25-ist Königin Pm ? kennt sie t xvuüsch las sie Leid heilte ihre s Hoflagcr nach der Liebiings- lte „Balmoral" ämmtliche An- lohale Denken keines Ereigniß igitt promenirte stehen bleibend, 6 der hinteren ngslose, junge weckt, und un- lücklichen ihres einer mit ihren fitt S. und die eines hübschen s ebenso vorder Schwester zebcten — die he dem Bruder t bestimmt, sie It schlug! nett zu geben, fett. men Garnison- des Mädchens ter wurde die ine großartige iräsentirte der ihren eigenen ernante, deren spendete. Im aßte die stolze nvernante um Hunderte und e Hilfe, theils en am bevor- 'vllstem Herzen ,§ allgemeine: Schwör' nicht :!" — Carl: a: „Schwöre das Du nicht e Amelia, so l liebe Dich !" e): „Gnädige uß wohl, um //3a ollen Sie zu zu einem be- ■?" — häft hab' ich in Gießen. Das Kind der Tänzerin. Roman aus dem amerikanischen Leben von Joseph Treumann. (Fortsetzung.) Iris zog das kleine Mädchen dichter an ihre Seite und begann stammelnd: „Bor einigen Wochen schrieb ich an Miß Pamela Greylock —" „Ich habe Ihre Briefe gelesen." „Dann wissen Sie also, in welch' entsetzlicher Lage ich mich befinde/ sehen Sie mich an, ich kann nie wieder tanzen, ich kann nie wieder Geld zu meinem und - meines Kindes Unterhalt erwerben." Die Thränen liefen über ihre Wangen nieder, sie rang verzweiflungsvoll ihre Hände. „Wenn ich nur meine Kunst noch ausüben könnte, so würde ich Niemanden belästigen) unter den obwaltenden Verhältnissen muß ich leider Beistand haben, oder mit meinem Kinde die öffentliche Mildthätigkeit in Anspruch nehmen. Ich kam hierher, um Ihnen dies zu sagen. Blicken Sie Ihre Enkelin, Roberts Kind, an — was soll aus der Kleinen werden?" Mr. Greylock schwieg und begann mit seinem Stock Figuren in den Sand zu zeichnen. „Wir sind heimathlos, ohne Freunde und Mittel," stihr Iris fort; „für mich selbst verlange ich nichts — ich kann betteln oder auf der Straße sterben/ aber mein armes, unschuldiges Kind — ich bitte, ich flehe Sie an, lassen Sie es nicht mein Schicksal theilen!" Das Kind, dem diese Fürbitte galt, blickte verwundert mit seinen Veilchenaugen auf die blühenden Rosenhecken zu beiden Seiten der Alleen, aus die jetzt friedlichen Hunde, die mit ausgestreckten Zungen aus dem Rasen lagen, aus die rosafarbenen Blüthen, die von den Kastanienbäumen fielen, und endlich aus den finsteren Mann, in dessen Händen sein Smerftoi leit 17. Juni. HW ToisnS ie Ste-m' am Himmel wandern, ” Hat jeder seinen Schein, Doch einer dient dem andern, So soll's bei uns auch sein. So laßt uns geh'n verbündet Durch Lieb' in Freud' und Schmerz — Ein Stern, den Gott entzündet, Ist jedes Menschenherz! Hammer. Schicksal lag, der in diesem Augenblicke über seine Zukunft entscheiden sollte. Mr. Greylock warf Iris einen Blick zu, der sie erbeben machte. „Ich sage Ihnen nochmals, Madame, daß ich Ihnen nicht glaube, ich verabscheue Sie. Wenn Sie allein hier vor mir stünden, so würde ich Ihre Gegenwart keinen Augenblick dulden, ich würde kein Wort von Ihnen anhören. Auch dieses Kind ist mir verhaßt, da es Ihnen gehört und mir eine lebendige Erinnerung an die unverzeihliche Handlungsweise meines Sohnes ist. Ich erkläre Ihnen hier, Madame, daß mein Testament gemacht und daß das Kind nicht darin bedacht ist. Es wird nie einen Dollar von meinem Vermögen erhalten/ wenn Sie sich in dieser Hinsicht etwa Hoffnungen machten, so lassen Sie diese für immer fahren/ ein Verwandter in England ist mein Erbe." Das hübsche Gesicht der Tänzerin wurde noch bleicher, als es vorhin gewesen war. Wie hart war doch dieser Mensch/ ihre Schönheit, die sie so oft bei