ilt einer sehr :idre. :lt er so fest, rlassen mußte, le mich doch — aber Sie hliches, schalk- i§ sehr ähnlich, zeschaut haben >e aussprechen ächtige Neber- unen Sie nur, Verehrer Ihrer :/ daß Ihre Worten Elsas, ) und natürlich schwerer Pein ch Ihre Güte," >em ich dieselbe reis erhalten." ser ausgesucht, aal mit Ihnen nicht!" gnädigste Frau, lf, der Kamps elbst geheiligte „Maikätzchen" lächelnd nach o sie mit einem ise Zwiesprache gnädigste Frau, Sehnsucht nach ir große Qual Empfindungen nmenkunst mit meiner Novelle Fhnen als gute Sie sich durch neiner Schwär- ^endtraum nicht iem Manne uni heute gesuM noch ein Plä?' vorhanden?" A\t Sie wieder Sie auch W meine Vertraute en aushändigi", rchste Woche P im sind Sie tu che in dem ritt ertönte, I1 -sichtchen erschi« ; hielt er wi* {einigen - 111 Misa täglich «a fdjen, Anenu-- t von einer,« f einem BB da) in ®i«6en’ Das Kind der Tänzerin. Roman aus dem amerikanischen Leben von Joseph Treumann. (Fortsetzung.) 5. Capital. In der Nacht. Am nächtlichen Himmel machte der Vollmond vergebliche Anstrengungen, die grauen Wolkenmassen zu durchbrechen. Es war schon spät, Robert Greylock mußte daher seine Schritte beschleunigen, wenn er seines Vaters Haus erreichen wollte, ehe die Bewohner im Schlummer lagen. Der nächste Weg nach Greylock Woods führte durch die gefrorenen Salzwiesen. Ein solcher Gang um diese Zeit der Nacht hatte sicher nichts Einladendes; allein es blieb dem unglücklichen jungen Manne keine andere Wahl- die Angelegenheit, die ihn dorthin führte, war dringender Arter mußte noch einmal in seines Vaters Gesicht blicken, mußte genau wissen, was er von dem eisernen Herzen des alten Mannes zu erwarten hatte. Nur durch wenige Fenster der Häuser von Blackport schimmerten noch Lichter in die Nacht hinaus- die meisten Bewohner des Städtchens zogen sich früh zur Ruhe zurück. Die Marschen, die Robert zu durchwandern hatte, dehnten sich vor ihm aus — eine dunkle, lautlose und schaurige Oede. Auf der einen Seite glitzerte der Salzbach, ein Arm der nahen Bai. Das Leuchtfeuer von Bird Island bildete den einzigen hellen Punkt in der unheimlichen Finsterniß. Robert kannte das Terrain sehr genau- sein Fuß wanderte ja auf heimathlicher Haide. Hier war es, wo er DormttSta- de« 27. Rai. aml Mw- W MU« a üi I Llij MMimmelsahrt O maienschöne, äSs? Märchenhafte Blüthenpracht! All' das Nachtigallgetöne Froh und doch voll Sehnsucht macht. Herz, das Himmelsthor sprang auf, Trag', was dich bewegt, hinauf' Der Mai des Lebens steht nicht lang in Blüthe, Er dünkt uns wie ein Traum in seiner Flucht; Doch nur dem Äug' entflieht er; im Gemüthe Reift manche seiner Blüthen uns zur Frucht. Fr. Bodenstedt. die goldenen Stunden seiner glücklicheren Tage damit zugebracht hatte, Seevögel zu schießen und Mercy seine Liebe zu erklären. Er gedachte der ©eenen, die sich zwischen ihm und der Tochter des Wirthes zugetragen hatten. „Wer hätte ahnen können, daß das Mädchen sich die Sache so zu Herzen nehmen würde?" murmelte er vor sich hin. „Es ist schon möglich, daß ich ihr die Ehe versprack, obgleich ich mich dessen nicht erinnere- ich war leichtsinnig genug dazu." Nach einem tüchtigen Marsche erreichte er das Ende des niedrigen Landes und hatte nun die längst nicht mehr bearbeiteten Salzgruben vor sich. Das Licht des halbverhüllten Mondes schimmerte auf eine Menge Erdhügel, verfallene Schuppen und gefrorene Pfützen herab. Eine ziemlich steile Anhöhe führte zu der Landstraße empor. In wenigen Augenblicken hatte Robert die Höhe erklommen und befand sich nun am