»* aschen. Ist die : eine Stunde in n in wärmerem en, nachdem man Wasser gemischt mit lauwarmem Lropsen Salmiak- iremefarbe etwas heelöffel Ocker in mals durch- dann : darin ein wenig if der linken Leite rfahren sieht die Eine Kalbsleber n, erhitzt in einer zt in dieselbe die inter öfterem Um- tere sänf Minuten rt fügt man Saiz, sowie den Sait >n Momente noch mce. Man richtet ld gießt die Sauce )ie Schädlichkeit jtin und Doctoresse isserin hat, brachte irens der medicini- I sehr interessante d anderen Folgen )en, doch giebt die : Behauptung allein echnung tragendes izenden Empfehlung :rin nunmehr noch dlung selbst bringen lls sich die Neuheit Menschheit einem etheilt vom Jnter- ielt, SBertinNW. 6.) chkyda) in Leben erweckt sind die :g gehaltene Gemmen, mf der Innenseite -m t künstlerisch vollendet« lschnallen, HutagraM eubelebung einer laV schriebene ModenberW : - Nummer Verlag Sofjn : ,u dieser alt-gyM-" lern und Einzelfigureu den, unter’ denen auch iders derjenigen Damen, -ing stehen, m Anspruch en Confirmation ist 9e' Andermoden g-w'« -r-Vignette, bekanntlich ftrirt/Belletristik bringt ’on Reinhold O- manm ierzehntägrgen e Handhabe zur Se st nents zu 1» ,«* erlag, welche be.de auch 'tanstalten. Dienstag de, 23. Fede,«. 1897. ZW $16 |H1 üuiuijiuDiiufj niiiinvMi 1 WW! U MiS; «Sksy s ist, bescheiden sein zu können, Nicht schwer für einen rechten Mann. W Und leicht wird Gutes Andern gönnen, Wer selbst was Gutes machen kann. Hermann v. Lingg. Manchen Menschen freut bei seinen Erfolgen hauptsächlich das Bewußtsein, daß sich Andere d'rüber ärgern. O. E. W. Das Haus der Schatten. Roman von Robert Kohlrausch. (Fortsetzung.) Sem Sohn! War nicht auch in der Brust dieses Mannes ein ferner, verlorener Winkel, wo das liebeheischende Wort einen milden Widerhall weckte? Regte sich nicht auch in ihm ein Gefühl, das die Thiere der Wildniß sogar beseelt und sie menschenähnlich werden läßt, das Gefühl der Liebe zu den Geschöpfen, die ihnen ihr Dasein verdanken . War auch dieser letzte Rest des Guten verschwunden aus der Brust des Mannes, der das Ich zum Gott gemacht hatte und seinem Cultus das Leben weihte? Nein, für einen Augenblick wurden seine Züge weich, und ein Strahl von Zuneigung schimmerte in seinen Augen. Er blickte, ein wenig näher herantretend, aus den Schlafenden und gedachte der Zeit, als er selbst noch hart und unter Entbehrungen um das tägliche Brod gerungen hatte. Die Spuren solcher Entbehrungen und unterdrückter Leidenschaften, wie er selbst sie kannte, zeigten sich scharf und deutlich auf dem Gesichte des Sohnes. Er hatte die Macht, ihn herauszureißen aus seiner finsteren Existenz, ihm den Weg des Lebens zu ebnen, und wenn er es that, mußten Dankbarkeit und Anhänglichkeit sein Lohn fein. Er schwankte, er überlegte, er zauderte. Plötzlich aber verlor sein Gesicht alle Weichheit - sie war gekommen und gegangen, tote ein rasch vorüber* gleitendes Sonnenlicht, das aus dichten Wolken hervorstrahlt und gleich wieder von den Schatten besiegt wird. Eine Erinnerung hatte sie verscheucht, die Erinnerung an jene Fran, deren Hand er an diesem Morgen in der seinen gehalten hatte Nein, dieser Mensch hier stellte sich zwischen ihn und sie Wenn sie erfuhr, daß er fein Sohn war, daß seine Mutter als ihre eigene Gesellschafterin in ihrem Hause lebte, dann mußten verborgene, glühende Wünsche begraben werden für immer. Es war entschieden, — der Schlafende mußte ihm ein Fremder fein und bleiben, das Hinderniß, das ihm in den Weg getreten war, mußte hinweggeräumt werden um eben Preis! Doctor Jaksch hatte lange Zeit sinnend gestanden, jetzt ging er unhörbar zu der öeffnnng im Fußboden, legte öa§ Dielenstück