denn hier nicht, das - hat man s mit angern wird j. mit echte- hen weichen it, die Ver- elben unter es Capitel vangloserer ch verHnt, e ceinture, e durch ein e trop zu und elastisch endlich vpn Die Fran- lleider, nur tirt sie und rch Blousen n gemodert, bliche. Sie Machen Gepesten Vor- t ihrer Toi- besserungen, chmähen es n der Liebe Frauenfrage . zu danken, int. Es ist Herbsttagen iselben ihre mdhaben, in große Rolle cholzstöckchen dangen um- >u. — Die Toiletten in sie Fremde", t eines der mts: Es ist , mit einem deckt, welche kleid ziehen, endkletd aus ein kostbares zu cachiren, : wurde ent« eistungen. seinen Sohn chtsvollzieher — der hat ich singen?" j der Oeffent- (welcher be- einer Kneipe nicht leicht, als Student m Gießen. BBff wSlB» WB MIL s ist auf Erden kein' bessere List, Denn wer seiner Zunge Meister ist. Viel wissen und wenig sagen, Recht antworten auf alle Fragen; Rede wenig und mach's wahr, Was Du borgst, bezahle baar; Laß Jeden sein, so wie er ist, Dann bleibst Du auch wohl, wer Du bist. Carl Simrock. (Fartsetznng.) Capitel 14. Der Majoratsherr Roman von Rataly ». Sschstruth. An den Rhein, an den Rhein, zieh nicht an den Rhein, Mein Sohn, ich rathe Dir gut, Da geht Dir das Leben zu lieblich em, Da blüht Dir zu freudig der Muth I Welch ein Frühlingswetter! Alle lichten Geister des Frohsinns scheinen entfesselt und schwirren wie leuchtende Goldfunken durch die Luft. Sang und Klang, frohe Menschenstimmen und jubelndes Gelächter, wohin man hört, — und wohin man steht, strahlende Augen, glückliche Gesichter, buntes, fröhlich fluthendes Leben überall! ~ )irn . Der Rhein ist nie so schön, als im Frühling, wo der Alte wieder jung wird mit der jungen Welt, wo er sein Bahrtuch von Eis und Schnee machtvoll von sich geworfen, um neu geboren zu erstehen! Dann wälzt er seine Wogen in kraftstrotzender Fülle dahin wie ein Jüngling, welcher sich mit weit ausgebreiteten Armen jauchzend den Frühlingsstürmen entgegenwirft, voll ungestümer Wanderlust welteinzuziehen! Wie der Sonnenglanz auf dem Wasser liegt! Wie es gehermnißvoll aufglüht und goldroth durch die Wellen zuckt, als sei der Nibelungenhort geschmolzen und treibe in funkelndem Goldstrom gleißend dahin. Jede Woge tragt einen flammenden Blitz im Schooß, jede Brandung verstaubt demantenen Thau, und wo der Strom in den Uferbuchten stiller daherfließt und Wald und Fels und stolze Zrnnen- kronen spiegelt, da kreuzen die weißen, flinken Segel und ziehen wie blendendes Schwanengefieder über tiefgefärbten blaugrünen Grund! Die ersten Duftschleier knospenden Maigrüns liegen über den waldigen Bergen, überall tritt das Felsgestein noch grell beschienen in seinen pittoresken Formen zutage und die Ruinen verstecken sich noch nicht hinter dunklem Gezweig, sondern tragen nur Blumensträuße und wehende Ranken als liebliche Zierde! Glocken läuten! Hornsignale! hallende Jubelrufe von Berg zu Thal! Das Dampfschiff zieht mit flatternden Wimpeln seine Bahn, und die Menschen, welche sich auf Deck befinden, empfinden es, wie weit und leicht das Herz wird! Wie recht der Dichter hat, wenn er von dem gefährlichen Zauber des Rheines singt, welcher die Seelen gefangen nimmt gleich dem Lied der Nixen, gleich dem Sang