sTJljT® WW RiUlinir,— MM LN f er Meister kann aus einem Messingstück Leicht einen Berg von luft'gem Rauschgold schlagen; So schlägt, rver's kann, aus einem Fünkchen Glück Sich einen Schwarm von heit'ren Tagen. Frieda Schanz. • Gesegnet sei Dir beides, Schmerz und Lust, Und jedes Werk, das Du vollenden mußt. Doch Gott behüte Dich zu Deinem Heile Vor Krankheit, Mißmuth, Langeweile. i ■ .................................■■ .....i l Der Majoratsherr. i Roman »en Nataly v. Eschstruth. Der Graf nickte mechanisch. „Gewiß, gewiß! es ist mir sehr lieb, wenn ich diese unerquickliche Angelegenheit nicht zu erörtern brauche!" und dann schritt er auf dem weichen Teppich abermals auf und nieder und murmelte: „Er wollte auf das Majorat verzichten? — unmöglich! — es kann nicht wahr sein! wie sollte Rüdigers Sohn so aus der Art schlagen?" und nach kurzer Pause fuhr er wie im Selbstgespräch fort: „Hartwig tobt. — Es war wohl ein Glück für ihn. — Wir Menschen spinnen unsere Pläne, — aber der liebe Herrgott spricht nur allzu oft: Mein ist die Rache!" Und der Majoratsherr von Niedeck sank schwerfällig in den Sessel zurück, stützte den Kopf in die Hand und starrte sinnend vor sich nieder. Die Gräfin legte den Arm um ihr Töchterchen und zog sie in das Nebenzimmer. „Laß uns plaudern, Fränzchen, — Du weißt, wie mir dies Alles — und wohl noch mehr die Zukunft, das Herz bewegt!" Da warf die Kleine den Kopf frisch in den Nacken. „Nein, Mütterchen! wir wollen keine Pläne mehr machen! Hörest Du es nicht soeben vom Papa, daß der liebe Gott s nichts danach fragt, sondern seine eignen, wunderbaren Wege l geht? — Darum fort jetzt mit allem Grübeln und aller l Menschenklugheit. Es wird schon Alles gut werden, und der gerade Wege bleibt immer der beste! — Lies ein hübsches Buch, Mamachen, und zerstreue Dich! und ich —" „Und Du?!" „Ich gehe einmal zu Pia und sehe, ob sie mich wohl einläßt I" Die Gräfin nickte trübselig vor sich hin. Der Regen rauschte gegen die Scheiben und die Welt sah so grau und trübe aus, wie sie vor den Augen eines Menschen liegt, welcher aus rosigen, hoffnuugsfrohen Träumen zur traurigen Wirklichkeit erwacht. Sie konnte jetzt nicht allein sein. Sie schritt zurück nach dem Nebenzimmer, setzte sich an die Seite ihres Gatten nieder und nahm seine Hand in die ihre. So hatten sie manch liebe Stunde daheim am Erkerfenster in Niedeck gesesfen und jenen großen, geheimnißvollen Plan ihres Lebens ausgesponnen, welchen Gottes Hand am heutigen Tage so wunderbar zu durchkreuzen schien. * * * Pia saß in ihrem kleinen Thurmzimmer und starrte thränenlos auf die grau in grau verschwimmende Rhein« landschaft hinaus. Noch hatte sich der Sturm, welcher ihr Inneres durchtobte, nicht gelegt, noch war sie kaum im Stande, die ganze Größe ihres Elends zu fassen und zu begreifen. Wie eine dumpfe, bleierne, unheimliche Schwere lastete es auf ihr und benahm ihr das Denken, und während ihre Pulse wie in Fieberschauern flogen und ihr Herzschlag sie zu ersticken drohte, empfand sie eine Eiseskälte, welche sie durchschauerte. Nur eine einzige Wahnvorstellung beherrschte sie. „Du bist auf das Schändlichste hintergangen und betrogen, — von ihm, den