it großem Bern ab, um die zu fressen, umen bepflanz, genannt wird, n, daß er nach legebene Weise. üfeln, daß er ieigt, denn er schädlichen Un- rützliches Thun f solche Dinge Hauptnahrung rkt, in allerlei t verschweigen, ichten, Kiefern, wie ich glaube kommen pflegt och an anderen ich dock gewiß Zertilgung vm tet. § wegen etwas schonen Vögeln chben sind saust durch das Auge nbchen sind die legt er gern ang nach seiner Es ist sehr I ;m Laube ober ! er darin werden Die Jungen, pen von beiden ch den Kleiber s um so mehr, lenbuft bei unS ad baburch mit lichen Gegenden Lehrer i. P. gel. r, ld, t, j schmeckt, )b, mcht, t. ouis Roloff. i) in Gießet Das Haus der Schatten. Roman von Robert Kohlrausch. (Fortsetzung.) Als sie emporfuhr aus diesem wüsten Traum, brang von braußen ein mächtiges Prasseln unb Krachen zu ihr herein, unb rasch sich erhebend, erkannte sie in ber matten Dämmerung, baß einer ber Schornsteine bes Hauses gebrochen und herabgestürzt sei. Der Sturm tobte so laut, wie sie es nie zuvor gehört hatte- einem wüthenden Thiere gleich schien er sich auf die Erde herabzustürzen, um sie zu vernichten. Und keine Aenderung während des ganzen Tages! Selbst das Licht des Himmels schien ausgelöscht von dem furchtbaren Wehen, und nur in den Mittagsstunden konnte man die Lampen in den Zimmern entbehren. Endlos dehnte sich der zu früh hereingebrochene Abend- ungeduldig ging Frau Henninger in ihren Zimmern auf und nieder. Sie gestand sich's nicht ein, daß sie etwas Wunderbares, Uebernatürliches erwartete, aber eine Unruhe, die sie unerklärlich nannte, trieb sie rastlos umher. So war es nun neun Uhr geworden, und die Ermüdung nach der Erregung des Tages fing an, die Unruhe zu be- meistern, als die Thür aufgerissen wurde, und Caroline erschien, von dem Kutscher gefolgt und geschützt. „Ihm is da!" stammelte sie athemlos. .„Kommen Sie, Frau Regierungsrath, wenn Sie ihm sehen wollen." Ina fühlte, wie ihr für einen Moment der Pulsschlag stockte, wie alles Blut ihr zum Herzen strömte und sie zu ' ersticken drohte. Sie hätte aufschreien mögen und entfliehen, weit fort aus diesem Hause des Schreckens, hinein in Sturmwind und Nacht. Mit gewaltiger Anstrengung aber raffte sie sich zusammen. „Ich komme," sagte sie, äußerlich ruhig, „ich will sehen, 1897. DormttStag dm 11. Kebmrr. «M ■/WHW»2 ÄMs L eit ist Geld — heißt es, und dabei wird doch das meiste Geld 4 hinausgeworfen, um die Zeit zu vertreiben. Splitter. Cs gießt kein Handwerk, welches nicht Durch Ernst zur Kunst sich ließe machen; Und wieder giebt es keine Kunst, Die nicht zum Handwerk könnt' verflachen. A. Wohlmuth. was Sie gesehen haben." Sie versicherte sich, daß sie den Schlüssel zum Zimmer deS Verstorbenen noch bei sich trage, den sie nicht von sich gelassen hatte seit dem Abend vorher, und folgte den Beiden auf den Corridor hinaus. Man hörte den Lärm des Windes hier fast noch stärker, und selbst die Flammen der Lampen an den Wänden erzitterten unter der Erschütterung des Hauses. Als sie dem Zimmer des Verstorbenen sich näherten, ging Caroline und Elster immer langsamer und ließen Frau Henninger den Vortritt. Aus der Thür der Küche schauten der Diener und Johanne behutsam hervor- Hannchen war heute nicht bei ihnen. Und nun vermochte Frau Ina es zu erkennen: aus den grünen verhangenen Scheiben der Thür drang in der That ein matter Lichtschimmer hervor, der zu flackern und sich zu bewegen schien. Sie blieb einen Augenblick stehen, um tief zu athmen und die Hand auf das Herz zu pressen, bann trat sie bicht an das Fenster heran. Nein, es war kein