in Wärute- Tpeisen und rufzuwärmnn der Gesund- i Kräften ju tsamen Factn ser. se Zeilen ei« ; das Gefieder unten wchj >e, und seine inten wie der ut. Bewunderung gewandt der Baumstamm itze angelangt, fteßt, um aus ; ar nicht müde, werlichen und und wer du irrt gewaltig, der Menschen tei dieser Ge- die schädlichen uren Mengen, lionen zählen, wenn sich der mger Schwanz ng, aus seinen )enn er erzeigt m er dieselben as unzählbare ist ein Höhlew kleinen Loche gutem Wetter ' bweiße, roch leit abwechselnd gemeinschastlich bei Eis, Reis sehr kümmer- man ihm dann i [t, die er, wie , szusucheü pflegt. i in Vogel, der en gesagt, der , rweist, Schutz, Theil werden lichst, auch der cht zu vergehen. Lehrer i. P. ein Fußgeher?" der kein Geld ist so verliebt rein Bräutigam Das Haus der Schatten. Roman von Robert Kohlrausch. (Fortsetzung.) „Eine Kehrseite?" „Jawohl. Der Hypochonder und Pessimist in Ihnen — Sie sind Beides trotz Ihrer dreißig Jahre, sobald es um Sie her nur ein wenig dunkel wird, — hat einen sehr netten, lieben, freundlichen Genossen: den Enthusiasten. Sie haben wohl hundertmal, wenn Sie mir von einer Reise, einem Bilde, einer Landschaft erzählten, dabei gesagt: „Das war das Schönste, was ich je gesehen habe!" Im Stillen habe ich zuweilen über Sie gelächelt, mein Freund, wenn Sie mir so zum hundertsten Male das Schönste in der Welt beschrieben. Aber das Herz ist mir doch warm geworden vor Freude über solche Begeisterungsfähigkeit, die so selten ist in unserer heutigen Welt und die uns Anderen mit sich reißt über die Misere des Alltags hinweg." Sie sah für einen Augenblick voll zu ihm hinüber- ihr für gewöhnlich bleiches Gesicht hatte sich ein wenig geröthet, die tiefen, braunen Augen glühten in schönem Feuer. Nun aber lächelte sie und sagte: „So, für heute haben wir genug über den hohen Herrn geredet. Jetzt wollen wir von anderen Dingen sprechen." „Also von Ihnen." „Das habe ich nicht gesagt!" „Aber ich sage es. Nehmen Sie doch einmal das Seciermesser, das Sie so gut zu gebrauchen wissen, und zergliedern mir die eigene schöne Seele ein wenig. Und mit derselben Schärfe, die andere Sterbliche sich müssen gefallen lassen." Da sie nicht gleich antwortete, sondern nur schweigend 1897. | Dienstag den 12. Januar ie sie eilen, rennen, hasten, Wie sie mit begier'gem Blick Ohne Ruhen, ohne Rasten Alle jagen nach dem Glück! Haben schließlich hier auf Erdeu Nur des Strebens Noth und Pein. Und im Kampf um's Glücklichwerden Keine Zeit zum — glücklich sein! O. E. Wantalowicz. ihre Arbeit, an der sie während des Redens gestichelt hatte, vor sich hin auf den Tisch legte, fuhr er fort zu bitten. „Wahrhaftig, Sie sind mir im Grunde noch immer ein schönes Räthsel. Ich bin kein Seelentaucher wie Sie. Das freilich sehe ich wohl, wie Sie heute sind, aber ich frage mich manchmal, ob Sie immer so gewesen sind seit Jahren schon. So ruhig, in sich geklärt —" „O nein!" Es war ein tiefer, schmerzlicher Seufzer, mit dem sie die Worte hervorstieß; zugleich erhob sie sich von ihrem Sitze, das Lächeln war von ihrem Gesichte verschwunden, eine schwere Wolke schien sich darauf zu lagern und die Züge älter und schärfer zu machen. Sie trat zu einer der Palmen, einer schönen Kentia, heran und ließ die schlanken Blätter des einen Wedels durch ihre Finger gleiten, während ihre Augen darüber hinweg ins Leere blickten. „Sie kennen mich freilich nun lauge genug, um nach diesen Dingen zu fragen, und ich hätte wohl von selbst einmal davon angefangen, wenn ich nicht auch mein Theil von frauenzimmerlicher Feigheit mit mir