1898. 1QT w 3TM JbäS^aiujiriii uBfi® -n will |R!^ MM MMM UWZN könnt' ich doch den Streit In der Natur versöhnen, Und zur Verträglichkeit Die Menschen auch gewöhnen! Daß, wenn ich still versank Und mich in Frieden strecke, Nicht bald ein lauter Zank Und bald ein Sturm mich wecke! So selten ist der Brust Ein reines Glück beschieden, Und immer stört mit Lust Die Welt den kurzen Frieden. Rückert. Felsgarten. Roman von Clara Bucker. (Fortsetzung.) Heinrich wurde das Herz weit bei diesem Anblick. Die Anderen merkten es nicht. Sie gingen alle Drei zusammen, sprachen von der Gegend und den Ernten, der Aussicht und dem Rundblick, Hilde allein schritt still vorwärts. Aber, wie sie über das Grün sah, wie sie die Stämme hinauf durch die Wipfel blickte, den Horizont abmaß, in ihrem tiefen Ernst seine Wolkenbildung wie Färbung verfolgte, dann sich zu den Vieren umwandte und hell sagte: „Hübsch, nicht wahr?" das blieb ihm unnachahmlich und einzig. Durch dichten Laubwald ging es bergauf, ein Weg, den Tauchlitz seinen Herzmesser nannte. Er verschmähte die Stufen, die in der Pfadmitte das Steigen erleichtern sollten, während zu ihren beiden Seiten der natürliche, schlüpferige Abhang den Kraxelern geblieben war. Diesen hinauf stieg er stetig, ohne inne zu halten und langte in kaum merklicher Athemnoth oben an. Ein Wirthshaus nebst Garten lagen dort, und da besonders Hilde rothglühende Bäckchen davongetragen hatte, setzte man sich in eine vom Hause geschützte Halle. Doch erst nachdem die Höhenzüge des Gebirgs, heute in weißlichen Dunst gehüllt, studirt waren, wobei Irmgard alle Namen zu nennen wußte, bis ihr Mann sie in ein warmes Tuch und in die Halle zwang. Hilde ging neben Wulffen, als sie dem Ehepaare folgten. „Die Gebirgskämme drüben zu ersteigen und ihre Gipfel erreicht zu. haben, ist fast nichts gegen den Genuß des Abstiegs," plauderte sie zu ihm. „Von Zeit zu Zeit sich umwenden nach den trotzigen Höhen — gerade das giebt unvergleichliche Eindrücke. Jetzt liegt die Sonne hell und gleißend darauf, danach hüllt eine graue, dann eine schwarze Wolke sie in düster erhabene Schatten." Heinrich hörte nur halb. Die sanfte Dämmerung, die sammetdunklen Wälder um ihn her und neben ihm das holdeste Wesen zu ihm geneigt, störten ihn auf, daß es heiß und zitternd aus seiner Brust in die glühenden Augen, die bebenden Lippen, die hastigen Finger stieg. „Nur dies, ich bitte," flehte er, den kleinen Schleier fassend, der ihr abgeglitten war. Hilde wich zurück, griff danach und hörte noch einmal das flehentliche „bitte", daß sie das dünne Gewebe in seiner Hand ließ, aber auch eiligst nach der Halle lief, indeß Heinrich das Ding festhielt, es küßte und verbarg, als sei es die Urkunde über Hildes Besitz selbst. In der Halle toste es laut und lustig. Eine Gesellschaft von Damen und Herren hatte sich eingefunden und mit ihnen ein lustiges Gewäsch, das Heinrich noch einmal an die eben genossene Stille denken ließ. Hilde saß am Tisch beim Vater, noch rosig vor ihrer Gluth vorher, doch so vertieft in das lebhafte Treiben, daß sie nicht Auge und Ohr zu haben schien für die eigene Gesellschaft. Wie es sich bald merken ließ, verjubelten die Leutchen die Vergnügungskasse ihres Gesangvereins/ aus einer benachbarten kleinen Stadt unternahmen