Du geliebt hast, mehr wie je einen Menschen auf der Welt!" Und sie preßte die Lippen, auf welchen seine Küsse noch brannten, in herber Qual zusammen und starrte voll wilder Sehnsucht nach dem Fluß hernieder. — „Möchte er doch heute mich selbst in kühlen Wogen betten, so wie er gestern meinen blühenden Liebcsgruß schimmernden Fluthen wiegte!" Und dann preßte sie die kalten Hände gegen die Stirn und dachte voll bitteren Wehs: — „Was ist noch echt und wahr auf der Welt, wenn seine Liebe erlogen ist?" Draußen sauste der Wind, der Treulose, als einzige Antwort auf ihre Frage. Tante Johanna wußte von Wulff - Dietrichs listigem Anschlag und begünstigte ihn, — das deuchte Pia sonder Zweifel. Warum hätte sie sonst den freundschaftlichen Verkehr mit einem Affessor Hellmuth geduldet, selbst dann noch ge- — 578 — duldet, als sie sah, wie Fränzchen mit vollen Segeln in eine schwärmerische Liebe zu ihm hineinsteuerte? Und dann redete sie auch der Nichte so lebhaft und eindringlich ab, die Gemahlin des künftigen Majoratsherrn zu werden, um jeden Schein einer Begünstigung zu vermeiden, um Pia völlig sicher und harmlos zu machen, und Wulff-Dietrich den Sieg dadurch noch zu erleichtern. Eine grenzenlose Erbitterung erfaßte sie bei dem Gedanken und ein wilder Trotz, nun erst recht alle hinterlistigen Pläne der Verbündeten zu vereiteln. Und dieses Gefühl von Haß und Empörung ließ fürerft den Verlust ihrer Liebe völlig in den Hintergrund treten; ihr spröder Stolz schien ihr mehr noch verletzt, wie ihr Herz, und solange es noch wirr und wüst in ihrem Innern nach Klarheit rang, verblaßte die Erinnerung an ihr junges Liebesglück, wie die Welt plötzlich in Nacht und Dunkel versinkt, wenn die Sonne von schwarzen Wetterwolken ver- fchlungen wird. Nicht ein Gedanke der Entschuldigung oder des Zweifels an Wulff-Dietrichs Schuld tauchte in ihr auf, ihre Heftigkeit riß sie mit sich fort, in planlose, gründ- und haltlose Vorstellungen hinein, und das Wahngebilde, welches ihr das Mißtrauen im ersten Augenblick blitzartig vorgespiegelt, verfolgte sie und gewann immer mehr Gestalt und Farbe, je leidenschaftlicher sie sich in ihren Schmerz versenkte. Dorette hatte schon zum zweiten Mal geklopft und gemeldet, daß das Frühstück servirt sei und die Herrschaften auf das gnädige Fräulein warteten. Pia erhob sich blitzenden Auges. Sie brauchte kein rothgeweintes Antlitz zu kühlen, ehe sie sich vor Menschen zeigte, — ihre marmorkühle Blässe fiel kaum auf. Sie scheut die forschenden Blicke nicht, im Gegentheil, er wird ihr eine stolze Genugthuung gewähren, sich vor ihnen zu zeigen, umgebeugter, ungedemüthigter wie je; — sie haßt die Niedecks! sie alle! — Onkel und Tante Johanna vielleicht mehr wie jenen egoistischen Comödianten, für welchen sie gefällig die Couliffen zurechtschoben und ihm das Stichwort zuflüsterten. Sie sollen sehen, daß ihre Falschheit keine Wunde schlug, daß Pia von Nördlingen viel zu stolz ist, um jenem Verächtlichen eine Thräne nachzuweinen, um kraft- und muthlos zusammenzubrechen, wenn ihr Lebensglück von frevelnden Händen in Trümmer geschlagen wird. Mechanisch strich sie über die lockigen Haare, sie zu glätten, richtete