on seiner stille« schönes Mädche» in eines brauen Sutschmidt faffen eist der Dichtunz >ie). ;ar lang her, s. in d'r Gicht, cht, - i, i Bu, ivoch Brod. cbar )'n. Mf S" Phog '»il'JlilÖ W! Haus, ei, i kam, tick lt vor Glick. ivild, h- mb, — ant!" or, 3 Ohr. rt; Luth, sehr, IV. rorgeeck g- lin's! >ch 'naus." bei — ;t. ein: : un Wein, ich, s Fluch! itneberger. n Gieße«' ^^Medes Alter hat sein Hoffen, iRgK Jede Zeit ihr stilles Blüh'n; Haltet Äug' und Herz nur offen, Laßt das Glück Euch nicht entflieh'n. Laura Schneidt. Der Frosch hüpft wieder in den Pfuhl, Wenn er auch säß auf gold'nem Stuhl. Sprichwörtlich. Das Kind der Tänzerin. Roman aus dem amerikanischen Leben von Joseph Treumann. (Fortsetzung.) Der alte Greylock runzelte die Stirn und antwortete: „Es ist eine lolle Idee, die sich ihrer schon vor Jahren bemächtigt) schenke derselben keine Beachtung, mein Stnb; sie ist verrückt, wie Du deutlich aus den abscheulichen Namen ersehen kannst, die sie ihren Katzen gegeben hat. Zwischen ihr und Deinem Vater bestand einmal eine Jugendliebschaft. Laß uns nicht weiter davon sprechen) das Weib ist mir in der Seele zuwider." „Mir aber gefällt sie, Großpapa," entgegnete Ethel keck. Sie fuhren im Sommersonnenschein nach Greylock Woods zurück. Als sie die Biegung der Chaussee erreichten, welche sie in die Nähe der alten Salzgruben brachte, legte Ethel ihre Rechte auf den Arm ihres Großvaters und sagte: „Bitte, Großpapa, zeige mir d.n Fleck, wo meines Vaters Leiche gefunden wurde." Der alte Herr schauderte zusammen und antwortete: „Nein, nein, verlange das nicht von mir! Welch krankhafte Neugierde!" „Ich muß den Platz sehen, Großpapa) bitte, laß den Wagen halten, uns aussteigen und den Abhang hinuntergehen. Mama hat mir schon vor langer Zeit die ganze Geschichte erzählt." „Die ganze Geschichte? Das bezweifle ich," murmelte Godfrey Greylock) da er aber nicht im Stande war, seiner verhätschelten Enkelin etwas abzuschlagen, so gab er endlich ihrem Bitten nach und ging mit ihr den Fußpfad hinab bis zu den Trümmern der alten Gruben. „Nun zeige mir den genauen Fleck, Großpapa," bat Ethel fieberhaft erregt) „hörst Du, Großpapa, den genauen Fleck! Ich möchte auf derselben Stelle stehen, wo mein armer Vater starb." Mr. Greylock blickte seine Enkelin mit einem Ausdruck des Entsetzens an. „Dort — jener Hausen Steine und Schutt — das ist der Punkt," sagte er. Sie begab sich zu dem Steinhaufen, auf welchem Doctor Dick den Abend zuvor Mercy Poole angetroffen hatte. Dieser tobte Vater war für Ethel nur ein Schatten und Name) sie hegte keine besondere Zärtlichkeit für sein Andenken, allein ihre Augen wurden dennoch feucht, als sie an seiner öden Sterbestätte stand und der grauhaarigen, excentrischen Wirthin der „Katzenherberge" gedachte. „Großpapa!" sagte sie ernst, „gab es irgend einen Menschen auf der Ecdenrunde, den man der Ermordung meines Vaters verdächtigen konnte? Hatte er einen Feind?" „Ja — einen) es lebte zu jener Zeit ein Mann, der, wie ich glaube, Deinen Vater tief gekränkt hatte) jedenfalls herrschten Haß und Eifersucht zwischen den Beiden. Allein der Mensch, von dem ich rede, war in der Nacht, als Robert starb, nicht in Blackport. Dieser Umstand ließ sich durch eine Menge Personen beweisen, die ihn den ganzen Abend hindurch in einem Theater