IfsOW M .7/zzklit! 3®®senn ^rber Zorn das Herz entflammt, Äjgjff5 Wie schnell ein Wort den Freund verdammt; ÖSF Sind wir zur Einsicht dann gekommen — Wie langsam ist's zurückgenommen. Anna Nitschke. Der Majoratsherr. Roman von Nataly v. Lschstrnth. (Fortsetzung.) Pia fühlt es, wie ihre Knie zittern, sie hört es nicht mehr, was die Stimmen neben ihr sprechen, es saust und braust vor ihren Ohren wie Regenschauer, welche der Wind gegen die Fenster peitscht. Die Hände vor das Antlitz schlagend, sinkt sie auf den Stuhl, welcher neben ihr steht, nieder. Finden sich die Menschen neben ihr wirklich erst in' diesem Augenblick? that sie Onkel und Tante Unrecht mit ihrem Verdacht? — Vielleicht — ach vielleicht auch ihm? Seine Worte lügen in diesem Augenblick nicht, nein, beim Himmel nicht! sie fühlt es! ihr Herz schreit plötzlich wild auf in Scham und Reue. Und dann hört sie es wie im Traum, — fern, ganz fern her, wie Onkel Willibald sagt: „Ja, Fränzchen hat uns Alles erzählt, Alles, mein armer Junge, und beklage ich es doppelt, daß Dich die unselige Trouernachricht grade jetzt nach Hause ruft! Das Mißverständniß, welches zwischen Dich und Pia getreten ist, muß sich aufklären, und wenn auch nicht augenblicklich — sodann doch später!" „Nein, augenblicklich !" will Pia voll alles vergessender Leidenschaft rufen, will jählings aufspringen und zu dem Geliebten eilen, ihm die Hände entgegenzustrecken und zu rufen: „verzeih mir, — vergieb mir — ich . . -- sie will sich wankend erheben, ihre Augen leuchten wie im Fieber. „Nein, Onkel, nicht jetzt, nicht später!" klingt Wulff- Dietrichs Antwort tonlos, aber sehr bestimmt, „zwischen Pia und mir ist Alles aus, — für jetzt und immerdar." „Aber, bester Junge, welch ein Pessimismus! Eine Mädchenlaune! — Du weißt, daß die Ansichten der schönen Frauen wie Aprilwetter wechseln!" Er schüttelt finster das Haupt. „Die ihren vielleicht - die meinen nicht. Glaubst Du, Onkel, daß mein Stolz weniger empfindlich ist, wie der ihre? Die Anklage, welche Pia mir entgegenschleuderte, die ungeheuere Verdächtigung, durch welche sie mich kränkte, kann ich nicht entkräften- wodurch? da ist kein Beweis, den ich ihr entgegenstellen könnte, und meinen Worten allein glaubt sie nicht. Solange wie ich der Majoratsherr von Niedeck bin, kann und darf ich Pia nicht wieder von Liebe reden, ohne meine Ehre unter die Füße zu treten! Und Hartwigs Tod bürdet mir rettungslos die Last des Erbes auf, welches sechzehn Ahnen von meiner Gemahlin verlangt. — Du bist selber ein Niedeck, Onkel, Du kennst unsere Devise, welche kein Hauch auf blankem Schilde duldet. — Pias Mißtrauen würde aber Flecken auf dem Schilde sehen, welche keine Macht der Welt je löschen kann. Konnte sie in dieser Stunde selbst an der j Wahrheit meiner Liebe zweifeln, so wird sie es ewig thun, ; solange der Majoratserbe um ihre Hand wirbt. — Wollte i ich auch — ich könnte es nicht. — Sie selber hat mir den l Weg zu ihrem Herzen abgeschnitten und Hartwigs Tod hat 1 vollends eine Kluft zwischen uns aufgerissen, welche alle Liebe der Welt nicht mehr überbrücken kann." Pia war auf ihren Platz zurückgesunken. Ein Zittern rann durch ihren Körper und wie eine Schlange, kalt, eiskalt, kroch es nach ihrem Herzen. Sie wollte aufschreien in unaussprechlicher Qual, sie konnte es nicht, — sie wollte die Hände