KVT Ätil W f oll dir frommen ein Schlag, da§ merke, Führ' ihn gleich mit entscheidender Stärke! Nur nichts Halbes, roo dir bewußt, Daß du das Ganze vertreten mußt! Geibel. (Nachdruck verboten.- Schuldig. Erzählung von F. Arnefeldt. (Fortsetzung.) Draußen im Vorsaal wurden Schritte und Stimmen laut- nach kurzem, schnellen Anklopfen öffnete sich die Thür, Ernst Sommer und Hans Helldorf traten ein. Beide hatten einige Stunden unten int Kontor gemeinschaftlich gearbeitet und kamen jetzt, um noch ein Weilchen in der Gesellschaft der ihnen so teuren jungen Mädchen zu verbringen. Aus beider Augen strahlte die Freude beim Anblick der sympathischen Gesichter, der anmutigen Gestalten, die heute beide helle Sommerkleider trugen. Herzlich und zärtlich fiel die Begrüßung aus, dennoch lag in dem Wesen der jungen Männer etwas, das beiden aufstel und Aurelie, noch ehe jene Platz genommen, zu der Frage veranlaßte: „Was habt Ihr? Doch kein neues Unglück?* „Nein, im Gegenteil," antwortete Hans Helldorf, „etwas Gutes!" „Die Diebe sind entdeckt!" schrie Aurelie auf. In Ernst Sommers Augen schossen Thränen und wehmütig sagte er: „Arme hoffnungsreiche Schwester, so weit sind wir noch nicht. Nur eine Spur, eine schwache Spur hat sich gefunden!" „O, das ist doch schon sehr viel!" rief Felicitas und reichte Ernst die Hand. „Wenn aus wolkenverhangenem Himmel die Sonne hervorbricht, darf man hoffen, daß wieder freundliches Wetter wird, und eine schwache Hoffnung nach bangen Leidenstagen kündet den Beginn besserer Zeiten an". „Mein holder Trostengel!" flüsterte Ernst, ihre Hände an seine Lippen drückend, Aurelie rief aber: „So laßt doch hören, was geschehen ist!" „Kleine Ungeduld!" scherzte Hans, „aber Du bist in Deinem Rechte". Abwechselnd erzählten sie nun, daß bei der Polizeibehörde ein Bericht aus London eingegangen sei. Ein vornehmer Herr, der seinen Namen nicht genannt habe, nach seiner Aussprache des Eugltschen aber ein Spanier oder Portugiese gewesen sein müsse, sei in das Bankgeschäft von Brooks Brothers gekommen, um deutsches Geld gegen englisches umzuwechseln, was anstandslos geschehen sei, dann hatte er gefragt, ob man auch Aktien deutscher Unternehmungen kaufen würde und mehrere Papiere, die er umsetzen wolle, genannt. Nun war es dem Angestellten der Firma, mit dem er verhandelte, auffällig geworden, daß der Südländer gerade deutsches Geld wechselte und deutsche Papiere verkaufen wolle- der ihnen gemeldete Diebstahl in Berlin sei ihm eingefallen, und er habe einem Kollegen leise den Auftrag gegeben, doch einmal das Verzeichnis der gestohlenen Aktien einzusehen, während er sich in eine Unterhaltung mit dem fremden Herrn einließ, auf die dieser auch mit großer Bereitwilligkeit eingegangen war. Inzwischen sei der junge Mann an das Sprachrohr gerufen worden, um eine Auskunft zu geben und während er sich umgedreht, war der Fremde schnell und geräuschlos verschwunden. Die Aktien, die er zum Verkauf angeboten, hätten sich in dem Verzeichnis der gestohlenen befunden, man könne aber nicht behaupten, daß es dieselben gewesen, die den Dieben in die Hände gefallen, da man sie nicht gesehen und nicht die Nummern vergleichen gekonnt habe. Das Verschwinden des Verkäufers deute aber darauf hin, daß er in unrechtmäßiger Weise in den Besitz der Papiere gelangt sei. Das Bankhaus hatte sich verpflichtet