ch himmlisch!« überzeugt und :ben steht eine I der Reihen- )üte besonders fallen würde.« uthige Gesicht- „Haben Sie ;es Fräulein, e kleine Ver- 7 an die man k, die hübsch köpfchen, um- itkrämpen, die innenphantasie dem Spiegel isigen Zungen iTt schien, so Schönen gar )ie Bedeutung ater, den die n. Ich stand nlichen Würde Hüterin dieser ekannt, einen mit dem sie einem so un- uesem Augen- igener Person luswahl trifft, Zerson, durch n Mann ausvorgekommen, gen Eindruck, werden, über- ieber Himmel, ? Napoleon zwischen zwei i und feiner m kann man an auch seiner )t, um mich :r Männer ist : Frauen. i auch was eiend): „Du, i." — i dem jungen ) wie so nicht was ist das ftitzchen, sind Uten heirathen das muß ja s, Fritzchen?' mau da von in Gießen. Cmftat tea iS. Biff IHWM IltÄl Ä Wer mit dem Leben spielt, '2 Kommt nie zurecht; Wer sich nicht selbst befiehlt, Bleibt immer ein Knecht. Goethe. In der Hoffnung ist das Glück am größten, in der Erfüllung am kleinsten, in der Erinnerung am — schönsten. A. E. Das Kind der Tänzerin. Roman aus dem amerikanischen Leben von Joseph Treumann. (Fortsetzung.) Die Aufwärterin kam jetzt herein, um abzudecken. Nachdem dies geschehen, befand sich Iris allein. An der Wand hing ein alter Spiegel mit vergoldetem Rahmen- ein zufälliger Blick in denselben machte sie schaudern. „Wie alt und welk ich schon aussehe!" murmelte sie vor sich hin- „wenn man seine fünfundzwanzig Jahre hinter sich hat, ist es nicht der Mühe werth zu leben. Keine Frau kann ohne Nahrung, gute Kleider, Sorgenfreiheit, Seelenruhe ihre Schönheit bewahren. Wir ärgern und grämen uns ein wenig, und dahin sind unsere Reize. Die Armuth ist der Frost, der dieselben frühzeitig tobtet. Großer Gott! Wird der schreckliche alte Mann zu Greylocks Woods mir helfen oder nicht? Wird das Kind im Stande sein, ihn zu erweichen? Ich darf indessen den Muth nicht verlieren- ich muß dieses Spiel gewinnen oder sterben!" Iris erging sich nicht gern in stillen Betrachtungen. Ihr vergangenes Leben zauberte ihr zu viele unangenehme Geister vor Augen- sie sprang daher auf und begann mit fieberhafter Hast im Zimmer umherzugehen- ihr Gebrechen nöthigte sie indessen bald, dieser Bewegung zu entsagen, scharfe Schmerzen schossen durch ihre verletzten Glieder- sie sank auf den nächsten Stuhl und brach in Thränen aus. „Oh, meine hübschen, kleinen Füße, bie zahllose Bewunderer einst zu küssen bereit waren!" schluchzte ste. Oh, meine Tage des Luxus, meine Nächte des Triumphes! Noch vor zwei Jahren war ich reich, von schönen Freiern umworben, glücklich. Und jetzt? Was bin ich? Ein elender Krüppel, ohne Geld und Freunde und genöihigt, einen hochmüthigen, alten Mann, der mich haßt und verachtet, um Hülfe anzuflehen. Fromme Leute würden ohne Zweifel meine Heimsuchung für eine gerechte Strafe des Himmels halten- ich halte sie für ungerecht, grausam, schrecklich!" Nach etwa einer Stunde kehrte Hannah mit dem Kinde vom Strand zurück. „Ich sah, wie jener Dragoner von einem Weibe durch das Fenster des Schenkzimmers dem Kinde nachblickte," sagte sie zu Iris- „jeder Geck in der Stadt gaffte in sein hübsches Gesichtchen." Merey Poole ließ sich nicht mehr vor ihren Gästen blicken, die vortrefflichen Mahlzeiten, die dem alten Gasthof Berühmtheit verschafft hatten, wurden ihnen von einer Kellnerin gebracht, die erschien, so oft sie es wünschten. Die Nacht kam heran. Ethel