h *ft/ zu ihrem e Aerzte haben was spät hat 3 der Schleier Vor Kurzem -r Schleier im ■i>e. Nunmehr für eine ganze rtlich, die sich ;ung der Seh- lkeiten. Diese erufen werden, Hinderniß hin- tzt so beliebten loch verstärken, directem Verdoppelte Fäden ifacher Schleier und einfachen he Augen sind Lchleiertragens sen durch den liefe Warnung rsen stellt man einer Zwiebel, sdann schüttel Linsenpuroe in oder Auflösung Butter hinzu- kan richtet diese erösteten Brod- wird jetzt in etisches Geräth cht nur in der usführt. Das und unten ge- dicht über dein em zwei iiber- ls mit Löchern en mit Kolben- Schlagen des ige Gefäß wird bracht ist, und er Drahtstange e erlangt hat, ird. augenbickliche für Verbessemng !g seiner Modelle selben macht es bereiten, neuer« ze Moden-Pano- im Monat deren erprobten Hilfs- zum Vergnügen der verlockenden ist nicht zu oer- lt" und „Große in Gießen. Das Haus der Schatten. Roman von Robert Kohlrausch. (Fortsetzung.) Verzweifelt schaute er nach oben, und da schien es ihm, als wenn die Lampe, die ohne Licht in der Mitte des Zimmers niederhing, von ihm fortzuschweben beginne, weiter und weiter, und als wenn sie ihn nach sich zöge in eine dunkle, bodenlose Finsterniß. „Unsinn!" rief er, indem seine Zähne aufeinander schlugen, und richtete seine Augen auf den Schreibtisch, neben dem er saß- aber nun erblickte er das umgekehrte Spiel, — der Schreibtisch fing an, sich zu ihm heranzubewegen, ganz langsam, langsam, aber ohne inne zu halten. Und dabei wurde es größer und größer, bis er den schmerzenden Kopf hintenüber werfen mußte, um an ihm emporblicken zu können. „Unsinn!" rief er von Neuem und sprang in die Höhe. „Ich bin nicht krank, ich will nicht krank werden!" Für eine kurze Weile meinte er im Umhergehen ein wenig Erleichterung zu finden, doch dann bemächtigte sich seiner eine neue Qual, die schrecklicher war als alle vorau- gegangenen. Er hatte das Gefühl, als sei er nicht mehr allein in dem Zimmer, als sei etwas hinter ihm, etwas Unbekanntes, Namenloses, Furchtbares, das ihm näher und näher kam und kalte Hände nach ihm ausfireckte, ihn zu berühren, zu ergreifen, zu erdrosseln. Wenn er alle Kräfte aber zusammen- faßte und sich umwandte, um dem Entsetzlichen ins Auge zu schauen, bann sah er nichts als die leere Luft, als das vertraute Gemach oder sein eigenes, bleiches Bildniß im Spiegel. Samstag tat 20. Mrz. 1897. ThQ stoü La ■ IW« M euer Frühling ist gekommen, Neues Laub und Sonnenschein, Jedes Ohr hat ihn vernommen, Jedes Auge saugt ihn ein; Und das ist ein Blüh'n und Sprießen, Waldesduften, Quellenfließen, Und die Brust wird wieder weit; — Frühling, Frühling, gold'ne Zeit! Otto Roquette. Pflanz' edlen Samen nur, der Lohn Bleibt nimmer aus; und ob man schon Lang vor der Ernte dich begräbt, Du hast doch nicht umsonst gelebt. Und doch, wenn er auch nicht zu sehen vermochte, was neben und hinter ihm war, allmälig meinte er es durch das Gefühl zu erkennen. Es war etwas Großes, Nebelhaftes, das sich ausdehnte und wieder zusammenzog und in raschem Wechsel die Gestalten von Menschen annahm, die er gekannt hatte in seiner Vergangenheit. Jetzt wußte er, daß ein Mädchen hinter ihm stand, jung und frisch, mit brennenden, leidenschaftlichen Augen, denselben Augen, die er in diesem selben Zimmer vor Kurzem erst vor sich gesehen hatte, von Haß und Verachtung erfüllt. Er mußte sich an die Wand lehnen, weil er zu fühlen meinte, daß die Gestalt ihn an sich ziehen und erdrücken würde- aber selbst jetzt, mit der festen Mauer in seinem Rücken, konnte er sich von der Empfindung