tibe! Ich er- nblickes einen nen und rückte ; zu überlassen. Weise eigenen c ein Unglück n den Knochen einigermaßen >ürren Worten Blümchen war ermochte mehr ach zu bedeuten : Freude keine Schmerz sanft r sagen, was üg. ier Affaire er- t nie vergeben, üch fest davon f, den herbsten jenen Kopkissen :r den Verlust ; wäre, wenn Aufenthalt in zen? Lokay. einmal geift- wie der alte gestern Abend mn: „Jawohl, ft getrunken." (zu dem sich >enn, daß Sie )ienftmäbdjeit: liär!" he (zu einem im Walde anwalt: „Meine r meinen Be- Vertheidigung as Wasser in Bier zu ur- )er Papa und l hübsch artig : „Wer wird üer klettere?" e der Tante, ch (aus dem „Wir können sich erst!" in Sich-«. aute-. H-MOI,l-AkAS, Äg «Sm ZM 'WMflaS ist das Wort? Vom Hauch getragen, Ein flüchtig Nichts, das schnell verklingt. ylr Und doch: wer wüßte wohl zu sagen, Was Alles dieses Nichts vollbringt? Das rechte Wort aus rechtem Munde Wird unbewußt zum Segenswort, Und sprichst Du es zur rechten Stunde — In tausend Thaten lebt es fort. E. Bormann. Das Kind der Tänzerin. Roman aus dem amerikanischen Leben von Joseph Treumann. (Fortsetzung.) In diesem Moment kehrte mir ein anderer Umstand ins Gedächtniß zurück „Sagen Sie mir doch, wo ist der Vierteldollar, den Sie mir gaben, ehe ich unter die Räder gerieth?" fragte ich. Dick brach in ein schallendes Gelächter aus. „Das ist recht, Polly!" sagte er; „führe immer genau Rechnung über Deine Einnahmen. Der Vierteldollar ist in Sicherheit,- ich fand ihn in Deiner armen, kleinen Faust, als Du hier im Hospital ankamst; stehe, hier ist Dein Schatz." Er steckte die Hand in die Tasche, brachte die Münze zum Vorschein und schob sie unter mein Kopfkissen. „Jetzt aber, Polly, darfst Du nicht weiter sprechen," sagte er, „Du mußt diese Arznei nehmen, damit Du bald wieder herge- stellt wirst." Ich verschluckte den Trank, den er mir an die Lippen hielt, und verfiel bald darauf in einen sanften Schlummer. Dies war der Anfang meiner Genesung. In den Tagen, die nun folgten, sah ich Dick Vandine sehr häufig; fein Interesse für mich ließ nicht im Mindesten nach. Zu jener Zeit galt ich ihm, wie mir schien, nur als ein Gegenstand des Studiums, und dennoch blickte ich zu ihm wie zu sinem Helden, einem Gott empor. Auf sein Geheiß wäre ich über eine glühende Eisenplatte gewandelt, hätte mich in die wogende See gestürzt. Im Verlauf meiner Genesung fragte Dick mich oft über mein vergangenes Leben ans. „Hast Du nie einen Vater oder eine Mutter gekannt, Polly?" fragte er eines Tages. Ich schüttelte den Kopf. „Was ist denn Dein Familiennamen?" „Ich habe keinen anderen Namen, als Polly, wie ich Ihnen schon damals sagte, als Sie mich auf der Straße anredeten," war meine Antwort. „Und die kleine verlorene Nan, die Du so sehr liebst, hat sie auch keinen anderen Namen?" „Sie hieß einfach Nau, gerade wie ich Polly." „Merkwürdig- ich vermuthe, die gewissenlose Hexe, die Serag, hat Dir nie etwas von Deinen Ellern erzählt - hast Du sie nie darüber befragt?" „Ich befragte sie oft darüber- doch alle meine Fragen wurden mit Stockschlägen beantwortet." Dick Vandine verfiel in Nachdenken. „Du hast also natürlich keine Gewißheit darüber, daß Nau wirklich Deine Schwester ist?" „Allerdings nicht- allein sie muß meine Schwester