tte Spitze us erhöht. :cken aus. ogen und : Schleife, nnen aus m eleganten Zacken, i, obgleich rson jede mung und gesammte ereinander zirt. Bet nde Haar- Die Stirn jren dichte ieloutine", neS, über Chenille- ten. Der vorräthig, i ist, allzu )ie bevor- nen ebenso eiksam zu Zeitvertreib istätten — wir dazu dzither. \, spielend ,gebürgert, ifern, den tmer mehr ndeß kein Zither ihre des Tones Lhallier iltlich und )ie Fabrik an Jeder- srisch zu Kälte ge- n Blätter, dern binde eschlossenen ien werden und zwar eller, ohne : Pflanzen, aufhängen, l und über wird auch mmel einen : Kohlrabi zunächst in itg heraus, [ einer mit Ragout fin vorräthig, ippenfleisch. Sichen. Der Majoratsherr Roman von Nataly v. Sschstruth. (Fortsetzung.) Und dieses Empfinden brannte sich ein in Wulff-Dietrichs iunae Seele und rüttelte sie wach aus dem wohligen Behagen sorgloser Gleichgültigkeit. Wie ein Wettersturm war eS soeben über sein Kinderhaupt dahingezogen, der riß mit qrausamer Hand die Schleier entzwei, welche seine Augen verhüllt hatten. Er sah es, — sah es plötzlich erschaudernd, was seine Eltern bezweckt hatten, als sie den Maioratsherrn von Niedeck für geisteskrank erklären wollten, sah, ww es hinter den Coulissen der Comödie aussah, welche tn Billa Lasabella der Welt und den eigenen Kindern vorgespielt wurde. Wie ein Aufstöhnen entrang es sich Wulff-Dietrichs Sippen. Wie ein physischer Schmerz nagte es an seinem Herzen. Hätte er nur weinen können, um das Entsetzen, welches ihn ^^^Aber^sei^ne Augen waren trocken und fieberheiß, während Eiseskälte durch seine Glieder kroch. Seine Eltern waren arm geworden, plötzlich arm. Aber das war das Schlimmste nicht. Sie hatten nur ihr Geld verloren, ihr Sohn aber verlor in dieser Stunde noch tausend Mal mehr, Alles. Er verlor das Paradies seliger Kindheit. ♦ ♦ * ~ Auf Niedeck wehten die Flaggen von Thurm und Söller, Guirlanden schlangen sich festlich um die Säulen und schaukelten buntgemalte „Hurrah" und „Willkommen über der Einfahrt. Graf Willibald kehrte in seiner Väter Schloß zurück: er nahm von Neuem Besitz von seinem Erbe, welches ihm listige und verbrecherische Ränke hatten abstreiten wollen. Im offenen Wagen saß er und suhr durch Angerwies, daß die Funken unter den Husen der Rosse sprühten. v ®8 UgnnFr fffll 0 i! L. Bechstein. Hat einen Schatz, der nie versiegt. Dem Unersättlichen in jeglichem Genuß Wird selbst das Glück zum Uebersluß. es Lebens Kunst ist leicht zu lernen und zu lehren; Du mußt vom Schicksal nie zu viel begehren; Der, welchem ein bescheidenes Loos genügt, Es war merkwürdig still und leer auf den Straßen- hie und da stand eine Gestalt hinter den Thüren, welche scheu zurückhuschte, als die Equ Page heranrollte. Ein paar Bürger, welche nicht rechtzeitig einen Unterschlupf erreichen konnten, zogen wie die begossenen Pudel demüthig und wehmüthig die Käpplein, und bemerkten mit Schrecken, daß der finstere Blick des Majoratsherrn sie streifte, als wären sie Luft. Ihr Gruß blieb unerwidert. In gedrückter Stimmung saß man Abends in der „Stadt Hamburg" zusammen und besprach voll banger Sorge das Fiasco, welches man gemacht. Sie befanden sich tn mißlicher Lage, denn ihr Patronatsherr war auf das tödt- lichste von ihnen gekränkt und beleidigt worden, er war aus