gen. Man be- Gramm heißem ich geklärt hat, -t ein leinenes eile der Wäsche. Kragen, Maul' muß vor der 'g die Stärke >obald die ver- >er weiß wird, 'kalklösung aus. >ämme werden riffett. Daher ig gewordenen ter Salzsäure. Bei der stets 'beiten in Holz 'i-, Holzbrand-, tll) in immer t in den Stand u bieten. In Widmeyer, rlle Hilfsmittel : Arbeitsarten, holz gedruckte iaubsäge- und :tte Werkzeug- inftlerisch aus- :n erschienene Abbildungen, ist, gibt den it des Hauses. „Hier haben Bettler (nach : „Gott geb’ . und noch t is mer's, gegen?" - Hand!" nit mir ist, kochen— „Dann setze iem Clavier ist grün?" lud was ist Inb blau?" heute die :, Müller." ersehen den es sei erst te ich mich , sagt doch Sießm. rimstag bat 30. RLr». 1897. J-fämbäcH' ■VL in Eigen zu besitzen, das ist gut, Sei es im Hause, sei's im Herzen. -"y In allen Leiden macht es Muth Und ist ein Trost in allen Schmerzen. Zu neuem Leben ist's der Keim! Wer's nicht vermißt in heiter'n Tagen — Wenn's finster wird, wohl ihm, kann er dann sagen: Jetzt geh' ich heim! Trojan. Ihre erste Liebe. Novelle von E. von Bischdorf. (Nachdruck verboten.) „Wie gefällt Dir eigentlich Vetter Lix, Regine?" fragte Frau Oberst von Helling ihre Tochter, als sie eben beim ersten Frühstück saßen, und schob mit der Hand dabei sorglich ein Paar Krumen für die Spatzen zusammen. Ihrem praetischen Sinne widerstand es, auch nur einen Brocken tu ihrem Haushalte umkommen zu lassen. Sie hatte einen offenen Blick für das Nächstliegende und pflegte mit ihren Gedanken nicht in den Wolken zu weilen, wie ihr Fräulein Tochter, die unverbesserliche Phantastin, es zu thun beliebte. Die kleine, blonde, rundliche Dame mit den Hellen freundlichen Augen war noch immer eine anziehende Erscheinung zu nennen. Um in der Nähe des Sohnes zu sein, welcher bei einem Garde-Cavallerieregimente stand, lebte die Wittwe schon seit Jahren in Berlin mit ihrer einzigen Tochter. Diese bildete auch äußerlich den denkbar größten Gegensatz zur Mutter. Hoch und schlank gewachsen trug sie den schön geformten, von dunkeln Flechten gekrönten Kops mit vornehmer Grazie. Die edel geschnittenen Züge wurden von tief braunen Augen belebt, welche einen verlorenen Blick hatten, als suchten sie in weiter Ferne ein Unerreichbares, das ihrer Aufmerksamkeit würdiger sei, als die banale Umgebung. Es lag etwas Jmponirendes in ihrer Erscheinung, etwas Einschüchterndes, das jede Lust zu vertraulicher Annäherung im Keime erstickte. Jetzt eben schaute sie hinaus durch das offene Fenster aus den blühenden Flieder, der im Vorgärtchen stand, und spielte mit dem silbernen Löffel in ihrer Hand. „Wie mir Vetter Lix gefällt?" wiederholte sie langsam die Frage der Mutter, „darüber habe ich wirklich noch nie Nachgedacht." „Dann wäre es aber ganz an der Zeit, daß Du Deine Gedanken einmal mit diesem Gegenstand beschäftigst," fuhr die Mutter in etwas schärferem Tone fort. Regine blickte sie staunend an. . „Warum beim aber nur?" forschte sie verstandnißlos. „Weil es der einzige, junge Mann ist, dem Du bisher tieferen Eindruck gemacht hast, Regine, und zudem eine Partie, die man nicht so von der Hand weist. Ich muß diesen Punkt einmal mit Dir erörtern, Kind. Du bist alt genug, nm endlich aus Deinen Träumen zu erwachen und über Deine Zukunft nachzudenken. Dein Vermögen ist unansehnlich für die jetzigen Verhältnisfe. Du