|H ßW ML^M Lenau. O Menschenherz, was ist Dein Glück? Ein unbewußt gebor'ner Und, kaum gegrüßt, verlor'ner, Unwiederholter Augenblick! er seine Fehler recht erkennt 7 Und unbarmherzig selbst sich nennt, Der hat die Anwartschaft allein, Sich einst von ihnen zu befrei'n. Gertrud Triepel. Werth, als sie Alle, die dort in den Festräumen durcheinander I lachten. Nun kam es die Treppen herauf, schwatzend und wogend — den Kaffee nahm man oben. Es war ja doch I möglich, daß die Hausfrau sich ihrer Kinder erinnerte und einen Augenblick hereinhuschte. Wenn seine Eltern einmal spater nach Hause kamen, so hatte er zwischen Schlafen und Erwachen, mit traumverschleierten Augen sie gesehen, wie sie sein Bett neigten. — Fast hätte er's gewünscht, daß Ebba käme — und hier die Fremde an ihrer Stelle I sähe. an r JF? öuf ben "bersten Treppenabsätzen blieb es still. Aelch e tt schenkender .Character er war! Nein, nur ein I ^nsch, sagte er sich, nur den Stimmungen unterworfen, ?ur von Zufälligkeiten beherrscht wie sie Alle. Sollte er I starker sein? Er konnte es ja nicht — er wurde jetzt, wo er Line wredergefunden, von einer Gewalt zu ihr gezogen, I die so suß war, so wild, so unbezwinglich. Er seufzte, er suchte nach einem Wort, um die beklemmende Stille zu unterbrechen, und fand es nicht. „ Ob er ihr sagte, daß er sie damals nicht hatte kränken wollen, daß sie ihn falsch verstanden? Er hatte den Muth nicht zu dem rechten Worte. y 3m Erdgeschoß erklangen die Tanzweisen. Ebba Lund ! war eine gesuchte und leidenschaftliche Tänzerin, sie flog von ^'"zuArm Tanzte Bruno Hallsberg nicht? Ihr fragender Blick blieb unbeantwortet, sie entdeckte ihn nach dem Sou^r nicht mehr — war er gegangen? Vielleicht aus Berechnung — em vielbegehrter Arzt bedarf der Nachtruhe Nun, so war er mindestens ein geschickter Schüler, welcher von der Lehrerin, die ihn lancirt, profitirt hat. Man bildete in den Nebenräumen Gruppen, man blieb plaudernd, vereinzelt oben. Herr Johann Conrad, der nach Allem sah, denn was er that, war tadellos geschickt, war bald hier, bald dort — suchte den alten Herren die geeignetsten Cigarren, arrangirte ein paar Spielpartieen, führte Damen einander zu, die sich eifersüchtig auf den Wohlthätigkeitsgebieten bekämpften und hier in Freundschaft zerflossen. Den Fuß auf dre erste Stufe des Treppenabsatzes gesetzt, der zu den Mansarden führte, eine Champagnerslasche mit zwei Gläsern im Arm, traf er seinen Vater. „Du verrichtest Kellnerdienste, Papa? Aber das ist ja unerhört liebenswürdig, wenn auch nnnöthig!" „Hm, nein —" wie ein ertappter Schulbube sah der alte Herr aus, „wirklich nicht. Das heißt, da oben —" er richtete sich strammer auf, etwas von der alten Grobheit Das Fräulein. Roman von E. Ve ly. (Fortsetzung.) Hatte er geliebt? — Gewiß! — Am ehrlichsten das Naturkmd rn München, — was mochte aus ihm geworden sein ? Die Frau eines braven kleinen Handwerkers vielleicht, sie hatte es einem Flickschuster damals angethan, vor dessen Fausten Bruno nicht ganz sicher gewesen! — War er jetzt d°m Wege - Frau Ebba - Er mußte aufstehen und fXpm Trgerichtet - sie forschte wohl nach fernem Gestchtsausdruck. „Ich hoffe," sagte er, „meine Furcht bewährt sich nicht." Sie neigte dankend den Kopf. toar rte bie Herzensunruhe eines Schuld- bewußtseins Werth? — Aber, er liebte sie ja gar nicht, das id) ttar ~ 8ie6e' das war so ganz etwas Anderes. Befangen war er gewesen, im Rausch — und der kühle Verstand kam nun wieder zu seinem Recht. (Sfhiaa LV 7 Jacqueline Arabin wohl je geliebt hatte? k ne Bru t o/ersuchtiges Gefühl zog da plötzlich durch weisen? stolz.