EM HambGsH' (II Kotelett? Hausfra» len Küchen md Linse» Fleischkost hohenlohe- Grünkerne n Aromas rtikel und durch das jen fleisch- enehm und n-CotelettS e bestehen, nicht um us Hohen- )ahren als lhrt haben überzeugt, damit gc- i ständigen und Hafer- der Hohen- erg. Koch- t Gießen. Sainarow, ags-Instituts Spieg'l des ‘nben, neuen n nach dem das sind die das zu Ende bene Zeit des nder und mit en. Schwere t sie nicht zm sachung eines alente Greg« Oeffentlichkeit raten verfügt teil. Wie bei iten Romanen vorliegenden, rctuellen Zeit" o im sranzösi- ht und bannt 0 ber heutige» "ten politischen rkt bas größte ijeorg Müht- - Aufgabe mit Buchhandlung gemltm bei 8. Rai. 1807. - «t. 58. *«rgmulirallläll . ilnterhaltunosblatt mm MchmerAnieiger lKmeralAirzeigerl. > V Fata Morgana. Ikovelle von H. 9ten6. — Du fragest, waS wir sollen? — Immer nur das Gute wollen, Mße Nach dem Schönen rastlos streben, Wahrhaft sein in Tob und Leben, Vorwärts, nie zurücke schreiten, Gegen das Gemeine streiten, Sich dem Edelsten vereinen, Was wir sind, «mch immer scheinen! Hast Du dieses Ziel errungen, Ist Dir, was Du sollst, gelungen. (Fortsetzung.) Cenglin untersuchte den bewußtlosen Mann, stellte einige Fragen an die Umstehenden und versuchte eann Therese I leise aus der Thür zu schieben. ,, „Es ist der Typhus in seiner schrecklichsten Gestalt, I flüsterte er. v I „Was thut's! Vielleicht kann man durch gute Lust, I vernünftigen Rath hier Wandel schaffen." „Ich werde Alles besorgen, an Alles denken, nur um Gotteswillen gehen Sie." ;r „Warum? Glauben Sie, daß mir das Leben lieb ist, daß ich Ursache habe, das Sterben zu fürchten? Verdutzt blickte er sie an, doch ließ er e- geschehen, daß sie mit der Frau des Kranken sprach, dieser Geld für Medicin und Lebensmittel gab, und folgte ihr dann gedankenvoll über den Hof in das kleine Wohnhaus, in welchem schon manche freiherrliche Wittwe einsam ihren Lebensabeni ver- bracht. , . Noch nie waren die niederen, feuchten Zimmer mrt en kleinscheibigen Fenstern ihr so finster und unfreundlich er schienen wie heute. Wie Moderluft schlug es ihr von den mit Stockflecken bedeckten Wänden entgegen. Sie stieß die Fenster auf, doch das vorspringende Dach verwehrte der Sonne den Eintritt, nur einige bleiche Lichter spielten an der kellerartig gewölbten Decke, huschten über den dürftigen, veralteten Hausrath. Sie schauerte zusammen, und Plötzlich dachte sie daran, daß in der schönen Welt dort draußen so viel tausend glückliche Menschen im Sonnenschein sorglos dahinwandelten und nicht einsam zu frieren und zu darben brauchten. Walter war neben ße getreten und sah nur auf den öden Hof hinaus, in welchem einige struppige Hühner sich um die Regenwürmer stritten, die der Sonnenschein hervor- $ „Und wenn der Baron die Augen schließt, werden S e hier die Arme fröstelnd über der Brust verschränkte. , , v ... „Das ist nicht denkbar. Für eme zitternde Greisin, die mühsam mit dem Stocke sich umhertastet, mag es wohl ein Zufluchtsort sein, aber Ihnen winken noch alle Freuden des Lebens, Sie sind jung." ,Iunq!" Verächtlich schürzte sich ihre Lippe. glaube kaum, daß ich an Jahren etwas vor Ihnen voraus habe. In der Rosenzeit, welche Ironie, werden es steben- undzwanzig Jahre, daß das Glockenspiel des Stephansdomes meinen ersten Schritt begleitete." „Unmöglich," wollte