Wollstoffen ein wenig ickchen reiner le wiederholt m Seifeniud erieben. Ist Milch länger „Was sind — „Schrist- die ihr Jahr i nassauern!" rpport? Be- i, wenn Sie rdenilich znr Kneipe einen er, wenn ich mbe, deshalb Thier" ans- Sonverän im ichterling hat zur Prüfung e mit folgen- Rat66«Wtiw Preisaufgabeni re irgend einer Hstweine, welche lgemeinheit sind, er genau seine >o waren neulich ; doch war Be, itim. Länge und >lte sich ein Herr swerthe Leistung ■n die schwerst- ainmen statt der (über anderthald von W Htint^ liegen jetzt die te der Erzählung le der Heldin I« rtqer Winterrdr)», r Verfasserin M cen Er'thüllungen Stadtraths M im Wege steht, j das Opfer d« t ihre Schr-lfale in den Roman-n der VerhältnO, n der Phantasie- Ren und ch°» ch der erzähl«» ro»«ttStaß de» 3. Juni 1897. nTjii hi fiö ■Äuih itiitiimil er immer ängstlich sich erst berathet * Beim kleinsten Thun — wenn und warum? — Legt, wenn er den seichtesten Bach durchwatet, Sich erst einen Rettungsgürtel um. Albert Roderich. Das Kind der Tänzerin. Roman aus dem amerikanischen Leben von Joseph Treumann. (Fortsetzung.) „Brechen Sie dieses Thema ab; es ist mir zu verhaßt, um länger dabei zu verweilen. Ist das Kind tobt, so endet die Sache damit; lebt es, so gehört es seiner elenden Mutter an. Ich verstehe jetzt, warum es meinem Sohn so sehr darum zu thun war, den Osten zu verlassen. Er hat seinen Ungehorsam gegen mich sehr theuer bezahlen müssen. Das Weib, das er mir vorzog — die erbärmliche Creaiur, die seine Augen verblendete und seinen Verstand bethörte — hat ihn vernichtet — ermordet. Glauben Sie mir, sie ist die einzige Ursache seines Todes." „Ich verstehe Sie nicht," sagte der Anwalt. „Wie kurzsichtig Sie sind!" rief Mr. Greylock, indem er in seinen Stuhl zurücksank. „Mein Sohn mußte gewußt haben, daß sein Weib seiner unwürdig war — kein Greylock vermag einen solchen Schlag zu überleben. SRobert 'Dai krank am Herzen und seines Daseins müde. Das Leben, das dieses Weib ihm zur unerträglichen Last gemacht hatte, endigte er mit eigener Hand unter den alten Salzgru en von Blackport." , Mr. Mervin schritt zwei- oder dreimal im Ztmmer auf und ab. „Ich glaube, Sie haben Recht," sagte er endlich in dem Tone der Ueberzeugung. „Gewiß haben Sie Recht. Am folgenden Tage wurde die Coroners - ^ury zu- sammenberusen, vor welche Jke Poole und seine Tochter Merey geladen waren. .. Das Mädchen schien ruhig gefaßt, wahrend Jke die größte Betrübniß an den Tag legte. Vater und Towte machten der Jury Mittheilung über Robert Greylocks Befucy im Gasthof in der Nacht seines Todes; von seiner. Rteber- geschlagenheit, wie von seiner Erklärung (ob tm Ernst ober Scherz gemacht, vermochte Keines zu sagen), baß er vie et ) nicht mehr zurückkehle, falls er keine Aussöhnung mit seinem Vater erzielen könne. Die Aussagen bes alten Gastwirths unb seiner Tochter machten Einbruch auf bie Zuhörer. Merey wieberholte einen Theil ihrer Unterhaltung mit bem Verstorbenen. Zunächst würbe bie Pistole vorgelegt, bie neben Roberts Leichnam gesunben war. Die Waste war bas Fabrikat einer wohl- bekannten Firma unb schien völlig neu zu sein. Jke Poole, ber mit einer lebhaften Einbilbungskraft begabt war, erklärte, er