herumtrüge. Denn Feigheit ist es doch wohl, wenn man in eine dunkle Höhle oder etwas Aehnliches, durch das man glücklich hindurch- gekommen ist, nicht wieder hinein will. Auch wenn man weiß, daß keine Gefahr dabei ist." Sie hatte gesprochen, ohne ihre Stellung zu verändern, indem sie mechanisch mit dem Blatte der Palme spielte. Jetzt aber kehrte sie mit etwas müden Schritten zu ihrem Sitze zurück, ließ sich darauf nieder und legte die Hände leicht verschlungen in den Schooß. Dann sagte sie, durch das vorhergegangene, scheinbar gedankenlose Spiel doch vielleicht in ihrer Seele beeinflußt: „Haben Sie einmal von einer Palme gehört, deren Samenkorn jahrelang in der Erde liegt, um dann in ganz kurzer Zeit einen mächtigen Stamm emporzutreiben? Daran muß ich immer denken, wenn ich mich meiner Jugend erinnere. Es ist mir, als hätte ich selbst all' die Jahre hindurch in der dunklen Erde gelegen." Er machte eine Bewegung des Schreckens, und auf seinem beweglichen Gesicht spiegelte sich deutlich der tiefe Eindruck, den ihre unerwartete Worte auf ihn gemacht hatten. Aber er unterbrach sie nicht, und sie sprach nach einem kurzen, nachdenklichen Schweigen von Neuem. „Können Sie sich denken, daß es Eltern giebt, die schlecht genug sind, ihr Kind in geistigem Dunkel, in geistiger Oede aufwachsen zu lassen? Die ihm gewaltsam die Quellen verstopfen, aus denen es trinken möchte, die ihm die Bücher fortnehmen, aus denen es die Welt und sich selbst kennen lernen möchte? Die es allein lassen mit sich selbst, es ab- a) in Gikßk«. 14 nun müßte ein neues Leben beginnen. Die dumpfe Resignation fiel von mir ab, ich begann zu tasten, zu suchen, auf eilt fernes Glück im Stillen zu hoffen. Meine Phantasie war erwacht, ich baute in meinem Geiste die Luftschlösser alle nach, die mir die Dichter gezeigt hatten." Ein Seufzer hob ihre Brust, ein herber Zug erschien von Neuem um ihren Mund. „Als aber die Jahre vorübergingen, ohne mir mehr zu geben, als diese Luftschlösser, da kam nicht die Resignation von ehemals, aber ein wilder, leidenschaftlicher Schmerz über mich. In jener Zeit habe ich mir dieses zweite Bild hier gekauft." Es war die „Jagd nach dem Glück", von der sie sprach - in der am Boden liegenden, von Roffeshufen zerstampften Frauengestalt mochte sie die eigenen zertretenen Hoffnungen verkörpert gefunden haben. „Und dann kam das Glück eines Tage« doch noch zu mir, das wenigstens, was rch damals dafür hielt. In einer Familie, in der ich Malunterricht gab, _ ich that das, um mich von meinen Eltern unabhängig zu machen, — lernte ich den Regierungsrach Henninger kennen. I Er hatte mich nur drei Mal gesehen, als er mir einen Antrag machte. Ich war erst wenig mit Männern zusammengekommen und auch ihn hatte ich bis dahin kaum beachtet; seht auf einmal erschien er mir verwandelt, wie ein anderer Mensch. I Er bot mir ja das, wonach ich beinahe verdurstet war, ohne mir selbst klar darüber zu werden, er gab mir die Liebe. Eine plötzliche, unwiderstehliche Leidenschaft hatte ihn ergriffen, der er willenlos gehorchte. Ich bat mir einen Tag Bedenkzeit aus, um mir klar zu werden über mich selbst, bann gab ich mein Jawort. Als ich ihn wieder sah am nächsten Tage, war er in meinen Augen der schönste, bedeutendste Mann geworden, den ich jemals gekannt hatte. Noch heute vermag ich nicht ganz unbefangen über ihn zu urtheilen. Aeußerlich glich er Ihnen ein wenig- er hatte dasselbe kurzgehaltene, blonde Haar, ebensolchen blonden Schnurrbart und ein kluges, nervöses Gesicht wie Sie. Ich habe ihn geliebt mit allen Kräften