bist schön, klug, aber — nimm es mir nicht übel — so unliebenswürdig, daß Niemand sich an Dich heranwagt und man Dich ruhig allein laufen läßt. Dich wie andere junge Mädchen freundlich und harmlos vergnügt zu unterhalten, hältst Du ja für ganz unter Deiner Würde." Um Regiuens Stirne lagerten sich Wolken. „Allerdings bin ich nicht im Stande, mich todtznlachen,, wenn der kleine Lieutenant Röliug mir einen zukünftigen Coiillon in Kamerun ausmalt, bei dem statt der Orden Nilpferdchen vertheilt werden, oder mich königlich zu amüsiren, wenn Affesior Steiner mit mir aus Choeoladentaseln wetten will, ob es am nächsten Tage frieren oder thauen wird," versetzt sie gereizt. „Wir wollen das gut sein lassen," fuhr Frau von Helling fort. „Die Jahre werden Deine Chancen nicht vermehren, und das Loos einer alten Jungfer dürste Dir doch einstmals nicht gefallen. Nun kommt ein junger, gut gestellter, liebenswürdiger Mann, an dem nichts auszusetzen ist, und wirbt seit Jahren geduldig um Deine Liebe, ohne daß Du ihn Deiner Beachtung für werth hältst. Regine, bedenke wohl, was Du thnst, wenn Du auch ihn zurückstößest. Es ist ein treues, edles Herz, das warm für Dich schlägt, wie vielleicht kein zweites es je thun wird; Du dürftest es später bereuen, ibn nicht erhört zu haben." Ihre Stimme war wärmer und herzlicher geworden, und bittend legte sie der Tochter die Hand auf den Arm. Diese blickte halb trotzig, halb spöttisch auf. „Was weißt Du eigentlich von diesem guten Lix, Mama, von seinem Innenleben? Was anders, als daß er ein gehorsamer Sohn seiner Mutter ist?" Frau von Helling erhob sich. „Glaube mir, mein Kind," sagte sie streng, „die von Dir so verächtlich behandelte That- sache, daß Felix ein zärtlicher Sohn ist, verbürgt seiner Frau ihr Glück vielleicht am sichersten. Ein guter Sohn wird meist auch ein guter Gatte." 146 Wortlos verließ Regine das Zimmer. In der Einsam- | der Lilien zu spüren, die damals geblüht. Dann sah sie ihres Stübchens durchdachte sie noch einmal das in seinen Armen durch den Tanzsaal fliegen, hörte ihn über Gesprochene. Onkel Palzins Mappe mit italienischen Bildern gebeugt ty TJ* t’t^t braf 2ir sie liebte, von dem Lande ihrer Sehnsucht erzählen, das er durchstudirt Die Vorstellung davon toarjo überraschend und wunderbar, und durchgenossen hatte mit der ihm eigenen Empfänglichkeit . ,®’e J”an ^rer Ite„mtt tion H^ing Wie manchen kleinlichen Kummer hatte sie vergessen gelernt eigentlich verwandt war, blieb allen Betheiligten etwas über dem Anschauen antiker Götterfunken oder eines Stiches schleierhaft. Aber als Namensvetter hatte er von jeher im nach Rafael! Er kannte jene unsterblichen Werke selb t er war j^esmal erschienen, wenn nicht nur wie sie, den dürftigen Abdruck, und er wußte alle ihn Geschäfte von seinem schonen Gute in einer östlichen ihre Fragen zu befriedigen B Ue Provinz nach Berlin führten. Er kannte Regine von ihrer ns» n{, ~ Kindheit an und verfolgte ihr Wachsen und Entfalten mit wS“ b°ft tion ^^enberg herüber gekommen, andächtigem Staunen, wie daheim die Entwickelung des ^^^ge«en Garnison. Am letzten Tage schönen, persischen Rosenstockes, den ihm sein Freund geschenkt. £ " Waldw b" OnkA mll°den SSJT T--Ä1" Er kam nur wenig mit jungen Mädchen zusammen. Regine der fröhlichen war für ihn das einzig beqehrenswerthe Weib der Erde ^wma und dem redseligen