chdem so oft t Allgemeinen ’n ist, Hal sich Kongreß für entschieden zu Geschlecht aus- Fcankf. 3tg." ndern als die die Gelegen- hen, daß!sich :m Radfahren Damen haben panischen Feh- e dem Spott oon dem Vor- virksamer als hautthätigkeit uskel kräftige, enden Damen en, wollenes hält die Be- schädlich. , der während rregt hat, darf St. Moritz für gelten. Sieg, einanderstellung ciginalschöpfung üge des Bildes gemacht. Nicht ne zu weitester rna hervortritt, inen läßt. Es rUt&tt Land estellter bunter Webbecke eigens Blatt, das als eichnet werden »ewährten Zeit- ändlicher Weise tjren, wie der- ßen Tafel wird entnommenen arben in eni- und das Bild deutlicher und md in seinem Kaiser Wil- t werden soll, , hat auch das heinende herr- bezügliche entspricht das ff en Vielseitig- breitung über ummer bringt rc. Der mit t 86 Figuren ^rarnm-Alpha- taly von Efch- eilagen, wie: irtes Damengeber (Koslen- :enten), Brief- hrlich für die ist die Aus- charbeiten-Kosten Federn." , von E. von ten der Aus- Abonnemenls wbenummern Gieße«. MBB Tyi w & -Tv k Mugend ohne Begeisterung ist so traurig, wie Alter ohne ^Erfahrung. E. H. Seines Glückes Schmied Der hat seinen Vortheil wohl be- — Stolzer Ruhm 1 Seines Unglücks Meister — Heldenthum! B. dacht, Der sich uns unentbehrlich macht- G. W. Das Haus der Schatten. Roman von Robert Kohlrausch. (Fortsetzung.) Sie machte eine Pause, um die Wirkung ihrer Worte zu beobachten, und als sie sah, daß alle Augen an ihrem Munde hingen, daß selbst das Stubenmädchen ihren Roman, und Hanne den Rest ihres Essens vergessen hatte, fuhr sie langsam fort. „Jawoll, allerlei, wenn man wollte. Geredet hat man ja schon lange, aber ich bin hier nu schon fünf Jahre, un da müßte ich lügen, wenn ich sagen wollte, ich hätte was gemerkt. Aber es is nu so 'n Monate sieben oder acht her, da is es losgegangen." „Was ist denn losgegangen?" fragte der Diener, seinen Berliner Dialekt vergessend, in gutem Deutsch, warf einen Blick auf die Thür und zog sich in die Nähe des kräftigen Kutschers zurück. „Das is nich leicht zu sagen," entgegnete Caroline, die ihr Nähzeug in den Schooß hatte sinken lassen, „'n Geräusch is es sozusagen un denn auch wieder keinem Geräusch, was man so nennt- Aber so 'ne Art von Klopfen oder von Hämmern, aber ganz leise, un man kann nich sagen, ob es in die Wand sitzt oder in die Decke oder wo sonst. Un man hört ihm auch beinah' nich, aber zuweilen doch, wenn ich hier allein sitze, un es is ganz still, denn habe ich ihm doch gehört. Un einmal, Sie waren ja hier anwesend, Ferdinand, wie es den Krach gab un den Donner, nu wie der Kalk von die Wände gerieselt is." Der Kutscher nickte, ohne die Pfeife aus dem Munde zu nehmen- das Stubenmädchen rückte seinen Stuhl ganz dicht zu Caroline heran, und die gebrechliche Gestalt der kleinen Hanne schien sich noch mehr zusammen zu kauern, während ihre Augen noch größer und schreckhafter aussahen «ls vorher. „Einen Donner?" fragte der neue Diener, und es war, als wenn das Sprechen ihm Mühe machte. „Ja, wissen Sie, wieder auch keinem richtigen Donner. Wieder so ganz von weitem, so wie von die andere Seite von die Erde. Aber gespürt hat man ihm doch, un das Haus hat ordentlich gebebt, aber denn is es stille gewesen, un Keiner hat erfahren, was der Ding bedeutet hat." „Caroline, ich glaube, wir Beide haben die Geschichte geträumt," sagte der Kutscher, dem es unlieb schien, daß die Geheimnisse des alten Hauses vor seinem neuen College» am ersten Abend gleich ausgekramt wurden. Aber die Köchin bemerkte seine Absicht