traurig an, n Abschied! tternd, ein n demselben Uhr. getroffenen n war, daß ser Stunde, enstmädchen Empfehlung >r ist diese ielleicht der fahren, daß seinen Gees Freundes t, aber das Gegenstand itzlich seinen reund in der hnlichen An- »allucination d unerklärt, Erscheinung mgung einer iß der Fuß- solche Streu othes. Bon teumittel die lehren. Beboden warm reit kann auch oerben; doch die flüssigen ndert so die ^ühnerställen cockener Erde stet und gut : mit hitzigem Pelzsache«. Topf unter ragen kann, eibt letzteren denselben mit hn so lange, z erhält da- verden selbst :s allgemein Mittheilung ’6t hat. e Entwicklung : Frauen nun- mern reservirt h zum Gegen- ! Strte' h°t Hesammtwerthe ng, die allen genügt, aus- enthält die ;r übrigen in- n Ließen. 1897. — Nr. 18. Ä Samstag de« 18. Februar. (BIBI i d- iN nflÄifJpA VM ^Nram um Dinge, die nicht abzuwenden, Höhlt, statt zu heilen, unfern Busen aus. E Shakespeare. Zwei Dinge sind schädlich für Jeden, Der die Stufen des Glücks will ersteigen: Schweigen, wenn Zeit ist, zu reden, Und reden, wenn Zeit ist, zu schweigen. Badenstedt. Das Haus der Schatten. Montan von Robert Kohlrausch. (Fortsetzung.) Als er den Ton ihrer Stimme vernahm, aus der mühsam unterdrückte Thränen hevorklangen, als er ihr nun in die Augen sah, die feucht und schmerzlich auf ihn gerichtet waren, da schwanden ihm Zorn und Kraft. Er sank neben ihr auf die Bank, ergriff ihre Hand, die er weinend küßte, und sagte mit bebender, gebrochener Stimme: „Es ist ja nicht anders möglich! Der Geist, der Dir gestern erschienen ist, hat Dich den Weg der Pflicht nicht wiederfinden lassen, so muß ich ihn Dir zeigen. Sieh, es ist das Glück meines Lebens, auf das ich in Dir verzichte, es sind alle meine Hoffnungen und Wünsche. In Dir standen sie verkörpert vor mir, und ich selbst muß sie nun von mir weisen. Du hast mich vorhin schwach und feige genannt, — vergieb mir, wenn ich heftig geworden bin. Ich kann Dir sagen, ich habe noch niemals mehr Muth und Stärke bewiesen als heute, wo ich mich von Dir scheide. Mein Herz wird Dir gehören, meine Seele, alle meine Gedanken immer und immer, — aber ich kann und darf es nicht dulden, daß Du eine Schuld auf Dein Gewissen lädst um meinetwillen." Sie machte eine Bewegung, als wollte sie ihn unterbrechen, er aber hielt und preßte ihre Hand, um ihr Schweigen zu gebieten. „Es wäre eine Schuld, an der wir Beide zu tragen hätten unser Leben lang. Auf solchem Grunde darf man kein Haus bauen wollen. Du hast es gesagt, wir müssen uns trennen, müssen versuchen, wie wir ohne einander leben können. Ich weiß nicht, etoie es möglich sein wird, aber ich weiß, daß es geschehen muß. Und nun —" Er verstummte, und tiefes Schweigen entstand um die Beiden her. Man hörte das leise Hüpfen der schon ermüdeten Vögel in den Zweigen, der Klang einer fernen Glocke drang gedämpft herüber, fast wie der Schatten eines Tones. „Und was sollnungeschehen?" fragte Frau Ina endlich. Er hatte von einer der Tannen, die neben der Bank stand, einen kleinen, im Winter verdorrten Zweig abgebrochen und zerdrückte ihn zwischen den Fingern, daß der Staub zur Erde niederrieselte. „Ich möchte fort von hier," gab er