ses unverschämte Mann, „als ich r auf ihre Aus- Wir wollten ihr ihre Aussage be- stuchzte ich und )em Gelbe einen konnten Sie den rau haben noch Mann): „Du, schuldig blechen )en Tellern sitzt " — Kellner: Grünkohl!" „Donnerwetter, n vierzig Mark re fünfzig Mark ne Zahnbürste?" nehmen Sie sie aucht!" msonst gegangen !" — Mann: t zu haben! So ■ (im Eisenbahn^ n transportirt): tsreise?" iänzer): ,-Mein Irehrum fehlt!" konnten Sie sich — Hauslehrern // lns müde, suche Gefl. Offerten rbeteu. g) in Äießen. he Leser beginnt «r Hausfrau! 3 Füchschen" und orin, welche durch thlungen „Nadine desselben so b-- nement auf „®ieä >mmermonaten 3U :t allen Leserinnen lügen. Für > d Postanstalt das ®n*lteg iw 26. Juni. W WM lwMMM lüffis FFF I ast Du zur Arbeit grade Muth, Geh' schnell daran, so wird sie gut, Fällt Dir was ein, so schreib' es auf, Ist heiß das Eisen, hämm're d'rauf. Das Antlitz ist ein wunderbares Buch, Mit Lebensbildern reichlich ausgeschmückt; Es steht darin der Friede und der Fluch Des Menschenherzens bildlich ausgedrückt. Das Kind der Tänzerin. Roman aus dem amerikanischen Leben von Joseph Treumann. (Fortsetzung.) „Nun, so laß sie tanzen!" sagte er mit eisiger Kälte. Dabei aber biß er sich wüthend auf die Ltppe, und seine Augen funkelten vor Wuth. „Ich durchschaue das Spiel dieses Weibes- sie verlangt nach Macht, Reichthum und unbeschränkte Freiheit - durch ihr Kind hofft sie alle diese Dinge zu erlangen. Ich zahle ihre Rechnungen, ich umgebe sie mit jeglichem Comfort, und doch ist sie nicht zufrieden. Apropos, Pamela! Hier ist ein Brief, den ich heute von Sir Gervase Grehlock erhielt- lies ihn, er schreibt wirklich entzückend. Er hielt ihr einen Brief hin, der einen englischen Poststempel trug. Sie trat entrüstet einige Schritte zurück. „Natürlich schreibt er entzückend an einen amerikanischen Vetter, den er zu beerben hofft. Godfrey, wenn dieser junge Baronet der edle, rechtlich denkende Mensch ist, wie Du ihn mir schilderst, so wird er sich hoffentlich hüten, die arme Kleine ihres Erbes zu berauben." Herr Godfrey sprang von seinem Sitze auf, als ob der Faden seiner Geduld plötzlich gerissen wäre. „Pamela, Du erinnerst mich daran, daß ein Vogel nur eine Melodie zu singen vermag. Wage es nie wieder, nach der Rosen-Villa zu gehen!" „Ich hege nicht das geringste Verlangen, je wieder hin zu gehen, Godfrey- ich habe genug von diesem Weibe, das uns noch viel Kummer bereiten wird/ gesehen. Gute Nacht! Mit diesen Worten verließ sie das Zimmer. 14. Capitel. Ein Glücksstern geht auf. Miß Pamela begab sich zwar nicht wieder nach der Rosen- Villa, aber schon nach einigen Tagen schickte sie eine Dienerin mit einem hübschen Vogelbauer hin, in welchem sich ein grüner Papagei befand, der die arme Kleine um den verlorenen Liebling ihrer minder glücklichen Tage trösten sollte — um Polly, um die sie noch immer trauerte. Beim Anblick dieses Geschenkes brach Iris in ein krampfhaftes Gelächter aus, in das auch Hannah Johnson einstimmte. „Wie gütig Miß Grehlock ist!" rief die ehemalige Tänzerin, sobald sie wieder zu sprechen vermochte. „Wenn es irgend etwas auf Erden giebt, was ich verabscheue, so ist es etn Papagei. Der theuere Vogel soll indessen einen Platz in meinem Boudoir haben, wo wir den ganzen lieben Tag auf seine süße Stimme lauschen wollen. Komm, Ethel, komm, mein holdes Kind, hier ist Deine verlorene Polly." Ethel steckte die Finger in den Mund und sagte mit ärgerlicher Stimme: „Das ist nicht Polly I" „Oh