nicht- es war ihr eine Wonne, die kleine Gesellschaft in ihrer Küche in wollüstiges Grausen zu versetzen. „Ferdinand," rief sie, „wie können Sie so was sagen! Un wenn sie's vorn im Haus auch nich gemerkt haben wollen, das macht mir doch nich zweifelhaft. Hier hinten im Flügel haben wir's gemerkt, un der Herr Assessor würde dem Lärm auch gespürt haben, wenn er dermalen hier schon gewohnt hätte. Na, un wo er hier nu wohnt, ob wir da nich noch ganz andere Sachen erleben, darauf möchte ich keinem Gift nehmen. Denn seit er mit die Frau Regierungsrath —" Es war kein furchterregendes Geräusch, das sie mitten im Satze verstummen ließ, keiner jener unheimlichen, uner- klärbaren Laute, von denen sie erzählt hatte. Klar und rein ertönte vom Corridor her eine frische Menschenstimme, die mit in dem alten Hause lauern mochten. Immer vernehmlicher, immer näher erklang das laut und herzhaft gesungene Lied: O Sonnenschein, o Sonnenschein, Wie scheinst du mir in's Herz hinein! Weckst drinnen lauter Liebeslust, Daß mir so enge wird die Brust — Nun öffnete sich die Thür, und in ihrem braungelben Rahmen, auf der obersten der drei Stufen, die von draußen zu ihr emporführten, erschien eine Mädchengestalt, so frisch, so jung und so ganz erfüllt von knospendem, schwellendem Leben, daß es war, als trete der Frühling selbst herein in den Winterabend. Dre wohlgeformte Gestalt war von einem einfachen, blauen Hauskleid umhüllt, in natürlichem Gelock legte das Haar sich um die weiße Stirn, und dunkelgraue Augen blitzten fröhlich aus dem feingeschnittenen Gesichte hervor. Das Mädchen war von mittlerer Größe, doch Alles an ihr war Ebenmaß, Harmonie, Gesundheit und Heiterkeit. Einen Augenblick blieb sie stehen, nachdem sie die Thür geöffnet hatte, und schmetterte die letzten Worte ihres Liedes laut hinein in den engen Raum, der eben noch von einem Schauer des Geheimnißvollen war durchweht worden. Was aber die Schatten des Ueberirdischen nicht vermocht hatten, das bewirkte dieses. Erscheinen eines frischen Lebens. Ferdinand Elster, der Kutscher, erhob sich langsam von seinem Sitz auf dem Ausguß, ging dem jungen Mädchen entgegen und sagte mit einem behaglichen Schmunzeln: „Sieh da, des Goldschmieds Töchterlein! Guten Abend, Fräulein Wernicke !" Jetzt schloß sie die Thür binter sich und trat ein. „Guten Abend, Herr Elster, guten Abend allerseits. Da bist Du ja auch noch, Hannchen- sieh, das ist schön, daß Du Dir Essen geholt hast." Sie war zu dem Kinde in seiner Ecke herangetreten und strich leise über sein glattes, strohgelbes Haar mit einer Bewegung, so zart und sanft, als müsse von ihren Fingerspitzen das ganze Mitleid ausströmen, das ihre Seele diesem armen, kleinen Geschöpf entgegenbrachte. Dann wandte sie sich dem Diener zu, der neugierig herangetreten war, und sagte: „Sie sind wohl der neue Diener vom Herrn Doctor Jaksch oben? Den vorigen mochte ich nicht leiden, hoffentlich werden wir bessere Freunde. Sie müssen nämlich wissen, daß wir hier im Hause alle gute Freundschaft halten, wenn's irgend angeht. Hier, Caroline, tst unser Mittelpunkt- mit der müssen Sie sich stellen, die thrannisirt uns Alle. Aber man kann sich's gefallen lassen, denn sie hat ein Herz wie Gold." ■ besser, wie Ihres, Fräulein Martha," sagte die Köchin mit behaglichem Lachen. „Man thut, was man kann." „Ich komme auch schon wieder einmal, Ihre Güte in Anspruch zu nehmen," gab Martha zur Antwort und hob eine Theekanne in die Höhe, die sie in der Hand hielt. „Um heißes Wasser komme ich betteln, wenn es noch welches