B8H am MM M Bi MWH >acht auf und rauscht durchs Thal, ihr Bronnen, Und lobt den Herrn mit frohem Schall! Wacht auf im Frühlingsglanz der Sonnen, Ihr grünen Halm' und Blätter all'! Ihr Veilchen in den Waldesgründen, Ihr Primeln weiß, ihr Blüthen roth, Ihr sollt es Alle mit verkünden: Die Lieb' ist stärker als der Tod! Seibet. Es hat der Lenz in seinem Weh'n Ein tiefes Glück für Dich bereit: Du sollst den Hauch der Ewigkeit Im Ewigwechselnden versteh'»! Frida Schanz. Hleöer ein Kleines. Ev. Johannis 15, 16. „lieber ein Kleines, Ihr werdet mich missen — lieber ein Kleines, Ihr werdet mich sehn." Daß er's den schwachen Seelen künde, Empfing der Täufer dies Gebot, Und um das Uebermaß der Sünde Ertrug der Herr den bitt’ren Tod. Am Grabe stöhnte laut die Klage, Der Stein, das Grauen lag darauf; Doch sieh', — am dritten Schmerzenstage Stand Jesus Christus wieder auf. Ueber ein Kleines: Die Nacht war zerrissen — Tod überwunden — Wiederersteh'n! Ob schlimm die Menschen, ob sie hassen Ob die Natur die Kräfte mißt, Es wird sich nie verderben lassen Was schaffend und was göttlich ist. Es ruht ein Keim in allen Dingen, Und ewig wirkt das Leben fort; Hier wird das Licht die Nacht durchdringen Den Herzenstod die Liebe dort. Ueber ein Kleines, o hoffe und harre! Gläubig besiegst Du das tödtliche Starre. Den Schnee schmolz kaum in letzten Resten Der Frühlingsathem von der Flur, Und schon grünt's zart in allen Aesten; Es kreist lebendig die Natur. Ob auch der Winter Kraft und Sprossen Vier Monde feindlich niederhält, Der Schooß des Werdens wird erschlossen, Und neu gebiert sich stets die Welt. Ueber ein Kleines: Lenz und Frohlocken — Hörst Du — hörst Du die Osterglocken? — O Osterglocke, Mund der Gnade, Jahrtausendalter Zauberklang, Du hebst auf seinem Pilgerpfade Das Herz im Anfirstehungsdrang. Du schwellst die Hoffnung, stärkst den Kranken, Du trägst das Glück in jedes Haus Du dehnst voll seliger Gedanken Zum Himmel jede Seele aus. Heber em Kleines: Knospende Triebe, Sonnenschein, Blumen — Leben und Liebe. Grimma. Heinrich von Lautern. Charfreitag und Ostermorgen. Erzählung aus den Thüringen Bergen von C. Greiner. (Nachdruck verboten.) Nun waren die Glocken verhallt, welche vorhin mit ihren Trauerklängen einen müden Wanderer auf seinem letzten Gange begleitet hatten, und auf das heute in Stille des Charfreitags ruhende industriereiche Walddorf senkte sich abendliche Dämmerung. Das Haupt geneigt, die Hände auf dem Rücken gekreuzt, schritt der junge Ortspfarrer Curt Eschenburg in seinem weiten Hausgarten auf und nieder: wann wäre ihm wohl je zuvor eine Grabrede so sauer geworden wie die soeben gehaltene? Der Todte noch vor wenig Monaten ein allgemein geachteter und beliebter Mann — und nun ein mit Mißtrauen Angesehener, Gemiedener, dem nur wenige Nachbarn das letzte Geleit gegeben. Wahrhaftig, es war doch etwas Furchtbares um solch einen geheimen Verdacht, der, fast schlimmer als eine gefürchtete Krankheit, einen Menschen zum Gegenstand der Scheu machte, dem jeder so viel als möglich aus dem Wege zu gehen suchte. Wer ihn wohl damals zuerst hatte laut werden lassen, erst verstohlen flüsternd, bis bald genug der ganze Ort es wußte und glaubte: Valentin Bose hat seine schlecht rentirende, schwer verkäufliche Fabrik weg- 178 gebrannt, um mit der nicht unerheblichen Versicherungssumme etwas Neues, Besseres anzufangen? Wenn der Mann wirklich gethan, was man ihm schuld gab, dann hatte er jedenfalls nicht bedacht, daß verlorenes Hab und Gut leichter zu ersetzen ist als ein verlorener guter