By ®n»T3 ffi»Ml|/ ^gfey® ^'x^XTTu^thtt ^8^8 ^WW MMUMMG , HM erderblich ist die Gabe des Witzes, wenn ihm nicht Tugend und ML Menschenliebe mildernd zur Seite stehen. Addison. Eines Witzes Glück hängt nur vom Ohr des Hörers ab und nicht von der Zunge dessen, der ihn macht. Shakespeare. Ina. Novelle von S. Halm. ------- (Nachdruck verboten.) „Väterchen! Väterchen!" hell klang der Ruf hinab in den parkähnlichen Garten. Ina Lentze stand auf der Terrasse und hielt sichtlich voll Erregung und Ungeduld Ausschau nach ihrem Papa, dem Herrn Commerzienrath Lentze. Noch zwei Mal mußte sie ihren Ruf wiederholen, bis Herrn Carl Lentzes behäbige, kleine Gestalt um eine nahe Taxusgruppe bog. Ein leichter, weißer Sommeranzug umhüllte bequem den starken Körper des kleinen Herrn,- mit dem 6treib rändigen, etwas schiefgebogenen Strohhute auf dem Kopfe, der mächtigen Gießkanne in der Hand, hätte der würdige Commerzienrath fast für einen Gärtner von Beruf gelten können, denn seine erdbeschwutzten Finger verriethen, daß sie es nicht gescheut, selbst mitzuzugreifen, und der blanke Schweiß perlte auf der niedrigen, breiten Stirn. „Väterchen, Väterchen!" „Ja doch, Mädel! Ich komme ja schon! Was giebt es denn schon wieder?" murrte der alte Herr in einem Ton, der auf einen leichten Verdruß über die Störung in seiner Lieblingsbeschäftigung schließen ließ,- Ina aber, des Commerzien- rathes Jüngste, dazu sein Lieblingstöchterchen, schien davon gar keine Notiz zu nehmen. — //Bitte, Väterchen, komm doch einmal her und sieh, was ich hier habe!" bat sie, ungeduldig von einem Fuß auf den anderen tretend. — //Wird was Schönes sein!" knurrte der Vater. „Und darum allein beorderst Du mich hierher und schreist als ob das Haus brennt!" dennoch kam er dem Wunsche seines Lieblings nach und erstieg Stufe um Stufe, wenn auch ächzend und noch immer knurrend, bis er neben dem schlanken, braunhaarigen Mädchen stand, das ihm bereits über den Kopf zu wachsen drohte. — „Nun?" neugierig neigte sich Herr Lentze über einen mit beschriebenen Blättern angefüllten Kasten, den Ina vor ; N auf den kleinen Tisch gestellt hatte, das Mädchen aber schlug lachend den Deckel gerade vor seine Nase zu und forderte übermüthig: „Rathe!" Sie war ein hübsches, dunkeläugiges Mädchen von circa sechzehn Jahren, das die vollen, kurzen Haare noch lose über die Schulter wallend trug und den Schalk nur zu deutlich verrieth. „Rathe, Väterchen!" Der schmunzelte, „Liebesbriefe!" meinte er; doch wie erstaunt war er, als seine Jüngste sehr ernst das Köpfchen neigte und feierlich wiederholte: „Liebesbriefe - ja Papa'" ™ i ungewiß, ob sie den Schalk spiele oder die Wahrheit rede, sah er sie an; dann lachte er schallend auf: //Etwa Deine Liebesbriefe, Pußchen?" Sie warf das Trotzköpfchen in den Nacken und schürzte schmollend die vollen Lippen. . , klang so verachtungsvoll, so wegwerfend, daß der Papa nochmals sein schallendes Lachen ertönen ließ. Ina galt bei den ihrigen, allen Bekannten, Freunden und Freundinnen für eine ausgemachte, unverbesserliche Mannerfeindin; somit war ihre Entrüstung nur verständlich. — Papa Lentze aber schien doch neugierig