zur Antwort, ohne sie anzusehen. Die Spannung war wieder aus seinen Zügen und seiner Gestalt gewichen, eine lastende Müdigkeit lag von Neuem aus ihm. „Fort? Wie meinst Du das?" „Ich glaube, ich möchte reisen." Frau Inas Augen erhellten sich plötzlich; sie meinte bei seinen Worten einen fernen, schwachen Hoffnungsstrahl aufleuchten zu sehen. „Reisen?" wiederholte sie voll Eifer. „Ja, ich glaube, das ist ein guter Gedanke. Ich habe selbst schon erfahren, daß eine Reise eine vortreffliche Medicin für die Seele ist. Als ich damals an der Riviera war, habe ich zum ersten Male nach dem Tode meines Mannes wieder etwas wie Lebensmuth und Lebensfreude gefühlt. Man kommt sich kleiner vor in dem großen Treiben unter den fremden Menschen, und zugleich besinnt man sich in der Einsamkeit und beim Anblick einer mächtigen Natur am leichtesten auf sich selbst. Und nun weiß ich auch, wohin Du reisen mußt: an die Rieviera, nach Mentone! Ich sage Dir Alles, was nöthig ist, und Du hast nicht erst die Mühe des Fragens und Suchens." „Du bist so gut," sagte er leise. „Weil ich Dich von mir forttreibe, freiwillig zur Trennung dränge, meinst Du? Doch nicht so sehr. Man läßt einen geliebten Kranken ja gern für eine Zeit in die Ferne gehen, wenn man hoffen kann, ihn dadurch gesund zu machen. Sei mir nicht böse, aber in meinen Augen bist Du jetzt krank. Die grauen Winter hier machen uns Allen zu schweres Blut. Und nun ist dies noch dazu gekommen, diese ganze Zeit, — wir wollen nicht wieder davon anfangen. Fahr' Du dem Frühling entgegen, mach' Dich gesund und frei, und dann erst entscheide über unser zukünftiges Leben. Laß' uns zu vergessen suchen, was wir vorhin gesprochen haben, und laß' e§/z — sie beugte sich nahe zu ihm heran, so daß er ihren warmen Athem auf seinem Gesichte fühlte — „laß' es keine Trennung für immer sein." Er vermochte ihr die Bitte nicht zu bejahen, vermochte sie nicht zu verneinen. So nahm er nun wieder ihre Hand, 76 um sie zu küssen. „Ich werde reisen, wohin Du willst," sagte er dann, „und bald, recht bald!" „Damit Du um so eher zurückkommst, nicht wahr?" fragte sie, und etwas von der gewohnten, ruhigen Heiterkeit war wieder in ihrem Wesen. Eine Zeitlang saßen sie noch nebeneinander, ohne weiter zu sprechen, und im Niedersinken hüllte die Sonne sie in einen warmen glänzenden Schleier, als wollte sie ihnen die siegreiche Kraft des Lichtes über die Schatten verkünden. Dann, als der goldene Ball sich den blaudämmerigen Höhenzügen mehr und mehr näherte, stand Frau Ina von der Ban!! auf und sagte: „Komm', laß uns gehen, Du sollst keine Zeit verlieren für Deine Reisevorbereitungen." „Ich brauche nicht viel," gab er zur Antwort. „Urlaub denke ich zu bekommen, mein Chef hat ihn mir selbst schon angeboten, weil er mich leidend aussehend fand. Und Abschiedsbesuche habe ich nicht zu machen, ich habe ja so einsam gelebt." Er hatte sich gleichfalls erhoben, und sie stiegen nun langsam an der Böschung des Walles wieder empor. Georg aber verbesserte seine letzten Worte: „Doch, von einem Einzigen muß ich Abschied nehmen, und ich will es heute noch thun." „Von wem?" „Von unserem Hausgenossen, dem alten Busenius." „Den