BHH 8 ä5S33BüESI&I »M MLWW 8 If, V WV hlWL WH „fe S •J^rrrrae=T us tiefem Gemüth, aus der Mutter Schooß' Will Manches dem Tage entgegen; Doch soll das Kleine je werden groß, So muß es sich rühren und regen. Goethe. Wer Großes will, muß sich zusammenraffen, In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister. Goethe. Ina. Novelle von S. Halm. (Fortsetzung.) Es war ein köstlicher Junitag. Goldflimmernd lag der Glanz der sich neigenden Sonne über den Wipfeln der Bäume. Die ersten Knospen zeigten sich an den Rosen und roth färbte sich die Beere im niedrigen Erdbeerbeet. Auf der Terrasse saßen der Herr Commerzienrath, seine Tochter, sein Schwiegersohn in spe und eine junge hochblonde, üppige Dame, die sich vor wenigen Augenblicken zu den Plaudernden gesellt. Teßa von Steffens war eine Cousine des Bräutigams, sie weilte seit nun acht Tagen im Hause des Commerzienrathes. — Mtt einem Seufzer des Wohlbehagens lehnte sich soeben das Fräulein in ihren Schaukelstuhl zurück und schmachtete den Vetter, Inas heimlich Verlobten, verführerisch an. Doch der schien blind für ihre Reize) er säh nur „diese Zigeunerin", wie Fräulein Teßa haßerfüllt die Nebenbuhlerin nannte. — Ein spöttisches Lächeln kräuselte die Lippen der Blondine, während ihr Blick zwischen dem Vetter und der reservirt dasitzenden Ina hin und her ging,- erst als er Theas miß- biUlgendem begegnete, schweifte er ab, auf die Parklandschaft „Wie idyllisch!" rief sie, forcirte Bewunderung im Ton. „Franz!' wandte sie sich dann an diesen, „wäre ich an Deiner Stelle, ich wiche nicht von diesem paradiesischen Fleckchen Erde und ließe mich nicht so lange von Deiner Braut Hinhalten! Wer weiß — am Ende zerfließt Deine Idylle gar in Nichts!" die junge Dame begleitete ihren unzarten Scherz mit einem wenig schmeichelhaften Lachen - Keiner sprach ein Wort. Franz sah, dunkle Verwirrung auf den Wangen, scheu auf die Braut/ die betrachtete scheinbar ; unberührt den sich abendlich färbenden Himmel, und Pava \ Lentze tauschte einen Blick der Empörung mit Thea. < Teßa mochte das eingetretene Schweigen doch peinlich ! werden - sie hob mit einer jähen Bewegung, in der etwas wie trotzige Herausforderung lag, den Kopf und sah dem Vetter starr in die Augen. „Nun?" fragte sie. „Die ist verrückt! Was will sie denn eigentlich?" dachte der gute Junge und hatte noch immer kein Auge für die vollen Formen Teßas, die sich so geschmeidig in das Seidenpolster drückten, für die niedlichen Füßchen, die in Nummero fünfunddreißig neuester Pariser Fayon steckten, er gewahrte nicht den Heiligenschimmer, den die unzähligen wirren Härchen über dem Scheitel und an den Schläfen der Cousine bildeten, er sah nur immer in die stahlharten, kalten Augen uud neben der Empörung, die sich in ihm regte, kroch ein Frösteln über seinen Rücken und es waren doch vierundzwanzig Grad Celsius. „Ich möchte in's Haus. Die Sonne thut meinen Augen wehe! bat Thea und augenblicklich streckten sich sechs Hände aus, den Rollstuhl, an den die Leidende gefesselt, fortzuschieben. Franz aber erwirkte sich auch heute wie jeden Abend dieses Recht. Mit spottfunkelnden Blicken sah Teßa den Entschwindenden nach- sie gab ihren Gedanken auch sofort Ausdruck. „Der gute Franz hätte Krankenpfleger werden sollen!" äußerte sie sich, an Ina wendend, „oder, was richtiger wäre," fügte sie boshaft hinzu, „er sollte die Thea heirathen. Da