giebt." „Nein, nein," rief sie, als Caroline sich rasch erheben wollte, „es hat noch Zeit, es eilt mir nicht, und eigentlich bin rch ja nur hergekommen, um noch ein wenig zu schwatzen, ^zch kann nicht stille sein, wenn ich neben anderen sitze, kaum, wenn ich allein bin, — da singe ich mir wenigstens ein Lied. Aber Vater sitzt und zeichnet, und Mutter liegt auf dem Sopha, wie immer, und liest einen Roman- da wurde mir's zu eng, und ich lief hinaus und da bin ich, und nun erzählt mir irgend eine schöne Geschichte!" Sie hatte die Theekanne fortgestellt und schlug die Hände zusammen wie ein vergnügtes Kind. Der Kutscher rieb sich mit dem Mundstück seiner Pfeife das Knie. „Was man so Neues nennt, das wüßten wir nu just nicht," sagt? er bedächtig. „Wenn man es nicht was Neues nennen will, daß der Herr Assessor heute Abend wieder bei der Frau Regierungsrath sitzt und ihr vorliest oder sonst was." Es war die hohe, klägliche Stimme des Stubenmädchens Johanne, die diese Worte sprach. „Nicht klatschen, Johanne," rief Martha und hob drohend emen Finger, während ihr freundliches Lachen die warnende Bewegung entkräftete. „Und am wenigstens über Ihre Herrschaft und über solche Dinge klatschen! Wenn sich zwei Menschen lieb haben, ich denke mir, das muß das Schönste auf der ganzen Welt sein, so schön wie der Frühling, oder wre Weihnachten, wenn man noch ein Kind ist. Und diese Beiden, ihr wißt ja gar nichts Bestimmtes, aber warum sollten sie einander nicht lieb haben? Es ist ja schon drei Jahre her, seit der Regierungsrath gestorben ist, und sie ist noch so jung, eben sechsundzwanzig, da kann das Leben doch nicht zu Ende sein, so ganz zu Ende für immer. Nein, laßt sie nur glücklich werden, wenn der liebe Gott es will." „Gegen dem zu murren liegt mich ferne," sagte Loroltnc, dre wieder zu nähen begonnen hatte. „Aber wir haben da vorhin so Allerlei geredet, alte Geschichten von dieses Haus —" //Ihre Geistergeschichtchen wohl gar, Caroline?" rief Martha lachend. „Nein, lassen Sie die Geister ruhen. Es giebt keine Gespenster, und — was ist das?" Ein Laut, wie aus der Tiefe der Erde unter ihr hervordringend, hatte sie jäh unterbrochen. Zuerst ein heftiger, • scharfer Ton wie von einem Sturz oder einem Schuß, dann ein gedämpfter, lang nachhallender, ersterbender und wieder erwachender Donner. Nun war es still, aber ein leises Zittern und Beben schien noch durch die Wände des Hauses zu gehen, und ein feines Knistern verrieth das NiederriespM des Kalkes von der Decke. Alle die Leute, die in der Küche versammelt waren standen aufrecht, horchend, mit angespannten Sinnen hinaus- sorschend in eine dunkle Ferne, aus der das seltsame, unerklärte Geräusch zu ihnen gekommen war. Bleiche/noch als die Frauen war der junge Diener geworden, aus dessen frischem Gesicht alle Farbe gewichen war, während die kleine Hanne die geleerte Schale an sich preßte, als könne sie ihr ein Schild sein in der Gefahr. 1 Als es ganz still blieb, und auch das Kaistern des niedergleitendeu Kalkes verstummt war, fand die Köchin zuerst den Muth zu erneuter Rede. „Da war ihm wieder," sagte fie,. und ihre Stimme bebte, zugleich aber klang ein leiser Triumph über die Bestätigung ihrer Erzählung von vorhin aus den Worten. „Ja, so war es damals auch," fügte der Kutscher hinzu. „Nun habt Ihr Anderen es ja selber gehört." „Das haben wir," sagte Martha, auf deren Lippen das gewohnte Lächeln schon wieder auflebte. „Aber darum glauben wir doch noch nicht an Schatten und Geister und Gespenster. Die Sache ist nicht abzuleugnen, aber