möchte ich kennen!" „Du kennst ihn nicht?" „Fast nur vom Sehen, was doch kein Kennen ist. Er sieht so seltsam aus, aber gut und klug. Und Du hast ihn gern, das macht ihn mir schon lieb." „Er ist wie ein Mensch aus einer anderen Welt," gab Georg zur Antwort. „Willst Du nicht mitkommen, wenn ich jetzt zu ihm gehe?" „Ich zu ihm?" „Du kannst es ohne Scheu. Vor ihm gelten die gesellschaftlichen Formen und Conventionen nichts. Und er wird sich freuen, wenn Du kommst, denn er kennt unser Schicksal und unseren Kummer." //Ich gehe mit Dir," sagte Frau Ina nach kurzem Bedenken, und da sie jetzt die Höhe des Walles erreicht hatten, der noch von Spaziergängern belebt war, schritten sie, nur hie und da ein gleichgiltiges Wort miteinander wechselnd, ohne weiteres ernstes Gespräch ihrem Hause zu. Sie waren in die Straßen eingebogen, hatten ihr Ziel aber noch nicht ganz erreicht, als ihnen eine heitere, lachende Gesellschaft entgegenkam. Es war die Goldschmiedsfamilie mit Fritz Köhler, dem schmucken Gesellen. Die beiden Alten in feierlichem Sonntagsstaate schritten voran, dann kamen Martha und Köhler, beide nett und frühlingsmäßig in Helle Farben gekleidet, zum Schluß ein paar Lehrlinge, denen die auf Zuwachs gemachten schwarzen Gewänder locker um die noch mageren Glieder hingen. „Sie sehen ja aus, als gingen Sie zu einem Feste," sagte Frau Henninger, nachdem sie die Hausgenossen freundlich begrüßt hatte. Von Erregung und Schmerz war in ihrer Stimme und ihren Zügen nichts mehr zu bemerken- sie hatte die ruhige Feundlichkeit wiedergefunden, die sie der Welt zu zeigen Pflegte. „Das thun wir auch, Frau Regierungsrath," gab Martha Wernicke statt der Eltern fröhlich zur Antwort. „Und diesem Menschen hier zu Ehren, der es eigentlich gar nicht verdient." „Das wollen wir erst einmal sehen heute Abend," warf Köhler ein, „ob ich es nicht doch vielleicht verdiene." „Wohin geht es denn?" fragte Frau Henninger weiter. „In den Athletenclub, gnädige Frau," entgegnete der Geselle. „Dort ist heute große Vorstellung, und ich wirke zum ersten Male mit — im Ringkampf nämlich." „Nun, da wünsche ich viel Glück zum ersten Debüt," sagte Frau Ina. „Das darf man doch, oder ist es, wie bei der Jagd? Jedenfalls wünsche ich Ihnen Allen einen schönen, vergnügten Abend." Noch ein paar Dankes- und Abschiedsworte, dann trennte man sich. Ferner und ferner klangen Lachen und Plaudern der zum Feste Wandelnden, in tiefem Schweigen gingen Georg und Frau Henninger weiter. „Ich verstehe Dich nicht," sagte er nach einer Pause „wie Du in solcher Stimmung im Stande bist, mit gleich! gütigen Menschen gleichgiltige Dinge zu sprechen." „Und ich meine, es thut gut, wenn man sich dazu zwingt. Man lernt sich beherrschen und am Schicksal Anderer Interesse gewinnen." „Ich wollte, ich wäre wie Du," entgegnete Sybel mit einem Seufzer. „Das möchte ich nicht. Ich will Dich nicht anders als Du bist." ' Sie hatten das Haus der Schatten jetzt erreicht- mit seinen mächtigen Giebeln, den steilen, gewaltiges Dachflächen, den übereinander vortretenden Stockwerken und ihren alten Holzschnitzereien stand es im grauen Mantel der zunehmenden Dämmerung ernst, beinahe unfreundlich