s gehalten, - er reiht lS feindliche Der Feind ger Gegner. h jagt wild, :m Hammer- ctreten, tobt j schweigend rg der Villa n Salon ge- cenwache bei ne Gedanken n zum Leben eben gedacht, ; scheint ihr ) ihr Gesicht. 3 blühender, en und küßt Schweigend, i. :t zu bannen, inten herauf, chauf spritzen himmern und Himmelsdom irgen herauf- e Leiche der c Herr Ober- Geschichten?" wicht und da ,en." -sch): „Ach, item Liebreiz War das nicht haus verließ, ' — Vaters ) beschieden" stanz appellirt aufgehoben." drei Tagen c blos jejen „Ich schenke t an sind Sie (zu Apollo)i mangelhafter! roleumfunzeln in Gießen. Donnerstag den 4. Februar. B8B tPhätoär,' ä u tg-tt 'M ö~ij~1L S_g5 »W W -WWer Dich zu Dank im Unglück zwingt, Wer Deinen Schmerz als Scherz belacht Und chn Dir in Erinnerung bringt, Wer im Gespräch Dich stocken macht, An wen ein Brief Dir nicht gelingt — Vor dem sei sorgsam auf der Wacht. Dr. Hslr. Das Haus der Schatten. Roman von Robert Kohlrausch. (Fortsetzung.) Im unerschütterten Glauben, daß es ihm unmöglich sein müsse, im Ernst an ihr zu zweifeln, achtete sie nicht auf die bange Frage in seinen Augen, sondern fuhr fort zu reden. „Ich will Dir nun genau erzählen, wie Alles war. Vier Tage vor dem Tode meines Mannes hatte der Arzt ihn aufgegeben und mir gesagt, es würde in der Nacht mit ihm zu Ende gehen. Ich saß die langen Stunden an seinem Bett in Angst und Verzweiflung. Er lag im Fieber, wenn auch nicht ohne Besinnung; er hatte meine Hand umklammert, und seine furchtbare Unruhe nahm zu, wenn ich sie ihm einmal zu entziehen versuchte. Endlich, es war gegen Mitternacht, richtete er sich im Bette auf, zog mich ganz dicht zu sich heran und sagte: „Ina, ich sterbe. Aber Du sollst mir gehören, auch wenn ich gestorben bin. Versprich mir, daß Du mir immer treu bleiben willst, daß Du keinem anderen Mann nach mir gehören wirst. Versprich mir das !" In meinem Herzen zögerte ich keinen Augenblick, ihm Alles das zu versprechen- es erschien mir als eine Unmöglichkeit, jemals auch nur in Gedanken mit einem anderen mich zu beschäftigen. Aber ich war so erschrocken und ergriffen, daß ich ihm nicht gleich antworten konnte, und das muß er wohl für ein Zaudern und Ueberlegen gehalten haben. Denn nun faßte er mich fester mit seinen beiden Händen und flüsterte mir zu: „Wenn Du mich jemals vergißt, wenn Du jemals eines anderen Mannes Frau werden kannst, dann komme ich wieder aus meinem Grabe und trete zwischen Euch!" Da fand ich Worte und versprach ihm Alles. Und von diesem Augenblick an wurde er ruhiger, schlief ein und schien in kurzer Zeit genesen. Ein Versprechen also habe ich ihm gegeben, einen Eid habe ich nicht geschworen." Ein tiefes Schweigen entstand- Georg wagte es nicht, der Geliebten in die Augen zu sehen. „Deine Rede sei ja, ja und nein, nein," sagte er dann leise, der Worte des tobten Vaters gedenkend. Ina nickte ein paar Mal stumm vor sich hin. „Du hast recht," sagte sie, „ein festes Versprechen ist zwischen ehrlichen Menschen so gut wie ein Eid, und lange Zeit ist mir auch kein Gedanke an die Möglichkeit gekommen, es zu brechen. Und als dann ganz allmälig ein Bedürfniß nach Liebe und neuem Glück sich in mir regte, als ich Dich sah und so bald empfand, wie lieb ich Dich haben mußte, — sieh, Du sollst mich nicht für gewissenlos halten. Ich habe gerungen und mit mir gekämpft viele Tage und Wochen lang- Nächte habe ich wachend gelegen und mich immer wieder