Tante nicht h doch auch d verständig, n weiblichen - er hatte assung einer :beit borgest entziehen, Zerder einige tte er schon das Flötenden Damen estenS ebenso !gt, um die der in beiden flusseS. Es en sonst so en Wunsche einen Zufall aber hatte auch schon arl Semper itz Werder nur mit c hielt Karl igsten unter o zusammen, iesmal aber ültmßmäßig Flötenspiel rder erlernt -tzten Umzug liegen könne, neu Roman Gelegenheit überraschten jung ordent- ;e Wohnung >nst stets zu e abgezogen erleichtertem )er jüngsten beleuchtet." ir schwierig, i Satz seiner :ien glücklich dessen das assen. Drei Tante zu n Bitte um r Zeit noch etzten andert- hließlich der leim wie er thmend zum Kirschbäume mseln singen, den sei, und i er sich nun (Schluß f.) Lochter der eumaticrad." aufgeblasen." n SicßkN. Dienstag den 7. Mai. t8U7, •SWt Wummheit allein kann nichts erreichen, Doch hat Erfolg sie ohne Gleichen M Und bringt’5 im Leben ziemlich weit, Wenn sie sich paart mit Dreistigkeit. Mikado. Ein Kampfplatz ist die Welt; Das Kränzlein und die Kron' Trägt Keiner, der nicht kämpft, Mit Ruhm und Ehr' davon. I. Scheffler. Fata Morgana, Novelle von H. Rens. (Fortsetzung.) „Das Wittum!" Ich weiß nicht, hatte ich es gerufen oder der Sterbende es hervorgestöhnt. Es war gesagt, und der Gedanke mußte zur That werden, ehe der letzte Athem- zug der röchelnden Brust entflohen. Neuhof, ein kleines Vorwerk, das nur bescheidene Revenue abwarf,, war, einer alten Familienbestimmung nach, der unumschränkte Besitz einer jeweiligen verwittweten Baronin Dählström bis an thr Lebensende. Lange schon stand das kleine Haus dort leer, nun sollte es eine Zufluchsstätte für unseren verwaisten Liebling werden. Ich stürzte fort, sie aufzusuchen. Mit rothgewemten Augen fand ich sie im Nebenzimmer, angstvoll flog sie mrr entgegen. „Ist er hinüber?" . Ich nahm sie in meine Arme und sagte ihr, wie die Sorge um ihre Zukunft ihn quäle, dem Theueren den Todeskampf erschwere. Anfänglich schien sie milb nicht zu verstehen und als ich geendet, hatte sie nur begriffen, daß es in ihrer Hand lag, den sie mit der Hingebung einer Tochter liebte, ein ruhiges Hinüberschlummern bereiten zu helfen. Nun galt es zu handeln- als ob der Tod uns auf den Fersen säße, jagten wir mit den schnellsten Pferden nach der Stadt. Der alte, nun auch verstorbene Bürgermeister, der die Standesamtsgeschäfte versah, wurde wachgeklopft, wir nahmen ihn mit uns, fanden den Baron unter der Obhut der leise weinenden Therese bei vollem Bewußtsein. Die rechte Hand vermochte die Feder noch zu führen. Die Unterschrift war gültig, genügende Zeugen anwesend und das Wittum unserem Kind, das jetzt Baronin Dählström hieß, gesichert. , Wie wenig vermag unsere Wissenschaft, wie kurzsicht! g sind wir Aerzte doch, die die Menschen glauben machen wollen, der Tod lasse sich von ihnen bannen. Den lethargischen Schlummer, in den der Baron versank, hielten wir Alle, der berühmte College an der Spitze, für eintretende Agonie. Es dauerte wohl länger als ein Tag und der Freund erwachte aus ihm, als ein vollkommen gelähmter, unglücklicher Mann, der sich nur schwach mit lallender Stimme verständigen konnte. , „ Therese jubelte. „Er wird nicht sterben, rotr wollen ihn so sorgsam pflegen, er muß sich ja erholen, weiter füi uns leben," meinte sie hoffnungsvoll. Anfänglich sah sie verwundert auf, wenn die Dienerschaft sie „gnädige