Das Haus der Schatten. Roman von Robert Kohlrausch. (Fortsetzung.) „Und er hat Niemanden, der sich seiner annimmt, keinen Verwandten, keinen Freund?" „Verwandte hat er meines Wissens hier am Orte nicht. Und einen Freund verdient er wohl kaum/ er ist ein unruhiger Geist, ein Umstürzler, ich habe allerlei schlimmen Verdacht gegen ihn. Aber der Arzt muß ja darin der Sonne nacheifern, daß er Gerechte und Ungerechte gleichmäßig bedenkt, und Ihr nMeidiges Wort für den Burschen, gnädige Frau, soll ihm zu Gute kommen. Ich werde für ihn thun, was ich kann." „So lassen Sie ihn nicht länger auf Ihre Hilfe warten. Guten Morgen." Ihre Hand vermochte sie nicht noch einmal seiner Berührung auszusetzen, der Widerwille war zu stark in ihrer Seele. An der Thür ihres Zimmers aber bezwang sie sich und wandte sie zu ihm zurück. „Auf Wiedersehen," sagte sie. „Auf Wiedersehen!" wiederholte er, und der Strahl einer wollüstigen Freude brach aus seinen Augen. Frau Henninger ging nachdenklich durch ihre Gemächer, widersprechende Gefühle, Triumph und Vorwurf gegen sich selbst kämpften mit einander in ihrer Brust. Aus einer schwarzen Etagere neben dem Ofen stand in einfachen Rahmen eine kleine Photographie Georgs; die nahm sie in die Hand, betrachtete sie lange und stellte sie mit beruhigtem Antlitz wieder an ihren Platz. „Was ich thue, das thue ich für Dich," sagte sie. Dann ging sie ins Krankenzimmer hinüber und setzte sich leise an Hannchens Bett, in dessen großen, weißen Tüchern und Kissen die schlanke Gestalt des Kindes beinahe verschwand. Auf dem Gesichte der Schlummernden aber lag ein erster, zarter Hauch der Genesung, und ihr «oetftag de« 80. geineet. 18 Elf K iqrmnnil » illst Du sein mit Ruh' und Gemach, Verantwort' nicht ein' jede Sach'. Deutsche Inschrift 1633. Das größte Haus ist klein, Das kleinste Haus ist weit, Wenn dort regiert der Schein, Und hier Zufriedenheit. Hausinschrist. ruhiger Athem sagte der stillen Beobachterin, daß hier ihr Gefühl sie das Recht hatte thun lassen, und daß ihre gute That bereits ihre Früchte trug. Zur selben Zeit saß oben im Giebel der Doctor Jaksch an einem anderen Krankenlager. Seine Diagnose hatte ihn nicht getäuscht, er hatte den Zustand des Schlossers ungünstiger gefunden, als am Tage zuvor, und er beobachtete nun die beginnenden Fieberdelirien seines Patienten. Die Nähe des Arztes, die oft allein schon hinreicht, einem Kranken Erleichterung und Frieden zu geben, eine wunde Brust freier athmen zu lassen und einen nagenden Schmerz für Augenblicke zu stillen, sie schien an dieser Stelle das Gegentheil zu wirken. Unter den scharfen und kalten Blicken des Doctors wuchs die Unruhe des Kranken, der letzte Schimmer des Bewußtseins verschwand aus seinen Augen, Fieberröthe erglühte auf seinem Gesicht, und die Hände'griffen krampfhaft in die Decke, sie herabzuschleudern von dem brennenden Körper. Der Doctor hatte Eis herbeischaffen lassen und stand jetzt auf, einen Gummibeutel damit zu füllen. Das Geräusch seiner Schritte, bei denen die Stiefel einen harten, knarrenden Ton von sich gaben, erregten den Kranken aber nur noch mehr. Er hatte bis' jetzt geschwiegen, ein dumpfes Stöhnen allein war dann und wann über seine Lippen gekommen/ nun begann er zu sprechen aus wirren, wechselnden