da. Noch war kein Licht im Innern entzündet, nur hoch oben in den äußersten Giebelfenstern weckte die hier unten bereits unsichtbare Sonne einen letzten, flammenden Wiederschein. Auf diesen zu ihnen herableuchtenden Schimmer lenkten die beiden gleichzeitig die Blicke, von ein und demselben Gedanken getrieben. „Wollen wir gleich zu ihm hinaufgehen?" fragte Georg. Sie nickt nur, und ohne weiter zu reden, durchschritten sie die dunkle Wölbung der Hausthür, gingen über den Flur und stiegen die vielen Stufen zum Giebel hinan. Ein Dämmerlicht, in dem noch ein wenig vom Goldglanz des Abends geblieben war, erfüllte das Stübchen des Mannes, zu dem sie nun eintraten. Er kam ihnen entgegen, als hätte er sie schon erwartet, mit freundlichem Gruß und .ausgestreckten Händen. „Das ist schön," sagte er, seine Worte an Frau Henninger richtend. „Ich wußte, daß Sie kommen würden." - „Sie wußten es?" „Die Seelen können ohne Worte und aus der Ferne zu einander sprechen, man muß es nur lernen, diese lautlosen Stimmen zu verstehen." Erstaunt blickte die Besucherin zu ihm auf- sie fand nicht gleich ein Wort der Entgegnung. Sybel brach das entstandene Schweigen, indem er in schwermüthigem Tone sagte: „Ich komme, um Abschied zu nehmen." Busenius beugte den Kopf, als habe er auch das schon gewußt, und ließ den Anderen fortfahren, ohne ihn zu unterbrechen. „Sie kennen ja mein Schicksal und wissen, was mich von hier forttreibt. Ich habe Ihnen Alles erzählt und Alles gebeichtet. Auch Frau Henninger hier ist Ihnen keine Fremde mehr, ich habe Ihnen ja gesagt, daß wir uns lieben. Wir lieben uns und könnten glücklich miteinander sein, so glücklich, daß ich gar nicht daran denken darf, wenn mir das Herz nicht brechen soll, aber der Todte will unser Glück nicht dulden! O, wie ich diesen Tobten hasse, diesen selbstsüchtigen Mann! Noch in sein Grab hinein möchte ich ihm fluchen —" „Georg!" Frau Ina hatte es mit leiser, bittender, zugleich aber fester Stimme gesprochen und ihre Hand auf seinen Arm gelegt, den er erhoben hatte mit geballter Faust. Busenius schüttelte mit einem Ausdruck des Mitleids den Kopf. „Wenn Sie wüßten, was ich weiß," sagte er u mildem Ton, „dann würden Sie Niemanden hassen und Niemandem fluchen." „Ich bin nicht so milde, wie Sie- ich bin noch jung und habe Sehnsucht nach Glück. Soll ich ihn etwa lieben, der mich um Alles bringt, was ich mir wünsche?" „Zwischen Liebe und Haß liegt ein weites Meer. Der Haß auf einen Menschen ist unklug und voreilig, denn ich agte Ihnen schon: jede von unseren Thaten trägt ihren Lohn n sich selbst. Wir schaffen uns durch unser gegenwärtiges Leben unsere nächste Existenz. Wer Böses thut, wird bei einer bevorstehenden Wiederverkörperung auf einer tieferen Stufe leben, die er sich selbst verdient hat. Armuth und Krankheit und geistiger Rückschritt werden ihn bedrücken zur 71 Strafe für seine Thaten. Und weil ich die Gewißheit der Strafe kenne, darf ich keinen Menschen Haffen, der mir oder Anderen Uebeles zugefügt. Die irdische Gerechtigkeit ist nur ein kleines und schwaches Abbild von dieser ewigen Gerechtigkeit, nach deren Willen alle die Welten und die Schicksale der Wesen gelenkt