>e. Essig unb'grünt, hochrothe bleiblau; ter Wolle, ilmiakgeist, st sie durch Line kleine diese mit ^geschüttelt, guten Er- rdig klarer rett Zeiten Wirkung zu. Zeugen und : ein Mittel von trost- die Araber Fieber her- ch gehalten, ühmte man iche. Nüsse kandeln vor i, erzeugen ;n 1896 eine opa im »er; >lfach hin und »ermuthet 6e: ir Nebenbuhler iten, daß der Btt* in feiner Landsmannes, m Michigansee s Nordamerla 606 394 Faß 122 Faß 1896 abgeschlossen. cher Weise der epfel geschieht ms lernen - ie Amerikaner! ,d Gartenbau, sonst zugeschi« Frankfurt a. O. iist feit einigen n Emporblühe» as die rührige Die »Manat« m ist. Auch die ehr mit dieser nzensamilie dein den größte» Vorsitzende der 6. Schuman«» isselbe erscheint (Monographie it einer kurzen 10 Lieferungen n g. Neumann aate wird eine st. Ein Prabe- rt des ganz-» :g jedem Jnler° in Gießen. MI 1897; - Rt. $6. 6em#ta| ie« 16. Stal f. McheMMUllienbl IrüechattunKblüll M MeßmerAnzeiM OMmlAnMAei MrJ’ $IBei ®brtn und einen Mund; Willst Du'S beklagen! Gar Vieles sollst Du hören und Wemg d'raus sagen. Du hast zwei Augen und einen Mund; Mach' Dir's zu eigen! Gar Manches sollst Du seh'», und Manches verschweigen. Rückert. Fata Morgana. Novelle von H. Renö. (Schluß.) VII. In Neuhof hatte man sich den Einzug der gnädigen Frau mit hochbeladenen Möbelwagen, schmuckem Gespann, Livrsediener u. s. w. gedacht. Und nun war sie an einem kühlen Regenabend in ihrem Ponnywägelchen, nur von ^chufterle begleitet, allein gekommen und hatte die Handküsse der Leute stumm entgegengenommen. Dann stand sie mit dem Thürgriff in der Hand noch lange auf der Hausschwelle und starrte in den Regen hinaus. Als ob sie die Nässe, die an ihr herniedertroff, gar nicht gemerkt hätte, meinten später die Leute. Im Hause wurde nichts verändert. In der schmalen, wurmstichigen Bettlade, in welcher vor länger als dreißig Zähren die alte Baronin verschieden, ließ sie sich ihr Lager Herrichten, in dem uralten, geblümten Porzellan, das man unter Spinngeweben in irgend einem verstaubten Wandschrank borgefunden, sich ihre einsamen Mahlzeiten auftragen. So öde und finster war es in den niedrigen Stuben, L° schattenlos in dem kleinen, wilden Garten, wo zwischen appig wucherndem Unkraut einige verkrüppelte Salatstauden und überreife Mohnköpfe verdrießlich standen. Selbst Schufterles Uebermuth fand hier keine Nahrung. , ^ute, die seinen schlimmen Ruf kannten, sperrten ihre wenigen, mageren Hühner vor ihm ein, und so kehrte er denn on jedem verfehlten Ausflug trübselig zurück und schob seine alte Schnauze bittend in die Hand der blassen, stillen Herrin. Tage, Wochen, Monate vergingen- über kahle Erntefelder strich der Herbstwind, und aus den Scheunentennen klang überall das eintönige Tick-Tack der Dreschflegel. Noch immer war das Neuhöfer Gesindehaus die Brutstätte der schlimmen Krankheit. Kaum befand sich der Vater außer Lebensgefahr, so erkrankte ein Kind nach dem anderen, und heute, auf der Grenzscheide zwischen Tag und Nacht, war des Augusts braves Weib gestorben. Therese stand am Fenster und wischte mit der Hand über die feucht angelaufenen Scheiben. Eben hatte der Dorfschreiner den schmucklosen, schwarzgebeizten Sarg gebracht. Der Wittwer fuhr mit dem Aermel über die thränenden Augen, während eine mitleidige Nachbarin die nach der Mutter schreienden Kleinsten fortzuführen suchte. Wie herzzerreißend dieses war. Das brave Weib hatte ihren Opfermuth, mit dem sie Gatten und Kinder treu gepflegt, mit dem Leben büßen müssen. Wie würde der sieche Mann, die hilflosen Kinder sie vermissen, sie, die ohne Murren für