Phantasien heraus. „Der Wagen ist ja schon da. Rechts müßt Ihr fahren, rechts! Die Esel haben die Thür zugeschlossen, aber ich habe den Schlüssel. Ich habe ihn selbst gemacht, unten, im Dunkeln!" Er lachte leise in sich hinein, dann fing er von Neuem an mit zorniger Stimme. „Und ich thäte es zum zweiten Male wieder und zum dritten- und vierten- und hundertsten Male! Wenn nur die Rosen keine Dornen hätten! Ich habe mich daran gerissen und ich blute, hier und hier und hier!" Er faßte wild nach Herz und Kopf, bäumte sich im Bette empor und stieß einen dumpfen, schmerzlichen Schrei aus, der in einem Stöhnen endete. „Sie will nichts von mir wissen, aber ich tränke es ihr ein. Ihr und ihm, ihr und ihm! Sie sollen die Gewichte wegnehmen, daß ich freie Bahn habe. Sie sollen sie nicht nach mir werfen, ich will noch nicht sterben!" Er wollte aus dem Bette emporspringen, mit festen Händen aber drückte der Doctor ihn wieder auf das harte Lager zurück. Dann legte er ihm den Eisbeutel auf den Kopf und sagte mit scharfer Betonung: „Sie müssen ruhig liegen, wenn Sie gesund werden wollen, ganz ruhig." i er geduldig, den Blick fest auf Neuerts Antlitz geheftet, und wartete regungslos, bis dessen Athemzüge sich sänftigten, bis die Augen sich schloffen, und der Mund sich ein wenig öffnete wie es bei Schlafenden geschieht. Langsam, leise löste der Doetor nun seine Hand aus der des Anderen und erhob sich geräuschlos von seinem Sitz. Den Ton der Schritte selbst wußte er zu dämpfen, als er behutsam nach der Ecke des Zimmers hinüberschlich, auf der vorhin die Blicke des Kranken geruht hatten, im Vorübergehen die Thür sorgsam und lautlos verriegelnd. Dort im Winkel der geweißten Wände stand hinter dem niedrigen, eisernen Ofen eine flache, mit brauner Oelfarbe gestrichene Kiste, die hie und da schon abgestoßen war und die Naturfarbe des Tannenholzes hervor- blicken ließ, während zwei durch Löcher der Schmalseiten hindurchgezogene Stricke ihr als Handhabe dienten. Vorsichtig prüfte der Doetor das Gewicht der Kiste • sie war ziemlich leicht, er vermochte sie mühelos, ohne Geräusch emporzuheben und bei Seite zu stellen. Zunächst bemerkte er nichts Absonderliches auf der leer gewordenen Stelle des Fußbodens- erst, als er niederknieend sorgsamer die weißae- scheuerten Dielen musterte, sah er einen feinen Spalt, der quer über die eine von ihnen hinwegging. Er holte ein Messer hervor, warf noch einen Blick auf den jetzt ruhig Schlafenden und schob die Spitze der Klinge in den Spalt der Diele. Es kostete keine große Mühe, ein viereckiges Brettstück hervorzuheben, und in der entstandenen Oeffnung unter dem Fußboden zeigte sich ein ansehnliches Packet von Zeitungen, Schriften und Briefen. Ganz leise, durch das geringste Knistern des Papiers zu immer erhöhter Vorsicht gemahnt, nahm der Doetor Alles, was er gefunden hatte, an sich und legte es bei Seite, um noch einmal in die Oeffnung hineinzuspähen. Nein, es war noch nicht Alles. Ganz unten auf dem Boden lag noch etwas Viereckiges, Dunkeles. Mit einem letzten Griff holte er auch dieses hervor und sah tut helleren Lichte, daß es ein kleines Buch von geringer Stärke war in braunem Einband mit Lederrücken und Ecken von I hellerem, gelblichem Braun. Aber dies Buch interessirte den Suchenden