einem Freund zum Feinde geworden, und anstatt zu gewinnen, hatten sie bei dem tollkühnen Hazard Alles verloren! Nun begriffen sie es selber nicht, wie sie sich so thöricht hatten hereinlegen lassen, wie sie so ohne Vernunft und Ueberlegung hatten handeln können. Aber es war zu spät zum Aendern, und alles Murren und Hadern half nichts mehr. Nun hieß es, voller Resignation die Suppe auseffen, welche sie sich selber in ihrer Dummheit eingebrockt hatten, denn daß Graf Willibald ihnen nun aus Rache manch harten Brocken zu schlucken geben würde, das erschien ihnen selbstverständlich. Ihre Befürchtungen erfüllten sich nur zu bald. Der erste April stand vor der Thüre, und Gras Niedeck benutzte den Termin, der Stadt etliche Hypotheken zu kündigen, sowie verschiedene Vergünstigungen zu annulliren. Der Bürgermeister saß blaß und zu Tode erschreckt vor diesen Schriftstücken, welche die höchste Ungnade des Grafen als Stempel am Rande trugen. * * * Wieder war es Abend geworden. Das letzte Sonnenlicht zitterte um die Thüre der alten Burg. — Der Himmel leuchtete im Hintergrund so klar und wolkenlos, so blendend im vollen Abendglanz, daß sich das dunkle Gemäuer dagegen abhob wie ein klassisches Gemälde auf Goldgrund. Graf Willibald saß in seinem bequemen Sessel in dem geliebten Fenstereckchen und starrte nachdenklich in die schöne Gotteswelt hinaus. Jetzt erst, nachdem die nervenmordende Sorge und Unruhe von ihm genommen, jetzt, wo er die geliebte Heimath wie neu geschenkt abermals in Besitz genommen, jetzt erst ward ihm bei ruhigem Ueberlegen die ganze Größe des Unrechts klar, welches man ihm hatte an- thun wollen, und das erfüllte seine Seele mit bitterem, leidenschaftlichen Rachedurst. Seltsame Widersprüche vereinigte sein Herz in dieser Beziehung. Er war ein frommer Mann, voll wahrhaft kindlichen Glaubens und Gottvertrauens. Er hatte sich, ohne je zu murren oder mit dem Höchsten zu hadern, in das traurige Schicksal gefügt, welches er ihm beschieden, jetzt aber, wo seine Seele voll innigsten Dankes gegen Gott war, beherrschte ihn dennoch ein schier unersättlicher Rachedurst, und der leidenschaftliche Wunsch, seinen Feinden mit gleicher Münze heimzuzahlen. Und dieses Sinnen und Trachten vereinigte er ohne Skrupel mit seinem Kinderglauben. Er sagte sich, daß Gott die irdische Justiz geschaffen und bewilligt hat, um das Böse zu strafen. Wollte man alles dem lieben Gott als Rächer der Schandthaten überlaffen, so brauchte es keine hohe Obrigkeit zu geben, — und in diesem Falle würde der Heiland uns nicht ermahnt haben, dem König und seinem Gesetz unterthan zu sein. In diesem Falle nun erachtete sich Graf Willibald selber als Richter, welcher berechtigt ist, Justiz zu üben und geschehene Frevel zu strafen. Hatten doch die Grafen von Niedeck seit grauen Zeiten die eigene Gerichtsbarkeit ausgcübt. Die Zeiten hatten sich geändert. Er konnte die Bürger von Angerwies und den Vetter Rüdiger nicht mehr unter die Rechtslinde laden, den Stab über sie zu brechen, aber er hatte dafür andere Mittel in der Hand, ihre Untreue empfindlich zu strafen, und dieser Mittel wollte er sich bedienen. Wenn man Graf Willibald verrückt nannte, so that man ihm bitter Unrecht, aber als einen Sonderling eigener Art konnte man ihn sicher