sie im Sommer eine Partie in das naheliegende Gebirge oder wie diesmal nach G. und der Landeskrone. „Im Winter wirds jedenfalls ein Ball," lächelte Hilde zu Irmgard, die sofort einige Worte über die obskuren Krähwinkler fallen ließ. „Der Dirigent gefällt mir mit seinen Haaren nach Liszt," gab Tauchlitz hinzu. „Die schwarzlockige Dame mit den Gluthaugen scheint der Stern ihres Vereins zu sein," sagte Wulffen. „Möchte sie singen hören," spottete Irmgard. „Wünsch' es Dir lieber nicht," meinte Hollmann lächelnd, „die Art kennt kein Erbarmen. Uebrigens machen die Ehrenmütter es sich leicht — einzelne Hühnchen schwärmen bereits aus." „Das abendliche Futter bringt sie wieder zusammen," tröstete Tauchlitz. 446 Drüben waren unterdessen die Tafeln gedeckt, die Rücksprachen mit Wirth und Kellnern genommen worden, man setzte sich zurecht und begann einen Gesang, vielleicht als Zeichen für die Versprengten oder zur Beruhigung der Hungrigen, sicher aber auch als unumstößliche Darlegung ihres Zweckes und Zieles vor den Wirthsleuten wie vor den einzigen Gästen außer ihnen, die genau so bescheiden wie aufmerksam schienen. Blau-Blümelein sang der gemischte Chor, die Mehrzahl iw rührenden Glauben an ihre Kunst - wo jedoch ein Empfinden für muthmaßliche Unzulänglichkeit dämmerte, lebte das Bewußtsein um so stärker auf, vermöge des besseren Könnens die anderen Bemitleidenswerthen sichtbar zu stützen. Irmgard sprühte förmlich von boshaften Randglossen, Tauchlitz und Hollmann winkien ihr amüsirt Beifall, aber auch Stillsein zu, Wulffen glaubte noch nie eine elendere Verquickung von schwacher Natur und verzerrter Halbkunst gehört zu haben, er mußte seinen Unmuth gewaltsam Niederhalten. Hilde wurde ihm gleich ernster und stiller, ja, er sah deutlich, daß ihr zwei Thränen von den dunklen Wimpern über die Wangen schlichen, indeß ihre Lippen zuckten und sich bitter zusammenpreßten. Er wußte bereits, wie schwer sie die Kleinheit, die Selbsttäuschung der Menschen empfand, aber Thränen? Deswegen? Blau-Blümelein verklang, das Gespräch kam wieder zu seinem Recht, die Teller klapperten drüben vernehmlich und wurden nun auch hieraufgesetzt, was der Wirth entschuldigte: Der Verein hätte bereits gestern telegraphisch bestellt. Man sagte nichts dagegen, das Essen begann Heinrich vermochte nichts zu genießen. Er trank schnell hintereinander, damit er das schlagende Herz bändige, aber zuletzt riß es ihn doch in das Ungewöhnliche. Unter gemurmelter Entschuldigung stand er auf, näherte er sich dem ebenfalls unruhigen Capellmeister, dem sein Völkchen allerhand Beschwerde verursachte. Wulffen stellte sich als ein wenig zur Zunft gehörig vor, lobte des Mannes Geduld seinem spröden Material gegenüber und stieß auf mehr Einsicht, als er vorher ver- wuthen konnte. „Sie werden Mancherlei gedacht haben," schloß der schulmeisterlich ernste Mann, „aber das Leben einer kleinen Stadt macht genügsam. In jungen Jahren, als man noch frei war, trugen Einen Sehnsucht und Würde weiter, ja, ich gestehe es, in mancher stillen Stunde packt es mich noch, einmal wieder Gutes zu hören." „Wollen Sie es mir nicht für Eitelkeit auslegen, wenn ich Sie um Ihre Geige dort bitte?" fragte der glühheiße Wulffen. Schon hielt er sie in den Händen. „Vielleicht bemerken Sie