er rufen, doch er verschluckte das banale Compliment. Er hatte es ja nicht mit Almv oder i deren Freundinnen zu thun. „Wenn man nachgerade so alt geworden tft, sollte man doch vernünftig sein, und sich nicht vor Gespenstern furchten sagte sie, aber der Mund war bleich und die Stimme bedeckt. .Und was liegt auch daran, wie man den Rest vom Leben verbringt," fuhr sie fort. „Hier nebenan ui der schmalen Kammer, aus welcher es noch immer ""e leiser Lavendelduft quillt, ist die Großmutter von Onkel Gustav gestorben, sie war die letzte Bewohnen» und ist gegen 8'“- M°« li- m Fn'd.» ruhen. Aber Sie, Therese, mit Ihrem heißen Herzen und den nach Glück suchenden Augen." I Stille' Hier im Wittwenhaus giebt es kein Herz, kein Glück, hier ist Alles nur Moder und Asche." „Herzkönigin! Schönste Frau!" Hatte er es gerufen, später wußte sie es selbst nicht mehr Mit fliegendem Äthern saß sie bald neben ihm au dem schmalen Wagensitz, und ihre Hände hielten d,e Zugel nicht mehr so fest wie bei der Heimfahrt. Nun lag ein großer Stein inmitten des Weges- in I ihrer Verwirrung hatte sie dessen nicht Acht. Ein Ruck, ein heftiger Anprall, Beide flogen in die Höhe, und Walter legte wie schützend den Arm um sie. I ‘ Es war nur während der Dauer einer Secunde ge« eine Anstellungen : wundir- in seiner draußen, mgelangt. irgen mit jetzt Früh- noch vorwäre es, :g Deinen ui. „Ich >ruße oer- 210 wesen, aber Therese hatte doch die Berührung wie einen clectrischen Strom empfunden. Eilig zog sie den großen Hut in die Stirn und ließ die Pferde mächtig ausgreifen, als könnte sie so dem Ver- hängniß entfliehen, das sie umlauerte. Die Geschäfte mit dem wartenden Förster waren bald erledigt, und im Städtchen läuteten gerade die Mittagsglocken, als Walter Senglin das Doctorhaus betrat. Fräulein Minchen war heute etwas ungnädig. „Der Bürgermeister habe sich mit einer guten Nachricht selbst herbemüht," erzählte sie. In der großen Spinnfabrik zwischen Soldin und Ruschwitz suche man einen neuen Arzt, das Fixum betrage wohl über dreihundert Mark, und die Fuhren würden frei geliefert. Doch müsse man bei dem Besitzer natürlich sich darum bemühen, und der Bürgermeister wolle selbst noch am heutigen Nachmittag mit ihm hinüberfahren. Wohl eine Stunde habe er gewartet, doch wer nicht kam--" „Ich war in Neuhof draußen, ein bedenklicher TyPhuSfall." „So," der alte Doctor blickte interessirt von seiner Morgenzeitung auf. „Also wieder in Neuhof? Ja, das Gesindehaus mag wohl nicht der gesündeste Aufenthalt sein, aber Therese, die in Soldin mit einer wahren Wuth baut und verbessert, hat für das Wittum nicht einen Groschen übrig. Damit sie Recht haben, wenn sie sagen, ich hätte mich an fremdem Gut bereichert, mir bei Zeiten, wie ein Hamster ins eigene Nest getragen, sagt sie stets, wenn Busse und ich auf irgend welche Veränderung dringen. Und was hilft ihr aller Stolz und alle Ehrlichkeit? Aus der schiefen Stellung kommt sie nie mehr im Leben heraus." „Und doch ist auf diese Art wohl am Besten für sie gesorgt, sie hat ihr gutes Auskommen bis ans Ende," meinte Fräulein Minchen, einen zu stopfenden Strumpf über die Hand ziehend und die schadhafte Stelle durch die Brille musternd. „Der Mensch lebt nicht vom Brod allein," murmelte der alte Doctor, während der junge unter dem Vorwande, die Toilette