Männern allmächtig gefunden hatte, ließ sie hier völlig im Stich. Robert Greylocks Vater hatte weder Bewunderung noch Mitleid, nur bitteru Haß und Groll für sie. „Sie mißdeuten meine Absichten gänzlich," antwortete sie, „meine Hoffnungen streben nicht dahin, Ethel zu Ihrer Erbin zu machen, sondern nur, sie vor Hunger und Elend zu schützen." „Ich muß Zeit haben, um über die Sache nacbzudenken," sagte Mr. Greylock kurz/ „wie weit sind Sie gereist, um diese Unterredung mit mir zu suchen?" „Ich kam mit dem Morgeuzuge von New - York / ich nahm am Bahnhof einen Wagen, der mich hierher brachte/ er wartet draußen vor der Eingangspforte." Die Kleine hatte sich ihm genähert. Er wandte seine kalten Blicke von ihr ab / konnte er aber das zarte Gesichtchen mit den großen Veilchenaugen — Roberts Augen waren veilchenblau gewesen — und den goldenen Locken gänzlich unbeachtet lassen. „In der Stadt dort," sagte er endlich, „werden Sie einen Gasthof, „PoolesInn" genannt, finden/ begeben Sie sich mit ihrem Kinde dorthin, Madame, und bleiben Sie dort bis morgen um diese Stunde / dann kommen §ie wieder hierher / wir können dann weiter über die Sache sprechen." Er wandte sich um und schritt die Allee hinauf, seiner Villa zu. „Adieu, Großpapa!" rief ihm des Kindes zartes Stimmchen zu. Er nahm keine Notiz davon, sondern schritt, ohne sich umzuwenden, von seinen Hunden begleitet, finster und miß- 274 muthig seines Weges weiter, und bald war seine Gestalt hinter den Bäumen verschwunden. Iris blickte dem harten Manne mit zusammengepreßten Zähnen und funkelnden Augen nach. „Welch' ein Mann!" murmelte sie vor sich hin- „ein schwer zu besiegender Feind- wisse indessen, Du Mensch mit dem steinernen Herzen, daß ich hart mit Dir um Roberts Erbe zu kämpfen entschlossen bin!" Dann nahm sie das Kind und hinkte die Allee hinab. Draußen vor der Pforte wartete der Wagen, der sie vom Bahnhof von Blackport hierher gebracht hatte- in ihm saß Hannah ungeduldig und erwartungsvoll. „Nun, Madame, wie ging es?!" rief sie, sobald sie ihrer Gebieterin ansichtig wurde. „Er hat sein Testament gemacht und das Kind enterbt," sagte Iris trocken. „Testamente sind leicht abzuändern, Madame- oft werden sie ganz und gar zerstört." „Sehr wahr, Hannah - ich soll in einem Gasthof in der Stadt warten, bis er sich die Sache überlegt hat. Morgen will er wieder mit mir reden." „Da ist schon ein Punkt gewonnen. Und wie hat sich das Mädchen benommen?" „Wie ein Engel- ohne sie hätte er mich gar nicht angehört." Hannah half ihrer Herrin in den Wagen steigen und nahm die kleine Ethel Grehlock sodann auf den Schooß. „Fahren sie nach Pooles Gasthof!" rief Iris dem Rosfelenker zu, und im nächsten Augenblick befand sie sich auf dem Weg nach Blackport. 11. Capitel. In der Rosen-Villa. Das alte Städtchen hatte sich in den letzten sechs Jahren sehr wenig verändert- es war entschieden kein Ort des Fortschrittes. Die starken Strömungen des Lebens schienen sein Weichbild nie zu erreichen. Nur ein neues Hotel, weiß angestrichen, mit grünen Jalusien, das einige Sommergäste barg, war auf einer Anhöhe am Ende des Strandes errichtet worden. Die schäbige Miethskutsche, in der Iris und deren Begleiterinnen saßen, rasselte an diesem Gebäude vorüber, bog in die Hauptstraße ein und machte vor „Pooles Inn" Halt. Augenscheinlich war dieser alte Gasthof nicht gesonnen, sich von seinem neuen Rivalen auf der Anhöhe ausstechen zu lassen. Seine nicht mit Teppichen belegten Fußböden waren an diesem hellen Junitage so weiß wie der Schaum der Wellen, die sich am Strande brachen. Das Schenkzimmer und die