sie gearbeitet, gewacht und gehungert hatte. Warum mußte dieses Weib gerade sterben, während an ihr selbst, so unnöthig auf der Welt, so lebensmüde, der Würger verächtlich vorüber ging. Das war also die gütig waltende Vorsehung, die Allmacht und Liebe Gottes! Sie schauerte, während ihre glühende Stirn an die kalte Scheibe sank. Sterben, Vergessen, Aufhören! Alle die vielen Monate hindurch wünschte sie es in jeder Stunde des Tages, schrie sie eS verzweifelt in den langen, stillen Nächten, wo nur der Holzwurm mit leise nagendem Geräusch ihre Seufzer und Thränen begleitete. Sterben! Sie hatte sich gewöhnt, den Tod als Befreier zu betrachten. Welche hoheitsvolle Ruhe hatte doch von des Onkels Stirn geleuchtet, und wie sanft hatten sich unter seinem eisigen Kuß die Schmerzensfurchen, die das Leben ins Antlitz gezogen, geglättet. Selbst jenes arme Weib drüben. Lag eS nicht wie Verklärung über ihren braunen, wetterharten Zügen. Ja, ja, das Leben war sür Manchen eine unheilvolle Krankheit, und die einzige Genesung davon der Tod. Aber wohl auch nur für Manche, Vereinzelte. Vielen war eS ja ein einziger fonniger Festtag, ein Tag, der keine Schatten, keine Dämmerung kannte. Und jene Glücklichen, über welche das Schicksal ein Füllhorn blühender Schätze ausgeschüttet, verdienten sie es auch so glücklich, so hochbegnadet zu sein? Bor drei Tagen hatte der Wind Glockenklänge zu ihr herübergetragen, seine Hochzeitsglvcken, und die Weiber 222 „Wie er zurückeilte in Wittwenhaus in Neuhof leer steht!" Am folgenden Morgen fand man die Baronin todt in ihrem Bette. Ein Gehirnschlag glaubte man anfänglich, doch bald entdeckte man neben ihr eine leere Morphiumpulverschachtel und einen Brief, den man dem ahnungslosen Doctor Borrmann auf den Frühstückstisch legte. Sie schrieb: „Du Lieber, Bester, der Du Alles entschuldigst, weil Du Alles verstehst, Du wirst auch Deiner Therese verzeihen, wenn sie eine Last abwirft, die für ihre Schultern zu schwer geworben; diese Last war das Leben! In der Wüste, die ich mit brennenden Füßen und wunder Seele durchwandern mußte, glaubte ich plötzlich ein grünes Raseneiland voll rieselnder Quellen und blühender Bäume zu erblicken; es war ein Trugbild, wie es ost den verschmachtenden Wanderer narrt. Eine Fata Morgana, die schon Manchen in den Tod gelockt. Die Fenster in Neuhos zeigen alle dieselbe Richtung, jene Richtung, wo er mit seinem jungen Weibe wohnt. Würdest Du wünschen, daß ich meine Selbstqual verlängerte, indem ich täglich mit brechendem Herzen mir so ein Glück ausmalte? Schufterle liegt winselnd zu meinen Füßen. • Es ist, als ob er ahne, wohin ich gehe. Willst Du Fürbitte für ihn einlegen, bei Tante Minchen? Bis zum letzten Augenblick hielt er ja bei mir aus. Vergiß mich. Mein nutzloses, freudenleeres Dasein sei auch in Deiner Erinnerung ausgelöscht. Liebe und Glück war mir versagt, nun schmachte ich nach Vergessen, und dieses liegt in meiner Macht mir zu geben." unter ihren Fenstern erzählten sich flüsternd, wie reich be I frSnst bei Bürgermeisters Hau», wie lang die AtlaSschleppe der Braut gewesen. Hatte er wohl aus voller, freier Brust I fein „Ja" gesprochen, nicht der falschen Liebesschwüre ge- I dacht, die noch vor Kurzem einer Anderen gegolten? Nein, I nein, keine Wolke trübte ihm diese selige Stunde. Die Glücklichen, sie schritten ja sorglos auf Rosen dahin, mit denen man ihnen den Weg gestreut, während sie selbst einsam I und verlassen im heißen Wüstensand verschmachten mußte. Schlürfende Schritte wurden draußen laut, söüchtern klopfte es an die Thür. Die alten Nachbarn, die sich