Name, und er die einzige Tochter des Besten beraubt hatte, was ein Vater seinen Kindern hinterlassen kann. Doch ein Verdacht ist noch lange kein Beweis: Gertruds Vater ein Brandstifter, ein Ehrloser — nein, es konnte ja nicht sein, mochte auch der Schein sich nicht ganz wegleugnen lassen. Und an diesem unseligen Verdachte sollte nun das Glück zweier Menschenherzen scheitern, nachdem es kaum seine ersten Knospen getrieben! Den Kopf schwer in die Hand stützend hatte sich Eschenburg in einer versteckten Laube niedergelassen, um die bereits der junge Flieder gar lustig sproßte. Ueberall, wohin das Auge schaute, das Ohr hörte, wonniges Frühlingserwachen, nur in ihm selber Charfreitagsstille und Charfreitagstrauer, obgleich Ostern vor der Thüre stand. Wie so anders hatte er sich das kommende Fest gedacht, das ihn und die, welche er lange still im Herzen getragen, als glückliches verlobtes Paar hatte finden sollen! Nun hatte ein ungeahntes Schicksal seine Hoffnungen zerstört, wie oftmals ein unerwarteter Nachtfrost die ganze junge Lenzespracht. Nicht daß er hätte glauben müssen, Gertruds Neigung habe einem losen Blatte geglichen, das der Wind verweht, nein, ihr Herz war ihm wohl auch heute noch nicht völlig entfremdet, aber seit der Unglücksstunde, in welcher jenes dunkle Gerücht, das über ihren Vater umlief, ihr zum ersten Male zu Gehör gekommen, hatte sie das kaum geknüpfte glückverheißende Ver- hältniß jäh abgebrochen und jede von ihm versuchte Annäherung entschieden zurückgewiesen: ein Mädchen, dessen Vater man eines verübten Verbrechens für verdächtig hielt, konnte ja nach ihrer Ueberzeugung niemals die Frau eines Mannes werden, der mehr als jede andere berechtigt war, für sich und die Seinen von der ganzen Gemeinde vollste Ehre und Achtung zu fordern. Und an dieser Ueberzeugung Gertruds hatten weder Zeit, noch Bitte und Vorstellungen bis heute etwas zu ändern vermocht. Welche auffällige betrübende Wandlung aber war mit ihr selber vorgegangen. Ihre herzgewinnende Freundlichkeit und harmlose Fröhlichkeit hatte einer herben Verschlossenheit Platz gemacht, und jener Zauber, womit das Glück einer jungen Liebe noch jüngst ihr ganzes Wesen verklärte, war einer ängstlichen Scheu gewichen. Ob sie insgeheim vielleicht selber an die Schuld ihres Vaters glaubte? Der Himmel mochte verhüten, daß sie dazu Grund hatte! Ein Geräusch in nächster Nähe ließ Eschenburg aus seinen trüben Sinnen auffahren: auf dem Friedhöfe nebenan schüttete soeben der alte Todtengräber ein Grab zu. Wie dumpf die Schollen aus den Sarg polterten! Der Lauscher hätte hinüberstürzen und dem Todten, bevor sich das Grab über ihm schloß, zurufen mögen: „Valentin Bose, haft Du es gethan? Hast Du es nicht gethan?" Thörichtes Verlangen! Die Todten gaben keine Antwort mehr. „Guten Abend, Curt. Ich bringe Dir Gertruds Gruß und Dank," hörte er statt dessen eine wohlbekannte Stimme neben sich sagen, während eine in Trauer gekleidete Frauengestalt gleichzeitig an seiner Seite auf der Gartenbank Platz nahm. Wie dem Angeredeten bei Nennung jenes Namens das Blut in das eben noch bleiche Antlitz schoß! „Du kommst schon, Elisabeth?" fragte er betroffen. „Ich glaubte, Du würdest Dich der Einsamen annehmen." „Das hätte ich sicher auch gern gethan," entgegnete die Schwester, „doch Gertrud selber schickte mich fort, da sie wegen ihrer Aufnahme bei einer alten Verwandten in W. heute noch zu schreiben vor hatte. Laß mich ausreden, Eurt," bat sie, als der Bruder sie unterbrechen wollte,- „wie diese Dachen nun einmal stehen, ist