habe bie Umrisse ber Waffe in Roberts Brusttasche gesehen, als dieser sein Abeudbrod tm Gasthofe einnahm. Als aber Merey über diesen Punkt befragt wurde, antwortete sie fest und bestimmt: „Nein, ich haben nichts dergleichen gesehen." Hierauf wurde Godfrey Greylock vernommen. Es kostete den stolzen Manne keine geringe Ueberwindung, in einer Stube voll neugieriger Menschen die unaiigeiiehme gcene mitzutheilen, die zwischen ihm und seinem Sohne stattgefiinden hatte; er entledigte sich indessen dieser Aufgabe mit strenger Wahrhaftigkeit und einer Fassung, die der Merey Pooles nichts nachgab. Der Fischer, ber beit Leichnam gesunden hatte, erzählte in schlichten Worten seine Geschichte. Die Aussagen sämmtlicher Zeugen ließen nur einen Schloß zu. Die Geschworenen brauchten nur kurze Zeit zur Berathung, und ihr Wahrspruch lautete — auf Selbstmord. „ .. r± ,, Tags darauf fand ein feierliches Letchenbegangmß statt; Godfrey Greylock übergab seinen Sohn mit großem Pomp bem Schooße ber Erbe. Dann kehlte er nach seiner prächtigen Villa zurück unb schloß sich in seine Gemächer ein. Seine Schwester, Miß Pamela lag vor Kummer unb Schmerz krank im Bette; Mrs. Hopinks unb bie Diener schlichen mit verweinten Augen im Hause umher. Es war eine unsäglich traurige Nacht. Draußen schneite es; bie Kälte war empfinblich. Der Sohn lag im Grabe; bet Vater saß vor bem Kaminfeuer in seiner Bibliothek und suchte vergebens, sich zu erwärmen. Der Zusall wollte es, baß beim Verschließen ber Fensterläben bei Einbruch ber Nacht einer ber Läbett bes prächtigen Gemachs vergessen worben war. D c Wind heulte und schüttelte ben Bobeu so heftig, baß Gobst ip Greylock sich in seinem Stuhle iimroanbte, unb indem er dies that, wehte ihm ein kalter Luftzug wie ein Hauch aus dem Grabe seines Sohnes in's Gesicht. In demselben Augenblick wurden die Gardinen von Spitzen und Damast bei Seite geschoben, und eine Frauengestalt stieg über das niedrige Gesims in das Zimmer. in Eießen. 254 Schnee bedeckte ihr Kleid, ihren Shawl und ihre Kapuze, die ihr üppiges Haar verhüllte- ihre schwarzen Augen funkelten drohend- ihr Gesicht war so weiß wie die Schneeflocken, die ihr Gewand bedeckten. Eine unheimlichere Erscheinung ließ sich kaum denken. Godfrey Greylock gehörte nicht zu den nervösen Männern- dennoch vermochte er einen Ausruf der Bestürzung nicht zu unterdrücken. „Ich wußte, daß Sie mich durch die Thür nicht einlassen würden," sagte Mercy Poole- „ich war daher so frei, durch dos Fenster zu steigen. Ich habe Ihnen etwas zu sagen!" Das Mädchen ließ einen wilden Blick in dem Gemach umherschweifen und fuhr fort: „Sie machen es sich, wie ich sehe, recht bequem, während er in seinem engen Sarg draußen unter dem Schnee liegt. Sie brauchen Ihre Stirn nicht zu runzeln, Sir- ich wenigstens fürchte Sie nicht. Lassen Sie mich Ihnen nun ein Geheimniß anvertrauen! Ich liebte Ihren Sohn — liebte ihn von ganzem Herzen, weit mehr als Sie, sein eigener Vater, ihn liebte." Die Bestürzung lähmte Godfrey einen Augenblick die Zunge- dann warf er dem Eindringling einen Blick zu, der eine Furchtsame schleunigst wieder zum Fenster hinaus gejagt hätte- zu den Furchtsamen aber gehörte Mercy eben