nicht befreien, daß Jemand hinter ihm sei und jede seiner Bewegungen beobachte. Nur daß es diesmal eine männliche Gestalt war, vor der seine Glieder noch heftiger erbebten, als vor der anderen, verschwundenen, obwohl sie nichts that, als ihn anschauen mit großen, kummervollen Augen, deren Blick er empfand, ohne ihn zu sehen. Und jetzt neigte die Gestalt einen schönen, noch jugendlichen Kopf zu ihm her, ganz nahe an sein Ohr, um ihm etwas zu sagen. Er fühlte das Alles geschehen, obwohl seine Augen ihn Lügen straften, und er wußte, daß eine zerschmetternde Anklage auf ihn niederfallen würde, wenn diese Lippen auch nur zu leisem Geflüster sich öffneten. Mit einem Stöhnen, das wie ein unterdrückter Hilferuf klang, floh er mit ein paar raschen, taumelnden Schritten von der Stelle an der Wand, wo er noch immer gestanden hatte, bis zur Mitte des Zimmers, warf sich in den Lehnstuhl, wo er zuvor schon gesessen hatte, und klammerte die Hände fest um die Lehnen. Sein Gesicht war dem Fenster zugewandt, links von ihm stand der Schreibtisch, auf dem die Lampe mit ruhigem, friedlichem Lichte brannte. Um etwas Anderes zu sehen, als diese Gestalten, die ihn ängstigten, richtete er wieder seine Augen zur Decke empor, wo die emporsteigende Wärme über der Lampe ein bewegtes Schattenspiel in dem hellen Lichtkreis dort oben erzeugte. Er sah das zarte Germgel, seinen, eilig verwehenden Rauchwölkchen gleich, aber indem er noch darauf hinblickte mit angespannten Sinnen, glaubte er zu bemerken, wie sich's verwandelte, zusammenballte, feste Formen gewann und die Gestalt eines menschlichen Gesichtes annahm. Eines bleichen, verzerrten, von Krankheit gezeichneten Gesichtes, das mit glühenden Augen zu ihm niederstarrte, den anderen ähnlich, vor denen er zuvor schon gezittert hatte. Die blutlosen Lippen schienen sich zu bewegen und schienen den Schmerzen in seinem Körper zuzurufen, ihn ärger zu quälen. Aber furchtbarer, als die Schmerzen, die mit erneuter Macht ihn überfielen, furchtbarer, als das drohende, zürnende, rachedürstende Gesicht dort oben, war das Gefühl, daß der Mensch, dem dieses Gesicht gehörte, zugleich hinter ihm sei und näher und näher komme. Er hatte sich vorgenommen, sich nicht mehr umzuwenden, denn er hatte erfahren, daß es vergeblich sei — auch jetzt noch in diesen Qualen rang er mit aller Anstrengung und Klarheit des Denkens und Handelns — und doch war seine Empfindung diesmal noch stärker und wirklicher, sein Angstgefühl noch gewaltiger, tödtlicher. Denn er meinte nicht nur zu fühlen, er glaubte auch zu hören. Es schien ihm, als wenn die Thür ganz leise geöffnet würde, als wenn ein kühler Lufthauch von draußen hereinkomme und sein Haar bewege, als wenn er das Athmen einer Menschenbrust vernehme. Nun ertrug er es doch nicht mehr und sprang empor. Und indem er sich umwandte zur Thür, erkannte er, daß er sich diesmal nicht getäuscht hatte, daß eine Gestalt dort vor ihm stand, an den Pfosten gelehnt, ihn anblickend mit den drohenden Augen des bleichen Gesichtes, das er oben an der Decke im Ringelspiel der heißen Luit gesehen hatte — Gestalt und Gesicht seines Sohnes! Er hatte den Lehnstuhl mit rascher, angstvoller Bewegung zwischen sich und den Eingetretenen geschoben und stand nun dahinter, die Knäufe der Rücklehne fest umspannt haltend, um nicht niedersinken. „Was wollen Sie?" stammelte er, und die eigene Stimme klang ihm wie die eines Fremden. „Dir gute Nacht sagen. Wir können doch einander Du nennen, nicht wahr? Wir sind ja doch Sohn und Vater. Jawohl, ich weiß es, und darum bin