Lottchen von Palzin, in dem einen, wie er es war. Kaum wagte er, die Hand nach ihr auszu- I (x;p X.. . cefr«au^ fetnen ^lsen besucht! strecken. Dennoch war das Nest, das er ihr zu bieten hatte, Jedicht v2m ^ckw°Ettla^d “U§ ® weich und warm, und seine eigene Persönlichkeit brauchte er I auch nicht zu Verachten. »Eine stille Zelle Eine niittelgroße, sehnige Gestalt, ein frisches, von der Da/ist" mew^eid " Luft gebräuntes Gesicht, kurz geschorenes, dunkles Haar, ein und weiter: ~ ' paar Augen vom reinsten Blau, welche treuherzig und früh- „Ich hab' mein Leben lich unter den langen Wimpern hervor in die Welt schauten An Gott gegeben — so sah er aus. Ein kindlich heiteres Gemüth, ein Mann £nb das ist sein, von rastloser Tätigkeit und geringen Ansprüchen sich selbst Doch denk i? immer"' das war Felix von Helling. Er amüstrte sich stets gut, I £>’ mär' es mein!" ob er nun im Panoptikum war oder Bolles Michwirthschaft f mit verständnißvollem Auge inspicirte, ob er im Opernhause I Mit wunderbarer Warme hatten Lossens Blicke auf ihr bie Cavalleria rusticana hörte oder daheim mit den Freunden I peruBt/ a § 'te bie Verse sprach. ^Welch klägliches Schicksal," beim Grog saß und Schnurren von Mamsell Christinchen, I !?9te er bann, „wenn man sich wie dieser Mönch durch eigene der Perle seines Haushaltes, erzählte. Er war immer be- I Unvernunft um sein Glück gebracht hat, durch ein Verkennen quem, störte nie, plauderte amüsant, mochte alle Menschen ber 9ütiSen WW des Schöpfers, der uns nur noch in dem gerne leiden. Regine dachte, daß er ein Mädchen, welches I jöetbe/ das wir lieben, zur eigenen Vollendung kommen läßt!" keine Ansprüche auf Geist erhob, gewiß beglücken würde, I Als bald darauf ein Unwetter losbrach, hielt er sorglich aber sie selbst — den Schirm über sie und sagte leise und innig: „Wer doch Es gab nur einen,. dem sie jemals angehören konnte, immer so schützend neben Ihnen gehen könnteWieder hatte Var drei Jahren, als sie eben erwachsen, allein die Ver- I sie dabei jener seltsam warme Blick getroffen, der sie be- wandten Palzin aus ihrem Landgute besuchte, hatte sie ihn I seligte. Beim Abschiednehmen aber bat Lossen um die Er- kennen gelernt, Lothar von Lossen, den geistvollen, eleganten I laubniß, sie und ihre Mutter aufsuchen zu dürfen, wenn er Offtzrer, der Alles so wunderbar gut verstand, das Reiten, I im Winter zur Turnschule commandirt werde. Warum nur das Tanzen, am besten aber — das Unterhalten. I war er dann doch nicht gekommen, trotz ihrer freudigen Bern, über außergewöhnliche Dinge, nur über jahung, warum hatte er sie immer vergeblich warten lassen Mustk, Malerei, Bücher. Aber was er sagte, hatte einen nun schon drei Jahre lang, bis sie darüber die harmlose besonderen Reiz für sie gehabt. Er war eine feinfühlende I Fröhlichkeit ihrer ersten Mädchenjahre verlor? Sie seufzte. Natur, die jedes Kunstwerk voll auf sich wirken ließ, und Hatte er jenes erhoffte Commando nicht erhalten und seitdem fern scharfer Verstand lieh ihm die Fähigkeit, den gewonnenen I keine Möglichkeit zu einer Anwesenheit in der Reichshauptstadt Eindruck klar zu zergliedern und in die rechten Worte zu gefunden? SÜE!' Mensch reich beanlagt, hatte viel Sie ahnte nicht, daß ein ganz anderer Grund ihn von Verlanaen naT JS'sJÄm stets wachsendem ihr fern hielt. Erst nach ihrer Abreise hatte der Lieutenant