sie sich hoch auf und schritt starren Blicks, beinahe unheimlich in dieser Ruhe anzusehen, die teppichbelegte Treppe hinab. Der eilige Schritt eines Kellners tönte ihr von der Treppe entgegen, als sie die Hand auf die Klinke der Eßzimmerthüre legte und geräuschlos etntrat. Ein Blick auf den Frühstückstisch zeigte ihr, daß die gräfliche Familie nicht länger auf sie gewartet hatte. Das Zimmer war leer. Gleichzeitig klopfte es hastig an der Thür des kleinen Nebensalons. Die Stimme des Onkels rief: „Herein." „Der Herr Forstaffeffor Hellmuth bittet um die Ehre, sich vor seiner Abreise von der gnädigen Herrschaft verabschieden zu dürfen." Einen Augenblick herrschte tiefe Stille, und Pia, welche jählings einen Schritt vortrat, sah, wie Onkel und Tante, welche zusammen am Fenster saßen, einen sehr betroffenen Blick welchselten. Dann nickte die Gräfin mit bittendem Ausdruck in den sanften Rehaugen und ihr Gatte sagte mit heiserer Stimme: „ich lasse bitten!" Ein spöttisches Lächeln kräuselte die Lippen des jungen Mädchens. Wie triumphirend flammte es in ihren Augen auf. Welch ein Abschied wird das werden! Wie höchst ge- demüthigt werden die ausgepfiffenen Aeteurs sich jetzt condo- lirend die Hände drücken! Ist es unrecht oder unedel, zu lauschen? In diesem Fall sicher nicht, wo sie ja selber der Pelz ist, um welchen man verhandelt, der Pelz, welchen man so zuversichtlich verkaufte, ehe man den Bären hatte! Pia kreuzt gelassen die Arme über die Brust und lehnt sich wartend gegen denThürpfosten; seitlich von ihr befindet sich der Salon, durch dessen halb geöffnete Thüre man zwar nur einen kleinen Raum des Zimmers überblicken, wohl aber jedes Wort verstehen kann, welches darin gewechselt wird. Sie empfindet es als Genugthuung, als eine Gerechtig. keit des Schicksals, daß sie sich von seiner Schuld, seiner Verächtlichkeit überzeugen kann; keinen besseren Balsam giebt es wohl für die Wunde, welche man ihr geschlagen. Schritte auf dem Flur, — sein fester, stolzer Schritt, nur schwerer, nicht so elastisch wie sonst. Das gräfliche Ehepaar verharrrt im Nebenzimmer regungslos, in tiefem Schweigen, — es ist so still, daß Pia vermeint, sie höre ihr Herz klopfen, unruhiger, schneller, seit sein Schritt erklingt. Ein kurzes Klopfen, — der Kellner reißt die Thüre auf — Wulff-Dietrich tritt ein. Das junge Mädchen lehnt sich fester gegen den Thür- pfosten, eine jähe Schwäche überkommt sie, wie Schatten wallt es vor ihren Augen; —sie beißt die Zähne aufeinander und richtet sich gewaltsam auf. „Ich höre zu meinem größten Bedauern und Befremden, daß Sie abreisen wollen, mein lieber Assessor," stottert Onkel Willibald und schreitet seinem Besuch mit unsicheren Schritten entgegen, — „und wie ich durch Fränzchen hörte, ist der Grund Ihrer Abreise ein ganz besonders trauriger; — wir nehmen herzlichen Antheil an dem schweren Verlust, welcher Sie betroffen; — Ihr Herr Bruder starb sehr Plötzlich." Eine kleine, verlegene Pause, — man hört die feinen Goldketten der Manschertenknöpfe, an welchen der Sprecher hängende Kugeln trägt, leise erklingen, sie schütteln sich die Hand. Seltsam — warum nennt er ihn unter vier Augen noch „Assessor?!" „Fräulein Fränzchen hat Ihnen bereits von unserem Zusammentreffen im Garten erzählt — — Mister . . . Mister Luxor?" Wie seltsam verändert klingt seine Stimme! Pia fühlt, daß ein finsterer, qualvoller Schauer sie bei diesem Klang durchrieselt. Sie neigt sich mechanisch vor — sie sieht just in Onkel Willibalds Gesicht, und sieht, daß es heiß erröthet. Er macht eine hastige Geste, als schleudere er etwas Unsichtbares von ssich fort, — tritt schnell einen Schritt näher und breitet voll herzlicher Empfindung die Arme aus. „Wulff- Dietrich! — nein, bei Gott, ich kann und will es nicht leugnen, daß ich durch Kränzchen erfuhr, wer Du bist! — und weil ich Dich als Forstaffeffor Hellmuth lieb gewann, so will ich Dich als meinen Neffen ehrlich weiter lieben, — wenn Du — wahrlich, Wulff-Dietrich! — Du verdienst es!" „Onkel — mein bester, gütigster Onkel!" — Seine Stimme bebt vor Erregung, er wirft sich in die Arme des alten Herrn und fährt voll warmer Innigkeit fort: „Gott sei gelobt für diese Stunde! der heutige Tag hat mir wohl Alles genommen, was eines Menschen Glück bedingt, aber er schenkte mir dafür dennoch eins, — die Erfüllung meines Wunsches, Frieden zu sehen zwischen Dir und mir!" Tante Johanna, welche noch immer am Fenster gestanden, drückte unvermerkt das Taschentuch an die Augen und trat leise an die Seite ihres Gatten. „Wulff-Dietrich — wie wunderbar sind Gottes Wege! wie unvermuthet hat er uns znsammengeführt und wie hat er es in seiner Gnade gefügt, daß Willibald Dich trotz aller Vorurtheile und allen Haffes nun doch noch so lieb gewinnen mußte!" (Fortsetzung folgt.) 579 Wode-Mericht bearbeitet und mit Abbildungen versehen von der Internationalen Schnittmannfaetnr, Dresderu Sämmtltche Schnittmodelle daselbst erhältlich. ten und Gewohnten abzustecken No. 114 derselben begnügt man No. 113. umgeben war. Breite, in der Taille spitz zulaufende Revers zierten das Vordertheil. An Stelle der Acrmel zeigte diese Blouse große Flügelärmel, welche dem Ganzen das Ansehen eines Cape verliehen. Alles bestand aus heiten aus der großen Masse hervortreten zu lassen. Nack und nach werden dann diese neuen Formen nachgeahmt, variirt, den verschiedenen Geschmacksrichtungen des Publikums angepaßt und eine allgemeine neue Mode ist fertig. Eine der wunderlichsten, zugleich aber dankbarsten dieser Moden ist die in dieser Saison zu voller Herrschaft gelangte Pelzmode. Allerdings hat sie bereits seit Jahren viel von ihrer Ex- clusivität eingebüßt, denn die noblen, theueren Pelzsorten werden täuschend nachgeahmt und damit auch den weiteren Kreisen des Publikums zugänglich gemacht und in der That hat man wohl noch nie so viel Pelz in der Damengarderobe verwendet, als dieses Jahr. Nickt allein, daß man Boas, Kopfbedeckungen und Müsse zu immer größeren Dimensionen anwachsen läßt, sondern man fertigt jetzt auch Capes, Jackets, Blousen, ja ganze Kleider von Pelz. Auch in der Bearbeitung des Pelzes erlangt man immer größere Fertigkeit, so daß anderer dicker Stoff verarbeitet Wirklich bewundernswerth ist die unerschöpfliche Fantasie der Frau Mode, die mit immer neuer Schaffenskraft für jede Saison Neues und immer wieder Neues