^ 3tnberen 9ehebt unb gegen ihn ab- . ®" ^^äusch wie ein Donnerschlag, an den Wänden ram es empor — dort unten wurde die Tafel aufaeboben man schob die Stühle zurück. «usgeyoven, Das Kind zuckte zusammen. Nun beugte man sich über die Hand der Hausfrau, ein freundlicher Blick hätte auch ihn wohl gestreift — viel, viel würde jetzt em versöhnlicher aus Linens Augen gewesen fern. Dws schwarze, stille Mädchen da war mehr, weit mehr | 310 kam über ihn. „Wen geht es eigentlich was an, ist meine Sache! Ich habe an Fräulein Line gedacht." „Ah, natürlich —" „Denn ich kann es absolut nicht gut heißen — kennst ja meine Ansicht — wo sich Alles freut und Keiner zu kurz kommt!" „Ja, ja, Papa —" ein sehr energischer Druck auf den Oberarm des alten Herrn, der an ihm vorüber wollte. „Nur kommst Du mit diesem Liebesdienst ein wenig zu spät, das schöne Fräulein, das so geschickt Anlaß zu solchen Aufmerksamkeiten giebt, schläft doch bereits wohl schon." „I bewahre!" Ein weinseliges Kopsschütteln und siegessicheres Lächeln. „Sie hat mir doch versprochen, zu warten — ich wollte ihr das bringen — wir wollen miteinander anstoßen." „Auf die Verlobung wohl — was?" Ein eigenthüm- liches Lachen, etwas heiser, erklang dazu. „Kann schon sein — kann schon sein," kam es gut« miithig über die breiten Lippen. „Um diese Zeit? Das wäre doch wohl etwas wunderlich." „Dem Glücklichen schlägt keine Stunde," sagte Johann Conrad mit etwas schwerer Zunge, aber beredten Mienen. Eine ohnmächtige Wnth erfaßte den Sohn, er griff nach der sammetüberspannten Ballustrade, die weißen Marmorwände, die Pflanzengruppen, die electrischen Kronen begannen sich vor seinen Augen zu drehen, und da kam ein Schritt die Treppe herauf, ein Dritter würde ihn in diesem lächerlichen Zwiegespräch mit seinem Vater finden. — Er hatte es noch niemals an Respect vor ihm fehlen lassen, er trug und übersah pietätvoll all' die Verstöße und plumpen kleinen Scherze — in diesem Augenblick aber hätte er ihn kaltblütig in eine Zwangsjacke stecken können. Er beugte sich furchtsam über die Ballustrade — o, es war Lieutenant von Monkens hübscher, blonder Kopf, der da auftauchte. „Einen Augenblick, Papa!" sagte er mit erleichterndem Seufzer und winkte Jenem zu, der sich mit einem Tuche Luft zuwehte. Der Damenwalzer hatte ihn sehr erschöpft, er suchte in einem Eckchen Ruhe und Vergessenheit. „Lieber Monken, natürlich durstig, Sie Held des Abends! Sehen Sie, mein guter Papa steht hier wie eine Festjungfrau, zum Credenzen bereit. Aber dazu bedarf es eines Schlupfwinkels." Er stieß die Thür des Porzellanzimmers auf, welches leer war. „Hier, ein venetianischer Glaspokal thut's auch. Ein hochgehaltenes Prachtstück meiner Frau — nur kein Glück von Edenhall gerade." Und er goß Herrn von Monken den sprudelnden Trank ein. „Aber —" Nur den einen brummenden Ton stieß Conrad Lund aus. „Kannst Deine edle Absicht fünf Minuten später ausführen — wenn Du dann noch Lust hast!" sagte der Hausherr, den bequemsten Sessel für den Vater vorschiebend und sich dann wieder lebhaft dem Gaste zuwendend. „Monken — na, Monken, seien Sie doch nun mal vernünftig, das ist ja ein wahres Herzbrechen, das Sie anrichten." „Na, na!" lächelte Monken. „Papa, auf das Wohl dieses schönen Mannes, dem alle Schönen huldigen!" „Hm," sagte der Millionär, „ich habe mir