bezeichnen, denn das war er in der That. Die langen Jahre weltferner Abgeschlossenheit hatten wunderliche Characterschrullen in ihm reifen lassen, welche schließlich sein Wesen beherrschten. Sie waren nicht bösartig — aber seltsam, und die seltsamste von allen Marotten, welche er je gezeitigt, war wohl der Plan, wie er sich am Bittersten an seinem Todfeinde Rüdiger rächen könnte. Tage- und wochenlang hatte er gesessen und über diesem Plan gegrübelt, bis seine Augen schließlich voll Triumph aufleuchteten und seine Lippen glückselig murmelten: „Ja, so ist es gut! — so muß es gehen! und ich denke, wenn alle Vorbedingungen glücken, führe ich mein Vorhaben auch durch." Sein Aufenthalt in der Residenz hatte ihm, überraschender Weise, recht gut gefallen. Das Reisen hatte ihm Spaß gemacht, und der Anblick des lustigen Stadtgetriebes weckte eine heiße Sehnsucht in ihm, der verschmähten Welt doch wieder ein wenig näher zu treten. Er schritt vor den Spiegel und sah sich prüfend an. Er war noch nicht zu alt und auch gar nicht so entsetzlich häßlich, um nicht noch heirathen zu können! Und heirathen wollte er und mußte er, denn just darin bestand der erste Theil seiner Rache, daß er Vetter Rüdiger jeden Anspruch an das Majorat ein für allemal entzog. Ja, er wollte heirathen! Aber eine Tochter des Landes mit sechzehn Ahnen mußte die Zukünftige sein, denn ohne diese hätte die Ehe keinen Zweck gehabt. Ein majoratsberechtiAer Sohn, wie ihn die strengen Erbschastssatzungen vorschrieben, mußte ihm geboren werden, denn nur ein solcher machte Wulff-Dietrich als dem Aelteren die Erbschaft streitig. Eine Frau mit sechzehn Ahnen! Die Tochter eines landangesessenen Geschlechts! Das war eine schwierige, üble Sache! Graf Willibald ward bleich vor Schreck bei dem Gedanken, daß an einer solchen Gattin sein ganzer schöner Plan scheitern könne! Boll fiebernder Ungeduld stürmte er in die Bibliothek und holte den Adelskalender. Er las und las — und zählte und rechnete — und fand doch nur die eine, ihm schon von früher her bekannte That- sache bestätigt, daß es nur drei Damen in dem kleinen Herzogthum gab, welche die nöthige Ahnenzahl aufweisen konnten. Die eine war Stiftsoberin zu Schlierstein, eine Jungfrau von einigen siebzig Jahren, welche auf keinen Kindersegen mehr rechnen konnte, die zweite, — eine vierunddreißig' jährige Johanna von Nördlingen-Gummersbach — hatte einst die Hüfte gebrochen und war jahrelang im Rollstuhl gefahren, — ob sie jetzt wieder gehen kann, ahnt er nicht — und die dritte, — Johannas kleine Nichte, Pia von Nördlingen, zählte erst vier Lenze, war also wieder viel zu jung für den alternden Erbherrn von Niedeck. Willibald kraute sich voll höchster Bestürzung den Kopf, — dann setzte er sich langsam auf seinen Sessel nieder und überlegte den so äußerst schwierigen Fall. Johanna! ja, Johanna war der Strohhalm, an welchen sich all seine Hoffnungen klammerten! Auch eine Frau mit gebrochener Hüfte kann Mutter eines Sohnes werden! Auf jeden Fall war sie die einzige, welche in Betracht kam. Ob so — oder so —, heirathete er sie, war doch immer die Möglichkeit vorhanden, während er als Junggeselle keinerlei Chancen für die Erfüllung seines Planes hatte. — Ja, er mußte heirathen! Diese Noth- wendigkeit hatte ihn