meiner Seele- es war eine Zeit der Erlösung, die nun für mich kam. Auf der Hochzeitsreise, die wir nach Tyrol machten, ging es mir zuerst auf, wie unbeschreiblich herrlich die Welt ist, die mir früher wie eine dunkle Grus erschienen war. Wenn ich an seiner Seite durch irgend ems der Thciler ging und die Felsen sah und ben ewigen Schnee unb bie raschen Wasser unb bas Grün, ich hätte immer nur bleiben." , . . , ,,, ~ Langsam gehorchte er, unb sie fuhr in leichterem Tone fort- „Also nur bie Thatsachen will ich berichten. Ich bin ausgewachsen, fast ohne Unterricht zu erhalten, obwohl meine Eitern reich waren. Vielleicht war es auch Eifersucht von meiner noch jugenblichen, für geistvoll geltenden Mutter, bie keine Rivalin neben sich haben wollte. Ein einziges Gluck hat sie mir gegönnt, ober es wenigstens nicht gehindert. Die Liebe zu meinem Bruber. Er war älter als ich, flott, I hübsch, unb, wie man mir sagte, sehr leichtsinnig. Für mich aber ist all' der karge Sonnenschein, ber im Elternhause auf mich fiel, von ihm ausgegangen. Auch ihn habe ich früh verloren- sie haben ihn nach Amerika geschickt, ich weiß nicht, I weshalb. Leichtfertiger Streiche wegen, hieß es- bas Nähere habe ich nie erfahren. Ein einziges Mal habe ich ihn tmeber gesehen, es ist nun fünf Jahre her. Da kam er für kurze Beit herüber, aber er war nicht mehr ber frische, fröhliche Junge von früher, er war scheu unb heftig unb launisch geworben. Das Leben drüben hatte ihn mir geraubt." Der Ton, in dem sie sprach, war wieder ernster geworden- sie strich sich mit der Hand über die Stirn, als müsse sie trübe Gedanken fortwischen. Dann sagte sie: „Nun will ich von mir selbst weiter erzählen. Als ich achtzehn Jahre alt war, hatte ich noch nicht einmal den Schiller gelesen. Das Einzige, was ich in vielen einsamen Stunden so | ganz für mich ansbildete, war ein kleines Talent zum Zeichnen. Damit ging denn meine Selbstbefreiung an. Der Schönheitssinn bildete sich allmälig aus- mit der Empfindung für das Schöne freilich kam mir mit doppelter Stärke die Empfindung für Alles das, was mir fehlte. Damals hatte ich mir dieses Bild gekauft." Nicht mit der Hand, nur mit den Augen lenkte sie seinen Blick auf das Bildniß der tobten Märtyrerin an ber Wand. Ihr fühlte ich mich verwanbt, ohne Heiligenschein freilich. Aber so wie sie, leblos, sühllos, nutzlos geopfert, meinte ick in einer kalten, bunklen Fluth bahinzutreiben. Aus einer finsteren Gegenwart sah ich in eine hoffnungslose Zukunft. Heimlich flas ich damals zuerst die Werke unserer großen Dichter. Es war Grausamkeit gewesen, sie mir zu verbieten, aber ausZdieser raschen, leidenschaftlichen Lectüre bei schon gereiftemHVerstande entsprang für mich nun eine Quelle der Begeisterung, eines ersten heimlichen Glückes, daß ich meinte, laut hinausjubeln mögen." Sie stand wieder auf- es schien, als dulde es sie nicht länger auf ihrem Sitze. Der Assessor ließ sie erzählen, ohne sie zu unterbrechen- mit immer stärker leuchtenden Augen schaute er auf bie Frau, bie er nur in ihrer ruhigen Klarheit gekannt hatte und aus deren Innerem er nun bie Flamme ber Leibenschast hervorbrechen sah. Bald barauf starben meine Eltern rasch nachetnanber, fuhr sie fort, inbem sie auf unb nieber zu schreiten begann, bie Augen auf bas Farbenspiel bes Teppichs geheftet. „Aun war ich frei unb selbstänbig, besaß ein schönes Vermögen und konnte meinem Manne die Behaglichkeit des äußeren Daseins verschaffen, die er liebte und bisher nur in beschränktem Maße hatte genießen können. Ich meinte damals, vollkommen glücklich