doch- höre nur." „Polly, Polly - ich bin Polly!" krächzte der grüne Vogel. „Gieb Polly den besten Kuchen im Haus, Hannah," befahl Iris. „Und jetzt, Ethel, komm und nimm Deine Tanzlection. Auf diese Weise werden wir unseren Groß- moaul doch noch zwingen, auf die Stimme der Vernunft und Gerechtigkeit zu hören. Ach, daß ich nicht mehr mit Dir tanzen kann, meine hübsche Elfe- meine Zeit ist vorüber, nur mit großer Schwierigkeit vermag ich Dir die einfachsten Schritte vorzumachen." Ethel vergaß, wie Iris erwartet hatte, die ehemalige Genossin, denn das Kind hatte eine merkwürdige Leidenschaft und ein erstaunliches Talent für die verlorene Kunst seiner Mama entwickelt. In dem Tagebuch der Tänzerin waren folgende Zeilen zu lesen: „In einer Anwandlung von Langeweile, als mir die tödtliche Stille der Rosen - Villa ganz unerträglich erschien, sing ich an, Ethel im Tanzen zu unterrichten. Wie entzückt ich war, als ich fand, daß ich eine gelehrige Schülerin hatte- sie ist ganz ungewöhnlich biegsam, behende und geschmeidig- sie führt ohne jegliche Anstrengung die reizendsten Bewegungen aus. Die Natur hat sie mit einer wahrhaft wunderbaren Gewandtheit und Grazie begabt. Wenn Godfrey Grehlock bei seiner Halsstarrigkeit verharrt, wenn er sie nicht zu seiner Erbin machen will, so gedenke ich sie einem tüchtigen Lehrer anzuvertrauen, und wenn sie ausgebildet ist, so soll sie sich ganz und gar — 2Ö0 — der Bühne widmen; er wird vor Wuth bersten, seinen Namen auf dem Theaterzettel zu sehen." Hannah stellte den Vogel in's Fenster, während Iris sich vorbereitete, dem Kinde die Tanzlection zu ertheilen. Dies war keine geringe Aufgabe für Iris- es verursachte ihr heftige Schmerzen, allein sie überwand dieselben mit Muth und Entschlossenheit. Das Mädchen stand bald auf ihren Fersen, bald auf ihren Zehen- ihr geschmeidiger Körper nahm die erstaunlichsten Positionen an. Sie beugte und krümmte sich, sie schwebte und flatterte, wirbelte und schwang sich im Kreise umher, während Iris auf dem Piano die Melodie vorspielte und mit ihrem gesunden Fuße den Tact schlug. „Mein armer Vater pflegte zu sagen, daß jeder Zoll in dem Körper einer Tänzerin dressirt werden würde," seufzte sie, „ja, selbst die Augen, die Finger und die Gesichtsmuskeln. Jetzt, Ethel — eins, zwei, drei! Nein, das ist nicht recht! Noch einmal! Bravo, mein Kind! Deine Stellung ist vorzüglich- Du hast wirkliches Künstlertalent. Laß uns nun den kleinen spanischen Tanz versuchen, den ich Dich gestern lehrte." Der Papagei warf seinen grünen Kopf auf die eine Seite und krächzte: „Ich bin Polly! — Ich bin Polly!" Hannah blickte von der Schwelle grinsend zu. Nach beendetem Unterricht umarmte Iris ihre Tochter und sagte mit Wärme: „Du bist eine Schönheit und auch ein Genie. Du tanzst so natürlich, wie ein Vogel singt - Dir steht eine große Zukunft bevor. Küsse Mama, mein Kind!" Der Verkehr zwischen der Villa und dem Herrenhaus hatte vollkommen aufgehört mit der einzigen Ausnahme, daß Iris mit lobenswerther Regelmäßigkeit ihre Rechnungen an ihren „Bankier" sandte, wie sie den Gebieter von Grehlock Woods nannte. Es waren nicht selten Rechnungen großen Betrages, denn Iris beschränkte sich nicht auf die Nothwendig- ketten des Lebens- allein Godfrey Greylock bezahlte Alles, ohne je eine Klage über ihre Verschwendungssucht laut werden zu lassen. ES war Hannah Johnsohn, die alle Einkäufe für ihre Gebieterin besorgte, deren unbegrenztes Vertrauen sie zu besitzen schien. Täglich begab sie