nicht. „Ah!" sagte er endlich: „ich kenne. (Sie jetzt- Sie sind das junge Frauenzimmer aus dem Gasthof von Blackport- Sie machen mir da eine merkwürdige Mittheilung- hat mein Sohn etwa auch Ihre Liebe erwidert?" Mercys dunkles Gesicht nahm einen wilden Ausdruck an - sie preßte die Falten ihres Shawls heftig zusammen und stieß fast zornig hervor: „das geht jetzt weder Sie noch irgend einen Anderen etwas an- er ist tobt — der Tod wischt Alles aus. Sie waren mit der Schwiegertochter, die er Ihnen gab, nicht zufrieden. Würde ich Ihnen besser zugesagt haben?" „Entschieden nicht. Woher mein Sohn seinen niedrigen Geschmack in Liebesangelegenhciten hat, weiß ich wirklich nicht," war die rasche und spöttische Antwort. Der Kopf des jungen Mädchens überragte den des Mannes um mehrere Zoll- mit verächtlichem Lächeln blickte sie auf ihn nieder- und sprach ernst: „Wir wollen diesen Gegenstand nicht weiter verfolgen, denn ich will ihre Gefühle nicht verletzen- ich kam nur hierher, um Sie zu fragen, ob Sie wirklich glauben, daß Ihr Sohn sich selbst das Leben nahm?" „Ganz gewiß glaube ich das." „Blinder Maulwurf!" fuhr Mercy auf- „ich dachte, Sie hätten mehr Scharfsinn als die Anderen- allein ich sehe, daß dies nicht der Fall ist. Robert wurde ermordet — niedergeschossen wie ein Hund! Wie klug Doctor Jarvis und die anderen Esel von Blackport sich bei dem Jnquest ausdrückten! Was bewies die Pistole, die neben ihm gefunden wurde? Nichts! Seine Taschen waren nicht beraubt worden. Was bewies dieser Umstand? Nichts! Morden die Menschen nur, um zu rauben? Er war nicht der Mann, sich in einem Anfall von Niedergeschlagenheit das Leben zu nehmen - seine Natur war zu elastisch — zu wankelmüthig zu einem solchen Schritt. Weder die Untreue seiner Fran — Sie feiert, ich kenne auch diese Geschichte — noch der starrköpfige Zorn seines Vaters hätte Robert zum Selbstmord getrieben. Ich sage Ihnen, er wurde ermordet!" Der alte Greylock fühlte sein Blut in den Adern erstarren. Dieses kühne Weib hatte ein eigenthümliches Wesen. „Ermordet!" wiederholte er betroffen. ,/3n! Ist Ihnen der Gedanke noch nicht in den vornehmen Kopf gekommen? Wie blind sind Sie! Lassen Sie mich Ihnen noch ein weiteres Licht anstecken. Sie selbst sind sein Mörder!" Mr. Greylock prallte zurück, als ob er einen Schlag erhalten hätte. „Tollhäuslerin! Was wollen Sie damit sagen?" Mercy Poole blickte in dem Zimmer umher. „Dies ist ein gemnthliches Plätzchen!" rief sie wild- „war es ebenso hier in der Nacht des Todes — Licht, Wärme und Wohlgeruch? Warum haben Sie ihn nicht hier behalten? Waren Sie es nicht, der ihn hinaustrieb, dem tödtlichen Schuß entgegen?! Seines Vaters Dach hätte ihn in jener Nacht schützen sollen - hier wäre kein Meuchelmörder cinge- drungen. Sie stießen ihn aber hinaus, seinem Schicksal entgegenzugehen — Sie, der ihn mit einem einzigen guten Wort hätte retten können. Und Sie wagen es, zu sagen daß Sie nicht sein Mörder seien?!" „Dies geht zu weit! Ihre Liebe zu meinem Sohne hat Ihnen, wie ich fürchte, den Verstand geraubt." „Sie wollen mir also nicht glauben?!" ries das junge Mädchen. „Mein Sohn starb durch seine eigene Hand. Diese Thatsache ist auf das Ueberzeugendste