Aber ?br Än TJr 9 r!UE ®eJ u"b Phantasie, von Lossen erfahren, daß Fräulein von Helling nicht die Aber rhr Er assen der Dinge geschah noch mehr unbewußt, reiche Erbin fei, für welche er sie gehalten, sondern nur die V°n seinen Lippen hörten sie Manches, das sie selbst unklar nöthigste Zulage besaß. Sofort verlor sich ihr Rei in gefühlt hatte, und zum ersten Male fand sie in seiner I seinen Augen. Denn sich einzuschränken daru war Lothar Ausdruck ru Uerleide^n derselben von Lossen nicht der Mann. ^Den edelsten Rebensaft, das r • r „ feinste Tabakskraut, eine mit künstlerischem Feingefühl aus- rtlta yM fäatj es, daß sie im Reden Lieblingsstellen I gestattete Umgebung, große Gedanken in schöner Form — t?n ae^u£ernbn6 lebenbrgen Widerhall das Alles wußte er nicht nur zu schätzen, nein, das brauchte Dann balf « e'h?Lf« P® Melo« »tebtt8e6en konnte, er, um in Stimmung zu bleiben. Freilich war ihm die Sternen bet PitShir Jl J bon neuen Ausildung seines Geschmackes in diesen verschiedentlichen Mcht ^mmer^gegangen waren. Richtungen theuer zu stehen kommen. Sie hatte den größten sich stets stimmten sie uberem, aber fte verstanden Theil des stattlichen, väterlichen Vermögens verschlungen, mr;-' , und die letzten Schulden bezahlte der grollende Alte nur ihrer ^rinnornnn9 e"'-. glückseligen Tage noch in unter der Bedingung seiner Versetzung aus der Garde in das ior fi» toÄ ?enett! fie Alles Linienregiment in Falkenberg -aber dort konnte er un- romantisch verklärt § ersten Liebe so möglich Wurzel fassen und all sein Sinnen und Trachten überaossen in^en siemit2hm2'"^nPark, vom Mondlichte strebte zur Hauptstadt, zur Garde zurück. Dazu konnte ihm übergossen, m den ste Mit ihm von der Veranda hinabgeschaut aber Regine mit ihren geringen Mitteln nicht verhelfen. «Iren einen Ball gegeben, und noch meinte sie den Dust | begabte Mädchen weislich zum Schweigen und vermied sorg- faltig jede Begegnung mit ihr, damals sowohl als auch jetzt, da ihn ein neues Kommando nach Berlin geführt. Regine wußte nicht, daß er, der Gegenstand ihrer Sehnsucht, nur wenige Straßen von ihr entfernt jetzt ein anderes junges Mädchen mit jener Aufmerksamkeit beehrte, die ihr Glück ausgemacht hatte. Freilich konnte er mit der niedlichen, sehr alltäglichen Commerzienrathstochter, deren Großvater das stattliche Vermögen im Viehhandel erworben hatte, nicht die ästhetischen Unterhaltungen wie mit Regine, führen. Aber die Kleine war ja jung, liebte ihn; sollte es nicht eine seiner würdigen Aufgaben sein, sie zu seiner geistigen Höhe emporzuziehen, zu veredeln? Ihr Vermögen würde nicht nur seine neuerdings gemachten Schulden decken, es sicherte ihm auch ein glänzendes Auskommen, sogar in der Garde. Wie wenig ließ Regine es sich träumen, daß ihr so poesieempfängliches Ideal so Prosaisch handeln könne! Als sie sich jetzt eben wieder jede Einzelheit ihres kurzen, unvergeßlichen Zusammenseins mit Lossen zurückries, umspielte ein leises Lächeln ihre Lippen. Sie, die einen Lothar von Lossen liebte, sollte Felix Helling heirathen? Dennoch dachte sie öfter daran im Laufe des Tages, als sie selbst für möglich gehalten hätte. Frau von Helling beobachtete sie den ganzen Tag über gespannt, ohne ein weiteres Wort zu äußern. Als kluge Frau wußte sie, daß zu großer Eifer der Sache nur schaden könne. Viel Hoffnung schien sie für die Erfüllung