der goldhaarigen Loreley, welcher nicht nur an ihrem Felsen erklingt, sondern so weit durch den Lenzesodem weht, wie die grünen Rheinwogen durch die Lande ziehen! Anfänglich hatte Fränzchen Niedeck wie gebannt von süßem Zauber an Pias Seite auf dem Schiff gesessen und mit großen, weit offenen Augen die reizenden Bilder ange- staunt, welche in buntem Wechsel an den Usern vorüberzogen. Dann aber war ihre ureigentliche Natur doch wieder zum Durchbruch gekommen. Sie sprang auf, lief unruhig hin und her, interesstrte sich kurze Zeit für den Maschinenbetrieb des Schiffes, musterte ungenirt die Mitreisenden, versteckte dem tief in Gedanken versunkenen Friedrich meuchlings seine kleine Handtasche, bestellte sich bei dem Steward bald diese, bald jene Erfrischung und zeigte durch ihr ganzes Benehmen, daß sie die längste Zeit am Tage still gesessen hatte. Die Gräfin versuchte das quecksilberige Töchterlein vergebens an ihre Seite zu fesseln. Fränzchen schmollte, daß man an allem Schönen so schnell vorbeifahre, und daß doch der eigentliche Zweck einer Rheinreise der sei, mal von „oben herunter" auf den Fluß „Sieh doch nur, das fidele Gewimmel an den Ufern, sptdtna! — und wir sitzen hier wie in einer Mausefalle und können uns nicht rühren! Wie entsetzlich lange fahren wir schon —" „Aber, Kind! wir sind ja kaum emgestiegen!" „Kaum eingestiegen? — na, ich danke! eine wahre Ewigkeit gondeln wir bereits! In Niedeck habe ich einsam und allein schon monatelang still im Käfig sitzen müssen und - 534 — nun, bei dem prachtvollen Wetter, wo man sich mal ein bischen die Beine vertreten könnte, soll man wieder dasitzen wie angenagelt!" „Aber, Fränzchen, es giebt ja hier noch gar keine Berge und Burgen, welche man ansehen kann!" „Gleichviel! wir können doch mal aussteigen, mal ein bischen am Ufer entlang fahren oder reiten! Da drüben ritt eben eine ganze Gesellschaft auf Eseln! das muß famos sein! ich möchte für mein Leben gern auch mal wieder Esel reiten, Du weißt doch, Papa, daß es mein Hauptvergnügen seit jeher gewesen ist!" Tante Johanna sah schon wieder ganz nachgiebig aus, und der Graf seufzte nur ein wenig. „Du bist ein entsetzlicher Quälgeist! Ich muß mich doch erst mal informiren, ob wir am Ufer auf bequeme Weise Rüdesheim erreichen können!" „Ja, komm nur mit, ich habe schon den Steuermann gefragt! Ganz bequem ist es! Die nächste Station ist Geisenheim, und von da kann man sogar höchst komode zu Fuß bis Rüdesheim gehen! Komm nur mit! wirst es schon hören!" Und die Comtesse zog ihren Vater kraftvoll vom Sitze auf und schleppte ihn in ihrer derb energischen Weise mit sich fort. „Hör' mal, Tantchen, Ihr laßt Euch ganz furchtbar von der kleinen Hexe tyrannisiren!" lachte Pia kopfschüttelnd, „sie kann ja mit Euch machen was sie will." Die Gräfin nickte mit ihrem engelsgeduldigen Gesicht und sagte wie entschuldigend: „Sie ist unser einziges Kind! Unser ganzes Glück! Das Liebste, was wir haben! Das macht uns schwach! Aber unser Verziehen ist nicht so schlimm wie es aussieht. Fränzchen fügt sie auch unseren Wünschen ohne Widerrede mit rührender Geduld, obwohl es ihr manchmal recht sauer wird/ da ist es wohl recht und billig, wenn auch wir ihr Alles zu Liebe thun, was