New-Yorks haben sitzen sehen." „Wie hieß er?" fragte Ethel in athemloser Hast. „Kenyon) Du haft wohl nie diesen Name gehört?" „Nie!" Mr. Greylock wandte sich rasch um und sagte mit veränderter Stimme: „Wie ich hörte, ist der Mensch schon vor Jahren in New Orleans am gelben Fieber gestorben) sei versichert, mein liebes Kind, daß Mercy Poole tolles Zeug schwatzt. Jetzt komm, Du darfst keinen Augenblick länger an dieser Stelle bleiben." Ethels scharfer Blick hatte einen Fetzen erspäht, der an einem der Steinblöcke hing) sie riß ihn los und betrachtete ihn genau. Es war ein Stück von einem Frauen« kleide und erinnerte sie in Stoff und Farbe an das schwarze Sergekleide, das Mercy Poole diesen Morgen im Gasthof getragen hat. „Sie kommt also hierher," dachte die junge Erbin. „Die arme Seele! Sie muß meinen Vater wirklich sehr geliebt haben." Sie machte indessen keine weitere Bemerkungen) schweigend kehrte sie mit ihrem Großvater nach der Kutsche zurück, und balo hatten sie das Herrenhaus erreicht. Einige Tage später begab sich Ethei mit ihrem Großvater und Miß Pamela nach New-York, wo sie jeden Wunsch ihres Herzens befriedigen und auf Rechnung des alten — 310 Greylock die theuersten Einkäufe machen konnte. Eine ganze Woche lang verweilten sie in dem fashionabelsten Hotel - prächtige Toiletten und Juwelen wurden eingekauft und noch prächtigere von Europa bestellt. Viele alte aristokratische Freunde der Familie beeilten sich, der schönen, jungen Erbin ihre Aufwartung zu machen. Sie genoß unbeschränkte Freiheit und konnte sich nach Herzenslust in Vergnügungen ergehen. Dennoch wurde sie von Tag zu Tag blasser und trauriger. Miß Pamela war die Erste, die dies entdeckte, und es erfüllte ihre sanfte Seele mit Bestürzung. In ihres Großvaters Gegenwart erschien das Mädchen zwar heiter und guter Dinge; in seiner Abwesenheit aber war sie schweigsam, nachdenklich und melancholisch. „Es ist die englische Heirath," dachte sie, und sie beeilte sich, ihren Bruder aufzusuchen. „Weißt Du auch ganz gewiß," begann sie, „ob die großartige Partie, die Du für Elhel geplant hast, ihr völlig angenehm ist?" Der alte Mann blickte seine Schwester verblüfft an. „Ob ich es gewiß weiß? Ich sollte es meinen- ich glaube meine Enkelin zu kennen." „Verzeihe mir, Godfrey, Du verstehst Dich schlecht auf die weibliche Natur. Wie die meisten Mädchen ist Ethel von romantischer Sinnesanlage. Wie, wenn sie die Ehre, Lady Greylock zu werden, ablehnte, wenn sie den Baronet ausschlüge?" Die Zeit hatte den Character dieses Mannes nicht verändert- sein eiserner Wille, sein herrisches Wesen waren noch ganz wie ehedem. „Rede nicht wie eine Blödsinnige, Pamela!" entgegnete er unwillig. „Du weißt, wie ich Meine Enkelin liebe, sie ist mein Augapfel, die Freude meines Lebens geworden. Und dennoch schwöre ich Dir, wenn es möglich wäre, daß sie ihr eigenes Interesse so weit vergäße, daß sie Sir Gervase ausschlüge, so würde ich sie verstoßen, wie ich ihren Vater einst verstieß — ich würde ihr mein Haus für immer verschließen - ich würde mein Vermögen den Südsee-Jnsulanern oder einer Gesellschaft zur Verhütung von Grausamkeit gegen Eltern und Vormünder vermachen, allein keinen Dollar davon ihr!" „Dann verhüte der Himmel, daß irgend etwas die Heirath vereitle, Godfrey," sagte Miß Pamela mit