ich hergekommen, Dir gute Nacht zu sagen, ehe Du zum letztenmal schlafen gehst, weißt Du?" Mehr der Ton der Worte, als ihr Inhalt — das Brausen des von Todesangst getriebenen Blutes in seinen Ohren war so stark, daß es die Menschenstimme fast übertönte — verrieth dem Bebenden, daß eine Gefahr hier vor ihm stehe, leibhaftig und furchtbar. „Ich will nicht sterben!" sagte er leise, mit einem röchelnden Klang in der Stimme, während er zugleich mit den Blicken im Zimmer umhersuchte nach Ausweg und Rettung. Flucht war sein einziger Gedanke, Flucht vor diesem Menschen, dem er ein Leben gegeben hatte, und der nun gekommen war, wie seine Furcht ihm sagte, das feurige von ihm zu fordern. Er sah nicht mehr, was der Andere that, er hörte nur wie im Traum noch die höhnische Antwort: „Darum wird man nicht immer gefragt." Ein plötzlicher Anfall von Wuth und Verzweiflung gab ihm die Kräfte für einen Augenblick zurück, die ihm die Krankheit geraubt hatte. Er stürzte sich auf seinen Sohn, packte ihn fest und schleuderte ihn bei Seite, daß er zu Boden fiel; dann stieß er die Thür auf und stürzte hinaus. Warum er nicht nach unten entfloh auf die Straße hinab, das hätte er selbst kaum zu sagen vermocht. Vielleicht war es die gewohnte Scheu vor dem Urtheil der Menschen, die ihn abhielt, sie zu Zeugen dieser Flucht und Verfolgung zu machen, vielleicht meinte er, den Anderen irre zu leiten, wenn er nach oben flüchtete. Er eilte die Treppe empor, so hastig und leise er konnte; doch schneller als er es für möglich gehalten hätte, mußte auch sein Sohn wieder aufgesprungen sein, um aus dem Zimmer hervorzustürmen und seine Spur zu verfolgen. Daß er sie gefunden hatte, daß doch ein Ton der flüchtigen Füße durch die tiefe Stille zu ihm hinuntergedrungen war, verrieth dem Fliehenden der Klang der raschen, verfolgenden Schritte auf den Stufen, ein furchtbarer Laut für eine geängstigte Seele. Höher und höher ging die Verfolgung. Die Treppen hörten auf, die leiterähnlichen Stiegen begannen; sie schwankten, knirschten und krachten unter den Füßen der Männer, aber sie brachen nicht, hielten Stand und trugen die Beiden empor, die nahe schon hintereinander an ihnen hinanklommen — den Fliehenden und den Verfolger, das Wild und den Jäger, Vater und Sohn! 130 -4 Bis zur Höhe des dritten Bodenraumes war das Haus beleuchtet; hier endete das Licht, und schwarze Dunkelheit, in der die nächste Stiege rasch verschwand, blickte drohend von oben herunter. Jaksch prallte zurück und zauderte für die Dauer einer Secunde, als er den Fuß auf die unterste Sprosse der Leiter gesetzt hatte, die weiter empor in die Finsterniß führte. Nicht dort hinauf! Licht und Rettung schienen für ihn einander verwandt zu sein, und als nun ein heller Strahl auch aus einer Thür hervordrang, die sich plötzlich aufthat und auf deren Schwelle ein hochgewachsener Mann erschien, da sprang Jaktsch bei Seite, entging den Händen, die schon nach ihm griffen, und stürzte hinein in das offene Gemach. Es war Busenius' Zimmer, das ihn aufnahm. Doctor Jaksch blickte den Mann nicht an, in de ssen Behausung er sich geflüchtet hatte, zur Ecke neben dem Fenster hinstüczend, schmiegte er sich fest in den Winkel, streckte flehend und abwehrend die Hände aus und stammelte: „Retten Sie mich, er will mich ermorden, retten Sie mich!" Neuert war unmittelbar nach ihm ins Zimmer gedrungen, aber Busenius trat ihm entgegen, fest und kühn, mit so hoheitsvoller, Gehorsam heischender Haltung, daß der Wüthende inne hielt und unwillkürlich zurückwich. „Was wollen Sie von ihm?" fragte