sein Feind gelehrt, — nun ward sie Pflicht. Sollte er an Johanna schreiben? — Nein, er will persönlich zu ihr gehen und um sie werben! Abermals wurden die Koffer gepackt. Capitel 7. Lavendel, Myrt und Thymian, die blühen in dem Garten, Wie lange bleibt der Freiersmann, ich kann es nicht erwarten! Freischütz. Als Graf Willibald allein in dem Coup« erster Klasse saß und Station um Station vorüberflog, ihm jedesmal von Neuem kündend, daß er sich der Residenz in Sturmeseile nähere, überkam ihn Plötzlich wieder das Gefühl tödtlichster Beklommenheit und Angst, welches ihm stets die Kehle zugeschnürt hatte, wenn er an den entsetzlichen Moment eines Heirathsantrages dachte! Er starrte bleich und verstört auf seine nagelneuen Glacehandschuhe nieder und sein Athem ging so schwer, daß er einem Stöhnen glich. Dennoch war diesmal der Grund seiner bangen Erregung ein völlig anderer wie ehedem. Wenn er sich früher in die Situation eines Freiers versetzte, so überkam ihn das Entsetzen bei dem Gedanken: Was sollst du bei deiner tölpelhaften Verlegenheit sagen? Was sollst du anfangen, wenn sie „Ja" sagt und dir an die Brust sinkt? Wie sollst du dich im Verkehr mit einer Dame überhaupt benehmen, mit einer Dame, die dann deine Braut ist, die Zärtlichkeiten, Liebesworte und zarte Aufmerksamkeiten verlangt? Diese Vorstellung hatte ihm stets den Angstschweiß auf die Stirn getrieben und weil,, er sich so sehr vor dem „Ja" der künftigen Braut fürchtete, hatte er es nie über sich vermocht, die verhängnißvolle Frage an sie zu richten. Heute lagen die Dinge völlig anders. Das Blatt hatte sich gewendet. Diesmal zitterte Graf Willibald vor der Möglichkeit, ein „Nein" als Antwort zu erhalten. Mit dem Fanatismus des Haffes hatte er sich in den Gedanken verbissen, Rache an seinen Feinden zu nehmen und die Leidenschaft hatte seine Energie gestählt und sein Selbstbewußtsein wachgerüttelt. Er fürchtete sich nicht mehr vor dem Heirathsantrag, vor dem Verkehr mit der Braut, er wußte genau, was er sagen wollte — aber er bebte vor einem Nichtersolg, — er 491 verkam in Unruhe und Angst, daß Johanna ihm einen Korb geben könnte. Nur das nicht! — Alles Andere soll sie ihm anthun, ihn mit Launen und Grillen quälen, ihn tyrannisiren, verspotten und ärgern — nur nicht abweisen! nur nicht seinen Antrag ausschlagen! Und ist überhaupt eine Möglichkeit, daß sie ihn erhört? Graf Willibald drückt die Hände gegen die Schläfen und schließt wie ein Schwindelnder die Augen. Johanna ist jahrelang leidend gewesen, das hat sie vielleicht menschenfeindlich und verbittert gemacht, — hat sie weltlichen Interessen entfremdet. — Wie oft hört man nicht von kranken Mädchen, welche mit allem Irdischen abschließen, um treu, entsagungsvolle Bräute des Himmels zu werden! Und wäre Johanna auch keine freiwillige Nonne geworden, — je nun, so hat sie doch sicher von dem graulichen Prozeß gehört, welchen Vetter Rüdiger gegen ihn, den angeblich Verrückten, angestrengt! Welch ein Mädchen aber hat Muth und Selbstverleugnung genug, einen Mann zu wählen, welcher im Ruf eiues Geisteskravken steht, über welchen man so viel gelästert und gehöhnt hat, wie über den Majoratsherrn von Niedeck? Und außerdem . . . wird Johanna es über sich gewinnen, ihn, den häßlichen, unansehnlichen