ch borge- iod) wohl •er hoffte 'em Zweck einander >enig wie :tner Gelland mit irer Rolle m haben." n auch sie : Somöbie, >ie Schluß- tatt. Die )o gespielt stier fünf- rrück, nur hatte ihr g gemacht, : den Kopf, nte, sich io es Räthsels t Morilland u. Da die itdarstellern wenn man mir Ihre i?" des Herrn । erwiderte: zhnen jedoch illigung be- rtten wohl, hre Tochter Augenblicke nd hier will fast für die bittet Deine de auf dem reife spielen imarmte sie >rt, „besitzt °ß er Jh" erwähnen! Tank ver- nell Ihrem ute Abend i Gießen. GamsMK dm 24, AM SB® ML vor dem Unglück bangt und graut, Eh' ihm das Glück entfloh, ■vH? Wer immer in die Zukunft schaut, Wird nie von Herzen froh. Sag' nicht, daß Du erkauft zu theuer Ein Glück, erblüht aus Schmerz und Pein, — Gar Mancher muß durch's Fegefeuer Und geht doch nie zum Himmel ein. Seekrank. Novelle von Hans Nagel von Brawe. (Fortsetzung.) „Uebrigens mit dem „Doetor" mögen Sie recht haben," fuhr er in heiterem Tone fort, „und mit dem „so etwas" auch, aber mit dem „Faust" leider nicht." Ganz unmerklich glitt sein Blick in diesem Augenblick hinüber zu der schlanken hübschen Blondine, doch nur die Regierungsräthin bemerkte das und drohte mit dem Finger. Das Element, das draußen arbeitete und schäumte, unterbrach die Unterhaltung. Der Dampfer legte sich so lebhaft nach Backbord, daß die Damen sich am Eajüttische festhielten und der eben zurückkehrende Geheimrath ein „Donnerwetter" hervorbrachte, .welches nicht viel Anderes auszubrücken schien, wie das „Mein Gott, wir kippen um!" der Regierungsräthin. Die Varina kippte zwar nicht um, aber, als sie sich wieder aufrichtete, kam ihr eine grüne See über die Reeling geklatscht, — verwandelte mit einem Schlage das Deck in einen Wasserstrom, der mit voller Macht auch in die Decks- cajüte hineinstürzte. Ein kurzer Aufschrei ■s— die Damen zogen die Füße auf die Polster — sprachloser Schrecken! Solche kleinen Ueberraschungen bringen auf See gar oft die künstlich zurückgehaltenen Erregungen zum Durchbruch. Als das dickste Wasser abgelaufen war, eilte zuerst der Geheimrath an die Reeling und dann geleitete dessen Tochter die bleiche Cousine in einen stillen Winkel der Dameneajüte. Die Regierungsräthin blieb allein mit dem Fremden zurück. „Wenn Sie uns die Seefahrt verkürzen wollten — Herr Doetor, dann ist Ihnen das bisher gelungen. Der „Schleier des Geheimnisses", wie Sie das nannten, kleidet Sie nicht schlecht. Aber lassen Sie mich einmal darunter sehen, wir sind ja ganz unter uns! Nicht wahr, Sie sind —" „Du sollst mich nicht befragen," unterbrach er sie mit dem Ausdrucke des Schreckens, die Hand von sich streckend, wie zur Abwehr. „Mein Gott, so lassen Sie doch einmal mit sich reden! Ich habe nämlich den Anderen gegenüber —" „Weiß ich — versprochen, bald zu wissen, wer der Graue ist — hab's selbst gehört und hörte auch, wie Sie den Capitain fragten! Ich dagegen fragte Niemanden und weiß doch, mit wem ich reifte. Sie — sind Frau Regierungsrath Bernau, geborene Stenber, — der Geheimrath ist der Geheime Kriegsrath Oldekopp, wohnt Schillerstraße 81 und die jungen Damen —" Nun?" ,/Sinb seine Tochter und Nichte und beide hübsch." „Nun, das zu sehen ist nicht schwer, aber —" „Woher meine Wissenschaft?" Er neigte sich ihrem Ohre zu: „Bon den Kofferschildern!" klang's