dargethan worden, und es bedarf etwas mehr als der Faseleien einer jungen Person, die einer Wahnsinnigen gleich in mein Haus eindringt, um diese meine Ueberzeugnng umzustoßen." Mercy maß ihn verächtlich vom Kopf bis zu den Füßen. „Selbstsüchtig, kalt und grausam!" sagte sie langsam- „mit nicht mehr Blnt in den Adern als ein Fisch! Kein Herz in Ihrem Busen! Ja, er wäre noch am Leben, wenn Sie ihn nicht hinausgcstoßen hätten - Sie, Godfrey Greylock, sind sein Mörder, sein Blut schreit in dieser Stunde zum Himmel wider Sie!" Dies war mehr, als der alte Herr zu ertragen vermochte! er klingelte wüthcnd, und ein Diener erschien unter der Thür. „Weisen Sie diese tolle Creatur hinaus, Harris!" schrie er dem Manne entgegen. Mercy Poole folgte dem Diener mit höhnischem Lächeln. Auf der Schwelle wandte sie sich noch einmal um und sagte mit ruhiger, fester Stimme: „Ich habe Ihnen die Wahrheit gesagt, und Sie werden meine Worte nicht vergessen! Sie sind sein Mörder- trotz all Ihres Reichthums werden Sie nie wieder Frieden auf Erden finden!" Sie legte die Hand auf's Herz und fuhr bewegt fort: „Und ich — auch ich habe durch diese mörderische Kugel jede Freude am Leben verloren. Und nun gute Nacht und süße Träume, Godfrey Greylock!" 8. Capitel. New-Aorker Straßenkinder. Auf den besonderen Wunsch eines Mannes, der mich mit seltener Güte behandelte, daß ich mich stets verpflichtet fühlen werde, selbst seinen leisesten Wink als Befehl zu betrachten, entschließe ich mich, Ereignisse aus meinem früheren Leben zu erzählen, die zu den traurigsten gehören, welche ein Kindergemüth treffen können. Ich kann es jetzt um so eher thun, als alle Bitterkeit von damals von mir gewichen, ein versöhnlicher, milder Geist in mein Inneres gezogen. Das erste Haus, dessen ich mich als meiner Heimath zu entsinnen vermag, war eine elende, baufällige Mieths-Baracke in einer schmutzigen, finsteren Gasse, in die das Licht der Sonne niemals drang, in welcher die Menschen wie Schafe in einem Pferch zusammengepackt lebten. Ueble Gerüche und noch ekelhaftere Unterhaltungen waren in jenem Hause an der Tagesordnung. Jeder einzelne Insasse schien ebenso lasterhaft wie arm zu sein. Prügeleien auf den Treppen und in den Corridoren, hin und wieder auch Stechaffairen oder brutale Mißhandlungen armer Weiber seitens ihrer betrunkenen Männer waren tägliche Vorkommnisse nicht nur tn unserem Hause, sondern in dem ganzen Viertel, dem verrufensten der Metropole. Ganz oben unter dem Dach des alten Hauses befand sich eine Stube, in der es im Winter bitter kalt, im Sommer glühend heiß war. Sein Licht erhielt dieses Gemach durch ein sogenanntes „Skyligh", denn Fenster waren nicht vorhanden. Der Gyps fiel in Stücken von den Wänden herab, die Thür, war so in ihren Angeln eingerostet, daß sie nicht zu verschließen war. Das Mobilar bestand aus einem „Dies „war es arme und behalten? tödtlichen l in jener 'er ctitge« Schicksal gen guten zu sagen, m Sohne rief das d. Diese worden, er jungen Haus einen Füßen, im; „mit ; Herz in ' Sie ihn lock, sind n Himmel agen vcr- ien unter Harris!" n Lächeln, und sagte Wahrheit en! Sie rden Sie die Hand • auch ich im Leben Godfrey der mich erpflichtet hl zu