ebendeshalb muß sie sich erklären lassen. Elster, machen Sie doch einmal das Fenster auf." „Das Fenster?" „Jawohl, nach dem Hofe dort- es ist ja das einzige, über das wir verfügen, und von da schien mir der wunderliche Ton zu kommen." Der Kutscher schickte sich an, das Fenster zu öffnen, indem er bedächtig das grüne Rouleaux in die Höhe zog, zugleich aber sagte er: „Das wäre ebenso sonderbar, wie die Geschichte selber. Denn in den Hof kann um diese Zeit kein Mensch herein. Ich habe selber das Thor vorhin abgeschlossen, wie ich die Pferde besorgt hatte. Die machen keinen solchen Spectakel, und neben dem Stall ist ja nur noch der Schuppen, in dem es nichts giebt, wie altes Gerümpel. Aber wir können ja immer mal nachsehen." Er öffnete jetzt die beiden Flügel des Fensters, hakte sie fest und schaute hinans. Martha und Caroline traten zu ihm und blickten gleich ihm in den beschneiten Hofraum hinunter, während das Stubenmädchen, der Diener und Hanne sich fern von ihnen um die Lampe schaarten. Der Wind hatte noch nicht nachgelassen und schleuderte den Hinausblickenden feinkörnigen Schnee in die Augen, mit dem er auch den Boden der Küche überstreute. Die Gardine am Fenster bauschte sich auf und riß sich los, sodaß sie wie eine weiße Fahne in den Raum hineinwehte. Das Heulen im Rauchfang schien in der tiefen Stille, die eingctreten war, zuzunehmen, aber kein anderer Ton, keine Wiederholung jenes drohenden, fremdartigen Geräusches drang herein. Draußen war nichts Absonderliches zu erkennen. Es war ein viereckiger Hofraum, in dem man hinunterblickte, nach 0er Straße zu durch ein hohes Eiseng'tter abgeschlossen, an den übrigen drei Seiten von Gebäudetheilen umgeben. An oer einen erhob sich das Haus, in dem die Spähenden sich iefanden- unmittelbar neben dem Küchenfenster zur Linken chloß ein altes, nur zweigeschossiges Bauwerk sich rechtwinklig an, gegenüber sah man die fensterlose Wand des Nachbar- Ijauses. Nichts regte sich aus der weißen Fläche, die man überblicken konnte, wenn auch der fallende Schnee einen einen Schleier vor die Augen breitete. „Da is mich gar nichts," sagte Caroline mit einem Seufzer der Erleichterung, und auch Martha schüttelte den Kopf. Nur Ferdinand Elster schaute länger hinunter als )ie Anderen, dann wandte er sich halb zurück und fragte: „Riechen Sie nichts? Ich meine, es riecht nach Pulver oder so was." 7 Noch einmal beugten die beiden Anderen die Köpfe hinaus. Energisch aber trat die Köchin gleich wieder vom Fenster weg und sagte mit Nachdruck: „Meine Nase is gut, aber ich rieche nichts. Nu kommen Sie auch man wieder her un machen Sie dem Fenster zu- Sie wollen uns woll graulen machen un uns dem leibhaftigen Gottseibeiuns vormalen mit Schwefelgestank un Säure. Nee, vormachen lasse ich mich nichts." Der Kutscher gehorchte und schloß das Fenster, aber auf seinem breiten Gesichte blieb ein nachdenklicher Ausdruck zurück. Martha stand einen Augenblick überlegend, dann nahm sie stastig ihre Theekanne wieder auf und sagte: „Geben Sie mir schnell ein wenig Wasser, Caroline, wenn Sie so freundlich sein wollen. Ich will doch hinunter gehen und fragen, ob sie 'vorn hinaus auch etwas gehört haben. Vielleicht hat sich Mutter erschrocken, — danke schön, gute Nacht!" Sie eilte fort, und es war fast, als wäre es dunkler in dem Raum, oil ihre Helle Augen nicht mehr darin glänzten. Langsam nahmen die Zurückgebliebenen ihre Plätze wieder ein, enger nebeneinander als zuvor. Nach einer stummen Pause begann Caroline wieder zu reden. „Nichtsdestoweniger is es ja