mit Grabesstimme. „Freilich einfach! — Aber nun —" Die Regierungsräthin lachte herzlich. „Nun soll auch ich Farbe bekennen — wie? Aber Sie selbst übernehmen die Verantwortung und, nicht wahr, — geloben unverbrüchliches Schweigen!" Er hob drei Finger wie zum Schwur. „Also — ich bin Doetor, das wissen Sie schon. Dann hörten Sie schon einmal von einem gewtffen — Reinbel?" Unwillkürlich schreckte die Dame zuruck, ein kurzer Bltck streifte den länglichen Kasten. „Sie wollen mich wohl graulich machen?" fragte sie dann lachend. . , , ,, , x. „Gnädige Frau, ich will nur hmüberletteu," fuhr er jetzt geheimnißvoll flüsternd fort, „hinüberleiten vom Scharfrichter auf eine Beschäftigung, die, - doch Sie sind ja Berlinerin, da hörten Sie gewiß auch von —" — er stockte einen Augenblick, — „von Hundejägern? Ja? Also — so etwas bin ich! Ja, ja, ganz gewiß, das heißt, nebenbei betreibe ich auch einen schwunghasten Viehhandel!" „Na, nun hören Sie auf, Herr Doetor — mit Ihnen ist nichts zu machen — nicht vernünftig zu reden — aber — ach, mein Gott — nun wird auch mir — so — sonderbar. „Sie könnten jetzt in den Gefilden der Seligkeit Pilgern, rief der Hinauseilenden der Doetor nach. „Nun sind sie Alle hinüber!" sagte er dann lachend und streckte die Beine auf die Bank. „Wer hätte gedacht, | daß man mit feinen fünfundvierzig Jahren noch solche Thor- 186 heiten treiben könnte! Aber die Dame hat recht! Die Zeit geht dabei hin und es ist doch mollig auf der See, wenn's ordentlich weht. Er deckte den grauen Mantel über seine Füße und versank in stille Beschaulichkeit. Derweile arbeitete das kleine Fahrzeug energisch gegen die aufgeregte See, — energisch, aber langsam. III. Es war bereits 4 Uhr, als die Insel Juist dwars lag. Wohl seit einer Stunde oder auch länger hatte der „Graue" allein gesessen, als der Steward den Kopf in die Cajütsthür steckte. „Mienheer, wenn 8) de Doctor sünt, dann füllen 9) in de Cajüte dalstiegen, — dar was'n Dam leep to passe!" Der Steward hatte wohl gehört, daß der Fremde das Friesische verstand und bediente sich daher der ihm mundgerechten Sprache. „Wat scheelt öhr?" fragte der Doctor. Mit geringschätzigem Lächeln meinte der seefeste Jüngling, sie würde wohl „toll" sein (d. h. seetoll) und ging. „Das ist der Fluch der bösen That — nun bin ich Doctor und — habe keine Ahnung!" monologisirte der Fremde. Die Varina rollte derartig, daß er sich an der Lee- Reeling entlang arbeiten mußte, um nicht zu Falle zu kommen. Dann stieg er die Treppe hinab, an deren unterster Stufe ihn die Tochter des Geheimrath Oldekopp bereits erwartete. „Ach, denken Sie, Herr Doctor, — das sind Sie zu unserem Glücke ja nun doch, wie die Frau Regierungsräthin mittheilt, denken Sie, meine Cousine Bertha liegt seit einer halben Stunde in den furchtbarsten Krämpfen — sie ist ganz wunderlich, — ich weiß mir nicht zu rathen. Ich allein bin überhaupt noch fähig, mich aufrecht zu halten — alle Anderen liegen wie tobt!" „Vor Allem erst einmal nachsehen, mein Fräulein! Also Ihre Cousine, die schö--die große Blondine?" verbesserte er sich und ging hinein in den Salon. Es herrschte magisches Halbdunkel. Auf dem großen Eckdivan regte sich eine Gestalt. Der Doctor trat näher. Die Blonde richtete sich auf- die dichten vollen Haare hingen halb aufgelöst um ihr