Phantasiegebilde thörichter, abergläubischer Menschen gewesen, sie sah es vor sich, keine zehn Schritte von ihr entfernt! Im Lehnstuhl am Schreibtisch saß die regungslose, männliche Gestalt, halb abgewandt vom Lichte, das die Linie des Profils erkennen ließ, obwohl die Flamme unruhig flackerte und schwankte, vom Zugwind getroffen, der durch eine undichte Stelle im Fenster hereindringen mochte. Und doch meinte sie das Gesicht zu erkennen! Das Gesicht des Mannes, der in diesem Zimmer gewohnt hatte, der hier in der Nacht seines Todes ruhelos umhergewandert war, der nun sein furchtbares Versprechen erfüllte unb ihr erschien, seiner treulosen Gattin! War es benn möglich, war es nicht Wahnsinn ober Betrug? Nein, sie mochte sich nicht erschrecken lassen burch dies Bilb bes Tobten, sie wollte ihm entgegentreten, Auge in Auge, unb wenn es Wahrheit war, was sie bort erblickte, bann wollte sie auch hören, nicht nur sehen. „Erkennen Sie ihm?" fragte die bebende Stimme ber Köchin, sie aber fühlte ihren Muth wachsen bei biesem Laut aus menschlichem Munbe, unb nachbem sie noch einen Augenblick vergeblich mit einem Krampf in ihrer Kehle gerungen hatte, sagte sie fest unb bentlich: „Ich will auch heute in bas Zimmer hinein- bie Sache muß sich erklären lassen." Sie zog den Schlüssel aus ihrer Tasche unb hob ihn gegen bas Schloß, aber inbem sie zugleich noch einen Blick burch ben Riß im Vorhang hineinwarf, sah sie etwas Neues, Erschreckendes. Als habe der Ton ihrer Stimme sie erweckt, hatte die Gestalt in dem Zimmer ihren Platz verlassen, war ein wenig näher zu der Thür herangekommen und hob nun flehend die Hände empor, die sie faltete zu leidenschaftlicher Bitte. Unh 66 ü[§ F^u Ina dies L^bendigwerden des Todten erblickte, wie er zu ihr sprach mit solcher Gebärde der Bitte und des Vorwurfs, da brachen auch ihre Kraft und ihr Muth zusammen. Den Schlüssel warf sie von sich, und mit dumpfem Aufschrei taumelte sie gegen die Wand zurück, die sie vor dem Sinken bewahrte. Doch als sie dann die Hände wieder von ihrem Gesicht entfernte, mit denen sie die Augen verhüllt hatte, war die Erscheinung verschwunden, das Zimmer verdunkelt, und aus dem Spiegel der Scheiben starrte ihr nm das eigene, bleiche Gesicht entgegen. Von draußen aber tönte neues Geheul des Sturmes und neues Geprassel mächtig herein - der Wind hatte den stehengebliebenen Theil des Schornsteins umgestürzt und schleuderte die Steine in den Hof hinunter. Sie versuchte nicht mehr, gegen das Gefühl einer wahnsinnigen Angst in ihrem Herzen anzukämpfen- nur fort von dieser Stelle, wo sie das Furchtbare erblickt hatte, wo die Pforten des Jenseits vor ihr sich aufgethan hatten, wo diese Schreckensgestalt vor ihr emporgestiegen war! Eine Gestalt, einstmals geliebt, jetzt nur noch gefürchtet, vor der sie floh, vom Entsetzen gepeitscht, über den Corridor hinweg in ihr Zimmer hinein, dessen Thür sie hinter sich verschloß, um dann ohnmächtig niederzusinken auf dem Teppich des Bodens. Siebentes Capitel. Nachdem Frau Henninger aus ihrer tiefen Ohnmacht erwacht war, kam ihr nur langsam die Erinnerung an das Geschehene zurück. Zuerst grübelte sie in dumpfem Sinnen, ob das Brausen , daß sie vernahm, in ihren Ohren sei oder von außen komme. Dann unterschied sie die Stimme des Windes, erkannte das vertraute, erhellte Gemach und erhob sich mühsam, mit schmerzenden Gliedern vom Boden. Aber erst als ihr Blick nun auf das Bild ihres Mannes an der Wand siel, trat mit plötzlicher Deutlichkeit das Erlebniß des Abends ihr vor die Seele, und zugleich erwachte wieder jenes