es sicher das Beste, Gertrud sucht sich sobald wie möglich eine andere Heimath, denn—." „Aber Bose hat er nicht gethan, eS wird, es muß sich ausklären!" fiel jener der Sprecherin heftig in das Wort. „Das hoffe ich ja auch, und Gott mag dazu helfen," entgegnete Elisabeth beschwichtigend, „doch so lange das nicht der Fall ist, werden wir Beide den Verdacht von dem Todten nicht abwälzen können, und ebenso lange, fürchte ich, wirst Du Dich der Hoffnung auf Gertruds Besitz entschlagen müssen. Ich bin aber überzeugt," schloß sie zuversichtlich, während sie liebkosend über des Bruders Haar strich, „Gertrud versagt sich Dir nur aus allzu großer Liebe. Sie gönnt Dir das vollkommenste Glück und verzichtet lieber auf das ihre, aus Besorgniß, Du könntest Deine Wahl später einmal doch bereuen, was freilich auch ich nicht für ausgeschlossen halten wie mich das aber schmerzen würde, dies, denke ich, brauche ich Dir nicht erst zu sagen." Eschenburg erhob sich unerwartet. „Du meinst es gut, Elisabeth, und möchtest mich gern trösten, ich weiß es," sagte er bewegt, die Hand der Schwester ergreifend, „sei beöankt und habe Geduld mit mir. Wohl geht die „stille Woche" mit heute zu Ende, doch giebt es noch andere, die länger währen als sieben Tage." * * * Und nun graute int Osten der junge Oftermorgen. Ob die beiden hübschen Mädchen, die, jede mit einem Henkelkruge versehen, in dieser frühen Morgenstunde zu der nahen Waldquelle wanderten, es wohl nöthig hatten, um einem jungen Burschen zu gefallen? Gewiß nicht. Aber vielleicht galt es, jenen einen zu fesseln, der sich ebenso auf Frauenschönheit verstand, wie er selber mit seinen dunklen Gluthaugen, dem kecken Schnurrbart mtb schneidigen Wesen allen jungen Schönen des Ortes die Köpfe verdrehte. Lange genug freilich hatte es geschienen, als ob für Franz Ramming, ersten Modelleur an der großen neuen Porzellanfabrik, die ganze junge Mädchenwelt gar nicht vorhanden wäre, doch seit sich jener — wie alle Welt wußte — im Herbst bei der bildhübschen Gertrud Bose einen Korb geholt, durften auch andere sich rühmen, von dem gefeierten Künstler nicht länger übersehen zu werden. Zu was auch lebenslang der Einen nachtrauern, wenn man unter einem Dutzend Anderer die Wahl haben konnte? Da waren gleich in erster Reihe die „braune Else", des Thermometerfabrikanten einziger Kind, und Helma, die schmucke Tochter des reichen Mediein- händlers, die den verschmähten Freier wegen seines Mißgeschicks für ihr Leben gern getröstet hätten. Welcher von den beiden, die er bislang gleich ausgezeichnet, der Heißbegehrte wohl seinen Ring geben würde? Die sorgenvolle Frage beschäftigte auch jetzt die zweie vollauf, während sie im gebotenen Schweigen des Osterwasserzaubers Seite an Seite ihren einsamen Weg verfolgten, denn so innig befreundet Beide von Jugend auf auch waren, so stand doch fest, daß Keine der Anderen jenes Glück gönnte, welches sie für sich selber ersehnte. Mit einem Male standen die Mädchen wie auf Commando horchend still und faßten einander unwillkürlich bei der Hand: hatte es nicht wie ein entfernter Schrei durch die lautlose Morgendämmerung erklungen? Schwarz und unheimlich lag da vorn der Wald, wo unter moosigem Gestein die Quelle hervorsprudelte, deren schönheitspendendes Wasser man schöpfen wollte: sollte dort etwas vor sich gehen? Vielleicht, daß der Gendarm Einen beim Waldfrevel erwischt, ober ber Forst- gehülfe hatte wohl gar einen Wilberer abgefaßt, ber sich bei Tagesgrauen einen Ofterbraten hatte holen wollen? Klopfenben Herzens horchten bie