in unseren Kräften steht!" Pia küßte zärtlich die Hand der Sprecherin: „Wie seid Ihr Beide doch so brave, gute, glückliche Menschen. Ich hätte nie geglaubt, Tante Johanna, daß man mit einem Niedeck in so harmonischer Ehe leben kann!" Ein feines Lächeln huschte um die Lippen der Gräfin: „Willibald ist wohl auch eine Ausnahme von der Regel! Hätte er einen Sohn, würde ich Dir an dessen Seite auch das größte Glück prophezeien können, — ein Graf Rüdiger dürfte weniger empfehlenswerth sein, und seine Söhne? — Man sagt, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm." Pia schwieg. Abermals drängte sich ihr der Gedanke auf, welcher sie nickt mehr verlassen wollte, seitdem sie von Niedeck nach der Bahnstation gefahren. Wie kam es, daß Fränzchen plötzlich mit der Idee herausplatzte: „Du sollst auf einen Anderen warten!" Sie hatte es in ihrer Uebereilung gesagt und beiden Eltern schien die Sache höchst peinlich und unangenehm. Auch Kränzchens Verlegenheit danach bewies ihr, daß sie gegen ein Verbot gefehlt hatte. Sie sollte sich nichts merken lassen, daß sie von dem Heirathsproject mit Wulff-Dietrich bereits wußte. Warum nicht? — und warum sollte sie darüber schweigen? Es war doch leider ein so öffentliches Geheimniß, daß es keiner Schonung bedurfte! Sollte etwa Tante Johanna auf diplomatische Weise ganz andere Ziele verfolgen, als wie Pia sich träumen ließ? Sollte ihr Abreden und ihr abfälliges Urtheil über den künftigen Majoratsherrn vielleicht nur ein kleines Manöver sein, um den Widerspruch der Nichte zu reizen? Was dem Zureden sicherlich mißglückt wäre, qelingt vielleicht dem Abreden?? , Wer kennt Pias Character so gut wie Tante Johanna? Wer liest so fein und deutlich in Mädchenherzen wie eine kluge, empfindsame Frauenseele? Und die Gräfin war eine geistvolle, feinfühlige Frau, welche sich viel Menschen- kenntniß angeeignet. — Hält sie eine Heirath mit Wulff- Dietrich etwa auch für das größte Glück eines armen Mädchens und will sie nun auf ihre Weise Einfluß üben? Wohl möglich. Und doch ist so Vieles, so sehr Vieles, was lebhaft dagegen spricht! Willibalds Haß gegen den Vetter und dessen ganze Familie ist wahr und echt, ist keine Comödie, — und Johanna, deren Denken und Empfinden so völlig eins mit dem Gatten ist, würde nie die Hand bieten, um einen wichtigen Plan ihres fteindes zu fördern. Was bezweckt alsdann aber das seltsame Benehmen, welch geheime Absicht verfolgen die Eltern, sowohl wie Fränzchen? Pias Gedanken schweifen beunruhigt hin und her, ohne die Lösung solchen Räthsels finden zu können,- sie hat jetzt auch keine Zeit mehr, nachzugrübeln, denn mit dröhnenden Schritten kommt Fränzchen angesprungen und meldet triumphirend: „Hurrah, es wird ausgestiegen! schnell macht Euch fertig; in Geisenheim landen wir!" Die Augen der Umsitzenden mustern voll Heiterkeit die derbe, schlaksige Mädchengestalt, welche noch so garnichts von dem Wesen einer jungen Dame an sich hat, und man beobachtet mit fröhlichem Interesse, wie ungenirr und ohne jede Spur von Eitelkeit Fränzchen den Mantel über die Schultern wirft und mit einem genialen Patsch den Filzhut auf den Kopf drückt. Und dann gehorcht die ganze Familie gehorsam dem Befehl der kleinen