Mann zu freien? Ein Frösteln geht durch die Gestalt des Denkenden, Graf Willibald erhebt sich und tritt jählings vor den kleinen Spiegel, welcher über dem rothen Sitzpolster an der Wand angebracht ist. Er starrt sich an, als müßte er sein eigener Richter sein. Gott im Himmel, wie häßlich ist er! Noch nie im Leben ist es ihm so aufgefallen wie heute. Aber Graf Willibald vergißt, daß er in diesem Augenblick in ein Gesicht blickt, welches Angst und Aufregung verzerrt haben! Seine sonst so freundlichen, schwermüthigen, milden Augen blicken jetzt starr und ausdruckslos, — sie treten weit hervor und geben dem heißgerötheten Gesicht einen fremden, erschreckenden Ausdruck. Der Einsiedler von Niedeck sinkt ächzend wieder zurück und stützt den dicken Kopf auf die Hände. „Nein, — sie nimmt mich nicht! — sie nimmt mich nicht!" — stöhnte er auf, und die Verzweiflung überkommt ihn und flüstert ihm zu „kehr um, Du Narr! und blamire dich nicht erst!" Soll er wirklich umkehren? — Soll er's — Nein! tausendmal nein! — Dazu ist auch später noch Zeit, wenn Alles verloren ist! — Rüdiger soll nicht triumphiren! er haßt ihn! o, so wie er diesen Menschen haßt, so hat wohl noch kein Anderer einen Anderen verabscheut! Er will sich rächen an ihm — um jeden Preis! Und ist er auch häßlich und von der Welt verhöhnt, es giebt ja doch vielleicht noch ein Mädchenherz, welches sich seiner erbarmt — gerade die Kranke, welche weiß, wie bitter das Verlassensein ist, gerade sie, die ebenso einsam ist, wie er, fühlt Mitleid mit ihm! O, wenn sie es thäte! wie wollte er ihr dieses Opfer lohnen! Willibalds Augen leuchteten auf in schwärmerischem Entzücken. Wie eine Göttin wollte er sie anbeten! wie ein Sclave ihr dienen! sie überschütten mit Liebe — Gold und Schätzen! Der Zug sauste an großen Güterschuppen und langen Reihen rangirender Wagen vorüber, hohe Häuser rechts und links, — ein Pfiff — langanhaltendes Schrillen der Signale . . . man fährt in den Bahnhof der Residenz ein. Der Majoratsherr schrickt zusammen. Alles Blut drängt nach seinem Herzen. Noch einmal überkommt ihn eine lähmende, entsetzliche Angst. — Soll er umkehren?! Mechanisch greift er nach seiner kleinen Handtasche, und starrt, ohne zu erkennen, in das Gewühl der Bahnhofshallen hinaus. Die Coupsthür wird aufgeriffen, Kuhnert steht mit freudigem Gesicht auf dem Perron, schwingt sich empor und ergreift das Handgepäck seines Herrn. „Zur Stelle, Herr Graf!" meldet er heiter, „Nun ' Glück auf!" — Verdutzt blickt ihn Willibald an. Ahnt der Alte etwa — — Nein, unmöglich. Sein Plan liegt als Geheimniß tief in seiner Brust eingesargt. Ntckdenklich sieht er den Getreuen an. „Warum bist Du so vergnügt, Kuhnert?" fragt er. Der Getreue lächelt verschmitzt: „Diese Reise bringt uns Glück, Ew. Gnaden! die alte Lene hat mir gestern die Karten gelegt." Der Majoratsherr wird dunkelroth. Mit energischem Ruck richtet er sich empor. „Unsinn! — haben denn Lenes Karten schon öfters die Wahrheit gesagt?" „Immer, Herr Graf- — man kann darauf schwören. Wo befehlen Ew. Gnaden hin?" „Wieder nach British Hotel!" nickt Willibald hoch- aufathmend. — „Vorwärts!" * * * Die Altstadt der mitteldeutschen Residenz bestand nicht aus engen, hohen, verräucherten Straßen, sondern aus jener Sptcies von