für den Mittagstisch zu wechseln, sich zurückzog. Oben aus den Fenstern seines Giebelzimmers konnte man weite Umschau halten über den See und das flache, eintönige Land. Dort zwischen den Birken, an denen das junge Laub wie ein leichter, grüner Schleier hing, lugte das hohe Dach des Soldiner Herrenhauses hervor. „Ob sie mich verstanden hat, ob sie ahnt, wie schön und begehrenswerth sie eigentlich ist?" fragte er sich, unruhig in dem engen Raum auf- und niederwandelnd. Noch immer glaubte er den leisen Duft, der ihrem Haar entströmte, zu athmen, die schlanke Gestalt in seinem Arm zu fühlen. Erst als Fräulein Minchen unten laut zum Essen rief, schloß er das Fenster. Walter Senglins leicht entzündliches Herz stand in Hellen Flammen. IV. Trotz des heißen Junitages hatte Fräulein Minchen Borrmann der Frau Bürgermeister einen gemüthlichen Kaffeebesuch gemacht, in der Hoffnung, einen ganzen Strickbeutel voll harmloser Neuigkeiten Heimzubringen. Wider Erwarten litt die Situation an einer gewissen Ungemüthlichkeit. Heftiger denn je klapperte die Hausfrau mit den Kaffeetassen, und Alma, die auf olivgrünem Plüsch allerlei wunderbare Rosen mit grünen und braunen Blättern stickte, sah blaß und niedergeschlagen aus. „Wohl die schwüle Gewitterluft," dachte Minchen und zog ihr Strickzeug hervor, dabei einen neugierigen Blick auf die kostbare Stickerei werfend. „Gewiß das Vielliebchengeschenk, das Sie neulich an unseren jungen Doctor verloren, nicht wahr?" fragte sie. „Aha, eine Briefmappe! An ihrer Stelle hätte ich lieber ein Rauchtischchen oder eine Eckconsole gewählt; solche Dinge lassen sich bei der künftigen Zimmereinrichtung doch immer gut verwenden. Wann ist denn nun eigentlich öffentliche Verlobung?" „Wohl garnicht," platzte Frau Bürgermeister heran«, während Alma in Thränen ausbroch. „Solch eine schlechte, kokette Frau! Bitt der Tugend soll es ja nie weit hergewesen sein, aber dieses ist schändlich, ein Seandal!" „Was meinen sie eigentlich? Von wem sprechen Sie?" „Von wem anders wie von der Baronin, die einen halbversprochenen Bräutigam in ihre Netze lockt." Fräulein Minchen saß da mit offenem Munde, wodurch ihr rundes, gutmüthiges Gesicht nicht gerade geistreicher wurde. „Von der Baronin, von unserer Therese?" stammelte sie. „Wie sollte so etwas möglich sein! Das ist natürlich Verleumdung." „Keine Verleumdung ist's, bittere Wahrheit," schrie die Frau Bürgermeister, ihre Haubenbänder unter dem Kinn lockernd. Die Krause erzählt es Jedem, der es hören will, wie es dort oben zugeht. Dreimal des Tages kommt er hinaus, obgleich der Zustand des Barons nicht schlimmer gegen früher tft; dann sitzen sie zusammen, sprechen über allerlei gelehrtes Zeug, er liest ihr vor, und zärtliche Blicke werfen sie sich zu, wie ein junges Liebespaar. Kein Wunder, daß er sich bei uns immer mit der Praxis entschuldigt und keine Zeit übrig hat für mein armes Kind, das sich um ihn die Augen ausweint. Lots zur Salzsäule erstarrtes Weib war gewiß ein ganz bewegliches Geschöpf gegen Fräulein Minchen, die glaubte, nie mehr im Leben Hand und Fuß rühren zu können. Gelegentlich klatschte sie wohl auch ganz gern einmal mit, aber in Betreff Theresens verstand sie keinen Spaß. „Aber Sie sollten Ihre Worte doch abwägen, beste Freundin, sich besinnen, ehe Sie den Ruf der Baronin