wieder darüber und stellte die Kiste an ihren Platz zurück. Das Buch steckte er zu sich zu den Papieren, die er vorher schon an sich genommen hatte. Nun war jede Spur deines Thuns beseitigt- er setzte sich an das Bett des Kranken, erneuerte leise das Eis, ohne daß der Schlafende erwachte, und grübelte in den langen Stunden des Nachmittags stumm in sich hinein. Er hatte die Mittel in Händen, sich von dem Menschen hier, der fein Sohn war, zu befreien, ihn aus seiner Nähe zu entfernen, ihn hinauszutreiben aus der Stadt, ohne daß Jemand auch nur ahnte, was er ihm war. Sollte er warten, bis die ruhige Entwickelung der Dinge ihn von der Last befreite, die auf ihn gefallen war, oder sollte er jene Mittel, die er besaß, gegen den Sohn gebrauchen? Nicht ihn zu verderben für immer, — nur freie Bahn zu schaffen für sich seibst. Das war die Frage, die er wieder und wieder erwog, von nngewisseii, schwankenden Gefühlen hin und her getrieben. Er kämpfte in diesen Stunden einen Kampf, wie er ihn ähnlich schon einmal im Leben gekämpft hatte, und er endete wie jener. Der Tag ging hm über diesen Grübeleien, aber als die Schatten des Abends gleich grauen Nebeln auf die Welt sich legten, da hatten auch m der Seele des Sinnenden die Schatten gesiegt, und der Entschluß war unabänderlich gefaßt worden, über Zukunft und Glück des Sohnes hinweg den Weg erbarmungslos fortzusetzen, von dem er glaubte, daß er ihn aufwärts führte. Neuntes Capitel. Ihm kuckt schon wieder ganz plaisirlich in der Welt," sagte Caroline, die Köchin, und sie hatte recht. In kurzer Zeit hatte das kleine Hannchen sich wunderbar erholt - m die Haut war Spannkraft und Farbe gekommen, der vorzeitig alte Zug in dem Gesichte war verschwunden, sie hatte lachen und spielen gelernt wie andere Kinder. Die eigentliche Krankheit war schnell vorübergegangen, und jetzt erklang der Garten hinter dem Hause von der hell und fröhlich gewordenen Stimme. Sie war so hell und heiter wie der Sonnenschein, den der April gebracht hatte, und der die Welt schon beinahe sommerlich überfluthete, als müsse der Frühling Verzeihung erwerben für den langen, trüben, schwermüthigen Winter. 86 Zum ersten Male hatte das Kind erfahren, was es heißt, in gesundem Behagen zu leben und zu athmen. Mit unbegrenzter Dankbarkeit lohnte es seiner Wohlthäterin- sein Vater nicht minder, auch jetzt noch, nachdem unvermuthet auch von anderer Seite ein Sonnenstrahl in sein Leben gefallen war. Ein entfernter Verwandter, ein Oheim seiner Mutter, war gestorben. Er hatte in derselben Stadt gelebt, war aber einmal von ihm mit so üblem Erfolg um eine Unterstützung angegangen worden, daß Bäsmann ihn seitdem aus der Reihe seiner Angehörigen, fast sogar aus dem Gedächtniß gestrichen hatte. Und nun war dieser Mann aus der Welt gegangen, ohne ein Testament zu hinterlassen, und das Gericht hatte in Bäsmann, seiner Schwester und seiner Tochter die einzigen überlebenden Verwandten ausgefunden. Die Erbschaft war an sich bescheiden, aber ein großer Besitz in den Augen der Leute, denen sie zufiel, da auch sie bescheiden waren. In kurzer Zeit sollte die Schwester des Taubstummen aus ihrer ferngelegenen Heimath herübergekommen, um mit dem Bruder Alles endgültig zu ordnen, und Bäsmann wiegte sich in goldenen Zukunftsträumen, während Hannchen — trotz erduldeter Armuth noch unbekannt mit dem Werthe des Geldes — mehr auf die Begegnung mit einer Verwandten sich freute, die sie nie gesehen hatte, die ihr aber durch liebevolle Briefe nahe gekommen war. Bis zu diesem wichtigen Tage, vielleicht auch noch darüber hinaus, sollte Hannchen in Frau Henningers Hause bleiben; erst wenn der Vater mit dem ererbten Gelde ein