sein. Oh, Herr, es wäre schrecklich, wenn sie es nicht wäre- ich liebe sie so sehr! Großmutter Serag behandelte sie stets besser als mich- sie prügelte sie nicht so viel- sie war in jeder Beziehung milder gegen sie, und das freu-e mich. Nan schien in der That aus feinerem Stoff geschaffen zu fein als ich, aber nie habe ich sie darum beneidet." Dick lächelte heiter. „Du bist ein braves Mädchen, Polly. Du bist ja eine wahrhaftige Heldin der Gossen und Rinnsteine. Ich denke nur, daß irgend Jemand an Naus Gesicht Gefallen fand — denn, wie Du sagst, ist sie ungewöhnlich hübsch — und sie mit der Einwilligung ihrer Großmutter, oder was die Alte auch fein mag, adoptirte. Du mußt Dich daher in das Unvermeidliche ergeben, das heißt, Nan gehen lassen und Dein edles, kleines Herz mit dem Gedanken trösten, daß ihr ein glückliches Loos zu Theil wurde." „Ich werde sie eines Tages finden," antwortete ich entschlossen: „sie war in der Kutsche, aber sie sah mich nicht - ich rief, aber sie hörte mich nicht. Wenn ich groß bin, werde ich Geld verdienen, und dann werde ich die ganze Welt nach ihr durchsuchen." Dick schüttelte den Kops. „Thne das lieber nicht, Polly- sie möchte Dir für Deine Bemühungen nicht dankbar sein - es dürfte ihr gar nicht lieb fein, von Dir aufgefunden zu werden. Es ist eine undankbare Welt, mein Kind - denke lieber an Dich selbst. Glaubst Du, daß Großmutter Serag um Dein Ausbleiben bekümmert ist? Vielleicht denkt sie, daß Du Nan aufgefunden habest und bei ihr geblieben seist." Ich erblaßte vor Schrecken. „Oh, Herr, ich hoffe, sie 282 ist nicht hier gewesen und hat nach mir gefragt? Sie weiß hoffentlich nicht, wo ich bin?" „Nein, Polly, sie ist nicht hier gewesen- es ist ihr wahrscheinlich gleichgültig, ob Du noch am Leben oder tobt bist. Nach einiger Zeit wirst Du aus dem Hospital entlassen werden- gedenkst Du dann nach der Alley zurückzukehren?" Ich zitterte bei dem bloßen Gedanken vor Entsetzen. „Nein, oh Gott, nein — nicht sür Alles in der Welt, Herr- lieber ertränke ich mich oder werfe mich wieder unter die Hufe der Pferde und lasse mich zu Tode stampfen!" „Du willst also nie wieder in die zärtlichen Arme Deiner Großmutter zurückkehren?" „Nie!" „Recht so," sagte Vandine- „an Deiner Stelle thäte ich es auch nicht. Nun, es wird sich schon, ehe Du das Hospital verkästest, etwas für Dich finden- wir werden Dir Aufnahme in ein Waisenhaus oder in ein Asyl für heimatlose Kinder verschaffen." Ich schüttelte den Kopf und sagte: „Ich möchte das nicht- ich möchte lieber für mich selbst sorgen." Dick lachte und erwiderte: „Du bist noch zu klein dazu, Polly- es gebricht Dir noch an Muskeln und Sehnen, die beide durchaus notwendig sind, um sich erfolgreich durch diese harte Welt zu schlagen." Die Zeit meiner Entlassung aus dem Hospital kam nur zu bald. Der reinliche, stille und ruhige Ort war mir überaus lieb geworden. Dort hatte ich, zum ersten Mal in meinem Leben, Comfort, gütige Behandlung und Pflege gefunden- nur ungern verließ ich den Platz, an dem ich so große Schmerzen erduldet hatte. Der Abschied von der freundlichen Wärterin, Doctor Steele und Dick Vandine wurde mir sehr schwer. „Wissen Sie Niemanden, der geneigt wäre, die Kleine zu adoptiren oder ihr wenigstens ein