zitternde Grausen, das sie vorhin empfunden hatte, und das ihr fremd gewesen war bis zu dieser Stunde. Sie hatte sich gegen Aberglauben und Nervenerschütterung gefeit geglaubt durch die Kraft ihres gesunden Geistes, um nun zu erfahren, daß es Ereignisse giebt, vor denen diese Kraft zerbricht und zersplittert wie ein leichtes Rohr. Sie schalt sich thöricht, feige und schwach, aber das nervöse Beben der Glieder wollte nicht nachlassen, und sie wagte die Augen nicht wieder zu dem todten Abbild des Verstorbenen zu erheben, weil sie fürchtete, daß etwas Furchtbares geschehen könne, wofür sie keinen Namen hatte. Stundenlang ging sie im Zimmer hin und wieder, den Kopf gesenkt, die Lippen in lautlosem, unendlichem Selbstgespräch bewegend. Und auch, als sie endlich den Muth gefunden hatte, in ihr Schlafgemach hinüberzugehen, — erschreckt von der Dunkelheit, die ihr aus Gängen und Winkeln des alten Hauses entgegensah, gejagt, wie von einer drohenden Menschenstimme, durch das heulende Toben des Sturmes — wagte sie es nicht, ihre Lampe zu löschen. Angekleidet warf sie sich auf ihr Bett und lag mit offenen Augen, bis der Morgen sich nahte. Nun endlich schlief sie ein, und in einem unruhigen Schlummer, der keine Träume brachte, suchte die gequälte Seele sich neue Kraft. Als Frau Ina die Augen öffnete, war das erste, das sie erblickte, ein heller Sonnenstrahl, der ihre Hände umspielte. Sie lächelte ihm zu wie einem guten, hilfreichen Freund, und dieses Lächeln war nicht verschwunden, als sie nach einer Weile ruhigen, gesammelten Nachdenkens sich erhob. Sie trat an das Fenster, das auf den Garten hinter dem Hause ging, stieß es auf und athmete tief. Aus der finsteren Sturmnacht war ein Frühlingstag geboren worden, hell, friedlich, ruhig, mit noch durchfeuchteter, aber von Lebenswärme erfüllter Luft. Auf den braunen, gelockerten Beeten regten die Schneeglöckchen ihre weißen Kelche, die Staare schwatzten in den Zweigen der hohen Akazien, und aus der Goldschmiedswerkstätte klangen, von der Hellen Stimme des Gesellen fröhlich herausgeschmettert, die Worte eines Liedes zu ihr her. Und wenn Du wärst mein eigen, Wie lieb sollt'st Du mir sein — chviel war zu verstehen, und sie erkannte das alte Liebeslied voller Sehnsucht und Hingebung. Und in dem Sonnenschein des jungen Tages, der die Schatten besiegt hatte, unter dem Ton der gesunden, heiteren Stimme, die jene Worte wie eine Mahnung zu ihr herüberzusenden schien, verschwanden aus ihrem Geiste die letzten Schatten der vergangenen Nacht, verhallten die letzten Klänge von Sturm und Grausen, die noch in ihrer Seele zurückgeblieben waren. Sie hatte sich wiedergefunden, der Glaube an die eigene Kraft war ihr zurückgekehrt, der graue Nebel war zerrissen, der sich für kurze Zeit um die klaren Augen gelegt hatte- stolz hob sie den Kopf und athmete noch einmal aus voller Brust. Nein, es gab keine Geister! Keine drohenden Schatten- gestalten, die aus finsteren Tiefen emporstiegen oder aus überirdischen Sphären sich niedersenkten, den Menschen zu leiten. Was sie gesehen hatte am vergangenen Abend, es mußte eine Täuschung oder ein Betrug gewesen sein, — sie grübelte in dieser Stunde nicht viel darüber nach. Das Gefühl der Freude über die Befreiung von einem fremden, geheimnißvollen Einfluß überwog für den Augenblick alle anderen Empfindungen in ihrer Brust- denn aus diesem Gefühl wiedererrungener Freiheit und ungehinderter Selbstbestimmung durfte auch ihre Liebe erfrischt und gekräftigt, sieghaft sich erheben. Sie wäre am liebsten gleich zu Georg hinübergegangen und