wurde in dem kleinen Zimmer zu Bette gebracht. Iris selbst vermochte nicht zu schlummern- sie warf und wälzte sich in dem weichen Federbette von einer Seite zur andern- sie seufzte und stöhnte die ganze Nacht hindurch und dankte dem Himmel, als sich der ' östliche Horizont endlich röthete. Sobald die Kleine auf war, rief sie dieselbe zu sich und umarmte sie. „Küsse Deine Mama!" sagte sie - „Du mußt heute Dein Aeußerstes für mich thun, Kind. Hannah, hast Du die Miethskutsche bestellt, die uns nach Greylock Woods bringen soll?" „Ja, Madame." „Wo ist unsere freundliche Wirthin, aus der die Natur jedenfalls einen Mann zu machen beabsichtigte? Ich konnte sie die ganze Nacht nicht aus meinen Gedanken verbannte." „Ich habe sie, Gott sei Dank, nicht gesehen- mir schauderte bei dem bloßen Gedanken an ihre durchbohrenden Blicke." Kurz vor Mittag ließ sich Rädergerassel vor dem Gasthof vernehmen. Iris blickte hinaus, in der Erwartung, die Miethskutsche zu sehen, war aber nicht wenig erstaunt, als sie einen prächtigen Landauer, von ein paar Vollblutpferden gezogen, vor dem Hause gewahrte. Auf dem Bocke saß ein farbiger Kutscher in Livree. In demselben Augenblick kam die Kellnerin mit einer Botschaft die Treppe heraufgelaufen. „Die Equipage von Greylock Woods ist eben angekommen, um Mrs. Greylock und das Kind abzuholen," sagte sie. Der Alte hatte seine eigene Equipage geschickt - das war sicherlich eine gute Vorbedeutung. Die Röthe kehrte wieder in das hübsche, blaffe Gesicht der jungen Wittwe zurück- ihre Augen leuchteten hell auf: „Rasch, Hannah!" rief sie, „setze Deinen Hut auf und wirf Deinen Shawl um; Du mußt mit mir kommen; kleide das 378 Kind an, damit es so lieblich wie möglich aussieht; auf Ethel beruht all' meine Hoffnung." Hannah gehorchte; sie war selbst ebenso erregt wie ihre Herrin. Der unbezahlte Lohn von zwei Jahren tauchte in ihrer Erinnerung auf; vielleicht zeigte sich dieser reiche Mann geneigt, die Schulden ihrer Gebieterin zu berichtigen. Die Beiden stiegen mit dem Kinde die Treppe hinab und nahmen ihre Sitze in der Equipage ein. Die Vollblutpferde setzten sich in Bewegung und Pflogen mit Windesschnelle von Blackport nach den Pforten von Greylocks Woods. Iris lehnte sich in den weichen Polstern des Landauers zurück und drückte in freudiger Erwartung das Kind an ihre Brust. Seit langer Zeit war dies das erste Mal, daß ihr der Luxus einer Fahrt in einer eleganten Equipage zu Theil wurde; ihr Herz schwebte zwischen Furcht und Hoffnung; sollte sie einen Triumph oder eine Niederlage erleben? Die Pforte des Parkes stand weit offen, wie um sie zu be willkommnen. Das Kind klatschte vor Freude in die kleinen Händchen. „Oh, der schöne Platz!" rief sie, „hier ist er, Mama, der schöne Platz!" „Ja, mein Kind; sieh nur, wie herrlich er ist, und wisse, daß dies Alles einem Fremden zufallen wird, wenn Du es ihm nicht entreißen kannst." Die Equipage fuhr unter den Kastanien der Hauptallee entlang, allein nicht nach dem Thor des Herrenhauses. Der schwarze Kutscher hatte seine Ordre erhalten. Zu Iris Erstaunen ließ er das stattliche, braune Gebäude hinter sich und fuhr weiter, an Treibhäusern, Blumengärten, einem Fischteich und einer Brücke vorüber, bis die Equipage endlich eine im Herzen des Parks gelegene Villa erreichte, die eine volle halbe Meile vom Herrenhause entfernt war. Hier hielt der Kutscher an. Mrs. Iris