gefühlt, den Vorfall der Londoner Polizei zu melden und diese hatte wiederum die Berliner davon in Kenntnis gesetzt, freilich mit dem Hinzufügen, es sei nicht gelungen, eine Spur des Verdächtigen zu finden. „Und das ist alles!" rief Aurelie, die mit gespannter Erwartung den Mitteilungen gelauscht hatte, deren anfänglich freudestrahlende Miene im Verlauf derselben aber immer enttäuschter und niedergeschlagener geworden war. Durch ein trauriges Kopfnicken stimmte ihr Ernst bei, Felicitas rief aber: „Das ist nichts und ist doch recht viel. Wir wissen jetzt, daß die Aktien vorhanden find, und daß es den Dieben darum zu thun ist, sie zu verkaufen. Sie werden es bei dem einen mißlungenen Versuch nicht bewenden laffen und sich früher oder später in der eigenen Schlinge fangen!" „Sehr richtig" rief Hans Helldorf, „ich stimme Ihnen völlig bei, Fräulein von Kressen. Man muß jetzt die Wachsamkeit verdoppeln." „Wenn ich nach London reiste!" rief Ernst Sommer. Felicitas schüttelte verneinend den klugen Kopf, und Hans sagte: 50 b ,Menn ich mir einen Erfolg davon verspräche, würde ich das sehr gerne statt Deiner thun und noch heut abreisen. Ich glaube jedoch, man wird es in London bei dem einen Versuche bewenden lassen." „Aber was thun?" fragte Aurelie. „Warten!" entgegnete Felicitas mit großer Bestimmtheit. „Wer seine Augen offen hält uud warten kann, erreicht endlich jedes Ziel." „Wenn er so lange lebt!" seufzte Ernst, die Bemerkung klang aber doch so drollig, daß alle lachen mußten, und die so hervorgerufene heitere Stimmung ging nicht so schnell wieder vorüber. Beide Paare empfanden es doch als ein großes, wunderbares Glück, einmal wieder so traulich und ungestört bei einander sein zu können. Die Hoffnung auf eine beffere Zukunft, mochte sie noch so schwach sein, warf doch einen verklärenden Schein in die Gemüter, und Hans Helldorf, noch mehr aber Felicitas, gaben sich redlich Mühe, bei den Geschwistern Sommer den Trübsinn nicht aufkommen zu lassen. Ihre sonnige Heiterkeit, ihre feste Zuversicht wirkte ermunternd und aufrichtend. Das Pianino, das lange Wochen unberührt gestanden hatte, ward geöffnet, Hans nahm davor Platz und spielte eine Beethovensche Sonate, dann begleitete er einige Mendels- sohnsche und Schubertsche Duette, die Felicitas und Ernst und die beiden jungen Mädchen mit einander sangen. „Das war doch wieder einmal ein Beisammensein wie in früheren schönen Tagen", sagte Ernst Sommer, als man sich trennte, und schon lagerten sich wieder Wolken auf seiner Stirn,- Felicitas hatte dies nicht sobald bemerkt als sie auch rief: „Nimm es als eine Verheißung und als eine Ermunterung, daß wir glücklich sein können, wenn wir es nur sein wollen!" Ohnelder Gegenwart der andern zu achten, drückte er das holde Mädchen an seine Brust. VII. In ihrem mit raffiniertem Luxus ausgestatteten Wohnzimmer ging Frau Kommerzienrätin Helldorf unruhig auf und ab. Die Schleppe ihres dunkelroten seidenen Morgenkleides fegte so heftig über den Teppich, ihre Bewegungen waren so rasch und ungleichmäßig, daß mehr als einmal eine auf einem zierlichen Tischchen befindliche Vase mit Blumen oder eine kostbare Figur aus Meißner Porzellan in Gefahr geriet, umgeworsen zu werden. Nun trat sie ans Fenster und schaute auf die von beiden Seiten durch hohe alte Bäume wie von einem Laubdach überwölbte Bellevuestraße