Hauptgänge glänzten vor Sauberkeit. Gerüche, die wohl den größten Feinschmecker entzückt hätten, drangen aus der Küche, in welcher jede Topf, jede Schüssel, jeder Kessel spiegelblank gescheuert waren. Namentlich in Bezug auf Küche und Tisch vermochte das neue Hotel nicht mit dem alten zu concurriren, denn Mercy Poole war eine Haus- wirthin von den vielseitigsten Talenten und wußte Gerichte zu bereiten, die einen französischen Koch eifersüchtig gemacht hätten. Als Mrs. Iris Grehlock mit ihrer Dienerin und dem Kinde das Haus betraten, erblickte sie einen Mann mit gerötheter Nase und wässerigen Augen, der, auf einen Stock gelehnt und laut pustend, den Hausflur herab auf sie zukam- es war der alte Jke Poole. „Sind Sie der Herr dieses Hauses?" fragte Iris. Er hielt an, um die Frage in Erwägung zu ziehen, blickte die Fragerin nachdenklich an und schüttelte dann seinen benebelten Kopf. „Ach nein! Mercy ist Herr im Hause - ich habe ausgespielt, Madame," antwortete er endlich - „sie hat jetzt die Herrschaft über Alles, ausgenommen meinen Grog. Der Henker hole mich, wenn ich den aufgebe! Mercy ist ein braves Mädel, allein sie hat den Kopf voll Ideen- es ist nichts anzusangen mit Weibern, die mit Ideen vollgepropft sind. Wünschen Sie Mercy zu sehen?" „Ja, ich bitte darum." Jke Poole klopfte nun mehrmals mit dem Stock auf den blankgescheuerten Fußboden. Aus dieses Signal öffnete sich eine Thür am Ende des Hausflures, und Mercy Poole erschien in all' ihrer zigeunerhaften Schönheit, mit hoch erhobenen Kopf, um die sich die Flechten ihres rabenschwarzen Haares wie ein Nest von Schlangen wanden, während die Aermel ihres Kleides über ihren prächtigen broncefarbenen Armen aufgerollt waren. „Was ist's?" fragte sie kurz. Iris erklärte in kurzen Worten, daß sie für sich selbst, ihr Kind und ihre Dienerin bis zum folgenden Tage ein Quartier wünsche. „Wir find von Herrn Godfrey Grehlock von Grehlock Woods hierher geschickt worden," sagte sie- „haben Sie die Güte, uns paffende Zimmer anzuweisen." Jke Poole stützte sich auf feinen Stock, als wollte er sich zum Kampfe mit einer Idee rüsten- übermäßige Bekanntschaft mit der Rumflasche hatte den alten Gastwirth so schwach im Kopf gemacht. „Grehlock Woods?" sagte er. „Ja, ja, er ist vom Ausland zurückgekehrt- Sie sind wohl eine Verwandte der Familie?" „Ich bin Robert Greylocks Wittwe," antwortete Iris. Jke stierte sie mit dummen Blicken an und sagte dann: „Die Wittwe des armen, jungen Bob, der sich vor sechs Jahren in den hr Herz brechen zu wollen- sie bebte und zitterte an allen Gliedern. Der Anblick der goldenen Locken und der Veilchen- augen zauberte ihr das Bild ihres blonden Geliebten wieder vor die Seele. „Ich habe mich lange darnach gesehnt, sem Kind zu sehen," sagte Mercy heiser- ich habe auch gewünsch / die Frau zu sehen, die er heirathete - es freut mich, W Sie hierher kamen." „Ah!" sagte Iris- „Sie haben also meinen Mann gekannt?" Mercy schob das Kind von sich und warf der Mutter 27Ö - !M Stock aus Signal öffnete Mercy Poole mit hoch er- abenschwarzen während die concefarbenen ' sie kurz, ür sich selbst, ien Tage ein freh Greylock " sagte fte; anzuweisen." als wollte er ermäßige Be- Gastwirth so ?" sagte er. Die sind wohl wartete Iris, d sagte brnui: ich vor sechs chen erschoß? ier ist wohl ocks Tochter", underung auf ilte Herr Sie zu behalten? He, Mercy! is zu liefern i, von Allem rog!" den Blick auf auf das Kind z und führte cinlichen und chen Himmel- em massiven, möblirt war. es, kleineres, ends war ein und die milde herein. Vom r der Wellen löglich heraus, „ich bin