tiefem Seufzer. Nach Ablauf einer Woche Lehrten die Grehlocks nach Hause zurück. Eine unangenehme Nachricht wartete dort auf Godfrey. Der alten Hopkins war es Vorbehalten, dieselbe ihrem Gebieter zu überbringen. Die Leute in der Rosen-Villa sind zurück, Sir," sagte sie- „sie kamen gestern an- ich dachte, es wäre Ihnen lieb, es sofort zu vernehmen." „Eine willkommene Nachricht, Mrs. Hopkins," erwiderte der alte Herr. „Sagen Sie indessen meiner Enkelin diesen Abend keine Silbe davon- sie ist müde und bedarf der Ruhe." So begab sich Ethel denn zur Ruhe, ohne eine Ahnung von der Ankunft ihrer Mutter zu haben, die sie seit vielen Monaten nicht gesehen hatte. Dennoch erfreute sich die junge Erbin in jener Nacht keines ruhigen Schlummers. Am folgenden Morgen erhob sie sich schon mit Tagesanbruch und kleidete sich geräuschlos zu einem Morgenritt an. Ohne bemerkt zu werden, schlich sie nach dem Stall, weckte einen schläfrigen Reitknecht, bestieg ihre schwarze Stute „Sultana", ein Geschenk ihres Großvaters, und galoppirte direct nach Blackport. Hoffnung und Erwartung stritten sich mit einem schmerzlichen Schuldbewußtsein um die Oberhand in ihrem Herzen. Dichte Wolken bedeckten den Morgenhimmel und hingen bleischwer über den öden Salzgruben- die Hitze war drückend. Dann und wann ließen sich Donner aus der Ferne vernehmen. Ein Gewitter zog sich zusammen, das in kurzer Zeit zum Ausbruch kommen konnte. Ethel war eine furchtlose Reiterin- im Sattel sah ihre schlanke Gestalt herrlich aus. Ein Reitrock von myrthen- grünem Tuch schloß sich eng um ihre graziösen Glieder, und ein breiter Hut mit wallender Feder bedeckte ihr goldblondes Haar. Sie war sehr blaß, vielleicht in Folge der schlaflosen Nacht. Mit bekümmerter Miene bog sie in die Hauptstraße der Stadt ein und machte vor der Post von Blackport Halt. Dies war ein altes Gebäude, das der „Katzenherberge" gegenüber lag. Ein schlaftrunkener Jüngling öffnete eben die Fensterläden, als Ethel vor der Thür ankam. Sie reichte ihm eine Silbermünze. „Es ist — es muß ein Brief für Miß Greylock hier sein," stammelte sie. Es war ihr, als ob selbst die schläfrigen Augen des Jünglings ihr Ge- heimniß zu lesen vermöchten. „Seien Sie so gut und bringen Sie ihn mir," schloß sie ihre Anrede. Der schlaftrunkene Jüngling verschwand, und kehrte nach einigen Secnnden mit einem Briefe zurück. Ethel griff mit zitternder Hand danach, und verbarg ihn in einer Tasche, dann schwenkte sie um. In demselben Augenblicke entdeckte sie ein Paar scharfe Augen, die sie im Gasthof drüben beobachteten- sie ritt ohne Weiteres zum offenen Fenster hinüber. „Sie reiten früh aus, Miß Greylock, sagte Mery Poole trocken. Ethel beugte sich vom Pferde herab, um den Kater zu streicheln, der auf dem Fenstergestms saß und emsig seine schwarzen Pfoten leckte. „Ja," antwortete sie lächelnd, „ich reite am liebste» aus, wenn ich die Straßen für mich allein habe." „Wo ist Ihr Diener?