Frau" nannte. Die nüchterne Ceremome, zu der man nur ihre Unterschrift verlangte, hatte wenig Eindruck auf sie gemacht und war in der Todesangst und Sorge um den geliebten Onkel wohl halb von ihr vergessen worden. Bald sollte sie von Außen her grausam daran erinnert werden. Des Barons Familie scheute sich nicht, das, was man sich früher über die Mutter zugeraunt, nun aut die Tochter zu übertragen. Man nannte sie eine schamlose Erbschleicherin, eine Jntriguantin, die den sterbenden Baron bewogen, auf dem Todtenbett ein sträfliches Verhältniß zu sanetioniren. Man sorgte für den Vertrieb dieser Gerüchte, und Therese, ein Engel an Unerfahrenheit und Unschuld, war qebrandmarkt für immer. Als es ihr endlich langsam auszudammern begann, was man von ihr dachte, wofür man sie eigentlich hielt, da erstarrte das Blut ihr in den Andern, da wurde das warme Herz ihr zu Eis. Ohne an sich selbst zu denken, pflegte sie mit feltener Opferwilligkeit den Onkel, der, ein Lebendigbegrabener, kaum mehr ein Dankeswort, ein Lächeln für seine Umgebung hat. Sie verwaltet den äußeren Besitz, ist unausgesetzt thätig, aber die unwiderstehliche Liebenswürdigkeit ihres Wesens, das zarte, weiche Lächeln hat sie verloren. Düster, unruhig, rastlos erscheint sie mir oft, nur noch ein Schatten der holden Theerose von ehedem." Der alte Doctor schwieg. Die Pseife war ihm kalt geworden und unbeachtet zur Erde gefallen. Wie aus einem Traum fuhr Walter Sengbn in die Höhe. „Das ist ja eine Tragödie!" sagte er erschüttert. , Doetor Borrmann nickte. „Es ist die Geschichte dreier Idealisten, die an Menschenglück zu kurz gekommen, für 206 welche an der Freudentafel des Lebens nicht gedeckt war, l sagte er.einfach. Doch nun gehen Sie, junger Freund, ein Vorurtheil, das weiß ich, werden Sie ihr nicht entgegenbringen." I Ein kräftiger Händedruck wurde gewechselt, dann klopfte eS zierlich an die Thür und ein rosiges Gesichtchen, Bürgermeisters Töchterlein, guckte durch die Spalte. „Ist Fräulein Minchen zu Hause? Sie hat mir I gestern ein neues Häkelmuster versprochen." „Zu Hause wohl, aber bei der großen Wäsche und in I einer Stimmung, die eine Conversation nicht rathsam er- I scheinen läßt." „Der Waschzorn ist wohl epidemisch in allen Haushaltungen," lachte die junge Dame. „Papa und ich verkriechen uns dann auch stets vor Mamas übler Laune. Doch Sie wollen schon in die Praxis gehen, Herr Doctor Senglin?" „Ich erwarte einen Wagen vom Schloß. Mein erster hiesiger Patient soll leider hoffnungslos sein." „Vom Schloß? Dann kann ja Doctor Borrmann den Wagen zu uns hinüberschicken. Papa hat noch allerlei Ge- | schriftliches mit Ihnen zu verhandeln, ich glaube wegen der Hospitalpraxis. Sie kommen doch mit?" Schon hatte sie die Thürlinke in der Hand und eilte nach flüchtigem Kopfnicken für den alten Doctor hinaus. Langsam folgte ihr Senglin. Ihm war nach dem eben Gehörten so sonderbar zu Muth, nur mühsam konnte er den alten, scherzenden Ton mit Alma wiederfinden. Die Wolke schien immer dichter zu werden, obgleich er sich sagen mußte, daß sie an diesem schneereichen Wintermorgen wie eine frische Rosenknospe aussah!" „Kommt immer mit Amt und Würden die Langweiligkeit?" fragte sie schelmisch. Er mußte lachen. „Der erste selbständige Patient, die Verantwortung dafür, bedenken Sie." „Ach, der Baron wird doch nicht mehr besser," meinte sie gleichmüthig, „und dadurch, daß Sie ihn länger