Ihren Herrschaften, daß mich der gehaltene Vortrag zu einer Erwiderung treibt." Das wurde ausgeführt noch während er stimmte, dann legte er die Geige fester an, und wie es geschieht, sobald Menschen im Hochgefühl ihrer selbst oder gar einer anderen persönlichen Macht über sich hinauswachsen, so begleitete ihn auch heute dieser Aufschwung in seine Kunst. Nichts Irdisches und dennoch aller Erden Schönheit hing an seinen Tönen, mit denen er die Hörer bannte, daß sie mindestens in beklemmter, athemloser Befangenheit saßen, wenn sie nicht, wie der Dirigent, in höchster Verzückung oder, wie Tauchlitz, Irmgard und Hollmann hingerissen und ergriffen dem Spiele folgten. Von Hilde allein konnte man sagen, sie verstand solches Schaffen. Alle Körperlichkeit schien von ihr genommen. Wie sie auf dem Stuhl herumgefahren, der Arm über die Lehne gesunken, den schmalen Fingern die Serviette entglitten war, so verharrte sie lächelnd, wohlig, als sei sie endlich, endlich im eigensten Element angelangt. So sah Wulffen sie, indem er seine Blicke aus der Dunkelheit, die vor der Halle lag, löste und langsam zu ihr gleiten ließ. Das war zu viel, er mußte absetzen. Natürlich geschah es in schicklicher Weise, so daß der Beifall ringsum immer noch wohl angebracht blieb. Dies Getöse riß Hilde empor. „Ich gehe voran, Papa, Ihr holt mich ein," ries sie zurück- im Gehen steckte sie den Hut fest, die kleine Jacke mit dem Ellenbogen an sich drückend. Nachdem Wulffen sich drüben losgemacht hatte, fand er seine Gesellschaft im halben, rathlosen Aufbruch. Man bezahlte und stieg Hilde nach, was unter den dunklen Bäumen immerhin vorsichtig geschehen mußte, kurz, die kleine Verwirrung löste sich erst bei Irmgards Murren, Hilde müsse ständig anders handeln, als vernünftige Menschen, dem sie allerdings eilig folgen ließ: „Aber Sie, Heine, haben mich, uns Alle überrascht." „Noch finde ich keine Worte"/ sagte Tauchlitz unter den widerstreitendsten Gedanken. „Vielleicht, Vielleicht ist es ein starkes Unrecht, Dich von Deiner Kunst, aus Deinem letzten Kreise zu lösen. Gutsbesitzer könntest Du eher nebenbei sein, als Künstler." „Ihr Vortrag war phänomenal," sprach Hollmann aus der Zerknirschung Persönlichen Unwerthes heraus. „Sie können doch gar nicht im Zweijcl sein, wo Ihr größtes Können liegt." „Doch, doch," wehrte Wulffen ab, „Sie dürfen nach einer Inspiration nicht gleich fertig urtheilcn —" Er sah angestrengt um sich, wo Hilde blieb. Endlich gelangten sie an ihre Seite. Sie aber sagte kein Wort. Langsam bewerkstelligten sie den Abstieg und gelangten allmählich aus dem dichten Holz in freie Gegend, wo der Mond groß, in röthlichem Glanze über ihnen hing, daß die Sterne dagegen bleich schimmerten. Hier fand Frau Irmgard ihre gewohnte Art wieder, leicht brachte sie ein Gespräch zusammen, von dem Hilde kein Wort verstand, nur daß das Geräusch der Stimmen sie störte und abstieß. Bald hinter dem Blockhaus verabschiedeten Hollmanns sich, wobei sie ihre Einladung zu morgen Mittag eindringlich wiederholten. Die Promenade entlang lief Hilde voraus nach Hause, stürzte oben in ihr Zimmer, nahm einige Blätter aus verschiedenen Mappen und lief damit nach der Mädchenstube. „Anna, sind Sie noch wach? Laufen Sie, legen Sie das Dings hier auf Wulffens