warmherzig der verwaisten Familie angenommen, war gekommen, I bie gnäbige Frau um etwas Altes, am Liebsten wohl I Linnenzeug zu bitten. Beim August sei bie Noth gar groß. Die Kinber hätten kaum ihre Blöße zu bebecken, für bte Leiche finbe man nichts zum Anziehen, auch kein Groschen Gelb sei im Hause. , Schweigenb räumte Therese irgenb em Schubfach aus. Bei ähnlichen Anlässen hatte sie schon früher immer gegeben, ohne nachzusehen, was es war. Unb nun liefen bte bar- I fitfjigen Kinber in ben wunb-rlich gemusterten Camisols ber alten Baronin umher, trugen bie Weiber ihre spitzenbesetzten, vergilbten Nachthauben. Eine traurige, spukhafte Maskerabe am hellen Tage. o .. . . Unb so spukhaft war auch bas Leben, bas fte seit I Monaten hier geführt. Wie Moberbuft schlug es ihr überall entgegen, wehte sie es an, aus ben Truhen, Schränken, aus ben alten Anbachtsbüchern, bie noch immer aus bem wackeligen Tischchen am Kopfende ihre Bettes lagen. Hatte die alte Frau Trost und Erbauung für ihre einsamen Stunden sich dort geholt? Sollte man es versuchen gleich ihr? Doch nein, jene hatte ein langes, reiches Leben hinter, ein beschauliches Alter vor sich. Mit den alten, abgegriffenen Büchern in den zitternden Händen dankte sie wohl dem lieben Gott für genossenes Glück, betete um neues | für Kinder und Enkel. Wofür sollte sie danken, um was bitten? Düster faltete sich ihre Stirn, und nun trat zwischen den Augen dieser unheilvolle Zug, der Walter an jenem sonnigen Frühlingsmorgen so bestürzt gemacht, mit erschreckender | Deutlichkeit hervor. „Viele Thränen, früher Tod," sagte man in den Spinnstuben. Draußen spannte sich ein wolkenumhangener Herbsthimmel trübe aus, welke Blätter fielen von den verkümmerten Ahornbäumen, die ihre Fenster verdunkelten, und wurden von den spielenden, halbnackten Kindern in den Staub des Hofes getreten. Und so unthätig sollte sie weiterleben, mit ihrem unruhigen Herzen, mit den bittersüßen Erinnerungen, die sich nicht bannen ließen, vielleicht noch ein ganzes, langes Menschenleben hindurch das eintönige Dasein einer müden Greisin führen. Mußte sie das? Brauchte man sie auf ber Welt? War sie zu irgend eines Menschen Glückseligkeit nothwendig? Sie schüttelte den Kopf, fieberhaft erregt begann sie hin und her zu gehen, doch das Zimmer war so klein, bald setzten die engen Wände ihrer Wanderung ein Ziel. Nun stand sie wieder am Fenster. Hielt vor dem Gesindehaus nicht ein Wagen? Soldiner Pferde, Soldiner Livräen. Unb der junge, blonde Mann, der hinaussprang und in das Haus ging? Für die Leute war er der Doctor, ber gekommen, als Gutsarzt ben Tobtenschein auszustellen, für sie selbst bas Verhängniß, bas in ihr Leden getreten. Ihre Kniee wankten, vor ben Augen bunkelte es ihr, aber mit kalten, bebenden Händen hielt sie sich am Fensterbrett fest. Noch einmal mußte sie ihn sehen. Die Zeit schien ihm knapp. Nach wenigen Minuten wieder trat er schon heraus. Würde sein Blick ihr Fenster streifen, er sich jener Stunde erinnern, wo er hier neben ihr gestanden, zum ersten Mal ihr tief in die Augen geschaut? Entstehung und Verhütung der Blutvergiftung. Bon Dr. Otto Gotthilf. (Nachdruck verboten.) Eine Vergiftung des menschlichen Organismus kann aus verschiedene Art und Weise zu Stande kommen. Man kann an Vergiftung zu Grunde gehen durch Einathmung von schad- lichen Gasen, wie Kohlenoxydgas, ferner durch Einnehmen von flüssigen und festen giftigen Substanzen z. B. CyankaU, ober durch Einführung von Gift unter die Haut, tote es bettn Schlangenbiß geschieht. Merkwürdiger Weise wirken viele Gifte nur dann, wenn sie in