vernichten," sagte sie, bemüht so würdevoll wie möglich auszusehen. „Guter Ruf", höhnte die Bürgermeisterin, während die weinende Alma krampfhaft auflachte. Guter Ruf, der war wohl nie weit her, umsonst munkelt man nicht Allerlei, etwas steckt immer dahinter, und jetzt ist sie ja selbst bemüht, denselben total zu vernichten. Kutschirt sie doch jeden Tag mit dem Doctor auf abgelegenen Feldwegen umher, natürlich allein, ohne Kutscher, denn zwei Augen und Ohren sind ihr zuviel." „In Neuhof ist der Typhus unter den Leuten ausge- brachen, da muß die Besitzerin wohl helfend eingreifen," versuchte das alte Fräulein zu entschuldigen, gab aber, der kriegerischen Haltung der beiden Damen gegenüber jede westere Bemühung als nutzlos auf. „Seit drei Tagen war er garnicht mehr hier," klagte Alma in ihrTaschentauch hauchend und es auf die gerötheten Augenlider drückend, „und als Papa ihn gestern zu eine« gemüthlichen Familienscat aufforderte, da wußte er unter tausend Ausflüchten abzulehnen. Natürlich hatte er wieder ein Stelldichein mit der verschmitzten Zigeuner-Baronin. Jetzt soll sie gar nicht mehr so finster aussehen, wie die Krause sagt. Und verstehen sollen sich Beide auf einen Augenwink,- es ist empörend!" Fräulein Minchen stand auf, mit zitternden Händen wickelte sie ihr Strickzeug zusammen. „Natürlich kann ich diese Beschuldigung gegen Therest nicht weiter anhören, wenn Ihr ruhiger geworden seid, werde ich wieder kommen. Aber, liebe Alma, obgleich ich nur ein altfränkisch Frauenzimmer bin, das Eine weiß ich doch ganz genau, wenn ich im Stand wäre, von meinem Bräutigam so etwas zu glauben, ihm so etwas zuzutrauen, dann träte ich nicht mit ihm vor den Traualtar." Damit drückte sie die Thür hinter sich ins Schloß und trippelte, weinend vor Aerger, ohne den Sonnenschirm zu öffnen, über die sonnige Straße. Wider Erwarten theilte der Bruder nicht ihre moralische Entrüstung, nur bis in die innerste Seele erschüttert, blickte er sie an. „Das wäre entsetzlich," murmelte er. „Längst furchte öffentliche r heraus, ! schlechte, 'eit herge- en Sie?" die einen , wodurch zeistreicher stammelte natürlich schrie die dem Kinn ören will, kommt er schlimmer echen über iche Blicke n Wunder, uldigt und ch um ihn gewiß ein tchen, die zu können, nmal mit, ■6. gen, beste ronin ver- mszusehen. ährend die , der war riet, etwas müht, den- n Tag mit natürlich in sind ihr ten ausge- ingreifen," aber, der lüber jede :r," klagte gerötheten t zu einem er unter er wieder ■ - Baronin, i, wie die auf einen en Händen en Therese irden seid, obgleich ich ie weiß ich on meinem zuzutrauen, / schloß und nschirm zu moralische tert, blickte gst fürchtete - 211 — ich, daß er ihr etwas in den Kopf setzte- das Zeug hat er ganz genau dazu mit seinem sanften, einschmeichelnden Wesen. „Und Du glaubst, Du kannst so etwas für möglich halten?" Langsam schlug er die grauen, etwas schwermüthigen Augen zu ihr auf. „Das ist wohl der erste Sonnenstrahl, der in ihr Leben fällt, willst Du sie verurtheilen, daß sie danach hascht, mit geschloffenen Augen an einem Abgrund wandelt, den sie voll blühender Rosen wähnt. Die Liebe ist das Beste vom Leben, Niemand wehrt sich gegen ihren Zauber, am wenigsten wohl ein unberührtes Mädchenherz, das bereits an der Grenze der Jugend steht." „So faßt Du also diese Sache auf," seufzte