dasselbe gefragt. Und wenn Du es mir nicht angemerkt hast, so war das nur, weil Deine Gegenwart allein schon genügte, all' meinen Zweifel und Kummer zu verscheuchen. So bin ich denn langsam zur Klarheit gekommen, und so steht es unerschütterlich fest bei mir: ein Versprechen, in solcher Stunde und unter solchen Umständen gegeben, hat nicht die Kraft eines bindenden Wortes. Mein Mann lag im Sterben, in Fieberphantasien, und ich war krank, sinnlos aus Noth und Verzweiflung. Die Worte, in solchem Zustand gesprochen, werden nicht gewogen wie andere Worte, und wenn eine ewige Gerechtigkeit über unsere Thaten urtheilt, den Bruch eines solchen Versprechens wird sie nicht als Sünde anrechnen." „Ein Wort ist ein Wort, und Versprechen ist Versprechen," sagte Georg und sah mit einem festen, fast kalten Ausdruck zu ihr hinüber. Gleich aber verschwand die energische Spannung aus seinen Zügen wieder, er versank abermals in finsteres Grübeln, und nach einer Weile fragte er halblaut, mit stockender Stimme: „Wenn er nun käme?" „Wer?" „Wenn er zurückkäme, wie er es gesagt hat?" Sie antwortete nicht, blickte ihn an und schüttelte den Kopf. Er aber ließ nicht nach. „Wenn es nun geschähe?" fragte er mit erhöhtem, beinahe leidenschaftlichem Nachdruck. „Es ist ja unmöglich!" „Er hat es gelobt. Und es gießt mehr Dinge zwischen Erd' und Himmel, als unsere Schulweisheit sich träumt. Würdest Du auch ihm gegenüber Deine Sophistereien mit Versprechen und Versprechen aufrecht erhalten?" „Das würde ich." „Wenn Du ihn vor Dir sähest?" Er fragte es mit 84 — solcher Energie des ToneS, mit so feierlichem Eifer, daß e§ sie kalt überlief. „Ich weiß nicht, was ich dann thun würde," sagte sie leise, mit einem Beben der Stimme, von seinen Worten im Innersten erschüttert. „Ich kann es mir nicht vorstellen. Laß uns nicht von Unmöglichkeiten sprechen." Er stand langsam auf, und jetzt war wieder nur der alte, tiefe Schmerz in seinen Zügen. „Wir müssen es leider, von der einen traurigsten Unmöglichkeit vor Allem, uns anzugehören." „Georg, Du liebst mich nicht mehr!" Jäh war sie emporgesprungen und stand nun mit ausgestreckten Händen, als müsse sie den Entfliehenden halten. Er antwortete nicht, er wagte es nicht, zurückzuschauen- langsam ging er zur Thür. „Du liebst mich nicht mehr!" schrie sie noch einmal ans, und nun bezwang ihn der Ton der Verzweiflung. „Ob ich Dich liebe?" rief er, indem er sich umwandte und ihr in die Augen sah. Und wie zuvor preßte er sie von Neuem gewaltsam an sich, bedeckte ihr das Gesicht und das Haar mit Küssen und flüsterte heiße, leidenschaftliche Worte. „Mein Glück bist Du und meine Hoffnung! Meine Welt, mein Alles! Ich liebe Dich, hörst Du? Ich liebe Dich und ich werde sterben, wenn ich jetzt von Dir gehe." „Nicht sterben," sagte sie leise und blickte zu ihm auf. Dann, als er sie nicht mehr küßte, sondern sie nur noch ruhig in den Armen hielt und gedankenvoll ihr in die Augen sah, machte sie sich langsam frei, strich mit beiden Händen das Haar aus der Stirn zurück und sagte lächelnd! „Nun ist es gut, nun weiß ich, daß Du mich noch lieb hast. Alles Andere gilt nicht daneben. Das allein habe ich gefürchtet, Du könnest durch diese Dinge verlernt haben, mich zu lieben. Jetzt will ich ganz geduldig sein und Dich nicht quälen durch Fragen und Drängen. Sieh, Du mußt Zeit haben, Dich zu finden- auch ich habe Zeit gebraucht. Ich will Dich nicht einmal sehen, wenn Du nicht