nicht viel aus den Weibern gemacht, hatte keine Zeit dazu! Aber — das Herz habe ich mir doch jung genug erhalten." „Na, das nützt auch eine Masseneinquartierung nicht ab," meinte der Consul. „Davon kann Monken reden!" „Wie man's nehmen will," sagte der, sein Glas niedersetzend, „in der ersten Zeit fehlt uns bekanntlich die — nun, sagen wir einfach genügende Kühnheit." „Nämlich, Vater, das interessante Fräulein da oben über uns, das hat man auch gekannt." „Ah — was?" „Ach, wo sind die Zeiten," seufzte Monken sentimental, den Siegelring drehend. „Das war so meine Sturm- und Drangperiode — in dem frommen, lustigen Münster." „I — i!" Der ältere Lund hustete und sah den jungen Renommisten mit weit offenen Augen an. „Na, man sieht doch so was gleich — wie Sie neulich da vor dem Fräulein standen, erst war sie roth, dann blaß — ja, ja, die Revenands tauchen auf, wo man sie am wenigsten vermuthet," scherzte der gemüthliche Hausherr. „Fräulein von Arabin — es wäre mir lieb, Sie ließen die aus dem Spiele. Ich versichere Sie —" protestirte Monken. Conrad Lund lächelte ihm zu. „Ganz recht! Papa, dieser Tugendmensch ist die Dis cretion selber, den kann man todtschlagen, ehe der ein Wort verräth. Die Dame, die ich liebe, nenn' ich nicht! Sollen auch gar nicht beichten, mich geht die Biographie irgend eines Gesichts, dem ich in meinem Hause begegne und das in einer Woche vielleicht ein anderes ablöst, gar nichts an. Ist dies Gesicht hübsch, so gucke ich es an — nicht wahr, Papa, das ist Alles! 2ßiu’ 'ne Grausamkeit, sich lange mit dem Zrngniß auszuhaltcn. Na, Monken hat der jungen Dame also ein günstiges ausgestellt und ich bin zufrieden. Daß sie Sie aber nicht ohne eine gewisse freudige Erregung wicdersah, das kann ich constatiren." „Wahrhaftig?" Seine leuchtend weiße Hand gegen den Schnurrbart hebend, näselte er etwas undeutlicher als sonst: „Nun, ohne Eitelkeit, das merkt man ja, wenn man Jemandem nicht ganz zuwider ist. Sie konnte mich leiden, die schöne Jacqne line — hm, ja — die Schicksale sind seltsam —" Der Consul faßte die Hand seines Vaters. „Na, zu weiteren Bekenntnissen wollen wir keine Veranlassung geben — was?" Sehr roth und sehr ernst war das Gesicht des alten Herrn geworden, er schob die Finger, die sich auf die seinen gelegt, zur Seite. „Das — das habe ich ja gar nicht geahnt, daß der Herr Lieutenant — daß das Fräulein —" „St, Vater," flüsterte es neben ihm, „verraih' Dich nicht — unsere Schwächen behalten wir, so lange wir leben — was braucht der zu wissen, daß Du nahe daran warst, eine Thorheit —" Monken füllte die Gläser wieder. „Eine Thorheit," murmelte Johann Conrad. „Und nun wird man Sie unten nicht länger vermissen wollen, lieber Lieutenant." „Leider," seufzte der. „Ich gehe mit hinunter — ich werde meinen Wagen rufen lassen," sagte der alte Herr. Zu den Worten des Lieutenants hatten die Mienen seines Sohnes einen Commentar geliefert — von den Wänden des Porzellanzimmers, von bett starren Lippen der glänzenden Püppchen schienen ihm höhnische Fragen zu klingelt — wie ein Schamgefühl überkam's ihn, den prickelnden Schaum, der da aufstieg und zerrann, den mochte er nicht an die Lippen setzen. Er war wieder einmal dumm gewesen, sehr dumm — unberührt ließ er sein Glas stehen, schwerfällig stand er auf und wankte über den Teppich hin an das Treppengeländer. Dort blickte er dem Lieutenant nach, der in ein paar Sätzen hinabsprang. „Schade — schade!" „Ja, die Jugend!" sagte der