Tisch. Ich Habs vorhin vergessen und Herrn Laudrath liegt viel an der Besorgung. Vorsicht!" So log sie, die noch nie ein unwahres Wort gesprochen. Anna kam zurück „Es ist besorgt, Fräulein- soll ich noch etwas?" „Nein, danke. Gute Nacht." Hilde flog die Treppe hinab ins Eßzimmer, wo die Lampe traulich brannte und die beiden Herren gleich danach eintraten, ihr gute Nacht zu wünschen, denn Tauchlitz war müde und Wulffen schützte es vor, weil seine Selbstbeherr'chung Gefahr lief. Seltsam warm sagte sie dem Papa gute Nacht. Daran mußte Tauchlitz denken, während er schon in den Kissen lag. Mußte das nun sein? Muß sein Kind, das innerlich störrische, solch ein Unglück haben? Konnte Wulffen sich nicht mit der Theaterdame begnügen- statt ihm das Kind hier aus seiner herben, holden Abgeschlossenheit zu reißen? Indeß, sein gesunder Schlaf überfiel ihn und trieb ihm die Vatersorgen gründlich aus, als Hilde noch an ihrer Thür stand, die Hand am vorgedrehten Riegel. Jetzt fielen Wulffens Blicke auf das, was sie geschaffen, jetzt erriethen sie ihr Wollen — Schritt für Schritt würde er nun Vordringen in ihrem Reich. Wie die Scham sie packte und niederdrückte bis zum athemlosen: Hätt' ichs doch nicht gethan! Sie streifte die Schuhe von den Füßen, die Taille von 447 Vermischtes. Mein Vater" Haarschwund mW Kahlköpfigkeit. der „Tgl. Rdsch." äußert sich ein Arzt über dieies wichtige Thema folgendermaßen: „Da die Kahlköpfigkeit bekanntlich durchaus nicht verschönt, im Gegentheil oftmals recht verunziert, so ist es sehr natürlich, daß Jemand, wenn er bei sich einen allzu reichlichen Ausfall der Haare bemerkt, in nicht geringe Bestürzung versetzt wird. Bemerkt mag hier werden, daß auch ein regelmäßiger Ausfall von Haaren vorkommt, daß also bei ihnen stete Erneuerung sich vollzieht. Bet den Augenwimpern beträgt zum Beispiel die Lebensdauer jedes einzelnen Haares, wie sorgfältige Beobachtungen gezeigt haben, durchschnittlich 125 Tage, nach deren Ablauf die Wimper ausfällt und durch eine neue ersetzt wird. Handelt es sich al o nicht um einen solchen, sondern nur um einen bedeutend reichlicheren Ausfall von Haaren, für die ein Ersatz nicht wieder stattfindct, so ist die Bestürzung allerdings berechtigt. Gewöhnlich werden dann Aerzte und Laien um Rath gefragt und bald dieses, bald jenes Mitiel zur Bekämpfung des Haarschwundes empfohlen und angewandt. Die Zahl dieser Mittel zur Stärkung des Haarbodens ist ungeheuer groß, und einzelne sind auch recht sonderbarer Art- daß sie indeß alle recht wenig leisten, beweist die That- sache, daß die Glatze trotzdem durchaus nicht aus der Welt geschafft ist, sondern immer häufiger wird. Von dem Haarausfall nach Jnfectionskrankheiten will ich hier nicht reden, zumal da nach ihnen, wie z. B. beim Typhus, die Haare später fast immer vollkommen sich erneuern. Auch von einem ziemlich seltenen, durch eine bestimmte Bacterienart hervorgerufenen, immer in Kreisform erfolgenden und daher mit einer Tonsur verglichenen Haarausfall und dessen Bekämpfung will ich hier nicht reden, sondern nur von dem scheinbar ohne jeden Grund erfolgenden Haarausfall. Bei Aerzten und Laien ist die Ansicht sehr verbreitet, daß der Haarschwund eine Folge der sogenannten Schuppenbildung auf der Kopf- Wie die beiden Dumas arbeiteten und lebte« „Mein Vater" - so schreibt Dumas fils an den Schrift- steller Maurice de Fleury auf eine diesbezügliche Anfrage — 1 Hetzen zum Theil aus abgestoßenen ’ der Kopfoberhaut, zum Theil sind cs vertrocknete Auk- ^eidungen aus den kleinsten Hautdrüsen. Es sollen diese S Haarboden ungünstig beeinflusse». Gegen diese nbcffen Beobachtung, daß bei einer großen Zahl von Leuten mit einer überaus zahlreichen Schuppen- mÄftT HENmchs nicht allein besteht, sondern A d.