auf die Lippen des Geliebten presfen, damit sie das Entsetzliche nicht aussprechen möchten, — umsonst, wie gelähmt, bleischwer, versagten ihre Glieder den Dienst. Und drinnen sprachen sie weiter- — Tante Johannas weiche Stimme tröstete mit wunderbaren Fügungen Gottes, — und Onkel Willibald kam auf Hartwigs Tod und Wulff-Dietrichs Abreise zurück. Freunde wollten sie bleiben! Der Neffe sollte als lieber Gast nach Niedeck kommen, — im Herbst, wenn Willibald noch einmal auf kurze Zeit nach dort zurückgekehrt, — und während der junge Graf voll herzlicher Dankbarkeit verspricht, der Einladung zu folgen, wird die Thüre aufgestoßen und Fränzchen stürmt herein. „Wolff - Dietrich! Gott sei Dank, daß ich Dich noch finde, — ich suchte das ganze Kurhaus nach Dir ab! Hast Du Dich den Eltern zu erkennen gegeben? — Ach ich sehe es ja Euren Gesichtern an, daß hier Frieden geschlossen wurde! — Ach, wie bin ich so glücklich darüber, Wulff — so glücklich!" — Sie wirft sich in ihrer stürmischen Weise 582 an seine Brust, — Pia starrt todtenbleich in den Spiegel, welcher der Thüre gegenüber hängt und das Bild zurückwirft. Er blickt ihr beinahe zärtlich in die Augen, trotz des schwermüthigcn Ernstes, welcher sein Antlitz beschattet. „Und wem verdanke ich diesen gesegneten Frieden? Dir, Fränzchen, Dir ganz allein." Wie ein Stich zuckte es durch Pias Herz, Fränzchen in seinem Arm, — Fränzchen, die ihn liebt und sechzehn Ahnen aufzählen kann — und Tante Johannas strahlender Blick, — ihr Lächeln, welches den ungestümen Zärtlichkeiten der Tochter keine Schranken zieht — mit zitternden Knieen rafft sich die Lauscherin empor und entflieht lautlos wie ein Schatten, — unbemerkt wie sie gekommen! — und droben in ihrem Zimmerchen bricht sie mit leisem Klagelaut auf die Knie und neigt das Antlitz auf die gerungenen Hände, Thränen stürzen aus ihren Augen, heiße, brennende Thränen hoffnungsloser Liebe und verzweifelnder Reue! Capitel 22. Drück« den Pfeil zu schnell nicht ab, der nimmer zurückkehrt; Glück zu rauben, ist leicht, es wieder zu geben so schwer! Herder. Eine halbe Stunde später klopfte es an Pias Zimmerthüre. „Kann ich hereinkommen, Väschen? bitte, schließe doch mal auf!" „Laß mich, bitte, noch ein Weilchen in Frieden," antwortete nach abermaligem Klopfen eine heisere Stimme: „Ich bin vom Regen durchnäßt und ziehe mich um!" „Gut! ich komme später wieder! nicht wahr, Du beeilst Dich recht sehr?" „Ja, Fränzchen, ich beeile mich." Und abermals blieb das junge Mädchen allein. Es war still um sie her, nur die Regentropfen schlugen eintönig gegen die Scheiben, der Wind sauste wie leises Klagen, und ab und zu klang ein Schiffssignal durch den Nebel. Eine Stunde verstrich. Da klopfte es wiederum energisch, sehr laut. Fränzchen nannte es „Pauken!"} „Bist Du nun endlich fertig? ich langweile mich zu Tode bei dem Schandwetter! außerdem habe ich Dir unbändig viel interessante, hochwichtige Dinge zu erzählen!" Da sprang der Schlüssel knarrend herum und Fräulein von Nördlingen öffnete, aber sie schritt sofort zurück und setzte sich auf einen Sessel nieder, welcher im dunkelsten Winkelchen des Zimmers stand. Da sie dem Fenster den Rücken kehrte, blieb ihr Antlitz beschattet. Sie nahm eine kleine Stickerei zur Hand und zog mechanisch die bunten Fäden durch den weißen Seidenstoff. Fränzchen