bringt. Daß diese Neuigkeiten uns Anfangs oft bizarr und wunderlich anmuthen, ist schließlich ganz natürlich,^denn ihr eigentlicher Zweck besteht ja darin, vom Bekann- und die Trägerinnen dieser Neuer jetzt genau wie Sammet oder -------- .... ... wird. Gekraust, gefaltet, garnirt, hauptsächlich aber in verschiedenen Sorten zusammengestellt, ist er fähig, sich jeder, auch der complizir- testen Modeform anzupaffen. Davon legen die oben genannten Pelzkleidungsstücke ein beredtes Zeugniß ab, denn bei Anfertigung ........ sich nicht mehr mit den bisher üblichen, allein gültigen Formen des einfachen Capes, des glatten Baretts in Kappenform oder der einfachen Boa. Alle diese Kleidungsstücke existiren jetzt in den verschiedensten Modeformen und besonders Paris ist groß v der Erfindung immer neuer Variationen. Die Formen von Cape, Jacket und Blouse werden so combinirt, daß ganz eigenartige Neuheiten entstehen. So sahen wir z. B. ein, am besten Blousen- cape genanntes Kleidungsstück, welches sehr characteristisch diese Modelaune illustrirte. Der Rumps war in Form einer Russenblouse gehalten, welche in der Taille von einem Sammetgürtel Ziheline. Die Capes selbst haben ihre ursprüngliche Form nur in den seltensten Fällen beibehalten. Meistens bestehen sie nur noch aus kurzen Schulterkragen mit angekraustem Volant und bis in die Taille reichenden stolaartigen Enden. Durch die Zusammenstellung von einander abstechender Pelzsorten und die Combination des Pelzes mit Seide und Spitzen gestalten sich diese Kragen mehr zu zierlichen Luxusgegenständen, als zu zweckmäßigen, wärmenden Hüllen. Diesem letzteren Zweck entsprechen eher die Pelziacken m ihren verschiedenen Formen. Eine der beliebtesten Fasans ist die m der Taille durch einen reichverzierten Gürtel gehaltene Russenblouse mit kurzem Schößchen. Gleichbeliebt ist die kurze, anliegende PelzMe, ■X WM8 No. 111 sogar den Hut nicht ausnehmend. No. Illa. noch längere Zeit halten wird, denn sie vereinigt die verschiedensten Vortheile in fick- Sie eignet sich gleichgut, einem neuen, einfarbigen Kleide einen besonderen Chik zu geben, als Wirkung versehene Seide. , _ Aus alledem ist wohl leicht zu ersehen, daß es auch dieses Jahr nicht an kostbaren sowie an preiswerthen Neuheiten fehlt und zum nahenden Weihnachtsfest wird Niemand um geeignete Geschenk« für die Damenwelt in Verlegenheit kommen können, denn an Auswahl darin ist wahrlich kein Mangel. wie sie unsere flotte Schlittschuhläuferin (No. 114) trägt. Muff und Rockgarnitur, sowie Pelzbarett bestehen aus demselben Pelz — nämlich schwarzem Astrachan. Ueberhaupt ist die Costümmode diesen Winter sehr ausgeprägt und sowohl Sammet als Tuch, sind die dazu verwendeten Stoffe. Obgleich meistens mit Pelz reich besetzt, werden sie doch auch öfters ohne denselben hergestellt und besonders Sammetcostüme wirken an sich schon so reich, daß sie gut jedes Besatzes entbehren können. Den Beweis hierfür liefert beifolgende Abbildung (No. 112). Dieselbe stellt ein äußerst kleidsames, braunes Sammetcostüm in Blousenform dar. Der seitliche Schluß der Blouse wird durch ein ©eibenpliffee gedeckt, welches zwischen den Schlitzen des Blousen- randes