bekommt er die gleiche Mitgift wie bei Dir und sie verstehen sich doch wirklich prächtig, während Ihr . ." sie vollendete nicht, da Ina, der ihre Worte galten, ohne sie einer Entschuldigung zu würdigen, Schwester und Bräutigam folgte. „Wie reizend!" rief ihr Teßa nach, unentschieden laffcnd, ob der Ausruf dem Betragen der Haustochter und deren möglichem bräutlichen Anwandlung zu gelten habe. — Der Herr Commerzienrath rückte unruhig auf seinem Stuhl- ihm war das Alleinsein mit der unsympathischen Teßa höchst unbehaglich. Wovon reden? Warum that die zungengewandte schnippische Person da vor ihm denn gerade jetzt nicht den Mund auf? In seiner Verlegenheit erhob auch er sich. „Es ist heiß hier!" gestand er, die Schweißtropfen forttupfend. „Ich schlage vor, wir gehen in den Wintergarten. Die Kinder werden auch wohl dort sein. Es ist kühl dort." Eine ungezogene Schmollmiene aufsetzend, folgte ihm, sichtlich widerwillig, die Blondine. In der Thür kam Beiden 358 das Brautpaar entgegen. Sie gingen Arm in Arm- Ina gleichgültig, Franz verliebt. „Wie rührend!" spöttelte die Cousine. „Aber wie unvorsichtig!" und schelmisch drohend erhob sie. den Finger. „Man vergißt wohl, Herr Vetter, man ist bisher noch immer heimlich verlobt." Der Ermahnte bekam einen rothen Kopf und der Boshaften wurde ein böser Blick. „Kinder, es ist hier wirklich schrecklich heiß! Kommt in den Wintergarten!" drängte der alte Herr, dann fragte er nach der kranken Tochter. „Sie hat sich zurückgezogen," berichtete Ina, die sich zu Teßas Verdruß vollkommen unberührt von den auf sie abgezielten Wortpfeilen zeigte. — „Gehen wir also." Teßa schob die Hand unter des Vetters Arm. „Es ist doch erlaubt? Doch nicht eifersüchtig?" fragte sie über die Schulter Ina. Die hob wortlos die Achsel und nahm des Vaters Arm. „Pußchen, Pußchen!" murmelte dieser und streichelte begütigend die schlanken Finger, die einen Mazurkatact auf seinem Arm nachahmten. „Ein Wagen! Das sind Gebhardts!" Teßa gab den erleichtert aufathmenden Franz frei und flog, Anmuth in jeder Bewegung, zur Treppe. „Schwester Lore!" „Wahrhaftig, die Lore und ihr Mann auch!" und Franz erklärte Braut und Schwiegerpapa in aller Eile, daß das die erwarteten Gäste, Teßas Schwester und Schwager seien. Ina kniff die Lippen- ihr schien nicht besonders viel an dem Besuch zu liegen, im Commerzienrath aber erwachte der bei ihm besonders ausgeprägte Geist der Gastlichkeit. Ina hatte wenig bisher über die Leute gehört. Teßa hatte etwas wegwerfend von dem Selfmademan berichtet, dem die verwöhnte, schöne Schwester die Hand gereicht Nach ihren Worten schien der Schwager viel zu gering für die „süße Lore" und gerade gut genug, dem Edelstein die angemessene Goldfassung zu geben. Ina hatte den Eindruck gewonnen, daß Frau Lore ein gefallsüchtiges Geschöpf und der Gatte ein verliebter plumper Tropf sein müßte. Jetzt fand sie ihre Voraussetzungen bestätigt und sich doch auch wieder darin enttäuscht. — Frau Lore stand sich bald als würdige Schwester einer Teßa abgeurtheilt, anders ihr Gatte. — Ina hatte sich den ersten Augenblick verblüfft und abgestoßen gefühlt von seiner Häßlichkeit, die ihr Teßas abfälliges Urtheil verständlich machte- aber bald schämte sie sich dieser ersten Regung. Zwar blieb Hunold Gebhardts Aeußeres nach wie vor jeden Ansprüchen der Aesthetik nicht gewachsen- dazu war der Körper zu mäßig, die