Saume eines Parkes, der von einer hohen steinernen Mauer eingeschlossen war. Er verlor keine Zeit, nach einer Eingangspforte zu suchen, sondern bediente sich eines Felsblockes, der dicht neben der Mauer lag, als Stufe zum Erklettern und befand sich im nächsten Moment im Innern des Parkes. , Stattliche Tannen und Fichten standen tn dichten Gruppen umher. Fahrwege und Fußpfade zogen sich nach allen Richtungen hin durch die Anlagen und doch war dies nur ein kleiner Theil des herrlichen Erbes, dessen Verlust Robert durch seine Heirath zu beklagen hatte. Wo mochte Iris in diesem Augenblicke sein? Lachte und scherzte sie mit dem Creolen bei einem Champagner- oder Austern-Souper? Das Blut kochte bei diesem Gedanken in Roberts Adern. Um einer so leichtfertigen Kreatur willen hatte er auf ein Erbtheil verzichtet, um das ihn Hunderttaufende beneidet hätten. „Ob sie wohl trauern wird, wenn sie, in die Wohnung zurückgekehrt, ihr krankes Kind nicht mehr findet?" fragte er sich. „Kaum- sie wird wahrscheinlich zu Kenyon sagen: „ES war recht hübsch von ihm, daß er mir die Kosten des Begräbnisses erspart hat." Dieser Gedanke führte zu weiteren Betrachtungen. Blieb das kranke, vernachlässigte Kind wider Erwarten am Leben, so war es die einzige Erbin des colossalen Vermögens, falls sein Vater sie nicht durch ein Testament enterbte. — Lange Zeit hatte er nicht, sich diesen Gedanken hinzugebener brannte vor Ungeduld, seinen Vater zu sprechen. Auf sorgfältig gepflegten Pfaden eilte er durch den Park, todtes Laub raschelte unter seinen Füßen, durch die kahlen Aeste stöhnte der Wind. Robert überschritt eine Brücke, die sich 242 über einen kleinen Bach wölbte, eilte an Treibhäusern und Gärten vorbei, erstieg einen Rasenhügel und erblickte endlich mitten im Parke daS Haus, eine stylvoll ' gebaute Villa mit einer hohen Mansarde und einem viereckigen Thurm. Aus einem der unteren Fenster schimmerte Licht hervor. „Gott sei Dank!" rief er, als seine Augen den, hellen Schein gewahr wurden, „er ist noch in der Bibliothek,' er ist noch auf !" Im nächsten Augenblick war er an der Thür und klingelte heftig. Niemand kam; die Dienerschaft hatte sich offenbar schon zur Ruhe begeben. Robert klingelte noch lauter, und nach einiger Zeit blickte ein freundliches, ältliches Gesicht in einer Spitzenhaube durch das Guckloch. „Machen Sie die Thür auf, Mrs. Hopkins," sagte Robert- „ich bin's." Die Alte wankte bestürzt zurück. „Gerechter Hrnnnel!" rief sie, „war es mir doch, als hätte ich dieses Klingeln gekannt! Oh, Herr Robert, was bringt Sie hierher?" „Alberne Frage!" antwortete er, indem er die Thür aufstieß, die Alte bei Seite schob und in den Hausflur trat. Die alte Mrs. Hopkins war seit Roberts Kindheit Haushälterin zu Greylock Woods gewesen. Ich komme, um meinen Vater zu sprechen: ich weiß, er ist hier und noch nicht im Bette- beeilen Sie sich, ihm meine Ankunst mitzu- theilen!" Frau Hopkins war eine ziemlich eorpulente Frau, deren Gesichtszüge deutlich zu erkennen gaben, daß sie alle Dinge so leicht wie möglich zu nehmen Pflegte- dennoch erblaßte sie sichtlich, als sie Roberts Begehr vernahm. „Oh, das darf ich nicht thun!" keuchte sie- „es würde mich meine Stellung kosten, Herr Robert- Ihr Vater ist so wüthend auf Sie — so wüthend —" „Wo ist Tante Pamela?" unterbrach Robert die Sprechende. „Die ist bereits zu Bett gegangen- sie hat schreckliches Kopfweh." „Ich muß meinen Vater sehen, Mrs. Hopkins- unter diesem Dache werde ich doch keine Umstände machen!" „Mit diesen Worten schob er die Frau aus dem Wege