ganz feste, wie der guten Weines fimmers; ihr ir; sie nickte vie von einer :te sie zurück, as Kind mit ick schien ihr >rte an allen der Veilchen- liebten wieder gesehnt, sei» uch gewünscht/ ut mich, daß »einen Mann f der Mutter einen wüthenden, eifersüchtigen Blick zu. „Ja, lange ehe er I Ihr Gesicht erblickte - er war mein Geliebter, ehe er der I Ihrige war/' „Wirklich? Ich hörte lhn nie von Ihnen sprechen. Hannah, nimm diesen schrecklichen Hut und Schleier weg; der Trauerflor macht mich schaudern. Ethel, lehne Dich nicht an Mamas lahmes Knie- es thut mir weh, Kind." Merey Poole erfaßte die Thür krampfhaft; ihre I schwarzen Augen glühten tn dämonischem Feuer. „Er gehörte I mir an, ehe Sie ihn mir raubten," fuhr sie fort; „ich glaubte es Ihnen wohl, daß Robert Ihnen nie von seiner alten Flamme erzählte; er kam in der Nacht, in welcher er ermordet wurde, nach diesem Hause, er nahm in dem Speisezimmer unten sein Abendbrod ein, und wir sprachen noch I einige letzte Worte miteinander — keine zärtlichen, das I können Sie mir glauben! Erinnern Sie sich jener Nacht, I Mrs. Grehlock?" Iris fuhr auf und stieß einen Schrei aus. „Der Nacht seines Selbstmordes, meinen Sie — mein Mann starb durch seine eigene Hand!" „Wirklich?" erwiderte Mercy höhnisch. Ich sagte Godsrcy Greylock schon vor sechs Jahren meine Ansicht darüber. Ihr Mann wurde ermordet — ja, cs ist ein j häßliches Wort; fein Wunder, daß Sie zittern und beben; er starb nicht durch seine eigene Hand, sondern durch die Hand eines Anderen, draußen bei den alten Salzgruben von Blackport." Iris vermochte keine Antwort zu finden. „Es ist so wahr, wie ein Gott im Himmel ist!" fuhr Mercy aufgeregt fort. „Oh, ich war hundert Mal in meinen Träumen Zeuge der entsetzlichen That, ich sah ihn in der dunklen Nacht dahin wandern, vernahm die Fußtritte, die ihn verfolgten, ich erblickte den Feind, der ihn meuchlings niederschoß. Warum stellten Sie, sein Weib, für das er so viel opferte, keine Nachforschungen über das Geheimniß seines Todes an? Warum machten Sie seinen Mörder nicht ausfindig? Das hätte vor sechs Jahren sehr leicht geschehen können; jetzt aber — o großer Gott! jetzt ist es zu spät!" Iris erhob sich bleich und zitternd. „Sie sind wahn- ■ sinnig!" rief sie; ich glaube kein Wort davon. Robert hatte teilten Feind, und keinem Menschen kam es je zuvor in den Sinn, zu behaupten, daß sein Tod auf andere Weise als durch seine eigene Hand erfolgte." „Oh gewiß!" entgegnete Mercy mit bitterem Lachen. „Dies war die leichteste Erklärung, die man für die Sache zu sindeu wußte. Ich wußte von Anfang an besser, wie es sich mit Roberts traurigem Ende verhielt, und Sie wußten es ebenfalls; mögen Sie es noch so leugnen. Sie hätten die Hand auf den Mörder legen können, ohne lange nach ihm zu suchen." Mercys dunkles Gesicht nahm in diesem Augenblick einen wilden drohenden Ausdruck an; sie fuhr fort: „Hier stehen wir Zwei uns von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Ich bin das Weib, das ihn liebte — Sie sind die, die er liebte. Das schwarze Geheimniß seines Todes liegt zwischen uns." „Was meinen Sie damit?" keuchte Iris hervor; „wahrhaftig Sie sind wahnsinnig wie Ophelia in Hamlet? „Was ich meine, ist dies," entgegnete Mercy Poole mit furchtbarem Nachdruck; ihre Hünengestalt erhob sich zu ihrer vollen Höhe, während ihre flammenden Blicke vernichtend auf die mädchenhafte Figur in Wittwenkleidern fielen. „Als Ihr Gatte im Dunkel der kalten Nacht bei den Salzgruben durch Mörderhand fiel, wo waren Sie da, Sie falsches, unwürdiges Weib? Ist Ihnen sein Geist nirgends