Schultern zu hoch, der Nacken, die Bewegungen zu steif, die Nase zu lang, der Mund zu groß, und selbst das große Auge blickte zu starr und leblos, wie versteinert tut seelischen Schmerz, dachte Ina- Gebhardt sprach gut, jedes Wort, das er sprach, war abgeklärt, voll Inhalt und Gedankentiefe. — Ina ertappte sich bald, daß sich ihre ganze Aufmerksamkeit auf diesem Mann concentirte, wenn er sprach und obwohl sie gewahrte, daß Gebhardt die Unterhaltung gerne an sich riß, so versöhnte sie das, was er ihr bot, schnell genug mit seiner augenscheinlichen hohen Selbstschätzung. Als sie sich endlich bewußt wurde, daß sie über dem Interesse, das ihr dieser Mann für sich selbst aufzwang, fast ihre hausfraulichen Pflichten verabsäumte, suchte sie durch doppelte Liebenswürdigkeit gegen ihre Gäste ihren Fehler wieder auszuwetzen und ihre Aufmerksamkeit gewaltsam den beiden Damen und dem Verlobten zuzuwenden. Doch bald ließ ihr Eifer nach. Mit einer Auflehnung und einem gewissen hochmüthigen Mitleid constatirte sie heute wieder einmal, daß Franz von Steffens in Wahrheit nichts anderes war, als der gute Junge, der außer seinem Namen und seinem (Selbe nichts Hervorragendes besaß, sie aber zu wenig Krämerseele, um diese Vorzüge ihres Bräutigams über die ihm mangelnden zu stellen. Eine geradezu feind--- liche Stimmung aber bemächtigte sich im Laufe des vor-, rückenden Abends ihrer, gegen das Schwesternpaar. Teßa theilte ihre Aufmerksamkeit zwischen Vetter Franz,, dem sie nach wie vor gluthverheißende Blicke zuwarf, und der Schwester, der sie offenbar wenig schmeichelhafte Schilderungen von ihrer Wirthin, zwar im Flüsterton,, entwarf. Inas Antipathie gegen die Cousine des Verlobten wuchs mehr und mehr. Sie sah mit Recht ihre persönliche Feindin in ihr. Nur zu gut kannte sie den Grund der so augenfälligen Liebenswürdigkeit dieses Mädchens gegen ihren Verlobten. Teßa und Lore waren von Haus aus arm. Die Aeltere heirathete bett reichen Fabrikanten nur, um aus ber Misäre des Elternhauses zu flüchten, die Jüngere hatte auf bett, reichen Vetter gehofft unb that bies, wie ihre Handlungs- weise bewies, noch jetzt. Ina wunderte sich nur über Eins-^ daß der gute Franz dieser gefährlichen, berechnenden Kette trotz seiner Unbedeutenheit nicht in's Garn gegangen. Hatte die schöne Teßa etwa nicht an die Möglichkeit, seines Verlustes gedacht? Und begann jetzt erst der Kampf um die entschlüpfende gute Partie? Ina hätte, wenn nicht das Weib, das sich mehr auf ihren Jnstinct, ihren Gefützlssinn, als auf das Resultat längerer Beobachtungen verläßt, sich in ihr geregt hätte, die ältere Schwester nicht gerade von vornherein ebenso scharf berurtheilen können. Frau Lore war gemäßigter. Sie blieb kühl und nur der kalte Blick der hellgrauen Augen zeugte von einer gewissen Kaltherzigkeit. Das Profil zeigte einen ausgeprägten Zug von Hochmuth und die blassen, schmalen Lippen schienen jedes warmen Wortes unfähig. Wortkarg bis zur Unfreundlichkeit, reservirt, selbst in der Haltung, mehr ablehnende Aristokratin als Gattin eines Selfmademan. Ina mußte unwillkürlich denken: blonde Bestie, obgleich sie den Roman niemals gelesen- doch gerade diese kalte Frau schien ihr zu Allem fähig und zugleich gestand ihr Gerechtigkeitsgefühl sich heimlich, daß sie selten Gelegenheit gesunden, eine solche vornehme kalte Schönheit zu bewundern. — Weniger hochblond als Teßas, war