Unterkommen zu geben?" fragte Dick seinen Onkel in jenem kritischen Augenblick meines Lebens. „Leider nein," antwortete der Doctor trocken. „Es ist zu hart, Polly zu der brutalen Großmutter zurückzuschicken, von der sie so grausam behandelt wurde - es ist noch härter, sie auf die Straße hinauszusenden- sie wird noch lange nicht im Stande sein, für sich zu sorgen." „Warum bekümmerst Du Dich um das Mädchen?" ries Doctor Steele ungeduldig - sie geht Dich nichts an. „Wenn Du Deine Laufbahn auf diese Weise beginnst, so wirst Du bald bis an den Hals in Schwierigkeiten stecken." Vandine zuckte die Achseln. „Warum können Sie Polly nicht in Ihr eigenes Haus aufnehmen, Onkel?" sagte er kurz - „sie könnte sich in der Kinderstube nützlich machen, der Tante behilflich sein und das Baby verpflegen." Der Doctor starrte seinen Neffen einen Augenblick betroffen an- dann nahm sein Gesicht plötzlich einen auderen Ausdruck an. „Das ist eine prächtige Idee von Dir, Dick," antwortete er trocken- „ich will mir die Sache überlegen." Es entschied sich zu meinen Gunsten, denn eine Woche später verließ ich das Hospital, um ein Mitglied des Steele'schen Haushalts zu werden. Es war spät Nachmittags an einem regnerischen Tage, und ein trüber Nebel schwebte über der Stadt, als ich dem Hospital den Rücken kehrte und mich mit Dick Vandine auf den Weg zu den Steeles machte. Der junge Mann rief einen Straßenbahnwagen an, brachte mich hinein und setzte sich neben mich. „Du bist ein so, schwaches, kleines Geschöpf, Polly," sagte er, „daß es Dir an Körperkräften gebricht, um es mit Doctors robusten Rangen aufzunehmcn- es war indessen das Beste, was ich für Dich thun konnte." Es war schon völlig dunkel, als der Wagen an einer Straßenecke anhielt, Vandine mich beim Arm nahm und mit mir die Stufen vor Doctor Steeles Wohnung hinaufstieg. Wir wurden von einer Magd eingelassen, die auf Dicks wiederholtes Klingeln aus dem Souterrain erschienen war. „Frau Steele ist in der Kinderstube," sagte sie zu Vandine, worauf sie wieder in die Küche hinabeilte, aus welcher die Düfte eines angebrannten Bratens heraufdrangen. „Komm, Polly," sagte Dick, indem er mich eine mit Puppen, zerbrochenen Spielsachen und Resten von Butterbrod bestreute Treppe hinaufführte und die Thür zur Kinderstube öffnete. Das Zimmer war an und für sich comfortable genug, allein die darin herrschende Unordnung war gerade entsetzlich. Die Stühle waren überall, nur nicht auf ihren Füßen. Die Tischdecke war auf den Fußboden herabgezerrt worden, der Tisch diente einem Theil der lärmenden Schaar als Observationsposten. Bücher, Spielsachen, abgelegte Schuhe und Schürzen, zwei oder drei ungezogene Hündchen, welche an den Matten kauten, lagen hin und her zerstreut. Ein halbes Dutzend Knaben und Mädchen, alle jünger wie ich selbst, liefen wie jugendliche Commanche-Jndianer in dem Zimmer hin und her und brüllten, so laut ihre gesunden Lungen es nur vermochten, zum Entsetzen der Frau Dotori», einer verblühten, reizbaren Dame, welche mitten im Zimmer saß und ein strampelndes Baby auf dem Schooß hatte, das sich an dem tollen Treiben der anderen Kinder sehr zu belustigen schien. „Guten Abend, ihr Wildfänge!" rief Vandine von der Schwelle den Kindern zu. „Guten Abend, Tante! Wie