begegnet, als Sic mit jenem Elenden bei Nacht und Nebel die Flucht ergriffen ?" Mercys Worte fielen wie Donnerkeile auf Iris nieder. Wie vorn Fiebersrost geschüttelt, sank die junge Wittwe auf ihren Stuhl zurück. „Sie entsetzliche Kreatur!" rief sie endlich aus; wie können Sie es wagen, in Gegenwart meines Kindes solche Dinge zu mir reden? Es ist mir jetzt klar, daß Godfrey Greylock mich nur deshalb hierher schickte, damit ich hier gedemüthigt und beleidigt würde. Die Leute von Blackport scheinen keinen Fetzen von meinem guten Rufe übrig gelassen zu haben. Hannah! Weise diesem Drachen die Thür und sorge dafür, daß ich, solange ich in dem Hause bleibe, nicht wieder von dem Weibe belästigt werde." „Ihre Dienerin braucht sich nicht zu bemühen," sagte Mercy mit verächtlichem Lächeln; „ich hege durchaus nicht den Wunsch, Sie wiederzusehen, Mrs. Greylock. Vergessen Sie indessen nicht, was ich Ihnen jetzt sage, ehe ich Sic verlasse: Früher oder später werden die alten Salzgruben ihr schreckliches Geheimniß enthüllen, und dann wird Robert Greh- locks Tod gerächt werden!" Mit diesen Worten entfernte sich Mercy und machte geräuschlos die Thür hinter sich zu. „Mein Gott!" rief Hannah Johnson, „was ist das für ei» Weib; ihre Worte machen einem das Blut in den Adern erstarren!" Iris sah aus, als ob sie einer Ohnmacht nahe wäre. „Achte nicht auf ihr wahnsinniges Geschwätz, Hannah! Wo ist mein Riechfläschen? Der arme Robert! Wie konnte er sich in eine solche Kreatur verlieben? Er war sehr wankel- müthig in seinen Neigungen, nichtsdestoweniger betete er mich a». Ob wir wohl von einer solchen Person ein anständiges Essen bekommen werden?" Bald darauf erschien ein sauber gekleidetes Mädchen mit der Mahlzeit, die sich als vorzüglich erwies. Ein Glas I Wein belebte Iris wieder, und die verlockenden Düfte der verschiedenen Gerichte stellten ihren Gleichmuth wieder her. Hannah nahm sich der kleinen Ethel an und sorgte für deren Bedürfnisse. Wegen des Puddings entstand ein Streit zwischen den Beiden; das Kind strampelte und hämmerte mit seinen kleinen Fäusten auf Hannah los, so daß es endlich vom Tisch entfernt werden mußte. „Was für ein Temperament sie hat!" rief Ins, die Ethel mit Aufmerksamkeit beobachtete. „Welch ein Eigensinn ! Es wird feilte leichte Aufgabe sein, sie in Schach zu halten, wenn sie erst größer wird. Geh mit ihr aus, Hannah! geh nach dem Strand ober irgend wo hin; tch möchte allein fein. Achte indessen darauf, daß ihr zarter Teint nicht geschädigt wird. Die Schönheit ist eine Macht; ein sonnverbranntes Gesicht und Sommerfprofsen könnten alle meine Hoffnungen zu Schanden machen!" „Seien Sie unbesorgt, Madame; unser Liebling wird nie ein verbranntes Gesicht noch Sommersprossen bekommen," antwortete Hannah, indem Sie Ethel den Hut aufsetzte und mit ihr wegging. (Fortsetzung folgt.) Der neue Hut. Aus dem „Würzburger General-Anzeiger". Meine kleine Frau sitzt am offenen Fenster. Sie hält ihre kleine Hand gegen die Mittagssonne und prüft die Wärmestärke der Strahlen. Ich Ahnungsloser schaue still vergnügt zu und freue mich darüber, wie die kleinen Lichtkreisel auf der Hand sich bewegen, wie sie im neckischen Spiel ruhelos auf dem Fensterbrett umherflatterli, plötzlich verschwinden, um gleich wieder drüben an der weißen Wand von Neuem den lustigen Tanz zu beginnen. Die Prüfung schien zur vollsten Zufriedenheit meiner Frau ausgefallen zu sein, denn sie machte einige aphoristische Bemerkungen über die Witterung, die Aussichren ans warme Tage und baldige Frequenz der Promenaden. Ich folgte Schritt auf Schritt ihren