werden, die wir aus dieser Erde Menschen nennen." Frau Ina blickte ihn mit noch immer erstaunten, aber doch freudig und begeistert aufleuchtenden Augen an. Mit rascher Empfindung sagte sie jetzt: „Darf ich zuweilen zu Ihnen kommen, wenn Georg nicht mehr hier ist? Ich glaube, Sie haben große Kraft, die Menschen zu trösten." „Kommen Sie, es wird mich freuen. Mein Wissen gehört nicht mir allein, es gehört Allen, die Trost oder Nutzen daraus schöpfen können." Georg hatte sinnend und traurig zugehörig auf ihn hatten Busenius' Worte nicht gewirkt. „Ihr Lebensweg ist wohl immer glatt und friedlich verlaufen," sagte er, und ein versteckter Vorwurf klang aus seinen Worten. „Da ist es nicht schwer, weise und milde zu sein. Ihnen ist wohl niemals ein Glück versagt worden, das Sie leidenschaftlich begehrten, Sie haben wohl niemals vergeblich um den Besitz eines geliebten Menschen gerungen!" „Mehr als das," entgegnete Busenius ernst, „ich besaß einen Menschen, den ich liebte, und ich verlor ihn durch seine Schuld." Keiner von den Beiden wagte, ihn weiter zu fragen, unaufgefordert aber fuhr er nach kurzem Schweigen fort „Es war keine Frau, von der ich spreche, es war ein Freund, der mir über Alles theuer war. Die Freundschaft ist zuweilen ebenso blind wie die Liebe. Jetzt weiß ich, daß ich es damals mar; ich habe auch sonst die Menschen spät erkennen gelernt. Auch haben die schlechten Eigenschaften bei ihm sich erst entwickelt, als er in den Kampf des Lebens eintrat. Ich hatte einen Plan ersonnen, ihm seinen Weg zu erleichtern und seine Zukunft zu sichern. Es dauerte ihm zu lange, und er warf mich, den Lebenden, zu den Todten, er löschte mein Dasein aus, bevor eine andere, mächtigere Hand es that, und so stehe ich hier vor Ihnen, ein Lebendig- Todter." Auch jetzt war kein Zorn, aber doch eine gewiffe feierliche Erregung im Ton seiner Worte, deren rätselhafter Inhalt die Hörer verwirrte. Es dauerte geraume Zeit, bis einer von ihnen zu einer Antwort sich sammelte. Frau Ina war es, die zuerst das Schweigen brach, das auf dem dämmeriger werdenden Gemache ruhte. „Und auch diesen Menschen hassen Sie nicht?" fragte sie leise. „Ich verstehe nicht, was er Ihnen angethan hat, aber ich fühle, er hat Sie verrathen und betrogen." „Er that Beides, aber ich hasse ihn nicht. Ich bewache ihn und verfolge sein Leben; er ist mir jetzt, nachdem ich das Geheimniß des Daseins erkannt habe, ein interessanter Gegenstand der Beobachtung. Ich stehe über ihm und blicke auf seinen Weg, um vielleicht, wenn es mir möglich ist, ihm noch einmal die Hand entgegenzuhalten und ihn zurückzureißen von dem letzten, tiefsten Abgrund, in dem er auf eine Stufe hinabstürzen würde, wo die Materie unbedingt herrscht, wo der Mensch vom Thier sich kaum mehr unterscheidet. Um das zu können, bin ich in feine Nähe gekommen." ,/Jn seine Nähe?" Diesmal war es Georg, der die Frage that. „Er ist nicht fern von mir und er kreuzt auch den Weg Ihres Lebens." „Unseres Lebens?" Beide riefen es gleichzeitig, beim ein Blick des Sprechenden hatte, vom einen zum anderen schweifend, ihnen gesagt, daß er von ihnen Beiden geredet habe. Busenius gab keine birecte Antwort; er