Busenius, nicht hastig und drohend, sondern ruhig und fest, während sein tiefes, melodisches Organ einen Widerhall an den weißen Wänden des kleinen Zimmers zu wecken schien. Und vor dem Ton dieser Stimme beruhigte sich die Angst des Verfolgten, während zugleich die seltsame Empfindung in ihm erwachte, als spreche nicht der Mann, den er vor sich sah, sondern eilte der Schattengestalten, die in der letzten Stunde um ihn gewesen waren. Im Augenblick aber fürchtete er sie nicht mehr, denn sie schien ihm Schutz und Beistand zu verheißen. „Das ist meine Sache," gab Neuert auf Busenius' Frage zur Antwort, voll Trotz noch immer, aber nicht mehr so heftig, wie er zu sprechen gewohnt war. „Meine und seine Sache," fügte er hinzu. „Das geht keinen Dritten 'was an, was Vater und Sohn miteinander abzumachen haben." „Vater und Sohn?" wiederholte Busenius, während Schrecken und Staunen aus seinen Augen sprachen. „Und der Vater entflieht vor dem Sohne?" „Weil er ein Hund ist, den man Niederschlagen muß, wo man ihn findet. Wollen Sie wissen, was er an mir gethan hat? Bon sich gestoßen hat er mich, als ich ganz klein war, und als er mich wiederfand, jetzt vor Kurzem, und als er mich erkannte, mich, seinen Sohn, da hat er mich bestohlen und ist mit den Papieren zum Gericht gegangen und hat mich denuneirt und hat mir die Polizei auf den Hals geschickt, um mich verhaften zu lassen, mich, seinen Sohn!" Mit einer Art wilder Wollust wiederholte er die Worte, als bereite es ihm eine grausame Genugthuung, daß er, der Sohn, dem schändlichen Vater so als Richter und Rächer gegenüberstehe. Jaksch aber hatte, als er nicht mehr allein mit ihm war, die Fassung mehr und mehr wiedergewonnen, und etwas von dem kalten Hohn, mit dem er sonst zu reden verstand, war in seinen Worten, als er nun sagte: „Ein schöner Sohn, der so zu seinem Vater spricht!" „Ein schöner Vater, der seinen Sohn dazu bringt!" rief Neuert mit zunehmender Wuth, und jetzt richtete er seine Worte nicht mehr an Busenius, sondern an ihn selbst, seinen Vater. „Wenn es nach Dir gegangen wäre, dann läge ich jetzt im Gefängniß, und Du wärest der stolze Herr geblieben, der Du wärest. Aber ich bin rascher gewesen, wie Deine Jagdhunde, und habe die Löcher in diesem alten, verfluchten Maulwurfsnest besser gekannt, wie sie. Ja, das Alles habe ich Dir noch erzählen wollen, damit Du auch weißt, wo ich gewesen bin diese ganze Zeit. Du hast Dir ja vielleicht Sorgen gemacht um Deinen Sohn! Hier, unter Deinen Füßen war ich, unter der Erde in dunklen Gewölben., und habe mir hundert M da liegt, o dm Weg bient hast.' Der 1 von Neuen seines Sok Dir auch 1 während ; Meine Mu die Du nti haßt und Dein Soh Wied es die sch Nur eines seiner Rei schäft fort haben mii ich dort f den blank beinahe ei durch die alle nicht Gang, dc Heute kai Gelegen^ Er neue Tod dann fuh habt, mit alten Rat ohne dur so für ui von der anarchisti all den s wir ost, Heilige seiner G konnten, mitsamm deren he Klar un so klaiu hinein, dem Ra mehr ni begegnet zusammi „S hat," gt ein infti heit lief furchtsv ihm geg „3 brauchet selbst ei q //v Es dan ihn zu etwas t aus seii schlimm Sie es nicht C c nx nichts i 131 hundert Mal überlegt, ob ich das Dynamit noch spare, das da liegt, oder ob ich Dich in die Luft schicken soll, daß Du den Weg zum Himmel suchst, den Du Dir so reichlich verdient hast." Der kalte Schrecken, der Doctor Jaksch bei diesen Worten von Neuem überlief, erhöhte nur noch die wüthende Freude seines Sohnes, ihn so vor sich zu haben. „Und ich will Dir auch sagen, wer mir dies