gesundes, helles Quartier gemiethet hatte, sollte sie ihn begleiten in die neue Existenz. Es war ein merkwürdig warmer Nachmittag, und Frau Ina hatte zum ersten Mal in diesem neuen Frühling den Kaffee in den Garten hinausbringen lassen. Jetzt war das Geschirr wieder abgeräumt worden, und die beiden Damen — Frau Henninger und Fräulein Tietjens — saßen, mit Handarbeiten beschäftigt, an dem mit blauweißer Decke noch belegten Tische, während Hannchen ein Märchenbuch vor sich hatte, darüber hinweg aber oft auf den sonnigen Garten blickte. War Alles doch so neu und so schön! Auch Frau Ina ließ die Arbeit sinken und schaute auf das frohe Bild des Lebens um sich her. Die mit Blüthen und Blättern überdeckten Bäume standen wie in weiße, röthliche, grüne Schleier gehüllt, und auch die Schatten unter ihnen waren noch keine dunklen, compacten Massen- sie lagen auf dem durchfeuchteten Boden gleich zarten Gittern, in deren Maschen der Sonnenschein spielte. Aus einem Gebüsch her dufteten Veilchen, von einem blühenden Kirschbaum sanken vereinzelte weiße Blätter zur Erde, ganz feine, kaum vernehmliche metallische Töne drangen aus der Goldschmiedswerkstatt herüber. Frau Ina blickte um sich her und seufzte. Im Anschauen der breiten, sonnigen Lichtflächen auf Erde und Häusern, der weichen, duftigen, durchwärmten Schatten, im Vollgefühl des Frühlings um sie her kam ihr zugleich mit schmerzlicher Gewalt die Empfindung, daß keine Jahreszeit so sehr wie diese dem Menschen die Sehnsucht nach dem Glück erweckt. Eine Sehnsucht, so groß, daß sie zur stürmischen Forderung wird. Ein tausendfaches Geschenk wird ausgeschüttet über die Erde- der Pflanze, dem Vogel, dem Käfer werden die Bedingungen fröhlichen Daseins mit gnädigen Händen reichlich gewährt, und im Dufte der Blüthen, im Gesang der kleinen Kehlen, im Surren blitzender Flügel offenbaren sich neue, glückliche Lebenskräfte. Soll der Mensch allein unbeschenkt bleiben in der Zeit des Gebens? Soll er die Hände vergeblich ausstrecken und nach flüchtigen, rasch vorüberglettenden Sonnenstrahlen greifen, um weh- müthig zu erkennen, daß nur der Schatten zurückbleibt? Frau Ina seufzte, und Fräulein Tietjens antwortete mit einem harten, fragenden Blick. Aber die Frau, die von ihrem Glücke geträumt hatte, bemerkte ihn nicht. Ihr Auge hing an einer kleinen, fernen, sonnevergoldeten Wolke, und mit ihr zogen die Gedanken weit hinaus, einen gewohnten Weg, der nach Süden führte. Seit Georgs Abschied hatte sie keine Zeile von ihm erhalten- eine flüchtige Meldung an seinen Onkel allein hatte von der Ankunft in Mentone Kunde gegeben. Frau Ina dachte daran und seufzte zum zweiten Male. Plötzlich, mit raschem Entschluß erhob sie sich bOn ihrem Sitze, raffte die Arbeit zusammen und sagte: „Mir fällt ein, daß ich noch eine Besorgung zu machen habe. $ie achten wohl darauf, Fräulein Tietjens, daß die Kleine nicht zu lange draußen bleibt. Nicht wahr, Hannchen, Du gehst zeitig schlafen? Du mußt Dich noch schonen, damit Du mir ganz gesund wirst." Sie strich mit sanfter Hand über das Haar des Kindes das eifrig bejahte. Dann schritt sie aus dem Garten hinaus- es war ihr mit einem Male gewesen, als müsse sie ersticken in dieser engen, sonnigen Welt. Und wie es Georgs Art gewesen war in der winterlichen Zeit schwersten Ringens mit sich selbst, so verließ auch sie jetzt auf kürzestem Wege die Stadt, um in der Einsamkeit ihr sehnsuchtsvolles Herz zur Ruhe zu sprechen. Durch das glänzende Grün der Saaten, durch die ersten Blüthen der Wiesen, durch kleine Wälder, die ihr mit brechenden Knospen entgegendufteten, machte sie einen langen Weg. Und erst als die Schatten sich langsam dehnten, als die