sich nach Blackport, und häufig nach entfernten Plätzen. Robert Greylocks Wittwe selbst verließ das Anwesen nie, weil sie zu stolz war, ihren strengen Schwiegervater um Erlaubniß zu bitten- sie übertrug daher alle ihre Angelegenheiten ihrer Dienerin, während sie selbst mit dem Kinde in der Rosen-Villa zurückblieb. Monat um Monat verging. Vergeblich hoffte und wartete Iris auf eine Wendung der Dinge. Wollte der Tyrann von Greylock Woods noch keine gelinderen Saiten aufziehen, wollte Miß Pamela nicht wieder kommen, um Roberts arme Tochter zu besuchen? Der Sommer schwand dahin, und der Herbst kam. Das Leben in der Rosen-Villa wurde sehr langweilig. Iris hatte neue Romane und neue Musikalien in Ueberfluß- auch der Tanzunterricht wurde mit strenger Regelmäßigkeit fortgesetzt- doch alle diese Dinge befriedigten ihren unruhigen Geist nicht. Sie führte eine üppige Tafel, hatte reiche Toiletten, die sie direct von einer Modistin aus New-Aork bezog - Diener standen ihres Winkes gewärtig — jeder Luxus umgab sie, und dennoch war sie nicht zufrieden. Ihre unfreiwillige Einsamkeit, die Beschränkungen, von denen sie sich aus allen Seiten umgeben sah, die Ungewißheit der Dauer dieses Lebens in der Villa- Alles dies erbitterte sie über die Maßen. Doch nie wagte sie es, Godfrey Greylocks Autorität zu trotzen oder die ihr vorgezeichneten Grenzen zu überschreiten. Sie fürchtete den Mann und hütete sich daher wohl, den Halt, den sie bei ihm gewonnen hatte, zu verlieren. Manchmal fühlte Iris sich von einer innerlichen Wuth verzehrt, die selbst Hannah nicht zu lindern vermochte. Wie ein wildes Thier in seinem Käfig, hinkte sie in ihren schönen Zimmern umher. In einem Augenblick liebkoste und hätschelte sie bas Kind- int nächsten vermochte sie den Ä«: blick desselben nicht zu ertragen. „Ich kann es nicht länger aushalten!" rief sie eines Tages wüthend aus. „Oh, wie hasse ich dieses hübsche Gefängniß, diese Ungewißheit, diesen Mangel an Allem, was dem Leben Reiz und Farbe verleiht. Es ist nutzlos, Hannah, auf etwas Besseres zu warten- ich jage mit meinen Hoffnungen einem Schatten nach, und wenn Godfrey Greylock stirbt, wird der englische Erbe uns aus unserem Obdach hier vertreiben- dann muß ich Ethel aus die Bühne bringen, oder aber mit ihr verhungern!" Ein Jahr war vergangen. Iris war noch mit keinem Bewohner des Herrenhauses zusammengetroffen. So nahe sie beisammen wohnten, standen sie einander doch so fern als ob Meere zwischen ihnen rollten. Inzwischen wuchs die Kleine zusehends heran. Es war der achte Jahrestag von Robert Greylocks Tod, eine dunkle und stürmische Winternacht- sechs Uhr, die Stunde des Diners in dem Herrenhause, war bereits vorüber. Godfrey Greylock stand in seinem warmen, Hellen Salon und wartete auf Miß Pamela. Der Wind brauste um den Thurm und die Erker des Hauses- gefrorene Regentropfen prasselten wider die Fensterscheiben- die großen Bäume in den Alleen stöhnten und beugten sich unter der Wucht des Sturmes- es war eine entsetzliche Nacht. Endlich erschien die alte Hopkins unter der Thür und meldete: „Miß Grehlock läßt sich entschuldigen, Sir- sie fühlt sich unwohl- wollen Sie sich daher ohne sie zum Diner niedersetzen? Sie wissen, Sir, Miß Greylock ist immer krank, so oft dieser Jahrestag wiederkehrt." Ja, er wußte es. Acht Jahre waren seit jener ver- hängnißvollen Nacht verflossen, und dennoch erinnerte er sich aller damit verbundenen Umstände ganz genau. Einsam und ernst setzte er sich Miß Pamelas