sie, „aber bedenke, Therese ist vorläufig noch gefesselt." „Denke nicht so weit, Glück entsprießt ihr nicht aus diesem verspäteten Traum, ist ihr wohl auf Erden nicht be- schieden. Senglin scheint mir nicht der Mann, der die Aebesfülle dieses großen, heißen Herzens zu würdigen versteht. Ein moderner Mensch, der die Blumen bricht, wo er sie findet." „Und so gut wie versprochen ist er lange schon mit Alma." Der Doetor nickte. „Ich weiß, eine Studentenliebelei, die Bürgermeisters von Anfang an sehr ernst nahmen. Augenblicklich verdankt er dem Vater hier seine ganze Existenz, auch für das Staatsexamen und was drum und dran hängt, ist gesorgt worden. Ein moderner Schwiegersohnsang, den wir in unserer Jugend auch noch nicht kannten." Fräulein Minchen faltete ihre runden, fleischigen Hände über der schwarzseidenen Ausgeh -Mantille, die sie noch immer trug. „Und die arme Therese weiß von nichts," jammerte sie. Man sollte ihr die Augen öffnen, ihr Alles sagen." Der alte Doetor hob die Hand mit der Pfeife und sah dabei ordentlich gebieterisch aus. „Nicht daran rühren, gebot er, noch kennt sie selbst die Gefahr nicht, die ihr droht. Vielleicht ist die Liebe zu einer Therese auch stark genug, ihn der gedankenlosen Lebensführung zu entreißen. Vielleicht begeistert sie ihn die Ketten —" Er brach ab, die Hoffnung, die er aussprechen wollte, wohnte nicht in seinem Herzen. Inzwischen saßen die Beiden, die solch einen Sturm heraufbeschworen, im Schloßgarten unter der blühenden Linde. Der junge Doetor schob den Strohhut zurück auf das lockige Blondhaar. Auf seinen Knieen lag geöffnet: „Waldmeisters Brautfahrt", aber er hielt mit dem Vorlesen inne und versenkte sich in den Anblick seiner schonen, gedankenvollen Nachbarin. Thereses Hände waren nachlässig in den Schooß gefallen und wie verzaubert, halb lächelnd, halb träumerisch, blickte sie in das flüchtig dahinziehende, rothgraue Abendgewölk. War sie wirklich noch dieselbe? War dieses derselbe Platz, auf welchem sie lange Jahre in finsterem Grübeln einsam gesessen, bis die Pflicht sie herauf an das Leidensbett des Onkels gerufen, um die ermüdete Wärterin dort stundenweise abzulösen? Und dieses Herz, das plötzlich so freudig und angstvoll zugleich hatte klopfen gelernt, war es dasselbe, das bisher so kalt und schwer wie ein Stein ihr in der Brust gelegen? An die Zukunft, die wie eine schwere Gewitterwolke unheilbrütend am Himmel stand, dachte sie nicht, sie wußte nur, daß der junge Gefährte Licht und Freude in ihr dunkles Leben getragen. „Noch ist die blühende, goldene Zeit, noch sind die Tage der Rosen," wiederholte Senglin die zuletzt gelesenen Worte. „Ich mag die Rosen nicht, sie verblühen so schnell," meinte Therese, „ein einziger, heißer Tag bringt sie zum Welken." „Und Sie sind nicht selbst eine Rose, wenn auch nur ^ne bleiche," flüsterte er. „Lassen Sie Ihre prunkenden Schwestern unter dem feurigen Sonnenkuß sterben, Glück »nd Schönheit hat nur kurze Dauer auf Erden. Sie schweigen, Sie wenden sich ab. Süße Theerose, zürnen Sie mir nicht." Theerose. Wohl tausendmal war sie vom Onkel Doetor io gerufen worden, doch noch niemals hatte ihr dieser Name o berauschend geklungen, wie aus dem Munde Desjenigen, der sie eben so genannt. Tief athmend drückte sie die Hand aus's Herz, als ob ie fliehen wolle, war