eigentlich Unsinn, an so was zu glauben, un es steht nichts von ihm in die Bibel, un der Herr Regierungsrath selig hat es mich auch so un so oft gesagt, aber wenn ich mich so bedenke, daß er nu schon selber drei Jahre tobt is, un was da vorgegangen is, du lieber Gott, da könnte man manchmal glauben, daß er doch vielleicht selber —" „Caroline!" Der Kutscher sagte es würdevoll und mit Nachdruck, sie aber schüttelte lebhaft den Kopf. „Nee, Ferdi nand, ich weiß woll, bis jetzt habe ich nur mit Sie von die Geschichte gesprochen un mit keine Seele sonst, aber wo das nu heute wieder passtrt is, man kann doch nich wissen, was einem von die Anderen mal begegnet, un denn können sie noch nich mal sagen, was der Sache bedeutet." „Caroline, Sie sollten es lieber unterwegs lassen," warnte Elster noch einmal, doch sie ließ sich nicht Ruhe gebieten. „Nee, wirklich, so 'ne Sache muß man auf’n Grund gehen, so ganz bis unten hin, was die Tage sind, ehbevor der Herr Regierungsrath gestorben is. Mein Lebtag habe ich ja so was nich gesehen von Liebe, wie zwischen den un seine Frau. Ich denke, sie stirbt mich unter'» Händen, wie wir ihn fanden am Morgen, un er war ganz alleine gestorben in die Nacht, weil wir doch gedacht hatten, es ginge zum Besseren. So 'ne vier Tage vorher hatten wir ja schon geglaubt, es wäre mit ihm am Ende, un da is es ja auch gewesen, wie er von seine Frau sich hat in die Hand versprechen lassen, daß sie nie wieder heirathen thäte. Na, menschenfreundlich war das nu grade nich von ihn, so was zu verlangen, wo sie doch noch so jung war, eben dreiundzwanzig bamals- aber wenn einen der Tod an die Kehle sitzt, denn kann man woll keine große Menschenfreundlichkeit verlangen sein, un richtet nich, auf daß ihr nicht gerichtet werdet! Un jedenfalls hat sie ihn Allens versprochen, wie er es hat haben wollen- einige sagen, sie hätte es ihn schwören müssen, ordentlich mit'n heiligen Eid. Na, ich bin nich dabei gewesen un kann keine Genauigkeit darüber sagen, aber die dem Ding so erzählen, die wollen ja auch noch Allerlei Anderes wissen —" Sie hatte zuletzt immer leiser gesprochen und warf einen scheuen Blick nach der Thür. Das Stubenmädchen riß die vorquellenden Augen immer weiter auf, und die Kleine, die ihre Schale jetzt fortgesetzt hatte, schmiegte sich fest an die Lehne des Holzstuhles, auf dem die Köchin saß, während die hageren, blutlosen Hände sich angstvoll in die Falten ihres Kleides hineinkrampften. Als Caroline jetzt fortfuhr, kamen die Worte nur noch geflüstert aus ihrem Munde. (Fortsetzung folgt.) Uebet das Riesen. Von Eugen Jsolani. (Schluß.) Den direkten Gegensatz zu diesem Dutzendnieser bilder ein guter Freund und College von mir. Gar viele Menschen haben sich schon über seine komische Art zu niesen amüsirt. Sein Niesen ist nämlich gar kein Niesen, sondern nur ein Ansatz dazu. Kommt ihm das Bedürfniß zum Niesen an, so hebt er Plötzlich die Arme seitwärts in die Höhe, verzieht convulsivisch die Gesichtsmuskeln, hebt ein paar Mal den Kopf und schiebt den Brustkasten nach oben, sodaß alle Zuschauer meinen, jetzt müßte eine Erschütterung seines Körpers erfolgen, die das ganze Haus ins Wanken bringt. Aber statt dessen erfolgt nur ein stummes Zucken des Kopfes in sich hmein, sodaß der Zuschauer der Meinung ist, dem Niesenden müßte eine Ader geplatzt sein. Unzählige Mal schon ist jenem Herrn, wenn er auf diese Weise seinem Niesreiz Luft gemacht hat, zugerufen worden: „Na, so niesen Sie doch !" Und wenn der Zuschauer glaubt, jetzt müsse es kommen, ist es bei