magst, wenn Du vorläufig lieber allein bleibst. Nur aus dem Hause darfst Du mir nicht fort, damit ich von Dir hören kann und weiß, daß Du mir nicht krank wirst. Du siehst so blaß aus und vergrämt. Aber das wird schon anders werden- Du wirst zu mir kommen, und ich werde bis dahin sitzen und die Stunden zählen. Und wenn Du gekommen bist, dann —" Er starrte vor sich hin- ihre Worte klangen zu ihm wie aus weiter Ferne. Und als sie fühlte, daß seine Blicke nicht mehr in ihren Augen ruhten, kam die Angst vor dem Verlust ihr zurück. Nach seinen Händen greifend, sagte sie: „Glaub' mir, ich lasse Dich nicht. Ich weiß nun, daß Du mich noch liebst, und darum gehörst Du mir. Ich kämpfe um Dich und lasse Dich mir nicht entreißen. Nein, der Tod hat kein Recht an das Leben, und ich zerreiße die Kette, die mich von Dir zurückhalten will." Heute war es der Blick des Mannes, der auf das Tannhäuser-Bild an der Wand fiel. Und indem er es betrachtete, kam ihm der Gedanke, ob es Frau Venus sei, die ihn halten wolle, ob seine Liebe von der ersten Stunde ab unrein und sündhaft gewesen sei, ob alle Qualen, die er erduldet hatte und noch vor sich sah, einen Schuldigen träfen als verdienter Lohn. Sich von ihren Händen befreiend, den Blick auf das Bild geheftet, ging er, rückwärts schreitend, langsam zur Thür. „Leb' wohl," sagte er, ohne sie anzusehen. Tie machte eine Bewegung, als wenn sie ihn halten wollte, aber sie besann sich und trat ihm nicht in den Weg. „Leb' wohl" sagte sie und nickte ihm zu. „Auf Wiedersehen." Er gab keine Antwort, blickte sie auch nicht mehr an. Als er draußen war, blieb sie stehen und schaute lange auf die Stelle, wo er gestanden hatte, und die nun leer geworden war. Die Thränen stiegen ihr empor, aber ein Lächeln stiller Hoffnung blieb doch daneben aus ihrem Gesichte zurück. Sech st es Capitel. Der Februar war hingegangen, und der März war gekommen. Die Tag- und Nachtgleiche des Frühjahrs war nun bereits nahe, und die Stürme, die zu dieser Zeit gehören, kündigten sich an. Der Schnee hatte ungewöhnlich lange gelegen- von Anfang Januar bis Mitte März war die weiße Decke dagewesen, das Auge blendend und den Geist ermüdend. Jetzt endlich war sie gewichen- der Schnee aus den Dächern war grau geworden und dann langsam gx. schwanden, die schwarzrothen, gestreiften Flächen der Ziegeldächer waren hervorgekommen, die Wege waren wieder braun und grau geworden, und über die kahlen Bäume hatten die schwellenden, aber noch nicht sich öffnenden Knospen einen ersten, feinen, bräunlichrothen Schleier gebreitet. Im Hause der Schatten war das Leben in äußerer Ruhe seinen Weg gegangen. Georg hatte seit jener Aussprache mit Frau Ina vermieden, sie anders als in Gegenwart Dritter zu sehen- kein vertrauliches Wort war seitdem zwischen ihnen gesprochen worden. Er war viel, vielleicht mehr als nöthig, vom Hause fort gewesen- die Nachforschungen in der Anarchistenangelegenheit hatten ihm thatsächlich allerlei Arbeit gebracht. Bisher waren sie jedoch vergeblich gewesen- auch eine unauffällige Beobachtung Neuerts hatte nichts BemerkenS- werthes zu Tage gefördert. War Sybel nicht in seinem Bureau, so machte er weite, einsame Spaziergänge, die er jetzt nach dem Schwinden des Schnees auch über die Stadt hinaus fortsetzen und ausdehnen konnte. Wenn er aber so in dem grauen Lichte des Tages oder in den Schatten der hereinbrechenden Dämmerung über die nassen Landstraßen und enge, wenig betretene Waldwege dahinging, dann erschreckte er häufig unvermuthet ihm Begegnende durch heftige Bewegungen der Hände und durch laute Selbstgespräche. Auch in der Einsamkeit seines Zimmers hatte er sich daran gewöhnt, stundenlang auf und ab zu gehen und mit sich selbst zu reden. Oder er saß regungslos und brütete vor sich hin, und sein Gesicht wurde dabei immer bleicher, älter und vergrämter. Frau Ina wachte von Weitem über ihn, und ihr Stubenmädchen Johanne, die seine Bedienung besorgte, trug ihm manche freundliche Gabe von ihrer Hand zur Stärkung und Labung tagtäglich zu, fast ohne daß er es bemerkte. Gleichgiltig genoß er das Nöthigste- seine Gedanken weilten immer fern von der Gegenwart, und oft setzte er die nervöse Bedienerin durch unerwartete, seltsame Fragen in Schrecken. „Haben Sie den Todteu gesehen?" fragte er sie einmal fast heftig, mitten aus einem tiefen Schweigen heraus- und erst, als daS Mädchen zu zittern und zu weinen begann, erklärte er ihr, was er gemeint hatte. Ob sie schon zu Lebzeiten des Regierungsraths im Hause gewesen sei und ihn gekannt habe, das war es, was er zu wissen begehrte. Als sie verneinen müße, erlosch seine momentane Erregung, er nickte ihr schweigend zu und versank in neues, noch tieferes Brüten, indem er kaum wahrnahm, ob sie im Zimmer geblieben war oder nicht. Wort für Wort mußte Johanne ihrer Herrin Alles, was der Assessor gesprochen hatte, getreulich berichten. Was die Leute davon denken, darüber sagen mochten, das kümmerte Frau Henninger nicht. Sie lebte nur in dem einen großen Gefühl, das jetzt ihr Dasein beherrschte- sie glaubte an die Liebe Georgs und vertraute auf die sieghafte Kraft ihrer eigenen Liebe. Der Tag mußte kommen, an dem seine Zweifel schwanden, an dem er zu ihr kam, um sie niemals wieder zu verlassen. Aber bis dahin, — wie endlos schlichen die Stunden, wie grau und dunkel waren diese Tage, wie schmutzig und häßlich war die Schneedecke geworden, wie langsam erwachte und wuchs das neue Licht! Nur die sich erhebenden Frühlingsstürme, die um das alte Hause zu brausen begannen, begrüßte sie mit Freude, mit einem Gefühl der Befreiung. Es war ihr, als erzählten sie mit ihrer mächtigen Stimme vom Nahen einer Zeit der Erlösung, und - 85 sie meinte zu fühlen, daß auch für sie eine solche Zeit nicht mehr fern sei/ vielleicht war es eine Katastrophe, die ihrer wartete, einer jener gewaltigen Stürme, wie sie der Frühling zuweilen bringt, aber eine Katastrophe, aus der ein neues, gesundes, grünendes Leben für sie emporsteigen sollte. In solchen Gedanken saß Fran Ina die langen Tage, und wenn auch ihr Gesicht immer blasser und zarter stvurde, wenn ihr Herz ein rasches, angstvolles Schlagen lernte, das ihm sonst fremd gewesen war, wenn ihre Nerven zitterten bei Tönen und Worten, die sie ehemals kaum vernommen hatte, der Strahl der Hoffnung in ihren Augen leuchtete darum doch noch immer. Es war ein stürmischer und dunkler Tag, der wildeste und unruhigste des bisherigen Frühjahrs, aber auf dem Gesichte des Doctor Jaksch lag trotzdem heller Sonnenschein. Er war zufrieden mit sich, mit dem Verlauf des Winters, mit den Fortschritten, die er auf feiner Bahn gemacht hatte. Die scheinbare Entfremdung zwischen feinem Neffen und Frau Henninger erfüllte ihn mit Freude und Hoffnung, die zahlreichen Krankheiten der langen Frostzeit hatten seine Praxis vermehrt. Vorsichtige und glückliche Speculationen hatten ihm reichen Gewinn gebracht. Eben erst war er vom Bankier nach Hause gekommen, wo er eine stattliche Zahl von Geldscheinen in gute, sicheren Gewinn bringende Papiere umgewechselt hatte, und während er diese dem schon vorhandenen, ansehnlichen Packet in seinem Geldschrank hinzufügte, betrachtete er seinenBesitz mit liebevollen Blicken. Vielleicht hätte Frau Ina wieder von einem Raubthiere gesprochen, wenn Sie den Mann hätte sehen können, wie er hier vordem geöffneten Schranke stand und feine Augen nicht abwenden konnte von dem willkommenen Anblick, wie er zuletzt mit feiner weißen, fleischigen Hand den Haufen von Werthpapieren liebkosend klopfte, wie ein Anderer feinen Hund oder sonst ein Thier liebkost. Endlich riß er sich los und verschloß mit Sorgfalt die Thür des Schrankes. Ja, er war zufrieden! Sein Weg ging aufwärts, und der Gipfel war nicht mehr fern. Ein Einziges war bisher nicht so gelungen, wie er es gewünscht und erwartet hatte: die Spur, auf die der Taubstumme ihn hingewiesen hatte, war wieder verloren gegangen. Er hatte einen Brief unter der angegebenen Chiffre auf dem Berliner Hauptpostamt deponirt und die Polizei von dem Sachverhalt benachrichtigt. Aber Woche um Woche war vergangen, der Bries lag noch immer da, seltsamerweise war Niemand gekommen, ihn abzuholen. Das war es, was ihn kränkte und zuweilen mit Unruhe erfüllte. Aber wo verlies das Leben so völlig frei und glatt, ohne Hinderniß, ohne Gegenströmung? Nein, solche Dinge dursten ihm die Freude nickt stören,- er hatte Ursache zufrieden zu fein, und er war zufrieden. (Fortsetzung folgt.) „Unglück in bet Siebe." Eine merkwürdige Bilanz stellt das New-Aorker Morgen- Journal auf. Das Blatt veröffentlicht in seiner Ausgabe v. 3. Jan. ein genaues Verzeichnis jener Amerikanerinnen, die durch Heirathen mit europäischen Aristokraten unglücklich geworden sind. Im Ton etwas amerikanisch robust, sind diese Liste und ihre Einbegleitung in der That doch so lehrreich, daß wir sie mit kleinen Kürzungen im Nachfolgenden reprodueieren. Die meisten Ehen, — also beginnt das New-Iorker Morgen-Journal, — die von Amerikanerinnen mit Ausländern geschlossen wurden, sind unglücklich ausgefallen. In den Ehen dieser Art bilden Trunkenheit und grausame Behandlung geradezu die Regel und angesichts der Thatsache, daß von mindestens dreiviertel aller derartigen Ehen dieses traurige Verhältniß bekannt ist, bleibt es nur zu verwundern, daß diese Ehen an Zahl eher zu- als abnehmen. Die Sucht Titel und Rang zu erobern, wie das in diesem Lande unmöglich ist, sowie die Neugierde, welche die amerikanischen Evastöchter womöglich noch mehr Peinigt, als die weibliche Jugend anderer Länder, dürften die Thatsache verschulden, die für den Kulturhistoriker dermaleinst von großem Interesse fein dürfte. Nachstehend möge eine Liste der hevorragendsten Ehen der Eingangs bezeichneten Art hier folgen, damit der Leser sich überzeuge, wie viel Unglück daraus hervorging. Der verstorbene Herzog von Manchester heirathete, als er noch Lord Mandeville hieß, die New-Uorker Schönheit Fräulein Cansuelo Aznaga, und fing einige Jahre nach der Hochzeit ein wüstes Leben an. Er unterhielt ein Verhältniß mit einer Tingeltangel-Sängerin Namens Bestie Bellwood und mußte mit dieser Gefährtin u. A. einmal im Gericht erscheinen, weil er nach einer Orgie in der Trunkenheit einen Kutscher geprügelt hatte. Die herzogliche Mttwe ist gegenwärtig noch eine der schönsten Frauen von London. Die jetzige Herzogin von Malborough, die frühere Consuelo Vanderbilt, wurde nach ihr benannt. Die Abenteuer von Frl. Clara Ward aus Detroit, die den Prinzen Chimay heiratete, werden gerade jetzt genugsam besprochen. Ebenso kennt man die Geschichte der unglücklichen Ehe von Frl. Wheeler (Philadelphia), die trotz aller Warnungen den bayerischen Grasen Pappenheim heirathete. Die Gräfin ist jetzt zu ihrer Mutter zurückgekehrt. Frau de Stuers, eine Tochter von I. Cary, war mit dem holländischen Gesandten in Paris verheirathet, sand aber diese Ehe unerträglich und ging nach Dakota, wo sie die Ehescheidung erlangte. Sie ist jetzt die Gattin eines Herrn Elliot Zborowsky in New-Aork. Frl. Julia Scott von New-Uork heirathete den englischen Major Johnson, mit dem sie drei Kinder hatte. Sie fühlte sich indesten veranlaßt, in Dakota ihre Scheidung durchzufetzen und heirathete den ungarischen Grasen Erdödy. Frl. Bestie Curtis von Boston heirathete einen Enkel des berühmten Talleyraud, wurde von demselben aber dermaßen ins Elend gestürzt, daß sie sich veranlaßt sah, ihn zu verlassen. Er setzte infolge dessen die Scheidung gegen sie durch und erhielt dadurch die Möglichkeit, auch noch die reiche Frau Frederick Stevens, die den Titel Herzogin von Dino führt, zu ehelichen. Die Tochter des verstorbenen Commodore William Henry Me Vivker war zuerst an den Major Charles Grautley Norton verheirathet und wurde daun die Frau seines Neffen, des jetzigen Lord Grantley. Diese Ehe erregte insofern peinliches Aufsehen, als die Dame ihrem ersten Manne durchging, hierauf geschieden wurde und dann gerade fünf Tage vor ihrer Entbindung zum zweiten Male Hymens Feffeln auf sich nahm. Frau George Stelle von Chicago ließ sich von ihrem amerikanischen Gatten scheiden, um den vornehmen Irländer Arthur Aylmer zu heirathen. Nach einem Jahre bereute sie aber diesen Schritt und ließ sich abermals scheiden. Die Tochter von I. P. King aus Sand Hills, Ga., heirathete den Marchese von Anglesey, wurde von diesem aber so schamlos behandelt, daß sie sich scheiden lasten mußte. Die Prinzessin Ferdinand Colonna, Stieftochter von John W. Mackey in San Francisco, mußte vor ihrem Gatten flüchten, der eine traurige „Berühmtheit" durch feine Versuche, ihr die Kinder zu stehlen, erlangte. Frl. Winaretta Singer heirathete den sogenannten Prinzen Louis de Scey-Montbeliard, dessen Stammbaum unfindbar ist, mußte sich seines skandalösen Betragens wegen von ihm scheiden lassen. Sie heirathete alsdann den französischen Prinzen Eduard von Polignae. Frl. Nellie Grant, die älteste Tochter des Präsidenten, heirathete Algernon Sartoris von England, mußte sich aber von ihm trennen. Da« schöne Frl. Francrs Work von New Kork führte mit dem ehrenwerthen James Boothbh Burke Roch« eine so unglückliche Ehe, daß sie nach Amerika zurückkehrt^ und sich hier scheiden ließ. Graf Paul Hatzfeld, der jetzige deutsche Gesandte in London, wurde vom Fürsten Bismarck s. Z. gezwungen, sich von der Amerikanerin Helene Moulton, mit der er verhei- rathet war, scheiden zu lassen. Seit Bismarcks Rücktritt hat sich das Paar wieder ausgesöhnt und diese Ehe erneuert. Der jetzige britische Ministerresident in Quito, William, der Bruder des bekannten Novellisten Rider Haggard, hei- rathete Karoltne Caroll, verließ sie aber nach einigen Jahren einer unglücklichen Ehe und ließ sich von ihr scheiden. Mary Plummer von New-Uork heirathete den französischen Abgeordneten Clemenceau, von dem sie sich scheiden lassen mußte. Lord Edmund Fitzmaurice, der jetzige englische Kriegsminister, heirathete 1889 eine Tochter von W. I. Fitzgerald von Lichtfield Conn., die sich aber sehr bald veranlaßt sah, von ihm zu gehen und um die Scheidung nachzusuchen. Auch die Ehe von Jennie Jerome mit Lord Randolph Churchill war nichts weniger als eine glückliche, da der Lord sehr den Trunk liebte und überdies schon leidend war. Die Gatten trennten sich und erst seit dem Tode Randolphs versichert dessen Wittwe, daß sie wieder Freude am Leben habe! Sehr schlimme Dinge hatte die Herzogin von Malbo- rough mit ihrem Gatten zu erleben, der sie auch zwang, die Lady Colin Campbell bei sich zu empfangen, obgleich er in dem Ehescheidungsprozeß dieser Dame der Hauptbetheiligte war. Sie mußte sich später noch bequemen, die Summe von 50 000 Dollars ihrer Nebenbuhlerin auszuzahlen, die der Herzog derselben vermacht hatte. Die Ehestreitigkeiten zwischen der Tochter der Frau Audenried aus Washington und dem französischem Grafen Covet-Divonne erregten öffentliches Aergerniß. Der Graf verlangte von seiner Schwiegermutter stets mehr Geld, als diese zu beschaffen im Stande war. Ein Urenkel des Marschall Vorwärts, der Graf Ferdinand Franz Blücher, brannte mit einem jungen Mädchen aus Brooklyn eines schönen Tages durch, heirathete sie, ließ sie aber nach einiger Zeit wieder sitzen, indem er sich westwärts in die Büsche schlug. Schließlich kehrte er nach New- Iork zurück, um völlig verarmt im Hospital zu sterben. Frl. Bonynge von Californien heirathete Lord Deerhurst und mußte die Ehescheidungsklage gegen ihn anstellen. Fürst Hatzfeldt hatte die allergrößten Schwierigkeiten mit den europäischen Gläubigern, seit er die Tochter des Eisenbahnkönigs vom Stillen Ocean, Collis T. Huntington, geheirathet hatte. Seine finanziellen Calamitäten waren und sind so große, daß die HoMungen, die seine hübsche Frau gehegt, drüben eine hervorragende Rolle in der Gesellschaft zu spielen, trügerisch sein dürften. Tragisch ist das Schicksal von Frl. Florence Garner von New-Dark, deren sauberer Gemahl, Sir William Gordon Cumming, als Falschspieler entlarvt wurde. Kaum minder schlecht erging es folgenden Damen: Gwendolen Caldwell wurde vom Prinzen Joachim Murat verlassen, weil sie ihm die Verwaltung ihres ganzen Vermögens nicht überlassen wollte. Frl. Beach-Green hatte dasselbe Schicksal seitens des verstorbenen Earl Cairns zu erleiden, weil ihre Mutter nicht die Hochzeitsgeschenke bezahlen wollte, die der Bräutigam bestellt hatte. Der Marquis von Anglesey ließ Frau Whetmore von New-Dark sitzen, nachdem sie sich seinetwegen von ihrem Manne hatte scheiden lassen. Gefoppt wurden in ähnlicher Weise die bekannte Schriftstellerin Lulu Fletcher vom Enkel Byrons, dem Earl of Lo- velace, die Californierin Frl. Burke vom Fürsten Ponia- towki, und Frl. Graee Wilson, die jetzige Frau Cornelius Vanderbilt, vom ehrenwerthen Cecil Baring. Bei allen den unglücklichen Ehen, die vorstehend aufgeführt wurden, wurde den Frauen von den betreffenden Ehegatten mit einem unerhörten Cynismus vorgehalten, daß sie blos ihres Geldes wegen geheirathet seien, wobei häufig auch noch die Familien der unglücklichen Frauen schwer beleidigt wurden. Giebt's doch englische Familien, in denen die Frau des Hauses Amerikanerin ist, aber ihre eigenen Landsleute nicht empfangen darf! Im günstigen Falle muß die Amerikanerin alle Beziehungen zu ihrer Heimath abbrechen, um im fremden Lande geduldet zu werden. Literarisches Allustrirte Mädchen zelt««-. Für alle Lebensalter und Berufsklassen gab es bereits seit langer Zeit eigene Zeitschriften, nur unfein Töchtern fehlte bisher eine solche — Die im Verlage von Max Schmidt in Lübeck wöchentlich erscheinende Jllustrirte Mädchenzeitung füllt nun diefe Lücke aus und hat es verstanden, sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens einen weiten Lesekreis zu erobern. Wenn wir einen Blick in die bisher erschienenen Nummern des Blattes werfen, so überrascht uns bei dem überaus billigen Preise von 1,80 Mk. vierteljährlich (durch alle Buchhandlungen und Postanstalten zu beziehen) die Fülle des Gebotenen, da ist nicht nur für anregende Unterhaltung, sondern auch für ernsthafte Belehrung gesorgt. Eine eigene Abtheilung bringt fortgesetzt Vorlagen und Anleitungen zu den schönsten Handarbeiten und Kunstfertigkeiten, neben dem Ernst ist auch dem Scherz der ihm gebührende Platz angewiesen, und so kann man überzeugt sein, daß für jeden Geschmack in ausgiebiger Weise gesorgt ist. Unter den Mitarbeitern finden wir die besten Namen vertreten, an der Illustration sind die ersten Künstler betheiligt, und die Haltung des Blattes ist so gesund und vornehm, daß Jeder es mit Vergnügen und Genuß lesen wird. Die „Jllustrirte Mädchenzeitung" schlägt nie einen gesucht kindlichen Ton an, sie vermeidet nur das Unedle und sucht das von der Jugend fern zu halten, was fern gehalten werden muß. Um einen Begriff von der Reichhaltigkeit der „Jllustrirten Mädchenzeitung" zu geben, wollen wir hier nur den Inhalt der ersten Quartals-Nummer (Nr. 14) anführen: Fünfuhr-Thee von W. Egbert. Gottvertrauen, histor. Erzählung von B. Muschi. Unsere Sonne von Oberstudicnrath Dillmann. Haustöchterchen von Emy Gordon. — Handspiegel mit Brennmalerei. Das Uebertragen von Mustern. Aus den Erlebnissen einer Helferin. Plauderei über Fußbekleidung und Handschuhs. Mustervorlangen von L. du Bois-Reymond. Stickerei auf Seide und Kleiderbesätzen. Muß ein Bild einen Rahmen haben? Gedenket der darbenden Vögel im Winter. Reiche Illustrationen, Gedichte, Sinnsprüche, Räthsel u. s. w. Der Winter. Wie ruht die Welt so friedlich stille In ihrer warmen, weißen Hülle, Womit bedeckt ist Feld und Flur. Die Lieder alle sind verklungen, Verstummt die Vöglein, die gesungen, Im Winterschlaf liegt die Natur! Vom Reif entsteht im Wald ein Flimmern, Wie tausend Lichter seh idj’S schimmern Auf Strauch und Bäumen weit und breit. Wenn nun auch kahl sind Thal und Höh'n, So ist doch auch der Winter schön In seinem Strahlcnkleid! ES ist der gute Vater droben, Der ihm dies fchöne Kleid gewoben, Und dessen Auge immer wacht. Er, der auch weiß die Zeit und Stunden, Wo wiederkehret, was geschwunden, Und der dann Alles neu erschafft! Alsdann wird wie ein neues Leben Der Odem Gottes uns umschweben. Vorüber ist dann Ruh und Schlaf. Und was der Wintersturm verheeret In neuer Schönheit wiederkehret. Es bricht dann an der junge Tag! So schlumm're nun, du schöne Erde, Bis daß ertönt des Schöpfers Werde, Bis milde Lenzeslüfte weh'n. Und du verjüngt, mit neuer Kraft Vom Winterschlaie bist erwacht, Dann fei’re froh dein Aufersteh'n I S. P., Gießen. Redaction: 8. Echeyda. — Druck und Verlag der Brüblffchen UniversitätS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in Gießen.