Tyrannin und verläßt an Station Geisenheim das Schiff. Fränzchen, welche auf Deck durchaus nicht über Beeinträchtigung der Freiheit ihrer Bewegungen hat klagen können, benimmt sich beim Betreten des Ufers wie eine, welche tagelang geknebelt im Stock gelegen hat. Sie wirft die langen, uugraziösen Arme fuchtelnd durch die Luft, springt über Stein und Bretter, daß die Kleiderröcke wild um die Beine schlagen, jodelt so ungenirt fröhlich, daß das Publikum seine Freude über eine derart originelle Erscheinung nicht unterdrücken kann. Pia wird ein wenig verlegen, die verblendeten Eltern aber scheinen sich königlich über den ausgelassenen Liebling zu amüsiren. Willibald flüstert seiner Gattin etwas in das Ohr und Johanna unterdrückt mühsam ein lautes Lachen. „Fränzchen, ich bitte Dich, betrage Dich anständig, wie es sich für eine junge Dame schickt!" sagt Fräulein von Nördlingen verweisend, als die Comtesse sich zärtlich nähert und den Arm der Cousine in den ihren legen will. „Wenn ich mich Deiner schämen muß, gehe ich keinen Schritt mit Dir!" Fränzchen sieht ganz verdutzt aus. „Benehme ich mich so albern? — Ja, Du lieber Gott, wo soll ich es herwissen, wie eine junge Dame sich benimmt! — Aber komm, ich werde Dir jetzt Alles nachmachen, Liebchen, dann wirst Du schon mit mir zufrieden sein!" Und für kurze Zeit harte es auch wirklich den Anschein, als wolle das Backfischchen sich recht manierlich betragen. Sie wanderte an Pias Seite am Flußufer entlang, bewunderte in gewählten Worten die große Breite des ruhigen Wasserspiegels, die zerstreut liegenden, mit Grün bewachsenen Inseln, welche wie Smaragde auf Hellem Crystallgrund schimmern, und die schönen Konturen des Johannisberges, dieses „Bacchusaltars", wie sie sich erfinderisch ausdrückre! Man beschloß, sich die einzige Sehenswürdigkeit von Geisenheim, die Kirche mit dem von Rauchmüller verfertigten Grabdenkmal des Kurfürsten Johann Philipp, anzusehen, dann in einem Hotel nahe der Landungsbrücke zu Mittag zu essen und hieraus mittels Esel oder Maulthier den Weg nach Rüdesheim am Rheinufer entlang zurückzulegen. Der Graf ging in das Hotel, um das Nöthige zu bestellen, während die Damen langsam durch die schmalen Gäßchen der kleinen Stadt wanderten. Frc Gräfin g Die liebenswi an sich, zückens z Sie mühsam ausgefüh anscheinei Der rascht in Ovation „OI italienisch Ein ihn, Cow in Pias Als blickte, s daß Du triumphir vergessen! noch und herausstei Frä empörten sie streng Solche K „Fa „Ab unwillig „Ob „Ich Das Herren a „Ge herausstec Com O, Pia, Ein doch vert< „Alt vollständig „Ja' umwender Töchterchk „In diese geworden „Wi Tan stehen un geschnörke nach der Essen nur „Fr> — dann „Fr< wunderun „Fr< Ein jungen G Wesen. Mädchen neidisch fit Neid herrschte ■ Character geltend, i stündlich. 535 Kränzchens Betragen blieb derart gesittet, daß die Gräfin ganz überraschte Blicke mit Pia wechselte. Diese lächelte und drückte in der Freude über die liebenswürdige Fügsamkeit der Cousine deren Arm liebevoll an sich, was bei Fränzchen einen wahren Rausch des Entzückens zur Folge hatte. Sie ward dunkelroth vor Freude und unterdrückte nur mühsam einen Luftsprung, welchen sie sicher gar zu gern ausgeführt hätte. Ein paar Touristen begegneten ihnen, anscheinend Maler, in sehr gehobener Stimmung. Der jüngste und hübscheste von ihnen blickte Pia überrascht in das reizende Antlitz, dann zog er in übermüthiger Ovation den Hut und schwenkte ihn der jungen Dame zu. „Oh, Singnorina bella !