ihr zu Muth. Senglin hatte sich mit ihr zusammen erhoben und nun waren der blonde und der dunkle Kopf in gleicher Höhe. „Gleich alt, gleich groß, das will nicht recht paffen," fuhr es ihr durch den Sinn, schnell, als könne er ihr diese Gedanken von der Stirn lesen, bückte sie sich, um einen Stein in den Teich zu werfen, den Schnfterle heraufholen sollte. Schufterle fand diese Wafferpartie ganz nach seinem Geschmack, laut bellend und sich die Nässe aus dem Pelz schüttelnd, animirte er die Herrin stets zu neuem Spiel. „Nun ist es aber genug, Du Wildfang, kannst Einen außer Athem bringen." „Daß gerade Ihnen dieses ungeberdige Thier angenehm ist." „Dieses wilde Temperament, dieser Ueberschuß an Kraft, die ausgetobt werden muß, muthete mich stets wie etwas aus einer unbekannten Welt lau. Auch dem Onkel Doetor schien es so zu gehen- so lange er noch zu uns herauS- kommen konnte, spielte und amüsirte er sich immer mit dem Taugenichts. Gern umgebe er sich wohl selbst mit solch einem munteren, vierfüßigen Freund, doch Tante Minchen fürchtet für ihre weißen Dielen." Absichtlich in ihrem Gespräch nur allerlei Fernliegendes berührend, ging sie neben ihm her durch den schweigenden Park. Die Sonne hatte ihr heißes Tagewerk beendet, gierig schien der See ihre letzten Flammenstrahlen zu trinken, langsam trat die bleiche Mondsichel am wolkenlosen Himmel hervor- es wurde Abend. Nun hatten sie die Lindenlaube, in welcher Inge an dem letzten Abend ihres Lebens mit den Freunden geweilt, erreicht. Dachte Therese jener Stunden? Ueberkam sie die Sehnsucht nach Mutterliebe, nach treuem Rath? Leise weinend senkte sie plötzlich den Kopf. „Thränen?" fragte er erstaunt. „Thränen jetzt, wo die Nachtigall flötet und die Rosen blühen?" Sanft hielt er die widerstrebende Hand und blickte ihr mit seinen lachenden, blauen Augen ins Gesicht. „Thränen?" wiederholte er. „Ich habe so lange nicht geweint," flüsterte sie, „in mir war Alles zu Eis erstarrt." „Daun ist es Himmelsthau, der bringt der Seele den Frühling wieder." „Frühling ist es immer, wenn man liebt," rief er feurig. „Herzen altern nicht, haben die Kraft, wie der Phönix aus der Asche, sich stets zu neuem, jungem Glück emporzufchwingen. Du schweigst, geliebte, blaffe Theerose- aber Deine Augen sind beredter als der Mund." Stürmisch hatte er sie umschlungen, sie unter heißen Küssen an seine Brust gezogen, während er tausend zärtliche Kosenamen ihr ins Ohr flüsterte. Wie berauscht von Himmelswonne lag sie in seinen Armen, wie Sphärenmusik fiel jedes seiner Worte in ihr Herz. „Nur nicht vorwärts, nicht rückwärts denken," wünschte sie. „Nur nicht erwachen aus dieser Seligkeit!" Doch langsam erhob die Wirklichkeit ihr kaltes, nüchternes Gesicht. Hastig entwand sie sich seinen Armen und erschrak Über ihr blasses, verstörtes Aussehen. „Bist Du nicht glücklich, liebst Du mich nicht?" fragte er, von Neuem sie an sich ziehend. „Und das fragst Du noch," rief sie in leidenschaftliches Weinen ausbrechend. „Wir hatten ja vergessen, wer ich eigentlich bin. Nur, wenn ein theuereS Leben erlischt, kommt für uns das Glück." (Fortsetzung folgt.) - SIS - $0$ Fahrrad im Dienste der „weisen Frau". In unserer fortgeschrittenen Zeit war er vorauszusehen, daß auch die „weisen Frauen" sich deS modernen Communi- cation-mittelr, deS VeloripedeS, bedienen