Gefährtinnen eine Weile, boch Alles blieb still. Ob man sich weiter wagte ober — bem Ziele so nahe — toteber umkehrte? Am Ende hielt sich hier in ber Nähe Einer versteckt, der es darauf abgesehen hatte, die frühen Wasserschöpferinnen zu erschrecken: Scheu und furchtsam eimath, u6 sich Wort. ielfen/z s nicht Lobten wirst müssen, mhrend td ver- nt Dir s ihre, al doch halte - brauche ch gern hwester Wohl :s noch iit. einem zu der in, um Aber tso auf dunklen Wesen idrehte. Franz rzellan- ihanden — im geholt, künstlet inslang Outzend t erster linztgeS iedicin- s Miß. 1er von begehrte age beim ge- t Seite reundet st, daß für sich nmando ■ Hand: lautlose lieh lag Quelle schöpfen >aß der Forst- sich bei : Weile, so nahe r Nähe frühen rchtsam — 178 — er's noch erlebt hätte!" Während so die Reden immer lebhafter durcheinander schwirrten, eilte Eschenburg bereits geflügelten Schrittes dem Dorfe zu. Vor einem sauberen Hause, in welchem Valentin Bose seit seinem Brandunglück Wohnung gefunden hatte, stand er jetzt athemlos still und klopfte an da» Fenster. Die alte Frau, welche dasselbe öffnete, traute ihren Augen nicht. „Ach, du meine Güte, der Herr Pfarr'! Kommen wohl gar von der Hirschenquelle? Und ist es denn wahr, waS da draußen passirt sein soll, just heute am lieben Ostermorgen?" „Leider," nickte der Gefragte flüchtig- doch Sie sehen wohl einmal nach, ob ich — Fräulein Gertrud sofort sprechen kann? Ich warte unterdessen hier." Die Alte stutzte. „Das Trudchen wollen der Herr Pfarr' sprechen? Ja die ist schon vor einer Weile mit einem schönen Osterkranz hinüber auf den Kirchhof. Das arme Ding! Ganz verwandelt hat sie sich, als die Nachbarin von dem heillosen Unglück erzählte. Der Franz Ramming — der Herr Pfarr' werden'» auch wissen — hat ja lange um die Gertrud gefreit. Sin PrachtSmensch, der sein schöner Auskommen hatte, aber gemocht hat sie ihn halt doch nicht. Ob sie insgeheim einem Andern gar war? Vielleicht dem Herrn Forstpractikanten, zockten die Mädchen in daS dunkle Gebüsch zu Seiten des I nur der Lod ihm Befreiung von seinen Qualen bringen WcgeS, doch was sich hier und dort darin regt«, war nur konnte. ein Thier des Waldes, das, die Nähe von Menschen witternd, TheilnahmSvoll umstanden die Anwesenden den Arzt, schleunigst sein Nachtquartier wechselte. der unter dem Beistand deS Pfarrers sich mühte, dem Jetzt warf Helma einen prüfenden Blick nach Osten: I Sterbenden, so gut eS gehen wollte, den letzten Kampf zu Gottlob! dahinten wurde es zusehends hell und Heller, und erleichtern. . wenn man an der Quelle sein wollte, bevor die Ostersonne I Tw/ welches Schauspiel. Droben tn den Wipfeln der ihre drei Freudensprünge machte, hieß es, sich sputen. Also I alten Waldriesen stammte eS plötzlich auf, und gleich darauf niuthig vorwärts! Horch, droben in den Zweigen der erste I schoß es tote ^lrahlenpfetle durch Aeste und Zweige. mi Vogelton! Ein Finke, der den erwachenden Sangesbrüdern I ihrem holdseligsten Lächeln grüßte die junge Ostersonne den seinen noch etwas schüchternen Gutenmorgengruß zurief. schlaf^iden Wald. Fast unhörbar klangen jetzt die Schritte der wieder ber fliegende die Augen, doch starr und starrer rüstig Ausschreitenden auf dem weichen Waldboden. Ob man J alsbald ihr Blick auf die von Zweig zu Zweig wohl die Ersten zur Stelle war, oder Andere noch früher ^^nden Lichter, während sich auf dem bleichen Antlitz aufgestanden sein mochten? Wenn die Burschen sichnicht @nt^en matte. ba toar e§ wieder das schreckliche Bild! verschlafen, dann gab es alljährlich einen