^ fragte Mercy Poole, der die Sicherheit von Robert Greylocks Tochter sehr am Herzen zu liegen schien- „läßt Ihr Großvater Sie unbegleitet fort?" „Großpapa macht sein Morgenschläfchen," antwortete Ethel, etwas verlegen- „er läßt mir volle Freiheit über meine Bewegungen." Da sie keine Lust hatte, die Unterhaltung länger fortzusetzen, so nickte sie Mercy einen Abschiedsgruß zu und ritt weiter, an den neuen Kaufläden, Hotels und Villen vorbei nach dem einsamen Strand. Hier ließ sie „Sultana" die Zügel und erbrach mit fieberhafter Hast das Siegel ihres Briefes. „Gedenke Deines Schwures in dem Garten, wenn man Dir von dem englischen Baronet spricht," schrieb Regnault nach leidenschaftlichen Betheuerungen seiner Liebe und Hingebung. „Gedenke, daß Du für Zeit und Ewigkeit mir verlobt bist — daß Du feierlich geschworen hast, die Meinige zu werden, sobald ich kommen werde, Dich abzuholen! Bereite Dich zur Erfüllung Deines Schwures vor, denn meine Verbindung mit der Schule ist bereits aufgelöst. Seit Deiner Abreise ist mir das Leben hier unerträglich geworben; sehr bald wirst Du mich sehen- ich komme zu Dir meiner Verlobten, um Dich als mein Weib heimzusühren." Ein heftiges Zittern bemächtigte sich Ethels. Halb vor Furcht, halb vor Entzücken hielt sie den Athem an. Er war im Begriff, zu kommen! Sie sollte ihn Wiedersehen, wieder in die dunklen, träumerischen Augen blicken, die ihr Himmel waren. So früh schon sollte sie also den Schwur erfüllen, den sie int Pensionsgarten geleistet hatte. War sie bereit, dies zu thun? Sollte sie Godfrey Greylock ihr Geheimniß offenbaren? Sollte sie um Regnaults Willen Alles aufgeben — ihren Großvater, Tante Pamela und das prächtige Greylock Woods verlassen, unt/ die Armuth des Geliebten zu theilen und ihm in die weite Welt hinau» zu folgen? //Ja, ja," sagte sie mit dem Heldenmuth eines siebzehnjährigen romantischen Mädchens. „Bei der ersten Gelegenheit werde ich Großpapa Alles gestehen. Ist nicht jedes Opfer süß, das wir der Liebe bringen? Und ich liebe Arthur mehr als allen Reichthum und Luxus, mehr als Alles auf Erden- sein bin ich, und ich werde meinen Schwur halten, komme Mangel oder Ueberfluß, Freude oder Lew, komme Leben oder Tod!" k Glieder, ihr gold- Jolge der sie in die Post von iherberge" fnete eben kam. Sie 3 ein Bries > war ihr, s ihr Ge- nd bringen Md kehrte d verbarg demsetben die sie im teres zum >ierh Poole i Kater zu :msig seine im liebsten , der die im Herzen itet fort?" antwortete iheit über ;er fortzu- u und ritt len vorbei tana" die egel ihres wenn man Regnault und Hm- igkeit mir ie Meinige ölen! Bekenn meine wst. Seit geworden^ )ir meiner // Halb vor tt an. Er >iedersehen, n, die ihr m Schwur War sie reylock ihr lts Willen «Mela und üe Armuth Seit hinaus s siebzehn- r Gelegen- nicht jedes ich liebe mehr als en Schwur oder Leid, — 311 — Sie küßte den Brief des Geliebten und steckte ihn in : die Tasche. Ethel wähnte dies zu thun, während das Schreiben ihren behandschuhten Fingern entschlüpfte und unbemerkt zur Erde niederglitt. Ihres Verlustes unbewußt, ritt sie eine halbe Meile weiter, tief in Gedanken an den Geliebten versunken, bis ein plötzlicher Donnerschlag „Sultana" veranlaßte, einen Seitensprung zu machen und die junge Reiterin aus ihren Träumereien weckte. Der Himmel über ihr war schwarz wie Tinte geworden - die See schäumte und brauste gegen den Strand heran - ein furchtbarer Sturmwind drohte die zarte Gestalt aus dem Sattel zu werfen. „Ich muß nach Hause eilen- Großpapa wird vor Be- sorgniß außer sich sein," murmelte die Reiterin vor sich hin- sie führte die Hand nach der Tasche, um Regnaults theuren Bries noch einmal zu berühren. Aber, oh