Consul, neben ihn tretend. „Schade — schade!" „Daß sie uns meuchlings im Leben verläßt?" fragte der. Der Alte schüttelte den Kopf. Das war ein guter Junge, that nicht einmal, als habe sein Alter dicht vor einer I Thorheit gestanden. Und er seufzte schwer und sah gealtert 311 Saharaleben." Literarisches Scharfe Kritik. „Nun, was sagen Sie nur zu meinen beiden Novellen, Herr Redacteur?" — „Was ich dazu sage? Die eine ist nichts werth und die andere noch weniger?" -j- • ♦ c„ Für die Hausfrau! Practische Frauen lieben die Garderobe für sich und ihre klemen Lieblinge selbst zu verfertigen, denn das Schnei- dern un Haus bietet wesentliche Erspar» sse und macht viel Freude, wenn das was der Hande Fleiß erzeugte, auch schic und kleidsam ist. •A , l’* 8""stige Erfolge zu erzielen, muß man sich der rechten Hilfsmittel bedienen und als solches darf an erster Stelle „Die persecte Schneiderin aus dem Verlag „Europ. Modenzeitung", Dresden, empfohlen werden, nicht nur, weil sie die practischste uno umfassendste' sondern auch, weil sie die billigste Anleilung für Damenschneiderei ist! Sie erscheint soeben in 12 Lieferungen ä 50 Pfg. Probenummern sind durch alle Buchhandlungen, sowie durch den Verlag erhältlich. Wie soll ,ch mich kleiden? Was soll ich anziehen? ? - akm verursachten diese hochwichtigen Fragen nicht' zuweilen Kopfzerbrechen? Die Tanz-Novize wie die alternde Matrone, da Haustöchterlcin und die elegante Frau der tausend Augen bewundernd nachblicken, — alte leitet der Wunsch, zu gefallen, geschmackvoll und modern gekleidet zu erscheinen. Was soll ich anziehen? — diese Frage beantwortet das wohlbekannte Blatt „Die Modenwett", Jllustrirte Zeitung sür Toilette und Handarbeiten, auss treffendste. Mit eingehender Sorgfalt wird bei der Darstellung von Modellen Rücksicht auf die verschiedenen ^ebens- und Vermögens-Verhältnisse der Leserinnen genommen; wiederum aber folgt das Blatt, — bei Vermeidung jedes Uebertriebenen in Bezug auf Stoff, Ausputz und Farbe, - in so vollendet geschmackvoller Weise der herrschenden Modeströmung, daß jede Dame als wohlgeborgen gelten darf, we'che die „Modenwett" als Rathgeberin zur Hand hat. Ein vortreffliches Mittel, Kleiderstücke wie Herren- un° Damcn-Anzuge jeglichen Stoffes, foro:e seidene Schürzen r.9Ut 8U reinigen. Man nehme abgerahmte, süße Mitch (wie sie von den Meiereien zurückgeliefert wird) und wasche die Kleidungsstücke darin, ohne Anwendung von Seife. Nachdem müssen die Kleidungsstücke tüchtig gespült werden. Alle Flecken, auch Fettflecken werden verschwunden sein und der Stoff steht ans wie neu. Die Milch, worin Kleidungsstücke gewaschen worden sind, kann man den Schweinen als Trank geben. Humoristisches. Aus „Lustige Welt", Verlag von Georg E. Nagel, Berliti SW. Vierteljährlich Mk. 1,30, Einzelnummer 10 Pfg. Ein Mensch en fr ennd. Vagabund (eine Grnppe Arbeitsloser betrachtend): „So viel Leute haben nichts zu m dem Augenblicke aus, als sein tastender Fuß die Stufen I thun — da wär' es ja ein Verbrechen, wenn ich arbeiten . wollte, denn dann hätte ja wieder einer nichts zu thun!" — ,,Fischern, noch eins, das ist gar zu schön altmodisch, I Verplappert. Nach der Tafel fordert der Hausherr elf re«? fönnen l" bie Kammerjungfer und beugte bittend auf, es möge Jemand eine Rede halten; ein Herr lief), beide Ellbogen auf den Tisch gestemmt, zu der Frau in erhebt sich und beginnt: „Verehrte Herrschaften! Unvorder weißen Haube hinüber. „So was habe ich nur gar