Hinhalten, thun Sie der Baronin keinen großen Gefallen." „Warum meinen Sie dieses?" Mit verwunderten Augen blickte sie ihn an. „Nun, dann ist sie ja eine junge Wittwe, was liegt ihr denn an dem alten, kranken Mann, den sie pflegen muß." „Kennen Sie die Baron näher, Fräulein Alma?" Sie rümpfte das zierliche Näschen. „Nein, nur vom Sehen. Sie flieht ja alle Menschen und geht nicht einmal in die Kirche. Doctor Borrmann und Fräulein Minchen sind freilich bezaubert von ihr, aber das sollen solche alten Geschichten sein, wie die Mama sagt, danach muß man gar nicht fragen. Aber ein richtiges Mannweib ist sie, so groß und so dunkel wie ein Zigeunerin. Und nicht allein, daß sie Schlittschuhe läuft und rudert, sie kutschirt auch zwei- und vierspännig und umgiebt Wh mit allerlei häßlichem Gethier, das ihr lieber ist, wie die Menschen." Diese Schilderung klang nun freilich anders, wie die des alten Doctors, dessen weißhaariger Kopf eben an dem niedrigen Parterrcfenster auftauchte. Walter Senglin wußte nicht, sollte er dem rothen Plappermäulchen zürnen. Gedankenlos hatte sie wohl nur nachgesprochen, was sie überall erzählen gehört. Und dann, was kümmerte ihn auch das romanhafte Schicksal jener fremden Frau. Er war Arzt, that seine Schuldigkeit und damit war es genug. „Sehen Sie, Papa wartet oben," erinnerte Alma. „Ich komme." Theilnehmend auf ihr Geplauder eingehend, stieg er neben ihr die Treppe des Rathhauses, in welchem auch die Bürgermeisterwohnung lag, hinauf. m. Nach hartem Kampf ist es wirklich Frühling geworden und die warme Aprilsonne lockt junges, sproffendes Grün überall hervor. Der See hat seine Eishülle gesprengt, träge rauschen die blauen Wogen zum Ufer. Ein fast feiertäglicher Glanz verklärt die öden Kieferwälder, liegt breit und golden auf den überschwemmt gewesenen, halb übersandeten Wiesenstreifen. Natur und Mensch erwacht langsam aus dem Winterschlaf. Lachender Frühlingszauber überall. Auch i>etn Doctor Senglin wird das Herz weit, fröhlich wandelt er auf der Landstraße, die zum Schlosse führt, dahin. Heute gedenkt er des Kranken nicht. Thereses Bild, wunderbar, reizvoll, steht ihm plötzlich vor der Seele. „Sie hat wohl nie geliebt?" fragt er sich und der heiße Wunsch, die bleichen Wangen verräterisch erglühen zu machen, den strengen Mund zu küssen, steigt in ihm auf. Er schilt sich selbst und versucht an Alma zu denken, in deren Elternhaus man ihn so freundlich empfangen, in welchem man ihn wohl schon als künftigen Eidam betrachtet. Fräulein Minchen scheint derselben Ansicht zu sein, ist sie doch die Vertraute der Frau Bürgermeister und benutzt jede Gelegenheit, die jungen Leute zuiammenzuführen. Unwillkürlich lachte er auf. Es wird ihm leicht genug gemacht, ohne eigenes Bemühen ebnet sich ihm der Zukunftsweg. Die Hospitalpraxis hat er bereits, und der Bürgermeister will in nächster Stadtverordnetneten-Sitzung beantragen, daß das Einkommen des Armenarztes um einige hundert Mark erhöht wird. Vorläufig läßt er den Dingen ihren Lauf. Es neckt sich so allerliebst mit Alma, und der Tag ist gewiß nicht fern, wo man vom Scherz unmerklich zum Ernst hinübergleitet. Nach dem Kranken, den er im Morphiumschlummer findet, sieht er heute nur flüchtig, dann läßt er sich der Baronin melden. Man blickt ihn verwundert an. „Die gnädige Frau sei im Garten, bei den Arbeitern," hieß es, man wolle sie benachrichtigen. Dann