“ Hub er ein bekanntes italienisches Ständchen an zu singen. Ein sprühender Zornesblick aus Fränzchens Augen traf ihn, Comteßchen neigte sich jählings vor und starrte forschend in Pias Antlitz. Als sie dasselbe sehr stolz und voll steinerner Ruhe erblickte, strahlte ihr unschönes Gesicht auf. „Das ist recht, daß Du den frechen Lümmel ganz ignorirst, Pia!" lobte sie triumphirend, im Eifer sogar den schönen Namen „Lilian" vergessend. „Ich glaube, der unverschämte Kerl steht immer noch und glotzt Dir nach! Soll ich ihm mal die Zunge herausstecken?" Fräulein von Nördlingen drückte entsetzt den Arm des empörten Väschens an sich: „Untersteh Dich nicht!" sagte sie streng. „Sieh Dich überhaupt nicht nach den Herren um! Solche Keckheiten bemerkt eine anständige Dame gar nicht!" „Fandest Du das Scheusal etwa hübsch?" „Aber, Fränzchen, welch ein Ausdruck!" schüttelte Pia unwillig das Köpfchen. „Ob Du ihn hübsch fandest?" „Ich habe ihn gar nicht angesehen!" Das ist recht. Mama sagt auch immer, man muß die Herren auf der Straße gar nicht mustern!" „Geschweige ihnen als erwachsene Dame die Zunge herausstecken!" Comteßchen lachte: „Ich bin ja noch gar nicht erwachsen! O, Pia, wenn ich jetzt schon erwachsen wäre!" Ein tiefer Seufzer begleitete diese Worte: „Es geht doch verteufelt langsam damit!" „Als Mädchen rechnet man mit sechzehn Jahren schon vollständig zu den Großen, wenn man sich danach beträgt!" „Ja, als Mädchen!" und jählings den Kopf zu der Mutter umwendend, welche bei den letzten Worten an die Seite des Töchterchens getreten war, fuhr Fränzchen lachend fort: „In dieser Beziehung ist es wirklich gut, daß ich ein Mädchen geworden bin, Mama!" „Wildfang Du!" Tante Johanna blieb vor einem alterthümlichen Häuschen stehen und betrachtete es amüsirt, Pta aus die wunderlich geschnörkelte Hausthüre aufmerksam machend, dann sah sie nach der Uhr und fand es an der Zeit, umzukehren, da das Essen nun wohl bereitet sein werde. „Fränzchen machte ein brummiges Gesicht: „Jetzt schon? — dann treffen wir womöglich Pias Verehrer noch einmal!" „Freue Dich doch, wenn Deine Cousine soviel Bewunderung erregt!" „Freuen? — Hm!" Ein seltsamer Ausdruck lag plötzlich in dem Gesicht der jungen Gräfin, und Pia verstand nunmehr ihr seltsames Wesen. Fränzchen war eifersüchtig, wie alle häßlichen Mädchen auf die Triumphe der bevorzugten Genossinnen neidisch sind. Neid war es aber nicht in wahrem Sinne, dazu beherrschte zu viel Herzensgüte und harmlose Heiterkeit ihren Character, aber eine gewisse Eifersucht machte sich dennoch geltend, und das deuchte Pia nur begreiflich und selbstverständlich. Es muß sehr hart für ein heranwachsendes Mädchen - sein, seine Häßlichkeit doppelt schwer neben einer hübschen Freundin empfinden zu müssen! Vor Fränzchen blieb kein Maler stehen, sie voll Entzücken i zu grüßen, und darum wallte es trotzig in ihr aus und sie i ärgerte sich seiner Frechheit. Arme Kleine! Wie manch bitterer Tropfen