zu I bereitet wie ich bin—" (bleibt stecken.) — Braut des Redners: 8Crne‘ . .. „Heute Vormittag konnte er seine Rede noch ganz fließend!" Und die Fischern hob ihr Sectglas, nahm einen Schluck I — Kindliche Logik. „Du, Mama, der Papa ist wohl und intonirte mit ihrer schrillen Altweibcrstimme: I nicht so reich wie wir, weil er nicht so fein gekleidet geht „In Myrtills zerfall'ner Hütte I und immer arbeiten muß, wenn wir spazieren aehen?" — Schimmerte die Lampe noch!" I , * (Fortsetzung folgt.) I Schade. Vermieter: „Das is aber a herrliche ----------- Sommerwohnung, gnä' Frau! Schaun S' den schön' Wald, Ms dem „Practischcn Wegweiser", Wiirzbmg. SÄ“ & ,------ Wohnung sehr g'eignet. Sind gnä' Frau v'lleicht brust- Die Richtung freistehender! Spaliere soll immer I leidend? — Gnädige Frau: „Nein!" — Vcrmiether: „Na, von Norden nach Süden gehen, weil es nur bei dieser das is wirkli' schade!" möglich ist, Spaliere ohne Nachtheile eng pflanzen zu können. I * * K r ä” G°s,: „tz--- Wi«h, Meie Entwickelung der Fruchtzweiqe gehindert mtb' die druckt- I 2? ^barmltch aus, was ist denn da drinn' ?" bildnng in Frage gestellt ist 84 -Wirth: „Na, was sollte drinn' sein, nix is drinn'." - Gast: „Dann dürfte vielleicht der Teller schmutzig gewesen Deutschland drkannteste» Obst- sein." - Wirth: „Warum net gar, unser Hund leck?'s alle at§ Hochstamme, belauft sich bet mittleren Ver- I spiegelblank aus." halimssen wie folgt: Aepfelbäume 50—80 Jahre, Birnbäume ♦ » °0-w0 Jahre und darüber, Zwetschen, Pflaumen und Aprikosen 25-40 Jahre, Kirschbäume 30—50 Jahre, Pfirsich- böume 20—30 Jahre, Wallnußbäume 100-400 Jahre, Kastanienbäume 200-500 Jahre (im Taunus nachweisbar), weiße Maulbeere 50-80 Jahre, schwarze Maulbeere 30 bis 50 Jahre, Mandelbäume 25—40 Jahre. Allerdings toetdjen einzelne Bäume von dieser Angabe ab, beeinflußt! Heuchelei. Vater:,,— Also im nächsten Semester durch gute oder schlechte örtliche Verhältnisse. besuche ich Dich auch ein paar Tage in der Universitätsstadt, Das Pilzigwerden der Rettige und Radieschen bann sollst Du mir die dortigen Sehenswürdigkeiten zeigen." wird verhütet, wenn der Boden gleichmäßig feucht gehalten “ Studiosus (auf Ferienbesuch): „Na ja, da muß ich mich wird Dieses ist aber nicht oder nur selten durch fleißiges I bann f° lange von meinen Büchern losreißen." Begießen, der Beete zu erreichen, denn die Oberfläche der I * * * S Ä vevhältnißmäßig rasch ab. Besser ist das Be Lakonismus. „Na, Herr Levi, haben Sie Ihrer decken der Beete mit Torfmull, der womöglich mit Jauche I Angebeteten einen Antrag gemacht?" — „Ja - ich hab' ae- ntfern»ir‘ä9V L genügende Feuchtigkeit uud Boden- sagt, ich möchte leben mit Jh7en in einer"einsamen Wüst?" lockerung wird dadurch erhalten und nimmt wenigstens einen — „Das hätte ich viel einfacher ausqedrückt" — Wie ’ «AI» ,,lnf,nbm a,beUtn- *" - ,.Jch tu« «-L- 7 Vlallltittse im Gttrkenkasten sind der Schrecken des ö‘~t' “ Gemüsegärtners. Viele reißen kurzweg die Pflanzen aus und pflanzen neu. Bei großen Pflanzen ist es doch schade und besser folgendes Verfahren zu versuchen. Man bedeckt den Boden des Kastens mit verrottetem Mist und bestreut die Pflanzen, nachdem sie zuvor bespritzt wurden, mit Tabak Staub) besonders achte man auf die Unterseite der Blätter, den Hauptsitz der Blattläuse. Auch das öftere Räuchern mit Tabak hat günstigen Erfolg. 