zu sein und ihn vollkommen glücklich zu machen. Dann starb er." , , ,, Sie sprach die letzten Worte kurz, beinahe harft ats könne sie mit dem Tone der Stimme den plötzlichen Schlag nachahmen, der sie getroffen hatte. Keine Thräne stdoch zitterte darin, und merkwürdig ruhig sprach sie nun wei ■ „Ja, nach nur dreijähriger Ehe. Es war etne Lung - j entzündnng, die ihn hinwegnahm. Tag und Nacht habe : d) an seinem Bette gesessen und habe gezittert, wenn er Sterben sprach. Er hatte ben bestimmten Glauben, baß nicht roieber besser werben könnte mit ihm- er fP^a* tnt von meiner Zukunft, gab mir Aufträge für ben Fall st Tobes, bat mich —" , in Sie schien noch etwas hinzufügen zu wollen, a | rascher Blick in bie Augen ihres schweigenben Zuhörers uev sperren vom Kreis der Jngendgeiiossen unb ihm nicht einmal das unschuldige Glück einer ersten Freundschaft gönnen? Sehen Sie, sv grausam sind meine Eltern gewesen, und ich habe darüber früh verlernt, sie zu lieben!" Jäh sprang er empor. „Das dürsen Ste nicht sagen, I tief er aus, „bitte, das nicht! Es giebt Dinge, die uns Allen heilig sein und bleiben müssen, die wir niemals nut unreinen oder feindlichen Händen berühren dürfen! Das ist die Liebe zu unseren Eltern, ein gegebenes Wort, ein Versprechen an einen Freund. Wenn Jemand an bte)e Dinge rührt, fühle ich es wie einen Stich ins Herz. Unb nun von Ihnen, gerabe von Ihnen bas hören zu müssen, Die Worte versagten ihm- er stanb ihr gegenüber mtt geballten, bebenben Hänben- ber Ausbmck seines Gesichtes, das plötzlich gealtert schien, die brennenden Augen, bie zusammengekrampfte Stirnhaut betrieben einen tiefen, mächtigen Mit einem langen, fragenden Blicke schaute sie zu ihm hinüber- dann schüttelte sie langsam den Kopf. „Es giebt doch noch Gebiete, auf denen wir nicht zusammengehen können. Ich hatte gedacht, wir wären einander schon näher. Aber es muß sein, wie es ist. Ich will von diesen Dingen nicht mehr sprechen, wenn es Ihnen weh thut- meine Empfindungen kann ich nicht ändern, sie sind die Frucht von Zähren. Der Ton war hart gewesen, in dem sie diese Worte gesprochen hatte - jetzt aber kam ihr die alte Heiterkeit zuruck, sie streckte die Hand ans und sagte: „Setzen Ste sich wieder daher. Solche Aufregung sind vergangene Dinge nicht werth. Wir in der Gegenwart sind gute Freunde und wollen es 15 sie verstummen. „Nun also, er starb. Nachdem es geschienen hatte, als wäre er gerettet. Ein Paar Nächte schon hatte ich nicht mehr bei ihm zu wachen brauchen, da fanden wir ihn eines Morgens tobt in seinem Bett. Ich meinte, daß auch ich nun sterben müßte. So leidenschaftlich wie ich hat selten eine Frau einen Tobten betrauert. Ich habe es nicht einmal gelitten, daß an die geringsten Gegenstände in seinen Zimmern gerührt werden durfte. Noch heute ist Alles dort, wie er es verlassen hat; die Räume, sie liegen ja dicht neben Ihren Zimmern — sind fest verschlossen und niemals geöffnet worden. Ich selbst habe mich nicht entschließen können, wieder hineinzugehen." Sie blieb mitten im Zimmer stehen, und indem sie die Hände mit einer reizenden Geberde der Verlegenheit ineinander schlang, sagte sie: „Und nun muß ich Ihnen etwas ganz Merkwürdiges gestehen. Ich bin damals fast gestorben aus Kummer, als ich ihn verloren hatte, und doch, wenn ich heute an ihn zurückdenke, wenn ich das Alles über diese Entfernung von drei Jahren hinweg ansehe, dann ist mir's zuweilen, als hätte ich ihn niemals wirklich geliebt." „Nicht geliebt?" Es waren die ersten Worte, mit denen er ihre Erzählung unterbrach; im Tone maß osen