lustigen Kampf $ _ bort , Wie eS züngelt — wie e» loht!" um das begehrte Wasser, der von den jungen Mannern um " h„por. „DaS Haus - die so lauter geführt wurde, je schweigsamer sich di, Mädchen ’ Lf| „Alle»'" zu verhalten hatten, sollte nicht der ganze Zauber vereitelt $ @ p^ntaflrt; letzte Schwäche," raunte der alte Doetor sein. Und Franz Rammmg? Er hatte scherzend gedroht, 1 ' 8 ' Keine mit dem Kruge zur Quellw zu lassen, die sich von ihm Dieser gab keine Antwort. Wie ein herniederfahrender nicht zuvor das Recht des Schöpfens mit einem Kusse er- $ plötzlich das Dunkel erhellt, so hatte ihn ein Gedanke kauft h°be. Nun, die „schöne Gertrud" brauchte sich keines- J « g ruhigen besonnenen Manne jetzt das Blut alls einzubllden, daß der Franz sich heute noch um sie ' b{ abJJ ■ ' gräme, selbst wenn sie nicht Valentin Boses Tochter ge- siurmtfch durch ore Avern jagte wesen wäre • „Was ist verloren, was?" fragte er Mit vor Erregung . . . . , I klangloser Stimme, indem er sich tief zu dem Sterbenden Eine Jede m Gedanken nut dem erwähnten Freier be- « ' - bem brande bei Valentin Bose: schaftigt, war man inzwischen dem Ziele der frühen Wände- 8 ' f davon? Reden Sie die Wahrheit, wenn rung rasch nahe gekommen. Wahrhaftig, dort vorn plätscherte I Quf einett gnädigen Richter hoffen wollen!" chon ganz vernehmlich die klare Duelle. Doch welch Hemmmß I @ t etwas Befehlendes, Zwingendes in dem Ton, das sperrte da plötzlich den Weg? Geäst und Zweige tote vom £ mjirltttta nicht verfehlte Sturm gebrochen, und dort, dort - es war keine Täuschung ’etne ^’rt“n9 n«”t f+ — ein Mensch, ein Mann lang ausgestreckt wie ein Todter! Mit dem Ausdruck hülfloser Angst hmgen Rammt tg E'n Schrei des Entsetzens gellte gleichzeitig aus dem I 9 Gnädiger — Richter," wiederholte er schaudernd. Munde ber Selben Mädchen unb weckte in bem schweigenben n buchend hervor, -,ich hab'» - gethan - Forste em hallenbes Echo. . I in Schmerz — in ber Wuth. Die Gertrub — — Else, ber vor Schreck ber Krug entglitten, barg schauernb I ba^r u das Gesicht in den Händen, während Helmas Augen wie $ie ßunge 'versagte den Dienst - noch ein Röcheln, und von Grauen gebannt an der regungslosen Gestalt am Boden ber Sonnenstrahl, der soeben durch die Zweige blitzte, traf hafteten. Spielten ihr ihre aufgeregten Sinne einen Streich? I ba§ Antlitz eines Tobten. Täuschte sie das graue Dämmerlicht? Nein, sie kannte ihn, Minuten lang herrschte ringsum ernste», der dort lag. I regungsloses Schweigen. Dann ging es erst flüsternd, dann „Herr und Heiland," stammelte sie, „so wahr ich lebe, Iauter tit)n Mund zu Mund: „Er hat's gethan! Der der Franz Ramming. Else," wendete sie sich mit bebenden Ramming hat dem Bose das Haus angesteckt! Der Alte Lippen rasch entschlossen an diese, „lauf', was Du kannst toar unschuldig, ich hab's ja immer gedacht! Herrgott, wenn und schlag' Lärm im Dorfe! Der Doctor, der Schulze und," r . . setzte sie gedämpft hinzu, „am End' auch der Herr Pfarr'. Ich selber bleibe indessen hier, aber wenn Dir unterwegs Einer begegnet, so heiß ihn eilen, damit ich mit dem dort" | — sie machte eine bezeichnende Handbewegung — „nicht gar so lange mutterseelenallein bin. Jst's auch der Franz Ramming, so grus'le ich mich doch wie vor einem Tobten." Fröstelnd zog sie die Schürze über die Arme, während sie sich am Wege auf einen Moosrand niederkauerte. Else versuchte keine Einwendung. „Meinst, daß es aus ist mit ihm?" flüsterte sie mit einem scheuen Blick auf den Daliegenden, mit dem sie die Freundin noch vor zehn Minuten um keinen