weißen Nebel emporstiegen, und eine graublaue Wolkenwand am westlichen Horizonte sich rasch in die Höhe schob, machte sie sich auf den Heimweg. Es dämmerte bereits, als sie die Stadt wieder betrat, und rascher als sonst schien ihr die Dunkelheit zuzunehmen, bis ein erster, gedämpfter, zur Eile mahnender Donner ihr sagte, daß ein Frühlingsgewitter sich vorbereitete. Sie war im rascheren Vorwärtsschreiten eben auf den großen Domhof gelangt, als ein heulender Windstoß in das frische Grün der Bäume hineingriff, und ein plötzlicher, greller Blitzstrahl die Bernwards- gestalt auf dem Denkmal vor ihr in goldig-braunem Leuchten aufflammen ließ. Noch eiliger ging sie weiter, um dann doch zu erkennen, daß es zu spät sei, ihre Wohnung vor Ausbruch des Wetters zu erreichen- in großen, vereinzelten Tropfen, die mit dem Ton eines fernen Gewehrfeuers niederfielen, begann der Regen, und bald sprühte ein weißlicher Schaum über die Straßen hin, die eben noch sonnig und voll Staub gewesen waren. Frau Ina hatte, als der Regen begann, die tiefe, gewölbte Durchfahrt erreicht, die vom Domhof zu der Straße Am Stein hinüberführt, und blieb nun stehen, um das Ende des zum wilderem Toben anschwellenden Wetters zu erwarten. Sie war hier allein- das rasche Heraufziehen der Wolken, das ihr Sinnen und Träumen sie hatte übersehen lassen, hatte die anderen Leute rechtzeitig heimgescheucht. Es war schon beinahe finster unter dem breiten Gewölbe; von den Straßen zu beiden Seiten drang ein feuchter Hauch wie ein kühler Nebel zu ihr herein, und ein schwarzer Wasserstreifen, einem lebenden, kriechenden Wesen vergleichbar, glitt langsam an ihren Füßen vorbei von einer Oeffnung zur anderen hinüber. Ein Frösteln überfiel sie nach der Wärme der Tages, und sie trat näher an die Mauer heran. So stand sie vielleicht fünf Minuten, ohne daß die Kraft des Unwetters ein Erlahmen zeigte. Plötzlich aber mischte sich in das Klatschen des Regens, in das Pfeifen des WindeS, der um die Domthürme spielte, in das auf- und abwogende Grollen des Donners noch ein anderer Ton. Dicht an ihrem Ohr, erschreckend nahe, der Ton einer Menschenstimme. „Ina," klang es leise und flehend, aber sie hatte im ersten Moment kein Verständniß für den Ton der Bitte in dieser schwachen, heiseren, gebrochenen Stimme. In furchtbarem Schrecken — denn kein anderer Laut hatte ihr das Nahen eines Menschen angekündet — fuhr sie herum und griff mit den Händen hinter sich nach der kalten Wand, als könne sie ihr Schutz gewähren. Es war eine männliche Gestalt, die neben ihr stand, soviel konnte sie in der unsicheren Beleuchtung erkennen, eine Gestalt von mittlerer Größe, dem Anscheine nach sehr abgemagert und einfach, fast ärmlich gekleidet. „Was wollen Sie von mir?" fragte sie mit einem vergeblichem Bemühen, ihren Worten Festigkeit zu geben. 87 Meldung an 'lentone Kunde jutn zweiten sie sich von sagte: „Mir en habe. Zjx e Kleine nicht en, Du gehst amit Du mir r des Kindes, arten hinaus- se sie ersticken - Georgs Art : Ringens mit tem Wege die lles Herz zur i der Saaten, 'leine Wälder, in, machte sie sich langsam nd eine grau- h rasch in die Es dämmerte "cher als sonst in erster, geegte, daß ein im rascheren nhof gelangt, n der Bäume ie Bernwards- unem Leuchten er, um dann Wohnung vor , vereinzelten sieuers niederem weißlicher ch sonnig und die tiefe, ge- u der Straße um das Ende o zu erwarten, i der Wolken, rsehen lassen, acht. Es war lbe; von den hauch wie ein Wasserstreifen, glitt langsam zur anderen Wärme des n. daß die Kraft aber mischte i des WindeS, ad abwogende acht an ihrem enschenstimme. atte im ersten litte in dieser : furchtbarem r das Nahen und griff mit als könne