Frau Lores Haarschmuck reicher, ihr Gestalt entbehrte der Ueberfülle, ihre Züge waren edler als die der Schwester und die kalten, grauen Augen größer und langbewimpert, was ihnen etwas Verschleiertes gab und sogar zuweilen ihren harten Glanz zu mildern vermochte. — Der Besuch des Ehepaares währte weit über die sonst übliche Zeit des ersten Besuches hinaus. Hunold Gebhardt willfahrte der Einladung des Hausherrn, zum Nachtmahl zu bleiben, augenscheinlich gerne, und auch seine Gattin schloß, wenn auch, wie Ina sehr wohl bemerkte, sich innerlich über die seltsame Laune des Mannes mokirend, ihm an. Dem guten Franz schien das Verbleiben der Gäste nicht sonderlich zu behagen, er mochte auf ein minniges Plauderstündchen mit der Braut gehofft und auch dieser gegenüber eine Aeußerung solcher Art fallen gelassen haben, denn Fräulein Teßa überraschte die Verlobten „zufällig" in einem Augenblick des Alleinseins während eines augenscheinlich von Inas Seite nicht allzu ruhig geführen Gedankenaustausches, bei welcher Gelegenheit die junge Dame die bezeichnenden, sie allerdings etwas in Erstaunen setzenden Worte erhaschte: „Mein bester Franz, das ist Kleinigkeitskrämerei und ich möchte gerade diesen Mann nicht mit Anderen gemessen wissen!" worauf sich das Paar beim Anblick der ungebetenen Zuhörerin trennte und Ina, eine Wolke des Unmuths auf der Stirn, ins Haus ging, um selbst nach dem Rechten zu sehen, während Franz zu den Anderen zurückkehrte. — (Fortsetzung folgt.) - 359 Wiener Mode. Von Hermine Hahn. GenrernnützigeG. Zum Verschließen der Briefe hat der „Practische Wea- ”et^ .ln Wurzburg ansprechende buntfarbige Brief? verschltitzmarken hergusgegeben, deren Benutzung wir ------- (Nachdruck verboten.) BnwfrS?«1! blühen, und im goldenen Sonnenschein glückselige Kinder mit übermäßig gebrannten Haare» »nd e-ner splendiden „Godel" oder „Göd" an der Seit/ den Prater und Schönbrunn überschwemmt haben, dann tritt der Sommer in seine Rechte. Heuer ist f Sammelpunkt des Vergnügens, welches sonst mi? dem Derby ?'ne“ H.^.^punkt überschritten hat, denn seit der Eröffnuna . Jubiläumsausstellung pulsirt das Leben kräftiger in der schonen Kaiserstadt. Allabendlich entwickelt sich i/den Ave- der Ausstellung und in der „Robelall?e" im Prattr ein Corso, bei welchem die Wiener Damen durch die Eleganz den Chic und die Harmonie ihrer Toilette die Bewunderuna der Herrenwelt erregen. Und es gehört ein großer Fondm ®r“äte dazu, um die Formen und Farben, die sich alle an °"^hnen, und die den modernen Geschmack so sonderbar anmuthen, ins richtige Lickt lokov, Ahndel, veilchenlila, citronengelb sind die Modefarben matte der Tagesordnung. Damem'wMe für dieselben schwärmen, müssen in der Form eines arell- kleid assortiren bipfpm o in t ** /L tu Ull^tschen Schneider- neiö assortiren, diesem Zug fur's Bunte Rechnung tragen Das Bezeichnende an der Umwälzung der Mode sind die^be- sonders reich garnirten Röcke, welche oben sehr ena und unten sehr weit geschnitten sind, und in eine kleine Schleppe laufen. Die kostbarsten dünnen Stoffe, Mouffeline Crev/de m ""d aus denselben gezogene, gelegte und qaufrirte “ ™ “ wüschen hergestellt, welche den Rock in ^tunique- artlger Weise umranden. Die Taillen trägt man ziemlich alatt w" ^«?'