^stehen blecht. Wenn nun die Schuppenbildung nicht die Ursache des Haarausfalles ist, welche andere Gründe giebt die den Haarwuchs ungünstig beeinflussen? Zunächst dazu das zu häufige Schneiden der Haare. Bekannt ist, daß Frauen, die sich dem Haarschneiden selten oder gar mcht unterziehen, zumeist den schönsten und dichtesten Haarwuchs zeigen, und daß bei Chinesen ein Haarschwund nur an den nicht zum Zopf verwendeten Haarmaffen einzu- treten^ pflegt, ^edes Haar stellt einen Cylinder dar, der beim schneiden an der einen Seite blosgelegt wird und dort mechanischen, chemischen, thermischen und bacteriellen Ein- rÄ r ns.ens.16eqUerm.en Angriffspunkt bietet. Rach dem Haar- schnitt sind die auf dem Scheitel wachsenden Haare mit ihrem nach oben offenen Ende irgendwelchen Schädlichkeiten viel mehr ausgesetzt als die sich dachziegelförmig deckenden Partien dec Nacken- und Schläfenseiten und ist es daher erklärlich, b" Scheitel gewöhnlich zuerst kahl wird. Einen Beweis für die Thatsache, daß mechanische und thermische Schädlich- ke ten, z. B. also Druck und Behinderung des Luftzutrittes, ein wesentlich schädigender Grund für den Haarwuchs sind hat eine Modethorheit geliefert, die in den sechziger und siebziger Jahren bei der Damenwelt sehr beliebt war, ich meine den Chignon, eine Modetracht, bei der das Haar in ktoetl^-^eUte^^nri^en. zusammengeschlungen und auf dem Scheitel durch einen Kamm befestigt wurde, wobei fast ™ei z^ Verschönerung und Vergrößerung der Frisur falsche Haare Verwendung fanden. Es zeigte sich nun bald, daß am Scheitel, auf den die ganze Haarmaffe drückte und wo der Luftwechsel verhindert war, sich eine kahle Stelle bildete, aus welchem Grunde das schöne Geschlecht diese Haar- tracht dann bald wieder durch eine andere ersetzte. Ungünstige Lüftungsverhältnisse ohne gleichzeitigen Druck sind an und für sich auch schon geeignet, den Haarwuchs zu behindern. Die im Allgemeinen bedeutend geringere Luftdurchgängigkeit der männlichen Kopfbedeckung gegenüber der weiblichen trägt demnach dazu bei, daß die Zahl der kahl- kopstgen Manner ganz erheblich größer ist, als die der Frauen. Leider wird es nicht für fashionable gehalten, selbst rn der wärmsten Sommerzeit den Cylinder oder Filzhut mit dem bei Weitem zweckmäßigeren Strohhut zu vertauschen doch die Strafe kommt über sie und über ihre Häupter nämlich in der Gestalt der Glatze. Eine der in hygienischer Beziehung für die Haare ungeeignetsten Kopfbedeckungen ist der Helm, aus welchem Grunde langjährige Träger eines solchen auch zumeist nicht allzu großen Ueberfluß von Haaren zu besitzen Pflegen. Von wie großem Einfluß ferner der ungehinderte Zutritt von Luft und Licht auf die Entwickelung der Haare ist, lehrt die Erfahrung, daß falls Körperstellen, die für gewöhnlich bedeckt gehalten