öffnete man ihm eine Thür und er stand auf der Schwelle von Thereses Zimmer, das er noch nie betreten. Das weite, von goldiger Frühlingssonne warm durchströmte Gemach erinnerte in nichts an das heutige, moderne Damenboudoir. Keine Makart-Bouquets in den Ecken, keine zwecklosen Puffs in der Mitte. Keine zierlichen Bouleschränkchen mit tausenderlei Nippes von Majolika und cuivre poli. Die dunkeln, massiven Mahagonimöbel stammten gewiß aus der Aussteuer irgend einer längst begrabenen Baronin Dahlström und waren wohl schon gleich nach Erbauung des Hauses hierher auf ihre Plätze gestellt worden. Auf dem runden, plumpfüßigen Sophatisch lag em Berg von Journalen und Zeitungen, in denen man wohl eben gelesen, durcheinandergeworfen. Die Thür des Bücherschranks war nur angelchnt, und Walter warf einen neugierigen Blick auf die abgegriffenen Bände. Traute er seinen Gutzkow, Heyse, Turgenjew. Das war eine bedenkliche Lectüre für ein einsames Weib mit unbeschäftigtem Herzen- Nun glitt sein Blick über die Stahlstiche an den Wänden, Allegorien, Schäferscenen, alles werthlose Schildereien im süßlichem Geschmack des anbrcchenden Jahrhunderts. Nur ein Bild, vielleicht hatte man deshalb ihm günstigeres Licht gegeben, gab zu denken, Orpheus, mit der Leier rm Arm, verzweifelnd nach der entschwundenen Gattin suchend, -ve i Ausdruck sehnsuchtsvollen Schmerzes war in dem I*® Jünglingsantlitz glücklich getroffen, und er müße unwillkürlich an Therese und ihre Augen dabei denken. Von dem Arbeitsplatz in der Fensternische fiel der bequem auf jenes Bild, doch hier wurde augenscheinlich M nicht mit Handarbeit beschäftigt, "ms Nähtischchen war T geschloffen und auf der Platte stand ein kleines Glav mn gelben Schlüffelblumen und frischen Waldanemonen. „Sie schweift lieber durch Feld und Wald, das st I Rastlosigkeit, die den alten Doctor ängstigt/ dachte 207 t, träge Kiefer- nmt ge- । Mensch ühlings- t, fröh- [c führt, !s Bild, • //Sie Wunsch, len, den chilt sich ternhaus chn wohl Minchen Zertraute seit, die :nes Be- talpraxis nächster nkommen nrd. Es neckt miß nicht hinüber- chlummer sich der ge Frau woüe sie c und er er noch m durchs moderne Een, keine 1 Boule- id cuivre ten gewiß Baronin uung des ein Berg ohl eben erschranks igen Blick t Augen? bedenkliche n Herzen, t Wänden, ereien im cts. Nur ■ere§ Licht im Arm, mb. Der n schönen unwillkür- ber Blick einlich sich i war fest Glas mit !'as ist bie bachte er. Doch, in bem Hausflur ein kurzes, fröhliches Gebell unb bie I ( Baronin mit ihrem unzertrennlichen Begleiter trat ins l Zimmer. „Verzeihen Sie, wenn Sie warten mußten," sagte ste, ; ihm unbefangen bie Hand reichend, „doch ich war mit bem I Gärtner im Park, er soll mir neue Anlagen abstecken, ein . Stück Felb bazu nehmen, es war bort zu eng geworben, nur schwer noch ließ sich's athmen." „Sie interessiren sich für Gartenbau, Laub- unb Forst- I wirthschaft, nicht wahr?" fragte er neckenb. „Ein seltener Geschmack für eine junge, schöne Dame." „Ich interessire mich für Alles, was bie Gebanken I augenblicklich in Anspruch nimmt, ich bin immer auf ber Flucht vor ihnen," sagte sie ernst. Als sie jetzt, wie eingesponnen vom Sonnenlicht, vor ihm stanb, bie Wangen leicht geröthet, bie bunkeln Haare I vom Frühlingswind verwirrt, da wußte er auch den düsteren Zug in bem schönen Gesicht zu beuten. Ueber ber Nase liefen bie seinen Brauen bicht in einanber, ba saß bas Unglückszeichen, wie der Volksmund sagt. „Viele Thränen, früher Tod," hatte die alte Großmutter stets gemurmelt, wenn sie solch einem Gesicht begegnet. Es fröstelte ihn, und fein leichtes, sorgloses Herz wurde ihm plötzlich schwer. „Frieren Sie, hier mitten in ber «Sonne ?" fragte sie erstaunt. „Nein, nein, nur ein leichter Fieberschauer, uberange- sttengte Nerven.", I „Ich bachte, nur Frauen seien nervös." lächelte ste. „Aber freilich ber Anblick von Jammer unb Eleub, bem der Arzt ausgesetzt ist, muß an die L-eele greifen. Onkel Doctor kam von einem Sterbebett nie gleich zu uns. Von alltäglichem könne er. bann tagelang nicht sprechen, meinte er stets/ „Doctor Borrmanu ist auch ein seltener Mensch, mit | diesem Maßstab dürfen Sie nicht alle Sterblichen messen." „Nicht wahr? Unb Onkel Gustav war so ebel unb selbstlos, unb erst meine Mutter." Sie seufzte unb brach ab. Es klopfte unb Busse erinnerte mit respektvoller Verbeugung baran, baß ber Förster bie gnäbige Frau im Wulbe erwarte. Der am Morgen befohlene Wagen halte bereits vor ber Thür. „Richtig, unb Sie, Herr Doctor, fahren, wenn Ste nichts besseres vorhaben, wohl mit mir. Zuerst tnuß ich nach Neuhof, bort soll ein Knecht erkrankt sein, ben müssen wir uns ansehen. Vielleicht ist es etwas Ansteckenbes." Doctor Seuglin verbeugte sich zustimmenb. Draußen scharrten bie feurigen Rappen bie Erde unb rissen ben leichten, zweisitzigen Wagen ungebutbig hin unb her. „Zu ber Fahrt wirb wohl ein Hut nöthig sein," überlegte bie Baronin, „meine Pelzmütze ist jebenfalls zu warm. Walter sah ihr zu, wie sie betriebene Schrankthureu öffnete unb kopfschüttelnb wieber schloß, enblich war der große, vorjährige Gartenhut entdeckt unb sie reisefertig. Unwillkürlich buchte er an Alma, bie sicherlich vier bts fünf Hüte vor bem Spiegel ausprobirte, bis sie ben ge- funben, ber ihr, ihrer Meinung nach, am Besten staub. „Schufterle, wo steckst Du benn? Es geht ja in's Freie. „Nehmen Sie ben Hunb mit?" „Natürlich, er begleitet mich überall hin, nur nicht zu Tante Minchen, bie Hunden von jeher abgeneigt ist." Die Baronin hatte in dem leichten Wägelchen Platz genommen und deutete auf den zweiten leeren Sitz neben ihr. „Und der Kutscher?" , „Den nehme ich nie auf meinen Fahrten mit. Doch, Sie können sich ruhig mir anvertrauen. Ich kutschire ganz sicher, nicht wahr, Busse?" „Sicherer wie unser bester Kutscher," bestätigte ber alte Rechnungsführer, den jungen Mann mit burchaus nicht wohlwollenben Blicken messenb. -- । S« «Ä'V« Mil B-!.i-di--n- - zu Muthe. , . cvn einem bescheibenen Vorgartchen, ztemllch am Enbe der Straße, die er sich als letzten Abschnitt seines Spazierweges vorgenommen, fiel ihm eine seltsame Anlage in die Augen. Es war da ein ganz winziger Hügel aufgebaut aus feuchter Gartenerde unb bunten Kieselsteinchen- bavor kauerte ein kleiner Bursche von acht Jahren höchstens, bem Zustande seiner Hände und Kleider nach ber eigenhändige Baumeister jenes Kunstwerks, eben beschäftigt, mit bem Griffel bie letzten Züge einer Inschrift zu kritzeln: „Hir liegt ein Kähfer. „Es heißt „Hier" mit e, Kleiner," bemerkte Fritz Werber mit päbagogischem Pflichtgefühl. „Unb Käfer schreibt man ohne h. Was machst Du denn ba überhaupt?" fuhr er etwas Der Käfer. Von C e t h eg u s. (Schluß.) Zunächst machte er ben Anfang mit einem kleinen Spazier - gang. Nicht ohne Vergnügen stellte er fest, daß bie Nachmittagssonne schon recht warm schien unb bie Wmbe weich unb linb wehten, unb als er in ben Vorgärten überall.Stiefmütterchen unb Crocns unter ben rothen Blütheuzweigen ber iapanischen Quitte unb ben knospenben, buftigen Syringen heraufgrüßen sah unb immerfort bie verliebten Lieber ber Finken unb Amseln hörte, warb es ihm orbentlich liebeslusttg als ob ber Doctor Borrmanu nicht es vierzig Jähre lang halb umsonst curirt hätte. Ja, Unbank ist ber Welt' Lohn!" Im leichten Morgenwinb flog bas Gefährt an ben jungen Saatenfelbern vorüber. Hoch über ben Köpfen jubilirten bie Lerchen unb schwangen sich zum azurnen Himmel empor. Doctor Seuglin fühlte, wie es ihm heiß unb eng ums Herz würbe. Das reizenbe Profil, auf welches ber große Hut hin unb wieber Schatten warf, war ihm so nahe, unb fein Blick kehrte immer wieber zu den schlanken Händen zurück, die so ruhig unb fest bie Zügel hielten. Würbe sie auch so ruhig bleiben, wenn man ihr von Liebe spräche? Welche Himmelslust, bie Flamme ber Seibern schaff in dieser unberührten Seele zu wecken! Doch, war sie nicht bas Weib eines Anberen? Blitzschnell kam ihm ber Gebanke, unb ehe er sich besinnen konnte, entschlüpfte ihm bie Frage: „Warum tragen Sie keinen Trauring, gnädige Frau?" Erschrocken blickte sie ihn an. „Wie sollte ich? I stammelte sie. „Es war ja nur eine Form, ein bürgerlicher Act, ber mich vor Hunger schützen sollte." , Erglühenb setzte sie hinzu. „Das war nicht freunblich von Ihnen, bas hätten Sie nicht fragen sollen." „Verzeihen Sie?" Er hatte ihre Hänbe ergriffen unb I ehrfurchtsvoll geküßt. Schweigenb saßen sie nebeneinanber. Das ist Neuhof," sagte Therese enblich, auf em kleines Häuserviereck beutenb, bas mit seinen moosigen Schinbeldächern, hart am finsteren Walbesranb gelegen, nicht gerabe einen freunblichen Einbruck machte. Gewanbt I senkte sie bnrchs Hofthor ein unb hielt vor einem nichtigen ©eitengebäube, bas wohl Lentewohnungen enthalten mochte. „Die gnäbige Frau," hieß es halblaut, „sie kommt wieber selbst, obgleich es boch der Typhus ist, schon ber I britte Wie geht es heute dem August?" fragte sie, vom Wagen springenb. „Ich habe ben Doctor mitgebracht. Laßt einmal sehen." t ,r Die in ber Hausthür umherstehenben Weiber machten ihr Platz unb nun trat sie mit bem Arzt zugleich aus ber frischen Frühlingsluft in bas bumpfe Krankenzimmer. (Fortsetzung folgt.) 208 Gemeinnütziges habe ich den Tag für mich und kann in Ruhe noch eine An-- merkung zu meiner Arbeit abfassen, — über die Vorstellungen der Kinderseele Dom Tote. Es ist mir da eben eine tounbtr- liche Anregung gekommen." Er berichtete mir in seiner Weise von dem Gespräch mit dem kleinen Jungen da draußen. Wir waren unterdeß vor seiner Wohnung angelangt. „Hör' mal," sagte ich, „willst Du nicht lieber morgen mit auf einen Ausflug mit obligater Bowle? Es ist jetzt Frühling, wer weiß, wie lange dieses prächtige Wetter noch vorhält, und morgen ist der letzte Fcrientag. Wie wäre es, wenn Du auch einmal wenigstens für diesen Tag Deine,- Käfer begraben sein ließest?" Fritz Werder sah mich erstaunt-mißbilligend an. „Ich verstehe Dich nicht!" sagte er, und mit kurzem Gruße verschwand er hinter der Hausthür. der Kleine wenigstens das verpönte Dehnungszeigen sogleich mit dem nassen Finger wegwischte. „Ich mache ihm seinen Grabstein," berichtete der Junge vertraulich wichtig und deutete mit dem schmutzigen Pfötchen auf den kleinen Hügel: „Das ist sein Grab. Er war ganz golden und so — so lang. Und sechs Beine hatte er und Flügel. Kann er denn damit aus der Erde wieder herausfliegen?" „Nein, mein Sohn," erwiderte Fritz Werder milde lächelnd, „wenn Dein Käser tobt ist, so kann er nicht mehr fliegen." „Ohh!" machte der Junge betrübt. „Kann er denn tn der Erde noch wachsen? Wie alt wird er denn in der Erde?" „Das hört alles auf, wenn er tobt ist," entschied Fritz Werder. Aber der jüngere Philosoph war so rasch nicht befriedigt. „Großmama sagt, wenn einer tobt ist, dann wird er ein Engel und kriegt Flügel," erklärte er. „Und der Käfer hatte die Flügel schon so. Das wird jetzt ein Käferengel. Er ist ja doch todt!" „Todt und tobt ist ein Unterschieb, mein Sohn. Der Tob ist ein Räthsel," erwiberte Fritz Werder. Bei dem letzten Worte erhellte sich das Gesicht des Jungen, der den ernsten Sprecher eben noch mit ziemlich hoffnungsloser Verwunderung angestarrt hatte. „Räthsel weiß ich auch," rief er eifrig. Was ist das: Ich werfe es rund aufs Dach, und lang kommt's wiederherunter? Aetsch, das weißt Du aber nicht! — Und übermorgen fängt die Schule wieder an, da lernen wir noch mehr so Sachen." Die Erwähnung des Ferienschlusses erinnerte Fritz Werder daran, daß seine Zeit kurz bemessen sei. Es wurde ihm ohnedies ungemüthlich in der Unterhaltung mit diesem naseweisen Schlingel. Somit wandte er sich ab mit den freundlich-ernsten Worten: „Nun adieu, mein Junge, und ruinire den schönen Garten nicht mit Deiner Käfergräberei," und stiefelte langsam nach Hause. Ich trat gerade aus dem Cafö, als er vorbeikam, und da wir den gleichen Weg hatten, so gingen wir eine Weile zusammen. Es fiel mir sogleich auf, wie blaß und wenig erholt er nach den Ferien aussah. Das war aber noch gar nichts gegen die Unkenntniß, in der sich dieser philosophische Mensch über Dinge der Welt befand, die ihn doch auch mittelbar angingen. Er wußte zum Beispiel noch gar nicht, — und ich maßte ihn erst darüber aufklären, — daß sein Väschen Elsbeth sich zwei Tage zuvor mit dem Schriftsteller Karl Semper verlobt hattte. Es war eigentlich eine recht romantische Verlobung, das hatte ich gerade im Cafe mit ein paar Bekannten sestgestellt. Zuerst hatte sich das hübsche Blondinchen in das Flötenspiel verliebt, welches die linden Lüfte ihr allabendlich aus der gegenüberliegenden Wohnung Sempers — er hatte sie erst vor acht Tagen bezogen — hinübertrugen. Dann hatte er sich vom Fenster aus in ihr Blondköpfchen verliebt, hatte sich persönlich mit der ihm eigenen Leichtigkeit bei der Tante eingeführt, war bei dieser alsbald zum angenehmen Nachbarn und schließlich bei Elsbeth zum Bräutigam vorgerückt. Als ich Fritz Werder diese einfache Herzensgeschichte mit- theilte, fiel mir zuerst auf, daß er sie nicht ganz so ruhig aufnahm, wie er sich sonst in allen Lagen seines philosophischen Daseins zu geben pflegte. Nachdem ich dann aber aus einigen Andeutungen seinerseits die Nebenumstände erfahren, mußte ich gestehen, daß er sich doch nach Maßgabe der Dinge noch sehr ruhig verhielt. Nur daß es gerade seine Flöte sein mußte, — dieser Umstand schien ihn etwas peinlich zu berühren. Im Uebrigen war er sogar im Staude, eine gute S eite von der Sache zu gewinnen. „Ich hätte sonst morgen einen Besuch bei meiner Tante gemacht," meinte er, „und hätte den Damen womöglich den ganzen Tag opfern