Preis allein gelaffen haben würde. Nun aber rannte sie scheu davon, der Anderen die unheimliche Wacht allein überlaffend. * * * Die Schreckenskunde, welche die „braune Else" in das Dorf getragen, war trotz der frühen Morgenstunde wie ein Lauffeuer von Haus zu Haus geflogen, und bald befand sich Jung und Alt auf dem Wege zu der Unglücksstätte. Zu helfen gab es da freilich nicht viel mehr: Franz Ramming, der im Astwerk einer alten Fichte versteckt, die Mädchen beim Schöpfen be» Osterwaffer» zu necken gedacht hatte, war von einem brechenden Aste so unglücklich abgestürzt, daß 180 ier alle Tage —. Aber so wahr ich lebe/' unterbrach sich die Schwätzerin plötzlich, „der Herr Pfarr' schauen Übel au». Justement ist mein Kaffee fertig, und wenn der Herr Pfarr' einer alten Frau die Ehre anthun wollten —." „Danke, Frau Ringler, ein ander Mal," wehrte dieser hastig, und da war er auch schon über die Gasse, während die Alte kopfschüttelnd hinter ihm das Fenster schloß. — Wo hätte Eschenburg die Gesuchte zu dieser Stunde auch wohl lieber getroffen als drüben auf dem stillen Kirchhof? Ja, dort neben einem frisch aufgeworfenen Hügel saß sie auf einem Grabsteine, eine stille Dulderin, die wie am heutigen Morgen einst Maria, kummerschweren Herzens an einem Grabe weinte. „Gertrud!" klang es in diesem Augenblick leise und doch so geheimnißvoll froh an das Ohr der einsam Trauernden. Mit einem halb unterdrückten Aufschrei hob diese das tief auf die Brust geneigte Haupt: hatten vielleicht ihre schmerzlichen Gedanken den Mann herbei gezogen, der da so unerwartet vor ihr stand? „Ich habe Sie erschreckt," begann dieser nach eigener kurzer Sammlung, „doch ich wollte nicht, daß ein Anderer mir mit der Botschaft zuvor käme, die bald genug der ganze Ort wissen wird. Gertrud," fuhr er leuchtenden Auges mit gehobener Stimme fort, „Gottes Wege sind wunderbar! Kein Schatten fällt mehr auf das Grab zu unfern Füßen, und die ganze Gemeinde betrauert mit mir zur Stunde den Todten, der hier ruht, als den, der er lebenslang gewesen — ein Ehrenmann!" Wie die Dasitzende empor sprang und den Sprecher mit weitgeöffneten Augen anstarrte! „Und wer — wer hat eS gethan?" stieß sie bebend hervor. „Einer, der bereits vor seinem Richter steht," sagte Ejchenburg ernst, „Franz Ramming." Todtenbleich taumelte Gertrud ein paar Schritte rückwärts. „Der — der —" stammelte sie, „o du mein Gott, und daS — das habe ich verschuldet, ich!" „Wollen Sie sich anklagen, daß sie einem, für den ihr Herz nicht sprach, keine Hoffnung gemacht haben?" fragte Eschenburg vorwurfsvoll. „Aber mein Vater — mein armer Vater," schluchzte jene händeringend, „wie hat er gelitten unter jenem fürchterlichen Verdacht!" „Wer auf der ganzen Welt hätte schuldlos wohl mehr gelitten als der, dessen Auferstehung wir heute feiern?" entgegnete Eschenburg mit Ueberzeugung. „Ihrem Vater, Gertrud, hat Gott alle Thränen abgewischt, hier aber" fuhr er bewegt fort, „steht einer, der kaum weniger gelitten hat als jener, denn ein finsterer Schatten drohte bis zur Stunde zwischen ihm und seinem Glück. Gott Lob! das goldene Licht der Ostersonne hat jenen Schatten für immer verscheucht, und nun lassen Sie mich, den ernsten Mann, an dieser ernsten Stätte fragen, was sich mir unaufhaltsam aus dem Herzen auf die Lippen drängt: Gertrud, werde ich jenes so lange und schmerzlich ersehnte Glück haben und halten dürfen für alle Zeit?" Ueber die schlanke Mädchengestalt im schwarzen Trauer- kleide flog ein Beben. Wohl öffnete sich der kleine liebliche Mund, aber über die