Entsetzen! Der Brief war nicht in der Tasche! Ihr Herz drohte still zu stehen. Plötzlich wurde ihr Alles klar, und nun achtete sie des Unwetters nicht mehr- der Verlust dieses Briefes bedeutete Ruin für sie selbst und ihren Geliebten. Wenn Jemand ihn fand und ihrem Großvater überlieferte! — Himmel, was dann? Wie der Blitz schwenkte sie um und galoppirte den Weg zurück, den sie gekommen war. Doch vergeblich ließ sie ihre Blicke nach allen Richtungen umherschweifen, nirgends fand sie eine Spur von dem verlorenen Briefe. Vielleicht hatte der Wind denselben in die See geweht. Plötzlich gewahrte sie einen Mann, der eine Strecke weit vor ihr schritt, wahrscheinlich um Schutz vor dem Unwetter zu suchen. Seine langen Beine maßen den Strand mit einer Geschwindigkeit, die selbst „Sultana" hinter sich zu lassen drohte. „Halt! Halt!" rief Ethel, so laut sie vermochte. Ein Donnerschlag übertönte ihren Ruf. Der Mann wandte nicht um. „Halt!" rief das Mädchen außer sich vor Angst, indem sie „Sultana" zu größerer Eile antrieb. „Dummkopf! Hören Sie nicht? Bleiben Sie stehen, ich wünsche mit Ihnen zu reden!" Jetzt hatte er sie vernommen und auch den schmeichelhaften Titel, den sie ihm zugerufen hatte - er drehte sich um, blieb stehen und gewahrte das Mädchen, dessen goldene Haare aufgelöst im Winde flattern und dessen leichenblasses Gesicht die größte Seelenangst bekundete. „Ich habe etwas verloren," keuchte Ethel, indem sie die Zügel anzog, „einen Brief — haben Sie ihn gesehen?" Der Mann streckte seine Hand in die Brusttasche und brachte den verlorenen Gegenstand zum Vorschein. „Hier ist ein Brief, den ich eine kurze Strecke von hier am Strande fand," antwortete er: „er ist au Miß Ethel Greylock adressirt, wie ich sehe." Sie riß ihm den Brief aus der Hand und sagte: //Dies ist mein Name." Dann warf sie einen besorgten Blick aus den wiedererlangten Brief. Derselbe war beschmutzt und naß, wie es sich kaum anders erwarten ließ- sie schenkte jedoch diesem Umstand keine Beachtung. „Haben Sie sich herausgenommen, den Inhalt zu lesen?" fragte sie, indem sie dem Mann ein durchbohrenden Blick zuwarf. //Es ist nicht meine Gewohnheit, Briefe zu lesen, die uicht an mich adressirt sind," entgegnete er in einem Tone, der dem ihrigen an Herbheit nichts nachgab. „Erlauben Sie mir die Frage, was Sie mit dem Briefe gethan haben würden, wenn ich Sie nicht hier getroffen hätte?" „Es wohnt ein Mann Namens Godfrey Greylock in der Nähe," antworte er ruhig - „ich würde ihn ausgesucht und ihm den Brief übergeben haben." Ethel stieß unwillkürlich einen Schrei aus. //Oh, das wäre entsetzlich gewesen- „es wäre mein — mein — Verderben gewesen! Nicht für alle Welten ich —" Bestürzt über ihre eigene Unbesonnenheit hielt sie inne. Ein entsetzlicher Donnerkrach — und für einen Augenblick hüllte eine blaue Flamme Roß und Reiterin ein, dann öffneten sich die Schleusen des Himmels, und ein Platzregen ergoß sich hernieder. „Sultana" bäumte sich vor Furcht und drohte die Reiterin abzuwerfen. Entschlossen ergriff der Fremde die Zügel und brachte das Thier zum Stehen. „Dort ist ein kleiner Schuppen," sagte er- „wir müssen denselben zu erreichen suchen." Und mit dem Zügel in der Hand schritt er mitten unter dem Aufruhr der Elemente einem alten Boothaus zu, das in kurzer Entfernung am