°ckschößchen und einigen großen kosLnÄöp ^ert Eme wahre Fluth von Stickereien ergießt sich swltP? welche sich zu wahren Kunstwerken ae= stallen, wenn man bedenkt, mit welcher Mühe fteiferop fssns«. W t*. z«r di. &Ä blaßgrauer Cachemtr mit weißer leichter Seidenstickerei, welche h“1 ü6er das Vorderblatt des Rockes, sowie über Vorder- und Ruckentheile der Taille sich erstreckt. Der ^rmel bleibt ungestickt, dadurch gewinnt die Taille den fremde Aermel zu haben, welches den Modegesetzen unserer Klerderkünstler entspricht. Die Mitte umschließt ein f+p* TTn tn ®,a[tcn 9etegter Atlasgürtel in grell ab- toHp6fber-^af6f/ °orn cine Pierre de strass Schnalle S 6 sbhr vornehme Damen durch ihren bon sens abge- r”eMn/ bte secesstonistische Mode mitzumachen, bevor- zugen sie lchwarze oder weiße Toiletten mit farbigen Unter- ^LrL^n sind so eingerichtet, daß Unterkleid wecken ?»»» bsiarat anzulegen ist, so daß man erstere 3p h fl ' c unb.c schwarzes Gazekleid beispiels- weise einmal auf weißem und ein andermal auf rosa Taffet getragen werden kann. Der sehr lange Aermel beibt ä ioSr ShPrbfiChet bU ®*ön^eit der Arme zu verrathen. Foulard-' Fickus aus besonders en vogue, und erhalten durch Ftchus aus Mouffeline einen duftigen Aufputz. Für ältere Damen werden cremefarbene oder schwarze Guisturespitzen E M Eme Fülle von leichwn duftigen Sommerstoffen erregt in ihrer Neuheit das Entzücken der Damenwelt Fdee^entüeben^d- too^r aUe dies- originellen „ ( 5 bte tn '«Mer neuen Dessins die leichten Ge- ™ebef künstlerisch bedecken. Da wird der lieben Eitelkeit die Wahl schwer gemacht, und da die Stoffe so überraschend billig sind, eine größere Anzahl davon eingekauft — als man seinem Portemonnaie verantworten kann. Dieser Sehn- ucht nach dem bunten Tand verdankt jedoch die Industrie Ä K*r too[ten r,e daher nicht höhnen. Auch welcheIlnnltta Unb 9etb bie vorherschendenFarben, ! .°he sich gewöhnlich carreau- oder streifenartig vom ' weißen Battlstgrunde abheben. Selten aber dominiren nur zwei Farben. Blaue, sandfarbene, grüne und lila Töne fließen m farbensatten Schimmer zusammen, dem das halbklare wen et^rreap “rs Grundfarbe dient. Den hochmodernen W ™ir in Baumwolle imitirt als Battist- Pliffee vom stärksten Roth bis zum mattesten Jvoire. Einfarbige Leinenstoffe werden in den größten Ateliers verarbeitet «n. weißen Waschborten den Rocknähten entlang besetzt während I? Battlsthcmdchen mit reichem Spitzen, labot vervollständigt das einfache „Waschkleidchen", dessen aUS puschendem Taffet geschnitten st. Für den Hochsommer werden die Toiletten mit halblangen ” dovberettet, welchen man durch lange Halbhandschuhe d°"EysPitzen beikommen will- Paris hat diese uralte Mode wieder auf's Tapet gebracht, wir wissen nicht genau, welchem Styl sie entspricht. Aus all dem was in ftuherern Jahrhunderten, und in dem jetzigen geschaffen wurde ^trb gewählt, was am schönsten erscheint, und auf das durch Kunstwerke, hauptsächlich durch die Bühne am stärksten aufmerksam gemacht wird. Die Mode entlehnt dem Alterthum en Faltenwurf, dem Mittelalter die Mitaine und die Guimpe der Renaissance die Haartracht und Farbe. Aus Anlaß des SÄT§ lrinnert -nun sich auch der Trachten der Vierziger-Jahre und verwerthet sie. Die Art und Weise des Verwerthens ist aber das Charakteristische an der jetzigen Mode Grundform, die so ziemlich ganz und gar Orginal st, wiri> Alws m anachronistischer Verwirung durcheinander- K°rfln‘a ®-Ü'§1lttobann ^chwodern oder richtiger gesagt- $ Jn de m^- Für Retsezweke, bei