sichtbar wird. Hierzu passend ist das Schößchen ringsum geschlitzt und mit Seidenplissse unter« legt. Auch der Aermelrand zeigt gleiche Garnitur. In den weitaus meisten Fällen werden die Straßencostüme aber einem schon getragenen zu erneutem Glanze zu verhelfen. Hübsche Vorlagen für derartig garüirte Kleider bieten beifolgende Abbildungen. Das erste (No. 111) besteht aus dunkelbraunem, mit schwarz gemustertem Wollstoff und ist mit schwarzen Borden ausgestattet, welche auf glattbraunem, genau passendem Tuch in ersichtlicher Weise angeordnet sind. Die letzte Figur No. lila veranschaulicht eine eigenartige Garnitur von an beiden Seiten eingereihlem schwarzen Moireebändchen, welches in großen Arabesken aufgesetzt wurde. Von dem neublauen, einfarbigen Tuck hob es sich in wirkungsvoller Weise ab und bildet auf diese ’ Weise eine sehr effectvolle und zugleich leicht herzustellende Garnitur. Der bauschige Einsatz der Taille wiederholt die beiden Farben des Kleides - blau und schwarz — als klemkarrirte, nut Changeant- wie gesagt mit Pelz besetzt und Zobel, Chinchilla, Zibeline u. f. w. liefern das Material hierzu. Entgegen der früheren Mode, welche die Pelzstreifen in senkrechter Richtung aufsetzte, liebt man jetzt die wagerechten Besätze und oft steigen dieselben bis zur halben Höhe des Rockes auf und bedecken den ganzen Rumpf der Taille. Sie umgeben die Epauletten, den Hals- und Aermelrand, kurz, breiten sich dann über die ganze Toilette aus, . Hier findet der Pelz, sofern er nicht als Herstellungsmaterial dient, eigenartige und zugleich reizvolle Verwendung in Form von Pompons, Halbmonden, Käfern, Schmetterlingen, Ringen und anderen Fantasiegebilden, welche auf unsichtbaren, schwankenden Drähten befestigt sind. Um jedoch auf die Kleiderbesätze zurückzukommen, so sei noch erwähnt, daß die diesen Herbst so sehr in den Vordergrund getretene Bordenbesatz- mode fortdauert und sich wohl auch b 586 Uetzer den Schmuck des Weihnachtsbaumes.*) Nur noch wenige Wochen trennen uns vom Weihnachtsfeste, das in hoffnungsvoller Freude von frohen Kinderherzen erwartet wird. Unzählige geschäftige Hände schaffen schon an Vorbereitungen, und die Schaufenster der Kaufläden zeigen die mannigfaltigste Auswahl hübscher Geschenke und glänzenden Schmuckes zur Zierde des Weihnachtsbaumes. Dem Wohlhabenden wird da die Wahl leicht gemacht, seinen Baum zu schmücken. Die sparsame oder minderbemittelte Hausfrau oder jene, welche weit entfernt von Städten auf dem Lande wohnt, wird durch Selbstanfertigen des Christbaumschmuckes einen Theil der oft sehr großen Weihnachts-Ausgaben zu erübrigen suchen, um damit durch größere oder bessere Geschenke ihre Liebsten überraschen zu können. Und gerade den Landbewohnern ist die Anfertigung des Christbaumschmuckes so leicht gemacht,- bietet ja Wald und Flur, Küche und Haus unzählige Gelegenheit, sonst nutzlos und unbeachtete Gegenstände in zweckdienlicher Weise verwerthen zu können. Die zierlichen Zapfen der Kiefer, Lärche und Tanne geben mit Bronce bemalt allerliebsten Schmuck, Eicheln, Haselnüsse ebenfalls und auch die Samennäpfchen der Eicheln sind sehr paffend. Aus den Schalen der Welschnuß lassen