Betrachtungen, begleitete ihre Gefühlsausbrüche mit entfprechenden Randbemerkungen, und folgte — wie es junge, unerfahrene Ehemänner in der ersten Zeit eben noch thun — unvorsichtigerweise ihrem mir allerdings etwas sonderbar vorkommendem Gedankengange, bis sie, allen Gesetzen einer gedeihlichen Jdeenassoziation Hohn sprechend, Plötzlich unvermuthet vor der Hutfrage energisch Halt machte. Ich wagte den schüchternen Einwand, daß ja der vorjährige Sommerhut erst kaum einige Male getragen sei, daß er . . Meine Frau fiel mir mit einer Rücksichtslosigkeit und Entschiedenheit, die ich bei ihr noch nie bemerkt hatte, in das Wort. Was sie Alles gesprochen, das weiß ich nicht mehr, aber das weiß ich, daß ich, vor dieser Wortfluth mich auf die Straße rettend, mir mit heiligen Eiden innerlich gelobte, nie wieder eine derartige anscheinend harmlose Bemerkung in Gegenwart von Frauen zu thun. Eine äckte Frau kann Alles ertragen,- sie ist fähig, für den geliebten Mann jedes Opfer zu bringen, sie kann für ihn hungern und dürften, für ihn durch Feuer und Wasser gehen, aber sie kann eines für ihn nicht thun, einen vorjährigen Hut nnveräudert tragen. Ich schlenderte, über die Unergründlichkeit der Frauen im Allgemeinen und über die der meinigen im Besonderen philosophirend die Straße entlang und stand, ganz wider meinen Willen, wie festgebannt vor einem ersten hiesigen Putz- und Modewaarengeschäft. Ein dunkles Gefühl trieb mich in das Geschäft. Ich trat mit jener scheuen Unbehülflichkeit ein, mit der ein Mann an jenem Ort eben erscheint, dessen Kunstproducte die solideste und festeste Ehe auf Jahre lang erschüttern können. Dort auf dem Ladentisch sah ich sie liegen, mit großen Krämpen, mit kleinen Krämpen, mit hohen Deckeln und niedrigen Deckeln, kurz Hüte in allen Variationen. Ich sah unwillkürlich auf den meinigen, den ich in der Hand hielt- er hatte schon durch mehrere Saisons den Modelaunen beharrlichen Trotz geboten. Die stürmischen Jugendtage waren nicht spurlos an ihm vorübergegangen, er hatte verschiedenerlei merkliche „Endrücke" empfangen, dem glatten Deckel hatte die Zeit übel mitgespielt, denn er wies hier und da einen weltschmerzlich-resignirten Zug auf und der Filz, der mit seinem spärlichen Haarbeftand sich angesichts so vieler blühender Colleginnen offenbar schämte, wurde auffallend röther. Mein Blick schweifte wieder auf den Ladentisch. Ich hätte am liebsten mit beiden Armen die ausgestellten Hüte zusammenraffen und meiner kleinen, zürnenden Frau bringen mögen, um auf ihrem lieben Gesichtchen wieder das frohe Lächeln hervorzuzaubern. Ein Gefühl der Entrüstung ergriff mich. Ein solch elendes Strohgeflecht vermag bei Deiner Frau heute mehr, als Du mit all Deiner Liebenswürdigkeit. Aber so sind einmal die Frauen- man lernt sie nie vollständig kennen. Man kann eine Frau vor dem sicheren Tode retten, verbiegt ihr aber ein wenig die Hutkrämpe, so kann man der bittersten Vorwürfe gewiß sein. Die Verkäuferinnen hatten vollauf mit den um die neu angekommenen Frühjahrshüte sich schaarenden Damen zu thun, so daß ich unbeachtet blieb. Mit welch unbeschreiblicher Andacht richteten sich nicht alle die braunen, blauen, grauen und dunklen Augenpaare auf die einzelnen Modelle! Kein Gegenstand auf Erden vermag in gleich hohem Grade ein Frauenauge so zu entzücken, als ein neuer Hut, der Inbegriff von allem Reizenden, Kleidsamen, Phantasievollen, die Umrahmung des Gesichtes, die Krönung der ganzen Persönlichkeit. Ein reizender Backfisch stand geradezu sprachlos vor dem „genialen" Modell eines exzentrischen Sommerhutes und