be- früheren oelche ein m so eher chen, ein en. imath zu Z-Baracke Licht der Schafe in und noch an der lasterhaft in den brutale -runkenen nuferem rufensten s befand Sommer ich durch ächt vor- ;n herab, sie nicht s einem — 255 Eine Bremsscheere. Alljährlich mehren sich die Unglücksfälle, die von durchgehenden Wagenpferden hervorgerufen werden- besonders häufig sind dieselben naturgemäß in größeren und großen Städten zu verzeichnen, wo kaum ein Tag vorübergeht, ohne daß die Presse von einem Unfall zu berichten wüßte. Es beruht dieses einerseits auf dem ausgedehnten Verkehr in den oft verhält- nißmäßig engen Straßen und dem ständigen Geräusch und Getön von Bahnen, Schellen, Fabrikpfeifen u. s. w., wodurch die Thiere leicht zum Scheuen gebracht werden,- andrerseits aber auch auf dem gänzlichen Mangel an geeigneten Vorrichtungen, nm das eigenmächtige Durchgehen scheu gewordener Pferde zu verhindern. Die polizeilichen Anordnungen in Betreff der Gangart der Gespanne und bezüglich des Festbindens der Pferde an einem Hause oder Pfosten, während der Kutscher den Wagen verläßt, welche Verordnungen besonders auf Milchverkäufer, Floschenbierhändler und Metzger Bezug haben, nützen lange noch nicht ausreichend; denn Gleichgiltigkeit und Leichtsinn sind gerade bei der edlen Zunft der Roffe- lenker nur zu sehr verbreitet. Mannigfache Versuche sind deshalb auch schon angestellt worden, den Pferden das Scheuen abzugewöhnen, bezw. ihnen das Durchgehen zur Unmöglichkeit zu machen- allerlei, zum Theil phantastische Erfindungen wurden von berufener und unberufener Seite gemacht, von denen die leidigen Scheuklappen am längsten angewendet wurden, am wenigsten ihrem Zweck entsprachen und die größte Qual für die geplagten Thiere sind, deren Augapfel, der ursprüng- „Jch habe das Geld verloren!" keuchte Pietro, als ich ihn eben wieder mit dem Kopf gegen die Mauer stieß. „Laß mich los, Polly, ich schwöre bei meiner Seele, ich habe das Geld nicht mehr!" Er hatte wirklich die Wahrheit gesprochen. Seine Beute | war fort- irgend ein anderer Gassenjunge hatte sich damit aus dem Staube gemacht- an eine Wiedererlangung des Geldes war daher nicht zu denken. Ich schlug und stieß ihn, bis ich müde war- dann nahm ich Nau bei der Hand und ging mit ihr die Treppe hinauf nach unserer Dachstube. Ich wußte wohl, was unserer dort harrte. Pietro wußte es auch, denn er brüllte mir schadenfroh nach: „Warte nur, Du Kröte, jetzt kommt die Reihe au Dich!" Und so kam es denn auch. Als Großmutter Serag das Schicksal des Geldes und der Flasche vernahm, fiel sie wie eine Furie über die kleine Nan her. Schlag auf Schlag fielen ihre harten Kuochenhände auf das zarte, weiche Fleisch der Kleinen nieder. Ich vermochte es nicht länger mit anzusehen. Eine ganze Schaar Dämonen schien sich meiner zu bemächtige», und ich stürzte mich mit solcher Wuth zwischen die Beiden, daß Großmutter Smog, die in Folge übermäßigen Gin-Genusses schwach auf den Beinen war, in's Wanken ge- rieth und der Länge nach auf den Boden niederstürzte. „Wage es noch einmal, rief ich, „Ran zu schlagen, Du alte Hrxe/ ermorde ich Dich! Ja, bei Gott mit Deiner eigenen Ginflasche schlage ich Dir den Schädel ein. Prügle