hinab, ohne doch von den dort fahrenden Equipagen oder von den das Trottoir füllenden Fußgängern etwas gewahr zu werden,- nun wandte sie sich wieder ab, blieb mitten im Zimmer stehen und lauschte angstvoll hinaus. Im Hause herrschte tiefe Stille, außer den Dienstboten und der Kommerzienrätin befand sich niemand darin, denn der Kommerzienrat und Hans waren nach dem in der Burgstraße belegenen Geschäftslokal, Adalbert zu einer Vorlesung nach der Universität gegangen, und Felicitas hatte auf Befehl der Kommerzientätin mit Hermine ebenfalls in die Stadt fahren müssen, um dort Einkäufe und Bestellungen zu besorgen, obwohl das Wetter recht unfreundlich war, und aus dem wolkenverhangenen Himmel jeden Augenblick ein Regenguß zu erwarten stand. Frau Helldorf mußte allein sein — mußte sich vor jeder Ueberraschung seitens ihrer Hausgenoffen geschützt wissen, denn sie hatte am vergangenen Abend wieder eine jener Botschaften erhalten, welche ihr in letzter Zeit die Ruhe ihrer Tage und den Schlaf ihrer Nächte — so viel sie davon überhaupt noch besessen — vollends geraubt hatten. „Ich muß Dich morgen vormittag sprechen, trage Sorge dafür, daß wir ungestört sind!" hatte ein Billet gelautet, das Dr. Corbus ihr gesandt, und wodurch er ihr gleichzeitig seine Rückkehr von einer Reise angekündigt hatte. Sie wußte, daß ihr nichts übrig blieb, als ihm zu gehorchen. Die Zeit verstrich, dehnte sich für die Wartende zur Unendlichkeit aus und schien ihr doch zu schnell zu verfliegen. Jede Minute, die sie noch allein blieb, war ihr wie eine Gnadenfrist, und trotzdem sehnte sie sich danach, von der grenzenlosen Angst, mit der sie dem Kommen des Gefürchteten entgegensah, erlöst zu werden. „Da ist er!" stöhnte sie auf, als draußen ein scharfer, lauter Klingelzug ertönte und drückte die Hand auf das laut klopfende Herz. Mit einer Selbstüberwindung, die sie sich sonst nicht leicht zumutete, gewann sie es über sich, dem meldenden Diener in guter Haltung zu antworten: „Ich lasse den Herrn Doktor bitten." Freundlich und mit ausgestreckter Hand ging sie dem Eintretenden entgegen, indem sie sagte: „Et, sieh da, Balthasar, das ist eine Ueberraschung! Nach Deinen Andeutungen habe ich Dich nicht so schnell zurückerwartet." „Und vielleicht gehofft, ich werde Dir wiederum für so ein zwanzig Jährchen aus den Augen gehen, meine teure Eugenie," erwiderte er, die nervös in der seinen zuckende Hand der Dame mit einer Galanterie an seine Lippen führend, die eine starke Beimischung von Hohn hatte. „Er lebt, er ist da, es behielt ihn nicht!" deklamierte er, als die Kommerzienrätin nicht antwortete, bot ihr den Arm und führte sie, die sich ihm willenlos überließ, zu einem der mit kostbaren Stickereien auf dunkelblauem Sammet überzogenen Sessel, während er selbst einen zweiten für sich herbeirollte. „Setz' Dich, liebe Emmeline, nah, recht nah zu mir, wir woll'n ganz vertraulich plaudern, niemand lauschet hier!" trällerte er, nachdem er die noch immer Schweigende pus halb zugekniffenen Augen einige Minuten betrachtet hatte. „Du scheinst ja heute recht scherzhaft gestimmt", bemerkte sie endlich. „Die Freude des Wiedersehens, meine liebe Eugenie. Du teilst sie doch?" spottete er. „Spiele nicht mit mir wie eine Katze mit der Maus!" sagte sie auffahrend. „Komm zur Sache. Was willst Du von mir?" „Oh, hast Du es denn