und schritt auf eine Thür aus Wallnußholz auf der anderen Seite des Hausflures zu. Im nächsten Moment drehte sich diese in ihren großen messingenen Angeln. Das Gemach, das Robert nun betrat, war das Bibliothek- Zimmer- es enthielt außer einer großen Anzahl von Büchern Möbel aus Ebenholz, die mit rothem Plüsch gepolstert waren. Das offene Kaminfeuer verbreitete eine angenehme Wärme. Von der Mitte des mit Fresken geschmückten Plafonds hing an einer Kette eine silberne Lampe herab, die ein überaus klares, sanftes Licht und zugleich süßen Wohlgeruch verbreitete. An dem Tisch unter dieser Lampe saß ein Mann, der die mittleren Jahre bereits hinter sich hatte und dessen kleine Gestalt in einen sammetnen Schlafrock gehüllt war- er war mit Lesen beschäftigt. Der Besitzer von Greylock Woods war einer der elegantesten, zugleich aber auch einer der unzugänglichsten Männer, die man sich denken kann. In seinem Wesen, wie in seinem Geschmack war er durchaus vornehm. Seine Hände waren klein und weiß- sein strenges und hartes Pofil glich dem eines starren Richters- seine Lippen waren ungewöhnlich dünn- seine grauen Augen hatten den Ausdruck unbeugsamer Härte. Mr. Greylock hatte schon ein recht hübsches Vermögen von seinem Vater ererbt, es aber als Bankier durch seine geglückten Geschäfte noch bedeutend vermehrt. Gegen Leute, die ihm gleich standen, war er artig und zuvorkommend - für die niederen Klassen angehörenden Menschen jedoch unnahbar. Er war, wie man zu sagen pflegt, ein Mann mit steinernem Herzen, lau in der Freundschaft, schroff in seinen Abneigungen. Als die Thür aufging, blickte der alte Herr von seinem Buche auf. Beim Anblick der Gestalt schrak er nicht zusammen, er entfärbte sich nicht einmal, sondern legte das Bilch auf den Ebenholztisch und rief mit gewitterdrohender Stimme: „M>s. Hopkins!" Allein MrS. Hopkins hatte kein Verlangen, dem kommenden Sturm die Stirne z» bieten; sie floh nach ent ernteten Regionen des Hauses. Der Besitzer von Greylock Woods erhob sich von seinem Fauteuil und sah den jungen Mann an der Thür scharf an, ein einziges Kind, den Sohn seiner Gattin, die bei der gebürt des Knaben gestorben war. „Was willst Du hier?" Tagte er mit einer Stimme, die eisigkalt war. „Eine kurze Unterredung mit meinem Vater," antwortete Robert, indem er ruhig eintrat - er näherte sich einem Vater und reichte ihm die Hand. Der alte Herr machte fine abwehrende Geberde und sagte scharf: „Was hast Du mir zu sagen? Fasse Dich kurz!" Robert blieb auf der anderen Seite des reich mit Schnitzwerk verzierten Tisches stehen- das milde Licht der Hängelampe fiel auf sein Antlitz und beleuchtete seine abgehärmte Gestalt. Ohne sich durch den frostigen Empfang entmuthigen zu lassen, antwortete er- „Ich will den Osten verlassen, um mein Glück zu suchen- ich will nach dem fernen Westen reisen; ist es nicht möglich, daß wir uns vor meiner Abreise versöhnen?" Das Gesicht des alten Herrn nahm einen noch härteren Ausdruck an. „Nein!" erwiderte er kurz. Ein peinliches Schweigen entstand. Robert blickte in dem wohlbekannten prächtigen Zimmer umher und heftete dann die Augen auf den kostbaren Teppich. „Ich werde es sehr bedauern," sagte er endlich- „denn wahrscheinlich ist dies das letzte Mal, daß wir uns in diesem Leben sehen - verzeih mir Vater, laß uns in Frieden scheiden!" „Vor achtzehn Monaten trafst Du Deine Wahl — ich sagte Dir damals, daß ich Dir nie verzeihen würde- der Himmel sei mein Zeuge, daß ich es nie thun werde!" „Ist das nicht zu hart, Vater?" stammelte der junge Mann. „Du