den Magen kommen, wahrend sie ganz unschädlich sind, sobald sie durch eine Wunde tn bte Blutbahn eintreten; andere wieder verhalten sich umgekehrt. Das Schlangengift, welches von jeder Wunde aus so intensiv wirkt, kann doch ohne alle Übeln Folgen verschluckt werden, unb das sonst so giftige Ammoniak wird, in das Blut em« geführt, durch die chemischen Substanzen desselben m ungiftigen Harnstoff verwandelt. Unser Organismus ist eoen ein unaufhörlich thätiges chemisches Moratorium, das amy viele Gifte unversehends in Arbeit nimmt und tn unfdjaWK?' Stoffe umgestaltet. Natürlich wird auch hierbei unser Körpe um so zuverlässiger seine Schuldigkeit thmi, je besser s chemischen Bestandtheile, seine Säfte beschaffe» fmb. auch bei den unglücklichen Zufällen einer Vergiftung mutz w wieder eine von früh auf durchgesührte Befolgung der nellen Gesundheispflege aufs schönste belohnt machen. Alle diese Arten von Vergiftung Pflegt man aoer Bolksmunde nicht all Blutvergiftung zu bezeichnen, Therese stand wieder aufrecht. sein neues, blankes Heim," murmelte sie mit blassen Lippen, „wo Diejenige ihn erwartet, ber er ein Recht gegeben, ihm nahe zu sein für immer. So lange ich glaubte, daß sein Herz wirklich einmal für mich geschlagen, versuchte ich weiter zu leben. Doch heute, heute, wie sich bie Gedanken mir verwirren! Was liegt ihm, ber ganzen Welt baran, ob bas Run sprach er mit dem armen August flüchtig, einige geschäftlichen Worte schienen el nur zu fein, bann winkte er dem Kutscher, und fort ging eS. nicht einma dock eigentl Vielmehr v ganz unsch' verschiebens nur diese ( Der s Wissenschaft kommene U Alterthumt statischen 5 Chirurgen der Bezeiö bösartige, Zerstörung Parb erkl 1635 den durch, do der Wundl welche eü finden alf diesem Fc leiten, bi Blutvergi nicht von finden. ! Betrachtu wundung gelangen, Pfeilen. Wie wundung biet umfi Dm Vervollkc haben w Natur b Lebewese Wasser > bilde, d Ungemes welche i und Fä Wunde, verlauf Blutgefc gleichsan stillen, i die ents gleich b kein tro Bacteri der ob« mehruw eine eii den bei (Throm währen sehr lei zu Ade schließli einkeile äußerst eine he wir al werden den B toeiterf anberei äußerst mehr । \, einige : winkte (feilte in Lippen, ien, ihm daß sein ch weiter iken mir , ob dar tobt in ifänglich, rnpulver- n Doctor b: zst/ weil rese ver- Zchnltern ßcn und Plötzlich blühender i oft den (forgana, Richtung, e wohnt, clängerte, ein Glück n Füßen. Du Für- Bis zum :giß mich. :n Deiner r versagt, in meiner bet ! verboten.) kann aus Kan kann von schad« Linnehmen Cpankali, ie es beim rken viele , während nbe in die umgekehrt, so intensiv :t werben; Blut einen in un- $ ist eben bas auch inschädliche iser Körper >esser seine mb. Also 5 muß sich der ratio- en. i aber im neu, meist 221 Wie kommt nun aber bei den übrig bleibenden Mr- I wundungen, welche scheinbar nur noch ein sehr kleines Gebiet umsassen können, eine „Blutvergiftung" zu Stande? Durch die Verbesserung der Mikroskope und durch die Vervollkommnung der medicinischen Untersuchungsmethoden haben wir erfahren, daß die ganze organische und anorganische Natur belebt und durchsetzt ist von kleinsten pflanzlichen Lebewesen, Mikroben, Mikrokokken und Bacterien. Luft, Wasser und feste Körper enthalten m großer Zahl solche ®e- bilde, die sich unter günstigen Verhältnissen sehr schnell ins Ungemessene vermehren. Unter diesen gibt es nun solche, welche in Berührung mit lebenden Geweben stets Eiterung und Fäulniß erzeugen. Kommen solche Bakterien meine Wunde, so entsteht eben Eiterung. Bei normalem Wund verlauf bilden sich in den verletzten