mag noch in den Freudenbecher Deines Lebens fallen! Pia wird gewiß nichts dazu thun, um dem jungen Mädchen den grellen Unterschied zwischen ihnen empfindbarer zu machen. Sie fühlt großes, herzliches Mitleid mit einem jungen Mädchen, welches heimlich Qualen leidet, von denen andere begnadete Menschen gar keine Ahnung haben. „Pia, — wenn der Mensch nun auf Dich wartet!" fragt die Comteffe abermals, und ihre dunklen Augen blicken beinahe flehend. Fräulein von Nördlingen schüttelte lächelnd den Kopf. „Dann wollen wir ihm dieses harmlose Vergnügen unbeschadet lassen!" „Du verliebst Dich vielleicht in ihn?" Nun lachte ihre Nachbarin hell auf. „Fränzchen, Du bist nicht recht gescheit! zu den phantastischen Menschenkindern, welche sich auf den ersten Blick in einen schönen Unbekannten verlieben, gehöre ich nicht!" „Du bist zu stolz dazu?" „Nenn es so, wenn Du willst." „Du wirst nur einen Graf heirathen?" Da zuckte das blonde Köpfchen in dem Nacken und der mißtrauisch forschende Blick, welcher Pia in letzter Zeit eigcnthümlich geworden, blitzte zu der Fragerin hinüber. „Du irrst!" sagte sie kalt,- „ich werde nie nach Namen, Stellung und Mitteln eines Mannes fragen, sondern einzig den heirathen, welchen ich liebe!" „Und wenn nun keiner kommt, den Du lieben kannst?" „Dann bleibe ich ledig." Fränzchens Gesicht strahlte: „Aber mich hast Du lieb?" „Franzisca, sei nicht so kindisch?" „Ich bin ja gar nicht kindisch, Mama! Ich will meiner süßen Lilian ja nur den Vorschlag machen, daß sie gar nicht heirathen, sondern immer bei mir bleiben soll! wäre das nicht herrlich, Du?" Pia lachte abermals. „Wer weiß, Fränzchen! Es wäre vielleicht das beste und friedlichste Glück, welches ich mir wünschen könnte! Aber Du würdest auf die Dauer doch wohl nicht mit der strengen Schulmeisterin zufrieden sein!" „Doch! doch! — o dann würdest Du mir eben keine Schulmeisterin mehr sein!" jubelte die Comteffe und vergaß in ihrer Freude die Beherrschung, welche sie bei diesem Spaziergang gewahrt, — sie ließ Pias Arm los und stürmte nach der Hotelveranda, wo der Graf mit Friedeich im Gespräch stand. Beide kehrten ihr den Rücken zu. Fränzchen aber sauste heran, machte einen kunstgerechten Stütz auf je eine Schulter der Beiden und schwang sich secundenlang zwischen ihnen, wie an einem Turnreck. Der Erbherr von Niedeck knickte unter der unerwarteten Wucht zusammen wie ein Taschenmesser und Friedrich sank ebenso altersschwach und erschrocken in die Knie, — Tante Johanna konnte aber vor Lachen kaum weiter gehen, sie preßte ihr Taschentuch gegen die Lippen und konnte gar nicht wieder zu Athem kommen. „Wie unbeschreiblich komisch das aussah — — dieses lauge Frauenzimmer — — mit den schlumprigen Kleiderröcken — — o — ich ertrage es nicht mehr!" und sie wischte die Lachthränen aus den Augen. Dann sah sie Pias betroffenes Gesicht und ward etwas verlegen. „Sie ist eine furchtbare Range, liebstes Herz! — wundere Dich nicht allzu sehr über ihre Tollheiten, welche Dir gewiß böhmisch Vorkommen! Wir sind ja seit Jahren daran gewöhnt, und Willibald will's mal so, — er ist ja sonderbar in seinen Ansichten, aber des Menschen Wille ist sein Himmelreich! — Nur um eins bitte ich Dich, mein Liebling, nimm