faltete vor Entzücken die Hände, der niedliche Mund, aus dem zwei Reihen kleiner Perlzähnchen blitzen, blieb halbgeöffnet, brachte aber kein Wort hervor, gleichsam als ob die Sprache zu arm wäre, um dem Entzücken den würdigen Ausdruck zu geben. „Gnädige Frau, der Hut kleidet Sie wirklich himmlisch!" versichert die Modistin einer Dame, genau so überzeugt und enthusiastisch, als im vorigen Jahre. — Daneben steht eine junge Dame und probirt Hut für Hot streng der Reihenfolge nach vor dem Spiegel. Sie scheint die Hüte besonders daraufhin zu prüfen, wie sie „ihm wohl darin gefallen würde." Diese Modelle, unter denen sich das kleine anmuthige Gesichtchen fast verliert, scheinen ihr zu extravagant. „Haben Sie nichts einfacheres, Fraulein?" „O, gnädiges Fräulein, werden sich schon daran gewöhnen," tröstet die kleine Verkäuferin. In der That, eine recht angenehme Mode, an die man sich erst mühselig „gewöhnen" muß. Es ist wirklich ein eigenartiger Anblick, die hübsch srisirten braunen, blonden und schwarzen Köpfchen, umrahmt von allen möglichen und unmöglichen Hutkrämpen, die eine entgleiste Pariser oder Wiener Modistinnenphantasie nur zu ersinnen vermag, siegesbewußt sich vor dem Spiegel hin- und herwiegen zu sehen, während die rosigen Zungen sich ohne Unterlaß regen. — Meine Gegenwart schien, so weit man von mir überhaupt Notiz nahm, die Schönen gar nicht zu stören. In einem Modebazar sinkt die Bedeutung des Mannes ungefähr zu jenem Grade herunter, den die männlichen Sklaven bei den Römerinnen hatten. Ich stand also einsam auf dem eisigen Gipfel meiner männlichen Würde und hüllte mich in düsteres Schweigen, bis die Hüterin dieser „heiligen Hallen" an mich herantrat. Ich machte sie mit meinem Wunsche bekannt, einen modernen Frühjahrshut käuflich zu erwerben. Niemals werde ich diesen Blick vergessen, mit dem sie mich ansah. Noch nie haben zwei Augen mit einem so unsagbaren Erstaunen auf mir geruht, als in diesem Augenblicke. Ein Fall, daß eine Dame nicht in eigener Person nach stundenlangem Hin- und Herwägen die Auswahl trifft, sondern einen Hut einfach durch eine andere Person, durch einen Mann, und dazu noch durch ihren eigenen Mann auswählen läßt, war ihr scheinbar noch nicht vorgekommen. Ich machte gewiß einen recht pantoffelmäßigen Eindruck. Ich wollte eben bis an die Haarwurzeln roth werden, überlegte mir es aber noch einmal und dachte: Du lieber Himmel, was war denn so außerordentliches dabei? Napoleon hat ja über die Toilette der Walevska sogar zwischen zwei Schlachten mit den Schneidern seiner Frau und feiner Freundinnen Berathungen gepflogen. Deßwegen kann man doch ein ganz anständiger Mensch sein, wenn man auch seiner Frau einen Hut kauft! — Ich sage das nicht, um mich zu entschuldigen, denn über den Geschmack der Männer ist nicht zu streiten, desto mehr aber über den der Frauen. (Schluß folgt.) Humoristisches. Man muß seinem Nebenmenschen auch was gönnen. Charles (in ein Restaurant eintretend): „Du, John, ich muß Dir einen famosen Witz erzählen." — John'. „Geh', thu' mir den Gefallen und erzähl' ihn dem jungen Shmith da drüben. Ich kann den Menschen so wie so nicht ausstehen!" * qr * Mormonismus. Fritzchen: „Mama, was ist das — Mormonen?" — Mama: „Mormonen, Fritzchen, sind eine Secte, bei der ein Mann dreißig, vierzig Frauen heirathen kann." — Fritzchen: „Ach Gott, ach Gott, das muß I« schrecklich fein!" — Mama: „Wie meinst Du das, Fritzchenr — Fritzchen: „Nun, denk' Dir nur, wenn man da von dreißig, vierzig Mamas Haue kriegt!" Redaclion: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in E«ßrri.