hätte ihm zugerufen: „Der letzte Kampf ist bestanden, jetzt gehöre ich Dir erst ganz," aber sie wollte nicht unter dem Eindruck eines momentanen Gefühls handeln, wollte der neu- gewonnenen Festigkeit der Empfindung Zeit lassen, sich zu bewähren. Auch fühlte sie die geheime Hoffnung sich regen, er werde gerade an diesem Tage, nach solcher Nacht wieder den vertrauten Weg zu ihr finden, würde kommen, sie zu beruhigen, ihr beizustehen, wenn sie eines Beistandes bedurfte. Aber der Tag ging hin, ganz erfüllt mit hellgoldigem Früh- lingslicht, ohne daß der Geliebte erschien oder ihr Botschaft sandte. Am Nachmittag ertrug sie die Ungewißheit nicht mehr und schickte das Stubenmädchen zu ihm hinüber mit der Bitte um sein Kommen. Aber Johanna kam zurück mit der Nachricht, daß der Assessor schon vor ein paar Stunden fortgegangen sei- ver- muthlich mache er einen seiner langen, einsamen Spaziergänge. Frau Henninger nickte nur, und zum ersten Mal an diesem Tage zog eine finstere Wolke über ihre Stirn. Bald aber zeigte ihr Gesicht wieder den Ausdruck ruhiger, heiterer Entschlossenheit. Sie nahm Hut und Mantel und verließ gleichfalls das Haus, um den hohen Wall zu ersteigen. Sie wußte genug von Georgs Gewohnheiten, um zu vermuthen, daß er von dort zurückkehren werde, und als sie den Platz am Kriegerdenkmal erreicht hatte, erblickte sie auf einer Bank, abgewandt von ihr, die gesuchte Gestalt des geliebten Mannes. Leise trat sie nahe zu ihm heran und betrachtete ihn schweigend, wie er in dem reinen Abendlichte dasaß, ohne zu bemerken, was um ihn her vorging. Sie erschrak über den Anblick dieses abgemagerten, bleichen Gesichtes, das ihr niemals zuvor so alt und leidend erschienen war, wie in dieser Hellen, frühlingsklaren Beleuchtung. Wie traurig und düster war der Ausdruck dieser Züge, wie groß der Gegensatz der gebeugten, vergrämten Menschengestalt zu der erwachenden, von keimendem Leben erfüllten Natur! „Guten Abend, Georg," sagte Frau Henninger mit halblauter Stimme und legte die Hand sanft auf seine Schulter. Wort und Berührung ließen ihn jäh zusammenfahren, aber nur einen halben, scheuen Blick warf er von unten herauf ihr zu. „Darf ich mich zu Dir setzen?" fragte sie in demselben milden Ton, in dem sie die ersten Worte gesprochen hatte. Er nickte nur und rückte von ihr fort an das Ende der Bank, 67 Ws Liedes Liebeslied innenschein unter dem Borte wie rschwanden nen Nacht, sausen, die hatte sich war ihr er sich für olz hob sie ust. t Schattenoder aus enschen zu Abend, es ein, — sie rach. Das m fremden, enblick alle diesem Ge- c Selbstbe- äftigt, siegbergegangen landen, jetzt unter dem (te der neuen, sich zu ; sich regen, l?acht wieder men, sie zu oes bedurfte, chigem Früh- hr Botschaft it nicht mehr uit der Bitte cht, daß der ;en sei- ver- ipaziergänge. al an diesem Bald aber heiterer Ent- erließ gleich- fteigen. Sie x vermuthen, sie den Platz f einer Bank, iten Manner, itrachtete ihn dasaß, ohne erschrak über jtes, das ihr nar, wie in traurig und 3 der Gegen- zu der er« rr! enninger mit eine Schulter, rfahren, aber unten heraus in demselben prochen hatte, mde der Bank, als fürchte er ihre Nähe. Sie überlegte noch einen Augenblick und schaute flüchtig zu den Gestalten einiger Spaziergänger hinüber, die in der Ferne herankamen. „Wenn es Dir recht ist, könnten wir auch ein wenig weiter gehen zu einem einsameren Platze. Ich habe mit Dir zu sprechen." Wieder gab er keine Antwort, sondern erhob sich nur und blieb, als sie nun weiterging, ein wenig hinter ihr zurück. So kamen sie, an der Böschung des Walles