ihrer Wünsche vorläufig nicht hegen zu dürfen. Regine hatte ihre Lippen fest auf einander gepreßt und sah sehr bleich aus — so intensiv war die Blässe ihres Antlitz geworden wie sie jetzt, über die Abendzeitung gebeugt, der Mutter gegenüber saß, daß diese erschrak und eine Frage nicht unterdrücken konnte: „Fehlt Dir etwas, Regine?" Aber die Antwort klang kurz und abweisend: „Garnichts! Was sollte mir denn fehlen?" und Frau von Helling gab sich resignirt zufrieden. Desto größer war ihr Erstaunen, als sich die Tochter am nächsten Morgen mit etwas heiserer Stimme erkundigte, ob Vetter Felix für diesen Tag zu erwarten sei. Auf die bejahende Antwort hin äußerte sie mit verlegen abgewendetem Gesicht: „Dann will ich rasch noch einen Citronencrsme machen lassen, den ißt er ja so gern!" und entfloh hastig aus der Nähe der überraschtemMutter, die sich diese schnelle Wendung zum Guten nicht zu deuten wußte. Sie ahnte die Ursache nicht. Eine kurze Notiz im Abendblatte hatte das Blinder bewirkt, zwei Namen nur, die in der Liste der Verlobten standen: Constanze Pottmüller und Premierlieutenant Lothar von Lossen. Eine Verwechselung war ausgeschlossen, das wußte Regine. Der Lossens gab es zwar viele in der Armee, aber nur einen Lothar unter ihnen. Er hatte selbst im Scherze gegen sie geäußert, daß er als der einzige seines Stammes diesen Namen trage. * * * Eine feuchte laue Maiennacht war es gewesen, in der Regine den schwersten Seelenkampf ihres jungen Lebens durchrang. Draußen träufelte der warme Regen nieder auf die jungen Blätter und ließ die Knospen schwellen. Ein weicher, träumerischer Lenzhauch lag in der Luft, die durch das geöffnete Fenster hereinströmte,- Alles in der Natur rüstete sich zum Feste, zur Blüthezeit — aber ihr Leben erschien ihr welk, öde, inhaltslos. Die ganze glühende, schwärmerische Liebe ihres jungen Herzens hatte sie ihm geschenkt, und er hatte keine Erwiderung gehabt für die Tiefe dieses Gefühls, ihm war ihre Unterhaltung wohl nur eine angenehme Zerstreuung gewesen, die ihm über ein paar müßige Stunden hinweg half. Eine Gefühl unsagbarer Bitterkeit schwoll in ihrem Herzen auf und schnürte ihr die Kehle zu. Der Gedanke, mehr Liebe zu geben, als sie empfing, war ihr immer unerträglich gewesen. Aengstlich hatte sie sonst stets ihre Zuneigung abgewogen — und hier war ihr für Alles — nichts geworden. Sollte sie nun suchen, ob sie in einem anderen Manne die Ergänzung ihres eigentlichen Selbst finden würde, wie sie es damals in Lossen fand? Ach, sie wußte genau, daß es keinen Ersatz für das Verlorene gab. Drei Jahre lang war sie Männern aller Art begegnet, und alle blieben ihr fremd. Wohl las sie in ihren Blicken Bewunderung, aber diese galt nur ihrer Schönheit. Keiner hatte ihr die Lippen erschlossen, wie jener eine, und die Schätze ihres Geistes, die sie sorglich verborgen hielt vor profaner Berührung, ans Tageslicht gezogen. Wenn sie einmal |im Eifer einen eigenen Gedanken laut werden ließ, sich ein selbstständiges Urtheil erlaubte, dann sahen die einen sie bestürzt an: eine denkende Frau, ein Schöngeist, wie unheimlich! Die anderen aber lächelte,n mitleidig, spöttisch- was konnte eine Frau denn von Dingen verstehen, die nicht in ihr Fach schlugen! Küche, Haushalt, Toilette, das war ihr Reich, damit hatte sie sich zu bescheiden. Wollte sie noch dilettiren in