sie Gestalt, die n Beleuchtung oem Anscheine gekleidet, e mit einem zu geben. ein Anderer (Chamiffo). (Eichendorff). Der Trauring. Plauderei von Georg Grube. (Nachdruck verboten.) „Ist der Finger beringt, So ist die Jungfer bedmgt." O glückseliger Augenblick, wo das Herz sich dem Herzen bindet. Fürs ganze Leben vereinigen sich zwei Liebende, um von nun an ein einziges Ich zu bilden: an der Hand tragt jeder von ihnen das Zeichen dieses Willens, das Symbol ihres Bundes: den Trauring. Heilig ist er jedem edlen Paare, Mann und Frau trennen sich nie von ahm. Oft bezeichnet schon der goldene Reif den Aet der Verlobung, und mit Stolz betrachtet der funkelnde Mädchenblick den köstlichen Schmuck. Welcher Dichter vermag die Empfindungen einer holden Mäschenseele bei seinem Anblick zu schildern? Was sie denkt, ist eitel Poesie — wenn unsere Wissenschaft erst soweit wäre, daß sie Empfindungen photographiren könnte, welche Bereicherung unserer Lyrik würde das sein! Darum spielt auch der Ring eine so bedeutsame Rolle in den Ergüssen „Ich bin es, Ina, Dein unglücklicher Bruder." Sie griff nach seinen Händen, und als sie fühlte, wie kalt sie waren, nahm sie das leichte Tuch, das sie um ihre Schultern geschlungen hatte, und umhüllte sie damit. Es war ein kleiner, bescheidener Liebesdienst, aber der Mann, dem die Liebe ein fremdes, verlorenes Gut geworden war, beugte sich über die Hände, die ihn hilfreich berührten, und küßte sie. Eine Thräne fiel dabei darauf nieder und diese eine Thräne genügte, um in Inas Seele alle Erinnerung an Schuld, Undankbarkeit und Frevel, mit denen der Bruder sich belastet hatte, vergessen zu machen. Das Mitleid allein blieb in ihrem Herzen zurück, ein so reines und tiefes Mitleid, wie gute Menschen es mit rettungslos Kranken empfinden. „Nach so langer Zeit," sagte sie, „nach so langen, langen Jahren!" Sie vermochte nicht weiter zu reden- auch ihr hemmten hervorbrechende Thränen die Worte. Bald aber faßte sie sich und strich mit der Hand über die Augen. „Es ist nicht recht, daß ich weine," sagte sie. „Es ist mir ja doch eine so große Freude, daß ich Dich wiedersehe. Aber I nun sollst Du bei mir bleiben, — warum hast Du nichts von Dir hören lassen? Du scheinst mir nicht gut auszusehen, auch in Deiner Kleidung nicht, — mein Gott, am Ende hast Du gar Roth gelitten! Warum haft Du nicht an uuch geschrieben, warum haft Du Dich nicht an mich gewandt?' Er zögerte einen Angenblick und sah vor sich nieder auf die Spitze des Fußes, den er ein wenig vorgeschoben hatte. „Weil ich mich schämte," sagte er dann, „und weil ich Grund dazu hatte!" „Vergiß das, oder sprich wenigstens heute nicht davon. Du bleibst nun in meiner Nähe —" „Ich kann nicht bleiben und ich bin nur hergekommen, um von den Dingen zu sprechen, über die ich mich schämen muß. Das habe ich immer gewußt: Wenn ich überhaupt noch einmal zu Dir käme, bevor ich stürbe, dann müßte ich Dir Alles sagen." „Was sprichst Du vom Sterben?" „Du würdest das nicht fragen, wenn Du mich deutlich sehen könntest, wie ich bin. Und es ist gut, daß es nun bald so weit ist- ich habe es verdient, und ein verlorenes Leben, wie das meinige, hat keinen Werth für irgend einen Menschen. Nein, nicht einmal für mich selbst. Wenn nur das Sterben nicht so lange dauerte, so entsetzlich lange! Ich habe an manchem Krankenbette gestanden und habe dies letzte, endlose Ringen angesehen mit dem kalten Herzen des Arztes, dem auch der Tod nur ein wissenschaftliches Objeet ist. Nun muß ich es erfahren, was Sterben heißt, ein langsames, wochenlanges, monatelanges Sterben." (Fortsetzung folgt.) unserer Dichter. „Dieses Ringlein zu besitzen Mögt ich Liebchens Finger sein —' ruft der Eine beim Erblicken des Geschmeides - läßt das holde Mägdlein sagen: „Du Ring an meinem Finger, Mein goldenes Ringelein, Ich drücke Dich fromm an die Lippen, Dich fromm an das Herze mein . . . Du Ring an meinem Finger, Du hast mich erst belehrt, Hast meinem Blick erschlossen Des Lebens unendlichen Werth.» Ein andermal klagt der Verlobte: „Sie hat mir Treu versprochen, Gab mir ein'n Ring dabei; Sie hat die Treu gebrochen, Das Ringlein sprang entzwei." Ein Schweigen folgte, nur durch das Geräusch des Un I metter« unterbrochen. Dann als einzige Antwort, in dem- mben bittenden, kummervollen Tone, wie vorher, noch einmal ibr Name, das eine, kurze Wort „Ina". ' Wer sind Sie?" fragte sie, und jetzt war schon mehr Staunen als Schrecken im Klang ihrer Rede. Wo hatte sie Hefe Stimme schon gehört? Es war ihr, als sei ein vertrauter Ton in diesen Lauten, die aus einer kranken, röchelnden Brust zu kommen schienen, ein Ton, bet aus weitet Fetne zu iht hetüberdtang. Doch bevot sie länget überlegen, bevor der Mann iht Antwort geben konnte, zerriß ein röthlicher Blitz Wolken und Dunkelheit, verbreitete blendende Helle auch hier unter der Wölbung und zeigte ihr das Gesicht, das flehend ihr zugewandt war. Und mit dem Wolkenschleier zugleich zerriß ein Schleier vor ihrer Seele, der ihr die Vergangenheit verborgen hatte. Aus den dunklen, brennenden Augen, aus den eingefallenen Zügen, aus der gelblichen Haut und dem gebleichten Haar sprach ein anderes Bild zu ihr, das sie seit Jahren nicht mehr gesehen hatte. „Oskar," sagte sie leise, „bist Du es wirklich, Oskar?" Auch Stimmen der Warnung werden laut: „Wer sich von dem goldnen Ringe Gold'ne Tage nur verspricht, Ei, der kennt den Lauf der Dinge Und das Herz der Menschen nicht." Freilich, oft reißt mit dem Gürtel und Schleier der schöne Wahn entzwei, doch wer wollte solchen Gedanken Raum geben in der Stunde des seligsten Glückes? Da ist uns der Ring ganz, was er sein soll, das Sinnbild der Treue und der unzertrennlichen Verbindung. Wir fragen auch mcht darnach, weshalb das so ist, ob es immer so gewesen ist, und warum es gerade ein Ring und noch dazu em goldener sein muß. Aber wir nehmen es auch nicht übel, über die Frage aufgeklärt zu werden, und in der That ist der Bescheid darauf nicht wenig interessant. Dem Ringe haftet von jeher etwas Mystisches an, tote bet Kreisform im Allgemeinen. Der Kreis erschien als Symbol des Ewigen, Unendlichen, selbst wilde Völker huldigten vielfach dieser Anschauung. „Tod und Leben waren Kreise, Weiß war's Leben, schwarz der Tod war, heißt es in LongfellowS „Hiawatha" und auch die Liebe wird darin mit der Kreisform in Verbindung gebracht: „Und die letzte der Gestalten War ein Herz in einem Kreise, Mit dem Zauberkreis umzogen, Dieses Bildniß soll Air sagen: Offen liegt dein Herß ja vor mir, Zu dem offnen Herzen flüst're ich." Die Benutzung des Goldes als Ringmasse aber soll die । heilige Bedeutung noch verstärken. Gold bedeutet Treue und Wahrhaftigkeit. Die alten Skandinavier schwuren auf goldene Ringe, und Wara, die Göttin der Eide, schrieb aus goldenen Tafeln die von Mann und Weib einander gegebenen Treue- I gelöbnisse. 