ganz leerem Stuhle gegenüber an seiner reichen Tafel nieder. Die Lichter brannten hell, das hoch aufflackernde Holzfeuer im Kamin spiegelte sich in dem Silbergeschirr und in den Krhstallflaschen auf dem Tisch - draußen aber wüthete der Sturm mit immer stärker werdender Heftigkeit. „Es ist eine schlimme Nacht für Reisende, Sir," wagte die neben ihm stehende Dienerin zu sagen. Er war kaum über die Suppe und den Fisch hinausgekommen, als urplötzlich die Thür aufflog und eine Gestalt in's Zimmer stürzte, um den Tisch herumlief und auf Miß Pamelas leeren Stuhl kletterte. Godfrey Grehlock war eben im Begriff gewesen, ein Glas Wein an die Lippen zu führen. Die seltsame Erscheinung that seiner Hand Einhalt, und das goldene Naß spritzte auf das Tischtuch herab. Er riß in seiner Bestürzung die Augen weit auf. Ueber dem feinen Damasttuch erhob sich ein goldgelocktes Köpfchen- zwei große Veilchenaugen blickten wie zwei Sterne furchtlos und unerschrocken zu ihm hinüber. Der Hut hing ans den hübschen Hals herab, und der Sturm und Regen hatten das goldene Haar durchnäßt und die zierlichen Locken in Unordnung gebracht. Das Jäckchen, das die kleinen Schultern des Kindes beschützte, war mit gefrorenen Regentropfen bedeckt. Das Kind hatte das Aussehen eines zarten Vogels, den der rauhe Nachtsturm in dieses luxuriöse Zimmer geweht hatte. Godfrey Greylock stellte sein Glas auf den Tisch- er blickte unverwandt auf die Gestalt in der Schwester hohem Lehnstuhl, und die kleine Gestalt blickte ebenso unverwandt aus ihn. Er wußte, daß er nicht träumte, und daß es keine Sinnestäuschung war, was er gewahrte. Es war seine verschmähte und verachtete Enkelin, die jetzt, am Jahrestage von Roberts Tode, ihm gegenüber saß und ihn mit den Augen ihres armen, unglücklichen Vaters anblickte. Er wandte sich zu der Dienerin und sagte: „Verlassen Sie das Zimmer!" Die Dienerin gehorchte. Jetzt wandte sich Godfrey Grehlock zu der kleinen Ge- 291 e sie den Än- -s nicht länger is- „Oh, wie wißheit, diesen Zarbe verleiht, zu warten- ich ach, und wenn Lrbe uns aus ich Ethel aus gern!" uch mit keinem en. So nahe • doch so fern, chen wuchs die Grehlocks Tod, hr, die Stunde vorüber. . Hellen Salon rauste um den : Regentropfen en Bäume in der Wucht des der Thür und gen, Sir,- sie ohne sie zum Greylock ist W seit jener ver- innerte er sich nau. Einsam leerem Stuhle Die Lichter 1er im Kamin Krhstallflaschen rm mit immer , Sir," wagte Fisch hinaus- d eine Gestalt und auf Miß - gewesen, ein seltsame Er- > goldene Naß ner Bestürzung n goldgelocktes ie zwei Sterne Der Hut hing m und Regen erlichen Locken s die kleinen orenen Regen- n eines zarten mriöse Zimmer den Tisch, er hwester hohem so unverwandt und daß es cte. Es war die jetzt, am - saß und ihn ters anblickte. .Verlassen Sie -r kleinen Gestalt mit den Äeilchenäugen und goldenen Haaren und sagte: I „Wer hat Dich in diesem Sturm hierher geschickt?" „Niemand," antwortete die Kleine, „ich bin fortgelaufen. I Willst Du mir nicht etwas zu essen geben, Großpapa? Ich war so böse auf Hannah Johnsohn, daß ich zu Hause nichts essen wollte, worauf sie sagte, ich könne dann hungrig zu Bette gehen." Er füllte einen Porzellanteller mit den feinsten Lecker- I bissen und stellte ihn vor die Kleine hin. Das Kind aß mit großem Appetit, jedoch mit einer I Art und Weise, welche bewies, daß ihre Tischmanieren nicht vernachlässigt worden waren. Sie war in den letzten I zwanzig Monaten sehr gewachsen, und ihre Schönheit hatte