oder durchschnittenen Blutgefäßen alsbald Faserstoffgerinnsel^(Thromben), welche gleichsam das Loch verstopfen und abschließen, die Blutung stillen, nach und nach sich in Gewebe verwandeln und dadurch die entstandene Lücke wieder ersetzen helfen. Kommen aber gleich bei der Verletzung oder bald darauf, solange sich noch kein trockener schützender Schorf gebildet hat, eitererregende Baeterien auf die Wunde, so tritt alsbald "ne Eiterung der oberen Wundfläche ein, welche bei der rapiden Vermehrung der Bacterien schnell nach innen weiter greis | eine eiterige Erweichung und faulige Zersetzung den benachbarten Blutgefäßen gebildeten Faserstoffgerinnsel (Thromben) zur Folge hat. Da nun der Blutstrom fortwährend an diesen eiterigen Thromben vorbeifließt, recht sehr leicht Theilchen derselben mit sich fort, spult sie von Ader zu Ader, oft in einen weit entfernten KörPertherl, bis sie sich schließlich in irgend einer feinsten Verästelung des Adernetzes einkeilen. Sofort fangen dort die Bacterien wieder ach sich äußerst rasch zu vermehren, und bewirken auch an dieser S e eine heftige eiterige Entzündung, ein Geschwür. Jetzt ha e wir also schon zwei vereiterte Stellen im Körper. Bald werden nun auch von hier in gleicher Weise wie vorhin durch den Blutstrom Theilchen der bacterienhaltenden Thromven weitergeschleppt, es entsteht em neues Geschwür tn einem anderen Körpertheil, und so vermehren sich die Vereiterungen äußerst schnell in ungeheuerlicher Weise, das Blut wird immer mehr zersetzt und verjaucht, der Mensch geht schließlich an nicht einmal die durch giftigen Schlangenbiß verursachte, welche 1 doch eigentlich im wahrsten Sinne de- Wortes etne solche ist Vielmehr versteht man unter Blutvergiftung eine von zunächst am unschuldigen Wunden ausgehende eiterige Zersetzung der verschiedensten Körpertheile. Wir wollen daher heute auch nur diese Erkrankung einer näheren Betrachtung unterziehen. Der Volksmund lehnt sich mit dieser, eigentlich unwissenschaftlichen Bezeichnung an die von Altcrs her überkommene Ueberlieferung an. In den ärztlichen Schriften des 1 Alterthums und des Mittelalters, so namentlich tn der Hippokratischen Sammlung, ferner bei Celsus, Galenus und bet den Ebirurgen der Salernitanischen Schule werden überall unter der Bezeichnung Blutvergiftung Geschwüre geschildert, welche bösartige, brandige, schnell fortschreitende und wettreichende Zerstörungen herbeiführen und das Leben bedrohen können. Darb erklärt in seinem Buche „Wundartzneh vom ^ahre! 1635 den Übeln Verlauf, den die Wunden oft nehmen, dadurch, daß es sich dabei um eine Verderbniß °der Faulmß der Wunde durch eine bösartige Constitution der Luft handelt, weiche einen fauligen Zustand derselben herbe-führt. Wrr finden also schon vor zwei und einem halben Jahrhundert bei diesem Forscher den Verdacht auftauchen, daß die Schädlichkeiten, die während des Verlaufes einer Wundheflung zur Blutvergiftung führen, von außen her emdrmgm muffen und nicht von vornherein in der Wunde oder tut Blute sich befinden. Natürlich sind davon ausgeschlossen, auch tn unsrer Betrachtung, alle diejenigen Fälle, in denen gleich bet der Verwundung wirklich chemisch giftig wirkende Stoffe in das Blut gelangen, wie bei einer Verletzung nut absichtlich vergifteten Die Behandlung einer solchen Blutvergiftung ist ziemlich aussichtslos. Selbst energische operative Eingriffe vermögen den Verlaus der einmal entwickelten Krankheit meist nicht mehr aufzuhalten. Wohl versucht man bisweilen durch Abnahme desjenigen Gliedes, an welchem sich dw ursprüngliche Verletzung befindet, den übrigen Körper vor Zersetzung zu bewahren, aber leider meist ohne Erfolg. War der erste Eiterherd z. B. an einer Zehe, so amputirt man den Fuß oder auch den Unterschenkel oder gar den ganzen Schenkel. Die häufige Erfolglosigkeit einer solchen Operation wird Jeder nach der vorherigen Schilderung verstehen. Da nämlich m ber Regel eiterige Gerinnsel in die entferntesten Körpertheile - chw-mm. w-!d°-n, ncht -- mch.