müssen. Nun Coteletts ohne Fleisch. Daß man auch Coteletts ohne Fleisch Herstellen kann, wird wohl mancher Hausfrau noch nicht bekannt sein und doch ist es so. In vielen Küchen hat man ja schon lange Coteletts aus Erbsen und Linse» hergestellt, aber diese vermochten die Stelle der Fleischkost nicht so gut zu vertreten, wie dies Coteletts aus Hohenlohe- schen Grünkernflocken und Haferflocken thun. — Grünkerne sind ja schon an und sür sich wegen ihres lieblichen Aromas in vielen feinen Küchen ein bevorzugter Suppenartikel und das ihnen eigene, kräftige Aroma verwandelt sich durch das Backen der Coteletts in einen geradezu vorzüglichen fleisch- ähnlichen Geschmack. Dieser Geschmack ist so angenehm und pikant, daß viele Personen, denen man Grünkern-Coteletts vorsetzen wird, ohne ihnen zu sagen, aus was sie bestehen, sicherlich der Meinung sind, es handle sich dabei nicht um eine Mehl-, sondern um eine Fleischspeise. Auch aus Hohen- lohe'schen Haferflocken, die sich in den letzten zwei Jahren als beliebte Suppeneinlage in fast allen Küchen eingesührt haben, lassen sich gleichgute Coteletts Herstellen. Wir sind überzeugt, daß die meisten Damen, die einmal einen Versuch damit gemacht haben, dieses neue Gericht gern in ihren ständigen Speisezettel aufnehmen werden. Grünkernflocken und Haferflocken sind nur echt in plombieren Packeten aus der Hoheo- lohe'schen Präserveufabrik Gerabronn in Württemberg. Koch- anweisuagcn werden gratis verschickt. Literarisches. »Krieg oder »rieben?* Zeitroman von Gregor Samarow, in 22 Heften a 40 Pfa. (Verlag des Süddiutschen Verlags-^nstnuls in Stuttgart.) Krieg "oder Frieden? Hier der blutige Spu-g.l des scheidenden Jahrhunderts mit seinen in Waffen starrenden, mum Menschenkämpfen zurüstenden Staaten, dort das Sehnen nach dem Völkerfrieden, das mit Macht die Länder durchfluthet, — das stnd me markantesten Signaturen der Gegenwart. Gewaltiges hat das zu En° gehende Jahrhundert geleistet, aber noch weit liegt die goldene Zett Des ewigen Friedens, schlachtbereit stehen die Völker gegeneinander und uw eiserner Hand schärfen die Lenker ihrer Geschicke die Waffen. Schwer neue Conflicte drohen in den Balkanstaaten, zwar können sie Nicht j Ursache, wohl aber zum Vorwand werden für die Entfachung ein europäischen Krieges. — Nur ein Schriftsteller von dem Talente Greg Samarows, welcher über die genaueste Kenntniß der der Oeffentlich! verborgenen Vorgänge in den Regierungskreisen jener Staaten veN g - konnte es unternehmen, den Schleier derselben zu lüften, seinen zur Zeit der letzten Kriege 1866 und 70 entstandenen Roman n „Um Seepter und Kronen" rc. hat Samarow auch im vorliege - von den letzten Jahren bis zur Gegenwart spielenden actuellen Z - roman die Jnternas der Höfe in Petersburg, Berlin und un fr z schen Präsidentenhause geschickt chronologisch aneinandergerecht und do dem deutschen Publikum ein überaus fesselndes Gesammtbüd der h 8 politischen Lage vorgeführt, das — mit den letzten wichtigsten pol Actionen austlingend — gerade im gegenwärtigen Zeitpunkt das groß Interesse erwecken dürfte. - Die Jllustrirung besorgte Georg berg, ein reich talentirter Münchener Künstler, der die Aufg ° Liebe und Geschick gelöst hat. Das Werk ist durch fede Buchhandt . zu beziehen. ______ Redaction: N. Schehda. — Druck und Verlag der Brüblstchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) m Gieß'»