hinuntersteigend, zu einer abseits gelegenen Bank- wie von oben, konnte auch hier der Blick frei hinaus in eine freundliche Ferne schweifen. „Wie schön die Welt heute ist!" sagte Frau Ina, indem sie sich niederließ. Es war ihr, als müsse sie sich Muth machen durch diese Worte und durch einen Blick in das durchsichtige, blaßgoldene Himmelsgewölbe, auf das verjüngte, sich regende Leben um sie her. Georg folgte ihren Blicken nicht- er wandte das Gesicht zu ihr hin mit dem Ausdruck eines fragenden Staunens, als könne er nicht verstehen, wie ein Mensch von der Schönheit der Welt zu reden vermöge. Dann schüttelte er langsam den Kopf und wandte seine Augen wieder von ihr hinweg, um sie nun starr in die Ferne zu richten. Aber er sah nichts von dem Glanz des ersterbenden Tages, nichts von dem Hellen Wiederschein der Wasserlachen, die aus gelbgrauen Wiesenflächen gleich klaren Augen der Landschaft zu ihm emporleuchteten, nichts von den schwellenden Knospen um ihn her, von dem grünen Schimmer auf den wintersdunklen Tannen, von dem bläulichen Frühlingsdunst auf den Bergen am Horizont. Er hatte sich zu ihr gesetzt, aber wieder hatte er vermieden, ihr nahe zu kommen. Und auch jetzt überließ er es ihr, das erste Wort zum Beginn ihres ernsten, vielleicht über beider Leben entscheidenden Gesprächs zu finden. „Ich hatte gehofft, Du würdest heute zu mir kommen," sagte sie ruhig und freundlich, ohne einen Ton des Vorwurfs. „Du weißt doch wohl, was ich gestern erlebt habe?" Er nickte und machte einen vergeblichen Versuch zu sprechen. Dann benetzte er die trockenen Lippen mit der Zunge und brachte nun endlich ein paar Worte hervor. „Ich weiß eS und wäre gekommen." „Aber wann? Ich habe mich so nach Dir gesehnt!" „Heute Abend, — ja, vielleicht heute Abend. Ich weiß es nicht genau." „Und wenn Du gekommen wärst, was hättest Du mir gesagt?" „Von Dir wollte ich hören." Das war Alles, was er mühsam, nach erneutem Kampfe hervorbrachte. Sie blickte ihn schweigend, voll Mitleid an- das Herz that ihr so weh, wenn sie diesen Ausdruck untilgbaren Schmerzes auf seinen Zügen fand! Nach einer Pause erst begann sie wieder zu reden. „Du hast recht, und ich will Dir sagen, was Du ver- muthlich von mir hören möchtest. Ich glaube nicht an das Gespenst, das ich gestern gesehen habe. Für. ein paar Stunden bin ich schwach gewesen- die Herrschaft über meinen Körper und meinen Geist war mir für kurze Zeil verloren gegangen. Jetzt aber bin ich wieder ich selbst und nun sehe ich so klar wie immer. Es giebt keine Geister. Was mich gestern erschreckt hat, war vermuthlich ein absichtlicher Betrug, dem ich noch einmal auf die Spur zu kommen hoffe. Ich glaube nicht an den Spuk und ich fürchte mich nicht mehr davor." „Betrug?" Er blickte fast zornig zu ihr hinüber, mit brennenden Augen und gerunzelter Stirn. „Betrug oder Täuschung oder Einbildung, ich weiß es nicht und ich frage auch heute nicht darnach. Daß es keine Macht über mich hat, das ist mir die Hauptsache. Und solche Macht, wie gestern, wird es nicht wieder gewinnen. Du hast einmal gefragt, ob ich auch dann noch an meiner Liebe zu Dir festhalten würde, wenn der Geist meines Mannes zwischen uns träte. Nun ist er ja gekommen- für ein paar Stunden wenigstens habe ich an ihn geglaubt, ein Zufall ober mein Schicksal hat mir die Probe auferlegt, von der Du gesprochen hattest. Aber glaube mir, in allen Qualen und Zweifeln dieser Nacht ist meine Liebe zu Dir nicht chwächer geworden, und heute weiß ich wieder so fest und leftimmt wie je zuvor: der Tod hat kein Recht an das Leben. Mein