vorläufig am wenigsten. Er ließ es achtlos zu Boden gleiten und griff hastig nach einigen der Papiere und Briefschaften. Ein kurzer Blicke überzeugte ihn,, daß die Erwartung, die in seiner Seele bereits die Gestalt einer Hoffnung angenommen hatte, ihn nicht getäuscht hatte- es waren soeialistische und anarchistische Schriften, die er in Händen hielt, und unter den Briefen sah er einige Namen von Männern, die in den Zeitungen mit Abscheu ober Furcht genannt wurden. Noch auf den Knieen richtete der Doetor Jaksch den Oberkörper zu voller Höhe empor, und ein Blick des Triumphs glitt zu dem Lager hinüber. Er hatte sich in einen Kampf mit diesem Menschen begeben, — er wußte selbst nicht, weshalb. Er gab dem dunklen Gefühl, das ihn antrieb, keinen Namen und hätte gelacht, wenn ein Anderer es das Schicksal seines Lebens genannt, wenn er auf eine mächtige, unsichtbare Hand ihn hingewiesen hätte, die den Menschen leitet und den Schuldigen treibt, sich selbst das Verderben zu bereiten. Er wußte nur, daß er nicht anders hatte handeln können, als es geschehen war, daß eine Leidenschaft ihn getrieben hatte, mächtiger als Vernunft und Ueberlegnng. Er zitterte nachträglich bei dem Gedanken an die Gefahr, die er auf sich genommen hatte, an die Vernichtung seines Rufes als Arzt, wenn diese That so, wie sie wirklich geschehen war, dieser Vertrauensbruch an einem bewußtlosen Kranken jemals bekannt wurde. Aber alle diese Bedenken, die nur aus der Furcht, nur aus der Reue entsprangen, wurden übertönt und niedergedrückt durch das Gefühl des errungenen Sieges. Ja, nun hielt er diesen Menschen in der Hand, sein Geschick, seine Zukunft! Jetzt hatte das Fieber ihn niedergeworfen, ihn hilflos und elend gemacht, auch wenn er sich wieder erhob von dieser Niederlage, dann stand ein Anderer vor ihm, feindlicher und mächtiger als die Krankheit und jeden Augenblick bereit, von Neuem ihn niederzuwerfen und für immer! Der Ton dieser Stimme und der Blick der fest auf ihn gerichteten Augen übten eine momentane Wirkung auf Neuert •u». Er wurde ein wenig ruhiger, und auch seine Stimme klang leiser, als er weiter sprach. „Ein Mal habe ich sie geküßt," sagte er, und ein Lächeln flog über sein Gesicht, „das war schön! Wenn ich nur wüßte, wo es gewesen ist. Nein, in der Gruft war es nicht. Dahin ist sie niemals gekommen." Er warf sich auf die andere Seite, und in neuer Erregung fügte er hinzu: „Aber die Hunde bellen schon wieder! Die Hunde in bunten Röcken mit blanken Knöpfen. Laßt sie nur kommen, ich fürchte mich nicht. Laßt sie Alle herein, und wenn sie darin sind, gehe ich nach unten, und dann —" Er brach ab- seinem Fieber zum Trotz mochte er den lauernden Ausdruck in des Arztes Augen bemerkt haben, und ein dunkles Gefühl der Vorsicht gleich einer leisen Warnung hielt ihn ab, ein Geheimniß auszusprechen, das ihm schon auf den Lippen lag. Doch gleich verschwand diese schwache Spur des Bewußtseins, das schutzreich ihm für ein paar Seeunden zurückgekehrt war, wieder aus seinen Blicken. Er lachte in sich hinein und zeigte die weißen Zähne zwischen den blutlosen Lippen. „Wir sind doch stärker, als sie, wir hauen sie noch Alle zusammen. Was will denn die Frau dazwischen? Nein, nein, ihr sollt ihr nichts thun, sie ist gut gegen mich gewesen. Was