werden, des Experimentes halber oder aus anderen Gründen, längere Zeit offen getragen werden, sie mit der Zeit einen stärkeren Haarwuchs erhalten. Aus den obigen Erörterungen folgt also, daß die wirksame Bekämpfung des Haarichwuudes und der Kahlköpfigkeit fast ausschließlich auf hygienischem Gebiete möglich ist. Die Vermeidung eines allzu häufigen Haarschneidens, ferner das Tragen von leichten und luftdurchgängigen Kopfbedeckungen sind die besten Mittel, den Haarwuchs zu erhalten oder zu kräftigen den Schultern, halb angekleidet warf sie sich auf das Bett unb ,°9 [tarr„om.1 krampfhaft gefalteten Händen, wehrlos, ™ bem kein Weib entrinnt, wenn der sieghafte Mann ihre Seele überblickt. 9 Als Wulfsen in seinem Zimmer die Mappe fand und die Hand darauf legte, stieg ihm das Kindergefühl vor der SX '**' ei" D»st, -in AH--N, eine Dann vertiefte er sich in die Mappe. Bei aller Hast hatte Hilde doch mit dem blitzschnellen Verstände zugegriffen, möglichst Einheitliches, sich Entwickelndes DlßtßiL Liebli^bitd^ SQtt trsU9 bie Inschrift: Copie eines Lieblingsbildes. Es war dem Datum nach vor fünf Jahren angefertigt, tti äußerst zarten Wasserfarben gleichsam idealisirt, daß es Einer Fata Morgana ähnlich wirkte, obwohl es nur einen schlichten Weidenschlag zeigte, an dem vorbei ein hellgetretener Wlesenweg auf ein Bauerngehöft und weiterhin zu einer Windmühle führte. Diese Windmühle wirkte als Ziel des träumerischen Bildchens lustig frei und keck- in wahrem Frohmuth iah man das lose Ding an, hinter dem ein bläuliches Wasser schimmerte, von Hellen Segeln befahren, während das Häuschen vor ihm süßen Geheimniß gleich versteckt und vereinsamt lag. Das Bildchen hatte sie ebenso auf ihr inneres Handrund malen können, so winzig waren seine Verhältnisse, so über- ra chend aber auch seine Perspective. Auf dem Hellen Wlesenweg, dem Häuschen zu, gingen zwei Menschen, nur angedeutet, doch erkennbar und eng aneinander geschmiegt. Heinrich sah es lange und immer wieder an. Ein Lieblingsbild aus ihrer Kinderzeit? Das hätte er auch lieb gehabt, obwohl er zweifelte, mit solchen Augen gesehen zu haben, ehe er sie kannte. ' (Fortsetzung folgt.) 448 — /Arbeitete, sobald er erwacht war und meistentheils so bis zum Diner fort. Das Frühstück bildete eine kurze Unterbrechung: ein vollständig gedeckter Ti^ch wurde ihm in das Zimmer gebracht, er aß mit dem größten Appetit, und dann drehte er sich um mit seinem Stuhle und nahm die Arbeit wieder auf. — Er trank nur Wasser oder Weißwein mit Selterwasser, keinen schwarzen Kaffee, keinen Likör, auch Tabak liebte er nicht. Nur selten arbeitete er am Abend, aber nie lange in die Nacht hinein. Er hatte einen sehr guten Schlaf, und es dauerte lange, ehe er Ermüdung von Arbeiten verspürte. In diesen Fällen ging er auf die Jagd, oder er unternahm kleine Reisen, während deren er die Fähigkeit bewies, an nichts von seinem sonstigen Schaffen zu denken. — Mehrere Jahre hindurch mußte ich meinen Vater, infolge der anhaltenden Arbeit, wenngleich nur immer auf zwei bis drei Tage, schwer am Fieber erkranken sehen. Er aber wußte, was das bedeutete und wie er sich zu behandeln hatte. Er ließ sich ein großes Glas voll Limonade auf seinen Nachttisch stellen, legte sich nieder, und nun schlief er ein, wobei