Versprechen bindet mich nicht, ich bin frei vor mir elbst, und darum lasse ich nicht von Dir! Aber nun gieb mir auch Deine Hand, bleib' mir zur Seite, laß' uns nicht chwach und feige sein —" „Schwach und feige?" Er war emporgesprungen, als hätte ein Peitschenhieb ihn getroffen. Heftig athmend, mit geballten Händen stand er vor ihr. „Nennst Du die Stärke les Gewissens eine Schwäche? Mir ist sie es nicht, Gott sei es gedankt! Mir ist sie die einzige Waffe in dieser Noth und Versuchung. Ich bin, was ich bin, durch Geburt und Erziehung, und ich kann nicht mit einem Male in die vier Winde werfen, was mir theuer und heilig gewesen ist, solange ich denken kann. Ich müßte den Glauben an meinen Vater, an meine Muter, an meinen Gott verleugnen, wenn ich den Wortbruch gutheißen und rechtfertigen wollte. Ich kann es nicht und werde es niemals können- und darum —" Er hatte doch nicht den Muth, zu vollenden. Sie that es statt feiner. „Und darum müssen wir uns trennen, nicht wahr?" (Fortsetzung folgt.) Der letzte Gruß. Em Erlebniß von Oscar Elsner. (Nachdruck verboten.) Während meines Aufenthaltes in L., einer märkischen Stadt von damals 24000 Einwohnern, trat , ich in ein inniges Freundschaftsverhältniß zu einem der dortigen Geistlichen, dem Diakonns K. Er war eine frische, lebendige Persönlichkeit von etwa 30 Jahren, verheiratet und Vater zweier Kinder. Das politische Leben intereffirte ihn, er nahm lebhaften Anteil daran. Religiös stand er auf dem Boden positiven Glaubens, ohne sich aber selbstständigen Denkens und Forschens zu begeben. Ein Menschenfreund in des Wortes bestem Sinne, suchte er Noth zu lindern, Thrane» zu trocknen. Er hatte, wie man zu sagen pflegt, ein goldenes Herz. Gewöhnlich am späteren Nachmittag machten wir einen Spaziergang in die Umgebung der Stadt, wobei oft die tiefsinnigsten Probleme des Menschendaseins besprochen wurden. Seine ungewöhnliche Vielseitigkeit und sein reger Geist machten ihn stets anregend. Eines Tages im Spätherbst waren wir nach einem entfernteren Dorfe gewandelt. Die düstere Naturstimmung brachte uns auf die Erörterung des Themas „Sterben — Fortleben nach dem Tode". Was ist darüber nicht schon gesagt und geschrieben worden! Bezüglich des „Fortlebens" äußerte ich gelinde Zweifel und berief mich u. a. auf die Argumente unserer großen wissenschaftlichen Materialisten. Mein Freund hörte alle- gleichmüthig anbei ihm stand die Fortexistenz der Seele nach dem Tode des Leibes fest. Im Verlauf dieses Gespräches waren wir — auf dem Heimwege — an den auf einem Hochplateau gelegenen großen Friedhof der Stadt gekommen, an dem die Landstraße vorüber führt. Der Mond ging eben auf und streute sein fahles Licht über die Landschaft. Düster ragten die alten Bäume des ummauerten Gottesackers empor, herbstlicher Wind fuhr durch die Wipfel. Vor dem großen eisernen Gitterthore blieben wir stehen. Da blinkten die metallenen Kreuze auf den Gräbern im Mondlicht — tiefstes Schweigen lag über den Grüften. „Und alles sollte umsonst gewesen sein, alles Leben und Wirken, nichts sollte vom Menschen übrig bleiben als ein Grabhügel? Nein, nein, mein Lieber, es gibt eine Welt jenseits des Grabes." So sprach mein Freund. 