- mehr. d-° «WA« Eiterherd zu beseitigen. Man muß eben bem unabwetür baren Schicksal seinen Lauf lassen, hier erweist sich des Menschen Wissen so recht als Stückwerk, er ist ohnmächtig GßQCitübcT ber dUntäcbttQcn 9^cituic 1 _ Aber der gütige Schöpfer hat uns Verstand verliehen, damit wir den Urfachen der Dinge nachforschen und sieu unserm Vortheil ausnutzen können. Haben wir die Ursachen von Leiden irgend welcher Art richtig erkannt, so werden wir natürlich als vernünftige Wesen sie zu bermetben, ihnen vor- mbeugen suchen. Dies gilt namentlich bei der Blutvergiftung und sichert allein unfehlbaren Erfolg. Mr wollen uns dies an einem häufig vorkommenden Beripiel klar machen. ES hat Jemand beim Beschneden eines Hühnerauges an der Zehe ein wenig die gesunde Haut verletzt, sodaß em Tropfen Blut kommt. Unter normalen Verhältnissen würde ^s Blut an der Luft sehr bald gerinnen, es bildete sich em fdjufcenber Schorf, unter der der Heiluugsproceß ungestört von Statten ainge. Nach einigen Tagen, sobald sich neue Haut gebildet fiätte würde der Schorf abfallen und die Wunde wäre ge- heilt' Was geschieht nun aber statt dessen oft? Der Tropfen Blut wird abgewischt und ruhig Strumpf und Schuh an- aetoaen Die Wunde ist ja zu unbedeutend, metnt man, als daß Hs. Umst-nd- fall«. Nu- mit fto aber die verletzte Stelle an den rauhen Fasern des Strumpfes bis zur Entzündung wund, Schmutz von Zehen und Strümpfen, Schweiß, Staub von außen und die allgegenwärtigen Batterie» bringen nicht nur ungehindert in die Wunde em, sondern werden sogar von der Fußbekleidung gewaltsam hmemgerieben. Bald entsteht Eiterung — und der Anfang der Blutvergifurig ist da. Befand sich gar im Strumpfe eine giftige Farbe, o gebt dieser Prozeß natürlich noch schneller vor sich. - öm anderes Beispiel: Es hat sich Jemand, oder em Kmd das andere leicht gekratzt. Die kleine Wunde wird nicht weiter beachtet. Bei dem Kratze» sind aber Schmutztheilchen von den sogenannten Trauerrändern unter den Nägeln unter die Haut gelangt, dazu dringen aus der Lust eitererregende Bacterien ungestört in die offene Wunde, und - wieder entsUht eine schwere Blutvergiftung. Natürlich sind immer solche Verletzungen die gefährlichsten, bei denen, wie hier, gleich bet ihrer Entstehung schädliche Stoffe eingeführt wurden. Also sind verrostete Nägel schlimmer als ganz reine; faitftge W Witter sind gefährlicher als frische. Aber auch diese anfänglich | ungünstigen Momente kann man beseitigen, wenn man von Blutvergiftung" zu Grunde. Der eben geschilderte Verlaus gebraucht aber immer »och vom Moment der Verwundung an noch einige Zeit, ehe er zum Tode führt, weil wir angenommen haben, daß die Eiterbestandtheile nicht in edle Organe gespült wurden. Anders verhält es sich, wenn ein Eiter- vllock z. B. in das Gehirn oder in die Lunge kommt; in ersterem führt er sehr schnell den Tod herbei, in letzterer wenigstens eine schlimme locale Erkrankung. Gleich nach der Bildung der ersten Eiterherde im Körper zeigen sich bei dem Patienten schwere Allgemeinerschemungen. Es entsteht zunächst ein ftarfer Dauer, hieran schließt sich meist em heftiges Fieber, das bald zu großer, körperlicher Hinfälligkeit, Schwache