Greylock blickte umher und sah ein hübsches weißes Haus mit phantastischen Giebeln und Erkern und einem luftigen Vorbau, auf welchem sich eine zierliche Hängematte im Winde schaukelte. Vom Dache bis zur Erde war die ganze Front von Rosen verhüllt, die jetzt in voller Blüthe standen, gelben, rothen und weißen, Moos- und Dornenrosen. Die Blüthen rahmten jedes Fenster ein; sie hingen wie Banner über den Thüren, bedeckten den Vorbau wie mit einem spanischen Schirm. Als der Kutscher vor dem Eingang der Villa Halt machte, kam eine fette, ältliche, weibliche Gestalt die Treppe herab, um die Gäste in Empfang zu nehmen. Es war Mrs. Hopkins, die Haushälterin im Herrenhause. „Ich habe von Mr. Greylock den Auftrag erhalten, Sie im Hause umherzuführen," sagte sie; „er wünscht, daß Sie stimmt liche Räumlichkeiten in Augenschein nehmen; er selbst wird bald hier sein, um mit Ihnen zu reden. Geben Sie mir das Kind." Mit diesen Worten nahm sie Ethel in ihre Arme. Die Thränen rollten über ihre Wangen hinab. „Dies ist also des armen Robert Tochter! Gott segne sie! Sie hat die blauen Augen und hellblonden Haare ihres Vaters." Iris stieg aus, nicht wenig verwundert über diesen sonderbaren Empfang. Unter den herniederhängenden Rosen hinkte sie, auf Hannahs Arm gestützt, in die Villa. Die alte Hopkins ging ihnen als Führerin voran und öffnete die Thüren auf beiden Seiten des breiten getäfelten Hausganges. Da war ein eleganter Salon in Terra-Cotta und Blau, mit Tischen und Stühlen von Ebenholz, einem Plüschteppich und vielen kostbaren Kleinigkeiten, ein Boudoir in Rosa, mit Gemälden an den Wänden und einem Piano in einer Ecke, ein allerliebstes Speisezimmer mit einem von Rosen überhangenen Erkerfenster, Küche, Geschirrzimmer und im oberen Stock luftige und fchön möblirte Schlafzimmer, sowie eme Kinderstube voll Sonnenschein und Blumenduft. „Schon seit Jahren hatte Mr. Greylock diese Villa vermiethet," sagte die alte Hopkins; „vor einigen Tagenaber zogen die Leute aus, und das traf sich gut. Wir haben I unser Bestes gethan, um die Zimmer in Ordnung bringen * die meisten Sachen kamen aus dem Herenhaus. Doch bd klingelt es! Mr. Greylock ist hier; er wird Sie sostn zu sprechen wünschen." Iris ließ Hannah oben; sie nahm das Kind bei der Hand und hinkte mit demselben die Treppe hinab nach dem Salon. . w Godfrey Greylock war angekommen; er schritt langsam im Zimmer auf und ab und sah ungemein grimmig und feindlich aus, ganz und gar nicht wie ein versöhnlicher Schwiegervater. „Madame!" begann er, „ich habe Sie mit meiner eigenen Equipage holen lassen, um diese mir unangenehme Unterredung so rasch wie möglich hinter dem Rücken zu haben." Er warf keinen Blick auf Ethel, die, ein wahrhaftiges kleines Engelsbild, neben Iris stand; vielleicht getraute er sich nicht, in die Veilchenaugen zu blicken, die denen feines tobten Sohnes so ähnlich waren. „Ich habe reiflich über unsere gestrige Unterredung nachgedacht," fuhr der alte Herr fort, „sowie über Ihn und des Kindes Bedürfnisse. Meine Haushälterin hat Ihnen diese Villa gezeigt; wollen Sie hier bleiben?" „Ganz entschieden." „Ich will nicht, daß Robert Greylocks Tochter heimath- los ist oder der öffentlichen Mildthätigkeit anheimsällt; und da Sie als ein natürlicher Anhang zum Kinde zu betrachten sind, so ist es leider Gottes nothwendig, auch für Sie zu sorgen." „Sie sind sehr gütig," antwortete