Musik, Malerei, nun gut! so wurde ihr das verziehen. Aber alles Weitere war vom Uebel. Nur Einer hatte ihr zuzuhören verstanden, Einem hätte sie Alles sagen können, was ihr Herz bewegte — aber jener Eine fragte ja gar nicht danach. O wie war es möglich, daß er nicht wie sie ihre innere Zusammengehörigkeit gefühlt hatte! Laut aufschluchzend sank sie in die Kniee und barg das thränenüberströmte Gesicht auf den Armen. Dann ward sie ruhiger, dachte weiter. Wie sollte ihr Leben sich nun gestalten? Ein Mann hatte seinen Beruf, der ihm nicht Zeit ließ, über eine Enttäuschung lange zu grübeln. Aber sie? Frau von Helling hatte ihre Tochter erzogen, wie es die meisten Frauen ihres Standes thaten, das heißt, sie trug Sorge, daß ihre Talente und Fähigkeiten gut ausgebildet wurden. Ernstere Pflichten hatte sie nicht zu erfüllen, nützliche Thätigkeit beanspruchte man nicht von ihr. So würde sie denn auch in Zukunft ihre Tage hinbringen mit Malen, Musiziren und Lesen. Aber was ihr bisher Freude gemacht, erschien ihr nun zwecklos. Hatte sie doch bei Allem nur an „ihn" gedacht. Für ihn wollte sie ihr Wissen bereichern. Wenn sie ihren Beethoven übte, fiel ihr ein, wie er die neunte Symphonie ein Meer genannt, in dem man zuerst versinkt und dann allmälig schwimmen lernt; und mit eisernem Fleiße lernte sie die gewaltige Fluth mit kundigen Arme theilen, ohne daß ihr von den überstürzenden Wellen der Athem verging — für wen sollte sie sich nun abmühen? Ob sie malte, las und spielte oder ob sie schlief und den ganzen Tag gar nichts that, das erschien ihr plötzlich unendlich gleichgültig. Verzweifelt rang sie die Hände. Sie wollte fort, hinaus aus den alten Verhältnissen — war denn Keiner, der ihr dazu verhalf? Aber ja doch, einen gab es ja, der gar nichts Besseres begehrte, als sie mit sich zu nehmen. Ein paar treue, blaue Augen schienen sie plötzlich aus dem Dunkel anzublicken, als versprächen sie ihr Rettung. Sollte sie dennoch die Frau von Vetter Felix werden? Was sie noch am Morgen für unmöglich gehalten, erschien ihr jetzt der Erwägung werth. Einmal heirathen mußte sie doch wohl — warum denn ihn nicht so gut wie jeden Anderen? Gerade weil er so ganz verschieden war von Lossen, aber auch von allen anderen Herren ihrer Bekanntschaft, weil er sie in einen fremden, weit entfernten Wirkungskreis verpflanzen würde, ws sie schaffen und sich betäuben konnte, gerade darum war er jetzt vielleicht der Rechte für sie. Sie seufzte. Der gute Felix! Jener, dem sie sich ganz offenbart, hatte sie verschmäht. Dieser, der von dem nichts wußte, das sie für das Beste an sich hielt, liebte sie. Sie stand vor einem Räthsel. Müde vom Sinnen stützte sie den Kopf. Aber ihren Weg fah sie nun klar vor sich. Sie wollte Felix glücklich machen, wollte aus seinen liebevollen — 148 Augen Vergessen trinken — und was sie ernstlich wollte, hatte sie noch immer gekonnt. Die Nacht war still dahingeschwunden. Kalt und nüchtern dämmerte der junge Tag herauf — und mit ihm begann für sie ein neues Leben. (Fortsetzung folgt.) Sollen wir warm oder kalt oder gar bei offenem Fenster schlafen? Von Dr. Otto Gotthilf. ------- (Nachdruck verboten.) „Was Speise und Trank für den Magen, das ist reine Luft für die Lunge,- was Gift für jenen, das ist zmreine Luft für diese." Möchten doch alle dies überaus wahre Wort des großen hygienischen Practikers