warst mein einziges Kind," begann der alte Herr auf's Neue- „alle meine Hoffnungen richteten sich auf Dich. Die Grcylocks sind ein stolzes Geschlecht- wir haben, wie Du weißt, adeliges Blut in den Adern. Du solltest, wie ich hoffte, die Ehre unseres Namens aufrecht erhalten- mein ganzes Vermögen wäre dereinst Dir zugefallen. Ich sparte weder Geld noch Mühe, um Dich für die Dir zukommende gesellschastliche Stellung zu erziehen. Du hättest unter den Besten unseres Landes wählen können, um Dir eine Gattin zu suchen. Noch halb ein Junge, verliebst Du Dich, wenn man es so nennen kann, Hals über Kops in eine niedere Bühnen-Creatur — in ein Mädchen, das in Trieots und kurzen Röcken zur Belustigung eines gemischen Auditoriums auf der Bühne tanzt. Von einer ganzen Welt voll Frauen war dies die einzige, die mein hochgebildeter, hochstrebender Sohn für würdig hielt, meine Schwiegertochter zu werden — ein geschminktes Weib von sehr zweifelhaftem Rufe! „Lieber Vater!" unterbrach Robert den alten Herrn ruhig, „ich bitte Dich, Deine Bemerkungen und Deine Vorwürfe nur auf mich zu beschränken, laß meine Frau W' unserer Unterredung aus dem Spiel!" Jetzt endlich verlor der alte Herr seine Selbstbeherrschung und rief wüthend: „Unreifer Bube! Du willst Deinen Baier zurechtweifen, während mir längst bekannt ist, in welche Einvernehmen Du mit der Erkorenen Deines Herzens leb! Der Wahn war kurz- trage die Folgen Deiner Handlung^ weise, ich lehne jede Verantwortlichkeit ab! Ich habe gewarnt, ich habe Dich gebeten — aber Alles war gebens." . „Es ist nutzlos, weiter auf diesen Gegenstand et z gehen, Vater," entgegnete Robert ruhig- „ich werdet we mit Dir, noch mit sonst Jemanden über mein eheliches sprechen. Ich will Niemandem die Verantwortlichkeit i 243 meine Handlungsweise anfbürdcn, ich werde die Folgen unter allen Umständen zu tragen wissen." „So ist's recht!" höhnte der Alte,- „ich liebe stoische Ergebung in das Unabänderliche." „Ich kam heute Abend mit einer doppelten Absicht nach Greylock Woods," begann Robert nach einer kurzen, peüv liehen Pause. „Ich wollte Dich wegen des Geschehenen um Verzeihung bitten und um die zu meiner Reise nach Colorado nöthigen Mittel ersuchen." „Die bist also nicht gut bei Kasse!" rief der ältere Greylock mit grausamem Hohne. „Womit hast Du Dich denn seit Deiner Verheirathung ernährt?" „Ab und zu habe ich durch Beiträge für Zeitungen «einige Dollars verdient,- allein — ich gestehe es im Bewußtsein meiner eigenen Ohnmacht ein — zum größten Theile hat meine Frau uns mit ihrem geringen Einkommen «ernährt." „Und das heirathet!" stieß Herr Greylock zwischen den Zähnen hervor, „schmachvoll! Du hast auch ein Kind?" „Ja, eine Tochter." „Bedauernswürdiges Geschöpf! Unter solchen Verhältnissen soll ein Abkömmling der Greylocks aufwachsen! Du willst nach dem Westen- gedenkst Du Frau und Kinder mitzunehmen?" „Nein, ich gehe vorerst allein." Der alte Herr entnahm einem Schränkchen ein Päckchen, dies seinem Sohne überweisend, sagte er: „Hier sind fünfhundert Dollars; mach' einen guten Gebrauch von dem Gelbe, es ist das letzte, das Du von mir erhältst." Robert nahm das Geld und steckte es in die Tasche. „Im Namen von Frau und Kind danke ich Dir, Vater," sprach er,- „ich hoffe, es wird mir Segen bringen,- ich werde meiner Ueberzeugung nach int Stande sein, mir durch eigene Thätigkeit eine Existenz zu gründen. Da dieses Haus nicht länger meine Heimath ist, so will ich nach „Pooles Inn" zurückkehren,- leb’ wohl, mein lieber Vaier!" „Verlasse mich!" rief der alte Herr, indem