68 Aber wo sind die Beweise dafür?" entgegnete ich. ..Die Sehnsucht des Menschen, für alle Unbilden, alle Bitternisse, die er auf Erden erleidet, dereinst entschädigt zu werden — sie allein zaubert ihm ein Paradies jenseits dieser Erde vor, die er niemals verlassen kann. Kam je ein Leichnam aus der Gruft gestiegen, der Meldung that von der Vergeltung?" , , _ .. „Sie haben aber auch", wandte er ein, „keine Bewerfe für die Nichtexistenz einer Geisterwelt. Ob freilich eine Berührung derselben mit der materialistischen Welt möglich ist, wer will das behaupten? Man sagt aber, und zwar ist das ein alter Volksglaube, daß im Augenblicke des Todes, wenn die Seele die irdische Hülle verläßt, sie sich fernen Lieben, an denen das Herz des Sterbenden im Leben gehangen, offenbaren kann." , , . , „Theurer Freund", sagte ich da, „mir kommt soeben ein Gedanke. Lassen Sie uns vor dieser Stätte des Todes eine Verabredung für die Zukunft treffen: Derjenige, der von uns zuerst stirbt, möge in der Scheidestuade dem Ueberlebenden ein Zeichen geben — wenn dies möglich ist." „Einverstanden", rief er, und am Kirchhofsthor bei nun ganz Hellem Mondenschein wurde die Abrede getroffen und mit Händedruck bekräftigt. Herbst und Winter vergingen, Ostern nahte heran. Wir hatten unsere Spaziergänge fortgesetzt, so lange die Witterung dies nur gestattete, und hofften nun dem Frühling entgegen. Da, am Charsreitag erkrankte mein Freund. Er hatte bei scharfer Luft eine Fahrt über Land zu einem Kranken gemacht und sich dabei heftig erkältet. Fieber trat ein, und allmählich zeigten sich die Erscheinungen des Typhus. Ich besuchte meinen Freund an den Nachmittagen, die sonst unseren Spaziergängen gewidmet waren. Wir sprachen in den ersten Tagen, so lange der Geist des Kranken noch klar war, über die allerverschiedensten Dinge — nur von dem Tode und unserem angesichts der Todesstätte getroffenen Abkommen war niemals die Rede. Am Abend vor dem Himmelfahrtstage, Anfang Mai, kam ich, von meiner nunmehr einsamen Nachmittagswanderung heimkehrend, an K.s Wohnung vorüber. Ich hatte ihn in den letzten Tagen wohl-sehen aber nicht sprechen können, da das Fieber ihm die Klarheit des Geistes genommen. Der Zustand war immer schlimmer geworden — die Katastrophe stand bevor. Ich wollte eben das Haus betreten — als sich die Hausthür öffnete und der ordinierende Arzt des Kranken, eine mir genau bekannte Persönlichkeit, auf der Schwelle erschien. „Wie steht es mit unserem Freunde?" fragte ich mit bebender Stimme. „Schlecht," war die Antwort, „ich habe die Familie auf das Schlimmste soeben vorbereitet. Er liegt bereits in der Agonie — in einigen Stunden ist es zu Ende." „Und gibt es keine Rettung, bester Doctor?" „Keine!" Er reichte mir die Hand zum Abschied und verschwand. Es war acht Uhr Abends. Unter diesen Umständen in die Familie des Sterbenden einzudringen verbot sich von selbst, und ich ging nach Hause. Doch soviel ich mich auch mühte, meine ob des Schicksals meines Freundes heftig erregten Nerven zu beruhigen — es gelang nicht. Träge zog der Abend sich hin. Endlich forderte die Natur doch ihr Recht, und ich begab mich gegen elf Uhr zur Ruhe und schlief auch bald darauf fest ein. — Nach wenigen Stunden fuhr ich jäh empor. Mir klang's im Ohr als hätte Jemand meinen Namen gerufen. Ich saß aufrecht im Bett und blickte mich verwundert um. Heller Mondschein durchfluthete das Zimmer — die Fensterkreuze zeichneten sich deutlich am Fußboden ab. Und wie mein Bitt! nun ungefähr auf die offene Thür fällt, die in das Empfangszimmer führt — da — da — Entsetzen sträubt mir das Haar — steht in dem Thürrahmen, hell vom Mondlicht umwallt, mein Freund K.! Er blickt mich freundlich-traurig an, und seine Rechte erhebt sich und winkt mir zum Abschied! Ich springe vom Bett auf und zünde, heftig zitternd, ein Licht an — da ist die Erscheinung verschwunden. In demselben Augenblick schlägt es vom nahen Kirchthurm zwei Uhr. Wie