88 - O Wara hehr, SU den ®riffel Du führst um Land und SU«c, Und Tide schreibst auf goldenen Scheiden, O laß die Poffe, o laß da» Treiben! Die Scheib- füllst Du mit eitel Lug, Zu gut ist das Gold für solchen Trug," klagt bitter der sich von Jngeborg verrathen glaubende Frithjof. (Tegnörs, Frithjofsage). „Stoff und Form vereinigen sich im goldenen Trauring zu einer symbolischen Bedeutung", und der vierte Finger der linken Hand, der darnach als Goldfinger bezeichnete, ist sein Platz, weil er nach alter, schon aus römischer Zeit stammender Ueberlieferung von diesem Finger gerade nach dem Herzen gehen sollte. Schön, wahrlich ist dieser Glaube, erhaben diese Sitte. Und doch müssen wir hier die Anschauung zerstören, als sei die Bedeutung immer dieselbe gewesen. Der Trauring, verehrte Leserin, hat einen ganz anderen, keineswegs erhebenden Ursprung. Das Wort, von dem er sich herschreibt, lautet mißtönend in die Ohren einer edlen und selbstbewußten Frau, es schneidet in das Herz einer Zeit, in welcher die Frauen sich zur gemeinsamen Eroberung ihrer Gleichstellung mit den Herren der Schöpfung erhoben haben. Der Trauring ist rin Ueberbleibsel aus einer Periode, in welcher die Frau eine noch weit, weit untergeordnetere Rolle spielte, als dies nach den glühenden Darlegungen unserer Vorkämpferinnen der Frauenrechte selbst gegenwärtig der Fall ist. Er stammt auS der Zeit des Frauenkaufs, wo noch die Frau die Sklavin des Mannes war, der ihr Leben in seiner Gewalt hielt. Entweder raubte der Mann die Frau, vor Allem in Gegenden, wo die Frauen nicht häufig waren oder Vielweiberei herrschte. Man denke nur an den Raub der Sabinerinnen oder an den Raub der Töchter Silos durch die Benjaminiten (Buch der Richter, 21). Oder er kaufte sie von ihrem Vater und erwarb damit wieder daS Recht, sie auch seinerseits wieder zu verkaufen, wenn es ihm beliebte. Der Preis für die gekaufte Frau bedeutete die Entschädigung des Besitzers, des VaterS für den wirthschaftlichen Verlust, den er erlitt. Der Frauenverkauf war im Alterthum ganz allgemein. Jacob z. B. kaufte Lea und Rahel von Laban, indem er sieben Jahre um jedes der Mädchen diente. Auch heute ist der Frauenkauf noch durchaus kein überwundener Standpunkt, sondern findet sich in mehr oder minder augenfälliger Form bei zahlreichen wilden Völkern, ja sogar bei halbcultivirten, wie Chinesen und Türken. Die hebräische Sprache hat sogar dasselbe Wort für Verkaufen und Verheirathen. Auch bei uns ist die Kaufehe, oder was dasselbe ist, die Geldehe, häufig genug, auch das Brautgeschenk erinnert noch an den ehemals gezahlten Preis, nur, daß hier nicht die Eltern, sondern die Braut solchen erhält. In China wird die Tochter einem Manne ausgeantwortet, ohne im Geringsten um ihren Willen befragt zu werden. Der Vater wählt, schließt den Handel ab, und die Braut wird dem Bräutigam, sehr häufig, ohne daß sich beide nur gesehen, übergeben. Unterhändler, man kann geradezu sagen, Makler — betreiben ja die Sache. Sehr schön und bezeichnend drückt dieses Verhältniß folgendes chinesisches Gedicht aus: Freiwerber und Freiwerberin, Der Eine hier, die Andere dort, Sie kommen sich entgegen, Der Eine, der geht in das Haus, Die Andere, die kommt heraus, Doch eines Handels wegen. Freiwerber und Freiwerberin: Was gehst Du hier? Was gehst Du dort? Sich Beid' einander fragen. Mich schicket der, mich schicket die, Ich suche den, ich suche die, Sich Beid' einander sagen. So gehn wir Beide nun sogleich, Ein Jeder hin auf seinen Weg, Werth ist die Zeit — das Werk ist wichtig I Des Machens Mern wthlt-n den, 8* hat das Mädchen sich erseh'«, WaS braucht'» noch mehr? — Sa ist der Handel richtig!" (Rau, Sulturg,schichte.) Dr. F. Hofmann führt nun in einer lesen-werthen Schrift .lieber den Verlobungs- und Trauring" den Nachweis, daß Ringe und Münzen nicht bloß die Kreisgestalt miteinander gemein haben, sondern auch bei verschiedenen Völkern ehemals die Stelle des Geldes vertraten. „Bet den Aegyptern vertraten goldene und silberne Ringe die Stelle des Geldes- sie wurden abgewogen. Im Arabischen wird gemünztes Gold metonymisch Ring Gottes genannt.' Schröder spricht von der im früheren Mittelalter so