Iris pikirt. Er warf ihr einen durchdringenden, verächtlichen Blick zu und sprach weiter: „Ich biete Ihnen auf gewisse Bedingungen hin die Rosen-Villa zum Aufenthalte an. Sie halten sich Ihre eigene Bedienung, führen Ihre eigene Lebensweise; ich mache mich anheischig, Ihre Rechnungen zu zahlen." „Ich habe leider einige Schulden." „Auch diese sollen erledigt werden." Iris schlang ihren Arm um das Kind. „Und die Bedingungen?" sagte sie. „Er fuhr fort, im Zimmer auf und ab zu schreiten, ohne das Kind anzublicken. „Sie sollen hier in strenger Abgeschlossenheit leben, nie Besuche empfangen, nie ohne mein Wissen und meine Einwilluug dieses Anwesen verlassen. Innerhalb meiner Grenzen gilt mein Wille als absolutes Gesetz, dem sich Alle zu unterwerfen haben, die hier leben. Diese Villa ist eine ziemliche Strecke von dem Herrenhaus entfernt, Ihr Haushalt und der meinige dürfen nicht miteinander in Berührung kommen — ich möchte nicht zu häufig an Ihre Nähe erinnert werden; Sie sollen sich also fern von mir halten, jeden Verkehr mit mir meiden, der nicht alsolut nothwendig ist; Sie sollen es niemals vergessen, daß es einzig und allein um des Kindes willen geschieht, daß ich Ihnen diese Heirnath anbiete." „Und um des lieben Kindes willen nehme ich dieselbe an!" antwortete Iris mit einem Anfluge von Würde. „So wäre diese Angelegenheit also erledigt, erwarten Sie aber nichts von mir, weder jetzt, noch in der Zukunft. Ich wiederhole Ihnen, was ich bereits gestern sagtet Mein Testament ist gemacht, mein Erbe gewählt." „Verzeihen Sie die Neugierde einer Mutter; darf ich nach seinem Namen fragen ?" „Sir Gervase Greylock von Sussex in Ettgland. Und nun, Madame, alle übrige Angelegenheiten können Sie mit meiner Haushälterin besprechen. Senden Sie mir Ihre Rechnungen zur Erledigung. An dem Tage jedoch, an dm Sie meinen Befehlen zuwiderhandeln, werde ich mich meiner freiwillig eingegangenen Verpflichtungen entbunden erachten. Leben Sie wohl; ich hoffe, daß wir keine Veranlassung haben mögen, je wieder miteinander zu reden." Er verbeugte sich und schritt aus der Thür. Iris beeilte sich, Hannah herbeizurufen. Ein verlockender Imbiß wartete im Speisezimmer; der schwarze Hut und — 279 'dnung bringen; )aus. Doch da oird Sie sofort > Shnb bei der pe hinab nach schritt langsam n grimmig und n versöhnlicher ,/ich habe Sie i diese mir un- ich hinter dem 'N wahrhaftiges icht getraute er ne denen seines ;e Unterredung wie über Ihre nshälterin hat leiben?" wchter Heimathit anheimfällt; n Kinde zu 6e= «big, auch für Pikirt. htlichen Blick zu ife Bebingungen Sie halten sich e Lebensweise; x zahlen/' „Unb die Verb zu schreiten, :r in strenger gen, nie ohne aesen verlassen, als absolutes bie hier leben. :nt Herrenhaus rfen nicht mit- nicht zu häufig sich also fern ben, ber nicht als vergessen, illen geschieht, ne ich bieselbe Würbe. digt, erwarten i ber Zukunft, gestern sagtet Hit." tter; bars ich änglanb. Und innen Sie mit ie mir Ihre woch, an dem h mich meiner eben erachten. Veranlassung / ar. in verlockender irze Hut und Schleier verursachten ihr Kopfschmerzen. Ohne weitere Umstände warf sie diese Trauer-Embleme weg und brach in ein lautes Gelächter aus. „Sieh Dich um, Hannah," sagte sie; „dies ist unsere künftige Heimath; wir sollen hier leben, und Godfrey Grehlock wirb unser Kerkermeister sein. Oh, bieses Herz von Stein, biese Seele