gar so eilig?" entgegnete er, ohne sich nur einen Augenblick aus seinem angenommenen Phlegma bringen zu lassen und streckte sich noch behaglicher als zuvor in seinem Sessel aus. „Als nahe Verwandte und gute Freunde, die wir sind, können wir doch zunächst von diesem und jenem plaudern. Wie befindest Du Dich?" „Miserabel, wie immer!" stöhnte sie. „Ich wünschte, ich wäre tot!" „Ei, das sind wir noch lange genug!" lachte er. „Die Herrin eines so wunderbaren Hauswesens, die Frau, der jede Laune, jeder Wunsch erfüllt wird, sollte so nicht sprechen". Er ließ dabei seine Blicke im Zimmer umherschweifen, als wolle er jeden der darin befindlichen Gegenstände auf seinen Wert taxieren. „Alle Wünsche, nur den einen nicht!" murmelte sie. „Mich los zu werden!" spottete er. „Ach, Du weißt recht gut, was ich meine! Vergessen können!" Sie schlug die Hände vor das Gesicht. „Ich wüßte nicht, was Dich daran hinderte", entgegnete er. „Ich —" „O, ich konnte es nicht, auch als Du fern warst!" seufzte sie. „Hätte ich damals Deinen Ratschlägen nicht Gehör gegeben!" „Du thatest es willig genug. Ja, als ich zögerte, drängtest Du mich, damit der günstige Augenblick nicht verloren ginge. Und es ist ja auch alles so still, so unauffällig von statten gegangen. Niemand hat den leisesten Argwohn geschöpft". „Aber ich —" „Nun, Du bist die reiche, die beneidete, die angebetete Frau, ich weiß wirklich nicht, was Du noch willst?" — 507 — . „Ö, Balthasar!" „Statt mir dankbar zu sein, machst Du mir Vorwürfe. Nach langjähriger Abwesenheit hoffte ich mit offenen Armen empfangen zu werden, statt dessen —" „Du kannst Dich über die Aufnahme, die Du in unserem Hause gefunden hast, nicht beklagen", unterbrach sie ihn. Er schnitt eine Grimasse. „Darüber ließe sich viel sagen. Aber lassen wir das und die Reminiscenzen dazu. Beschäftigen wir uns mit der holden Gegenwart. Nach Deinem Befinden habe ich mich bereits erkundigt. Wie geht es dem Herrn Kommerzienrat, den Söhnen und dem Töchterchen? Wie steht es sonst im Hause?" „Es hat sich nichts verändert", antwortete mit bebender Stimme die Kommerzienrätin, denn sie sah jetzt den Augenblick herankommen, wo er zum direkten Angriff übergehen würde. Seine nächste Frage lautete denn auch: „Und wie befindet sich meine holde, vielgeliebte Felicitas ?" „Wie immer". „Du hast mit ihr gesprochen?" „Mehr als einmal". „Nun?" „Immer dasselbe Resultat. Sie will nicht". Er sprang auf und stieß einen Fluch aus. „Aber sie soll wollen- sie muß wollen!" schrie er und stampfte mit dem Fuß. (Fortsetzung folgt.) Obst für Hühner. Ein Engländer will, nach einer Mitteilung des „Praktischen Wegweisers", Würzburg, die Beobachtung gemacht haben, daß Hennen im Herbste, obschon noch in der Mauser begriffen, wieder zu legen anfingen, nachdem sie zu einem Schober frischer Gerste freien Zutritt gehabt und im Obstgarten fleißig die abgefallenen> weicheren Herbst- üpfel unter Verschmähung der härteren Winteräpfel angepickt hatten. In den ersten zehn Tagen des Oktobers hatte er von .sechs Hühnern dreißig Eier erhalten. Die Vorliebe der Hühner für Obst aller Art ist bekannt. Es wäre gut, einmal zu untersuchen, welchen physiologischen Wert eine Beigabe von Obst zum Futter bei Hühnern hat und welcher wirtschaftliche Nutzen sich mit solcher Beigabe erzielen läßt. Aeld und Karten. Gegen die Blutlaus hat ein Leser