hübsches, geisterbleiches Gesicht, die blauen Augen waren weit geöffnet, aber sie schien den Fremden nicht zu erkennen. „Laßt mich — ich will sterben!" — rief sie mit unheimlich rauher Stimme und machte eine recht deutlich abwehrende Bewegung mit der Hand, die ste dann aber widerstandslos dem Doctor ließ, als er, die Uhr in der Hand, nach dem Puls fühlte. Dem aufmerksamen Beobachter hätte es auffallen können, daß der Arzt etwas lange nach der Schlagader suchte und wer ganz fein hörte, hätte vielleicht etwas vernehmen können, wie: „Verdammt, ich finde den Puls nicht!" Er legte dann seine Hand auf der Kranken Stirn. Mit voller Bestimmtheit flüsterte er jetzt der ängstlich harrenden Helene zu: „Die Sache ist nicht unbedenklich — Puls beschleunigt — Temperatur erhöht !" Pause. — Nachdenken — höchst ernste Miene — dann mit Selbstvertrauen: „Aber ich denke, wir werden Schlimmerem noch Vorbeugen! — Mein Fräulein, ich werde jetzt einige Palliativmittel vorbereiten, auch die zufällig in meinem Besitz befindlichen verwendbaren Arzneien herbeischaffen. Ich ersuche Sie, inzwischen der jungen Dame durch Entfernung eines unbequemen Kleidungsstückes mehr Athemfreiheit zu verschaffen. — In fünf Minuten bin ich zurück." Während Helene, der Anordnung entsprechend, ihrer Cousine den Fischbeinpanzer entfernte, — freilich nicht, ohne daß diese in einen erneuten Paroxismus verfiel, — eilte der Fremde hinauf, zuerst in die Pantry zum Steward. „Bringen Sie ein Gefäß mit Eiswasser und etwas Essig hinab in die Damencajüte, und dann ein Glas besten Cognac! — Praesente medico kann das keinenfalls schaden," fügte er für sich hinzu. „Ja, Cognac habe ich der Dame auch anempfohlen, als ie fürchtete wieder toll zu werden," erklärte der Steward, „und dann hat sie nach und nach auch vier Gläser getrunken!" „Bier?" Der Doctor zog das Wort bedenklich in die Länge. Ein kleines verständnißvolles Lächeln ging über seine Züge. Er legte den Finger an die Nase und „capisco“ rief er dann mit einem Ausdrucke, als hätte er etwas be- onders Freudiges damit ausgesprochen. „Steward, lassen Sie den Cognac fort, aber bringen Sie möglichst bald eine Tasse starken schwarzen Kaffees! Verstanden? Aber fix muß das gehen!" Der Steward, — auch er lächelte jetzt, — ging an seinen Petroleum-Kochapparat und der Doctor arbeitete sich, Hand vor Hand, wie der Seemann sagt, bis an die Deckskajüte, denn noch immer schlingerte die Varina mit 30' Krengung. Das fockü übrigens den Doctor nicht an. Mit einem auffälligen Eifer schloß er abermals sein Reisenecessaire aus und unterzog die darin enthaltenen Gegenstände einer Prüfung. „Hm! Salmiak, — gegen Mückenstiche bestimmt - das wandte ich schon an. — Zahntinctur, hm" — er roch an der Flasche — „wirkt auch belebend, — vielleicht auf Zucker, — kann keinenfalls schaden." Er steckte das Gläschen in die Tasche. „Aber hier — Hühneraugenpflaster — hinter das Ohr oder auf den schönen Ha--nein, bleiben wir beim Ohr! Man weiß mitunter nicht, was der Glaube thut! Und Eau de Cologne ist allemal auch für die Un- betheiligten so unschädlich wie angenehm. Also — ans Werk!" Er fand die Patientin etwas ruhiger, wenn auch noch immer phantastrend. Noch ein Griff an den Puls. „Schon bedeutend besser, seit die Kleidung bequemer," bemerkte er mit Ueberzeugung zur Cousine. Jetzt kam