Staunens wurden sie ganz leise, kaum vernehmlich gesprochen. „Nein, als hätte ich ihn überhaupt nicht geliebt," entgegnete sie sest. „Auch in der glücklichsten Zeit unserer Ehe nicht. Als wäre es im Grunde doch nur Dankbarkeit gewesen, was ich für Liebe hielt. Er war der erste Mann, bei" mir von Liebe sprach, und ich gab mich ihm hin, ohne ihn zu kennen. Ach, das Liebesbedürfniß des Menschen ist ja so groß! Man klammert sich an den Strohhalm, der auf der Fluth des Lebens erscheint. Aber wenn ich mir's recht überlege, so eine wirkliche, geistige Gemeinschaft hat in dieser Ehe nicht existirt: ich bin ihm im Grunde doch nur ein kostbares Spielzeug gewesen, um dessen Besitz er zitterte. Nein," — sie warf den Kopf mit einer fast heftigen Bewegung zurück — „die wahre, geistige Freiheit habe ich selbst, ich allein mir erst nach seinem Tode errungen. Das Alles, was Sie geistige Klarheit oder sonstwie nennen, ist mein Eigenthum; ich selber habe mein Ich, wie es jetzt ist, geprägt. Jener wahnsinnige Schmerz nach dem Tode meines Mannes hat mich älter gemacht, und dann kam eine Zeit neuer Erstarrung, aus der ich langsam erwacht bin. Aber als ich erwachte, war der Schmerz von mir genommen. Ich fühle mich seitdem frei und klar, und ob Sie mich schelten oder nicht, ich habe das Gefühl, als müßte mein Leben nun erst recht anfangen, als müßte das Glück, so ein ganz übermenschliches Glück, nun erst zu mir kommen!" „Und seit wann ist es, daß Sie so fühlen?" Er fragte es undeutlich, mit stockender Stimme. Sie aber zögerte nicht mit der Antwort. „Seit einem halben Jahre," sagte sie laut und fest. Er erhob sich und trat vor sie hin. „Seit einem halben Jahre kennen wir uns, Frau Ina." Ihre Augen leuchteten auf; sie nickte nur, ohne zn antworten, und zugleich fielen ihre Blicke auf das Bild von Tannhäuser und Venns, die in nackter Schönheit den Mann umklammert, der ihrer Macht sich zu entreißen sucht. Gleich aber wandte sie ihr Gesicht erröthend hinweg, und nun sah sie in die Augen des Mannes, der vor ihr stand. Aus ihren Blicken gewann er die Kraft zu reden, dem süßen, berauschenden Taumel Worte zu geben, der ihn umfangen hielt. „Vermag ich Ihnen das Glück zu geben, auf das Sie warten?" fragte er leise, die Hände ihr entgegenhaltend. „Sehen Sie, ich liebe Sie ja. Sie müssen es gefühlt haben, daß es mich immer mächtiger zn Ihnen zog, aber niemals hätte ich gesprochen, wenn Sie mir das Alles nicht eben gesagt hätten. Ich meinte, der Gestorbene stände zwischen uns; ich glaube an eine Verbindung der Geister über das Grab hinaus, wenn ich denken müßte, sein Geist hätte an den Ihren heute noch ein Recht, ich würde niemals die Hand nach dem Herrlichsten ausstrecken, das es für mich giebt. Jetzt aber thue ich es mit freiem Herzen. Darf ich Sie führen auf dem Wege in ein neues Leben?" Während sie ihn anschaute, füllten Thränen, mächtig hervorquellend, ihre Augen; sie legte die Hände in die seinen, und das weinende Antlitz an seine Schulter Pressend flüsterte te: „Da ist es, das Glück!" (Fortsetzung folgt.) Schlittschuhlaufen als gesundester Wintersport. Von Dr. Otto Gotthilf. ___ (Nachdruck verboten.) Ach, verging selber der Ruhm dessen nicht, Welcher dem Fuß Flügel erfand I Und sollte der unsterblich nicht sein, Der Gesundheit und Freuden erfand Die das Roß, muthig im Lauf, niemals gab, Welche der Reiche selber nicht hat? Mit diesen Worten besingt Klopstock in seiner Ode „Eislauf" den leider unbekannt gebliebenen Erfinder des schon damals, also vor mehr als 100 Jahren, als gesund allgemein anerkannten Wintersports. Ja, Klopstock Pries das Schlitt- schuhlausen sogar als Gesundheitskur, indem er an Gleim schrieb: „Es ist doch schade, daß Sie, wenn Sie kränkeln, sich nicht durch Schlittschuhlaufen cutteren können. Es ist das eine der besten Kuren, wobei folgendes Reeept zu beachten: Reciqe, 4. März 1766. 