gedachte ich da der vor dem Friedhof getroffenen Verabredung! Daß mein Freund soeben verschieden war, daß er selbst mich das angezeigt, unterlag sür mich in dieser Stunde, die ich wachend zubrachte, keinem Zweifel. Gegen Morgen klingelte es bei mir. Das Dienstmädchen meines Freundes stand vor der Thür: „Eine Empfehlung von der Frau Pastorin K. und der Herr Pastor ist diese Nacht um Punkt zwei Uhr entschlafen." Das ist eine sehr erklärliche Sache, wird vielleicht der Leser sagen. K.s Freund hat sich, nachdem er erfahren, daß K. nur noch wenige Stunden zu leben habe, in seinen Gedanken ausschließlich mit dem unvermeidlichen Tode des Freundes beschäftigt. Dann ist er müde zu Bett gegangen, aber das erregte Gehirn verarbeitete den angesponnenen Gegenstand weiter — und so kam es, daß der Schläfer plötzlich seinen Freund im Traume sah. Dem steht entgegen, daß ich meinen tobten Freund in der That mit meinen leiblichen Augen in seinem gewöhnlichen Anzuge gesehen habe, aber auch wenn man das als Hallucination bezeichnen wollte, bliebe immer noch der Umstand unerklärt, daß ich gerade in dem Augenblicke erwachte und die Erscheinung erblickte, als mein Freund gestorben war. Gemeinnützige». Der Hühnerstall im Winter. Zur Erzeugung einer wärmeren Stalltemperatur ist es erforderlich, daß der Fußboden mit einer trockenen Streu bedeckt wird. Solche Streu ist aber auch nöthig gegen die Ausbildung des Kothes. Bon Streu oder Heu ist abzurathen, weil diese Einstreumittei die Fäulniß begünstigen und die Ausdüstungen vermehren. Besonders geeignet ist Torfstreu, weil sie den Fußboden warm hält und die Ausdüstungen bindet. Statt Torfstreu kann auch trockener Sand und trockene Erde genommen werden- doch verdient Torfstreu den Vorzug. Torfstreu saugt die flüssigen Bestandtheile der Kothauswürfe auf und verhindert so die Erzeugung von Gestank, der sich sonst in den Hühnerställen entwickelt. Wird der Boden mit Sand oder mit trockener Erde bestreut, so muß der Stall wöchentlich ausgemistet und gut gelüftet werden. Das Bestreuen des Stallbodens mit hitzigem Pferdemist kann nicht gutgeheißen werden. Das Reinige« und Auffrischen von Pelzsachen. Man nimmt Roggenkleie, macht sie in einem Topf unter- stetem Umrühren so heiß, als es die Hand ertragen kann, schüttet die so erhitze Kleie auf den Pelz und reibt letzteren damit nach Kräften ein; hierauf bürstet man denselben mit einer reinen Bürste aus oder besser, man klopft ihn so lange, bis alle Theilc der Kleie entfernt sind; der Pelz erhält dadurch seinen früheren natürlichen Glanz und es werden selbst weiße Pelze wie neu. Dieses Verfahren, welches allgemein in Rußland gebräuchlich ist, verdanken wir dec Mittheilung eines Ingenieurs, welcher längere Zeit dort gelebt hat. Literarisches Reform der Frauenkleidung. Die stete Entwicklung der Frauenemancipation und die Thatsache, daß sehr viele Frauen nunmehr in Berufen thätig sind, die früher nur den Männern reserviri waren, hat auch die Reform der Frauenkleidung vielfach zum Gegenstand der öffentlichen Discussion gemacht. Die »fBietltt Mode har in ihrer großen Jubiläums-Preisconcurrenz (Preise im Gesammtwertye von 10,000 Kronen' Preise für eine neue Frauenkleidung, die allen Ansprüchen der Hygiene und practischen Verwendbarkeit genügt, ausgesetzt. Das eben erschienene Heft 10 der „Wiener Mode" enthält die Bedingungen dieser Concurrenz, sowie das Programm der übrigen m- teressunten Preisausschreibungen. Redaction: 8. Scheyda. — Druck und Verlag der Brübl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Schehda) in Ätejen.