elende Leben gefristet hat, während Du schon hofftest, ich wäre tobt und verfault. Meine Mutter hat es gethan, die Deine Geliebte gewesen ist, die Du mit Füßen getreten hast, wie mich, und die Dich jetzt haßt und verachtet, wie ich Dich hasse und verachte, ich, Dein Sohn!" Wieder schleuderte er ihm das Wort entgegen, als sei es die schärfste Waffe, die er gegen ihn gebrauchen könne. Nur eines Athemzugs Länge aber schwieg er, um die Wirkung seiner Rede zu beobachten, dann fuhr er mit gleicher Leidenschaft fort: „Bis unter die Erde zu den tobten Heiligen haben mich Deine Bluthunde gehetzt. Es ist nur gut, daß ich dort besser Bescheid wußte, als die dummen Laffen mit den blanken Knöpfen. Sie haben sich ihre dicken Schädel beinahe eingerannt an den Wänden, um die Thür zu suchen, durch die ich entwischt war. Ja, es giebt Thüren, die sie alle nicht kennen, die klugen Herren, und es giebt einen Gang, der unter der Erde hinführt bis unter dieses Haus! Heute kann ich es Dir ja erzählen, denn Du wirst keine Gelegenheit mehr haben, es auszuschwatzen." Er machte wieder eine Pause, um zu sehen, wie diese neue Todesdrohung den bleichen Mann in der Ecke erschütterte, dann fuhr er fort: „Darum habe ich ja das Vergnügen gehabt, mit Dir unter einem Dache zu wohnen, weil wir diesen alten Rattenkasten entdeckt hatten, in den man hinein konnte, ohne durch Die Hausthür zu gehen. Du interessirst Dich ja so für uns Anarchisten, — erzähl' es doch den hohen Herren von der Pvlizei, daß hier unter ihren Füßen eine ganze anarchistische Werkstatt besteht mit Bomben und Dynamit und all den schönen Dingen, vor denen sie zittern. Gelacht haben wir ost, wenn wir davon sprachen, daß gerade der vornehmste Heilige ihrer frommen Stadt uns ein Obdach gewährte in seiner Gruft, damit wir hübsch in Gemüthsruhe verabreden konnten, wie wir am besten Euch Alle in die Luft sprengten mitsammt Eurer sogenannten gesellschaftlichen Ordnung, — deren herrlichstes Produkt Du selber bist!" „Sie werden Ihrem Vater nichts zu Leide thun." Klar und ruhig, wie reiner Aeeord nach wilden Disharmonien, so klang Busenius' Stimme in das momentane Schweigen hinein, das Neuerts letzten Worten gefolgt war. Er hatte dem Rasenden seine linke Hand auf die Schulter gelegt, und mehr noch unter dem Blick der Augen, denen er aufschauend begegnete, als unter dieser Berührung, zuckte der Tobende zusammen und wich zurück. „Das werden wir sehen- ich weiß, was er verdient hat," gab er kurz zur Antwort, aber eine verlegene Scheu, ein instinetives Gefühl der Ohnmacht vor geistiger Ueberlegen- heit ließen ihn seine Stimme dämpfen und einen halb ehrfurchtsvollen Blick dem Manne zuwerfen, der hoch aufgerichtet ihm gegenüberstand. „Das zu entscheiden, ist keines Menschen Sache. Sie brauchen ihn nicht zu strafen, er hat sich die Strafe schon selbst erworben." „Ich besorge meine Geschäfte gern in eigener Person. Es dauert mir zu lange, bis der Teufel sich die Mühe macht, ihn zu holen." 0r sagte es mit höhnischem Lachen, aber etwas von der Scheu, mit der er kämpfte, sprach doch noch aus seinen Worten und seiner Haltung. „Das künftige Leben, das er sich bereitet hat, wird schlimmer sein, als die Hölle. Er wird elender sein, als Sie es gewesen sind durch eigene Schuld. Ist Ihnen das nicht Strafe genug?" „Ich frage nicht nach dem künftigen Leben und weiß nichts davon. Ich liebe es, sicher zu gehen indem, was ich vorhabe, und gebe Ihnen mein Wort, daß dieser Mensch hier heute noch sterben wird." Jaksch machte eine Bewegung, als wenn er sprechen wolle, doch seine Lippen