haben Sie denn hier au thun?" 3 Sich halb emporrichtend, schrie er es mit wüthender Stimme dem Doetor entgegen, der nahe zum Bette getreten war, den herabgeglittenen Eisbeutel wieder auf den Kopf des Kranken zu legen. Aber indem er die Hand dazu erhob, kam ein seltsames Gefühl über ihn, das ihn zaudern und festgebannt stehen ließ. Was war in den Augen dieses Menschen, das ihn beängstigte, weil er es zu kennen meinte und doch nicht zu deuten wußte? Woher kam dieses lähmende Gefühl, das wie der Schatten einer gestorbenen Erinnerung in ihm auftauchte, wesenloser als der Schatten eines Blattes, eines Grashalms auf sonnebeschienenem Boden, und doch zugleich mächtiger, die Seele in den verborgensten, dunkelsten Gründen stürmischer bewegend, als eine wirkliche, greifbare Gefahr? Eine Gefahr? Drohte sie ihm von der hageren, abgezehrten, von Fieber und Leidenschaften geschüttelten Gestalt auf dem einfachen, eisernen Lager? Er ließ die Hand sinken, mit der er dem Leidenden hatte Linderung bereiten wollen, setzte sich dicht an das Bett und heftete seine Blicke fest auf die Lippen des Kranken, der ermattet zurückgesunken war und für die kurze Zeit die Augen schloß. Im Halbschlaf murmelte er unverständliche Worte, auf seinem beweglichen Gesicht aber zeigten die Regungen der I Seele sich so deutlich wie auf einer Wasserfläche der wechselnde Lufthauch, der sie zittern macht, kräuselt und wieder glatt streicht mit sanfterem Fittich. Jetzt schien eine Hoffnung oder I eine angehme Erinnerung den Kranken zu bewegen, er lächelte, seme Stimme wurde wieder deutlicher, und auch seine Augen thaten sich von Neuem auf. Aber das Bewußtsein leuchtete doch nicht darin, als er die Blicke nun im Zimmer umherschweifen ließ, bis sie auf der Ecke hinter dem Ofen hafteten, k ic. gut für uns, daß sie so dumm sind! Diese fristen Burschen, die sich wie all' das andere Lumpenpack vom ™ des Arbeiters mästen. Ja, sucht nur, sucht nur! Lachen muß ich über Euch einfältiges Lumpengesindel. Was “ Ti SSt nur weg, Eure Mühe ist umsonst. Wenn ich Euch die Diele da in der Ecke nicht zeige, Ihr ?”bet fj.e ”td£ mit Euren rothen Nasen, und ich werde mich rätber gesagt/ daß ich ein Ber- JÄ 2 nicht! Wie einen tollen Hund sollt Ihr mich Niederschteßen, wenn ich es bin!" Anstrengung der leidenschaftlichen Rede hatte ihn lanE ermattet zurück. Jetzt erneuerte der ® , tor, ben kühlenden Umschlag auf dem Kopfe des Kranken, ?gte 'hut die Hand, die er mit Eiswasser genetzt hatte, auf die Stirn und faßte die ferne mit ruhigem Druck. So saß E Doetor er wie entströi das er Ausdri sah er einem begann paar nach Ehr.) ließ an seinem Palast und an öffentlichen Gebäuden den Spruch anbringen: „Quod tibi fieri non vis alteri ne feceris“, was so viel heißt, als: „Was Du nicht willst, daß man Dir thu', das füge auch keinem andern zu.' -- Der heilige Kolumbanus that im Jahre 615 einen ähnlichen Ausspruch und aus diesen beiden ©toten ist der alte Reim- fpruch entstanden, welcher die höchste pädagogische Weisheit in sich faßt und zum Vademecum jeder richtigen Herzenserziehung werden soll. Wenn Gastgeber wie Gäste sich diesen alten Reimspruch stets vor Augen hielten, so wäre das Besuchemachen und Besuchcempfangen die Quintessenz des höchsten Lebensgenusses, denn was