einen Typus angenommen, der einer Tochter des Hauses Greylock wohl anstand. Als ihr Hunger befriedigt war, I schob sie den Teller zurück und nickte ihm ihren Dank zu. „Wer kam mit Dir von der Rosen-Villa herüber?" I fragte der alte Herr. „Niemand, ich kam allein," antwortete sie. Er dachte an die lange halbe Meile Weg durch den I Park, an den Sturm und die Dunkelheit, und sein Gesicht nahm einen noch härteren Ausdruck an. „Weißt Du nicht, daß ich den Bewohnern der Villa streng verboten habe, sich diesem Hause zu nähern?" fragte er. „Oh ja," antwortete die Kleine- „Mama hat es mir gesagt, aber sie hat heute Abend Kopfweh, und ich konnte nicht bei Hannah bleiben; sie schlägt mich und kneift mich | immer, und ich hasse sie. So dachte ich denn, daß Du es mir nicht übel nehmen würdest, Großpapa, wenn ich Dich ein Bischen besuchte." Vielleicht war es die naive Furchtlosigkeit des Kindes, was Greylock den Mund verstopfte- wenigstens antwortete er nichts. „Hannah nennt Dich einen Großmogul," fuhr Ethel mit der ihrem Alter angemessenen offenherzigen Geschwätzigkeit fort, „und einen stolzen, alten Pfau, der so wenig ein Herz habe wie ein Mühlstein — ein Scheusal, das mich um mein Erbe bringen wolle!" „So-o-o-o?" „Und Mama sagt, sie wolle schon noch quitt mit Dir werden- Alles, was Du besitzest, sollte von Rechtswegen mir zufallen- lieber wollte sie, daß ein Erdbeben Greylocks Woods verschlinge, als daß es in die Hände des jungen Engländers komme. Sie sagte, ich müsse tanzen, um Dich zu ärgern, und sie werde dafür sorgen, daß mein voller Name auf den Theaterzetteln erscheine, wenn ich einst im Ballet auftrete, um für meinen und ihren Unterhalt zu sorgen. Möchtest Du mich gern tanzen sehen, Großpapa?" Und ohne eine Antwort zu warten, sprang das Mädchen von Miß Pamela's Stuhl herab, warf ihre Jacke ab und begann wie ein kleiner Irrwisch auf dem spiegelblank gebahnten Boden des Speisezimmers umherzuwirbeln. Mr. Greylock sprach keine Silbe. Das Feuer flackerte hell in dem Kamin, der Sturm heulte laut um den Thurm und die Erker des Hauses, und das goldlockige Kind wirbelte wie ein Kreisel auf ihren Fußspitzen umher. Godfrey Greylock streckte endlich gebieterisch die Hand aus. „Halt!" rief er, „es ist genug mit diesen Narrheiten!" Ethel hörte mit verdrießlicher Miene auf. „Gefällt Dir mein Tanzen nicht, Großpapa?" fragte sie. „Nein- es ist schändlich — abscheulich!" Das war mehr als die Kleine zu ertragen vermochte- sie zog ihre Jacke wieder an und rief mit zorngeröthetem Gesicht: „Das hat mir noch Niemand gesagt- Du bist selbst schändlich, ganz abscheulich! Ich werde auf der Bühne erscheinen und vor vielen tausend Menschen tanzen und Mama und mich selbst ernähren. Und denke nur nicht, daß ich Dein Geld will! Ich würde es den Hunden vorwerfen! Du bist wirklich ein Großmogul und ein stolzer, alter Pfau, wie Hannah Johnsohn Dich nennt. Ich gehe jetzt nach Hause und komme nie wieder zu Dir!", Mit diesen Worten schritt sie auf die Thür zu, doch ehe sie dieselbe erreichte, schien ihr Zorn von ihr gewichen zu sein - sie blieb stehen und warf ihm einen bittenden Blick zu. „Ich möchte Dich küffen, Großpapa, wenn Du mich lassen wolltest," sagte sie. „Sehr gütig," antwortete er höhnisch- „allein ich habe nicht das geringste Verlangen danach." Das Kind näherte sich ihm. „Wenn Du Dich ein wenig bücken willst, so will ich Dir einen guten Kuß geben." Er rührte sich nicht. Ethel aber war reumüthig und versöhnlich gestimmt und bereit, ihm