werden. Frau Emilie Killmann in Wien hat den Anfang gemacht und das Zweirad gewählt, um rascher zu ihren Kunden gelangen zu können. Sie ist die erste radfahrende Hebamme in der österreichischen Hauptstadt und deshalb bringt das dortige „Jllustrirte Extrablatt" ihr Porträt, hoch zu Roß, die Jn- strumententasche an der Lenkstange. Gleichzeitig widmet Julius Bauer ihr im gleichen Blatte eine stattliche Reihe von Versen, von denen wir die folgenden wiedergeben: Wohl mir, daß ich ein Enkel bin! Ich danke dem Himmel die Gnade, Daß er mich noch Eines erleben ließ: Die Hebamme auf dem Rade. Mt Blitzesschnelle fährt sie dahin, Der Menschheit zu Nutz und Frommen; Ich hätte wahrlich gute Lust, Noch einmal zur Welt zu kommen! Schon wird das Ammenmärchen verlacht Von allen Buben und Madeln; Der Storch wird seines Amtes entsetzt, Der Elende kann nicht radeln. Noch nie hat meines Wissen» ein Storch Auf einem Zweirad gesessen, Dagegen fährt die weise Frau Den Umständen angemessen. Die Tasche verhüllt daS Instrument, Dem wir so Vieles verdanken, Da« selbst Molidre nicht hat verschmäht Im „Eingebildeten Kranken". (Bauer kommt auch auf das Theater zu sprechen, zählt einige Stücke auf und fährt sodann fort): Die Stücke darf jede Hebamme seh'» Mit freien und offenen Blicken; Ich würde dagegen Dich nimmer und nie Zur „Jungfrau von Orleans" schicken. Nun radle weiter, auf daß es nicht heißt, Daß Deine Kunst ich gefährde; Sonst kommt vielleicht ein Menschlein zu spät Auf diese erbärmliche Erde! Du radelst gut, Du radelst famos Für unsere künftigen Lieben, Die dankbar preisen werden dai Jahr Des AllheilS Neunzigundsieben. Ich habe mich über den Gegenstand Mt Lust und Liebe verbreitet, Weil eine weise Frau auf dem Rad Gewiß ein Ereigniß bedeutet. Und steigen ihrer noch mehr zu Rad, Dann rufen Jene und Diese: Nachkommen heißt daS Feldgeschrei, Vorsahren die Devise. Hattet Nachschau in Eurem Kartosselkeller! Besonder- ist öfteres Umlesen nothwendig, damit die faulen Kartoffeln nicht die guten anstecken. Fleißiges Lüften bei trockenem, warmem Wetter verhindert das vorzeitige Keimen. Mit dem Lüften muß man aber vorsichtig sein, da in starl! abgekühlten Kellern die Kartoffeln leicht süß werden. * * Gegen Ameisenbitz ist das Eintauchen in oder Betupfen der verletzten Stelle mit kalter Milch das beste Linderungsmittel. Gegen Heiserkeit ist der Gebrauch des kalten Wassers innerlich und äußerlich sehr zu empfehlen. Der Patient trinkt des Morgens während des Ankleidens ein Glas srischeS, klares Waffer, aber nicht auf einmal- auch muß den ganzen Tag hindurch fortwährend eine kleine Quantität frischen Waffers getrunken werden. DeS Abends vor dem Schlafengehen nimmt der Kranke eine Serviette, taucht sie in kalter Waffer, drückt dieselbe aus, faltet sie zusammen wie ein Halstuch und legt sie sich um den Hals- eine trockene Serviette wird ebenfalls zusammengefaltet, über die erste gelegt und befestigt. AlSdann lege sich der Patient in's Bett und decke sich recht warm zu, um eine neue Erkältung zu verhüten. Diese Kaltwasserkur, etwa acht Tage fortgesetzt, wird daS Uebel sicherlich beseitigen. * * * Ein neues Mittel, den fürchterlichen Hnften beim Vchlncken schnell zn beseitigen. Bisher hatte man es in der Gewohnheit, daß man den Betreffenden, welcher sich verschluckt hatte, heftig