mich, fobiet Du willst, aber laß es Dir nicht einfallen, ja wieder Hand an die Kleine zu legen!" Großmutter Serag erhob sich langsam vom Boden; sie war durchaus keine hübsche Frau- ihre Nase berührte fast ihr Kinn, sie hatte grausame, schielende Augen und borstige eisengraue Haare, die sich unter dem Saum ihrer schmutzigen Haube hervordräugten. Alle die Lumpen die fie anhatte, rochen nach Gin. „Warte, Du schwarzer Satan!" keuchte sie, ich hatte nämlich schwarze Augen und Haare, und mein kleines, dünnes Gesicht war braun, wie das eines Arabers. Sie packte mich beim Hals, und in weniger als "drei Minuten war das stolze Siegesbewußtsein völlig aus mir geschwunden- mein ganzer Leib war wie zu Brei geschlagen. (Fortsetzung folgt.) wackeligen Tisch, zwei oder drei Stühlen, einem Haufen Lumpen, der als Bett diente, und einem zerbrochenen Ofen dem es fast unmöglich war, ein Feuer in Gang zu bringen selbst wenn die Bewohner d.s Zimmers sich einen solchen Luxus erlauben wollten. In einem Eckschrank befanden sich zwei oder drei zersprungene Schüsseln, eine Flasche Gin und zuweilen ein Korb voll Speiseüberreste, die auf mühsamen Bettelgängen von Haus zu Haus eingesammelt worden waren Und in dieser Stube, unter dem Dach dieser elenden Baracke, lebte ich mit Nan und Großmutter Scraq Ich hatte dort gelebt, soweit mein Gedächtniß zurückreichte In unserer Alley waren Nan und ich als Kinder der alten Scraq bekannt- ich aber hatte mir in Folge meiner außerordentlichen Bösartigkeit, die sich in Kratzen und Beißen und wilden Balgereien mit den anderen Kindern des Gäßchens offenbarte den besonderen Beinamen „Kröte" erworben. Ich nannte Nan meine Schwester, obwohl ich keinen Grund zur Annahme hatte, daß sie wirklich in dieser verwandtschaftlichen Beziehung stand. Wir waren professionelle Bettlerinnen. Bei gutem Wetter wurden wir auf die Straße geschickt, um mildthätige Leute um Almosen anzugehen oder au den Gasthofthüren um Ueberbleibsel von Mahlzeiten zu bitten. Nan war ein ober zwei Jahre jünger als ich, und ich selbst konnte nicht mehr als sechs oder sieben Jahre alt gewesen sein, als sich merkwürdlge Dinge zutrugen. Grausamkeit uns Entbehriutgen aller Art hatten mich zu einer Zeit, da andere Kinder noch harmlos mit ihren Puppen spielten, verbittert und altklug gemacht- man kann es daher nicht auffallend finden, daß ich, noch so jung, schon Eindrücke erhielt, die an Kilidern gleichen Alters fast spurlos I voruberzugehen pflegen. Eines Tqges sandte Großmutter Serag — sie verdankte diese Benennung weniger ihren Jahren als dem Umstände, daß fie,, nur aus Haut und Knochen bestehend, wie ein altes Großmütterchen zusammeligefallen war — die kleine Nan mch der Schnapsbude an der Ecke der Gasse nach Gin. Mit der Flasche und einem Stück Geld in ihren kleinen Hauben machte sich Nan auf deu Weg. Sie stieß auf Pietro, einen italienischen Knaben, den Sohn eines Leierkastenmannes, der eine benachbarte Dachstube inne hatte. Oft hatte ich mich mit dem kleinen Burschen gebalgt I imb tljn jedesmal besiegt. Vielleicht war es die Erinnerung cm diesen Umstand, die ihn jetzt veranlaßte, Nan anzugreifen, schnell wie der Blitz warf er sich nieder, entriß ihr das Geld^imd