trat geräuschvoll und lebhaft, wie immer, ein, warf sich in einen Schaukelstuhl und streckte die Beine von sich. Obwohl sie sich die erdenklichste Mühe gab, recht harmlos zu erscheinen, hingen ihre Blicke dennoch recht indiscret forschend an dem halbabgewandten, bleichen Gesicht der Cousine. „Golt sei Dank, daß Du endlich zu sprechen bist," begann Fränzchen mit einem Stoßseufzer. „Den ganzen Morgen verpuppst Du Dich hier in Deinem Bau und ahnst gar nicht, was für ein Capitel Weltgeschichte sich drunten im Salon abspielt! Gucke mal her." — Sie blies die Backen auf wie ein Posaunenengel. — „So platzevoll sitze ich an Neuigkeiten, — und wenn ich sie nicht von mir geben kann, exlodire ich!" „Neuigkeiten? — — Hier in Aßmannshausen?" sagte Pia mit müder Stimme, ohne den Kopf zu heben, und doch zitterte die Hand, welche die Nadel führte. Den Falkenaugen des Backfischchens entging es nicht, aber sie blieb völlig unbefangen. „Daß Hellmuth abgereist ist, weißt Du?" Pia wollte sich ein Wort des Staunens abringen, aber Fränzchen schwang die Fugen des Stuhles mit doppelter Vehemenz und lachte leise auf. „Na, Disrection Ehrensache! 1— Daß etwas zwischen Euch vorgefallen ist, merkte ich ihm augenblicklich an, und daß er nicht mal einen Abschiedsknix machte, bestätigt mir die Chose! Ein Bißchen zanken thut sich ja wohl Jeder mal! . . . Pack schlägt sich, Pack verträgt sich! Ich mache es ja ebenso, aber nach ein paar Stunden ist dann aller Groll vergessen und ich freue mich jedesmal hinterher, daß ich dem Gegenstand meines Haffes nicht alle Backzähne operirt habe, wie ich das in der ersten Wuth beabsichtigt!" Keine Antwort. Fränzchen fuhr mit gespreizten Fingern durch die Haare und lachte verschmitzt: „Sicherlich hat der arme Kerl sein Jncognito vor Miß Lilian gelüftet, und anstatt, daß Hold- Amerika anbetend vor seiner Grafenkrone in die Knie sank, hagelte die Entrüstung knüppeldick auf ihn nieder. Du hast ihn wohl feste angeblasen, hm?" Pta machte eine ungeduldige Bewegung mit den Schultern, ihre Lippen zuckten wie unter physischem Schmerz. „Weißt Du, wer der Forstassessor Hellmuth ist?" „Ja." „Mein Vetter Wulff-Dietrich!" — Fränzchen sprang lebhaft auf die Füße und fuchtelte mit den Armen durch die Luft. „Du scheinst zwar wüthend auf ihn zu sein, Väschen, aber ich versichere Dich, er ist trotz allem ein Prachtmensch, und kann ich Dir gar nicht sagen, wie ich mich über diesen neuen Vetter freue! rasend! ungeheuer! die ganze Welt möchte ich in meiner Fröhlichkeit umarmen! Erst hatte ich eine Todesangst, daß Vater ihm auch siedesackgrob kommen würde, aber Gott sei Dank hat sich Alles in schönster Harmonie aufgelöst! Sie haben sich umarmt, sich dauernde, treue Freundschaft gelobt — aber zum Schluß . . . hm ... na, man konnte es ja auch kaum vom Vater anders verlangen." — — — „Zum Schluß . . . was gesHsth zum Schluß?" „Na, der Alte sagte ihm ehrlich heraus, Wulff-Dietrich sei zwar ein vortrefflicher, liebenswerther Mensch, aber sein Vater bleibe ihm nach wie vor in den Tod verhaßt. Er könne nicht über das Attentat hinauskommen, welches Onkel Rüdiger ehemals gegen ihn geplant habe — — na, und was so dergleichen mehr war. Aber Wulff sprach ganz famos — ohne seine Eltern entschuldigen zu wollen — daß er sich bestreben werde, durch doppelte Liebe und Treue Alles gut zu