ihm längst vorbei. Merkwürdigerweise trifft übrigens, so eigemhüunich auch seine Niesart ist, hier nicht vollkommen die Richtigkeit des Jean Paul'ichen Ausspruches zu, denn der betreffende Herr fand auf sehr eigenthümliche Weise eine gleichgestimmte und ähnlich niesende Seele. Bei einem Balle lernte er ein junges Mädchen kennen und verliebte sich schnell in dasselbe. Bald wußte er sich in der Familie desselben Eingang zu ver schaffen und bei der ersten Visite, die er hier machte, passirte es ihm, daß er niesen mußte. Da lachten alle Anwesenden aus und der Aermste, der ja unzählige Mal weg"» seines kom scheu Niesens Lachen erregt hatte, war zum ersten Mal wohl über diese, durch ihn unwillkürlich erregte Heiterkeit verstimmt. Wem wäre es auch angenehm, dort in dem Augenblick durch seine Person Heiterkeit zu erregen,, wo er einen angenehmen Eindruck Hervorrufen will. Die Frau des Hauses mochte wohl die Verstimmung des Gastes merken und sagte entschuldigend: „Verzeihen Sie, mein Herr, wenn wir lachten. Aber es ist zu komisch, daß Sie genau so iiiefen, wie unsere Grete, so eigenartig dies auch fein mag." Daß es mein em Freunde nun nicht mehr schwer wurde, der schönen Grete klar zu machen, daß sie als gleichnieseilde Menschen kinder ohne Zweifel für einander bestimmt seien, liegt aus der Hand. Man sieht, das Niesen vermag die komischsten Situa Honen hervoezurusen, ebenso wie ein Niesen nicht selten seh- ernsthaft in die Geschicke der Menschen eingveif-u karm. Ein sehr starker Nieser war bekanntlich auch Friedrich der Große, der immer einige kostbare Schnupftabaksdosen in seiner Benutzung hatte. Man sagt, daß der alte Fritz oftmals über zwei Dutzend Mal hintereinander geniest haben soll. Ja einmal, — so behauptet ein französischer Schriftsteller, — soll sogar das Niesen des alten Fritz eine recht unangenehme und tief einschneidende Wirkung gehabt haben. Friedrich soll nämlich in der Schlacht bei Kunersdorf einen Befehl ertheilt haben, der dadurch, daß der König gerade zu niesen begann imb dabei heftig mit dem Kopse nicken mußte, von der betreffenden Ordonnanz nicht richtig ausgesaßt wurde. Friedrich der Große merkte zwar sofort, daß er falsch verstanden worden sei, konnte aber den Befehl nicht rückgängig machen, da er durch einen seiner lang andauernden Niesanfälle daran verhindert wurde. So wurde der falsche Befehl ausgeführt und die Preußen geschlagen. Natürlich gehört diese Geschichte in das Reich der Fabel. Kein ernster Historiker erwähnt sie und Friedrich der Große ist wohl nicht einmal der einzige Feldherr, dem sie angedichtet wird. Von einem recht einträglichen Niesen dagegen erzählte vor einigen Jahren ein spanischer Diplomat in einer Artikel Serie, die in der „New-Review" erschien, in welcher der Verfasser allerlei „Geheimnisse aus Spanien" ausplauderte. 8 Der Autor wollte da zeigen, wie bequem es in Spanten unter der Regierung der Königin Isabella einem gemacht wurde, Minister zu werden. Als den merkwürdigsten Fall dieser Art führte er den eines Mannes an, der sein Ministerportefeuille seinem Niesen verdankte. Herr v. X. wollte eines Tages einen guten Freund, einen hohen Beamten, besuchen, der ihn bei seinem Erscheinen jedoch mit den Worten: „^r- zeih' mir, ich muß sogleich fortgehen- wenn Du jedoch nichts vorhast, so begleite mich," begrüßte. — „Wohin? war die Frage des Ersteren. — „Ich bin nach dem Palast befohlen worden, um dem Ministerrath beizuwohnen." Der Freund aing mit, und während Jener der Königin zugeführt wurde, wartete Herr v. $. in dem Vorzimmer. Die Unterredung währte längere Zeit, denn man stand im Begriff, ein neues Ministerium zu bilden. In dem Vorzimmer war es sehr kalt und zugig, und der Wartende fühlte, daß er sich den Kopf erkältet hatte. Plötzlich hörte man im Zimmer der Königin die Frage erörtern, wer zum Finanzminister, wer für das Kriegsdepartement und wer endlich als Justizminister gewählt werden solle. Nach langer Erörterung hatte man sich über alle jene Punkte geeinigt- nur der Colonialminister fehlte noch. „Wir müssen einen Colonialminister haben," so hörte man die Königin sagen, „aber wen können wir dazu nehmen?" Keinem der Anwesenden wollte eine passende Persönlichkeit einfallen. In diesem Augenblick wurde von dem Vorzimmer her ein lautes Niesen vernommen. „Wer mest da draußen?" fo fragte Isabella jetzt. — „Es ist Herr v. X.," antwortete der Freund des draußen Harrenden. — „Das wäre der richtige Mann für einen Colonialminister," meinte darauf die Königin, und es währte nicht lange, fo wurde Herr v. X. hereingerusen. Sein Niesen hatte ihm das Ministerportefeuille verschafft. Daß freilich das Niesen auch Anderes einbringen kann, als einen Ministerposten, zeigt ein Scherz, den ich vor Jahren einmal las. Ein Zuchthaus wird von einem hohen Beamten besucht. „Was hat Sie an diesen Ort gebracht?" fragt die inspicirende Excellenz einen Sträfling. — „Das Niesen!" lautet die Antwort. — Excellenz: „Das Niesen?" — Sträfling: „Ja wohl - es weckte den Herrn auf, bei dem ich durch's Fenster gestiegen war, und da wurde ich erwischt." GEeinnÄtzigrs. Schuhwerk Wit Zehenklamwerir. Die von Dr. Friedrich Hinz in Neusalz a. O. gemachte Erfindung hat bm Zweck, das bei gewöhnlichem Schuhwerk täglich zu beobachtende Schwitzen und Wundlaufen der Füße, die Hühneraugenbildung und die Schweißätzung zu vermeiden, der sonst gewöhnlich schmerzhaft eingeengten kleinen Zehe mehr Raum zu gewähren und trotzdem bei gefälliger Form dem Fuß genügenden Schutz gegen äußere Verletzungen zu gewähren. Zu diesem Behufe sind bei Anwendung von mittelhohen Absätzen und breiten Sohlen am Vordertheil des Schuhes Zehenplatten angebracht, welche jeder Zehe ein einheitliches Bett sichern. Diese Zergliederung und geschweifte Abrundung ermöglicht es, die gewöhnlich aneinander liegenden Zehenflächen vor dem Wundlaufen zu schützen, der Blutcircnlation und sonstigen Functionen kein Hinderniß entgegen zu setzen. — Wie glücklich werden sich die Menschen ohne Hühneraugen fühlen. * * Allerlei Kitt. Ein Kitt aus fein gepulverter Bleiglätte und Glycerin wird schnell steinhart und widersteht sehr gut dem Wasser und den Säuren. Man kann denselben für Stein, Holz, Glas, Porzellan und Metall, zum Befestigen von Eisen auf Eisen, Stein in Stein und zum Verkitten von Gefäßen mit flüchtigen Stoffen benutzen. — Einen vorzüglichen Cementkitt, der langsam erstarrt, große Härte annimmt und die theuren fetten Kitte ersetzen kann, erhält man aus sein gesiebtem Cement, mit 25 pCt. feinem Ziegelmehl und saurer Milch zu einem zähen Teig angerührt- er eignet sich auch zum Verkitten von Steinaufsätzen. Cement haftet auf Holz und Stein besser, wenn dieselben vorher mit etwas verdünnter Wasserglas-Lösung angestrichen werden. — Eine andere sehr haltbare Mischung zum Kitten von Stein erhält man aus einem Brei von Wasserglas mit hydraulischem Kalk vermischt. Die Masse erhärtet sehr schnell und darf deshalb nur in geringen Quantitäten angefertigt werden. — Zum Kitten von Holz auf Stein wird eine syrupdicke Leimlösung mit so viel Kreide oder Holzasche vermischt, daß