3 Helle Stunden des Vormit ags; 2 des Nachmittags; Gute Gesellschaft; Viel Frühstück. Item ein wenig Nordwind zum Trünke beh der Arzeney. Treib' dieses acht Tage hinter einander. Probatum est!“ Von anderen erlauchten Geistern im vorigen Jahrhundert erkannte namentlich Goethe den hohen hygienischen Werth des Eislaufs. Bekannt ist das schöne Bild von Kaulbach, welches den jungen Goethe beim Schlittschuhlaufen in Frankfurt darstellt. Aber damals sowie in der ganzen Folgezeit bis vor einigen Jahrzehnten war dieser gesunde Genuß fast nur dem männlichen Geschlecht erlaubt, während er dem weiblichen aus falsch angebrachter Prüderie versagt blieb. Noch Berthold Auerbach hat in seinem Romane „Wallfried" den befremdlichen Eindruck geschildert, welchen die geistvolle und sich an Vorurtheile keiner Art kehrende Annette hervorrief, als sie zum ersten Mal, mit Schlittschuhen bewaffnet, über die Eisfläche dahintanzte. Die Berge des Schwarzwaldes schauten voll Bewunderung auf sie hernieder, die dunklen Tannen murmelten sich zu, daß sich heute ein Schauspiel ereigne, welches man ehedem in diesen stillen Thälern nicht für möglich gehalten. Und unter der smaragdenen Decke — da lachten die Nixen im Bunde mit allerhand Kobolden der Meerestiefen und wunderten sich über den Anblick, welcher sich über ihren Häuptern darbot. Aber die Anmuth, mit welcher sich die schöne und herrliche Frauengestalt im Reigen drehte, die Sicherheit, mit welcher sie die ungewohnten Pfade abschritt, das Festhalten an allen ästhetischen Vorschriften, welche den Schmelz und Reiz holder Weiblichkeit erhöhen, — all dieses wirkte so wohl- thuend, daß man sich bald an die Neuerung gewöhnte und sich dann auch zur Nachahmung entschloß. Heute ist das glücklicherweise anders. Heute stellt gerade die Damenwelt die anmuthigsten und elegantesten Vertreter zum Schlittschuhsport. Und das ist gerade in hygienischer Beziehung sehr schätzenswerth. Denn es gibt gegen Bleichsucht, Blmarmuth, Migräne, Nervosität und all die anderen unliebenswürdigen und leider nur zu getreuen Genossen der holden Weiblichkeit kaum ein besseres Mittel als Schlittschuhlaufen. Gegen solche Leiden wird bekanntlich zweierlei verordnet, nämlich frische Luft und körperliche Bewegung. Beides aber ist beim Eislauf in schönster harmonischer Weise verbunden. Da wird es auch nicht in minimaler homöopathischer Dosis verabfolgt wie beim gewöhnlichen Spazierengehen, welches meist nur ein Spazierenschleichen genannt werden kann, oder gar wie beim Spazierensahren der Damenwelt der oberen Zehntausend, sondern es wird in unerschöpflichem Ueberfluß verzapft. Unter- und Oberkörper müssen thätig sein, um vorwäts zu kommen und das Gleichgewicht zu halten, dte Muskeln müssen sich anspannen, ohne dabei überangestrengt zu werden, die Blutcirkulation wird bedeutend gesteigert, alle tut Körper abgelagerten Ermüdungs- und Abfallstoffe werden weggeschwemmt, die Pulse fliegen, es klopft das Herz. Erfrischt und wie neugeboren fühlt sich der Mensch. Dazu kommt die reine, frische Winterlust, welche als unverfälschtes Lebenselixir mit tiefen vollen Zügen in die lufthungrigen Lungen eingesogen wird! Ist es da noch ein Wunder, wenn sie alle vom Eise mit rothen Wangen und fröhlichen Mienen, mit angeregten