den Unsinn, welchen Fränzchen - 838 bitweise redet, nicht allzu genau! Sir ist so begeistert, endlich in Dir eine Gefährtin und Freundin gefunden zu haben, daß ihre Liebe nun in himmelhohen Flammen brennt! Wir haben sie ja stets einsam und ohne viel Verkehr erzogen, da empfindet sie den Umgang mit Dir nun voll doppelten Entzückens." (Fortsetzung folgt.) Gil, altes Mittel gegen Nasenbluten theilt der „Praktische Wegweiser," Würzburg, mit: Man athme bei fest- geschlossenem Munde durch die Nase tief ein, schließe sodann mittelst der Finger die Nase fest und athme durch den nunmehr geöffneten Mund aus. Die atmosphärische, durch ote Nase eingeathmete Luft bringt das Blut in der Nase zum Gerinnen. * « * Kitt fftt Aquarien, gläserne Wassergefätze aller Art. Man verwende als solchen eine durch Zusammenschmelzen bewirkte Mischung von 20 Gramm Guttapercha mit 40 Gr. Resina Pini oder aber einen aus einer Zusammenmischung von Traumaticin, einer gesättigten Lösung von gebleichtem Kautschuk oder Kautschukfolie in Chloroform, und concentrirter Wafferglaslösung sich ergebenden Kitt. Letzterer haftet sehr fest an den Bruchflächen und zeigt den Bortheil, daß die Cementirung durchsichtig erscheint. Ebenso haben die umgebende Feuchtigkeit der Luft und sonstige wasserhaltige Be- standtheile keinen auflösenden Einfluß auf diesen Kitt. * * Stahlfedern soll man, wie der „Practische Wegweiser", Würzburg, schreibt, nicht gleich, wenn sie nicht mehr schreiben, forrwersen, sondern prüfen, ob sie verstaucht oder nur abgenutzt sind. In letzterem Falle kann man die Feder für lange Zeit wieder gebrauchsfähig machen, wenn man die Spitzen von Tinte reinigt und mit einem Messer oder bergt, schärft oder in eine frische Kartoffel steckt. Um Fettflecken ans allen Arten Zeug, selbst farbigen seidenen, zu entfernen, bedient man sich des weißen Bolus. Man knetet den weißen Bolus in feingeriebenem Zustande in Waffer zu einem dünnen Brei und reibt diesen in das befleckte Zeug ein. Die Fettigkeit zieht sich hierdurch in den Bolus und das Zeug braucht blos noch gut ausgebürstet zu werden, um es von dem Bolus wieder zu reinigen. Man kann aber auch nach dem Trocknen eine doppelte Lage von grauem Löschpapier darauf bringen und mit mäßigem Druck einige Male mit einem heißen Plätteisen oder einem Löffel glühender Kohlen darüber htnfahren, wodurch die Flecken noch sicherer verschwinden. ♦ Zar Reinigung weitzer Glacehandschuhe empfiehlt sich eine Auflösung von Seife in heißer Milch. Zweckmäßig ist es, auf den halben Liter dieser Lösung ein zu Schnee geschlagenes Eidotter einzurühren und einige Tropfen Salmiakgeist zuzumischen. Die Handschuhe werden über die Hand gezogen und mittelst eines Wollläppchens, das in die Mischung getaucht wird, abgerieben. Hängt man die Handschuhe im Schatten zum Trocknen auf, so bleibt das Leder weich. * » Feuerfester Kitt für Thongefätze. Man vermische klein gestoßene Porzellanerde (Kaolin) oder auch gelöschten, fein gestoßenen Kalk mit 70 Gramm in einem halben Liter heißem Wasser aufgelösten Borax bis zur Consistenz dicker Farbe. Diesen Kitt, der sür thönerne Gefäße außerordentlich geeignet ist, bewahrt man in einem geschloffenen Gefäß auf. V-vnEeht-O. Uttfett