machen, was die Seinen an Papa verschuldet hätten, und dann bat er, daß wir seinem Bruder keinen Groll nachtragen möchten — sein jäher Tod habe ihm die Möglichkeit genommen, sich noch mit uns auszusöhnen." „Hartwig ... ist wirklich tobt?" — Pia legte die schmale Hand leise aufstöhnend über die Augen. „Wie ist das Entsetzliche geschehen?" Fränzchen rückte sich einen Stuhl dicht an die Seite des jungen Mädchens, legte zärtlich den Arm um sie und erzählte von der Depesche, und der übermüthig harmlose Ton, welchen sie zuvor erzwungen, wich plötzlich einem tiefen Ernst. In angstvollem Forschen haftete ihr Blick auf dem so sehr veränderten Antlitz Pias. Fester und fester drückte sie die schlanke Gestalt an sich, und als plötzlich wieder große, leuchtende Thränen über Pias Wangen rollten, da biß sie in wildem, leidenschaftlichem Schmerz die Zähne zusammen, ließ jählings die Arme sinken und sprang auf. „Ich soll mit Papa Billard spielen, — kommst Du mit?" fragte sie ganz unvermittelt. Pia schüttelte stumm den Kopf, sie konnte nicht sprechen. Fränzchen blickte secundenlang auf sie nieder, ein Ausdruck hilflosen Kummers lag auf ihrem Gesicht, dann faßte sie mit krampfhaftem Druck ihren Arm. „Weine doch nicht, Pia! — Du wirst Alles überwinden und vergessen," stieß sie beinah rauh hervor. „Wir reisen morgen weiter . . - und wenn Du Neues hörst und siehst, kommst Du auf andere Gedanken! Die Zeit heilt Alles. — Nun, und die kurze Begegnung mit Wulff-Dietrich und Euer Streit zum Schluß hat Dir, so Gott will, keine tiefe Wunde geschlagen? Wieder flammte es wie heiße Eifersucht in den dunklen 883 — m ihrer Liebe zu'Wulff Dietrich nicht glücklich sein, so lange Pia heiße Thränen um ihn vergoß. Darum bemühte sie sich, erst die Wunde heilen zu lassen, Augen, als das Backfischchen sich neigte und einen Blick in | Pias Antlitz erzwingen wollte. Sie sah nur die leise bebenden Hände, welche es verhüllten. „Nachher komme ich wieder!... Dies gemeine, abscheu- I liche Wetter! Gerade heute in der Stube sitzen! das taugt I am wenigsten für Dich! — Na, ich bringe etwas Lustiges mit, die „Fliegenden Blätter", dann lachen wir zusammen! nicht wahr? — Adieu!" und die derben englischen Schuhe polterten davon und die Thüre schlug krachend hinter Com- teßchen zu. — Draußen auf dem Flur wischte Fränzchen mit dem Handrücken über die Stirn und seufzte tief und schmerzlich auf. „Ich fürchte, sie liebt ihn und wird nicht von ihm lassen!" murmelte sie aufgeregt, „und es lange mit anzusehen, daß sie weint, — nein, das kann ich nicht!" Mechanisch schritt sie den Corridor entlang, was sollte sie thun? — Eine entsetzliche Unruhe quälte sie, die engen Zimmer Keuchten ihr erdrückend und erstickend. Hinaus! auf die Berge klettern! Frei aufathmen! sich austoben und abschütteln, was quält und ängstigt! ja, das muß sie. Ihr Vater scheut auch kein Regenwetter, — er wird sie begleiten. Fränzchen reckte und streckte die Arme und schüttelte die Haare in den Nacken, scheu, ungeduldig und aufgeregt wie ein Füllen, welches zum erstenmal gegen Zaum und Halfter aufbäumt. Auch sie fühlt unbekannte, seine, geheimnißvolle Fädchen, welche sie fest und fester umstricken, sie kämpft an dagegen, sie will sie zerreißen, — aber sie greift tollpatschig in die leere Luft, und weiß noch nicht, wo finden und fassen! — Hinaus! — sie