312 Moderne und praktische Wadfahrkkeidung, bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmannfactur, Dresden. Reichhaltiges Modenalbum und Schnittmusterbnch für 50 Pfg. daselbst erhältlich. Rabeners Wort: „Kleider machen Leute" trifft vielfach zu. Kleider müssen oft Tugenden und Verdienste ersetzen und zu Ansehen verhelfen; deswegen begegnet Rabener wenig Personen mit mehr Ehrfurcht als dem Schneider. Verdienste, Verstand sieht er unter seinen Fingern hervorwachsen. Kleider muffen oft den Rang characterifiren, den eine Person einnimmt, sie zeigen, wie tapfer, wie reich, wie vornehm Jemand ist. Die Kleidung ist auch ein wichtiges Erkennungszeichen, sie läßt erkennen, welcher Nation der Mensch angehört, welcher Gegend, welchem Thal er entstammt, wir brauchen nur an die Trachten der Zillerthaler, Pusterthaler u. a. zu erinnern. Auch welchem Sport der Einzelne huldigt, ob Jagdfport, ob Fahr- und Reitsport, Segel- und Rudersport, Touristen-, Lawn-tennis- oder Radfahrsport u. a. Gerade für die verschiedenen Sportarten ist die Kleidung durch sinnreiches Eingehen auf praktische Zweckmäßigkeit und Gefälligkeit eine so prägnante, daß sie den Zweck ihres Gebrauchs auf den ersten Blick erkennen läßt. Eine practische Radfahrkleidung muß z. B auf Wind und Regen, Staub und Schweiß eingerichtet sein; sie muß also eine Staub- und Wetterfarbe haben und von Wolle sein. Anstatt des Hemdes ist es zweckmäßig, einen leichten Sweater auf dem bloßen Leibe zu tragen und erst Abends denselben mit dem Hemde zu vertauschen. Es sind Uebelstände unangenehmster Art, wenn der Radfahrer nach langer Fahrt am Orte seiner Bestimmung ankommt und Leinenkragen und Oberhemd infolge des Schweißes und der Einwirkung des Straßenstaubes fast unbrauchbar geworden sind. Bei der Unbequemlichkeit, die dem Tourenfahrer durch größeres mitzuführendes Gepäck erwächst, begrüßte man es mit Freuden, als der Sweater aus der Bildfläche erschien, weil er mit Bezug auf feine Machart alle Vorzüge in sich vereinigt und sich den Wünschen des radfahrenden Publikums aufs Beste anpaßt. So ist es gekommen, daß der Sweater ein unentbehrliches Kleidungsstück für den Radfahrer geworden ist, das sich auf der Tour und selbst auch auf der Rennbahn auf’ä Trefflichste bewährt. Ein sehr wichtiger Punkt ist die Fußbekleidung. Der Rennfahrer mag Schuhe mit leicht biegsamen Sohlen tragen, der Tourenfahrer braucht festere Sohlen, die man auch zum Gehen brauchen kann. Der enge Schuh ist schon beim Gehen unbequem, aus dem Rade wird er zur Tortur. Ein genaupassender, bequem sitzender Schuh ist von größter Wichtigkeit. Ob hohe Stiefel oder Niederschuhe ist schließlich Geschmackssache. Die Stiefelfchäfte müssen dann aber von ganz weichem, sehr geschmeidigem Leder fein. Leichter und bequemer sind jedenfalls Halbschuhe, doch dürfen sie auch nicht zu niedrig sein. Ganz un- practisch sind jedenfalls Sandalen; sowie man auf einem einigermaßenstaubigen Weg nur wenige Schritte in ihnen geht, sind sie mit Sand gefüllt, und wie unangenehm das ist, weiß Jeder, der es, wenn auch nur in seiner gewöhnlichen Fußbekleidung, durchgemacht hat. Ebenso un- practisch sind die Schuhe aus durchbrochenem geknüpften Gewebe. Auch sie gestatten dem Sande den Zutritt zum Strumpf, vom Schmutz Bei nassem Wetter ganz zu schweigen. Den Strumpf wählt man natürlich der Saison gemäß stärker oder leichter. Die Farbe ist rein Geschmackssache. Die lebhaften Farben in schottischen Dessins sind zu manchen Anzügen recht passend, indessen nimmt sich der schwarze Strumpf am besten und vornehmsten