kühler Witterung am Strand und im Gebirge ist ein neuer, capeartiqer Ueberwuri bestimmt, der sich En-cas nennt, und an die Trachten auf den Bildern der Dreißigerjahre erinnert. Das Vorder- und Rücken- pg umschließende Kleidungsstück ist aus schwarzem, drap- arbenem oder grauem Tuch gemacht und ist durch zwei sehr brerte m Serpentineform geschnittene Volants, deren letzter pdwarts zwei Drittel des Rockes bedeckt, geputzt. Vman Volants eine eigenthümliche Form, da sie schmäler geschnitten sind und sich nach dem Schluß zu verlaufen • in der 8°nzen Erscheinung erinnert das En-oas an L üml e Shawlmode und es gehört weiblicher Muth dazu, dieses Ungeheuer anzulegen,- nichtsdestoweniger taucht es namentlick m p-rmhm.» Kreisen berei.- mf8 Die Bmihei." L Japen zeigt sich besonders an den Sonnenschirmen wo wiederum lila, hochroth, und türkisblau eine große 'Rolle fielen. Den Schirmgriff schmückt meistentheils ein Thierstück sei es eine Ente oder ein Papagei. Die duftigen Wagenschirme sind den Lampenschirmen abgelauscht, gaufrirt, pltssirt und görntrt, vertragen sie keinen Regentropfen, und die mit dem- fd,Öne 3'räg£tin muß einen Pakt mit dem ^assergott schließen, wenn sie dieses kostbare Toilettenstück nicht als demoürtes Fragment nach Hause bringen will. Nicht bte Jnpons, wovon weit mehr als ein S TeIJ“&b 8UT T°-letteninventar einer Modedame gehören. Se^ hübsch und für bürgerliche Verhältnisse Passender sind die farbigen Battistjupons, welche in ihrer Leichtigkeit gern getragen werden, aber das frou-frou der knisternden Seide vermissen lassen. Mit den Hüten der Saison 98 können wir nns nur schwer befreunden. Die niederen Kappen, sowie die voran au gebogenen Krempen stehen nur jugendlichen Gesicht- chen, sowie die rosenrothen, oder traumhaft blauen Pailletirten, Chlffon-Togues nur noch diesseits der Altersgrenzen getragen werden sollten Wie aber ist dem weiblichen Geschlecht diese Altersgrenze einleuchtend zu machen, nachdem die Wenigsten von ihnen sich bte Zahl ihrer Jahre selbst eingestehen? 9 - Löß - unseren Lesern uttt so eher empfehlen können, als dieselben gratis und franko von dem genannten Blatte zu haben sind. Die Marken sind originell und mit feinem Geschmacke hergestellt: eine davon zeigt daS Bild der in Franken be- rübmten Veste Marienberg mit der nicht minder berühmten alten Heiligenbrücke Würzburgs. Es genügt, wenn man eine Postkarte an den „Praktischen Wegweiser" in Würzburg schreibt und um Zusendung dieser Briefverschlußmarken ersucht. # , Japanische Base«, Teller, Kästchen n. s. w. dürfen weder mit heißem noch lauem oder kaltem Wasser gereinigt werden, da der Lack Schaden leidet. Man träuste auf ein weiches, reines Wollläppchen einige Tropfen feines Oel und reibe damit die japanischen Gegenstände sorgfältig überall ab; dann bestreue man sie leicht mit Mehl und entferne dieses wieder, indem man es mit einem sauberen, weichen Leinentuche hinwegreibt. Die Politur wird so wieder tadellos schön und nimmt keinerlei Schaden. * * Rosenwasser selbst zu bereiten. Ueber eine Schüssel spanne man ein Tuch von weicher, schon gebrauchter, aber noch guter Leinwand und lege auf dieses eine Schicht frischer Rojenblätter. Dieselben müssen durchaus soeben gepflückt sein und dürfen nicht Bouquets, Kränzen u. dgl. entnommen werden. Man deckt sie dann mit einem Blech- oder Kupferdeckel gut zu- es darf kein Dunst