und Abmagerung führt; unter Zunahme dieser Erscheinungen erfolgt dann mers - 924 - vornherein die einfachsten Vorsichtsmaßregeln einleitet. muß nämlich jede, auch die kleinste und scheinbar unbedeutendste Wunde sofort gut ab und ausgewaschen und dann gegen ferneres Eindringen von Schmutz oder Bakterien luftdicht abgeschlossen werden. Bei den hier in Betracht kommenden kleinen Verletzungen genügt stets ein Stückchen einfaches Verband- oder Heftpflaster. Es ist dies eine so mühelose Vorbeugungsmaßregel, daß man gar nicht begreift, wie es immer noch Leute geben kann, die sie vernachlässigen und sich dadurch einer Lebensgefahr aussetzen. Man kann dies nur dadurch erklären, daß unter hundert solchen Verletzungen neunundneunzig gut ablaufen und die Leute in ihrer Achtlosigkeit und Bequemlichkeit bestärken. Es sollte sich doch aber Jeder auch bei der geringsten Verletzung die furchtbaren Folgen und Todesqualen vor Äugen halten, denen er sich durch Außerachtlassung jener einfachen Vorsichtsmaßregeln preisgibt. Auch in der Gesundheitspflege belohnt es sich aufs schönste, wenn man selbst in den kleinsten Dingen gewissen Der Wichser. Eine Freiergeschichte von L. Bürkner. ----— (Nachdruck verboten.) Der Hof heißt der Rosenhof, und der Bauer, der darau : sitzt, wie vordem seine Eltern und Ureltern, müßte eigentlich von Gott- und Rechtswegen der „Rosenhofer" genannt werden. — Aber, — wetten möcht' ich einen Krug vom besten, selbstgebrannten Zwetschengeist gegen eine hohle Hand voll Wasser: wenn du daher kommst und fragst nach dem Rosenhofer, dann wird der Bauer erst zwei Mal zweifelnd sein „Klötchen" im Munde hin und her schieben, ehe er seinem Buben ruft: „Du, Paule, führ den Herrn 'nauf zum „Wichser." — Der Rosenhofer selber lacht zu dem Uebernamen und die Rosen- hoferin, die lacht noch mehr. — Dabei blitzen ihre weißen Zähne, sie hat zwei Grübchen in ihren rothen Backen — und man sieht so recht, was sie für eine blitzsaubere Frau ist. — Sie hat recht, wenn sie lacht, die Wichserin, — das wird Jeder sagen müssen, der die Geschichte vom Wichser hört. Das war zu der Zeit, als der alte Rosenhofer noch auf dem Hofe saß. — Der Wichser war damals noch der Rosenhofertoni. — Ein schmucker Bursch', das mußt' ihm ein Jeder lassen. Groß und schlank gewachsen, auch mit weißen Zähnen und mit braunen Augen, mit einem braunen Krauskopf und einem dito Schnauzer, den er gar keck und unternehmend aufzwirbelte. — Und bei Allem der Erste: bei der Arbeit, beim Krug und beim Raufen. Nur bei ©wem nicht, merkwürdigerweis': Bei den Mädeln. Da wars auf einmal vo>bei mit der Flottheit und der Schneid- er kriegte einen rothen Kopf, die Zunge wollt ihm nicht recht pariren und sogar der flotte Schnauzer machte einen trübseligen Bogen nach unten, — just wie bei Regenwetter. Wie der Toni darüber schon gehänselt worden, ist leicht zu denken. — Hat auch schon Mancher ein paar tüchtige Beulen davon getragen, der's ein Bischen zu arg gemacht hat mit dem Aufziehen. Denn daß so ein heimlicher wunder Punkt beim Toni gewesen, ist leicht auszudenken. Und so einen wunden Punkt darf halt kein Anderer derb angreifen. Dem Vater vom Toni ist's gar nicht Recht gewesen so. — Wenn die anderen Väter geklagt haben über ihre Buben, daß sie wie der leibhafüge Satan hinter den Mädeln her sind, dann hat der Rosenhofer trübselig mit dem Kopf geschüttelt. — Und trenn er an seine eigene Jugend gedacht hat, hat er noch mal geschüttelt, aber noch viel stärker, — und hat so gemurmelt: Von wem der Bub das hat, weiß ich nicht, — von mir aber sicher nicht. — Und wer den