er gebieterisch mit dem Finger auf die Thür wies. „Ich gehe," erwiderte Robert langsam,- „möchtest Du es nie bereuen, daß wir uns auf diese Weise trennten! ■Seb’ wohl, Vater!" Mit diesen Worten verließ Robert das Zimmer und trat in den Hausflur hinaus. In demselben Augenblick eilte eine weibliche Gestalt in einem weißen Nachtgewande die breite Treppe herab und fiel mit einem Aufschrei in die ausgebreiteten Arme des jungen Mannes. „Oh, mein lieber Junge!" rief Miß Pamela Greylock. Die alte Hopkins hat mir gesagt, daß Du hier bist- was hat Dein Vater zu Dir gesprochen?" „Er hat mich aus dem Hause gewiesen, Tante," antwortete Robert, indem er die kleine, alte Dame zärtlich um armte- „es ist nun Alles vorbei! Ich gehe nach Colorado — ich werde Dir schreiben, sobald ich meine neue Heimath erreicht habe." „Nach Colorado! Großer Gott! Robert! Mein lieber, lieber Junge, das ist ja schrecklich! Warum mußtest Du gegen seinen Willen heirathen und all' dieses Unglück über uns bringen? Und wo ist Dein kleines Töchterchen? Wie mich danach verlangt, das Kind zu sehen! Ich liebe jetzt schon. Komm, erzähle mir von ihr!" „Ich kann nicht, Tante!" rief Robert schmerzlich er- 'rsgt. „Laß mich gehen — ich muß fort — ich darf in biesem Hause nicht mehr athmen. Lebe wohl, liebe, gute Tante- Gott segne Dich!" Er riß sich aus ihren Armen, öffnete die Hausthür und verschwand in der finsteren, kalten Nacht. Noch einen letzten Blick warf er zurück auf die vom ^icht erhellten Fenster des Bibliothekzimmers- dann schritt er schweren Herzens den mit Tannen und Fichten eingesäumten Hauptweg hinab, der Landstraße zu. Die Stadtuhr von Blackport schlug elfmal, als Robert die Allee hinabschritt, welche ihm in dieser Nacht kein Ende zu haben dünkte- er beabsichtigte, in Pooles Gasthof zu übernachten und mit dem Morgenzug nach New-Aork zurückzukehren. Der Mond mühte sich noch vergeblich ab, die grauen Wolkenmaffen zu durchdringen, und warf nur auf einige Augenblicke ein mattes, gespenstiges Licht über den großen Park. Eine eiserne Pforte führte von der Tannen-Allee nach der Landstraße. Als Robert sich mit raschen Schritten dieser Pforte näherte, gewahrte er deutlich eine menschliche Gestalt, die in lauernder Haltung neben der Thür stand. Der von einem Schlapphut bedeckte Kopf reichte bis zum oberen Ende des nur mäßig hohen Thürpfostens - der übrige Theil des Körpers verlor sich im Schatten. Robert fühlte sich unwillkürlich betroffen und machte Halt. In demselben Augenblick entdeckte die Gestalt seine Annäherung und sprang auf. „Wer da?!" rief Robert. Keine Antwort erfolgte. „Wer seid Ihr, und was wollt Ihr von mir?" sprach Robert mit lauter Stimme. Das Gesicht ihm zugewandt, allein völlig vom Schatten und der Dunkelheit verhüllt, stand der Fremde einen Augenblick still, als wäre er unschlüssig, ob er antworten sollte oder nicht. Dann verschwand die Gestalt plötzlich, als ob die Erde sie verschlungen hätte. (Fortsetzung folgt.) Fußwanderungen, der hohe hygienische Werth derselben. Von Dr. Otto Gotthilf. ------- (Nachdruck verboten.) „Es würde Alles viel besser gehen, wenn man mehr ginge," sagt der große Tourist und Dichter Seume in seinem „Spaziergange nach Syrakus". Dies Wort gilt namentlich in gesundheitlicher Beziehung. Die bedeutendsten medicinischen Autoritäten stimmen mit den sogenannten Naturärzten darin überein, daß Fußwanderungen einen überaus hohen hygienischen und heilenden Werth haben. Beim Wandern wird die Widerstandskraft des Körpers gegen künftige Erkrankungen und die Spannkraft des