können Sie es nur bei diesem Scandal aushalten? Ich habe Ihnen hier das kleine Mädchen aus dem Hospital gebracht. Doch meiner Treue!" fuhr er nach einem bedeutsamen Blick in der Stube umher fort, „ich glaube fast, es wäre barmherziger gewesen, sie direct nach der Alleh zurückzubringen!" Die kleinen Steeles hielten mitten in ihren lärmenden Spielen inne und drängten sich um Dick herum. Die Hunde folgten ihnen nach. Während er sich vor den Kindern und den Vierfüßlern vertheidigte, wandte sich Mrs. Steele um und blickte mich an. Ihre Augen hatten einen harten Ausdruck- sie ruhten kritisirend und mißbilligend aus mir. „Wo dachte der Doctor nur hin?!" rief sie endlich aus; „was soll ich mit dem kleinen, schwachen Ding da? Sie ist viel zu klein, Dick, um mir von Nutzen zu sein." „Urtheilen Sie nicht so voreilig, Tante!" brüllte Dick, um sich bei dem Lärm der Kinder und dem Gebell der Hunde Gehör zu verschaffen. „Die feinsten Maaren werden ja in den kleinsten Palleten verkauft. Machen Sie immerhin einen Versuch mit ihr- sie ist ein Schatz, und wir dürfen ja billig annehmen, daß sie mit der Zeit größer und stärker werden wird." Mrs. Steele ließ das kreischende Baby so plötzlich in meinen Arm fallen, daß ich wankte und beinahe das Gleich' gewicht verlor. „Nimm den Jungen," sagte sie, „und laß sehen, was Du mit ihm ausrichten kannst- er ist zwar kein Freund von Fremden." Ein glücklicher Zufall wollte es, daß der rosige, kleine Bursche in mein eingefallenes Gesicht blickte. Was er darin entdeckte, mußte ihn beruhigt haben, denn wider alle Erwartung schmiegte er seine frischen rothen Backen an meinen Hals und girrte vergnügt wie eine Turteltaube. Die harten Züge der müden Mutter nahmen einen sanfteren Ausdruck an, die Kinder lachten, ließen von Vandine ab und drängten M um mich. Ich strengte alle meine schwachen Kräfte an, u« das Baby festzuhalten, das seine kleinen, fetten Arme um meinen Hals schlang und freudige Rufe ausstieß. „Das ist merkwürdig," sagte Frau Steele. „Du kannst hier bleiben, Polly. Ich sehe, daß der kleine Bengel bei Dir gut wird, und mit der Zeit kannst Du Dich auf verschiedene Weise im Hause nützlich machen. Dick, Du Mv zum Abendbrod hier bleiben - die Kinder haben Dich Iw lange nicht gesehen." . „Ich bitte um Verzeihung, ich habe für heute — 283 sagte sie zu mabeilte, aus leraufbrangen. mich eine mit on Butterbrod r Kinderstube irtable genug, ade entsetzlich, ihren Füßen, zerrt worden, t Schaar als elegte Schuhe idchen, welche streut. i, alle jünger e-Jndianer in ihre gesunden Frau Dotorin, n im Zimmer oß hatte, das r sehr zu be- ndine von der Tante! Wie sh alten? Ich r Hospital ge- einem bedeut- laube fast, es ch der Alley ren lärmenden t. Die Hunde t Kindern und rs. Steele um i harten Aus- :nd auf mir. e endlich aus; , da? 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Beherrsche fDich und achte darauf, daß Du den Bengel da nicht fallen läßt; er ist viel zu schwer für Dich. Und nun auf Wiedersehen!" Ich fühlte mich so verlassen und freudlos, sah jedenfalls so traurig und wehmüthig aus, als ich mit dem Kinde auf den Armen unter der Thür stand, daß Dick Vandine, von einem mitleidigen Impuls bewegt, sich plötzlich über mich herabbeugte und mich küßte. Diese Liebkosung bezeichnete eine Epoche in meinem Leben. 