des „Praktischen Wegweiser", Würzburg, seit lange als billiges und probates Mittel eine Abkochung von Quasstaspänen angewendet. Für 10 Pfg. erhält man so viel Späne, um zwei Liter Brühe genügend stark herzustellen. Quassiaspäne hat jeder Drogist. Die Brühe ist nur ein Gift für kleine Insekten, sonst aber geruch- und gefahrlos. Sollte Schneckenfraß im Herbst am jungen Getreide, Klee und dergleichen sich einstellen, was besonders bei nassem Wetter zu erwarten ist, so wende man das Kalkstreuen an. Frisch gelöschter, zu Pulver zerfallener Kalk (9 bis 10 Hektoliter auf 1 Hektar) ist bei trockenem Wetter in den Morgenstunden auf die von den Schnecken befallenen Flächen auszustreuen- der Sicherheit der Wirkung wegen noch ein Weites Mal eine Viertelstunde später. Da die Ackerschnecke in der Regel von außen in die Ackerstücke einwandert, so sollte man da, wo ihr massenhaftes Auftreten zu befürchten ist, rechtzeitig rings um diejenigen Felder, die besonders gefährdet sind, Kalk streuen, um von vornherein den Eindringling abzuhalten. Kesundyeitspflege. Neue KühlglSser für Getränke. An Magengeschwüren, schweren Erbrechungen, Lungenblutung, Bauchfellentzündung, Kehlkopfschwindsucht Leidenden werden eiskalte Getränke verabreicht. Da muß man das Trinkgefäß in ein anderes, mit Eis gefülltes Gefäß stellen, vor dem Gebrauch abtrocknen, das Eis bald wieder ersetzen. Das ist umständlich. Man kann sich da leicht ein Kühlglas, wie es durch Dr. Aron in Gebrauch gekommen ist, zusammenstellen. Ein größeres, dickwandiges Glas mit Handgriff (etwa ein Bierkrügel) ist am Rande nach innen zu mit einem Gummiring versehen. In dieses größere Glas wird ein zweites kleineres hineingestellt und durch den gleichzeitig als Dichtung dienenden Gummiring festgehalten. In den Zwischenraum zwischen beide Gläser kommen kleine Eisstückchen, in das kleinere Glas das Getränk. Damit das innere Glas leicht hineingesteckt und herausgenommen werden kann, empfiehlt es sich, im Gummiringe eine kleine Oeffnung zum Entweichen der Luft anzubringen, die dann durch einen kleinen Glasstöpsel wieder verschlossen werden kann. In einem solchen Kühlglase bleibt das Eis, dem man etwas Kochsalz beimischt, vier bis fünf Stunden erhalten. Beim Trinken hält man das äußere Glas. Der Honig als Heilmittel gegen Brandwunden. Die vorzüglichen Eigenschaften des Honigs als Nahrungsmittel sowohl wie als Medizin sind wohl allbekannt- daß aber der Honig auch bei offenen Wunden und bei Verbrennungen der Haut durch siedendes Fett oder Wasser von wunderbarer Heilkraft ist, dürfte wohl noch vielen nicht bekannt sein. Jüngst hatte sich eine Köchin mit siedendem Fett an den Armen arg verbrannt- da sie nicht gleich etwas anderes zur Hand hatte, ergriff sie schnell den Honigtopf und bedeckte die Brandwunde ganz mit Honig, machte also damit Umschläge- nach einiger Zeit war die Wunde ganz geheilt, wie weggewischt, ohne auch nur im geringsten einen Fleck auf der Haut zu hinterlaffen. Auch offene Schäden werden durch Aufschläge von Honig und Essig rasch und sicher geheilt. Der Honig hat also nicht nur als Nahrungsmittel, sondern auch als Heil- rsp. Hausmittel einen unschätzbaren Wert- er sollte in keinem Haushalt fehlen. Aür die Küche. Ein ziemlich nn-ekanntes Gemüse, das sehr zart und fein schmeckt, geben die Blütenknospen der Schwarzwurzeln. Bevor die