stürmt hinaus! * * e Tage waren vergangen, das Wetter hatte sich wieder gebeffert, und wenn auch kein strahlender Sonnenschein wie zuvor die Welt vergoldete und die Temperatur kühl und windig blieb, so waren die Regenwolken doch verzogen und verhinderten keine Ausflüge in das Freie. Zu Pias dankbarer Beruhigung hatten weder Onkel noch Tante eine Silbe von ihren Beziehungen zu Wulff- Dietrich und mit der unglückseligen Aussprache mit ihm ehe sie als Rivalin auftrat. Daß Fränzchen oft mit allen Gedanken be: dem Detter weilte, daß sie seiner im Geheimen voll glühender Sehnsucht gedachte, war zwar zweifellos. Oft, wenn Pia überraschend in das Zimmer trat, verstummte jählings eine sehr lebhafte Unterhaltung, bei welcher manchmal noch der Name des Geliebten zu ihr herüberklang. Eine tiefe Betroffenheit malte sich zumeist auf den Gesichtern und die Blicke forschten beinah ängstlich, ob Pra wohl den Sinn der Reden erfaßt haben könne. Der Graf schien besonders lebhaft von dem Töchterchen „bearbeitet" zu werden, und ihren Wünschen einen wohl gerechtfertigten Widerstand entgegenzusetzen. Wenn Wulff. Dietrich auch nicht allzu nah mit der Kleinen verwandt war, so mußte doch eine Heirath zwischen ihnen mir Besorgniß erfüllen, da sich bei der Familie so I wie so schon die ersten Spuren zur Degeneration zngten. Aber was half das Grübeln? die Nothwendrgkeit stand als zwingende Macht hinter ihnen, denn so, wie die Statuten der Erbfolge abgefaßt waren, mußten die Nredecks eme Frau mit sechzehn Ahnen heimführen, oder der ganze Grund- I besitz fiel der Krone zu. Daß unter solchen Umständen nicht darauf zu rechnen war, des Landesherrn Macht und Gnade möge jene bedeutungsschwere Clausel ändern, war klar. Wo aber sollte Wulff - Dietrich unter den Töchtern des kleinen Ländchens die vorschriftsmäßige Gattin finden, da Pia, die einzig vassende, voll kindischen Trotzes jede Möglichkeit abgeschnitten hatte? - Nun waren die Niedecks auf sich selber angewiesen, und wenn Graf Willibald sich zuerst noch sträubte, den Sohn lewes Todfeindes als Eidam in die Arme zu schließen, so mußte es ihm unter obwaltenden Verhältnissen dennoch rur Pflicht werden, den gefährdeten Familienbesitz zu erhalten, auch konnte ihm der Gedanke, sein einziges Kmd als Herrin Alles dessen, was ihm bisher zu eigen gewesen, nur hoch erfreulich sein. Ob also früher oder spater Fränzchen wird .siegen und die glücklelige Gemahlin oes | geliebten Vetters werden. (Fortsetzung folgt.) erwähnt. Daß sie zu ihrer großen Freude den Vetter in ihm gefunden, bekannten sie indessen oft und gern, wenngleich die ganze Familie bemüht schien, die Erinnerung an ihn nicht allzu frisch zu erhalten. Man setzte die Reise fort, unb Fränzchen war ehrlich genug, der Cousine gegenüber die Hoffnung auszusprechen, daß eine andere Umgebung und neue Eindrücke ihr über den „Aßmannshäuser Aerger" hinweghelfen würden. Mit schmerzlichem Lächeln beobachtete Pia, wie man voll rührender Güte Alles aufbot, um sie zu zerstreuen und zu amüsiren! Fränzchen überhäufte sie mit den erdenklichsten Aufmerksamkeiten, und wenn ihre Zärtlichkeiten sich zumeist auch in ein etwas derbes Gewand hüllten und der Rüpelhaftigkeit nicht ganz entbehrten, so kamen sie doch aus treuem und liebevollstem Herzen, das bewies der Ausdruck der dunklen Augen, in welchen Pia oft