Geistes bedeutend erhöht- es bildet das beste Vorbeugungsmittel gegen Krankheit und Siechthum. Dazu ist es nun keineswegs nothwendig, daß man der Alpen Gipfel erklimmen muß. Im Gegentheil- dieser Sport artet meist zu einem unsinnigen Fexenthum aus, bet welchem die Körperkräfte überanstrengt und das Leben leichtsinnig auf's Spiel gesetzt wird. Die modernen Bergfexe mit ihrer krankhaften Renommirsucht sind die lächerlichsten und widerlichsten Erscheinungen inmitten der erhabenen Naturpracht der Hochgebirge. Freilich gewährt Bergsteigen alle hygienischen und sanitären Vortheile des Fußwanderns in noch höherem Maße als Marschiren in der Ebene, aber es darf nicht übertrieben werden. Wer Gelegenheit hat, übermäßig pasfionirte jüngere und ältere Bergkraxler wiederholt zu beobachten, wird die Erfahrung machen, daß es ihnen ebenso geht wie den schwer- arbeitenden Landleuten: In jungen Jahren sehen Burschen und Mädchen infolge des steten Aufenthaltes in frischer Luft blühend und kräftig aus, bald aber macht sich die überanstrengende, vom Morgengrauen bis spät Abends dauernde Feldarbeit geltend und schon im mittleren Lebensalter sind die Landleute, mit Ausnahme der wohlhabenden Bauern, ab- gearbeitet und abgenutzt, was sich auf ihren faltigen, ab- gemagerten Gesichtern deutlich ausprägt. Am empfehlens- werthesten in gesundheitlicher Beziehung ist entschieden ein nur mäßiges Bergsteigen, also das Wandern in den sogenannten Mittelgebirgen, wie Schwarzwald, Harz, Erzgebirge tc. Aber auch wer hierauf aus Mangel an Zeit oder Geld verzichten muß, möge sich doch ja die großen hygienischen Vortheile längerer Touren nicht entgehen lassen, sondern in der 244 Roman ai Zeit, besonders beim Bergsteigen, infolge von Ueberanstreng- ung des Herzens sehr leicht Herzklopfen. Zur Beseitigung desselben genügt übrigens zeitweiliges Stehenbleiben. Wenn sie aber mehrere Tage marschirt sind, hört das Herzklopfen vollkommen auf, der Herzmuskel hat sich eben gekräftigt und ist nun im Stande, die durch die stete körperliche Bewegung vermehrte Arbeit der beschleunigteren Blutcirculation zu leisten. Infolge von Herzschwäche staut sich auch leicht das Blut im Venensystem auf, wodurch Schwellungen und Entzündungen^ Hämorrhoiden, Krampfadern, Wassersucht u. s. w. entstehen, indem, ähnlich wie ein gestauter Bach aus seinem Bett über die benachbarten Gefilde sich ergießt, das Blutwasser aus den Venen in das umliegende Gewebe und die Körperhöhlen eindringt. Wird nun durch längeres Marschiren das Herz gekräftigt und seine Thätigkeit vermehrt, so erhöht sich auch bedeutend seine Saugkraft und es vermag das in die Gewebe ausgetretene Wasser wieder aufzusaugen. Unterstützt wird das Herz hierbei noch durch das beim Wandern eintretende starke Schwitzen und durch die Steigerung der Nierenabsonderung, wodurch viel Wasser und Abfallproducte des Stoffwechsels ausgeschieden werden. Daher bilden auch für- alle derartigen Leiden, zur Heilung und Vorbeugung, längere Fußtouren das beste Mittel. Auf also, das Ränzel geschnürt und hinausgewandert in die freie Gottesnatur, den ewigen Gesundbrunnen für Körper und Geist- aber nicht nur öfter für einige Stunden, sondern womöglich einmal für mehrere Wochen hintereinander. Das verleiht dem Körper Gesundheit, Widerstandsfähigkeit und jenes Kraftgesühl, welches den Kampf mit den Schwierig- keilen des Lebens erleichtert und die wesentlichste Basis einer gesunden Heiterkeit des Geistes bildet! Redaction: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brübl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in