entweichen können und muß der Deckel also bestens schließen. Nun werden Holzkohlen glühend gemacht und auf dem Deckel ausgebreitet. Dort läßt man sie so lange (sie müssen aber stets fortglühen!) bis die Rosenblätter darunter dürr geworden sind. Durch dieses Verfahren schwitzt das duftende Oel aus den Rosen und träufelt durch das Tuch in die Schüssel. Plan sammelt es da in ein Gläschen mit gutschließendem Glasstöpsel und giebt später, oder wenn man will, gleich, destil- lirten Weingeist daran. Hat man noch mehr Rosen zur Verfügung, fahre man wie oben beschrieben fort, ersetze die tockenen Rosenblätter immer wieder durch frische, bringe aber jedesmal vorher das gewonnene Oel in Verwahrung. * * ♦ Jede Hausfrau hat nicht allein bas Recht, sondern geradezu die Pflicht, mit dem Zeitgeiste zu schreiten, die Errungenschaften der Neuzeit, soweit sie das häusliche Gebiet umfassen, kennen zu lernen und zum Wohl der Familie auszunützen. Sie, die berufene Hüterin des Herdes und verständige Gefährtin des schaffenden Gatten, wird stets bestrebt sein, zu mehren und zu erhalten, was jener erwirbt. — Wie könnte sie das besser erreichen, als durch kluge Umsicht und weiße Sparsamkeit? Eines der vorzüglichsten Produkte auf dem Lebensmittelmarkte, ein Küchenhilfsmittel allerersten Ranges, das in keinem Haushalte fehlen soll, ist die Suppenwürze Maggi, die bei sparsamster Verwendung Überraschende Erfolge aufweist. Die schwächste Bouillon und die allereinfachste Wassersuppe wird von wenigen Tropfen geschmackvoll und kräftig, jede Sauce pikant, jeder Salat bekömmlich. Auf die Geschmacksnerven Kranker und Genesender wirkt ein kleiner Zusatz zu den sonst gar so öd und ein- sörmig schmeckenden Reconvalescentenspeisen außerordentlich anregend und entleibet nie. Maggi ist gut, billig und sparsam im Verbrauch, was könnte man besseres kaufen? Im letzten Momente entfettet man die Brühe, mischt einige Löffel Tomatensauce sowie einen Kaffelöffel LiebtgS Fleisch- Extract darunter, fügt eine Prise Cayennepfeffer bei, läßt die Sauce einen Augenblick aufwallen und servirt. ♦ Ragout von frischer Ochsenzunge: Nachdem eine rische Ochsenzunge mit Salz abgerieben und eine Stunde gewässert wurde, kocht man sie mit Suppenkräutern, einer Zwiebel, einigen zerdrückten Pfefferkörnern und einem Stückchen Lorbeerblatt in gesalzenem Wasser weich, zieht sivndann ab und läßt sie auskühlen. Die Brühe wird durchgeseiht, mit braunem Buttermehl gebunden, mit Weinessig oder Citronen- üft angenehm gesäuert, und mit einem Eßlöffel Capern gut ausgekocht. Die in schöne, schräge Scheiben geschnittene Zunge wird darin heißgelegt und das fertige Ragout mit einem Güßchen Maggi pikant abgeschmeckt. * • Billige Spargelsuppe: a) Das Wasser, worin Spargel gekocht wurde, wird mit Hellem Buttermehl gebunden, mit einer Prise weißem Pfeffer und Muscatnuß gewürzt, mit einem Eßlöffel gehackter Petersilie gut ausgekocht, durchgeseiht und mit etwas Maggi gekräftigt, über geröstete Semmelwürfelchen angerichtet, b) Oder es werden Spargelabfälle (die unten abgeschnittenen Stiele) sauber gewaschen und klein verwiegt, in Buttermehl durchdünstet, mit siedendem Wasser aufgegossen, gut ausgekocht, mit Maggi verstärkt über gebähte, oder in Butter geröstete Semmelstückchen gegossen. _____________ Literarisches. Zur Blousenmo de. Fünf Jahre lang hat die Blouse sich fast unverändert behauptet, doch