er wie eine Dampfmaschine schnarchte. Von Zeit zu Zeit erwachte er, nahm einige Schluck von dem Getränk, schlief wieder ein, und nach Verlauf von 48 bis 72 Stunden war Alles vorüber. Dann stand er auf, nahm ein Bad und sing von Neuem mit Arbeiten an. Er genoß niemals vollkommene Ruhe, außer eben auf der Jagd oder der Reise. Zu Hause habe ich ihn niemals ausruhen sehen. — Was sein Arbeiten anbelangt, so hatte er eine der schönsten Handschriften, und Radirungen gab es nicht bei ihm. — Was nun meine Arbeits- und Lebensgewohnheiten betrifft" — so fährt Alexander Dumas fils in seinem Schreiben an de Fleury weiter fort — „so sind diele gänzlich von denen meines Vaters verschieden. Da ich keine Phantasie habe, so sind die Beobachtung, die Ueberlegung, die Kunst des Wiedergebens bei mir alles. Monate lang durchkreuzt ein Sujet meinen Kopf, ohne daß ich die Feder ergreife. Ich setze mich nicht eher zum Arbeiten nieder, als bis ich Alles dazu gefunden habe. Während dieser Periode der Entwickelung habe ich viel physt che Bewegung nöthig. Ich stehe stets sehr früh auf und arbeite bis zwölf Uhr, besonders auf dem Lande, und setze mich wieder am späten Nachmittag zwei bis drei Stunden dazu nieder. Die Arbeit unterdrückt den Appetit, aber sie vermehrt dafür den Schlaf. Arbeite ich nicht, schlafe ich weniger gut. Jedenfalls ist die Arbeit für mich eine anstrengende Sache und bin ich bisweilen gezwungen, sie für ziemlich lange Zeit gänzlich zu unterbrechen. In der Lebensweise theile ich die Mäßigkeit mit meinem Vater. Keinen Wein, keinen Kaffee, keine Liköre, desto mehr Tabak denn ich habe viele Cigaretten schon in meinem Leben geraucht. Mit einem Wort, sehr wenig Genuß beim Schaffen — das ist's! Meine allerbesten Grüße. A. Dumas." Humoristisches. Aus „Lustige Welt", Verlag von Georg E. Nagel, Berlin SW. Vierteljährlich Mk. 1,30, Einzelnummer 10 Pfg. — Verschiedene Thränen. A.: „Ihre Frau weint ja so oft?" B.: Die weint überhaupt immer. Schlage ich ihr eine Bitte ab, dann weint sie Schmerzensthränen: erfülle ich ihr einen Wunsch, dann weint sie Freudenthränen. — Wort gehalten. Wittwe (schluchzend): „Herr Doctor, Sie wollten meinen Mann von allen seinen Schmerzen Herstellen, und jetzt ist er tobt." Arzt: „Nun, und hat er etwa noch Schmerzen?" — Monolog eines Trinkers. „Wann i den da hält', der den Durst erfunden hat, dem zahlet i a paar Maaß!" — Wie meint sie's? An die Expedition der X.-Zeitung. Bitte folgende Annonce aufzunehmen: Gesucht ein Mädchen zum Alleindienen. Das Redaction: T. Burkhardt. Mädchen bitte, recht fett. Frau A. B. — Aus be< Caserne. Feldwebel: „Sagen Sie, Mayer, wann ist des Kaisers Geburtstag?" Mayer: „Wanns Braten und Salat giebt!" * • * Entlobt. Fremder: „Warum wird denn der schöne Baum gefällt?" — Förster: „Ja, sehen Sie, da haben der junge Baron und seine Braut ihren Namen eingeschnitten .... und jetzt ist die Verlobung aufgehoben worden!" ♦ * * Ein schlagfertiger Junge. Junge: „Papa, der neue Lehrer hat mich gleich gehauen." — Papa: „Nun ja, mein Junge, Du wirst es wohl verdient haben, er soll Dich doch erziehen?" — Junge: „Aber man fängt die Erziehung doch nicht von hinten an, Papa!" * * * Bestes Mittel. „Sag' mal, Melanie, Du hast doch früher immer so furchtbar über das Radfahren Deines