doldenartig nebeneinander stehenden Knospen sich zur Blüte öffnen, pflückt man sie, entfernt die äußeren Blättchen und siedet sie in Salzwaffer. Dasselbe färbt sich bald hellbraun, die Knospen nehmen aber eine schöne, grüne Farbe an und sind bald weich. Dann gibt man über die abgeseihten Knospen eine gute Buttersauee- sie lassen sich auch gesotten und erkaltet als Salat verwenden. („Prakt. Wegweiser.") Salmi ä l’ancienne. Zehn Personen. Bereitungszeit zwei Stunden. Zuthaten: Vier junge Rebhühner, 125 Gramm Butter, 1/4 Liter Kraftbrühe aus Liebig's Fleisch-Extrakt, sechs geschälte Chalotten, vier Eßlöffel spanische Sauer, Saft einer halben Zitrone, ein Glas Madeira, Salz nach Geschmack. Die sauber vorbereiteten Rebhühner werden in der Butter halb gar gebraten, nach dem Erkalten von der Haut und dm Gerippen gelöst, in zierliche Stücke zerlegt und in der Kraftbrühe aus Liebig's Fleisch-Extrakt langsam weich gedünstet. Kurz bevor dies geschehen ist, setzt man der Brühe die Chalotten und die spanische Sauce zu, ebenso Zitronensaft und läßt sie zur Hälfte einkochen. Inzwischen stieß man die Abfälle der Rebhühner im Mörser mit einigen Löffeln der Sauce, treibt sie durch ein Sieb, verbindet sie' mit dem Salmi, das im Wasserbade heiß erhalten wird, und fügt den Wein zu. Die Speise wird beim Anrichten mit gerösteten Weißbrotscheiben oder Butterteig-Fleurons garniert. V-rmMhtes. Werden große Männer alt? Man ist versucht, „nein" zu sagen, wenn man an Schiller, Byron, Mozart und Rafael denkt. Und doch erreicht fast die Hälfte aller „Führer der Menschheit" das vom Psalmisten besungene Alter von 70 Jahren. Aus folgender Tabelle, die uns das 508 — v»n vielen berühmten Männern erreichte Alter angibt, und die wir einer Mitteilung des Internationalen Patentbureaus Carl Fr. Reichelt, Berlin NW 6, entnehmen, ist dies deutlich zu ersehen: Heerführer: Alter: Moltke 91 Xenophon 86 Wellington 83 Bernadotte 80 Blücher 76 Dschingis Khan 72 Tilly 72 Marlborough 72 Marius 71 Timur 68 Themistocles 65 Hannibal 63 Napoleon 51 Alexander der Große 32 Gelehrte: Alter: Humboldt 89 Newton 84 Plato 82 Kant 79 Galilei 78 Copernikus 70 Sinne 70 Leibnitz 70 Socrates 68 Aristoteles 62 Hegel 61 Descartes 53 Spinoza 44 Musiker: Alter: Haydn 77 Händel 75 Spohr 75 Palestrina 70 Bach 65 Beethoven 56 Schumann 41 Weber 39 Chopin 39 Mendelssohn 38 Mozart 35 Schubert 25 Staatsmänner: Alter: Washington 67 Cicero 63 Cromwell 59 Richelieu 57 Caesar 55 Alfred der Große 52 Pitt 47 Mirabeau 42 Dichter: Alter: Sophokles 90 Voltaire 84 Goethe 83 Viktor Hugo 83 Corneille 78 Herodot 76 Euripides 74 Thucydides 70 Petrarca 70 Rabelais 70 Aeschylus 69 Cervantes 68 Milton 65 Scott 61 Racine 59 Horaz 57 Dickens 57 Dante 56 Shakespeare 52 Virgil 51 Moliöre 51 Schiller • 45 Byron 36 Maler: Alter: Tizian 99 Michel Angelo 89 Rubens 63 Rembrandt 63 Velasquez 61 Holbein 57 Vandyk 42 Correggio 40 Raphael 37 Religionsstister: Alter: Confucius 71 Luther 66 Mohamed 62 Calvin 54 Staatsmänner: Alter: Talleyrand 84 Bismarck 83 Augustus 76 Disraeli 75 Friedrich der Große 74 Karl der Große 71 Brave Rosselenker. Die Droschkenkutscher in Stockholm würden es eigentlich verdienen, daß sich einmal ein Schilderer eingehend mit ihnen beschäftigte; sie sind ganz anders, als sonst Droschkenkutscher zu sein pflegen. Während nämlich die Droschkenkutscher