Rosenhofer in seiner Jugend gekannt, der hat kräftig mit Redaction: A. Hcheyda. «ing,stimmt und ,es«gt: „Nein, Rosenhofer, von (fa* sicher net." «in paar Jahr hat sich der Rosenhofer noch damit ge- tröst', daß eS mit den Jahren besser wird beim Toni. — //Wenn er halt mal so recht in'S heirathslustige Alter kommt." Aber das heirathslustige Alter ist gekommen, der Toni ist vierundzwanzig geworden, und fünfundzwanzig und sechsundzwanzig, und es ist statt besser immxr schlimmer geworden. Zuletzt ist'S ein wahrer Jammer gewesen, zuzusehen, wenn der Toni hat mit einem Mädel reden müssen. — Er ist ordentlich violett über sein ganzes hübsches Gesicht geworden, und hat gestammelt und gestottert, daß es nicht zum An- hören war. Ein paar Mal hat sein Vater ihn schon zum Heirathen bereden wollen, aber der Toni hat himmelhoch gebeten: Ja, gewiß wollt' er heirathen, natürlich wollt' ers, aber nur net jetzt, net dasmal. — Der Vater sollt ihm das net anthun. Na, das ist zuletzt doch gekommen, wie eS kommen muß. — Der Toni war der einige Bub, außer ihm nur eine Schwester, so ein Nachkömmling, zehn Jahr jünger wie der Toni. — Die ist so langsam auch ein großes und blitzsauberes Mädel geworden und am Tage, wo der Toni neunundzwanzig gewesen ist, har sich's bewiesen, daß die Rosel einen Schatz hat. — Einen, gegen bett Seiner was einwenden könnt. — Einen Hof hat er nicht, aber ein schönes Stück Geld kriegt er herausgezahlt, und die Rosel, die hat auch einen richtigen Strumpf voll. Und ein braver, hübscher, gesunder Bursch ist's obendrein. — Da hat denn der Rosenhofer mal den Toni vorgeholt und hat ihm die Sache auseinander gelegt. Und die Sach' ist ernsthaft genug gewesen, daß der Toni ein arg langes Gesicht gemacht hat und sehr nachdenklich geworden ist. „Toni," hat der Rosenhofer gesagt, „alleweil muß die Hack' 'nen Stiel kriegen. — Daß der Rosenhof aus unserer Familli kommen soll, das kann net sein. Du bist von Gottes- und Rechtswegen der Erste dazu. — Neundundzwanzig Jahr bist, — da sollt'st schon eine Reih' von Jahren ver- heirath' fein und's HauS voll Kinder haben. — Da sieh' mal Deine Abendmahlskameraden an. — Alle haben sie zwei, drei, auch vier, — nebenan beim Stephan sind gar schon fünf mit den Zwillingen. — Du, Du gehst einschichtig 'rum, hast Dich rein schon, wie ein alter Junggesell, machst einen Döskopp, wenn Du ein Mädel siehst. — Sonst machst doch Dein Maul groß genug auf, — aber wenn 's gilt, dann bist wie drauf geschlagen. — Und das Du 's denn weißt, — entweder 's wird geheirath', oder die Rosel kriegt den Hof. — Und dann hat er zur Bekräftigung noch auf den Boden gestampft, ist ganz dicht an den Tom heran- getreten und hat gesagt: „Himmelkreuzdonnerwetter, daß mein Bub so ein Angstlappen iS." — Drei Tag hat sich der Toni die Sach' überlegt. — Den ganzen Tag ist er durch's Feld gestrichen, hat sich all' die schönen Roggenbreiten angeschaut, die Kartoffelstücke, den Weizen, die Kleeäcker. — Ist hinaufgestiegen in's Holz, hat die Bäum angeschaut, wie sie so bald hundertjährig dastehen, — hat tiefsinnig in den Fischteich gestarrt — ist ittt Stall von einer Kuh zur anderen gegangen,- hat im Pferdestall die acht stolzen Gäule gestreichelt, und die fetten Schweine besucht. Nachdem er so über TagS sein Gemüth gestärkt hat, — des Nachts hat er in seinem Bett sich herumgeworfen und schwer geseufzt — ist er am dritten Tag zu seinem Vater gekommen: „Na, wenn's nit anders sein kann, denn n Gottes Namen." (Schluß folgt.) Druck und Berlag der Brübl'schen Universitüks-Buch- und Gteindruckcrei (Pietsch & «cheyda) in 6t**-