Dr. Niemeyer beherzigen! Was nützen alle Reconvalescenten - Anstalten und Kurhäuser sür Lungenkranke, welche jetzt von wohlthätigen Menschen und Vereinen vielfach auf dem Lande und in Luftkurorten errichtet werden, wenn das Uebel nicht an der Wurzel gefaßt wird, wenn man nicht die Entstehung der Lungenkrankheiten mit Rath und That zu verhindern sucht? Das ist ein Gebiet, auf dem die Hygieniker noch weit mehr in Wort und Schrift wirken sollten/ es ist eine Aufgabe, wahrlich des Schweißes der Edeln werth und fruchtbringender als der ewige Bazillensport. Dabei muß man die nackte Wahrheit ganz unverblümt darstellen, denn es ist doch entschieden besser, die Hygiene sagt bittere Wahrheiten, als wenn nachher die medicinische Wissenschaft bittere Arzeneien geben mutz. In unbegreiflicher Leichtfertigkeit vergiften sich täglich Tausend und Abertausende ihre Lungen und damit ihr Blut und ihren ganzen Körper durch Einathmung von verdorbener Luft. Daher die enorme Verbreitung aller Arten von Lungenkrankheiten, vom einfachen Lungencatarrh bis zur Lungenschwind sucht, ganz abgesehen von dem vielen Siechthum, welches sich nicht in der Lunge localisirt, sondern von dort aus den ganzen Körper in Mitleidenschaft zieht. Leider bilden meist gerade die wichtigsten Räume der Wohnung höchst gefährliche, unheilschwangere Lufthüllen, nämlich die Schlafzimmer. Wer dies nicht glaubt, mache einmal frühmorgens einen Rundgang und überrasche seine Bekannten noch im Bett oder in der Schlafstube, bevor die Fenster geöffnet sind. Da dringt einem dann ein so widriger, verpesteter Dunst entgegen, daß einem fast der Athem vergeht. Und in dieser Atmosphäre bringen die Leute ungefähr acht Stunden lang zu, also nahezu den dritten Theil ihres ganzen Lebens. Ist es da ein Wunder, wenn sie morgens mit trägen Gliedern und trüben Sinnen erwachen, wenn es ihnen „wie Blei in den Gliedern liegt?" Wodurch wird nun die Luft gerade in den Schlafzimmern so verdorben? Zunächst fällt in der Nacht jene bedeutende Ventilation ganz weg, welche am Tage im Wohnzimmer durch gelegentliches Oeffnen des Fensters beim Hinausschauen und durch das häufige weite Aufmachen der Thüren beim Hinaus- und Hereingehen statfindet. Ferner ist wissenschaftlich bewiesen, daß wir im Schlafe weit mehr Sauerstoff einathmen und mehr Kohensäure ausscheiden als im wachenden Zustande. Der im Schlafzimmer befindliche Sauerstoff, die wahre Lebenslust, wird also schneller verbraucht, und der giftigste Bestandtheil, die Kohlensäure, fortwährend in reichlicherem Maße der Luft beigemischt. Jeder einzelne Schläfer athmet während der Nacht ungefähr 300 Liter Kohlensäure nebst Wasserdampf und mehr oder weniger riechende Zersetzungsstoffe durch Haut und Lungen aus. Diese verpestete Lust nebst sonstigen gasigen Beimischungen wird die ganze Nacht hindurch von den im Schlafzimmer befindlichen Personen immer von neuem ein und wieder ausge- athmetLso daß die Schläfer ihrem Athmungsorgane eigentlich nur ihren eigenen Lungenschmutz und den ihrer Mitschläfer darbieten. Wie können wir nun der höchst gesundheitsschädlichen Verunreinigung der Schlafzimmerluft vorbeugen? Einzig und allein durch fortwährende Ventilation während der ganzen Nacht. Selbstverftänlich ist es vor allem nöthig, daß man zum Schlafzimmer einen möglichst großen Raum wähle und daß recht wenig Personen in