eine firnißähnliche Masse ent- teht, die warm verwendet werden, muß. Neue Ballmoden. Für schwere Gewebe werden kurze Schnebbentaillen oder Prinzeßfayons in Anwendung gebracht, leichte Stoffe formt man zu Blousen, goussrirten Taillenbezügen und rückwärts lercht gehobenen Röcken, die fast ohne Ausnahme mit Besatz versehen sind. Rock und Aermel sind bedeutend enger, Blousentaillen zeigen den Seitenverschluh durch einen Besatz, ein Jabot, eine Blume rc. kachirt. Als Modeblume gilt die Orchidee, für junge Mädchen wählt man Veilchen oder Heckenrosen. Apart combinirte Gürtel sind haute nouveaute. * * Praettsche Verwendung von Fischresten. Die Reste von Fischen aller Art zertheilt man in recht kleine Stücke und verrührt sie mit Butter, Salz, Pfeffer, etwas Muscatnuß, mehreren Eigelb und etwas geriebenem Weiß- brod zu einer Masse, unter die man alsdann das zu Schaum geschlagene Eiweiß mischt. Diese Masse wird eine halbe Stunde in einer Form gebacken und dann mit folgender Sauce angerichtet. In 40 Gramm Butter bräunt man ebenfo viel Mehl, verkocht beides mit einer kräftigen Auslösung von Liebigs Fleischextract zu einer sämigen Sauce, mischt darunter vier Löffel Tomatenbrei und ein Glas Roth- wein und gießt diese Sauce über den auf eine Schüssel gestürzten Inhalt der Form. Literarisches Dem überraschend schönen, färben- und stimmungsreichen Weih- nachtshest, daS die »gttUtttitU Welt« (Stuttgart, Deutsche Verlags- Anstalt'' ausgegeben, läßtsie nun ihrNeujahrsheft folgen, dem wir mit gleichem Vergnügen zugestehen, daß es den Ton des Famrlienblmt-s in einer Weise trifft, die ungemein sympathisch berührt. Bild rote Text sind mit demselben feinen Verständniß ausgewählt und zu einem harmonischen Ganzen verflochten. Das gerade ist es aber auch , was der Jllustrirten Welt ihren so anheimelnden Character verleiht; es herrscht da der richtige warme, nicht nach groben Effecten haschende, durchweg gesunde solide Ton, der strikt die vorgeschriebene Richtung einhält: der Familie gerecht zu werden, ein deutsches Familienbuch zu sein in des Wams gediegenster Bedeutung. Daß Jllustrirte Welt nicht rechts. nicht tun abweicht von diesem Pfad, darauf beruht sicher auch dre Ursache der allgemeinen Beliebtheit dieses Blattes, dem wir, in aufrichtiger Anerkennung der gewissenhaften Bemühungen seiner Leitung, einen sich immer noch vergrößernden Leserkreis wünschen, als unfern wohlgemeinten, c legialen Gruß zum Neuen Jahre! Wer seine Kinder für das Leben erziehen will, der muß schon früh darauf hinwirken, ihren Sinn für Arbeit unb eeiDlt- ständigkeit im Denken zu wecken. Das geschieht am besten und oy jeden Eingriff in die eigene Berufsthätigkeit durch ein Abonnement I das im Verlage von John Henry Schwerin, Berlin W, 35, erscheinen herrliche Gebrauchsblatt .«indergarderove« mit der Beilage die Jugend," für nur 60 Pfg. vierteljährlich. Wie m diesem <9 illustrirten Specialblatt der Grundsatz- Selbstanfertigung sammtliq- Kindergarderobe durch die Hausfrau — Ersparnisse und Selbstem durch Frauen und Mädchen! - zur Ausführung kommt, so bient aut? feine Jugendbeilage dazu, das Kind zu lehren, sein Spielzeug aus me, und Abfällen nach den Original-Vorlagen selbst und fast kostenlos h zustellen, ein erziehliches Moment von weittragender Sebeutung. jeber Monatsnummer erscheint ein doppelseitiger Schnittbogen, f ein illustrirtes Kindermärchen rc. Wer sich erst durch einen überzeugen will, fordere sich eine Gratis-Probenummer von irgen° Buchhandlung. 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