sich ganz drollige Sachen herstellen, z. B. ein Käfer. Der Kopf wird aus einem Wachskügelchen geformt, mit zwei kleinen Perlen als Augen und kleinen Stecknadeln als Fühlhörnern besteckt, das Innere der Schale füllt man mit Watte und befestigt die aus gespaltenen Zündhölzchen oder Draht gefertigten Füße mit etwas Leim. Durch entsprechende Bemalung der Schale mit Feder und Tinte oder Pinsel und Farbe gibt man ihm das nöthige Aussehen. Daß sich auch durch vielfache Verwendung von verschiedenen Broncen überraschende Effecte erzielen lassen, ist selbstverstänlich. Ueberhaupt spielt der Verbrauch derselben bei der Herstellung von Schmuck eine große Rolle. Wer sich das Broncepulver in trockenem Zustande kauft, benutzt zum Anmachen mit Vortheil dünnflüssigen Copallack. Mit diesem kann man die Sachen zuerst bestreichen und dann mit Broncepulver bestreuen oder dasselbe gleich strichfertig darunter mischen. Letztere Art sichert ein schnelles Arberten und dauerhaften Bestand. Auch kleine Körbchen und Nester lassen sich aus Nußschalen Herstellen, und sollten dieselben auch größer gewünscht werden, so gibt eine halbirte Eierschale beste Gelegenheit dazu. Trockenes Baummoos bildet dann die Einlage und Erbsen die Eier. Uebrigens lassen sich die Eierschalen, wenn man die Eier vorsichtig ausbläst, so daß die Schalen möglichst unversehrt bleiben, durch Bekleben mit Papiersternchen, Goldstreifen, Stoff- und Woll restchen zu den verschiedenartigsten Sachen z. B. Ampel, Laternen u. s. w. verwenden. Aus Kastanien kann man durch Bemalen und Vergolden Miniaturäpfel Herstellen und selbst kleine Kartöffelchen lassen sich dazu verwenden. Zahllose Gebilde kann man mit etwas Fleiß und Nachdenken aus Papier mit der Scheere verfertigen. Wir erinnern nur an die Ketten, Netze, Sterne, Guirlanden, Gitter, Lampions usw., die sich ohne besondere Mühe machen lassen, und deren Herstellung selbst Kindern bekannt ist und Freude macht. Kleine Düten aus alten Visitenkarten mit farbigen Papierfranzen bieten Gelegenheit, verschiedene Näschereien unterzubringen, und aus schwedischen Zündholzschachteln erhält man allerliebste Postpacketchen, die, mit Adresse und Marke versehen, sich zierlich ausnehmen, die gleichzeitig auch mit kleinen Sachen, Hemdknöpfchen, Brosche, Ringe u. dgl. gefüllt werden können. Nicht zu vergessen sind die aus farbigem Papier zu verfertigenden Blumen, Körbchen, Bonbonnieren. *) Aus dem „Praktischen Wegweiser", Würzburg, einer sehr empfehlenswerthen Familienzeitschrift. Abonnement vierteljährlich 30 Pfg, Aus Wollresten, Perlen, Gelatine, Staniol, Draht und Papier können buntfarbige Schmetterlinge hergstellt werden. So finden alle möglichen Sachen Verwendung, das Staniol von Chocolade, die Gelatine der Einmachgläser, der Draht von Selterswafferflaschen, Seidenrestchen von Kleidern, Cigarrenbändchen usw. Selbst die von den Bällen als frohe Erinnerung aufbewahrten Cotillonorden sind ein billiger Schmuck für den Weihnachtsbaum. Vielleicht gefallen Manchen aus weißer Watte gefertigte Schneeballen, mit Gummilösung betupft und Silber- oder Goldflimmer bestreut. Mit etwas Phantasie und Fleiß wird die Herstellung solcher Gegenstände