jetzt beginnenden Sommersaison entweder einmal wochenlang oder öfters tagelang durch Wälder und Felder marschiren. Wer auch nur 14 Tage hintereinander selbst in der traurigsten Gegend über Felder, Hügel, Wiesen und Wälder wandert, hat für die Erfrischung seines Geistes, für die Kräftigung seiner Nerven, sür die Gesundung und Widerstandsfähigkeit sämmtlicker Körperorgane weit mehr gethan, als wer ein vierwöchentliches Schlaraffenleben in einem Luxusbade führt. Vor Allem ist bei längeren Touren von großem Nutzen der beständige Aufenthalt in frischer, freier Luft. Die Lungen, welche daheim, namentlich im Winter, recht oft die zweifelhaftesten Luftmischungen einathmen müssen, erhalten jetzt stets eine fast kohlensäurefreie, sauerstoffreiche Luftspeise. Der größte Vortheil aber liegt in Folgendem: Wer sich, wie die meisten Städter, nicht körperlich anzustrengen braucht, nimmt für gewöhnlich bei jedem Athemzuge nur in einen geringen Theil seiner Lunge neue Luft auf, während in dem ganzen anderen Theile die alte, ausgenutzte, schlechte Lust verbleibt. Dadurch wirb nun nicht nur den rothen Blutkörperchen weniger von ihrem Nährmaterial, dem Sauerstoff, zugeführt — blasse Farbe der Stubensitzer —, sondern die vielen unthätigen Lungenbläschen schrumpfen, besonders an den Lungenspitzen, allmälig zusammen, werden widerstandsunfähig und bilden dann einen gefährlichen Nährboden sür alle krankheiterregenden Mikroorganismen, wie diejenigen der Lungenentzündung, Schwindsucht u. s. w. Deshalb nehmen auch alle Lungenkrankheiten, vom einfachsten Spitzenkatarrh bis zur schwersten Tuberkulose, meist in den Lungenspitzen ihren Anfang. Soll nun den Krankheitserregern dieses günstige Ansiedelungsfeld entzogen werden, so muß man auch die Lungenbläschen in den Spitzen ventiliren und in Thätigkeit setzen, was am besten durch lang anhaltendes Marschiren geschieht. Denn Plötzlich und auf einmal, etwa durch gelegentliches recht tiefes Einathmen, läßt sich dies keineswegs erreichen. Denken wir uns die Lunge wie einen (trockenen) Schwamm, dessen äußerste Poren an der Spitze mit Leim zusammengeklebt sind. Legen wir nun Viesen Schwamm in's Wasser, so saugen sich zwar die freien, offenen Poren sofort voll Wasser, aber die verklebten nehmen nur ganz allmälig, meist erst nach längerer Zeit, eine nach der andern, das Wasser in sich auf. Aehnlich verhält es sich mit der Lunge. Während beim gewöhnlichen Athmen in körperlicher Ruhe nur die normalen offenen Lungenbläschen sich mit neuer Luft füllen, saugen bei körperlicher Bewegung infolge des tieferen Athmens nach und nach immer mehr der vorher unthätigen, meist verklebten Lungenbläschen Luft auf und zwar von Stunde zu Stunde, von Tag zu Tag immer mehr. Man merkt dies auch beim Wandern ganz gut. Am ersten Tage leiden die Stubensitzer dann meist an Luftmangel, sie müssen immer einmal tief aufathmen, die Brust scheint ihnen zu eng, weil eben sür den Mehrverbrauch an Sauerstoff noch nicht genug Lungenbläschen in Thätigkeit getreten sind- aber von Tag zu Tag bessert sich dies, die Lunge scheint immer weiter zu werden, die Brust immer freier. Also ist länger fortgesetztes Wandern die beste Lungengymnastik und bildet das erfolgreichste Mittel zur Gesundung der Lunge und zur Vorbeugung gegen die vielen gefährlichen Lungenerkrankungen. Noch ein anderes, äußerst wichtiges Organ unseres Körpers zieht aus größeren Fußtouren sehr viel Nutzen: das Herz. Mit dem Herzmuskel verhält es sich nämlich ebenso wie mit den übrigen Muskeln des