von Eis! Wie ich den Mann hasse! Ich soll nie ohne seine Erlaubniß bieses Anwesen verlassen, nie soll ich es wagen, vor seiner erhabenen Person zu erscheinen; er wirb uns «wessen füttern unb kleiben und Dir den Lohn ausbezahlen, den ich Dir schulde." „Gott sei gedankt!" rief Hannah aus; „man kann ja nicht immer von der Lust und bloßen Versprechungen leben, Madame." „Seine Diener werden mich bewachen, ich werde für bie Welt begraben fein, benn bieses Haus steht gleichsam allein in einer Wilbniß; von Vergnügungen ist keine Rebe. Das Leben hier ist fast schlimmer als ber Tob. Ich werbe mir wie eine Gefangene in einer Zelle vorkommen, allein bies ist Grehlock Woobs, Hannah, unb enblich, enblich habe ich, Roberts verachtete Wittwe, auf ben Boben bes ihm rechtmäßig zustehenben Erbes Eingang gefunben!" „So ist es, Mabame." „Es ist ein Schritt in ber rechten Richuug — ein Anfang, der zu großem Resultate führen mag. Der Himmel weiß, es wirb hart sein, eine solche Existenz auch nur auf einige Zeit zu ertragen; allein ich werbe balb Mittel und Wege finden, bie harten Bedingungen, unter benen ich hier leben darf, zu mildern. Ich mußte mich beherrschen, um nicht vor Wuth aufzuschreien, als er mit mir sprach. Immerhin wird sich's hier besser leben, als in unserem Kosthause in New- Uork. Machen wir uns an den Imbiß im nächsten Zimmer." Sie nahm Ethel auf ihren Schooß. Ein boshafter Blick flammte aus ihren schwarzen Augen, als sie das goldblonde Köpfchen des Kindes zurückbog und demselben prüfend ins Gesicht sah. „Ich habe Arbeit für Dich, Kleine," sagte sie in fast zischendem Tone. „Du hast mir die Thür zu dem Außenfort meines Feindes geöffnet, allein Du mußt mehr, noch weit mehr thun. Du mußt die Festung ganz und gar erobern; Du sollst alle die Beleidigungen rächen, mit denen er mich überhäuft hat, sollst ihn zu meiner Beute unb Dich selbst zur Herrin von Grehlock Woobs machen. Du sollst bie großen Erwartungen bes Sir Gervase, bes englischen Erben, zu nichte machen, sollst mir zu Reichthum, Macht unb Ansehen verhelfen, meine gehorsame Tochter sein, bie keinen andreren Willen hat, als ben meinigen. Es wirb eine schwere, vielleicht gefährliche Aufgabe fein, alle biefe Dinge zu erreichen, allein Du mußt es thun!" „Wehe bem armen Kinbe, wenn es biefe Ausgabe nicht löst!" murmelte Hannah leise vor sich hin. 12. Capitel. Pollys weitere Erlebnisse. Auf einem kleinen, weißen Bett in einem kühlen, stillen Hospitalzimmer lag ich, mit bem Tobe ringenb. Ich hatte meine Anhänglichkeit an Ran theuer zu bezahlen, bie gräßlichsten Schmerzen wütheten in allen meinen ©liebem. Mein verbunbener Kopf, von bem irgend, eine sorgsame Hand die verworrenen Haare weggeschnitten hatte, pochte unb arbeitete unablässig; bas Delirium gaukelte mir Tag unb Nacht bie seltsamsten Visionen vor. Ein Fenster am Kopfende meines Bette sandte einen Lichtstrahl herein, der zitternd auf der schneeweißen Decke lag, die meinen hülflosen kleinen Körper einhüllte; mein Gesicht marterte sich beständig ab, bie Lichtleiter zu ersteigen, auf bereit oberster Sprosse Nau auf mich wartete. Ich mußte sie finben, selbst inmitten meiner Qualen beschäftigte mein Geist sich immer mit ihr. Ich erschöpfte mich mit vergeblichen Bemühungen, bie Sonnenleiter zu erklimmen unb bie verlorene Nau zu suchen. , In jenen schrecklichen Tagen glaubte Weber Doetor Steele, einer ber Hospitalärzte, noch