legte Georg bie Hanb auf bie Schulter unb sagte: „Sehen Sie nach ben Sternen, mein lieber Sybel. Es freut mich, daß Sie sich entschlossen haben, zu reisen. Sie werden in der Ferne zur Ruhe und Klarheit kommen und werden noch etwas anderes, Gutes finden." „Das ist ein freundliches Wort, lassen Sie mich damit scheiden. Ich werde suchen, verlassen Sie sich darauf." „Suchen Sie in sich selbst; in uns liegen bie besten Schätze." Georg gab ihm bie Hand und sah ihm tief in bie Augen. Auch Frau Henningers Hanb ergriff Busenius, nickte ihr freunblich zu unb sagte: „Bei uns heißt es auf balbigeS Wiedersehen, nicht wahr? Unb zur Beruhigung Ihrer Seele kann ich Ihnen noch etwas sagen: was Sie gestern gesehen haben, war nicht ber Geist Ihres Mannes." „Es war nicht, — also mein Gefühl hat recht 1" „Es war nicht der Geist Ihres Mannes." Er sagte es mit einem ruhigen, festen Blick auf Georg, ber sich eilig zur Thür toanbte unb noch vor Frau Henniger bie Schwelle überschritt. Sie folgte ihm, in tiefes Nachdenken versunken. „Ein seltsamer Mann!" sagte sie, auf ihrem Wege für einen Augenblick stehen bleibend. „Mein Verstand proteftirt gegen Vieles, was er sagt, aber mein Herz giebt ihm recht." „So geht es mir auch," entgegnete Georg, „und er hat wirklich eine wunderbar beruhigende Kraft. Heute habe ich es noch stärker gefühlt, als sonst. Was mag das Gute sein, das ich da draußen finden soll?" „Erwarte es ruhig, ohne zu fragen. Du wirst es erkennen, wenn Du es gefunden hast, unb es ist ja schon genug, wenn Du mit einer Hoffnung reisest." Sie waren in bas erste Stockwerk hinuntergelangt; vor bem Eingang zu ihren Zimmern blieb Fran Henniger stehen. „Willst Du nicht noch einmal mit hineinkommen zum Abschieb?" sagte sie leise. Er schüttelte traurig ben Kopf. „Es barf ja nicht sein. Wir müssen wie Frembe von einander gehen unb müssen, wenn nicht ein Wunber geschieht, für immer einanber Frembe bleiben." „So laß' uns auf bas Wunber hoffen unb an seine Möglichkeit glauben," sagte sie bittenb. „Glücklich, wer es kann!" gab er mit einem Seufzer zur Antwort. (Fortsetzung folgt.) Wenn man seiner Fran etwas erzählt. Nichts kann einen Mann leichter in Zorn bringen, als wenn er seiner Frau eine Mittheilung von nicht besonderer Bebentung machen will unb sich bas besonbere Zwiegespräch entwickelt: Er: „Ach ja, richtig, ba muß ich Dir noch etwas erzählen. Fritz Hellwig sagte mir heute Vormittag —" Sie: „Wo hast Du Fritz Hellwig getroffen ?" Er: „Wir haben zusammen gefrühstückt unb —" Sie: „Wie kam es benn, baß Ihr zusammen frühstücken gingt ?" Er: „Wir gingen eigentlich nicht zusammen. Ich begegnete Fritz in bem Restaurant unb —" Sie: „In welchem Nestaurant?" Er: „Im „Löwenbräu". Unb Fritz —" Sie: „Ich denke, daß Du gewöhnlich im „Spatenbräu" frühstückst?" Er: „Nun ja, meistens. Aber heute ging ich nun ausnahmsweise einmal ins Löwenbräu, wo ich mit Fritz Hellwig zusammentraf und —" Sie: „Geht er immer ins Löwenbräu?" Er (etwas scharf): „Aber liebe Frau, das weiß ich wirklich nicht. Was hat denn das auch mit meiner Geschichte zu thun?" Sie: „O, nichts, natürlich. Fahre nur fort/ Er: „Als wir zusammen unsere Suppe aßen, sagte Fritz —" Sie: „Was für Suppe?" Er: „Ochsenschwanzsuppe. Also dg sagte nun Fritz —" Sie: „Ich denke, Du machst Dir nicht« au« Ochsenschwanzsuppe?" Er: „Nun ja, viel nicht, aber —" Sie: „Weßhalb hast Du sie denn bestellt, wenn Du sie nicht gern ißt?" Er (scharf): „Aber die Suppe hat gar nichts mit meiner Geschichte zu thun!" Sie: „O, das weiß ich wohl (beleidigt). Ich begreife nicht, wie Du wegen einer Frage so böse werden kannst. Fahre fort." Er: „Also. Als wir die Suppe aßen, kam Lorenz Hildbach mit seiner Frau herein —" Sie: „Die kamen herein?" Er: „Das sagte ich ja eben —" Sie: „Nun, nun, fahr' mich nur nicht so an!" Er: „Sie kamen herein und —" Sie: „Ist seine Frau hübsch?" Er: „Sie ist ganz nett. Fritz stand auf und begrüßte sie Sie: „Kennt er sie denn?" Er: „Würde er sie denn begrüßt haben, wenn er sie nicht gekannt hätte? Ich wenigstens —" Sie: „Wie war sie gekleidet?" Er: „Das weiß ich nicht. Ich habe mich um ihre Kleidung nicht gekümmert, was ich erzählen wollte, ist —" Sie: „Saßen sie dicht bei Euch?" Er: „Ja, an dem Tische neben uns. Und während sie sich etwas erzählten, sagte Fritz, daß —" Sie: „Konnten sie hören, was Fritz sagte?" Er: „Du hältst Fritz doch nicht etwa für so dumm, daß er laut schreit, wenn er etwas von ihnen erzählen will? Du mußt lieber —" Sie: „Höre einmal, wenn Du eine einfache Geschichte nicht erzähen kannst ohne in Aufregung dabei zu gerathen, kannst Du sie nur ruhig für Dich behalten. Was sagte Fritz?" Er: „Er sagte, daß Frau Hildachs Vater gegen die Heirath gewesen war, und —" Sie: „Wieso wußte er das?" Er: „Siehst Du, nun fängst Du schon wieder an. Es ist zum Verrücktwerden!" Sie: „Willst Du nicht bedenken, daß es Deine Frau ist, zu der Du so sprichst?" Er: „Ach was, da mag ein Anderer ruhig bleiben, wenn Du immer wieder solch alberne Fragen —" Sie: „Aber ich bitte —" Er: „Immer wenn ich Dir etwas erzählen will, fällst Du mir in die Rede und —" Sie (mit Würde ausstehend und in steifem Ton): „Ich brauche nach solchen beleidigenden Äußerungen nichts mehr zu hören." Er: „Du hörst überhaupt nach nichts. Das ist es ja gerade! Wenn ich —" Sie: „Wenn ich eine einzige Frage thue —" Ec: „Nennst Du das eine einzige Frage? Du hast mich in der letzten halben Stunde mit hundert Fragen unterbrochen, bloß weil ich Dir erzählen wollte, daß Fritz Hellwig sagte, daß —" Sie: „Ich mag gar nicht wissen, was Fritz Hellwig gesagt hat, wenn Du es nicht vernünftig erzählen kannst. Ich werde mein Mittagessen auf mein Zimmer bringen lassen, weil es Dich doch blos ärgern würde, mit solch einer albernen Person am Tisch zu sitzen." (Das Haupt in den Nacken werfend, läßt sie ihn allein, im Begriff, einen Ohnmachtsanfall zu bekommen.) GEeinnÄtziges. Im Gemüseketter geht jetzt 'rasch das Gemüse in Fäulniß über, darum muß hier fleißig durchgeputzt und bei warmem Wetter, wenn über vier Grad, gelüftet werden. Sollten Erde oder Sand trocken werden, so wird vorsichtig in Gräben, die zwischen dem Gemüse zu ziehen sind, gegossen. * * * Um frisch tapezirten Zimmern de« üblen Kleister- geruch zu nehmen, empfiehlt es sich, wie folgt zu verfahren: Man stellt in das betreffende Zimmer einen Behälter mit glühenden