tanzlustige Jugend — und wer von den jungen Männlein und Weiblein sollte nicht tanzlustig sein? — wird in dieser Ballsaison mit einer gelungenen Neuheit überrascht, die von den schönen Tänzerinnen und ihren Cava- lieren mit Freude begrüßt werden wird. Nach Entwürfen von Georg Mühlberg läßt Otto Schramms Verlag in Stuttgart eine Serie von farbigen Tanzpostkarten erscheinen, welche allerhand gelungene Tanzscenen mit feinem Humor darftellen, von entsprechenden Gedichten begleitet, und geeignet sind, Witz und Humor des Ballsaales und der Tanzstunde in eigenartiger Weise zu beleben. Dem Münchener Künstler Mühlberg ist es gelungen, die Illustrationen mit einem lieblichen Zauber zu umgeben, der durch eine schöne Farbenwahl noch erhöht wird. In Aquarellmanier ausgeführt, gehören diese Karten zu dem Besten, was man auf dem reichen Gebiete der Ansichtspostkarten vorfindet. Es sind 10 Karten (ä 10 Pfg.) mit immer verschiedenen Tanzscenen vorhanden. Aus „Lustige Welt", Verlag von Georg E. Nagel, Berlin SW. Vierteljährlich Mk. 1,30, Einzelnummer 10 Pfg. — Eine gefährliche Probe. Er: „Mein Ehrenwort, wenn Sie mich nicht erhören, erschieße ich mich!" Sie: „Ich muß erst Ihren Character erproben, ob Sie Wort halten können." — Frisch geadelt. „Johann, wenn Sie Jemand fragt, wem die Equipage gehört, werden Sie sagen: Dem adligen Herr von Meier!" — Gekränkt. Arzt: „Treffe ich Sie in solchem Zustande, Herr Meyer? Sie haben mir doch versprochen, mit dem Trinken aufzuhören!" Meyer: „Ha—a—be ja eben — hm — aufgehört." — Eine genügt nicht. Erster Lieutenant: „Werde doch wohl meine Schulden abheirathen müssen." Zweiter Lieutenant: „Wird wohl schwer gehen, Herr Kamerad, Vielweiberei ist doch verboten!" — Frech. Herr: „Schämst Du Knirps Dich denn gar nicht, hier auf offener Straße Pfeife zu rauchen?" „Ja, Helf er sich, Cijarren zu roochen, so reich bin ick noch nich!" * » • Drei Worte. In einem kleinen Städtchen soll ein Kriegerdenkmal errichtet und der Grundstein hierzu in feierlicher Weise gelegt werden. Ein alter General, der im Städtchen seine Pension verzehrt, wird von dem Comits gebeten, die ersten drei Hammerschläge zu führen. „Aber was soll ich denn dazu sagen?" flüsterte er dem nahe stehenden Pfarrer zu. — „Na," antwortete dieser ebenso, „Excellenz wählen am besten drei Worte aus der Bibel!" Eine Minute verlegenen Besinnens — dann richtet sich der alte Herr stramm auf, betritt das Podium, ergreift den bekränzten Hammer, thut damit drei energische Schläge und ruft dazu mit dröhnender Stimme: „Sem — Ham — Japhet!" Wintersnahen! Kalt ist's und über öde Stoppelfelder Streicht nord'scher Wind bei düsterm Wetter hin. Gefallen ist der grüne Schmuck der Wälder, Verdorrt die Blumen, die erfreut den Sinnl Vergänglichkeit entdeckt des Menschen Auge, Wohin der Blick sich immer wenden mag; Verschleiert ist von trübem Todeshauche, Was unsre Lust, was unsre Freude war. So durch Vergänglichkeit zu neuem Glücke Geht Alles, was der Erde angehört! Wir werden sterben, aber unsre Blicke Erschau'n einst Den, den unser Herz verehrt! August Gotthard. Mebaetümi «. «chdyda. — Druck imb Verlag der Brühl'schen «uiverfitätr-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) m Hetzen.