sein Neffe, Dick Vanbine, ein Student ber Mebiein, ber bem Onkel assistirte, baß ich mit dem Leben davonkommen könne. „Diese Straßenjugend ist nicht leicht umzubringen," hörte ich in einem lichten Augenblicke den Doetor sagen; „die Zähigkeit, mit der sie sich an ihr elendes Leben klammert, ist oft wunderbar." „Das arme Ding!" sagte der junge Mann; „ich werde das Entsetzen, das ich empfand, als ich sie unter den Hufen der Pferde sah, nicht so bald vergessen." „Du wirst Dich an derlei Dinge gewöhnen müssen, mein Junge," entgegnete der ältere Herr, und sie entfernten sich Beide. Eine freundliche Wärterin befand sich im Hospital, die sich viel mit mir beschäftigte; sie erschien mir wie ein Engel der Barmherzigkeit. Doetor Steelle und sein Neffe sprachen häufig mit ihr über meinen Zustand; er ließ sich Alles erzählen, was ich im Delirium sprach, und so kannten sie Alle bald meine ganze Geschichte. Eines Tages öffnete ich mit völligem Bewußtsein meine hohlen Augen und erblickte Vandine, der sich über mich beugte und der Wärterin behilflich war, mir eine neue Bandage anzulegen. „Wahrhaftig, sie ist wieder zu sich gekommen!" rief der junge Mann freudig ans. „Halloh, Polly; wie fühlst Du Dich, mein liebes Kind?" Ich blickte ernst in fein nichts weniger als hübsches Gesicht und sagte: „Wo ist Nan?" „Ich weiß es wirklich nicht," antwortete Vandine sorglos; „sie wird sich aber ohne Zweifel bald finden." „Ich habe sie in ber Kutsche gesehen." „Wirklich? Nun, das fiel sehr unglücklich für Dich aus." (Fortsetzung folgt.) Der neue Hut. AuS bem „Würzburger General-Anzeiger". (Schluß.) Ich erlaubte mir baher, um selbst in Gebanken von meiner eapriziösen, kleinen Frau ben Verbacht ber voll- ftänbigen Entartung fernzuhalten, bie Bemerkung, daß ich mit biesem Kauf eine Überraschung beabsichtige. Ich bat also, mich von vornherein auf biesem „Kunst"- gebiet als vollkommener Böotier vorstellenb, um gütige Belehrung, was eigentlich in biefer Saison mobern sei; beim, so viel ich vorher aus bem Gespräch ber Damen entnehmen konnte, sieht man beim Damenhut nicht barauf o b er kleidsam ist, den elementarsten ästhetischen Forderungen entspreche, sondern ob er modern sei. Die vielbeschäftigte, freundliche Dame suchte aus einer Mappe ein Journal, drückte es mir in die Hand und sagte: „Hier brinn werben Sie Alles finben." Ich ließ mich also in ber entferntesten Ecke bes Geschäfts auf einem Stuhle nieoer, klappte „La Modiste de Paris“ auf unb vertiefte mich in ben Inhalt dieser Schrift mit einem Eifer, als säße ich zu Hause an meiner Arbeit über „Die Münzverhältniffe ber Athener". Ich vertiefte mich — es war bas erste Mal in meinem Leben — in bas Journal mit einem Eifer, als ob mein Seelenheil von bem Erfolg bieses Stubiums abhinge. Nach langem Suchen fanb ich enblich heraus, was ich brauchte. Ich erfuhr, baß bie biesjährigen Hüte mittel großranbig seien, wenn auch immerhin nicht so breitrandig wie im vorigen Jahre. So, nun wußte ich es. Um aber ganz sicher zu sein, bat ich bie Direetriee noch um einige Informationen. Ich weiß mich nicht zu erinnern, baß ich feit langer Zeit so hervorragenb aufgepaßt habe, als bei biefen Ausführungen. Ich gebe Ihnen, sehr geehrte Damen, bas Resultat dieses Interviews brühwarm wieder: Die Hüte werden jetzt, so wurde ich belehrt, in drei Farben getragen, roth, grün unb lila. Die Hüte sind 280 alle s