in anderen Städten den Wunsch zu hegen pflegen, Fahrgäste zu bekommen, ist das in Stockholm ganz anders. Die Kutscher hassen die Fahrgäste und wollen nichts von ihnen wissen. Wenn man dort einen edlen Rosselenker zum Fahren auffordert, macht er ein mürrisches Gesicht über die unerwünschte Störung seiner Ruhe und sinnt nach, wie er den unbequemen Menschen, der es schändlicherweise gerade auf ihn abgesehen zu haben scheint, wieder los werden kann. Nennt man ein etwas entferntes Ziel, dann gibt er einem sofort den Rat: doch lieber mit einem der kleinen Dampfboote zu fahren; das sei doch viel praktischer,u. s. w. Wer Italien bereist hat und sich dann von der Zudringlichkeit der neapolitanischen Kutscher erholen möchte, kann nichts besseres thun, als zu deren „Antipoden" nach Stockholm zu fahren. Ob die Droschkenkutscher in Stockholm ein festes Gehalt bekommen, das gleichmäßig an alle ausbezahlt wird, gleichgiltig, ob sie fahren oder an den Halteplätzen frühstücken — was sie übrigens von morgens 6 bis abends 12 Uhr zu thun pflegen — ist mir nicht bekannt geworden. Es scheint sich aber so zu verhalten. Eine nette Fallgrube birgt übrigens der Stockholmer Droschken-Tarif für den Fremden. Wenn man nämlich „auf Zeit" fährt und einmal nur über die Stadtgrenze hinauskommt — muß man für die ganze Zeit statt 1,20 Kronen deren 2 per Stunde bezahlen. Dem Schreiber dieser Zeilen ist einmal das Malheur passiert, in der fünften Stunde die Grenzen der Stadt zu überschreiten; er mußte diese Schändlichkeit durch Mehrbezahlung von ca. 3 Kronen für die vier vorausgegangenen Stunden büßen, welche er in der inneren Stadt zugebracht hatte. Das ist eine Fallgrube für den Fremden, denn der Einheimische fährt — Bicycle! Neuerdings sind Taxameter-Droschken in Betrieb genommen, welche für den Fremden eine wahre Erlösung darstellen. Da der Norden immer häusiger das Ziel der deutschen Touristen wird, ist es gut, wenn man diese Dinge beachtet. Der Reisende wird andernfalls manchen Aerger erleben, welcher ihm das Vergnügen des Reisens beträchtlich schmälern kann. Aber die Stockholmer Droschkenkutscher sind jedenfalls eine Spezies, die in unserem Zeitalter des Verkehrs eine hervorragend komische Rolle spielt. Or. Pf. Der Kartoffelanbau liefert in Deutschland, rund gerechnet, einen Etrag von 140,000,000 Zentner in Frankreich 67,500,000, in Rußland 56,500,000, Oesterreich 41,500,000, England 28,500,000, Belgien 23,000,000, Ungarn 15,000,000, Niederlande, 11,500,000 Zentner. Silbenrätfel. Nachdruck verboten. au, b, b, den, der, e, en, g, gur, hed, ei, i, ken, lat, m, nen, er, ro, sa, tan, te, w. Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sechs Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangsbuchstaben, von oben nach unten, und die Endbuchstaben, von unten nach oben gelesen, den Namen eines deutschen Dichters und den Titel eines seiner Dramen bezeichnen. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter der Reihe nach folgendes: 1. Beliebte Zuspeise. 2. Eine Auszeichnung. 3. Spanischen Fluß. 4. Einen Baum. 5. Weiblichen Vornamen. 6. Nützlichen Seevogel. Auflösung in nächster Nummer. Auflösung des Diamanträtfels in voriger Nummer: H Gas Gabel Habicht ® i O t O h> t Rebattie«: E. »urkhnrdt. - »ruck und B-rlag der Brühl'schm Univkrsttits-Buch- und Gteindruck-rei (Pietsch Erben) in Gießen.