mehr als Halbwegs entgegenzukommen - sie kletterte daher auf seinen Stuhl, zog seinen stolzen Kopf zu ihrem eigenen herab, drückte ihre frischen, jungen Lippen auf seinen Mund und küßte ihn herzhaft. „Ich war sehr unartig, Großpapa," sagte sie mit sanfter Stimme- „ich hoffe, Du wirst mir verzeihen und einen Deiner Hunde mit mir nach Hause schicken- ich sah einen auf dem Hausflur, als ich hereinkam. Es ist sehr dunkel unter den Bäumen, und der Wind macht einen großen Lärm, und der Schnee ist so tief; der Hund würde mich beschützen." Godfrey Greylock erhob sich und klingelte heftig. Die alte Hopkins trat herein. „Haben Sie dieses Kind hereingelassen?" fragte er mit strengem Tone. (Fortsetzung folgt.) Der Nestbau der Vögel. Plauderei von Friedrich Thieme. ------- (Nachdruck verboten). Ein Vogelnest bildet für jeden guten Menschen einen rührenden Anblick. Es liegt in dem Gedanken, daß das niedliche kunstreiche Geflecht die kleine Heimath einer Familie bildet, etwas, das uns an das trauliche glückliche Heim erinnert. Doch stellt das Nest nicht die Wohnung, sondern nur die Wiege des Vogels dar. Er wird darin geboren und verlebt darin etwa drei Wochen seines sorglosen Daseins, dann verläßt er den warmen stillen Raum für immer, um sein freies Luft- und Waldleben zu beginnen. Nur wenige Nester dienen, wie wir sehen werden, einem anderen Zwecke. Kaum ist die Vogelehe formgerecht geschlossen, so schaut sich das Pärchen nach einem geeigneten Nistplatze um. Es wählt denselben etwa in der Mitte seines Reviers, sofern nicht Terrainschwierigkeiten eine andere Lage bedingen. Je nach der Art gründet das Paar sein Heim auf den Wipfeln hoher Bäume, in Erdlöchern, Nistkästen, im Gebüsch, in Zäunen und Hecken, in Baumlöchern u. s. w. Oft werden die verborgensten und seltsamsten Plätzchen auserkoren. So findet man das Nest der Wasseramsel hinter dem abstürzenden Strahl der Wasserfälle, die Nester mancher Sumpfvögel, als eine Art kleiner Inseln auf dem Wasser schwimmend, manche wieder verkriechen sich in völlig unzugängliche Spalten in der Wölbung hoher Brücken- und Viaductbogen. Ueberhaupt bezeugt die Schlauheit, womit der Vogel sein Nest den Blicken der Menschen und der Thiere zu entziehen versteht, das Vorhandensein hoher Intelligenz. Besonders im Frühjahr, wo Bäume und Sträucher noch kahl und laublos stehen, legt er in der Wahl seines Nistplatzes eine wahre Virtuosität an den Tag. Direct an einem häufig begangenen Wege, inmitten eines völlig durchsichtigen Zaunes baut er sein Nest, brütet und zieht seine Jungen auf, ohne daß ein Vorübergehender auch nur das geringste wahrnimmt. Entdeckt ein Passant durch Zufall das Nest, so ist er vor Verwunderung außer sich, die kleine Vogelwohnstätte an einem Orte zu finden, den er vielleicht zehnmal schon genau beobachtet zu haben glaubt. In seinem Charakter der Umgebung angepaßt, durch Dornen oder verschlungene Zweige geschützt, künstlich zwischen Aesten versteckt, entzieht sie sich der aufmerksamen Beobachtung. Aber, wendet man ein, Oie Vögel müssen doch ab und zu — 292 fliegen, müssen füttern, ihre Jungen besuchen? Gewiß. Doch sie bewerkstelligen ihren Flug zum Neste stets mit so großer Vorsicht, daß sie selten Jemand belauschen kann. Nehmen sie nur den geringsten verdächtigen Umstand wahr, so bleiben sie ihrem Neste lieber lange Zeit fern. Oder sie fallen an einer weit entfernten Stelle in den Zaun oder in die Saat ein, oder begeben sich stets aus der den Blicken nicht ausgesetzten