noch eine flehende Angst entdeckte, welche ihnen sonst fremd gew^en. Voll ausgelaffenster Laune und Heiterkeit suchte das Backfischchen die heitSice Stimmung zurück zu zaubern, welche vordem tn dem kleinen Kreise geherrscht hatte, und wenn es ihr gelang, um Pias ernste Lippen ein Lächeln zu locken, oder das bleiche Antlitz durch einen besonders „tollen Wi,tz M röthen, dann strahlten ihre Augen vor Wonne und rhr Blick flog voll seligen Triumphes zu der Mutter hinüber, als wollte sie sagen: „Siehst Du? ich zwinge es doch!" Pia bemerkt, diese Anstrengung wohl, und sie wußte blutenden Herzens auch, aus welchem Grunde sie gemacht wurden. Es widerstrebte Fränzchens ehrlich gradem Smn, aus dem Unglück der Freundin Nutzen zu ziehen. Sie wollte GEsinnüizigeS. Avfelesser haben selten an Magenbeschwerden zu leiden. Es wird als ganz besonders gesundheitsfördernd empfohlen, Abends vor dem Schlafengehen einen Apfel zu essen. Für Leute aufqereqten Gemüthes wird er als das beste Diatieum bezeichnet: seines relativ großen Phosphorgehaltes wegen nährt er das Gehirn und regt außerdem auch die Leber an, was gerade solchen Personen besonders heilsam ist. * » * Haltbare«, glänzenven schwarzen La« für eiserne Oeten stellt man her, indem man ein Kilogramm Holztheer bis beinahe zum Sieden erhitzt, Pfund pulverisirtes Eisenvitriol zusüqt. Der obere zu lacktrende Theil des Ofens wird erwärmt und der heiße Lack mittelst eines Pinsels aust getragen. Durch die Wärme des Ofens trocknet er rasch ein und erscheint als sester, glänzender Ueberzug. • ♦ Um Holzgesütze haltbar zn machen und vor dem Endringen von Flüssigkeiten in die Holzporen und der damit verbundenen Zerstörung des Holzes zu schützen, hat sich, rote uns ein Leser mittheilt, ein Harzfirniß bewährt, der aus I i Kilogramm Schellack, 125 Gramm Colophonium, [ 125 Gramm venetianischem Terpentin und 6 Litern Spiritus | besteht. Die Harze werden zusammengeschmolzen und die — S84 — „ 8»«dt d«r S9ttr«tt" ist eine Neuiakeit aäf dem Weih- nachtsmarkt von dem beliebten Schriftsteller E. v Barfus Am et »XJbÄufwf.1 Südafrika, «meinen dort lebenden «Ä J K \ 2hr Weg führt sie nach Capstadt, von da 6 berühmten Diamantgruben bei Kimberley, wo sie ist eine" aute^denn^^ ,nb Diamanten suchen. Die ^Ausbeute to n ifl Ä t~.2?ufe d°r Erzählung ergibt sich, daß beide für rS? Diamanten verkaufen! Nach mancherlei Aeiten beF hem "^chledenen Wegen und zu verschiedenen Zeilen bei dem Onkel, der em sehr wohlhabender Rur ist an Curt unb'maÄMtrf^'n^“™ X unb bie Hand seiner Cousine Ada l^haft, während Hans mit einer natur- 1,1 das Innere des Landes geht. Vier dFs Werk N.rn" ^"druckbilder und ein sehr schöner Einband machen SÄÄbw«ba/Mwn *-* •»" » "**“ * •** «--'N«.» . Sch.,.., «-,» , “dermund. Lehrer: „Ja, es gibt im Leben oft trü6e Stunden- auch von Euch wird schon Mancher eine erleb ^.W-r weiß ein Beispiel?" - Marie: „Die Geographie! * * * r»r""?ewißheit. Ein Heirathslustiger wird vom Der, mittler in eine Familie eingeführt, kann aber die Tochter des * rl F.on zu Besuch anwesenden Freundinnen nicht unterscheiden. „Meine Damen/' fragt er schließlich, „wollen Sre nicht die Freundlichkeit haben, mir zu sagen, welche von Ihnen ich eigentlich liebe?" ' ' * * * u Zur Mode. Dame: „Dieser Hut ist süperb — nur paßt er leider nicht zu meiner Haarfarbe!" - Commis- anbeyye