blieben stumm- er trat nur aus riner Ecke hervor bis zu dem großen, von einer Lampe beschienenen Tisch, auf den er sich stützte. Das Gefühl der Beruhigung, das er in Busenius' Nähe und beim Klang seiner Stimme empfunden hatte, war wieder geschwundener hatte die dumpfe Empfindung, als lauere neben den wilden Drohungen seines Sohnes noch etwas Anderes, das er mehr fürchtete als sie, ohne in seinen verwirrten Gedanken es benennen zu können. Es war ihm, als schwebe eine dunkle, drohende Gewitterwolke über ihm, die den Blitz noch zurückhielt. „Und wenn er hundert Mal den Tod verdient hätte," rief Busenius, „Sie sind sein Sohn, Sie dürfen ihn nicht richten. Um Ihrer selbst willen gehen Sie nicht weiter, damit Sie nicht dereinst noch schwerer leiden müssen, als Sie schon gelitten haben Und wenn Ihr gegenwärtiges Dasein Sie gleichgiltig und stumpf gemacht hat gegen sich selbst, dann denken Sie darüber nach, ob Sie nicht doch ein einziges Wesen auf der Welt noch haben, das Sie lieben —" Er verstummte jäh vor dem wilden, unverständlichen Rufe thierischer Wuth, der über Neuerts Lippen kam. Er hatte linderndes Oel auf eine Wunde legen wollen, und hatte es dafür in ein loderndes Feuer gegossen, das nun mit verdoppelter Glnth verzehrend emporflammte. Vor Neuerts Augen wiederholte sich die Scene, die er am vergangenen Abend hatte sehen müssen. Es war ihm, als stehe er noch einmal im Hofe drunten vor dem Fenster des behaglichen Gemaches im Erdgeschoß und presse das Gesicht gegen die Scheiben, um aus der Dunkelheit ins Licht zu schauen und Zeuge des Glückes zu werden, das er so heiß begehrt hatte, und das nun ein Anderer an seiner Stelle genoß. Er meinte Marthas Antlitz zu sehen, von Freude und Hoffnung strahlend, um dann jäh zu erbleichen, indem sie mit ihren Augen seinen Blicken begegneten. Und als er sich diese Wirkung seines unverhofften Erscheinens auf das Mädchen zurückrief, das für ihn ein guter, hilfreicher Geist hätte werden können, das mit dem Wink eines Fingers — das meinte er zu fühlen, — ihn aus den dunklen Tiefen hätte Hervorrufen können, in die sein Lebensweg ihn immer weiter hinnntergeführt hatte, da ging dies Gefühl wie ein schneidiger Dolch ihm durch die Seele und tödtete Alles, was noch menschlich und gut in ihm geblieben war. Auch die Erinnerung an seine Mutter, deren er sonst mit Dankbarkeit gedachte für das, was sie heimlich für ihn gethan hatte in der letzten Zett, starb und erlosch in diesem Augenblick, hinweggeweht von dem Sturmwind einer mächtigeren Empfindung. (Fortsetzung folgt.) Einiges über die Lebensweise des Steinkauzes. (Vortrag in einer Ausschußsitzung des hiesigen Thierschutzvereins.) Die Raubvögel werden bekanntlich in Tag- und Nachtraubvögel eingetheilt, und zu den letzteren gehört das Stein- känzchen, dem man auch den Namen Leichenhuhn ober Todten- vogel beigelegt hat. Abergläubische Menschen, bereu es leib er jetzt noch eine ziemlich große Anzahl gibt, werben von bem Steinkauz oftmals in große Angst unb Furcht versetzt- beim seinen allerdings etwas schauerlichen Ruf „kuwit," ben dumme Menschen „komm mit" gedeutet haben, läßt er namentlich gern vor den erleuchteten Krankenzimmern erschallen, und dann gilt das gute Thierchen als Vorbote des nahen Todes, als ob ein unvernünftiges Geschöpf das Schicksal der Menschen vorauswissen könnte! Es ist nicht zu begreifen, daß es in unserem Jahrhundert noch Menschen gibt, die an einen solchen Wahn glauben, da sie doch gewiß in ihren Schulen gehört haben müssen, daß der Steinkauz von dem Kranken absolut gar nichts