auf den Rücken klopfte, was allerdings in einzelnen Fällen, in den meisten jedoch nichts half. Nun aber soll eS viel wirksamer sein, wenn der Hustende einfach beide Arme nach oben kräftig streckt. * * * Behandlung der Flaschenkorke. Die Flaschenkorke muß man unmittelbar, bevor sie verwendet werden, mit siedendem Waffer abbrühen und noch feucht und warm zum Verkorken verwenden. Das beim Zusammendrücken der Korkes von der Maschine allenfalls ausgedrückte Wasser wischt man mit einem reinen Schwämmchen ab, bevor man die zn verkorkende Flasche darunter stellt. * Rindfleisch nach Burgunder Art. Ein Stück Rindfleisch vom Hinterrücken klopft man tüchtig, schneidet eS in Scheiben und läßt es über lebhaftem Feuer sich bräunen. Dann streut man Mehl über die Fleischstücke und rührt sie einige Augenblicke mit einem hölzernen Löffel hin und her, worauf man ein GlaS guten Rothwein und ebensoviel Auflösung von Liebigs Fleischextract beifügt. Hierauf salzr und pfeffert man und fügt die üblichen Gewürze, sowie Champignons und in Butter gebräunte Zwiebeln hinzu uns läßt daS Ganze auf stillem Feuer eine Stunde dünsten. Nunmehr richtet man das Fleisch auf einer flachen Schüssel an, schüttet die Sauce, nachdem man sie durch ein Sieb gegossen hat, darüber und garnirt eS mit den Champignons und Zwiebeln. ___________ Literarische» „Aus fremden Zungen." Eine Halbmonatsschrift. Heft 7 (Stuttgart, Deutsche Verlags-Anstalt). Nachdem mit dem letzten §e te beS 1. Quartals der fesselnde Roman Guy de Maupassants „Unser Her," zum Abschlüsse gelangt ist, bringt das 7. Heft den Anfang eines der neuesten und interessantesten Produkte der russischen Literatur, P. Boborylins Erzählung „Der Mörder". Eingehend und mit feinster Beobachtung schildert der Verfaffer, der hier in den Bahnen der französischen „Psychologen" wandelt, den Seelenzustand und das tragische Verhängniß eines Mannes, der die Frau eines Andern heimgefuhrt hat, nachdem er den Gatten im Duell erschossen. Obwohl er durchaus ehrenhaft gehandelt hat, vermag er sich doch des errungenen Glucke nicht zu freuen und geht, von Seelenqualen gepeinigt, als em Opfer ° Dämons Liebe einem düsteren Ende entgegen. lieber die durchschnittliche Lebensdauer des Menschen in den wt« f(Siebenen Epochen entnehmen wir folgenbe interessante Gmzeiyei einem Aussatz ber .Ivvfletrt«« (Stuttgart, Deutsche Verlags- Anstalt) Heft 18: Unser Gesundheitszustand ist ein viel besserer als ° jenige unserer Vorfahren. Dies beweist namentlich die ganz sicher 11- gestellte Thatsache, daß sich die mittlere Lebensdauer der Menschen, v. Tage der Geburt an gerechnet, im Laufe der letzten drei bis vier y Hunderte beinahe verdoppelt hat, daß also der einzelne Mensch, w <9 heutzutage zur Welt kommt, eine fast doppelt so große Aussicht har, zu werden, wie sie der vor mehreren hundert Jahren Geborene h Während man die mittlere Lebensdauer im Mittelalter mit de ». führen Zahl von 21 Jahren annimmt, wird sie für die Jetzt; 40 Jahren angenommen. Redaetion: «. «cheyda. - Druck und «erlag der Brübl'schen UniversttätS-Buch- und Eteindruckerei (Pietsch » «cheyda) m ®i*x' quäl," bl jungen L doch noch Er Kopf ihr In sein blon „Ad die Welk spreche?" Da daß der schrötige . „M fammendi Dem Au Ostern ( den hat ' ihn nur ob er c Krausen Garten hinein." „Vi leben Erhallenden