kleinstädtischen Gassen, welche durch vornehme Altmodischkeit auffallen. Langgestreckte Fachwerkhäuser mit vielen gleichmäßigen Fensterreihen, breiter Thorfahrt vor steinernen Freitreppen, erzählten dem Beschauer, daß hier seit vielen hundert Jahren der alte Landadel seine Heimstätte gegründet halte. Noch prangten hie und da die Wappen über den wunderlich geschnitzten und verschnörkelten alten Thüren, ein Garten drängte sich, durch hohe Mauern abgeschlossen, zwischen die Häuser und über manchen Thorbogen nickten dunkele Lindenwipfel oder knorrige Akazien, welche noch von Zeiten erzählten, da die alten gräflichen Galakutschen mit den feierlich geputzten Lakaien über das holperige Pflaster schwankten, die gräflichen oder freiherrlichen Familien zu Festen und Ehrentagen in das Schloß ihres Herzogs zu bringen. Andere Zeiten waren gekommen und hatten gar Manches in den herrschaftlichen Straßen der kleinen Residenz geändert. Manch schöner Garten, welcher ehemals der Stolz und friedliche Erholungsplatz der Großeltern gewesen, war dem practischen Erwerbssinn der Enkel zum Opfer gefallen. Da, wo ehemals die blühenden Wipfel über die Mauer nickten, erhoben sich nun neue, vierstöckige Gebäude, welche wunderlich abstachen gegen ihre niederen altehrwürdigen Nachbarn! Hier und dort war auch einer der herrschaftlichen Besitze verkauft, und seine großen, niederen saalartigen Zimmer waren in Magazine und Geschäftsräume umgewandelt, und da, wo ehemals die Krone über dem Wappen geprangt, leuchteten jetzt die buntgemalten Firmenschilder und die Reclametafeln. So waren die alten Gassen ein eigenartiges Gemisch von „ehemals und jetzt" geworden, ohne doch im großen Ganzen ihren eigenartigen, ruhigen und altmodischen Character zu verlieren. In einem der grauen, einstöckigen Gebäude wohnte auch jetzt noch der Freiherr von Nördlingen-Gummersbach, so wie es Väter und Vorväter vor ihm auch gethan hatten. Außer dem alten Haus war kein großes Erbe auf den jungen Offizier überkommen, als seine Eltern gestorben waren und ihn und seine Schwester Johanna in bescheidensten Vermögensverhältnissen zurückließen. Die Geschwister wohnten nach wie vor in dem Vaterhause, dessen unteren Stock sie günstig au eine verwittwete Hofmarschallin vermicthet hatten. Hans Georg stand als Offizier in dem Leib - Grenadier - Regiment seines Herzogs, und als er Hauptmann geworden war, vermählte er sich mit der Tochter des Staatsministers, welche außer ihrem vornehmen Namen auch nicht mehr wie die Caution mit in die Ehe brachte. Die Eltern aber unterstützten durch gute Zulage, eine alte Pathentante that desgleichen, und so lebte das junge Paar in sorglosen und glücklichen, wenn auch nicht glänzenden Verhältnissen. (Forts, folgt.) — 4ZL — Aus dem Tagebuch* einer Dame. „Alle diese Sorgen hatten meine Gesundheit stark angegriffen- in zwei Jahren war ich um wenigstens sechs Monate gealtert. Die Allgemeine Ausstellung für Nahrungsmittel und Botts-Ernährung, die augenblicklich im Berliner Meßpalast tagt, beweist wieder einmal auf das Deutlichste, welch' einer außerordentlichen Verbreitung sich Liebigs Fleisch-Extract erfreut und daß der Gebrauch dieses Genußmittels zum un° abweislichen Bedürfniß aller Derer geworden ist, die mit dem Departement der Küche - sei es sür Gesunde oder Kranke — zn thun haben. Wo uns in der Ausstellung prac- tische Kochversuche vorgeführt werden, sehen wir die culinari- schen Künstlerinnen sich des Liebigs Fleisch-Extraetes bedienen. Die Damen der Kochschule des Berliner Hausfrauen-Vererns, der natürlich in der Reihe der Aussteller nicht fehlt, zeigen den Besuchern bereitwilligst die practische Verwendung des Fleisch-Ertracts sowohl für Tassen Bouillon wie auch in Verbindung mit Gemüse-Präserven re. und mit Vergnügen erfahren wir, daß auch die Speiseanstalten des Vereins der Berliner Volksküchen von 1866 bei der Bereitung ihrer Suppen und Gemüse mit Vorliebe nur Liebigs Fleisch-Extract verwenden, das, wie Frau Lina Morgenstern als erste Autorität bezeugt, für die Schnellküche unentbehrlich geworden ist. Als Dritter im Bunde zeigt Herr Gutsbesitzer G. Richter I aus Falkenberg bei Grünau, der seine neue Erfindung, die Dauerkartoffel, und deren Verwendung Praktisch vorsührt, wie werthvoll Liebigs Fleisch-Extract auch für die Bereitung seiner Kartoffelsuppen und Saucen ist und tote diese gerade ihre Hauptwürze durch die Liebig'sche Erfindung erhalten, ohne die, wie entschieden feststeht, in der Küche nun einmal nicht mehr auszukommen ist. * * Einfaches Mittel gegen da- lästige Verschlucken. Man halte, sobald man sich verschluckt hat, einen oder beide I Arme in die Höhe und sofort ist der Sache abgeholfen. Selbst bei Kindern, bei denen ein Verschlucken ,a sehr oft vorkommt, ja selbst bei dem nur wenige Wochen alten Säug- I linge bewährt sich dieses einfache Mittel, weil im Nu Alles wieder in Ordnung ist. * * * Als Aufbewahrungsort für Fleifchwaaren, wie Speck, Schinken u. s. w., benutze ich seit Jahren schon die ungeheizten Stubenöfen. Die Oefen werden sauber gereinigt, mit Papier ausgelegt und dann die Fleischwaaren im trockenen Zustande hineingelegt und die Oesen geschlossen. Die Maaren halten sich wunderschön, sind stets trocken und schimmeln nicht. Dieses Verfahren kann ich Allen empfehlen. Aus dem „Prac- tischen Wegweiser", Würzburg. Hrnirsvistisches. Vornehm. „Sie haben mich rufen lassen, gnädige Frau !" — „Ach, Herr Doctor, ich hatte in der Nacht wieder so entsetzliche Hustenanfälle," (zur Kainmerzo e) : „Lffe te, husten Sie doch 'mal so, wie ich diese Nacht gehustet habe. Individuell. Herr (zum Rechtsanwalt): „Nun, wie ist es Ihnen denn mit Ihrem Clienten ergangen? Hab n Sie ihn durchgebracht?" — Vertheidiger: „-sechs Monate hat er bekommen statt der vom Staatsanwalt beantragten achtzehn. Ich hätte den Kerl ganz frei gekriegt, wenn e nicht so infam gestanden hätte!" Moderne Anzeige. „Eine etwas korpulente Köch n wünscht mit einer Herrschaft sechs Wochen m Carlsbad zu verleben. Gefl. Offerten unter „Fettsucht"." • * B-ilcheu im Zimmer zum Blühen zu bringen. Zu diesem Zwecke sind im Laufe des Herbste» kräftige Pflanzen mit möglichst guten Wurzelballen in geräumrge Blumentöpfe, mit nahrhafter, lockerer Erde zu pflanzen. Man grabt dieselben sodann bis an ihren Rand auf einem Blumenbeete ein und gießt sie an. Bis zu ihrem Bringen m s Ztmmer bleiben die Töpfe im Freien, woselbst sie nach dem Winter zu gut mit Laub zugedeckt werden. Die Töpfe sind einzeln und nach und nach in’5 Zimmer zu bringen und nah am Fenster