Nerven und frischen, klaren Augen nach Hause kommen? „ tn Das Schlittschuhlaufen bildet auch dte beste Lungen- gvmnastik für eng- und schmalbrüstige Jünglinge und Jungfrauen, an denen Mubmenhand sich mit Uebung des falschen Jnachtnehmens und der Stubengefangenschaft versündigt. Der große hygienische Practiker, Sanitätsrath Dr. Paul Niemeyer sagt hierüber: „Ich halte diese Uebung für die wirksamste, um einen Brustschwachen, vulgo Schwmdsuchtscandtdaten, daheim tut st irdischen Dunstmeer ohne sonderlichen Schaden durch den Winter hndurchzubringen. Mag ihm einfaches Gehen auf holprigem, feuchtem schneeigem Wege schlecht bekommen, so braucht er auf der Eisbahn sich nur dahinzuschwtngen, um veritables Ozon in vollen Strömungen in die trockenen, lusthungrigen Lungenzellen einwirken zu lassen, in welchem Sinne ich Schlittschuhlauf eine winterliche Bewegungskur mit Vergnügungsprämie nenne. Sollten aber ängstliche Leute sich gegen solch „Wagniß" erklären, so bitte ich zu bemerken, daß an dem bekannten Kurorte für Schwindsüchtige zu Davos in Graubünden, in einer Bergeshöhe von beinahe 500 Fuß und in Gletschernachbarschaft, Schlrttschuh- laufen zu den beliebtesten und zuträglichsten Vergnügungen der Kurgäste zählt." Jedoch möchte ich dazu folgende Einschränkungen machen: Es ist nicht rathsam, daß kränkliche Leute das Schlittschuhlaufen lernen. Aller Anfang ist schwer und anstrengend: das gtlt auch, wie jeder Eisläufer weiß, von dieser Frischluft- und Bewegungskur. Das Erlernen ist sehr ermüdend und greift die Körperkräfe ziemlich an. Daher soll man in gesunden Tagen, möglichst schon im Kindesalter, wo die verlorenen Kräfte schnell ersetzt werden und der Körper noch recht geschmeidig und gelenkig ist, sich den Mühen der Erlernung des Eissports unterziehen, dann kann man ihn auch in späteren Jahren, namentlich zur Reisezeit, ohne Schaden ausüben, selbst wenn der Körper schwächlich und weniger widerstandsfähig geworden ist. , Gesunde Erwachsene können natürlich jederzett noch den Eislauf erlernen. Von großem hygienischen Nutzen ist dies besonders für alle Stubenhocker, Bureaubeamte, Schriftsteller und Gelehrte, deren „stockendes" Blut dadurch wieder aufs beste zu reaelrechter Cirkulatiou gebracht wird. Der Blutandrang zum Kopfe schwindet, die ewig kalten Füße werden wohlig warm, der Appetit hebt sich bedeutend. Auch für alle wohlbeleibten Personen bildet die regelmäßige Ausübung des Eissportes die erfolgreichste winterliche Karlsbader Kur. Wir sehen also, daß Dr. Niemeyer vollkommen Recht hat, wenn er das Schlittschuhlaufen als winterliche Bewegungs- kur mit Vergnügungsprämie preist. Darum, ihr Städter, Jung und Alt, kommt heraus „aus der Häuser dumpfen Gemächern und aus der Straßen quetschender Enge" auf die crystallene Fläche der Eisbahn und in Gottes frische, freie Natur, stärket eure schlaffen Glieder durch anmuthige, spielend sich bethätigende Bewegung! Humoristisches. Die echte Eva. Gattin (zu ihrem Gatten): „Wie, ein Kleid von der letzten Mode soll ich tragen? Kummer, Sorgen und Elend, Alles will ich freudig tragen, nur nicht ein unmodernes Kleid!" * * * Genau befolgt. „Wie geht's Ihrer Frau?" - „Schlechter, Herr Doctor." — „Haben Sie ihr auch die Medicin richtig gegeben?" — „Freilich!" „Uni sie nach Vorschrift geschüttelt?" — „Daß ihr Hören und Sehen verging!" * * Kindliche Auffassung. Die kleine Ella (zum ersten Male in einer Ahnengallerie): „Mama, früher war wohl immer Maskenball?" Gefährliches Amt. Schneidermeister (dessen Bube die Treppe herunterfällt, ohne sich zu