Seite zum Neste. Wie schwer ist es z. B-, ein Lerchennest im Saatfelde aufzufinden. Beim Bau des Nestes verfahren die kleinen Künstler je nach ihrer Art und nach der Beschaffenheit des gewählten Platzes sehr verschieden. Eine Anzahl der auf dem Boden brütenden Arten (wie z. B. die Lerche), scharren eine kleine Mulde und füttern sie mit weichen Stoffen aus, anderen genügt die bloße Vertiefung ohne Ausfütterung, wie manchen Seevogelarten; Raben und andere Raubvögel stellen auf den Wipfeln hoher Bäume aus starkem Reisig und Gezweig einen sogenannten Horst her. Dohlen, Tauben und Sperlinge tragen Reiser und Stroh lüdcrlich zusammen. Manche Vogel dagegen stellen wahre kleine Wunderwerke her. Wir kennen ja die Bauten der Schwalben, der Webervögel, der Singdrosseln u. s. w. Als produeirende Künstler fungiren bei den meisten Arten die Weibchen, während die Männchen nur Handlanger-, Wächter- oder Unterhalterdienste leisten, sofern sie überhaupt für den Bau der Brutstätte Interesse zeigen. Indessen gibt cs auch Arten, bei denen die Männchen das Baugeschäft übernehmen. Manche Vögel errichten mehrere Nester oder beginnen wenigstens mehrere zu bauen, laffen aber dann davon ab und fangen noch einmal an. Vielfach geschieht dies zur Uebung oder zum Spiel, in anderen Fällen entspringt der Wechsel des Bauplatzes wohl der inzwischen erlangten Kenntniß nicht genügender Sicherheit oder läßt sich auf das Vorhandensein von localen Schwierigkeiten zurückführen, die erst nicht genügend gewürdigt worden sind. Mitunter dürfen wir in den von einzelnen Vögeln über ihren Bedarf hinaus errichteten Nestern nur Zufluchtsstätten erblicken oder Nester, die zu Wohnplätzen für die Nacht bestimmt sind. Im Allgemeinen wird der Bau des ernstlich zur Vogelwiege bestimmten Nestes eifrig betrieben und in einem Zuge zu Ende geführt. Man muß die reizenden Baumkünstler beobachten, wie sie emsig Hälmchen und Wollflöckchen mit Schnabel und Füßen auflesen und schwere Reiser oft mit Ausbietung aller Kräfte durch die Luft entführen. Sorgsam legen sie die vorgefundenen Baustoffe ins Nest, ordnen sie mit Hülfe des Schnabels oder der Füße und das Weibchen glättet sie dann mit ihrem Leibe. Die Kunst des Verfilzens und Verflechtens verstehen sie in bewunderungswürdiger Weise, ja bearbeiten sogar die Reiser und Halmen kunstgerecht oder bereiten, wie die Schwalben, unter Benutzung des eigenen Speichels Mörtel und Kitt. Das Verfahren der Thiere beim Nestbau erläutern wir dem Leser am besten durch ein Beispiel. Die vortrefflichen Schilderer des Thierlebens A. und K. Müller beschreiben nämlich die Herstellung eines der künstlerischsten Nester, desjenigen unserer Singdrossel. Wir entnehmen ihrer Darstellung folgende interessante Einzelheiten: Zur ersten Grundlage des Nestes fertigt die Singdrossel einen Rost. Entweder in die breite Verzweigung eines jungen Nadel- und Laubholzstämmchens oder in die Zweiggabcl eines Busches u. s. w. trägt bald das Weibchen allein, bald das Paar dürre Reischen, diese kreuzweise über einanderlegend. Auf diesem Rost wird nun ein Aufsatz von Ast- und Laubmoosen, Flechten und Haidewurzeln bündelweise zusammengetragen und theils in Schichten aufgedrückt, theils mit der Umgebung verflochten. So entsteht ein etwa 4—5 Ctm. dicker Aufsatz, auf welchem nun die Vögel nach Art der filzenden Nestbereiter eine 9 bis 10 Ctm. hohe Wand von Moosen, Haidewurzeln, Gras und Strohhalmen errichien, welches Außengerüst in einigen Tagen erbaut ist. Nun