aus. Bei Regenwetter sind Gamaschen empfehlenswerth, die natürlich wasserdicht sein müssen. Tourenfahrens gehört der Wettermantel oder dem sind zweireihige Fatzon- westen sehr beliebt. Die einfache Gurtweste von gleichem Stoff des Anzuges ist nicht mehr modern, an deren Stelle sind, wo keine Westen getragen werden, Gürtel verschiedener Formen und Qualitäten in Gebrauch, um den Hosen- Bund zu verdecken; theiis Schärpengürtel von schwarzer Seide, theils von Gummi- oderGurtBand. Zu den unentbehrlichsten Kleidungsstücken des das Beste Material dazu. Bezüglich der Kopfbedeckung giebt jeder seinem Geschmacke Raum. Eine Mütze sieht schneidiger aus, und ein weicher leichter Filzhut ist practischer. Für Fahrten in großer Hitze ist die Jdealkopfbedeckung eine Art Tropenhelm. eigentlich Wetterkragen. Es ist eine Wohlthat, Beim Absteigen im Winde, im Schatten oder gar erst im Regen den Oberkörper mit diesem Kleidungsstück wirkungsvoll schützen zu können. Der Radsahrmantel besteht aus einer einfachen Pelerine mit Umlegekragen und Kapuze. Er muß so lang und weit sein, daß er die Lenkstange mit deckt und gleichzeitig die Kniee des Fahrers schützt. Feine imprägnirte Lodenstoffe sind Der Reithosenfchnitt ist für Sportbeinkleider heute eine überlebte Sache; die Pumphose, nicht zu Bauschig und besonders bequem in der Kniegegend, ist am zweckmäßigsten. Wer in Städten nicht immer als Radfahrer Herumlaufen will oder hier und da Besuche zu machen hat, benützt das moderne lange Beinkleid und legt Beim Fahren kurze Stulpen mit Gummi-Einsatz an. OBerkleider für Radfahrer sind Saccos und Blousen. Saccos sind vorwiegend einreihig und dürfen nicht zu lang fein; Bevorzugt ist die dreiknöpfige Faqon mit flottem Abstich. Beiderfeits aufgesteppte, mit einem Knops zu schließende Seiten- nnd Brusttaschen entsprechen am meisten dem sportlichen Character. Zweireihige Saccos, soweit dieselben zum Radfahren Verwendung finden, sind mit spitzen Klappen, gerader Fronte, auf drei Knöpfe fchließend und mit eingeschnittenen Seitentaschen, die mit Schiebepatten versehen sind. Der Sitz des Saccos ist zwar lose, bringt aber durch eine gefällige Taillenschweifung die Körperform der yigur in bester Weise zur Geltung. Blousen sind nicht allein wegm ihrer Bequemlichkeit und kleidsamen Form allgemein beliebt, sie bieten auch der Sportkleidung eine endlose Abwechselung. Das geeignetste Material dazu sind Lodenstoffe, die selbst bei billigen Preislagen weniger an Ansehen verlieren, auch wenn sie im verstärkten Maße der Abnutzung ausgesetzt sind. Auch sorgt die Fabrikation in Anbetracht der collosalen Nachfrage immer mehr für schöne und gefällige Melangen und Muster, wodurch die Grenze ihrer Beliebtheit und Verwendbarkeit nur noch mehr erweitert wird. Mit und ohne Koller und mit den verschiedensten Faltenstellungen bieten sie die reichhaltigsten Variationen. Bei einer Kollerblouse laufen etwaige Falten im Kolleransatz aus, andernfalls im Halsloch oder in der Achselnaht. Die Breite der Falten ist sehr verfchieden und richtet sich in der Hauptsache danach, ob eine oder mehrere Falten gelegt sind. Der Gurt ist gewöhnlich gleich breit mit den Falten. Die Taschen können sowohl aufgesteppt wie eingeschnitten sein, meist sind sie zum Zuknöpfen gemacht. Westen für Radfahrer sind am zweckmäßigsten einreihig ohne Kragen, außer- 2001) Redaction: E. Burkhardt. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei tPietsch Erbens in Gießen.