weiß, sondern hier nur seiner Nahrung, den Nachtschmetterlingen, die auch das Licht aufsuchen, nachgeht. Das Gefieder des Steinkauzes, das aus kleinen, weichen seidenartigen Federn besteht, ist oben graubraun mit unregelmäßigen weißen Flecken und Tropfen, an der Unterseite weiß mit graubraunen Flecken, und das Kleid, welches das Weibchen trägt, ist von dem ihres ManneS nur ein wenig verschieden. Seine Länge beträgt 25 (Zentimeter; er kommt bei uns ziemlich häufig vor und verläßt uns auch im Winter nicht. Zum Aufenthalte wählt er sich gerne in Städten und Dörfern zugängige, düstre Plätze bewohnter Gebäude oder Kirchen, Thürme, Scheuern und Schuppen, auch siedelt er sich in Steinbrüchen, Felsen und hohlen Bäumen an. Am Tage verhält sich das niedliche Käuzlein ruhig, schlafend in seinem verborgenen Schlupfwinkel, mit dem abendlichen Dunkel fliegt es leise, kaum hörbar, seiner Nahrung nach, die aus Mäusen, Schnecken, Nachtschmetterlingen und schädlichen Kerbthieren besteht. Es macht vorzugsweise Jagd auf Mäuse und es ist nach den Beobachtungen des berühmten Naturforschers Lenz im Stande, auf eine Mahlzeit 5 bis 6 erwachsene Feldmäuse ganz zu verschlucken. ’ Nehmen wir an, um es nicht zu hoch zu greifen, daß es deren täglich nur vier verzehrt, so beträgt dies aufs Jahr doch die gewiß stattliche Summe von 1460 Mäusen. Rechnen wir dazu, daß der Steinkauz außerdem noch eine sehr große Anzahl schädlicher Jnsecten vertilgt, so muß derselbe zu den nützlichen Vögeln gezählt werden, und er verdient daher gewiß, daß ihm überall eine recht sorgfältige Schonung zu Theil wird. Ueberfällt er auch manchmal hier und da schlafende, kleinere Vögel, so überwiegt doch der große Nutzen, den er stiftet, den Schaden, den er anrichtet, um ein höchst Beträchtliches und kann daher nicht in Rechnung gezogen werden. Das Weibchen legt 6 bis 7 weiße Eier, ohne jegliche Unterlage in dunkle Höhlungen obengenannter Orte und brütet darüber 16 Tage. Die Jungen werden sorgfältig mit schädlichem Ungeziefer ernährt und von den Alten, wenn ihnen Gefahr droht, mit großem Muthe selbst bei eigener Lebensgefahr vertheidigt. Die bekannte Redensart ,,närrischer oder drolliger Kauz" findet gewiß ihre Erklärung in den sonderbaren komischen Gebärden des Kauzes. Schließlich will ich nun noch einige nachahmungswürdige Beispiele, die ich der berühmten Naturgeschichte von Dr. Lenz entnommen habe, über die gute Behandlung des Steinkauzes anführen: In Italien wird der Steinkauz, wenn man davon absieht, daß ihn die dortigen Bewohner zum Fange nützlicher Vögel verwenden, sehr gut behandelt, denn die zahmen Käuzchen sind wirkliche Hausfreunde der Italiener, gehen oft frei in Haus, Hof und Garten, dabei selbst nicht einmal von Katzen gestört, mit beschnittenen Flügeln herum, fangen überall Mäuse, werden besonders gern in gut umzäunte Gärten gesetzt, woselbst sie die Erdschnecken und anderes lästiges Ungeziefer vertilgen. Arbeitet nach dortiger Sitte ein Schuster, Schneider, Töpfer oder anderer Handwerker auf der Straße, so hat er, wie ich oft gesehen, sehr gerne seine Lieblinge, seine 2 bis 4 Käuzchen, neben sich auf einem Stabe angefesselt und wechselt mit ihnen so oft als möglich zärtliche Blicke. Lenz erzählt weiter, daß sich der Steinkauz in Norddeutschland, namentlich in Holstein eines besonderen Schutzes erfreut, denn in jeder Giebelspitze der großen Scheuern Holsteins befindet sich in der Regel eine Oeffnung von der Größe, wie sie für Tauben genügt; durch diese fliegen die Steinkäuze aus und ein und nisten auch darin. Der