allgemein gebräuchlichen Bezeichnung des Geldes mit „Ringe", sei es nun, daß urspünglich wirklich Ringe die Stelle von Münzen vertraten, oder daß dies ein bloßer Sprachgebrauch war." Als mit der fortschreitenden Entwickelung auch die Stellung der Frau eine höhere wurde, veredelte sich die Form ihrer Besitznahme durch den Mann, der Kauf sank mehr zum bloßen Ceremoniell herab. Als solches haben sich Frauenkauf und Frauenraub indessen noch lange, ja bis zum heutigen Tag erhalten. So findet bei den Araukanern in Chile noch immer ein Scheinranb statt und bei uns erinnert die Sitte der Hochzeitsreise noch ebenso an den Frauenraub, wie derjenige der Ringverwendung an den Frauenkauf. Daß man gerade den Ring als Symbol des ehemaligen Verfahrens beibehielt, darf nicht Wunder nehmen, da man den Ring als Zeichen von Herrschermacht und Wahrhaftigkeit betrachtete, dem man selbst Zauberkräfte zuschrieb. Je weiter nun der alte barbarische Character der Ehe in den Hintergrund der Zeit zurücktrat, je mehr verschwand die Erinnernng an die einstige Bedeutung des Ringes als Sinnbild des Kaufes und seine tiefere als Symbol der Treue und Wahrhaftigkeit trat in den Vordergrund. Daher war auch das Geschenk des Ringes ursprünglich nur ein einseitiges. Bei den Römern steckte der Bräutigam zum Zeichen der Verlobung der Braut einen Eisenring an den Finger, wie man überhaupt früher keine anderen als Eisenringe trug. Erst später kam die Verwendung des Goldes als Ringmaterial hinzu, ebenso wie aus dem ursprünglichen Berlobungsring ein Trauring wurde und an die Stelle der einseitigen Spende der Ringwechsel trat, um anzudeuten, daß der beiderseitige Wille die Verbindung schließe. Die alten Germanen hatten ursprünglich ebenfalls den Frauenkauf, durch welchen die ,,Munt" (Vormundschaft) vom Vater auf den Mann überging. Den Gebrauch des Ringes haben sie dagegen von den Römern überkommen und zwar mit dem Christenthume, das auch Kranz und Schleier aus Italien nach dem Norden verpflanzt hat. Literarisches Die Sehnsucht nach der Heimath, welche jedem Menschen unauslöschlich tief im Herzen eingebettet liegt, ist im Grunde nichts Anderes als die Sehnsucht nach der schönen, ruhigen Häuslichkeit der Eltern. Man denkt mit ganz besonderer Borliebe der Ordnung und Sauberkeit, welche da herrschte und in welcher sich so recht das Glück eines sonnigen, geordneten Familienlebens spiegelte. Ties in der Häuslichkeit wurzelt auch der Inhalt und das Streben der „JllUstrirt«« Wüs-«' Zeitung", Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 35, welche in ihrer soeben zur Ausgabe gelangten Märznummer in vorzüglichster Ausführung eine musterhafte Zusammenstellung alles dessen bringt, was zur äußeren Ausstattung eines Bettes gehört, ferner eine selbst anzufertigende, garnirte Frisirtoilette mit Stuhl, Servirtisch-, Nähtisch- und andere Decken. Handarbeitskorb, Zeitungsmappe re. re. und vorzüglich jede Art von Wäsche für jedes Alter und Geschlecht, in neuesten Dessins und bei genauester Beachtung aller Sparsamkeitsregeln, die ja bekanntlich die goldenen Sprüche im Haushalte sind. Nach dem jeder Monats' nummer beigegebenen Schnittmusterbogen kann die Hausfrau alle diele herrlichen Wäschesachen, Matinöes, Reform - Wäsche re. sich leicht sewst anfertigen, ein sie ganz besonders auszeichnender Vorzug der „Jllusnrten Wäsche-Zeitung". Abonnements zu 60 Pjg. vierteljährlich nehmen außer sämmtlichen Buchhandlungen der Verlag — welche beide auch Gratisprobenummern liefern — und die Postanstalten entgegen- Schehda) in Gieß«- Redaction: Ä. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univerfitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch &