i frischer, !tt ganzen t frischen Schlafen- in kalter wie ein kene Gerüste gelegt Bett und 1 zu versetzt, wird en beim man es in c sich ver- allerdings als. Nun tbe einfach rnschenkorke irden, mit warm zum rücken der rsser wischt nan die zu Ltück Rind- eidet eS in ) bräunen, d rührt sie n und her, isoviel Auf- is salzr und >wie Cham- u und läßt jten. Nun- schüssel an, ieb gegossen ignons und hrift. tzest 7 t letzten Hefte sfants „Unser Anfang eineS tzen Literatur, id mit feinster inen der fran- i das tragische n heimgeführt er durchaus lgenen Glückes ein Opfer bei en in den ««' te Einzelheiten utsche Verlags- -sserer als der- ;anz sicher \t\V- Menschen, »om bis vier W'- Nensch, welcher ussicht hat, -« geborene Hane, mit der unge- ;e Jetztze't w” in Eiche«. 1897. ritv-ta- bei 11. Mal, iTJIaT® ras» Ädl PhOfrofir immjniil w Fata Morgana. Novelle von H. Rens. (Fortsetzung.) „Mein Lieb, mein Leben, nicht diese nutzlose Selbstquai," bat er zärtlich. „Laßt uns doch froh werden unserer jungen Liebe. Warum Schatten heraufbeschwören, wo wir doch noch im goldenen Frühlicht wandeln." Er hatte sich vor ihr auf die Kniee geworfen und seinen Kopf ihr in den Schooß gelegt. In leisem, zärtlichen Spiel glitten ihre Finger durch sein blondes Haar. „Ach, könnte ich doch mein Glück laut hinausjubeln in bic Welt," dachte sie. „Ob ich mit Onkel Doetor davon spreche?" Da erklangen im Laubgaug wuchtige Schritte und kaum daß der Doetor aufgesprungen, schob sich Christians vierschrötige Gestalt in den Eingang. „Mit Verlaub," sagte er, die Mütze in der Hand zusammendrückend. „Aus Neuhof ist ein Bote gekommen. ®em August seinen Aeltesten, den gnädige Frau so um Dstern herum als Ochsenjungen in den Dienst genommen, den hat die Krankheit nun auch erwischt. Das Fieber soll chn nur so schütteln und dabei brennt's ihm im Kops, als er auf Muttern ihr Kohlenb.cken sitzen möchte. Die Krausen sagte, daß wir den Herrn Doetor wohl noch im Garten finden würden. Da bin ich zuerst in die Stadt hinein." „vielleicht kann mich der Mann gleich hinüberfahren, leben Sie wohl, gnädige Frau!" Er war gegangen, und sie lauschte lächelnd seinen verhallenden Schritten. Welch ein Wiedersehen würden sie jOM it dem Klagen, mit dem Zagen, Wie verdirbst Du's auch so oft! Lerne Trübes heiter tragen, Und Dein Glück kommt unverhofft! „Was lehrt das Leben? Gieb Mir bündigen Bescheid!" Hingeben, was Dir lieb, Hinnehmen, was Dir leid. Geibel. Heyse. morgen feiern, mit wie viel tausend unruhigen Pulsschlägen sie seines Kommens harren? Endlich ging auch sie ins Haus. Die Dienerschaft, die noch aus der Hoftreppe plaudernd zusammengestanden, zerstob bei ihrem Nahen, alle Fenster waren dunkel, nur ans des Onkels Krankenzimmer fiel ein matter Lichtstreif über den Weg. Sie ging an diesem und ihrem Schlafzimmer eilig vorüber. Nur heute nicht ruhen, mit dieser Glücksfülle im Herzen nur nicht schlafen. In der alten, trauten, großen Wohnstube, in der der verklärte Geist der Mutter sie noch umschwebte, dort wollte sie ihn ausklingen lassen den holden Traum der ersten, verspäteten Liebe. Weit öffnete sie die Fensterflügel, silbern spiegelte sich die Mondscheibe im stillen See, und ein leiser Windhauch trug Rosen- und Jasminduft zu ihr hinein ins Zimmer. Sie war in die Kniee gesunken und genoß tiefathmend den geheimnißvollen Zauber dieser ambrosischen Sommernacht. Still und stiller wurde die Natur, selbst das Quaken der Frösche in den schlammigen Teichen verstummte allmäiig, und nur die Stimme des Wächters, der im Städtchen die Stunden abrief, klang über den See deutlich zu ihr hinüber. Welch farbenprächtiges Zukunftsbild dabei in ihrer Seele erwachte, sie mit nie geahnter Seligkeit erfüllte. In einer jener elenden Gaffen, über welchen gerade jetzt der Mond stand, würde sie später, an feiner Seite, gestützt und getragen von seiner Liebe wohnen. Als bescheidene Doetor- frau wollte sie für ihn sorgen, ihm ein köstliches Heim schaffen, in dem er gern ausruhete von den Mühen seines Berufs. Hingebende Zärtlichkeit sollte er finden. Ach ihr ganzes Leben mußte ja fortan nur Dankbarkeit sein dafür, daß er sie liebte. Sie hatte die Hände auf das hämmernde Herz gedrückt, wie in leisem Flüstern bewegten sich die Lippen, während die Augen groß und feucht in den offenen Himmel hinein zu schauen schienen. So vergingen die Stunden. Die Nachtigall schwieg, langsam erwachten andere Vogelstimmen, leise röthete es sich im Osten, feurige Strahlen, Vorläufer der Sonne, durchzuckten den Horizont. Ent kühler Luftzug trieb Nebel und Wolken auseinander, allmälig lichtete sich die Finsternis;, immer deutlicher traten einzelne Gegenstände hervor, nun traf funkelnd der erste Sonnenstrahl das goldene Kirchthurmkreuz ; ein neuer Tag war angebrochen. Therese eihob sich von ihren Knieen. „Er liebt mich ja, das muß mir genug sein," sagte sie mit fester Stimme. 214 gehen sollte. V. O, Welt! O, Leben! Er stöhnte auf, und der Bürgermeister, der bisher eifrig auf den menschenleeren Marktplatz hinausgesehen, wandte sich um. „Bitte, feilt Wort mehr darüber," sagte er mit einer majestätischen Handbewegung. „Die Sache ist zn allseitiger Befriedigung geordnet, wird nun todtgeschwiegen. Eine kleine Schuld trifft uns ja auch dabei, gleich nach ihrem Hierherkommen hätten wir die Verlobung verkünden sollen, Ihnen und Alma wäre viel unnöthige Aufregung erspart geblieben. Doch nun noch eins. Wann gedenken Sie zu „Auf diese Weise kann es nicht weiter gehen, mein Herr Doctor, für jeden unbeschäftigten Arzt ist es von äußerster Wichtigkeit, sich durch sein Verhalten, durch seine ganze Persönlichkeit Vertrauen im Publikum zu erwerben, und Sie thun seit einiger Zeit Alles, um das Gegentheil zu bewirken. Ruhig, nicht auffahren! Ich bin weit davon entfernt, Ihnen eine Moralpredigt zu halten, wir Männer I denken in gewissen Dingen vorurtheilsfreier wie die Weiber, obgleich ich, im Hinblick auf meine beleidigte Tochter eigentlich anders mit Ihnen sprechen sollte. Ein kleiner Seitensprung vor der Hochzeit, damit kann man immer später noch ein guter Ehemann werden. Eine Bagatelle, die man am I klügsten thut, nicht zu einer Staatsaetion aufzubauschen. Die Baronin ist ein apartes, geistvolles Weib, etwas verblüht zwar, aber immer noch reizend genug, um die Fantasie I zu fesseln. Sie glücklicher Schmetterling haben jetzt aber lange genug diese späte Rose umflattert. Jetzt hat diese Sache ihr Ende- jetzt ist es genug." Der Herr Bürgermeister, der während dieser Rede, die Hände in den Taschen, mehrmals die Länge seines Arbeits- I zimmers durchschritten, blieb nun vor dem Doetor Senglin stehen, der mit der Miene eines Schuldbewußten in der Ecke des harten Ledersophas saß. I „Ich denke, Sie wissen jetzt, woran Sie mit mir sind," begann er von Neuem. „Größerer Nachsicht werden Sie nirgends begegnen, aber nun wünsche ich auch, daß Sie Farbe I bekennen - das sind Sie sich und auch uns schuldig." Auf die letzten Worte hatte er besonderen Nachdruck gelegt, und als er seine Wanderung wieder aufnahm, bewies seine stramme Haltung, daß er nicht gesonnen sei, mit sich spaßen zu lassen. I Je mehr der Bürgermeister den Kopf hob, je mehr fiel Walter Senglin in sich zusammen. Er dachte an allerlei unangenehme Dinge, an verschiedene schriftliche Verpflichtungen, die wohlverwahrt in dem Pult des rechtskundigen Schwiegervaters ruhten. Ebenso leichtsinnig hatte er sie damals gegeben, wie er jetzt das Verhältniß mit Therese angeknüpft. Alma mit ihrem rosigen Gesichtchen und ihren kleinen I Koketterien gefiehl ihm, die Eltern schienen geneigt, die weitgehendsten Opfer zu bringen. Schlinge fügte sich an Schlinge und ehe er es gedacht, war eine Kette daraus geworden. Sorglos hatte er dahin gelebt, es angenehm und bequem gefunden, auf diese Weise zu Frau und Praxis zu kommen. Wer konnte auch ahnen, daß er später Derjenigen begegnen würde, die alle Gluthen leidenschaftlicher Liebe in seiner Brust entsachte. Was sollte daraus werden? Leise fröstelnd erhob er sich. Ihm blieb wohl keine Wahl. In jedem Fall stand er als wortbrüchiger Schurke da. Therese war gefeffelt, galt ror dem Gesetz wenigstens als eine verheiratete Frau, und anderseits lag seine ganze Existenz in des Bürgermeisters Händen. Hatte dieser nicht eben noch betont, daß eines jungen Arztes Hauptpflicht es sei, auf sein Renommb zu achten. Wenn er sich hier unmöglich gemacht, folgte ihm dann nicht der Ruf als Libertin in die Welt hinaus, ihm überall Achtung und Vertrauen raubend. Daun ging sie mit leisen Schritten durch das stille Haus in des Onkels Zimmer und beugte sich über den bewußtlosen Greis. Die schlafende Wartefrau in ihrem weichen Polsterstuhl merkte nichts von ihrer Anwesenheit. Innig küßte sie die welke Hand, die so oft liebkosend auf ihrem Scheitel geruht. „Wenn Du Alles wüßtest, würdest Du mich segnen, Du Gütiger," flüsterte sie. „Dir geschieht ja kein Unrecht. Du wolltest gewiß nicht, daß ich ganz glücklos durch's Leben heirathen?" Als ob man mit siedendem Wasser ihn langsam verbrühe war ihm zu Muth, und doch hieß es unter den scharf beobachtenden Blicken den letzten Rest von Muth zusammenraffen. „Wenn Sie meinen, daß mein kleines Einkommen für einen Hausstand ausreicht, wohl noch in diesem Jahr," sagte er, vergeblich hoffend, der Boden unter ihm würde sich öffnen und ihn verschlingen. „Das wird fid) ’ einriditen lassen, einige Fixums stehen noch in Aussicht, später fällt Ihnen Doetor Borrmanns Praxis doch von selbst zu- mit den Füßen will es doch immer noch nicht recht gehen. Und bis dahin zahle ich der Wirthschaftskasse einen kleinen Zuschuß- ich habe ja nur das einzige Mädel." Walter verbeugte sich, etwas von außerordentlicher Güte und Fürsorge murmelnd. Der Bürgermeister rieb sich die starkknochigen Hände, ein Zeichen seiner guten Laune. „Dann setzen wir den Hoebzeitstermin zum Frühherbst fest, hoffentlich brauchen wir ihn nicht zu verschieben," meinte er. „Was Wohnungs- und Ausstattungssrage anbetrifft, darüber müssen Sie mit meinen Damen eonferiren." Festen Griffs hatte er die Thür des Nebenzimmers geöffnet, und Walter sah sich plötzlich einem verlockend arrangirten Theetisch und Alma, die sich erröthend von ihrem Fensterplatz erhob, gegenüber. Das Helle Sommerkleid, das weiße Spitzengrnndichurzchen, die Sammetschleife im Haar, Alles Paßte so gut zusammen, stand dem zierlichen, blonden Mädchen so allerliebst, daß Walter es sich ehrlich gestehen mußte, daß ein Manu zu solch einer Braut sich nicht zwingen zu lassen brauche. Nur heiter verlebter Stunden an ihrer Seite erinnerte er sich in diesem Augenblick. Jedem tiefen Gedanken, jeder ernsten Stimmung wich sie gefliffentlich au§, und leichtherzig wie er war, wußte er es ihr Dank, daß sie ihn nicht mit I Thränen und Vorwürfen empfing, sondern, als ob sie sich gestern in aller Herzlichkeit von ihm getrennt, freundlich sagten „Gertrud Dohms, die Freundin, bei welcher wir uns in Berlin kennen lernten, hat mir heute ihre Photographie geschickt, ich möchte sie Ihnen gern zeigen, Walter. Fräulein Dohms war sehr gut getroffen, und daran knüpfte sich die Bemerkung, daß Alma auf ihrem letzten Bilde eigentlich ganz unvortheilhaft aussehe. Die Stellung sei gezwungen, das Kleid zn hell. Das mütterliche Album ans rothem Sammet mit Elfenbeinbeschlägen wurde geholt, Walter zog aus stmer Brieftasche eine frühere Photographie Almas hervor. Beide Bilder wurden verglichen. , , „In Berlin wollte sie es bald noch einmal versuche»^ hieß cs. „Aber im Hut und schwarzen Sammetrackchen, bat er, „das sei sein Lieblingsanzug. Alma nickte, und a Mama Bürgermeister erhitzt aus der Küche hmem ' hinter sich das Mädchen mit einer mächtigen Schlufiet g° fottener Krebse, da glaubte sie sogar leises Lachen geq zu haben. Alma hatte eben dem Doetor Fraulem Mmche Portrait, im graßcarrirten Kleide, das Strickkörbchen „Krebse, ich weiß, daß Sie die gern essen, langen S nur tüchtig zu," errnuthigte die Hausfrau. _ . Es war sein Lieblingsgericht. Wie Treun^*' J man hier, wo er doch gerade die Ursache 8um ® 9b Jte. gegeben, so aufmerksam seiner kleinen Neigungen 9 Alma mit ihren weißen Händchen brach auf und legte den leckeren Inhalt auf seinen Te • war Alles so zierlich und appetitlich an ihr, uno mit einer allseitiger n. Eine ach ihrem en sollen, g erspart n Sie zu 1 verbrühe scharf be- menraffein immen für m Jahr," würde sich ims stehen Zorrmamis I es doch |(e ich der ie ja nur licher Güte :6 sich die m Laune. Herbst fest, meinte er. ft, darüber ienzimmers verlockend ahend von dschürzchen, zusammen, liebst, daß Mann zu uche. e erinnerte nken, jeder leichtherzig i nicht mit ob sie sich ldlich sagte: :r wir uns chotographie r." und daran wem letzten ne Stellung lammet mit aus seiner vor. Beide versuchen," metjäckchen," :te, und als hinein kam, schlüssel ge> achen gehört in Minchens Körbchen am langen Sie undlich, daß n Gegentheit ien gedachte, die Schalen Teller. nd er konnte — 215 - hinaustrat. Was war das? Die Thür im Doctorhaus stand offen, ein Licht, als würde es umhergetragen, huschte an den Fenstern vorüber, und als er mit einigen em gen Schritten die Hausflur erreicht, stürzte Fräulein Minchen weiße Damasttuch. , Walter fuhr zusammen. Als sei Therese selbst etit Leid I geschehen, war ihm zu Muth. „Gut, daß es nur die Theerose ist, das häßliche, gelbe Ding," meinte Alma geringschätzig. „Sie paßte garnicht in meinen Strauß, und nur Fräulein Minchen, bte eine I Schwärmerei für den süßlichen Dust hat, schmuggelte sie ein. „Entblättert, zertreten!" summte es in seinen Ohren, und er gab der Frau Bürgermeister, die ihn fragte, ob ihm geschnitztes Eichenholz oder Palisander besser gefiele, eine solche eonfuse Antwort, daß sie ihn ganz erstaunt anblickte. Nach Schluß der Bureaustunden erschien auch das Stadtoberhaupt im Familienkreise. Eine kleine Bowle wurde I gebraut, allerlei scherzhafte Toaste ausgebracht. , I „Ich glaube, Ihr habt heute noch gar nicht einmal miteinander angestoßen, Kinder," meinte der Burgermels er, I der sich nach und nach seiner hoheitsvollen Miene von vorhin zu entledigen begann. s t I Alma erröthete über und über und hielt ihr Glas so schwankend, daß der Wein herausfloß und Klerd nebst Schürzchen befleckte. . _, „ I „Ich habe nicht Schuld," schmollte sie, „es war Ihre Hand, die zitterte." „ . . . „Hoffentlich werde ich heute zu ferner schwierigen Operation mehr gerufen, ein Arzt dürfte nicht mehr tote eiu Glas trinken," versuchte er zu scherzen. O, später werde ich alles Trinkbare verschließen, | lachte sie, bann biß sie sich auf bte Lippen, sprang auf un wollte fliehen. . r. Walter hielt sie fest. Sein leichter Smn würbe stets durch ihren Uebermuth angesteckt, fortgerissen. Tausend fröhliche Erinnerungen theilten sie miteinander. Und jetz, wo ihre rosige Wange, ihr kleines, wohlgeformtes Ohr ihm .so nahe waren, siel es ihm ein, wie manchen heimlichen Kutz er ihr früher geraubt. Jetzt war sie seine Braut, ba seine grau, und ehe er noch recht wußte, rote es geschehen, hatte er sie geküßt. . „Treuloser Schurke, treulos Beiden," glaubte er es in seinen Ohren schallen, an den Wänden wiederhallen zu Horen, doch die kleine, volle Hand brückte so zärtlich bte feine, batz es ihm ganz warm ums Herz würbe unb er aUmaltg bte Zukunft in ganz anberem Lichte zu betrachten begann. Dazu bte prickelnbe Champagnerbowle, bte lobtaie Stimmung, bte ber Bürgermeister herauszukehren für gut fand, die Stunden, die ihm erst wie Schnecken krochen, sch ene» aus einmal Flügel bekommen zu haben. Es schlug Mttter- nacht, als er mit erhitzter Stirn in die laute Sommernacht es sich eigentlich ganz hübsch denken, sich von ihr immer so I bedienen unb umschmeicheln zu lassen. Wenn nur nicht Therese wie ein bunkler Schatten tu fein Leben gefallen wäre. Der Gebanke an sie machte ] ihn noch toll, währenb er hier ruhig sitzen, ben Angenehmen spielen mußte. Was wirb sie sagen? „Kamt ich mit ihrer Verachtung auf ber Seele weiterleben?" fragte er sich, währenb bie zukünftige Schwiegermutter eben in Erwägung zog, ob bte Wohnung bei dem Bäcker Rolof ober ber Oberstock bes Kaufmanns Elkuß besser für bie Ansprüche des jungen Paares geeignet sei. Mitte» auf ber Tafel ftanben in einem hohen Kelchglas frifdje Rofen bunt durcheinanber. Wie gebannt hingen seine Blicke an einer geblichen Theerose, bie ihren halbverschlossenen Kelch leise über ben Raub bes Bechers senkte. So sinnenb hielt auch Therese oft ben Kopf, unb so bleich unb buftig zugleich war auch ihr Teint. Je länger er hinsah, j- lebhafter wurde er an sie erinnert. Wie ein geliebtes Antlitz selbst, bas er oft heiß geküßt, rnuthete ihn die träumerische Blume an. Alma, die nach einem Körbchen duftender Walderdbeeren hinüber langte, blieb mit einem ihrer vielen Armreifen an dem Bouquet hängen. Die Rose, auf welcher noch immer fein Auge ruhte, schwankte und fiel entblättert auf das Mrschenkt. Von Helene Lang-Anton. ------- (Nachdruck verboten.) Immer liebenswürdig, immer galant und doch — " Junggeselle," unterbrach Herr Steinhof bte muntere Baronin von Riebel. „Ja! ja!" - „wieso? warum? Haben Sie nie geliebt?" Diese Fragen stürmten von allen Seiten auf ben freunblichen alten Herrn ein, ber stets m Damengefellschaft, fast nur in solcher sich wohl zu befinben schien unb boch so ganz allein dastanb. Wehmüthig wehrte er bte Fragen ab: „Ich wettz es nicht, man sagt, an jeben Menschen tritt bie Liebe einmal heran, ich habe sie —" „Nun, nun!" tönte es im Chorus — „verschmkt ! enkt un§ jum Besten," schmollten bie Damen. „Nein, nein," vertheibigte sich der Angegriffene. „Erzählen, erzählen." . ... Sie wissen," begann Herr Steinhof, „batz ich in lungeren Jahren viel bie Welt burchreist habe, jung, übermütig unb nicht feig, trotzte ich allen Gefahren, ja, tief ihnen sogar tn ben Weg, unb war oft nahe baran, meine Waghalsigkeit mit bent Tode zu büßen. , Am schlechtesten erging es mir einmal tu Süd-Amerika, mo ich von den Einwohnern bei einer einsamen Streifung überfallen unb maffacrirt worben wäre, wenn nicht ein junges Mäbchen zufällig herbeigeeilt wäre, meine hoffnungslose Sage aesehen unb bie Eingeborenen flehentlich beschworen hätte, mich frei zu geben, was sie auch enblich, zögernb unb murrenb, thaten. Sie hatte ihnen gesagt, baß wir uns liebten, unb daß ich einer ber Ihren werben wollte. Genug, ich bankte ihr mein Leben. I Als ich sie fragte, was ich ihr als Gegenbienst leisten schreckensbleich ihm entgegen. „Ach, Du mein Gott, das Unglück," jammerte sie. Den Baron hat ein neuer Schlaganfall getroffen, es soll sehr schlimm mit ihm stehen. Der Christian kam iu bte Stabt hineingejagt, als ob es hinter ihm brenne. Es blieb keine Zeit nach Ihnen suchen, unb so hat sich ber Aböls selbst aufgemacht, um zu sehen, ob noch Hilfe möglich. Die alten Füße zitterten unter ihm, aber er verbiß die Schmerzen. Ach, wenn er ihn boch noch lebenb angetroffen hätte! Senqlin staub rote zu Stein geworben ba. Therese frei unb er gebunden! Als ob der Wahnsinn seine Krallen ihm ins Gehirn schlüge, war ihm zu Muth. Therese frei Ein wildes Hohngelächter war seine einzige Antwort daraus. Entsetzt wich das kleine Fräulein vor ihm zurück. „Da habe ich nun die Augen mir nach Ihnen ausgesehen, klagte sie, „und jetzt sind Sie so sonderbar Wenn Sie nur gleich, so wie Sie gehen und stehen, hinaus auf s schloß eilen möchten. Es würde mir ein Trost sein, wenn ich Sie I meinem alten, armen Adolf unb ber Therese zur Seite wußte. Wieber lallte er laut auf. „Aufs Schloß, ihr vor bie Augen treten. Nimmermehr! Ich komme ja eben von meinem Verlobungsmahl, unb von bort geht man an letrt Sterbebett. Warum gratuliren Sie mir nicht? Sehe ich beim nicht ans, wie ein glücklicher Bräutigam?' Minchen? zitternber Hanb entfiel das Licht und verlöschte auf dem weißen Fliesenboden. „Was Sie ihr angethan haben, das verzeihe ^hnen Gott. Ich kann es nimmermehr," sagte sie ganz laut. Noch nie im Leben hatte sie so energisch zu Jemand ge^ sprachen. Die Dunkelheit gab ihr wohl ben Muth bazu. (Fortsetzung folgt.) — 216 könnte, warf sie sich mir zu Füßen und beschwor mich, sie als meine Sklavin zu betrachten und sie mit mir zu nehmen. Im ersten Augenblicke auf das Höchste erstaunt, war ich doch schnell entschlossen, ihre Bitte zu erfüllen. Ich habe nie eine ähnliche Freude gesehen- sie lachte, tanzte, sang, küßte mir die Hände und sah mich mit ihren großen Augen, in welchen Thränen perlten, dankbar an. Ohne weiteres Abenteuer gelangten wir zu meinen Leuten. Meine Gefährten staunten nicht wenig über meine junge Begleiterin, und manchen schlechten Witz mußte ich anhören. „Maja," so hieß die Braune, saß, einige Schritte von mir entfernt, auf dem Boden und schaute mich scheu und doch selig an. Ich, jung, fröhlich, ein Freund von extravaganten Streichen, lachte über mein Abenteuer und freute mich schon auf das Aufsehen, das die kleine Wilde in meiner Heimath erwecken wünde." „Ich will Sie nicht langweilen," unterbrach sich hier der Erzähler mit Einzelheiten, „ich kehrte nach Europa zurück." Maja wurde angeftaunt, freundlich von Mutter und Schwester ausgenommen, und hatte reichen Antheil an unserem schönen, friedlichen Familienleben. Wenn dieselbe auch mit angeborenem Tacte die Grenze der Dienerin sestzuhalten wußte, so war sie doch meiner Schwester mehr, ich möchte sagen, fast Freundin und Vertraute geworden. Sie waren beide im gleichen Alter- schön, jede in ihrer Art, und wenn sie so Abends den Teich entlang gingen, die eine zart, hell wie der erwachende Tag, die andere glühend, dunkel wie die niedersinkende Nacht, so war es ein schönes Bild, dessen Zauber ich mich kaum erwehren konnte. Es zog mir ein bis dahin unbekanntes Ahnen durch die Seele, als gäbe es höhere Wonnen, als wäre der Mensch zu einem anderen Leben geboren, als ich es führte. Es war ein Gefühl, so räthselhaft, so neu, ich konnte mir darüber leider keine Rechenschaft geben." „Leider", klang es hier ganz leise von den Lippen der sonst so heiteren Baronin von R. „Sie werden es bald erfahren", fuhr der Erzählende in erregtem Tone fort. „Maja war uns allen, ohne daß sie es selbst vielleicht fühlen mochte, unentbehrlich geworden. Ein Jahr war vergangen. Meine Schwester hatte sich verlobt- wenige Tage vor ihrer Hochzeit bat sie mich, ich möchte ihr Maja, zu der sie eine innere Zuneigung hege, zur Begleitung mitgeben. Jenes räthselhafte Gefühl in mir sprach dagegen, aber ich versuchte es zu bekämpfen und erfüllte den Wunsch der geliebten Schwester. Ich ließ Maja rufen, es dunkelte bereits, sie stand vor mir demüthig und ergeben. Ich sehe sie noch, über ihre Gestalt ergoß sich der durchs Fenster herein dringende rothe Schein der eben untergehenden Sonne. Das tiefschwarze Haar fiel lang wie ein Mantel über Rücken und Schulter herab. „Maja", sagte ich mit seltsam schwerer Zunge. „Maja, meine Schwester verheirathet sich, und —" sie schaute mir ängstlich in die Augen, auf die Lippen, als wollte sie die dort kommenden Worte herunter lesen — „sie will sich nicht von Dir trennen, ich habe daher eingewilligt, daß Du sie begleitest." Die letzten Worte brachte ich nur mühsam über die Lippen. „Sie haben mich verschenkt", schrie sie auf, und stürzte zur Thüre hinaus. „Verschenkt?!" — Ich hatte sie ja nur meiner Schwester abgetreten. Da fielen mir ihre Worte von damals ein, sie wollte mir Sclavin sein, und eine Sclavin verkauft oder verschenkt man allerdings. War sie nur meine Sclavin? Eine fieberhafte Unruhe erfaßte mich, ein Schmerz so groß und gewaltig, wie ich ihn nie gekannt, verschnürte mir das Herz, ruheloser und immer ruheloser schritt ich im Zimmer auf und ab - nein, ich durfte sie nicht fortgeben, sie sollte mit mir leben, mit mir sterben. Da tönte wüster Lärm von unten herauf. Rufe, wie: „Ein Boot! vielleicht ist sie noch zu retten!" wurden laut, eine dunkle Ahnung ergriff mich, ich riß die Thür auf und stürmte die Treppe herunter, doch schon auf derselben kamen mir die Leute mit der Schreckensbotschaft entgegen, Maja habe sich in den Teich gestürzt. „Wer sie mir rettet", rief ich, „dem schenke ich, was er begehrt," und eilte, selbst mit Hand anzulegen. Der Erzähler schwieg, er legte die Hand über die Augen der Lichtschein mochte ihn Wohl blenden. Mit tiefbewegter Stimme fuhr er fort: „Es war zu spät! man fand sie als — Leiche. Auf ihrer Brust trug sie eine silberne Kapsel, die mein Bild enthielt, unter diesem standen von ihrer Hand geschrieben, die Worte: „Ich liebe Dich!" Ich trage die Kapsel seit jener Stunde, sie hat mich nie mehr verlassen, ich hätte sehr glücklich werden können, aber ich habe meine Liebe — verschenkt!" Der Erzähler hatte geendet. Die Damen hatten bewegt zugehört, an diesem Abend wurde nicht mehr gelacht. Humoristisches. Beim Rendezvous im Jahre 190 0. Bräutigam: „Nicht wahr, theure Irma, es ist doch etwas Schönes, diese Fesseln süßer Minne, unter denen das Herz höher und schneller schlägt!" — Irma (junge Aerztin, nachdem ste kurze Zeit schweigend seine Hand gefaßt hält): „Pah! Bei zweiundsiebzig Pulsschlägen in der Minute, da sprichst Du von höher und schneller schlagendem Herzen? . . . Eitler Betrüger, lebe wohl!" * * * Armer Schiller! Chef: „Nu, Herr Meier, welche von meine sechs Töchter wollen Se? Aber wählen Se schnell ... wie sagt Schiller? De Wahl iS kurz!" — Commis: „Aber de Reih is lang!" * * * Arge Zerstreutheit. Frau Professorin (zu ihrem Mann, welcher baden geht): „. . . Und vergiß nicht, Dich nachher wieder anzuziehen, Christian!" * ♦ ♦ Sehr wahr. Ich konnte mich nie erwärmen an — Diogenes Weisheitssonne- — ich denke, es sitzt kein weiser Mann — vor einer leeren Tonne. * # ♦ Ein Schmeichler. Mann: „Ist eS nicht geradezu befremdend, daß die größten Narren immer die schönsten Mädchen heirathen?" — Frau: „Aber höre doch nun aus mit Deinen Schmeicheleien!" * * * Die Praktische. „Du hast Deinen Schatz von der Cavallerie auch wieder abgedankt?" — „Ich will es einmal mit dem Train versuchen — die Anderen krieg' ich immer so schwer zum Kinderwagenfahren!" * * * Unterschied. Gast (dem ein winziges Cotelett servirt wurde): „Kellner, ich habe doch ein Cotelett und nicht einen decotelletirten Knochen bestellt!" * * Unangenehme Leute. Wamperl (eben in ein Restaurant tretend): „Geh, Alte, da sind die Schmidts und Hubers, da geh'» wir wieder — ich kann die Leut' net leiden, die Emem beim Effen jedes Spanferkel in den Mund zählen!" ♦ * * Das Jawort. „Herr Lieutenant haben der kleinen Commerzienrathstochter Heirathsantrag gemacht? Wie geht's denn Fräulein Braut?" — „Ach, die sitzt in ihrem Boudoir und wiederholt immer noch: Ja! Ja! Ja!" * * * Zeitgemäß. „Johann, radle mal diesen Brief an eine Adresse — er muß stante velocipede besorgt werden!" * * * Kalt. Sie: „O, ich möchte vor Wuth mit den Zähnen knirschen!" — Er: „Geh, Pepi, hol' sie der Mama aus dem Nachttischchen!" Redaction: N. Scheyda. Druck und Berlag der Brübl'schen Universitäts-Buch- und Stcindruckerei (Pietsch & Scheyda) in