Kohlen, gibt eine größere Menge Wachholderbeeren darauf und verschließt das Zimmer allseitig. Nach etwa zwölf Stunden öffne man Fenster und Thüren, damit die frische Luft Zutritt hat und der unangenehme und ungesunde Geruch ist verschwunden. * * * Ein französischer Journalist findet, daß ZeitungSpapirr nicht nur zum Verpacken Verwendung finden kann, sondern daß es auch, vermöge seiner Undurchlässigkeit für Luft, zu« Schutze gegen Winterkälte dienen kann (in Norddeutschland, Rußland und Skandinavien verklebt man im Winter die Fenster mit Streifen alten Zeitungspapiers), und daß sich wegen eben derselben Eigenschaft Eis im warmen Zimmer lange aufbewahren läßt, wenn man es in Zeitungspapier schlägt. Ferner wirkt die Druckerschwärze ans Motten so tödtlich wie Kampher, man braucht also Kleidungsstücke, Pelze u. s. w., um sie gegen Mottenschaden zu schützen, nur in alte Zeitungen zu hüllen. Schließlich gibt die Asche von Zeitungspapier wegen der darin enthaltenen Druckerschwärze ein vortreffliches Putzmittel für Messer und Gabeln ab. Also wer sich Zeitungen zum Lesen nicht hält, der halte sie wenigstens — gegen Mottenfraß und zum Mefferputzen. * * * Braifirte Hammelsschwänze. Man blanchirt die Hammelsschwänze, läßt sie abtrocknen und bringt sie hieraus mit etwas Butter, Salz und Pfeffer in eine Kasserole. Sobald sie eine schöne bräunliche Farbe haben, fügt man Kartoffeln und in Scheiben geschnittene Zwiebeln hinzu, gießt etwas Weißwein und ebensoviel Auflösung von Liebigs Fleischextract hinzu und fügt die üblichen Küchenkräuter bei. Ist das Gericht gar, so richtet man die Hammelsschwänze mit Linsenpuree und servirt die Sauce auf einer besonderen Schüssel. Hrrinsvistisches. Wie man sein finanzielles Gleichgewicht herstellt. Die Naive: „Nun wie geht es Dir denn jetzt?" — Der jugendliche Liebhaber: „Großartig! Denk' Dir, es ist mir ein so großer Pump gelungen, daß ich meine Schulden bis auf den letzten Heller bezahlt habe." * * * Berechtigter Vorwurf. Kaufmann: „Was wünschen Sie?" — Bettler: „Entschuldigen Sie, ein armer Reisender —" — Kaufmann: „Hinaus! Solchen geb' ich nichts!" — Bettler: „Aber warum schreiben Sie denn ans .Schaufenster, daß alles zum Reisen Nothwendige bei Ihnen zu haben ist?" * * * Schlimmes Zeichen. „Sie sehen ja so betrübt aus, Herr Meyer. Was ist Ihnen denn?" — „Meine Schwiegermutter ist gekommen." — „Auf wie lange?" — „Weiß der Himmel, diesmal hat sie sogar ihren Abreißkalender mitgebracht." * * Höchste Kulturstufe. „Jst'S denn immer noch so arg in Afrika?" — Reisender: „I bewahre, jetzt gib's dort sogar schon Beschwerdebücher." * * Nicht ganz richtig. „Du, wat ist denn bat, een Bakteriologe?" — „Dat is 'n Bäckermeester, der schtudirt hat/ Redaction: A, Scheyda. Druck und Berlag der Brübl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen. Ik y sg UW W Ohne kurzen Lei war ein 9 als sie in waren, da des alten ein: „We ihnen keim der überir sollten, ve hoffnungsl Menschen wir uns t Als < steigend, t die Thür z und durch forschend Beiden erl seinen Züx ins Schlo verstrichen, durch sein „Daß ein es ist ein« das kurze einen weid auf und n »ater ihm, und ihre f ab, nahm verschloß t Sein