Gatten gescholten, wodurch hat er Dich zum Schweigen gebracht?" — „Sehr einfach, er hat mir ein wunderhübsches Damenzweirad geschenkt." ♦ * * Aha! Fräulein Anna: „Unsere Freundin muß einen schweren Kummer durchlebt haben. Sie lächelt jetzt gar nicht mehr. „Was ist nur der Grund?" — Fräulein Bertha: „Sie hat sich zwei Vorderzähne ausziehen lassen." * • ♦ Gnädig. „Ich danke Ew. Hoheit unterthänigst für die hohe Ehre, die mir bewiesen worden ist —." — „Was denn, mein lieber Hofrath?" — „O, Hoheit hatten die Gnade, mir in der verflossenen Nacht im Traume zu erscheinen." — „Hat nichts zu sagen, lieber Hofrath, ist gern geschehen." Literarisches. Das eben erschienene Heft 20 der „Wiener Mode" weist folgenden reichen Inhalt auf: Im Modetheile eine größere Anzahl Toiletten für Promenade und Besuche, Reise- und Brunnenkleider, hochelegante Abendtoiletten, darunter eine besonders erwähnenswerthe aus Tüllspitzen, eine Serie aparter Reuniontoiletten mit decolletirten Taillen, Gartenkleider, Strandtoiletten, Blousen und Hauskleider, ferner ein äußerst chices Reitkleid, Capes und Fichus, originelle Hüte, allermodernste Schuhe, Gürtel, Kragengarnituren, Plastrons rc. Das Heft kostet 45 Pfennig, Abonnement 2 Mark 50 Pfennig. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen und vom Verlage der „Wiener Mode", Wien, Wienstraße. * „Geht hinaus in die Natur, gesundet in ihr, beobachtet sie und lernt von ihrl" Diese Mahnung sprach so recht eindringlich zu uns, als wir das letzte Heft der „Jllustrirten Frauen-Zeitung" (Verlag von Franz Lipperheide in Berlin) gelesen hatten. Erst vor Kurzem veröffentlichte die Zeitschrift einen Aufsatz „Ins Freie" von Dr. I. Hermann, der in der Hauptsache die gesundheitliche Seite behandelte: im vorliegenden Hefte zeigt uns Dr. H. I. Klein in dem Aussatz „Plaudereien über die Sterne", was uns der Himmel alles erzählt, wenn wir ihn aufmerksam beobachten, und Ferdinand Avenarius, sagt uns, wie wir Bilder betrachten und dann zur Natur zurückkehren sollen, um mit geschärften Augen zu sehen und uns an der Natur zu erfreuen. „Das dürfen wir nie vergessen", sagt der bekannte Kunstschriftsteller, „das echte Kunstwerk ist nur ein Fenster, durch das wir hinausschauen zur Natur. Ein Wunderfenster freilich: dasselbe Stück Land, von hundert echten Künstlern gemalt, sieht hundertmal verschieden aus. Aber all dieses Verschiedene liegt in der Natur, Dein Auge muß nur geöffnet werden, um es in seiner Mannigfaltigkeit zu sehen. Und so wäre die Kunst doch noch lange nicht der große Segen, der sie für uns Menschen ist, machte sie nicht, ich denke wieder an ein Göthesches Wort, „unser Auge sonnenhaft". Darin beruht ihre allergewaltigste Bedeutung für uns: sie bereichert uns nicht nur, sie bildet uns auch, sie bildet, sie entwickelt und erzieht im eigentlichsten Sinne unsere körperlichen und seelischen Organe." Es ist ein Verdienst, daß die weit verbreitete Zeitschrift Themata behandelt, die so nahe liegen und doch so wenig beachtet werden; damit wird ein Segen gestiftet, der nicht hoch genug zu schätzen ist. Wir machen unsere Leserinnen nachdrücklich auf die „Jllustrirte Frauen-Zeitung" aufmerksam. Druck und Verlag der Brühl'scheu tlniversitäts-Bckch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.