13. Capitel. Ein nächtlicher Besuch. „Komm, liebe Hopkins, wo ist die Laterne?" sagte Miß Pamela Grehlock zu der alten Haushälterin. „Sie ist auf der Veranda in Bereitschaft/7 antwortete die Angeredete. „Es ist stockfinster draußen, und es sängt an zu regnen." „Das schreckt mich nicht ab," entgegnete die alte Jungser ruhig, indem sie ihren Regenmantel umwarf und ihre Handschuhe anzog. „Ich kann es wirklich nicht länger aushalten; ich muß Roberts Kind aus jede Gefahr hin sehen; sollte es mir auch den Zorn meines Bruders zuziehen. Ich bin doch wohl alt genug, um zuweilen meinen eigenen Willen zu haben." „Gewiß/7 erwiderte die Haushälterin mit einem Blick auf die grauen Haare und die Gesichtsrunzeln ihrer Gebieterin; „das Kind ist hübsch wie ein kleiner Engel und wohl des Sehens werth; es wundert mich, daß Sie so lange im Stande waren, sich von ihm fern zu halten.77 Miß Pamela stand im Begriff, etwas Unerhörtes zu thun: der Autorität ihres Bruders zu trotzen und seine Gebote zu übertreten. Die Wittwe und das Kind Robert Greylocks wohnten schon seit einem Monat in der Rosen- Villa, und dennoch hat Miß Pamela noch keines von Beiden gesehen. Jetzt aber vermochte sie dem Drange ihres Herzens nicht länger zu widerstehen. Heimlich, in Sturm und Dunkelheit, war sie im Begriff, die Villa aufzusuchen. Die Gelegenheit war günstig. Godfrey Grehlock hatte sich nach seiner Bibliothek zurückgezogen, die er Abends selten vor dem Schlafengehen zu verlassen pflegte. Völlig ausge- rüstetet für ihren nächtlichen Ausflug, trat Miß Pamela aus ihrem Boudoir auf die Veranda hinaus, wo eine angezündete Laterne leuchtete. Frau Hopkins ergriff die letztere und ging voran. Die Alte war kurz und fett; sie wackelte wie eine Ente, und ihr feistes Gesicht schaute wie ein vergnügter Vollmond unter ihrem Quäkerhut hervor. Miß Pamela folgte ihr dicht auf den Fersen. Der Regen fiel immer stärker herab, und die Beiden mußten hin und wieder durch kleine Bäche waten. Die Furcht, daß Godfrey Grehlock ihr frevelhaftes Vorhaben entdeckt haben und sie verfolgen möchte, beflügelte ihre Schritte; ein Stein fiel von ihrem Herzen, als sie endlich die Lichter der Rosen-Villa von fern schimmern sahen. „Mir bangt vor der Begegnung mit jener Frau/7 sagte Miß Pamela. „Mein Bruder selbst kann keinen größeren Widerwillen gegen sie haben als ich; ich hoffe nur, daß das Kind noch nicht schläft. Gott sei Dank, hier sind wir endlich. Eile, Hopkins, und ziehe die Klingel!77 Die beiden Frauen betraten den Vorbau. Rechts von ihnen war das Fenster von Iris Boudoir, von Spitzengardinen verhüllt, aber halb offen, um frische Luft einzulassen. Plötzlich ließ sich aus dem Innern eine zornige, kindliche Stimme vernehmen: „Ich will meine Polly haben — warum bringst Du mir nicht Polly, Hannah? Ich will nicht zu Bett — ich will Polly haben!" Diese Worte klangen leidenschaftlich und abgerissen, von Schluchzen unterbrochen, aus dem Zimmer in die Nacht hinaus; dann folgte der Ton scharfer Schläge, und Hannah Johnson antwortete: „Du elender Balg! Wage es noch einmal, das zu sagen, so prügle ich Dich bis aus's Blut!" Weitere Schläge verliehen der Drohung Nachdruck. Miß Pamela und die Haushälterin