nun scheint es, als wollte sie sich dem immer knapper werdenden Aermel nachformen. Im eben erschienenen Heft 18 der ,,Wiener Mode" werden einige Blousenmodelle veröffentlicht, die im Rücken ganz anliegen und vorne nur wenig Überhängen; diese Fayon paßt zu den engen Aermeln viel bester als die ringsum überhängende Blouse. Dasselbe Heft enthält auch eine große Anzahl von praktischen Kleidern für den Landaufenthalt, Gartenkleider und Badecostüme, sowie auch einige Toiletten für fashionable Kurorte. Die dargestellten Handarbeiten zeichnen sich durch modernen Stil und leichte Ausführbarkeit aus. Das Heft kostet 45 Pfg., Abonnement Mk 2.50. Zu bzeiehen durch alle Buchhandlungen und vom Verlage der „Wiener Mode" Wien, Wienstraße 19. * Herrn KnnrigS Schlafrockpredigten und Reiseerlebnisse. Humoristisches von D. Haek. Stuttgart, Verlag von Levy L Müller, 176 S. Octav. Preis in illustrirtem Umschlag geheftet 1 Mark 50 Pfg. Seit langer Zeit ist uns kein humoristisches Buch in die Hand gekommen, dessen Seetüre uns so viel Vergnügen bereitet hätte wie „Herrn Knurigs Schlafrockpredigten". Sie bilden sozusagen ein Gegenstück zu dem viel gelesenen Werke Jerrolds „Frau Kaudels Gardinenpredigten", sind aber mit einem größeren Aufw md von urwüchsiger, köstlicher Laune und herzerquickendem Humor abgefaßt als jenes Vademeeum für keifende Ehefrauen. Den Hintergrund des Ganzen bildet eine nur flüchtig angedeutete Skizze des Ehelebens der Familie Knurig in den verschiedenen Phasen, aus welcher der,ewig unzufriedene Familienhäuptling in scharf umrissenen Zügen plastisch hervortritt, wie er, einer ihm lieb gewordenen Gewohnheit folgend, das Verhalten seiner besseren Ehehälfte bei allen nur möglichen Anlässen glossirt und kritisirt. Herr Knurig ist ein biederer, gutsituirter Bürger, der in seinem Auftreten einen hohen Grad von Selbstbewußtsein bekundet, dabei ein Original im wahren Sinne des Wortes. Im Grunde seines Herzens gutmüthig und seiner Frau in rühre,Wer Liebe zugethan, nörgelt er doch an Allem herum und ist so zu einem kleinen Tyrannen seiner Familie geworden, was aber durchaus nicht hindert, daß er unbewußt nach der Pfeife seiner klugen Gattin tanzt. Seine sich nur zu oft widersprechenden abfälligen Kritiken über das Benehmen und die Handlungsweise seiner Clara wirken durch die Originalität der Einfälle und die feine Komik der Situation überaus erheiternd, sv daß die „Schlafrockpredigten" den Erzeugnissen unserer besten Humoristen würdig an die Seite gestellt werden können. Die zweite Abtheilung bietet komische Erlebnisse und Episoden aus den Sommerreisen des Herrn Knurig nach Berlin, Wien und ins Seebad. Wir sind überzeugt, daß das Büchlein allen Freunden eines feinen Humors, Herren sowohl wie Damen, als amüsante und erfrischende Seetüte zu Hause, auf der Reise oder im Bade recht viel angenehme Stunden bereiten wird. Kalvfleisch & la Marengo. Mageres Kalbfleisch schneidet man in nicht zu kleine Würfel und bringt es mit einem Stück Butter in eine Cafferole, worauf man es sich bräunen läßt, es salzt und würzt und die üblichen Küchenkräuter beigiedt. Dann fügt man 25—30 kleine, im Backofen gebräunte Zwiebeln hinzu, bringt die Cafferole au sehr stilles Feuer und läßt das Fleisch langsam gar werden. »rtaction: ®. Burkhardt. - Druck und Verlag der Brühl'schen Univerfitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.