geworden. Er kniff Ina in die von Luft und Sonne gebräunte Wange. „Wem gehören sie denn, Pußchen?" „Rathe!" forderte sie, wohl wissend, daß der Papa angehende Tantalusqualen litt. „Na aber!" protestirte er gegen eine solche Behandlung. „So rede doch, Mädel!" qT).. ,®a trat sie nahe an ihn heran, legte ihr rosiges Mündchen an sein Ohr, sah sich nochmals vorsichtig um und flüsterte ihm dann geheimnißvoll etwas zu. „Potzblitz!" Ist nicht möglich! Pußchen, Du flunkerst — die Thea sollte . . . —" ' • „Pst!!" machte die Kleine und legte ihm erschreckt die Hand auf die bartlosen Lippen. „Wenn sie mich erwischt, bekomme tch keine PralinLs mehr von ihr!" „Naschkatze! Na, tröste Dich, ich werde sie Dir in verdoppelter Quantität mitbringen." „Das sagst Du immer und vergißt es regelmäßig!" schmollte sie. Papa Lentze kraulte sich den Kopf; dann kam ihm ein Gedanke und er griff in die Tasche und holte einen Thaler hervor. 1 //Hier Pußchen, als Pflaster auf überstandene und noch zu überstehende Enttäuschungen." „O Dank, tausend Dank, Väterchen!" - 850 - Er wehrte ihren stürmischen Zärtlichkeitsbezeugungen Nun Ina, ich denke, -in offenes Wort wäre hier doch to06‘£” Ä »a6 PchP-bchm durch tegW* der Aelteren beleidigt suhlte, sei es, daß sich der Klemen los und fragte höhnend -s ? „Ein offenes Wort? Bist Du etwa offen? Bist Du etwa ehrlich? Eine Scheinheilige, eine Falsche bist Du. „Pußchen, Kind!" suchte der alte Herr, dem Scenen dürfen, was--sßapci!" Staffln^ie"ersmrrt, die beiden ertappten Sünder. " ",Ach Du — so höre doch!" „Mit beiden Ohren, Pußchen! „ „Also ich will mir ein Buch holen „Und Du probirft an der Cassette!" , Nein, ich probirte nicht- sie stand offen-. r, L läge der Deckel darauf, daß man bequem beinahe hinemsehen fOnnt',§m, beinahe? So hast Du ein Bischen nachgeholfen?" Die Kleine wurde ungezogen. „Als ob Du's nicht auch gethan hattest! ^SsthstÄu' wohl! Nun ich sah hinein und fand Briefe, was Mr Briese.....“ c\a aber von wem sind sie denn r "Ast.....Das ist ganz geheimnißvoll! Nur nut Punkten unterzeichnet." „Du bist närrisch, Madel! ©o” laß doch mal schauen!" Papa Lentze that einen energischen Griff nach der Cassette, Ina aber war fluik er als er. Mit^einer blitzschnellen Bewegung hatte sie das Kästchen an stch gerafft und huschteZnun davon. Komm mit in den Wintergarten!" rief sie dem Vater mit haMauter Stimme zu, und leisen Schrittes wie em ’ der ertappt zu werden furchtet, folgte ihr der Commerzienrath, hin und wieder den Kopf schüttelnd. Thea, seine vernünftige zweiundzwanzigsahrige Thea, seine Aelteste, die, wie ihm seine Frau seufzend versicherte, eine vollkommen Emanzipirte war, sollte hinter dem Rucken der Eltern ein Liebesverhältniß angeknüpst haben? Undenkbar Mit wem auch? Herr Lentze ließ alle lungeren männlichen Mitglieder seines Verwandten und Freundeskreises im Ge ste Revue passirem Nichts! Niemand! Hatte-die Ina n etwa doch zum Narren? Doch das mußte sich 1« doch gleich Eisen Da waren sie ja auch schon im Wintergarten - Ina ging von einer Thür zur anderen und verschloß sie. „So, da wären mir!" „Da wären wir!" „Pst, leiser, man könnte uns hören. Jo"'hob'" m D-