die Flasche und rannte davon. Ich vernahm das Geschrei der Kleinen, während ich mich mit einem Korb Kohlen die Treppe hinauf mühte. Auf der stelle setzte ich meine Last nieder und eilte auf die Gaffe herab. Noch hatte ich diese nicht erreicht, als ich eine warnende Stimme rufen hörte: „Laus', Pietro! Da kommt e listige Kröte- sie wird Dich schön zurichten! Laus'!" ■ , . Warnung kam zu spät. Wie ein Rachegeist stürzte ourch die Schaar der zerlumpten Kinder und der trief- “«Sigeit, ungekämmten Weiber, die auf Nan's Geschrei herbei- geeilt waren, wie eine Wildkatze sprang ich auf Pietro zu und ergriff ihn an seinem braunen Hals. . i toar größer und stärker als ich- dennoch zitterte bebte er in tödtlichem Schrecken vor mir. »Oh Polly! Polly!" schluchzte Nan, die in mir eine oretterm und Rächerin erblickte: „Er hat die Flasche zer- l™) ogeit und mir das Geld genommen!" rti r raufte Pietro's Haare aus, ich würgte ihn und 8 seinen hübschen, dunklen Kopf gegen die Mauer. „Das g , "der ich bringe Dich um!" zischte ich wie ein kleiner U.V, 1L Vergebens suchte er sich von mir loszumachen, ‘Wib die Umstehenden aus vollem Halse lachten. e;„ »-oravo! Sie wird es ihm besorgen!" rief eine Stimmest ?uoere ließ sich vernehmen: „Sie ist Mannes genug ist girier Größe- nimm Dich in Acht, Pietro - sie dem Teufel selber gewachsen!" | — 286 lich nach seitwärts gerichtet ist, dadurch in eine unnatürliche Lage, nämlich nach vorne gezwungen wird. Doch alle diese Vorrichtungen haben sich, soviel mir, einem alten Cavallertsten, bekannt, nicht bewährt oder konnten sich doch nicht allgemein einbürgern, was wohl ein Zeichen ihrer Unzweckmäßigkeit sein bUr%hm ist in den letzten Jahren von einem Herrn Julius Barthels in Bonn am Rhein ein Apparat, von ihm Bremsscheere genannt, construirt worden, welcher meines Erachtens sehr dazu geeignet erscheint, jenes fehlende Glied in der Kette unserer Wohlfahrtseinrichtungen, wenn ich mich so ausdrücken darf, zu ersetzen. Die mit großer Sachkenntniß und vielem Geschick ausgeführte Erfindung, welche in Deutschland unter Nr. 55961, in den vereinigten Staaten von Nord- Amerika u. s. w. patentirt wurde, besteht aus einer äußerst sinnreichen Vorrichtung, vermittelst welcher durchgehende Pferde mit der größten Sicherheit und Schnelligkeit zum Stillstehen gebracht, sowie stillstehende Pferde am eigenmächtigen Davonlaufen verhindert werden können. Dies wird dadurch erreicht, daß man den Thieren gabelförmige Theile an die Oberschenkel der Hinterbeine drückt, wodurch das Ausschreiten derselben verhindert und somit ein Weiterbewegen vollständig unmöglich gemacht wird. Die Bremsscheere ist folgendermaßen construirt: Auf der Deichsel des Wagens wird eine in der Längsrichtung verschiebbare Zahnstange angebracht, welche durch geeignete Führung gegen Seitenbewegung oder überhaupt gegen ein Verlassen der Deichsel gesichert wird. An der den Pferden zugekehcten Ende der Zahnstange sind gabelförmige Winkelstücke, welche durch eine horizontale Stange verbunden sind, abnehmbar befestigt. Diese Winkelstücke sind 10 bis 15 Zentimeter breit und mit einem Polster versehen, damit die Pferde beim Andrücken der Gabeln nicht beschädigt werden