zuckenden Lippen kam kein Laut. Dock der Strahl, der aus den nassen Augen brach, mußte wohl auch eine Sprache reden, denn als jetzt die Ostersonne mit ihrem goldigsten Glanze den stillen Kirchhof überfluthete, da kniete an einem frischen Grabhügel Hand in Hand ein junges Paar und lauschte tiefbewegt den über ihren Häuptern sich erhebenden Glockenstimmen, die der Welt verkündeten: „Christ ist erstanden AuS des Todes Banden, Freue, freue dich, o Christenheit!" Gein-rnnützig-». Die Geschlechter bei Eanarietwögel« unterscheidet man: 1. nach ihrem Aeußeren: Der Hahn ist intensiv gelber resp. dunkler gefärbt, namentlich um die Schnabelbasi», aus dem Scheitel und an der Kehle, hat auch einen etwas breiteren Kopf, stolzere Haltung und kräftigere Bauart. Dar Weibchen ist stets blasser, zeigt um den Hals einen weißlich schimmernden, verwaschenen, kaum bemerkbaren Ring und aus dem Kopie eine biaßgelbe, statt hochgelbe Platte. 2. Im vorgerückten Alter, nach der Mauser oder zu Beginn der Brutzeit, kann man Hähne und Weibchen an dem mehr oder weniger entwickelten Steißzäpfchen erkennen, das beim Männchen mehr spitz nach vorn hervortritt, beim Weibchen dagegen breiter, weniger vortretend und mehr nach hinten gerichtet ist. Für geübte Aufkäufer ist dies das sicherste Kennzeichen. * * * Wattirte Bettdecken zu wasche«. Eine wattirte Decke weicht man einen Tag in kaltem Wasser, welche» man zuweilen erneuert, ein und reinigt dieselbe, wenn der Staub ausgezogen ist, auf einem Tisch mit der Bürste und kalter, recht fetter Seifenlauge. Ist die Decke allenthalben gründlich abgeseift, so staucht man sie in einem Faß mit Wasser tüchtig aus, spült sie in frischem Wasser, das man mehrmals erneuert, recht klar, läßt die Decke von zwei Personen recht trocken ausringen und dann auch glatt ausschlagen. Letzteres läßt man wiederholen, bevor sie trocken ist. * * * Stoffe grau zu färbe«. Man kocht für 10 Pfg. fetngestoßene Galläpfel und für 10 Pfg. weißen Weinstein in 14 bis 16 Liter Regenwasser tüchtig durch, legt den Stoff hinein, nachdem man ihn vorher in Wasser getaucht und ausgedrückt hat und kocht ihn eine halbe Stunde. Während man ihn dann herausnimmt und abtropfen läßt, gießt man für 3 Pfg. Kupferwaffer zu der Farbe, kocht den Stoff fünf Minuten damit durch und läßt ihn, vom Feuer gesetzt, noch eine Stunde darin liegen, dann spült man ihn in Flußwasser. Humoristische». Kein süßer Trost ist ihr geblieben. Gutsbesitzerin (zur Köchin): „Warum heulst Du denn so, Kathinka? Ist am End' Dein Schatz auch nach Moskau zum Militär gekommen?" — Kathinka! „Ach! Madam', denken's Ihnen nur, alle vier haben's dazu gemußt." • * * Unvorsichtige Klage. „. . Unglaublich, wie das Geld weggeht! Heute früh hab' ich hundert Mark gewechselt und nun bleiben mir gerade zwanzig Mark davon übrig!" — „Nicht wahr, Männchen, dafür kaufst Du mir den neuen Hut, den wir gestern sahen? Der kostet gerade zwanzig Mark!" * * * Höchste Sparsamkeit. Verkäufer: „Sie wünschen mein Herr?" — Studiosus: „Geben Sie mir einen Papierkragen und einen Radirgummi zum Selbstwaschen!" * * * Boshaft. „Seit mein Mann an dem Operettentext schreibt, ist er immer so nachdenklich!" — „Wem denkt er denn da nach?" * * * Borgebaut. Peperl (zum Lehrer): „Einen schönen Gruß von meiner Mutter, und meine Schwestern hätten die Masern gehabt, und mein Bruder hätt' s' jetzt, und wenn ich am Montag nicht in die Schule käm', nach« hält' ich s' auch!" Rcdactioin ®> Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Eteindruckerei (Pietsch & Schcyda) in ließen.