gibt cs Schöneres, als in wohlwollender Freundschaft mit seinen Mitmenschen zu verkehren, bei diesen verständnißvolles Entgegenkommen und warmen Herzenstaet zu sinden. Die Schule des Lebens allein lehrt aber beides nicht; der Keim dazu muß im frühesten Kindesalter gelegt werden, sollen sich derartige herzerquickende Eigenschaften in späteren Jahren zu Nutz und Frommen der Anderen und des eigenen „Jchs" zweckmäßig und hinreichend entfalten. Man thut folglich sehr unrecht daran, wenn man die Freude an der Gastfreundschaft, die Freude an dem Begriffe, Anderen etwas bieten zu dürfen, nicht frühzeitig in den Kindern weckt. Sie muß Hand in Hand gehen mit dem Gehorsam und der Gefügigkeit, soll aus dem Kinde ein erwachsenes Geschöpf werden, welches gerne Gäste bei sich empfängt , denselben das Leben angenehm macht, und ihrerseits auch im erforderlichen Falle sich als angenehmer Gast zu benehmen weiß. Kalbsleber auf italienische Art. Eine Kalbsleber schneidet man in 1/2 Centimeter dicke Scheiben, erhitzt in emtr Bratpfanne 30 Gramm Butter und bringt in dieselbe die Leber, die man während fünf Minuten unter öfterem Um- wenden über starkem und hierauf noch weitere fünf Minuten über schwachem Feuer braten läßt. Dann fügt man Swz, Theelöffel gehackte Petersilie, sowie den Sait hinzu und mischt im letzten Momente noch Fleischextract unter die Sauce. Man richtet einer flachen Schüffel an und gießt die Sauce nach besten Kräften den Aufenthalt gemüthlich und angenehm zu machen, aber damit sie dies von Herzen können, müssen sie an den Gästen wenigstens den Wunsch bemerken, kerne Störung im Hause zu verursachen und möglichst wenig Bedienung zu beanspruchen. Wer ein angenehmer Gast werden will, muß entweder von Kindheit an dazu erzogen werden, oder der mangelnden Erziehung selbst nachhelfen, wenn er einmal alt und vernünftig genug ist, um zum Lehrmeister an sich selbst zu werden. Frauen, welche mehr gewohnt sind, von Km^eit an auf Andere Rücksicht zu nehmen, sollten, wenn es nach Recht und Vernunft zuginge, in jedem Hause angenehmere Gäste sein als Herren. - Seltsamer Weise ist die Geschichte in der Regel aber gerade umgekehrt. Der Mann fügt sich leichter den Gewohnheiten eines fremden Hauswesens als die Frau, vielleicht, weil er in den meisten Fällen doch so viel Ritterlichkeit besitz , den Sinn und die Art der Hausfrau zu respectiren, wahrend die Frau für ihre Geschlechtsgenossin nur allzu häufig keine Rücksicht kennt. Im Fremdenzimmer das unglaublichste Chaos zu Tage zu fördern, die Dienstboten eines Hauswesens, in welchem man eigentlich gar nicht zu regiren hat, zu allen Stunden des Tages und der Nacht in Anspruch zu nehmen, die übliche Hausordnung umzukehren, weil man selbst an eine andere gewöhnt ist - das sind Dinge, welchen man bet Gästen nur allzu häufig begegnet und die es manchen Leuten verleiden, Anderen den Aufenthalt in ihrem Hause anzubieten. Mangel an Selbstsucht ist nicht nur die erste Bedingung, um erwerben, sondern auch die erste Tugend, soll, will man Anspruch daraus erheben, Gast zu sein. Es gilt dies für alle Ver- für die Kleinbürgerlichen wie für den Mittelgut für diesen wie für die verhältnißmäßig auf der Höhe des Lebens stehen. Mdaction: «. Vch-Yda. — Druck und «erlag der Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Sch-Yda) m M«- Literarisches. Aus tausendjährigem Schlummer zu neuem Leben erweckt sind -- Scarabäen, das sind altegyptische, sür Hig gehaltene @*en, welche aus der oberen Seite einen Käfer und auf der ^nnensiil Miniatur-Götterbild zeigen, und zwar dienen jetzt künstlerisch vellen^ Nachbildungen derselben den Damen als Gürtelschnallen, Hutagr N , Manschettenknöpfe u. a. m. Dieser seltsamen Neubelebung untergegangenen Mode gedenkt der vorzüglich geschriebene Mobende der soeben zur Ausgabe gelangten 18. Februar-Nummer Modonwelt", mit bunter Fächer - Vignette, Verlag v> oh O Schwerin, Berlin W. 35. In lieblichem Contrast zu dieser alt-ShM n Reminicenz treten die in herrlichen Genre - Bildern und Einze sig zur Darstellung gebrachten neuen Frühjahrsmoden, unter., de zwei entzückende Brauttoiletten das Interesse besonders deriemgen die selbst noch in ihrem Lebens- und Liebesfrühling stehen, m.» w nehmen werden. Auch der in diese Zeit fallenden Consirmatw l ü dacht und wiederum ein weiterer Raum den Kindermoden » ...1 welche in „Große Modenwelt", mit bunter Fächer - Vignette,. b an ", ganz besonderer Pflege sich erfreuen. Die illustrirte Belletns d eine humorvolle Carnevalsgeschichte „Romeo" von Reinhold u t dem beliebten Erzähler. Der große, jeder vierzehntägigen • beigegebene Schnittbogen bietet den Damen eine Handhabe z [( Anfertigung aller dargestellten Moden. Abonnements zu 1 » • jährlich durch sämmtliche Buchhandlungen, den Verlag, welche v Gratisprobenummern liefern, und durch die Postanstalten._______. Vermnsehtes. Eine umfassende Arbeit über die Schädlichkeit des Corsets, welche eine französische Aerztin und Doctoresse Mdme. GacheS-Sarraute in Paris zur Verfasserin hat, brachte derselben eine Prämie von 800 Francs seitens der medmm- schen Akademie ein. Die Abhandlung soll sehr interessante Fälle von körperlichen Mißbildungen und anderen Folgen des Tragens unzweckmäßiger Corsets bilden, doch zieht die Doctoresse aber auch ein neues, nach ihrer Behauptung allem allen Anforderungen der Gesundheit Rechnung tragendes Corset an, welches nach der erwähnten glänzenden Empfehlung der medicinischen Akademie seiner Erfinderin nunmehr noch mehr klingende Anerkennung wie die Abhandlung selbst bringen dürfte, da die gelehrte Dame doch jedenfalls sich die Neuheit patenttren lassen und zum Segen der Menschheit einem Pariser Geschäft überlassen wird. (Mitgetheilt vom Internationalen Patentbureau von Carl Fr. Reichelt, Berlin•> Decken mit bunter Stickerei zn waschen. Ist die Decke sehr schmutzig, so weiche man dieselbe eine Stunde in warmem Wasser (in und wasche sie dann in wärmerem .Wasser mit gewöhnlicher Seife, ohne zu reiben, nachdem man 10 bis 20 Tropfen Salmiakgeist zu dem Wasser gemischt hat Ist die Decke sauber, so spüle man mit lauwarmem Wasser, in welches man gleichfalls einige Tropfen Salmiak- q-ist gegeben hat, tüchtig aus. Hat die Cremefarbe etwas verloren, so löse man einen bis zwei Theelöffel Ocfev in Wasser auf und wasche die Decke darin nochmals durch; dann schlägt man sie in ein reines Tuch, läßt sie darin ein wenig trocknen und plätte sie dann, noch feucht, auf der linken Seite in fadengerader Richtung - durch dies Verfahren steht die Arbeit wie neu aus. * » *