Strande stand. Es war ein sehr kleiner baufälliger Schuppen, der für „Sultana" keinen Raum hatte. Ohne zu wissen, wie ihr geschah, fühlte sich Ethel aus dem Sattel gehoben und unter das ungenügende Dach geleitet. Im nächsten Moment warf der Finder des Briefes ihr den Sattel zu mit den Worten: „Ich will das Thier draußen festhalten." (Fortsetzung folgt.) Genreiinrütziger. Der Genuß eiskalter Getränke, insbesondere eiskalter Mineralwässer sollte in der heißen Jahreszeit möglichst vermieden werden. Wenn schon in normalen Zeiten der Genuß zu kalter Flüssigkeiten ernste Verdauungsstörungen von längerer Dauer nach sich zu ziehen geeignet ist, so liegt diese Befürchtung bei großer Hitze und im Falle des Auftretens von Epidemien besonders nahe. Es empfiehlt sich, Getränke nur in der Temperatur von mindestens 10 Grad Celsius zu genießen. — Die preußische Eisenbahnverwaltung hat in dankenswerther Weise die ihr unterstellten Behörden ersucht, die Bahnhofs- wirthe mit entsprechenden Anweisungen zur Vermeidung der mit dem Genuß kalter Getränke an heißen Tagen verbundenen Gefahren für die Gesundheit zu versehen. * * * Leicht herzustellende Eismaschine. Man nehme einen irdenen Topf und gieße 100 Gramm Schwefelsäure und 50 Gramm Wasser hinein und füge dann 30 Gramm pulverisirte schwefelsaure Soda hinzu. In diese Mischung stelle man ein kleineres Gefäß, welches das zum Gefrieren zu bringende Wasser enthält, decke es zu und drehe das Ganze leicht herum. In wenigen Minuten wird das Wasser in dem kleinen Gefäße zu Eis geworden sein. Dieselbe Lösung läßt sich mehrmals verwenden. * * * Frühkartoffeln früher genießbar zu machen. Man nehme die Kartoffeln aus der Erde und grabe sie mehrere Tage lang auf einer trocknen, der vollen Sonne ausgesetzten Stelle in Sand ein. Am besten ist es, sich dazu einer Kiste zu bedienen, die man bei etwa eintretendem Regen in.Sicherheit bringen kann. Die Kartoffeln erhalten dadurch eine Nachreife, die wässerigen Theile verdunsten, und das L>tärke- mehl entwickelt sich rascher, als dies im Boden geschehen Radieschen im Freien zeigen auch im heißen Sommer ein genügendes Wachsthum, werden aber sehr leicht pelzig, so daß der Liebhaber nothgedrungen auf ihren Genuß verzichten muß. Bei Anwendung einer schwachen Kochsalzlösung (circa 15 Gramm pro Quadratmeter) erzieht man aber auch im Freien sehr zarte Radieschen und es dürste diese Mittheilung darum manchem Gartenbesitzer sehr angenehm sein. * * * Grüne Bohnen zu trocknen, daß fie wie frische schmecken. Man zieht die jungen Bohnen ab, schneidet sie und bringt sie in einen Kessel mit siedendem Wasser. Sobald die Bohnen auswallen, nimmt man den Moment wahr, schöpft — 312 sie aus dem kochendem Wasser und bringt sie in ein Gefäß mit kaltem Wasser. Sind sie darin ordentlich abgekühlt, so hebt man sie heraus, läßt das Wasser ablaufen und schüttelt sie auf ein Tuch. Dann bringt man die Bohnen auf Horden, breitet sie dünn aus und trocknet sie, am besten in einem Bratofen. Aufbewahrt werden dieselben dann in einer Schachtel oder einem Säckchen an einem trocknen lustigen Orte. * * Berwevthung teigig gewordener Birnen. Gar viele Birnensorten, besonders frühe, haben die Eigenschaft, sich nur kurze Zeit zu halten, entweder von innen zu faulen oder teigig zu werden. Sind sie nun auch in