holsteinische Landmann stört die guten Thierchen nie absichtlich, denn er weiß sehr genau, daß dieselben in und außer der Scheuer luftig den schädlichen Mäusen nachjagen. Auch wenn sie in Tauben- schägen, was nicht selten vorkommt, ihre Wohnung aufschlagen, läßt man sie ganz in Ruhe, weil man ebenfalls weiß, daß sie die alten Tauben und ihre Jungen nicht im Geringsten belästigen." Hoffentlich wird recht bald die Zeit kommen, daß man auch hier zu Lande dem nützlichen Steinkauz eine freundlichere Gesinnung entgegenbringt! Gießen, im März 1897. H. Curschmann, Lehrer i. P. Geinciirnktziger« Der Nutze« der Zimmerpflanze« besteht nicht bloß darin, daß sie das Zimmer schmücken und behaglich machen, sondern vielmehr darin, daß sie die Luft verbessern und also der Gesundheit der Zimmerbewohner förderlich sind. Durch Beobachtungen hat man gefunden, daß ein Blatt mittlerer Größe täglich im Durchschnitt ein bis zwei Gramm Wasser ausdunstet. Für eine einzige Pflanze von mittlerer Größe berechnet, würde dies schon nicht weniger als 50 Gramm betragen. Es ist uns demnach in den reichblätterigen Blattpflanzen, als Palmen, Aspidistren, Philodendron, Anthurien, Dracänen, Curculiginecii u. A. ein vorzügliches Mittel geboten, die trockene Luft in den Zimmern zu verbessern. Die Ausdünstung dieser Pflanzen ist eine sehr große. Außer dem Wasser, das die Pflanzen durch die Blätter verdunsten, geben auch die Töpfe noch Wasser- dämpfe an die sie umgebende Luft ab. Der wohlthätige Einfluß, den die Pflanzen durch die Verdunstung des Wassers auf unsere Gesundheit ausüben, wird dadurch noch größer, daß die Blätter unter Einwirkung des Sonnenlichtes Sauerstoff an die Luft des Zimmers abgeben. * * * M Falscher Hase: Man nimmt für 1 Mark gewiegtes Rinds-, Kalbs- und Schweinefleisch, mischt es mit 1 Ei, 2 Eckchen eingeweichte und 1 Eckchen geriebene Semmel, etwas Salz und Pfeffer, 1 gewiegte Zwiebel gut durcheinander, und forme daraus einen länglichen Kloß, oen man noch mit etwas geriebener Semmel bestreut. Nun zerläßt man 1 Eßlöffel voll Butter und 2 Eßlöffel Fett, läßt eine halbe Zwiebel darin braun werden und bratet den Kloß gegen V/2 Stunde schön braun, indem man nach und nach etwas Wasser mit Essig gemischt zugießt, so daß eine sämige Tunke entsteht. * * * Reisschleimsuppe. 30 Gramm bester Reis (Karolina) wird dreimal mit kaltem Wasser aufgesetzt, ausgekocht und abgegossen. Darauf gibt man den Reis in gute Kalbfleischbouillon, kocht ihn langsam in ihr 35 Minuten und streicht darauf die Suppe durch. Man fügt eine Messerspitze Liebigs Fleisch- extract an, gibt einige Spargelköpfe in die Suppe und zieht diese mit einem verquirlten Eigelb ab. Zeit der Bereitung: 50 Minuten. OeviiEehtes. Adam und Eva in der Volksschule. In der untersten Klasse einer Berliner Gemeindeschule hatten die Kleine« die Geschichte von Adam und Eva lernen müssen. Lieschen soll aus Geheiß der Lehrerin erzählen, wie der Sündenfall sich zugetragen hat, und thut dies folgendermaßen: Kind: „Und Eva gab Adam den Apfel, und Adam e fjt e den Apfel. Lehrerin: „Falsch; es heißt: Adam aß den Apfel. Wie heißt es also?" Kind: „Adam aß te den Apfel." Lehrerin: „Das ist wieder falsch. Es heißt: aß. Nun sag's einmal richtig. Kind: „Und da eßte das Aas den Apfel." * * * Ballgespräch. A.: „Diese Baronin Zani ist wirklich unausstehlich mit ihren ewigen (Zitaten!" — „Jawohl, Niemand im Kreise ist sicher vor dieser alten Citadelle!" Siebaction: A. Scheyba. — Druck unb Betlag her Brühl'schen Universitäts-Buch- unb Steinbruckerei (Pietsch & Scheyba) in Stegen.