blickten einander an. „Gerechter Himmel!77 rief die alte Hopkins. „Kann ich meinen Ohren trauen ?" sagte Miß Pamela entsetzt; „sie hören uns natürlich nicht; öffne die Thür, Hopkins; sie ist nur angelehnt, wie ich sehe; ich gehe birect hinein." Da sie mit der Rosen-Villa wohl vertraut war, so trat sie ohne Weiteres in dm Hausflur und öffnete die Thür des Boudoirs. (Fortsetzung folgt.) „Mädchen gegen alles." Von Lina Fabian. ------- (Nachdruck verboten). „Das ist die neue Minna," sagte ich zu meinem Manne am 2. Juni früh, nachdem das Mädchm Abends zuvor angekommen war. „So?77 meinte der theilnahmlos, ohne sich vom Fenster umzuwenden, „das verschlägt nichts, ich werde sie doch kaum auch nur von Angesicht kennen lernen.77 „Weshalb denn nicht, es ist ein sehr fleißiges, braves Mädchen, — hier lies nur mal die Zeugnisse im Dienstbuch . . .," damit hielt ich ihm das blaue Buch hin. „Ach, langweile mich doch nicht," gab er brummig zurück, „ meinetwegen miethe Du einige Tausend Mädchen im Jahr, Du wirst ja doch mit keiner auskommen. In zwei Jahre» hast Du ausgerechnet siebe» „Mädchen für alles" verbraucht.77 „Es waren eben keine Mädchen „für" alles, sondern Mädchen „gegen alles", erwiderte ich gereizt. „Ich behandle meine Mädchen gewiß gut, aber was zu arg ist, ist zu arg. Soll ich mir alle meine Nippes kaput schlagen lassen? Soll ich meine und zugleich Deine Kinder vorn Dienstmädchen anschreien lassen? Soll ich Morgens selbst den Thee mache», während sich das gnädige Fräulein Minna noch in de» Federn wälzt? Soll ich dulden, daß mein Küchendragoner mit einem wirklichen Dragoner männlichen Geschlechts vom Regiment Königin von Großbritannien und Irland unseren Sonntagsbraten aufißt und dazu eine Deiner Flaschen * * * Cognac zur Hälfte austrinkt? Soll ich . . ., soll ich .. .? nein, ich soll und dulde nichts mehr; — was sich meiner Hausordnung nicht anbequemt, das fliegt eben raus/7 — rief ich schließlich echauffirt und ließ die geballte Rechte ganz vernehmlich auf die Tischplatte fallen." „Aber Linchen," suchte mich mein Mann zu beschwichtigen, „mach' doch keinen Krach. Wenn Du mich aufregst, kann ich heute an meinem Skatabend den schönsten Grand mit Vieren verlieren und siehst Du, das Geld wird dann in der Wirthschaft fehlen . . . Wenn Du freilich die Dienstmädchen nicht zu behandeln verstehst . . ." „Was?" rief ich wüthend, „ich soll mein Dienstmädchen nicht zu behandeln verstehen? — na, da hört doch wirklich Verschiedenes auf. Sei Du doch mal erst einige Jahre Frau, lerne Du erst mal sieben Dienstmädchen an, lass' Dir doch erst mal all' die Impertinenzen dieser Personen gefallen, paff' Du doch erst mal.....77 Oho, da merke ich erst, daß ich. mich mit den vier leeren Wänden unterhielt, mein Mann hatte geräuschlos mit — 284 4 einer aalglatten Fixigkeit das Zimmer verlassen. Nein, so ein Rowdy . . .! Um die Tactlofigkeit meines Manner konnte ich mich jetzt aber wirklich nicht kümmern. Es galt, die neue Minna einzurichten und anzulernen. Ich zeigte ihr die Wohnung, stellte sie den Kindern vor und quartirte sie im Mädchengelaß ein. So ein bescheidenes Mädchen hatte ich noch nie gehabt, die war ja beinahe schüchtern, sie sagte nichis weiter wie „danke Madame" und „Ja" und „Nein": Und dann — wie merkwürdig —, sie sprach das alles ganz hochdeutsch, sie „berlinerte" gar nicht. Welch ein Glück für mich und für die Kinder. Na, das sah ich ja ohne Weiteres ein, die Person mußte ich mir warm halten, da mußte ich schon hin und wieder ei en Pflock zurückstecken, denn so was Gebildetes bekommt man nicht alle Tage wieder. In den nächsten vier Wochen verlebte ich geradezu ein Idyll. Nein, diese Minna war einfach himmlisch. Früh, Schlag secks auf dem Posten, mit den Kindern ein Herz und i eine Seele, ein Muster von Ordnung und Reinlichkeit, im j Kochen ^perfect, — ich war einfach baff! „Ich habe noch nie ein Mädchen gehabt, das derartiges Berständniß für die Pflichten einer Hausfrau besitzt wie Sie, Minna," lobte ich. ' 1 //Ach, gnädige Frau," wehrte sie das Lob ab, „ich habe ja lange genug einem Haushalt vorgestanden —," sie errötheie und fuhr dann hastig fort: „wo ich früher war, war Madame sehr oft krank . . ." „Es war brav von Ihnen, daß Sie dem Mann die Hausfrau zum Theil ersetzt haben," meinte ich ganz gerührt. „Nun ich kann auch 'mal krank werden und dann weiß ich doch, daß mein Mann nichts entbehren wird, — das ist mir ein großer Trost." Minna verschwand in ihrer geräuschlosen Weise, es kam mir aber so vor, als ob die Tassen, die sie eben hinaustrug, lebhaft gegen einander klirrten. Die Kinder behütete sie mit fast mütterlicher Zärtlichkeit, die hingen mehr an Minna als an mir. Was Minna für Geschichtchen und für Märchen zu erzählen wußte, das war geradezu reizend. Von der Hexe, vom Däumling, vom Menschenfreffer, vom Robinson, vom Lederstrumpf . //Wo nur Minna alle die Geschichten her weiß?" fragte ich eines Mittags meinen Mann. Der zuckte die Achseln, aber mein Junge rief triumphirend : „Ohhh, Minna weiß noch viel andere Geschichten, — sie hat ja ihren Kindern auch immer so nette Sachen vorerzählt //Halt doch Deinen voreiligen Mund," verwies tch den Bengel, „Du bist gar nicht gefragt worden und wenn Du gefragt würdest, was würdest Du denn wissen! Minna bat doch keine Kinder." „Doch," beharrte der, „zwei Kinder hat sie, einen Jungen und em Mädchen, ich habe ja das Bild gesehen, sie hat mir's gezeigt . . ." Wir mußten Beide lachen. „Ach, laß die Dummheit," sagte ich dem Jungen, „wer weiß, was Minna Dir für eine Photographie gezeigt hat." Das Mädchen entwickelte sich mehr und mehr zu einem Phänomen. Minna verkehrte nicht mit den übrigen dienstbaren Geistern im Hause, sie tratschte nicht, sie bändelte sogar mit der Portiersfrau nicht den leisesten Klatsch an. Zu mir war sie so zuvorkommend, wie dies noch kein Mädchen^gewesen war. Nur meinem Mann ging sie gefliffentlich aus dem Wege. Das konnte ick ihr nun allerdings nicht verdenken, aber mit der Zeit wurde mir das etwas auffällig. Minna scheint großen Respect vor Dir zu haben," forschte tch eines Tages meinen Mann aus, „sie macht immer einen großen Bogen um Dich. Ist Dir das noch nicht aufgefallen?" .. , tch weiß nicht . . .," sagte der so recht bedächtig, diese Mmna .. ., die muß ich schon mal irgendwo und irgendwie gesehen haben, — aber ich kann mir den Kopf zerbrechen, - ich erinnere mich nicht mehr daran." Schließlich entdeckte ich noch eine merkwürdige Eigenschaft an Minna: sie hatte einen fast unhörbaren Schritt