ersterem Zustande ganz oder zum größten Theil werthlos, so lassen sie sich in letzterem noch recht gut nutzbar machen, dadurch, daß sie zu Mus, ähnlich dem Pflaumenmus, eingekocht werden. Sie werden geschält, vom Kernhaus befreit und dann ohne Zucker zu Feuer gegeben. Die Masse löst sich völlig auf und gleicht anfangs einer dünnen Suppe. Nach sechs bis achtstündigem Kuchen, unter bestälidigem Umrühren, erreicht sie die Dicke von gewöhnlichem Pflaumenmus. Mit Brantweinpapier belebt, hält sich das Mus sehr gut und ist als Compot zum Braten oder zu Mehlspeisen sehr angenehm zu essen und im Geschmacke wohl kaum von noch im gesunden Zustande eingekochten zu unterscheiden. * * * Das Reinigen von fleckigem Porzellan. In jedem älteren Haushalte befindet sich wohl altes, vielgebrauchtes Porzellangeschirr, welches grauschwärzliche, schwer zu entfernende Flecken zeigt. Diese wollen selbst durch wiederholtes Waschen mit heißem Wasser sich nicht entfernen lassen. Es sind dies Staubflecken, welche an Stellen des Porzellans haften und eingedrungen sind, an denen die Glasur fehlt, sei es, daß diese im Gebrauch abgestoßen oder abgekratzt wurde. Der Staub und Schmutz sind dadurch tief in die rauhe Porzellanmasse eingedrungen und das Entfernen derselben erfordert ein besonderes Verfahren. Man bereitet eine Lauge aus Chlorkalk und Soda — jedes für 5 Pfg. im Droguengeschäft käuflich, — in li/2 Liter kochendem Wasser aufgelöst und einen Augenblick aufkochend, bestehend. Mit dieser Lauge benäßt man das zu reinigende Geschirr, läßt die Flüssigkeit recht lange auf die Flecken einwirken, damit Staub und Schmutz sich lösen, erneuert dieselbe vielleicht nochmals nach einer Stunde und bürstet dann mit einem ganz weichen Bürstchen über die Flecken hin. Dieselben sind nun verschwunden, und nachdem das Geschirr noch mehrere Male in warmem Wasser nach- gewaschen worden, zeigt es sich blendend weiß und schön wie weißes Porzellan. Humoristisches. Verrechnet. Chef: „Herr Müller, ich muß Sie ernstlich vermahnen, in letzter Zeit finden sich so viele Rechenfehler in Ihren Büchern —■" — Commis: „Herr Meier wollen verzeihen, aber der stete Gedanke an Ihre Fräulein Tochter verwirrt mir derartig den Geist, wenn ich daher das Glück hätte, hoffen zu dürfen —" — Cges: „Ja, aber da verrechnen Sie sich doch schon wieder. * * * * Gut abgegangen. Assessor (kommt spät Nachts aus einer lustigen Kneipgesellschaft sehr fidel nach Hause): „Ich will mich nur sachte ausziehen, damit meine Frau nichts merkt, sonst gibt's eine Gardinenpredigt!" — Fran (noch im Schlafe): „Lieber Mann, ich glaube, du willst schon ausstehen?" — Assessor: „Wenn du meinst, liebe Frau!" * * Durch die Blume. Er: „Haben Sie etwas dagegen, meine Gnädige, wenn ich mir eine Cigarre anzünde?" Sie: „Durchaus nicht! Aber wollen Sie denn schon gehen?" An der richtigen Quelle. „Möchte wissen, ob diese alte Schachtel wirklich die Naivetät hat, mit mir zu kokettiren." — „Nun, mein Herr, ich kann sie ja fragen, es ist nämlich meine Frau." * * » Kurz aber deutlich. Eines besonders knappen Stils bediente sich vor Kurzem der Berichterstatter einer Zeitung. Der Bericht lautete in erschütternder Kürze: „Gestern Nacht brach in den Stallungen des Rittergutsbesitzers X. Feuer aus. Das Rindvieh konnte gerettet werden. * * * Nicht