Messingpfanne auf das Feuer setzend. Bis zum Kochen der Beeren kann das Feuer ein lebhaftes sein, später darf cs nicht zu stark sein, da sonst ein Anbrennen zu befürchten wäre. Während des Kochens ist, damit die Masse nicht anbrenvt, öfter umzurühren und der sich bildende Schaum abzuschöpfen. Nach 2^2 bis 3 Stunden wird das Gelee fertig sein und, wenn es erkaltet ist, in die Aufbewahrungsgläser gegossen werden können. Gewöhnlich läßt man es in den Gesäßen eine Nacht unbedeckt stehen, legt dann auf das Gelee ein in starken Branntwein getauchtes weißes Papier und bindet mit Fett- oder Pergament-Papier die Gläser zu, sie an kühlem Orte bis zum Gebrauche, als Zugabe zu Fleisch oder Brot aufbewahrend. (Prakt. Wegweiser.) Beschäftigungsmittel. Getreu dem Grundsätze „Für die Jugend ist das Beste gut genug", fabriziert die altrenommierte, seit 1785 bestehende Firma C. Abel- Klinger, Nürnberg, ein reiches Sortiment Gesellschaftsspiele unterhaltender und belehrender Art, bekannt unter dem Namen „Heim» chenspiele". Die Ausstattung ist eine ausgezeichnete, die Herstellung eine durchaus solide, der Preis ein sehr mäßiger, so daß auch die Hausfrau, welche mit einem kleinen Budget zu rechnen hat, ein Hcimchenspiel ihren Lieben schenken kann. Die Firma macht speziell darauf aufmerksam, daß jedes Spiel als Erkennungszeichen die gesetzlich geschützte Devise „Spiele Heimchen-Spiele" in blauer Schrift trägt. Zu beziehen sind die Heimchen-Spiele durch alle besseren Spielwarcn- und Buchhandlungen Deutschlands. Literarisches. „Deutscher Soldatenhort", Illustrierte Zeitschrift für das deutsche Heer und Volk. Herausgeber: General-Leutnant z. D- H- v. Below. Preis Pro Quartal 1,80 Mk. Verlag von Karl Siegismund, Hofbuchhändler, Berlin SW., Dessauerstraße 13. XI. Jahrgang. Nr. 4 enthält: Helene. Erzählung von Hans von Losgar. — Elementarschule in Dar-es- Salaam. (Bildertext.) — Bei Liegnitz am 15. August 1760. Eine Erzählung von Th. Waldheim. — Von der chilenischen Armee. (Mit Abbildungen.) — Nur nicht zu forsch. Von L. — Ein Kosakenmarsch auf den Schneegefildcn des Altai-Gebirges. (Aus den Memoiren eines Kosaken-Offiziers.) Aus dem Russischen übersetzt von Leutnant Schüler. — Beim Butterrühren. Nach dem Gemälde von W. Hasselbach. (Bilder- texk.) — Der Kampf Englands gegen die holländische Banern-Republik in Transvaal. — Landsknechtlied. Von H. Lingg. — Vaterländische Gedenktage. — Vermischtes. — Nene Bücher. — Splitter und Funken. — Rätsel. — Brieskasten. — Inserate. Skatarrfgabe. (Bei^französischen Karten gilt Treff gleich Eichel, Pique gleich Grün, Coeur gleich Rot, Carreau gleich Schellen.) Hinterhand spielt mit folgenden Karten: ♦ ♦ ♦ ♦ H H Grün(Pique)-Solo und verliert, obwohl zwei Asse im Skat liegen. Vorhand hat in ihren Karten 17, Mittelhand 41 Augen. Wie war die Kartenvertcilung und der Gang des Spieles? Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des geographischen Verschiebrätsels in'tior. Nr.: T ürkei Sy t ien S a moa Arabie« Per s ien Boli v ia England Sp a nicn A I gier Rtbaltien: ®. Burkhardt. — »ruck und Verlag der Brühl'schen Uni»erfit«t,-Buch. und Steindruckerei (Pietsch Erden) m «ehe«.