und Tritt, in ihren schwarzen Strümpfen flog sie ä la Trilby über den Eorridor. Als ich einmal das Wäschespind revidirk und neue Ankäufe einordnete, fühlte ich, daß mir Jemand zusah. Minna stand hinter mir, ich hatte nicht gehört, daß sie ins Zimmer getreten war. Als ein Einschreibbrief von meiner Mutter gekommen war, der mir die Zinsherabsetzum eines Hypothekenbriefes verkündigte und zugleich eine Ausfertigung der neuen Documente brachte, kam es mir so vor als ob ich diese nicht allein läse,- ich wandte mich um: Minna bückte sich plötzlich zur Erde und rollte den Teppich zusammen. Als ich am Geburtstag meines Töchterchens unsere Familien- Cassette hervorgeholt hatte, um in dieser das Geschenk einer Pathin zu bergen, spürte ich einen Luftzug: im Rahmen der Thür, die ganz geräuschlos geöffnet worden war, stand Minna . . . (Schluß folgt.) Gemeinnütziges. Nur reife Beeren kaufe«: Es rückt die Zeit der Beeren-Obst-Ernte heran. Möchten, so schreiben die „N. H.V.", die Betreffenden rechtzeitig gemahnt werden, die Erdbeeren rc. erst richtig reifen zu lassen, ehe sie dieselben pflücken! Und ausgereifte Früchte, gleichviel Beeren oder Kernobst, sind durchaus unvollwerthig, weil noch der so wichtigen Nährsalze entbehrend, deren blutbildende Kraft nur in der voll ausgereiften Frucht zu finden! — Und dieser Reifeproceß ist, speciell bei Beerenobst, niemals durch etwaiges im Keller „Nachreifen lassen wollen" zu ergänzen! — Kaum theilweise geröthet, werden aber die Beeren abgepflückt und — zum Verkauf gebracht! Möchten unsere Hausfrauen darum unvollkommen gereifte Beeren entrüstet zurückweisen, da sie damit unserem blutarmen, nährsalzhungrigen Geschlecht' nichts „B utbildendes" vorsetzen, sondern viel eher noch auch bei vorsichtigster Zubereitung, Magen- und Darmkatarrh veranlassen ! Gewiß muß die richtig reife Beere sorgsamer gepflückt werden, doch einsichtsvolle und nicht am unrichtigen Platze sparende Hausfrauen werden gerne für eine tadellose und gesunde Frucht ein paar Pfennige pro Liter mehr bezahlen! Die Hauptsache ist und bleckt: Nur reifes Obst kann und wird gesundheitlich nützen. * ' * Hammelszungen auf* italienische Art. In eine Kasserole bringt man Speckscheiben, je vier in Scheiben zerschnittene Zwiebeln und Carotten, Petersilie, Pfeffer und Salz, sowie etwas Auflösung von Liebigs Fleisckextract und läßt hierin die Hammelszungen fünf Stunden lang langsam dünsten. Dann belegt man den Boden einer Pfanne, die man mit Butter ausgestrichen hat, mit einer Farce von Kalbfleisch, legt darauf die Zungen, bedeckt diese wiederum mit Kalbfleischfarce und Speckscheiben Md läßt das Gericht im Ofen braten. Inzwischen verrührt man über dem Feuer etwas Mehl in Butter, fügt feingehackte Schalotten und Champignons sowie Petersilie, etwas Bratenjus und Weißwein hinzu, läßt diese Sauce aufkochen und gießt sie, sobald sie ziemlich dick ist, über das gar gewordene Gericht. Hnmsviftisches. Ach so! Sie: „Wie kannst Du es denn nur wagen, Papa'n zu sagen, Du hättest Aussicht, in der nächsten Zeit hunderttausend Mark zu bekommen?" — Er: „Na, die bekomme ich doch auch, wenn ich Dich heirathe." Rcdaction. 8L Druck und Verlag der Brühl'schen Universttäts-Buch- und Steindruckerci (Pi»tsch L'Schcyda) in Hießen.