der Steward mit dem Eiswasser. Der Doctor mischte den Essig hinzu, nahm dann ein sehr elegantes unb mit einer gekrönten Chiffre gezeichnetes Taschentuch, — er hatte es ebenfalls aus seinem Necessaire nach Auswahl entnommen, — tauchte es ein und drückte die Compresse vorsichtig auf die Stirn der jungen Kranken. Sie lag ausgestreckt auf dem Divan und hatte die Augen geschlossen. „Ach, das thut gut!" kam es jetzt über ihre blaffen Lippen. „Ach — och —!" „Sehr gut," sagte der Doctor zufrieden, „nun bitte ich um ein Stück Zucker!" Fräulein Helene reichte ihm das Gewünschte und nachdem er zwei Tropfen einer stark und aromatisch duftenden Flüssigkeit darauf gegossen, gab er es der Kranken. Er schien die Wirkung zu beobachten. Die Blonde athmete lebhafter, - so wie man etwa nach Pfeffermünz unwillkürlich die kühlende Luft einsaugt und — „Sehr gut — Wirkung vortrefflich," meinter der Doctor. „Nun noch ein paar kleine Zugpflaster hinter die Ohren und ich zweifle nicht am Erfolge." Auch dieses Mittel erklärte der Helfer in der Noth schon nach ganz kurzer Zeit für durchaus von gutem Erfolge begleitet und jetzt erschien auch der duftende schwarze Kaffee. Der Doctor richtete die jetzt fast apathische Kranke etwas auf. , „Was wollen Sie?" — fragte sie plötzlich, die Augen weit aufmachend und fuhr erschreckt zurück. „Es ist der Doctor, Bertha, Du bist krank, Du sonst das hier trinken," sagte Helene und reichte jener den Kaffee. Wiederum konnte der Arzt nur eine ganz exorbitante Wirkung constatiren. Die Kranke wurde ganz ruhig, schwo die Augen und bald hörte man den ruhigen Athem er Schlafenden. Vielleicht versprach sich der Doctor eine nachhaltige Wirkung von der Wärme, die von ihm auf sew Patientin überströmte, denn er hielt deren Hand — es wa eine schmale schöngeformte Hand — dauernd zwischen seinen, während sein Blick mit dem unverkennbaren Ausdru 187 aesente h hinzu, len, als Steward, unken!" ) in die üer seine sapisco“ was be- , lassen ald eine fix muß ging an tete sich, e DeckS- mit 30* it einem saire aus Prüfung, mmt — - er roch eicht aus Gläschen — hinter üben wir c Glaube die Un- s Werk!" auch noch iquemer/' er Doetor lntes und ch, - er wähl ent- resse vor- usgestreckt ce blassen i bitte ich d nachdem :n Flüssig- schien die Hafter, — e kühlende er Doetor. Ohren und Roth schon erfolge be- > Kaffee. he Kranke die Augen Du sollst den Kaffee, exorbitante hig, schloß Athem der eine nach- auf seine _ es war oischen de» t Ausdrucke an glücklichen Behagens auf den Zügen der Schlafenden ruhte. I Ja, er schien sich seiner Kur doch recht zu freuen, immer I i wärmer und inniger zu freuen, das sah man ihm an. I : Die Samariterin, Helene, sie wußte nicht Worte des I ' Dankes genug zu flüstern. Ab und zu ging sie eilig hinaus, I ' benn auch sie litt vom Mal de mer, aber immer heiteren I Angesichts, kam sie zurück, — das eigene Leid vergessend — eben eine echte Samariterin. Wohl l'/z Stunden mochten inzwischen vergangen sein, I als nach und nach die Bewegungen des Schiffes ruhiger und dann ganz ruhig wurden. Die „Barina" halte die I Einfahrtsboje in die Osterems beim Juister Riff längst ge- I rundet und lief nun, unter Land von Borkum, am „Randzel," dem großen Watt südlich der Insel, entlang. Die Passagiere standen, einer nach dem anderen, — auf von den Todten und die Kunde von der vortrefflichen Kur des Doctors ging von Mund zu Munde. Fräulein Helene konnte seine Fähigkeit in Aufstellung der Diagnose nicht genug loben. Sie war einen Augenblick auf das Achterdeck getreten I und berichtete ihrem Vater, sowie der Frau Regierungs- räthin Bernau. I „Und welch tactvolle bescheidene Zurückhaltung, welches I Zartgefühl!" sagte sie eben, „er ging expreß hinaus, als ich Berthas Toilette bequemer machte und ich glaube, seinem I sanften, milden Zuspruche ist es mit zu danken, daß Bertha sich von ihren Krampfanfällen sobald erholte. Jetzt schläft I sie ganz ruhig — der Doetor stützt ihren Kopf, — nur noch ab und zu wird eine Compresse aufgelegt. I „Ach, das muß ich sehen," rief die Regierungsräthin und wollte hinabsteigen. I „Bitte nicht, gnädige Frau, der Doetor hat jede Be- 1 unruhigung für gefährlich erklärt— aber Sie glauben nicht, welche I Angst ich ausstand, als die Krankheit ausbrach, als Bertha so wild wurde, bis dann der Doetor kam und mit seiner Kunst so bald half." „Sonderbarer Mensch!" meinte Frau Bernau, „wenn Ihr wüßtet, was er mir Alles aufbinden wollte! Sogar als Hundefänger hat er sich bezeichnet und — Kinder - mit dem Doetor — na, na!" Während man draußen das Nähere über die Frage „wer" und „was" debattirte, war die Kranke drinnen aus ihrem Schlafe erwacht. Erstaunt sah sie den Mann an, der noch immer ihren | Kopf stützte. „Mein Gott — wie komme ich hierher?" Das klang fast ängstlich. „Beruhigen Sie sich," lautete die ernste Antwort. „Sie waren leidend — ich habe Sie behandelt!" Wie ein jäher Schrecken fuhr es plötzlich durch ihre Glieder. Mit unerwarteter Kraft richtete sie sich auf und Entsetzen zeigte sich in ihrem Gesichte, als sie, wie aus dunkeler Erinnerung, jetzt fast keuchend hervorstieß: „Sie — haben mich — hhpnotisirt?" Er brach in längst zurückgehaltene Heiterkeit aus: „Nein, nein — auf streng allopathischem Wege habe ich Sie hergestellt, mein Fräulein, und ich bin stolz auf meinen Erfolg! Aber, wenn Sie nun die nöthigen Kräfte ^gewonnen haben, dann möchte ich rathen, noch eine halbe stunde in die Luft zu gehen, ehe wir in Borkum anlegen, die Abendbrise wird Sie vollends frisch machen." „Aber was fehlte mir denn — und wo ist Helene wo sind die Anderen?" Sie erwartete gespannt die Antwort. „Sie litten an — felis — delirio — spirituosus, eine Art von Ohnmacht mit Krampferscheinungen verbunden, — aber energische Mittel haben die Krankheit in der Wurzel abgeschnitten. Sie werden vielleicht morgen noch einen geringen Kopfschmerz fühlen — aber das ist Alles und wenn's Ihnen recht ist, so gehen wir jetzt auf das Achterdeck — dort finden Sie auch die Ihrigen, denn wir laufen zur Zeit lm ruhigen Wasser des Emsstromes." die Reeling. m . Aber der treue Arzt kannte seinen Beruf. Bald stand er neben seiner Patientin und legte die Hand als Stütze Sie hatte mit einigen Griffen ihr Haar geordnet, machte eine erstaunte Miene, als sie, mit der Hand an das Herz fahrend, das Fehlen der Herz- und Magenstütze bemerkte, aber dann legte sie die Hand in den dargebotenen Arm des Doctors und beide stiegen langsam die Cajütstreppe hinauf. Man war auf dem Achterdeck doch endlich überem- gekommen, daß man es mit einem wirklichen Arzte zu thun habe und zwar mit einem Marine-Arzte, — wegen der nautischen Kenntnisse. Helene meinte zwar, es könne auch ein Gardearzt sein, die Krone im Taschentuche berühre sie so qardemäßig, aber sie wurde überstimmt. „Und die Hunde und das Vieh?" hatte eben bte Regierungsräthin eingeworfen, als Arzt und Kranke auf Deck erschienen. Erstaunen, — Glückwünsche, Dankesbezeugungen wurden an den Doetor gerichtet, auf dessen Arm sich die Blondine noch immer stützte, als ob es so sein müßte. „Die Beiden hätten ein hübsches Paar abgeben können, flüsterte die Regierungsräthin dem Geheimrath zu, „wirklich ein hübsches Paar, wenn nicht Bertha —" sie kam mit ihren Reflexionen nicht zu Ende, denn plötzlich machte, sich bte junge Dame frei vom Arme des Doctors und stürzte Gesundheitliche Erziehung der Mädchen nach der Schulentlaffnng. Von Dr. Hans Fröhlich. (Nachdruck verboten.) Der Zeitabschnitt nach der Schulentlassung ist für eine gesunde körperliche und geistige Entwickelung der Mädchen von höchster Bedeutung. Es findet in dieser beginnenden Reifezeit die mächtigste physiologische Umwälzung statt, die der Körper überhaupt durchzumachen hat, und die man daher mit Recht als zweites Geborenwerden bezeichnet. Die erste Geburt war eine physische Selbstständigmachung, diese zweite ist eine physiologische. Entsprechend dieser in eas körperliche und seelrsche Leben so tief eingreifenden Veränderungen sind auch zu jener Zeit die Gefahren für die Gesundheit sehr gesteigert. Wir brauchen nur daran zu erinnern, daß dieser einschneidendste Entwickelungsabschnitt die Ursache oft langwieriger Bleichsucht ist wo dann das vorher so blühende, lustige Backfischlem bte Flügel hängen läßt, wie ein Schmetterling im Platzregen. Dauernbe Gesunbheitschäblichkeiten in dieser Periode äußern ihre Übeln Folgen oft noch im ganzen späteren Leben und sind häufig die eigentliche Ursache der so verhängnißvollen Frauenkrankheiten. , Die Mädchen sollen zunächst an eine geregelte Thatigkett gewöhnt werden, welche auch in regelmäßiger Weise durch längere Erholungspausen unterbrochen wird. Abwechslung von Arbeit und Ruhe ist ein Haupterforderniß, namentlich für bte Gesundheit des Nervensystems. Auf stundenlanges Herum- wirthschaften in Haus und Küche muß wieder längeres Sttlle- vor ihre Stirn. „So, nun wird Ihnen wohl werden,^ meinte der Doetor dann, „dem Meergotte find eben alle tributair, nur die Hypnose befreit." Bei den letzten Worten wandte er sich scherzend an die Regierungsräthin. , Es begann bereits zu dunkeln, als die Banna durch die Fischerbalje dampfte und am Landungsplatz festmachte. Schon seit zwei Stunden hat der Zug, der von der Rhede zum Bade von Borkum führt, gewartet. Alles eilte dem Wagen zu. Am Bahnhöfe nahm man Abschied von einander __ nur der Doetor war verschwunden. Niemand hatte ihn mehr gesehen. (Fortsetzung folgt.) 188 «tzen bei leichter Handarbeit oder vernünftiger Lectüce folgen, und die durch geringe Thätigkeit im Zimmer vernachlässigte Athmung werde öfter, sammt dem verminderten Stoffwechsel, beschleunigt und gehoben durch. Gartenarbeit, Spazierengehen, Bewegungsspiele im Freien, Schlittschuhlaufen, Schwimmen u. s. w. Regelmäßige Ausflüge in Feld und Wald mit Hinweisung der Eltern auf die Schönheiten der Natur erfreuen und erfrischen Körper und Geist und bilden das Gemüth der Heranwachsenden. Ein gefährlicher Feind der Gesundheit sind die feinen weiblichen Handarbeiten, besonders bei künstlicher Beleuchtung. Die unablässige Anstrengung der Augen und das regungslose Gebücktsitzen führt Blutandrang zum Kopfe herbei und hindert den Blutkreislauf, so daß die Ernährung des Gehirns directen Schaden erleidet. Man betrachte also keineswegs, rote vtele Mütter zu thun pflegen, die feinen Handarbeiten als eine leichte Beschäftigung, sondern als eine höchst einseitige Anstrengung, und verordne deshalb darnach stets längere Bewegung in frischer Luft und nicht etwa eine sogenannte Erholung durch Leetüre. Denn Lesen ist in der Weise, wie es meist von den jungen Mädchen betrieben wird, ebenfalls eine abspannende Anstrengung. Man betrachte nur einmal solch eine Leserin, welche in tiefgebeugter Haltung mit zusammengepreßter Brust in ihrer Lesewuth den Inhalt des Buches förmlich verschlingt, und mit allen Gedanken daran haftet. Solch unter „athemloser" Spannung betriebenes Lesen hat auch den körperlichen Nachtheil, daß es tatsächlich die Athmung vermindert und dadurch die Bluterneuerung im Gehirn schädigt. Die jungen Mädchen empfinden dies unwillkürlich auch selbst - denn am Ende der Leetüre athmen sie dann wie von einem Alp befreit, ordentlich erleichtert tief auf. Streng zu verbieten ist besonders das Lesen Abends im Bett. Auch die Auswahl der Leetüre muß mit sorgfältiger Ueberlegung geschehen. Es liegt die Gefahr sehr nahe, daß die Phantasie auf Kosten des Körpers übermäßig ausgebildet und wohl gar auf ungesunde Bahnen gelenkt wird. Die Jungfrauenlitteratur ist es hauptsächlich, die den Mädchen so oft unhaltbare Illusionen einpflanzt, ihnen Gefallen und Glänzen als den Hauptinhalt ihres Lebens hinstellt und über ihre Bedeutung und Stellung in der Welt ihnen Thorheiten in den Kopf setzt. Daher kommt es denn auch, daß so viele Mädchen beim Austritt ins Leben oder bei der Gründung einer eigenen Häuslichkeit von der Macht der äußeren Einwirkungen überwältigt werden und die Widerstandslosigkeit ihres Nervensystems offenbaren. Zeigt ein Mädchen Anlage zu schwärmerischen und phanta stischen Ideen, so wende man als bestes Gegenmittel eine zweckmäßige Hautpflege an, bestehend in kühlen Bädern und Waschungen, kalten nassen Abreibungen, unterstützt durch Vermeidung von geistigen Getränken und von allen Reizmitteln in der Nahrung. Junge Mädchen sollen in gesunden Tagen auch regelmäßig zeitig aufstehen. Dies bildet eine wichtige Grundlage für körperliche und geistige Frische. „Zeitig zu Bett und zellig heraus, macht Gesundheit, Wohlstand und Weisheit auS." Der aroße Philosoph Kant sagt: „Das Bett ist das Nest einer Menge von Krankheiten. Denn das wechselnde Erwachen und Wiedereinschlummern ist für das ganze Nervensystem lähmend, zermalmend und in täuschender Ruhe krafterschöpfend- mithin die Gemächlichkeit hier eine Ursache der Verkürzung des Lebens." Das „Hinträumen" Morgens im Bett ohne festen Schlaf erzeugt bei den Mädchen auch oft jene schwärmerischmelancholische Wertherstimmung, jene dummen, verschrobenen Gedanken, welche sich bis zur Hysterie steigern. Eine vernünftige Gesundheitspflege bei den Heranwachsenden muß aber stets darauf abzielen, daß das Leben des Leibes dem Leben des Geistes untergeordnet Und von ihm beherrscht wird, nicht umgekehrt der Geist sich den Launen, Stimmungen und Trieben des Körpers nnterordne- nur dann wird ein harmonischer, wahrhaft gesunder Zustand Eintreten. Ewig wahr bleibt das Sinnbild, den Menschen als den Reiter eines wilden Pferdes ich zu denken, seinen vernünftigen Geist mit einem Thiere, einem Körper, vereinigt, das ihn tragen und mit der Erde verbinden, aber von ihm nun wiederum geleitet und regiert werden muß. Es zeigt die Ausgabe des ganzen menschlichen Lebens, welche darin besteht, diese körperliche Thierheit in ihm zu bekämpfen und der höheren geistigen Macht unterzuordnen. Läßt der Mensch dem Thier die Oberhand, so geht es mit ihm durch, und er wird ein Spiel feiner Launen und Sprünge — — — — bis zum tödtlichen moralischen oder gar physischen Sturze. Schützet unsere nützlichen, gefiederten Sänger! Alle grausamen Raubthiere tragen zur Verminderung, was wohl die Vogelfreunde mit großer Betrübniß wahrgenommen haben, unserer lieblichen Vögel in hohem Grade bei- denn namentlich die räuberischen Katzen, Marder, Wiesel, Füchse, Eichhörnchen, die Häher, Elstern, Sperber, Habichte und Falken, denen alle Herren Jäger fleißig zu Leibe gehen mögen, verschlingen eine Unzahl Eier und zerfleischen die Alten und Jungen massenhaft. Zu diesen unvernünftigen Raubthieren gesellen sich nun noch die Menschen, die doch erkennen sollten, welch' großen Schaden sie durch Vertilgung der nützlichen, gefiederten Welt im Haushalte der Natur verursachen, und die auch wissen müßten, daß der rechte Vortheil der Menschen verlangt, die Vögel, die so viele höchst schädliche Insekten aus der Welt schaffen, zu schonen und zu schützen. Leider giebt es immer noch rohe und gefühllose Menschen, die dies Alles bei Seite legen, denn häufig noch rauben böse Buben, große und kleine Strolche, in Feld und Wald die Nester aus. Gerade jetzt im Frühlinge treiben sich wieder, wie wir aus sicherer Quelle vernommen, viele bösartige Bummler in Feld und Wald auf der Suche nach Vogelnestern umher, und wir bitten hiermit recht inständig alle Vogelfreunde und ganz besonders die Herren Forstwarte und Feldschützen, ein wachsames Auge auf diese schlimmen Gesellen zu haben, und wenn sie wahrnehmen, daß dieselben ihre ruchlosen Hände nach Vogelnestern ausstrecken, unnachsichtlich zur Bestrafung anzuzeigen. Die Herren Richter werden dann gewiß diesen abscheulichen Menschen zum Bewußtsein bringen, daß der Paragraph 368 11 nicht umsonst im Reichsstrafgesetz vorgesehen ist. Zur Belehrung und Warnung führen wir benannten Paragraph an - derselbe lautet: „Mit Geldstrafe vis zu 60 Mark oder mit Haft vis $u 14 Tage« wird bestraft, wer unbefugt Eier oder Junge von jagdbarem Federwild oder von Singvögeln ausnimmt." H. C. Gemeinnütziges. Blumenkohl Suppe. Einen Blumenkohl blanchtt man und schneidet ihn in kleine Stücke, die man hierauf m reichlicher Butter dünstet, bis sie eine bräunliche Farbe angenommen haben. Dann gießt man von dem Wasser htnz, in dem der Blumenkohl abgekocht wurde und in dem m etwas Liebigs Fleischextract aufgelöst hat, salzt und w i hieraus die Suppe, fügt einige Scheiben Brod bet uno v das Ganze so lange über stillem Feuer, bis es zu e ziemlich steifen Suppe verkocht ist. Redaction: T. Schenda. — Druck und Verlag der Brübl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Schcyda) m ®lf6cn