in unzähligen Variationen möglich sein, ohne besondere Ausgaben machen zu müssen. Die langen Abende bieten die nöthige Zeit und die practische Hausfrau wird selbst aus unscheinbaren Sachen mit geschickten Händen reizende Sachen zu schaffen wissen. Daß sie auch Weihnachtsbäckereien selbst fabrizirt, ist ja selbstverständlich- es finden sich passende Recepte in jeder jetzt erscheinenden Nummer des „Praktischen Wegweisers". Ein „Grund"gelehr ter. Ausflügler: „Oh, mein Gott, Herr Professor, unser Boot sinkt! Wir gehen zu Grunde!" — Professor: „So? Dann wird sich's ja zeigen, ob es auf dem Grunde wirklich Rhizokarpeen oder Wasierfarne gibt, was ich immer bestritten habe." * * * Die zersteute Durchlaucht. Fürst: „Wie viel Kinder haben Sie?" — Dame! „Ich bin noch gar nicht verheirathet." — Fürst: „Ach, Sie sagten doch vorhin, Sie hätten einen Schwager!" . * * * „Differenzen." Gattin: „Karl, mein Hut sieht schon sehr schäbig aus." — Gatte: „Ja, ich kann Dir keinen anderen kaufen." — Gattin: „Na, Gott sei Dank, so schäbig wie Du ist er doch noch nicht!" * * * Die Naive. „Sagen Sie 'mal, Herr Doctor, was ist das beste Mittel, wenn man von einer Kreuzotter gebissen wird?" — „Aussaugen!" — „Läßt sich's aber das Thier ohne Weiteres gefallen?" Literarisches Der Berliner Thierschutz-Verein, Königgrätzer Straße 108, versendet gegen baar oder Nachnahme (kleinere Beträge in Briefmarken) franco: „MuSrirten Aalender", Jahrgänge 1895 bis 1898. 1 Stück 10 Pfg., 50 Stück 3 Mk., 100 Stück und io Freiexemplare (5Kg.)5Mk. „Illustrirtes Ieseliiichlem", 1 Stück 20 Pfg., 50 Stück und 5 Freiexemplare (5 Klg.) 5 Mk. „Unserer Näglein Uoth", 1 Stück 10 Pfg., 30 Stück (1 Kg.), 2 Mk., 150 Stück (5 Kg.) 7,50 Mk. „Car, nnd der ßlindt", 1 Stück 10 Pf., 40 Stück (1 Kg.) 2 Mk., 200 Stück (5 Kg ) 10 Mk. „Kildcrmapiie" des Berliner Thierschutz-Vereins, 60 Blatt. Ladenpreis 10 Mk., für Vereinsmitglieder und für Schulzwecke 6,80 Mk. franco. „N-gelschnh.Plakat", 5 Stück 30 Pfg., 70 Stück 2,60 Mk., dito auf Pappe gezogen und wetterbeständig gefirnißt, 20 Stück (5 Kg.) 7 Mk., diio auf gewöhnlichem Druckpapier 600 Stück (5 Kg.) 3,60 Mk. „Slallardnung", 5 Stück 30 Pfg, 70 Stück 1,60 Mk. — Wir bitten alle Herren Landräthe und die Kreisausschüsse, die Magistrate, Schul- inspectoren, Pfarrer und Lehrer sowie alle Humanitären und landwirth- schaftlichen Vereine um möglichste Einführung obiger Büchlein und Plakate in Schule und Haus. — Wir bitten die Herren Geistlichen, Rectoren und Lehrer, Umfrage über den Bedarf bei ihren Herren Collegen zu halten, womöglich einem der Herren die Gesammtbestellung für eine Schule, für eine Gemeinde oder vielleicht auch für eine Anzahl benachbarter Gemeinden zu übertragen und die Bestellungen thunlichst aus Hunderte abzurunden (5 Kg. - Packete). Es würden dadurch viele Portokosten erspart. — Bestellungen und Geldsendungen sind zu adressiren: Berliner Thierschutz-Verein. H. Beringer. Berlin SW., Königgrätzer- straße 108. Der Vorstand des Berliner Thierschutz-Vereins zur Bekämpfung der Massenthierquälereien im Deutschen Reiche. Redaction: 8. Echeyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Schcyda) in Gießen.