Körpers- je mehr Arbeit dieselben leisten, um so kräftiger und fettarmer werden sie. Wie man nun aber z. B. die Armmuskeln nicht auf einmal durch Heben von schweren Gewichten stark machen kann, sondern dazu regelrechte tagtägliche Armarbeit (auch Hanteln) ausüben muß, ebenso kann der Herzmuskel nur allmälig gekräftigt werden. Auch dies merkr man beim Wandern. Touristen mit „schwachem Herzen" bekommen in der ersten Literarisches. Katechismus d«S Nadfah sports. Von vr. Carl Biesen- dahl. Mit 104 in den Text gedruckten Abbildungen. In Original- Leiuenband 3 Mk. Verlag von I. I. Weber in Leipzig. — Der Rad- fahrsport fördert Gesundheit und Wohlbefinden, erleichiert die Wanderung in Feld und Flur, ermöglicht das Wohnen weit draußen im freundlichen Vorort und erhält seine sociale Bedeutung vor allem auch dadurch, daß er dem Minderbemittelten nicht versagt bleibt. Der Verfasser vorliegenden Bandes, Herausgeber der Sportzeitung „Der deutsche Radfahrer", gewährt einen historischen Ueberblick über die Entwickelung des Fahrrades von den ersten ungelenken Versuchen an, behandelt eingehend das moderne Niederrad in allen seinen Bestandtheilen, ertheilt practische Rathschläge bei Ankauf des Rades und gießt die erste Anleitung zur Erlernung des Radfahrens. Der stets klar und anregend schreibende Autor geht alsdann näher ein auf Hygiene und Training des Rarfahrers, Renn- und Tourenfahren, Militär-Radfahren, Vorschriften dir Behörden. Der Betheiligung der Damenwelt an diesem Sport ist en: besonderes Capitel gewidmet, ebenso der passendsten Kleidung des Radfahrers wie der Toilette der Radfahrerin. Recht werthvolle Abschnitte find schließlich die über Topographie und Kartographie der Radtourism, über radsportliche Literatur und Presse. * * Die Frau ist schuld! — Eure Frau selbst ist es, die ihrem Geschlechte den Vorwurf macht, mit schuld an dem Niedergange der Familienlebens und, durch übertriebene Ansprüche in der Ehe, auch M an der zunehmenden Ehelosigkeit zu sein. Unfern jungen Mädchen mangelt meistens die Verantwortungsfähigkeit; wenn sie in d-e vy- treten, verstehen sie nicht, mit Wenigem hauszuhalten. Wie viel wur - allein schon dadurch erspart, daß die Frau die Anfertigung ihrer eigene Kleidung und derjenigen ihrer Kinder in die Hand nähme! Sebes wei' liche Wesen sollte diese nützliche Kunst erlernen, die mehr wert!) hl - mühsame und augenverderbende Handarbeiten, und in keiner Fam sollte das maßgebende Fachblatt für Mode und Schneiderei, »W Modenwett*, fehlen. Wir machen dabei ausdrücklich daraus ' merksam, dah die weltbekannte „Modenwelt" nicht zu verwechse i mit neueren Unternehmungen, die sich nicht gescheut haben, den eingebürgerten Titel der „Modenwelt" sich zuzueignen. „JJ weit" bringt jährlich etwa 500 Schnittmuster für alle Theile vr leite und zugleich Anleitung zu practischem Zuschneiden, -p V . t Holzschnitte und farbige Bilder veranschaulichen das ganze weite der Damen- und Kinderkleidung, der Wäsche und PractlJc^crs|yoselll arbeiten. Der von Modelhorheiten unbeeinflußte Geschmack der,, > weit" ist im In- und Auslande längst anerkannt worden, u staunenswerth billige Preis, 1,25 Mk. vierteljährlich, ermöglicht e; o mann, auf das nützliche und werthvolle Blatt zu abonniren. Rober und lausch sagte er m mich nicht sein, der u aus der L mägde." und menscl Ein S Minute kä herrschte, t des nüchtli Hand nach da waren, seines $at Ohne Math seine: den Weg mit Mercier mußte s schon zur f verließ er an den Sc Plötzlich v! Zu jt einen Berf genehmes- gegenwärti Mohn dops und rief ai