Haarfarbe können gnädige Frau doch sehr leicht bekommen!" ? Griffet zerlassene Butter, 4 Löffel gutfer und zwei gequirlte Eier, wenig Milch und ein wenig Gewürz werden mit Backmchl zu einem steifen Teig geknetet, “UXr°at £"bt mit eit,em Weinglase runde Kuchen aus- re ®tefe ,toeE.ben °uf ein gefettetes Blech gelegt, mit Tuchen, mit Zucker und gehackten Mandeln bestreut „P««ch.n Weg. ^«moristisches. Gut bestellt. Frau (sehr böse): „So — jetzt geb' ^uuus und sage der Köchin in meinem Namen ordentlich die Meinung! — Mann (in der Küche): „Kathie, ich befehle Zhnen in des Teufels Namen, nicht ins Bett zu gehen, bis Ihre Arbeit gründlich gethan ist!" 5 9 9 ' Üt5 * * « * jn Frau (welche einen Soldaten " b7.Küche sieh ): ,Wie oft soll ich Ihnen sagen, Marie, daß ich es nicht dulde, wenn Ihr Liebhaber bei Ihnen in der Küche steht." — Köchin: „Ach gnä' Frau! Wissen Sie, mein Franz hat heute etwas unreine Stiefel und da dachte 18 "Wl ** i” * * * Gute Absichten. Dienstmädchen: „Gnädiger Herr, so lange ich bei ^hnen sein werde, werden Sie keine Roth baben- T Hausherr: „Das ist sehr schön, liebe Anna, daß O! Freud und Leid mit uns theilen wollen." — Dienst- ''X™' (toaLbX uicht gemeint- ich meinte, wenn Sie Roth haben, gehe ich." ' Literarisches ber he/anwachjenden Jugend ist entschieden ,$« I GWfhXw ?on ®, Rhoden, der geistreichen und gemüthvollen r.FFr’l beS berühmten Romanschriftstellers Friedrich Friedrich/ Wer ! b?Vlc9snOnr ben ausgelassenen Streichen, die die jungen Dämchen unbftjäT^h1 ?usführen,nicht ergötzt, und die Hauptfigur, die trotze “?V. nNafymte Widerspenstige, das Amtmannstöchterlcin Ilse, I ^erz geschlossen? Wessen Sympathie errangen nicht Jn’rC mi/^tem gerochen Deutsch, die brave Rosi, die Dokto^UttbFff F ^r a,r.rbl^brDlFSe Lehrerin, der angebetete '"Ehoff unh zahlreiche andre Persönlichkeiten der äußerst unter- haltenhen_ Erzählung? Ich kann mir als Weihnachtsgabe für junge paffenderes und hübscheres Geschenk denken, als dieses 24 ^lusMo'?b^/st auch beispiellos, was das Erscheinen der in''(SXhbringt der Verlag (Gustav Weise « » 251 Auflage als rllustrirte Jubel-Ausgabe, die als s°nz besonders willkommen sein dürfte. Die gewöhnliche I Ausgabe kostet -leg geb. 4,50 Mb, die von Mandlick reizend illustrirte 136 sffSpbev Xi A/? Fortsetzung erschien in gleichem Verlag in * • .. -Di« Pirat«« des Malaiisch«« TUtttM Erzählung für bte teifete Jugend von Emilio Salgari. Verlag von G ustav Weise m Stuttgart, Preis 3 Mark. Das interessant und pack/nd aeschriebene ?uch» bas von Anfang bis zum Ende in athemloser Spannung erhält handelt von den Fahrten und Abenteuern des berüchtigten Piratenköniqs' Meere^aro^n^Sckaden9^? und amerikanischen Flotte im Malaiischen m. ®Le ,^en Schaden zufugte. Wunderbar sind die Erfolge, Thaten, ber /'Een während ihrer Kämpfe gegen James rooke, den Ra-ah Sarawak mit dem Beinamen „Piratenvernichter". * * * . ,.®'ne reizende Erzählung für das Alter von 8 bis 10 Jahren an «nn M9 «ßrtgenS nuc§ große Leute erbauen können, ist »Tanahaus««" ale^n^E n /eben gern hören Kinder von ihres- Ü erzählen, lieber als die schönsten Märchen sind ihnen Kinder- "passirt" sind. „Tannhausen", ein Rittergut in ftdes^in^V™’'S o " herzige, gutgeartete Kinder, $i/rSaFJ,,tfiiL3t»-rse6en6rort^ bte un§ bie beliebte Verfasserin vorführt. Verständ^? nm^ b// n