einem Zimmer beisammen schlafen. Darauf können wir aber nicht näher eingehen, weil dies hauptsächlich vom Wohlstände abhängt und unsere Vorschriften für alle Verhältnisse, die guten wie die ärmlichen, paffen sollen. Eine genügende Ventilation ist am schwierigsten im Winter herzustellen, weil dann mit der frischen Luft durch das geöffnete Fenster zugleich die Kälte eindringt. Diese ist nun zwar an und für sich nicht schädlich, denn wir können uns im Bette durch Nachtjacke und mehrfache Bedeckung schützen, aber doch darf sie nicht so bedeutend sein, daß der ausgeathmete Wasserdampf sich an den Wänden niederschlägt, weil die dadurch entstehende Feuchtigkeit und Modrigkeit ungesund ist. Wir sollen eben kühl und lustig, jedoch nicht eiskalt schlafen,- sich des letzteren zu rühmen, wie Manche zu thun pflegen, ist eine hygienische Thorheit. Im Winter ist daher in gesuundheit- licher Beziehung am besten, das Schlafzimmer mit einem Kachelofen (natürlich ohne Ofenklappe) zu Heizen und je nach der draußen herrschenden Kälie einen oder zwei Fensterflügel theil- weise offen zu halten. Damit die Fensterflügel in der gewünschten Stellung verharren uud auch nicht etwa durch Zuklappen stören, klemme man in den Spalt ein Stück Holz oder Kork und binde die beiden Griffe (Haken) fest aneinander. Hierauf wird die Fensterrolle heruntergelasseu oder die Zuggardine zusammengezogen, damit nicht directer Wind den Schläfer treffen, noch das Mondlicht ihn belästigen kann. Hat man keinen Ofen im Schlafzimmer oder scheut man die Kosten des Heizens, so lasse man die Thüre zum erwärmten Nebenzimmer die ganze Nacht hindurch weit auf und halte dort mehrere Fensterflügel offen. Bei Doppelfenstern ist es zweckmäßig, unten außen und oben innen zu öffnen. Jedenfalls muß irgendwo auch im Winter ein Fenster offen sein, damit die verdorbene, ungesunde Binnenluft sich fortwährend durch reine Außenlust genügend erneuern kann. Denn es ist ein törichter Muhmenklatsch, daß die Nachtluft schädlich sei, und die schrecklichen Schauergeschichten, welche von schweren Erkrankungen nach Einathmung von Nachtluft berichtet werden, sind weiter nichts als wahnwitzige Ammenmärchen. (Schluß folgt.) Humoristisches. Ein lieber Kerl. Junger Arzt (zum Diener): „In der verflossenen Nacht wurde ich dreimal durch die Glocke geweckt, doch war Niemand da, wenn ich das Fenster öffnete und nachfragte. Weißt Du nicht, wer es gewesen sein könnte?" — Diener: „Das war ich, Herr Doctor, ich wollte Ihnen eine Freude bereiten." * * Fraue n-Oekonomie. „Ich weiß nicht, Ella, wie Du es mit Deinem Haushaltungsgeld nur hältst! Gebe ich Dir viel, dann brauchst Du viel, gebe ich Dir weniger, dann kommst Du auch aus!" — „Das ist sehr einfach, lieber Rudolph: Wenn Du mir viel Geld giebst, dann bezahle ich nebenbei meine Schulden, die ich mache, wenn Du mir weniger giebst!" * * * Schön gesagt. A.: „. . . Wie geht's dem Kaufmann Müller, der war ja in seine Cassirerin furchtbar verliebt, nannte sie nur seinen Engel." — B. „Der Engel ist ihm mit der Casse durchgeschwebt. Redaction: 8L Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Kietzen. Del Sei W- Nk eine so getausch ein, we viel Ge wie bii kommet bisher untersch staunt, aufkeim die jun zerstöre deuten, heim ri wißheit Aber i eintrat, ihm er und ve ein kle E ergriff ir schon, ganz u daß Dl lich we C seine r