beginnt die Herstellung des Nestinnern, das eigentliche Kittwerk, zunächst durch die weibliche Drossel allem. Die Speicheldrüsen des Vogels beginnen reichlichen Schleim abzusondern, der sich beim Baugeschäfte öfters aus der Mundschleimhaut in Fäden abzieht. Die Verkittung geschieht vom Mittelpunkt der Nestmulde aus. Hier klebt der Vogel einen Kitt jedesmal in kleinen Parthien auf, der von dem Schnabel aus trockenem Kuh und Pferdemist nebst feinen Plättchen faulen Holzes mittelst des Speichels verarbeitet wird. Der Rand wird nach innen eingebogen mit Moos, Flechten und Halmen dicht verfilzt, und mit Speichel zierlich geglättet. Der Schnabel bestreicht schließlich jede Fuge sorgfältig mit Speichel, der mit zitternden Bewegungen, ähnlich wie bei der Schwalbe, ausgewürgt wird, dann werden die Stoffe auf der inneren Seite des Neftgerüstcs so aufgedrückt, daß eine überall gleichmäßig verarbeitete dünne Lage innerhalb der ganzen Nestmulde entsteht. (Schluß folgt.) Humoristisches. Galgenhumor. Commis: „Was wünschen der Herr Professor für einen Schirm?" — Professor: „Einen zum Stehenlassen!" — Erkannt. Angeklagter (der soeben von der Anklage des Diebstahls freigesprochen wurde): „Herr Rechtsanwalt, wie kann ich Ihnen für Ihre Bemühungen danken?" — Anwalt: „Sehr einfach, stehlen Sie nur nicht bei mir." — Zweide utig. Dichter: „Herr Redaeteur, würden Sie vielleicht meine letzten Gedichte lesen?" — Redaetcur: „Wenn es Ihre letzten sind, ja!" — Eben deshalb. Erster Coneertbesucher: „Warum stellen Sie sich hierher, da hören Sie ja die Sängerin kaum!" —Zweiter: „Eben deshalb stell ich mich hierher!" — Weibliche Kritik. „Verkehren Sie noch mit der Müllern, Frau Beinlich?" — Frau Beinlich: „Ja!" — „Was ist cs denn für eine Frau?" — Frau Beinlich: „Ach Gott, man kann ihr beim besten Willen nichts nachsagen!" — Geistvoll. Auf einer Mastviehausstellung wird der Landessürst vom Bürgermeister der Stadt umhergesührt. „Sehen Durchlaucht nur jene Embleme über der Eingangsthür, weidendes Vieh darstellend," führt dieser unter Anderem aus, „sogar jene hohen Stangen rechts und links mit den Fähnlein deuten als „Mastbäume" sinnig den Zweck der Ausstellung an." (Obige Scherze sind aus „Lustige Welt", Verlag von Georg E. Nagel, Berlin SW. Abonnement Mk. 1,30 vierteljährlich, Einzelnummer 10 Pfg.) Frei nach Göthe. Dem „Radfahr-Humor" entnehmen wir folgenden Monolog einer radfahrenden Jungfrau: „Habe nun, ach! Radfahrologie, Fahren auf Steinen und duftigem Grün Und leider! auch Absturzologie Durchaus studirt mit heißem Bemüh'». Da rad'l ich nun, ich weiblicher Thor, Und bleib' so ledig wie zuvor! Fahre bergauf und fahre bergab, Bis mir die Reifen werden schlapp. Steig' auf und ab und fahre vor Und weiche aus einem ganzen Corps — Und sehe, daß es mir gar nichts nützt, Bin ganz vergeblich so geschwitzt. Zwar fahre ich besser als viele Radler Medaillengeschmückte, Schreier und Tadler; Mich fragt kein Schutzmann nach Papieren, Fürchte mich nicht vor Pferden und Stieren — Doch ist mir die Freud' entgangen. Bild' mir nicht ein, ich könnt was erlangen, Bild' mi- nicht ein, ich könnt' einen kriegen, Wenn ich das sagte, dann müßt' ich lügen, Hab nämlich weder Gut noch Geld Und Mitgift braucht man in der Welt. Es ist ein höchst elendig Leben, D'rum hab' ich mich ganz dem Sport ergeben, Und fahr' durch Pflaster und durch Gras — Vielleicht nützt es mir doch noch was!" Redaktion: 8L Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) m Sicht».