so schlimm. Räuber: „Geld oder Leben!" — Redaeteur: „Bin ich aber erschrocken . . ich glaubte schon, Sie wollte« mir ein Gedicht überreichen!" * * * Unvollständig. Eine Empfehlung vom Herrn Sergeant, und er könnt' den Liebesbriefsteller nicht gebrauchen!" „Warum denn nicht?" „Weil nix d'rin steht von Würst' und Schinken!" * * * Auszeichnung. Bäuerin (zu dem aus der £ tadt heim- gekehrten Bauern): „No wie is's dann 'ganga bei'm Doetor?" Bauer: „Guat is's 'ganga! Denk' Dir nur, „Patient" hat er mi' g'heiß'n — grob wie die nobligen Lent'!" • * * Ein zielbewußter Säugling. Professor der Philosophie (der seinen kleinen Sohn schreien hört): „Liebe Frau, unser Säugling schreit: vermuthlich will er neue Zellen bilden!" * * * Ballgespräch. „Sagen Sie, mein Fräulein, ist schon Jemand für Sie durchs Feuer gegangen?" * * Feine Unterscheidung. „Na, Kinder, Ihr seid gewiß Brüder?" — „Nee, — Zwillinge!" Literarisches Au« fremd«« Zungen. Das jüngst erschienene 12. Heft dieser Zeitschrift (erscheinend in der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart) hat einen ungewöhnlich vielseitigen und reizvollen Inhalt. An der Spitze desselben steht der Roman „Ramuntcho", das neueste Werk Pierre Lotis, des berühmten Verfassers der „Jslandsischer" und der „Madame Chrysantheme". „Ramuntcho" ist weniger ein Roman als eine Dichtung zu nennen; Loti schildert darin das Land, die Sitte» und das Wesen des Baskenvolkes, wie er das alles mit seinen Poetenaugen erschaut hat. Die Handlung ist einfach, aber gleichwohl fesselnd, die Sprache von hoher Schönheit und die ganze Darstellung von einer Pracht des Kolorits, wie sie unter den lebenden Dichtern nur Loti hervorzuzaubern vermag. An zweiter Stelle finden wir aus der Feder des Russen Gontscharow das erste von vier „Porträts", die köstliche, geistreiche Characterschilderung eines seiner Bedienten. * * * Weibliche Kriegshelden. Daß unter den deutschen Streitern, die anno 1813 gegen Napoleon I. kämpften, auch deutsche Jungfrauen zahlreich vertreten waren, erfahren wir in Wort und Bild aus dem jüngst erschienenen 7. Heft des mit einmüthigem Beifall aufgenommenen Prachtwerkes: »Denlsch« Hilden aus der Zeit Kaiser Wilhelms des Großen", Ernstes und Heiteres aus der vaterländischen Geschichte 1797 bis 1897, von Hans Kraemer (Berlin, Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., 15 Hefte ä 50 Pfg.). „Eleonore Prohaska," heißt es dort, „die tapfere Tochter eines Potsdamer Schankwirths, kämpfte imLützow- schen Freicorps und fand im Gefecht an der Görde ihren Tod. Charlotte Krüger trat in das Kolberger Leibregiment ein und machte den ganzen Feldzug bis zum Einzug in Paris mit. Bei Großbeeren schlug sie rüstig mit dem Kolben drein, half in der Ebene von Leipzig Napoleons Reich zertrümmern und zog im Winter des Jahres 1814 mit dem Regiment nach Frankreich. Schwer verwundet ward sie endlich als Mädchen erkannt und zum Lohn für ihren Heldenmuth zum Unteroffizier befördert. Vor Paris erhielt sie zugleich mit dem Eisernen Kreuz den russischen St. Georgen-Tapferkeitsorden und kehrte dann ruhmbedeckt in die Heimath zurück, um einem männlichen Inhaber des Cisenkreuzes die Hand zum Ehebund zu reichen . . ." Redaction: A. Echeyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerci (Pietsch & Scheyda) in Gießen.