aufzustellen. Die Pflanzen zeigen da bald neues Leben, die Blätter richten sich in die Höhe und m kurzer Zeit zeigen sich auch schon die Knospen und Blüthen. Alte, welke und faulige Blätter sind vorsichtig zu entfernen. Anfangs ist nur wenig, später reichlicher zu gießen. Die verblühten Pflanzen bringt man im Frühjahr wieder in's Freie zurück und an Stelle der verblühten Pflanzen wieder andere in s Ztmmer und fährt so fort, so lange es der Vorrath gestattet. Mit einem Dutzend Pflanzen in Töpfen kann man von Weihnachten bi» zum Frühjahr ununterbrochen einen Veilchenflor im Ztmmer erzielen und verdient das Treiben der Veilchen ebenso viel Beachtung, als das Treiben der Hyacinthen und Tulpen. _______ Aedactümr S. Sch-pda. — Druck mU> Verla, der Brühl'schen wilvrrfitätS.Buch. und Strindruckcrn (Pietsch & ^cheyda) in «4 Gemeinnützige». DasAusschwitze« ves Petroleums aus den Lampen ii» verhüten. Man bereite eine aus gleichen Theilen ve i stehende Mischung eines Silicates von Pottasche (auflösbares Glas) und Glycerin her und thue eine entsprechende Quantität der Mischung in das vorher gut gereinigte Bassin der Lampe, welches man damit gut ausspült. Nachdem man das Innere des Bassins gut damit ausgeschwenkt hat, laßt man da» Bassin gut auStrocknen. Es bildet sich eme Lage von Silicat (kieselsaures Salz), welches dre inneren„Wände des Bassins überzieht und für das Petroleum völlig undurchdringlich macht. Der übrig gebliebene Theil der> Mischung wird für späteren Gebrauch in einer Flasche aufbewahrt. Ersparuitz a« Heizmaterial. Man sammle die Asche aus dem Ofen in eisernen Gefäßen, füge kaltes Wasser zu und bereite aus Asche und Wasser einen fletfen, nicht wässerigen Brei. Ist das Brennmaterial tut Ofen glühend, sei es von j CokS ober Steinkohlen, so schütte man den feuchten Brei darauf, jedoch so, daß an einer Seite eine Oeffnung frei bleibt, damit der Zug von oben an die Gluth kommen kann. Die Asche brennt und wenn sie glüht, wird der Ofen zuge- schraubt- die Hitze bleibt gleichmäßiger und andauernder als ohne den Brei. Die auf diese Weise bewirkte Ersparniß ist eine ganz beträchtliche. Biel sparen läßt Mauch durch das Verbrennen der Küchenabfälle, Kartoffelschalen, Gemüseabfalle re. im Küchenherd. Rur bringe man diese nur dann m s Feuer, wenn nicht eine starke Hitze, sondern eine mehr gleichmäßige erforderlich ist, ein langsame- Kochen bewirkt werden soll. Unsere Zimmerpflanzen im Winter. Der größte Feind derselben ist die trockene Luft des Zimmers. Je stärker geheizt wird, desto höher die Temperatur ste gt, um so mehr leiden die Gewächse. Unter Einwirkung trockener Luft werden die Blattspitzen der Palmen und anderer Gewächse dürr - man schneidet sie ab, aber damit ist nur scheinbar geholfen, die Blattränder trocknen rasch werter und schließlich bleibt vom stolzen Palmwedel nur noch der Stiel, der natürlich auch abgeschnitten werden muß, denn er verunziert die Palme. Um dies zu vermeiden, sorge man stets für eine feuchte Zimmerlust. Man stelle deshalb während der Heizperiode ein flaches, stets mit Wasser gefülltes Gefäß auf den Ofen und einige ebensolche zwischen die Blumentöpfe oder beschaffe sich eine selbstthätige Zimmerfontaine, dte bekanntlich «uch für uns Menschen von außerordentlicher Wohlthat ist.