beschädigen): „Schau, Arthur, jetzt kannst Du bald dte Rechnungen austragen." Daher kam's. Richter: „Jetzt habe ich Sie schon sehr lange nicht gesehen, das war brav von Ihnen!" — Dieb: „Ja, Herr Richter, ich war sehr krank!" Literarisches Das eröffnet das neue Vierteljahr mit einem viel versprechenden historischen Roman aus der Zeit der Reformation von von Krause: „Wort und Waffen", der in Pasewalk in Pommern wielt. Da H. von Krause schon mehrfach geschichtliche Vorwürfe mit qrotzem Glück behandelt hat, darf man wohl annehmen, daß m „Wort und Waffen" ein getreues, fesselndes Bild der durch die siegreich fortschreitende Reformation hervorgerusenen Kämpfe gegeben wird. Sehr drollig wirkt die zweite, kleine Erzählung von Ernst Johann Grothe „Es wird schon kommen", in der wir die Bekanntschaft eines ebenso lebenswahr wie gullaunig geschilderten kleinen jüdischen Speculanten machen, dessen lange erhoffter „großer Tag" endlich gekommen ist und geschickt ausqonutzt wird. Sehr interessant ist eine Skrzze von Oscar Klaußmann: „Wie ein Hofball entsteht". Ein zweiter illustrirter Arbk-l erzählt uns von St. Helena und den Erinnerungen an den ersten Napoleon, die an diesem Eiland haften. Den illustrativen Schmuck der Hauptnummer bilden ein stimmungsvolles Winterbild: „Heimkehrende Fischer" von Smith-Hald, zwei muntere Gegenbilder von E. Brack: „Neujahrsbrief an sie und von ihm" und die Wiedergabe eines schönen Reliefs von dem talentvollen Berliner Bildhauer Friedrich Pfannschmtdt: „Christus und die Samariterin". Der Familientisch,bringt em Portrat der vor hundert Jahren verstorbenen Gemahlin Friedrich des Großen, der Königin Elisabetb Christine, und ein Bildchen von ihrer Vermahlung nach Chodowiecki. Die Beilagen: die kleine illustrirte Zertchromk: „Aus der Zeit — für die Zeit", das „Frauen-Daheim", die „Hausmusik, der „Hausgarten", das „Kinder-Daheim" sind wieder sehr mhaltreich und anregend. Wir benutzen gern die Gelegenheit, um wieder einmal auf das alte und doch immer gleich jugendfrische „Daheim" hinzuweisen. Welche Hausfrau eine gediegene und dabei practische Seetüre wünscht, die wende sich der Halbmonatsschrift für die practffche grau: Hans meine Welt" zu. Das vorliegende erste Januarheft wird wiederum den verschiedenartigsten Ansprüchen gerecht. Nach einer poetischen Einleitung: Neujahrsgruß, diesmal an die deutschen Männer, von Zos von Reuß, plaudert Fritz Eusebius über „Unsere Sewot)» heften". Einen „braven Hausgeist", wie ihn F. v. Minra schildert, wünscht sich gewiß jede Hausfrau; ihr sei daher diese kleine Snzze bestens empfohlen! Für die Unterhaltung sorgt die „Erzählung aus> dem Walde", von Ella Schwarz: „Borg de concours", welche durch ow frische Natürlichkeit der Schilderung des Kleinlebens ungemein fesselt. Im praetischen Theil dürfte die gastronomische Plauderei über den Fasan in jetziger Saison der Gesellschaftsmahle allgemein willkommen sein. „Allerlei Neuheiten für Küche und Haus", „Rotizblätter für die Haus- wirthschaft" vervollständigen diesen Theil der Zeitschrift, die außerdem in der Bunten Zeitung noch^eine Fülle des Interessanten bietet; u. A. Eine Erinnerung zum 100jährigen Geburtstag von Annette von Drope- Hülshoff, von Anna Wendland. „Für die Winterabende"; $etu'=' zweige für Frauen rc. rc. Probehefte dos allen Frauen aufs roatnt|ie su empfehlenden Blattes versendet die Verlagshandlung von Mas Pasch, Berlin 8W., Ritterstr. SO, gratis. ^Preis des Heftes 25 Plg>> vierteljährlich Mk. 1,50.) Redaction: SL Echeyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in ®tefcen.