können. Das Andrücken bezw. Bewegen des ganzen Mechanismus geschieht in folgender Weise: Am äußersten dem Wagen zugekehrten Ende der Zahnstange ist ein Hebel drehbar befestigt, welcher wiederum durch zwei Verbmdungsstangeu mit der Deichsel verbunden ist. Die Verbindungsstangen sind ungefähr in der Mitte durch einen Bolzen verbunden, und dieser Bolzen dient als Lager für eine Klinke, deren freies Ende auf den Zähnen der Zahnstange liegt. Es ist ohne Weiteres verständlich, daß der Kutscher durch Anfassen des Hebelgriffes und Heranziehen des Hebels zu sich die Zahnstange und mit ihr die Gabeln vorwärts bewegen muß, wodurch er, wie schon gesagt, die Gabeln an die Hinterbeine der Pferde anpreßt und ihnen ein Weiterschreiten unmöglich macht. Wenn die Gabeln wieder außer Wirkung treten sollen, so hat der Kutscher mit nöthig, eine Lederschnur, welche einerseits in der Nähe des Griffes am Hebel und andrerseits an der Klinke befestigt ist, in die Höhe zu ziehen, wodurch die Klinke gehoben und die Zahnstange ausgelöst wird, und dann den Griff in die Normalstellung zurückzudrücken, wodurch ein Rückwärtsbewegcn der Zahnstange und damit der Gabeln herbeigeführt wird. Der Apparat bildet, fein vernickelt, eine Zierde für jeden Wagen, dabei kann er die Pferde absolut nicht verletzen und verhindert auch noch das gefährliche Ausschlagen der Thiere. Da das feste „Einklemmen" nur allmählich geschieht, können die Pferde nicht hinfallen, aus diesem Grunde sind selbst heftige, leicht erregbare Thiere ohne Gefahr an die Vorrichtung zu gewöhnen. Wenn obige Erfindung sich einbürgert, und wir zweifeln nicht daran, daß dieselbe in absehbarer Zelt an jedem Luxus- und Lastfuhrwerk angebracht sein wird, so ist eilt großer Schritt weiter gemacht auf dem Wege der Herstellutig der persönlichen Sicherheit in unserem öffentlichen Verkehrsleben, und auch für den Thierfreund ist dann eine Garantie geboten, daß in Zukunft das jedes fühlende Herz verletzende, entsetzte, ängstliche und blinde Dahinstürmen scheu gewordener Pferde, das doch in den meisten Fällen mit einem jähen Anprall und plötzlichen Redaction: SL Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Univerfitiits-Buch- und Stemdruckerei (Pietsch & Scheyda) in Humoristisches. Treffend. „Sehen Sie, diese Dame da ist « Schauspielerin und hat sich jetzt mit einem reichen Holzhandel verlobt." — „Natürlich das ist eben die Vorliebe jur oie „Bretter"! * * * Beruhigt. Madame: „Besuche von Ihren Lieb Habern dulde ich aber nicht, Marie!" — Marie: „Wee, jn® 8 Frau, haben Sie keene Bange, die lasse ick nid) zu rin!" * * Eine amüsante Gesellschaft. „Ist die tjcrrnittroete Amtsrichterin wirklich eine so vorzügliche Gesellschafterin, man sich erzählt?" - ,£), ja! Die ist ja schon zweimal weg verleumderischer Beleidigung bestraft worden!" Sturz des zitternden Thieres endet, dem dabei die Glieder zerschellen oder doch schmerzhafte Wunden verursacht werden, die oft eine Tödtung erfordern, thunlichst eingeschränkt, wenn nicht gar ganz vermieden wird. Es ist unsere ernste Pflicht, nicht nur der Menschen, sondern auch der Thiere, besonders unserer unselbstständiger treuen Hausthiere, bei unseren Wohlsahrtseinrichtungen in jeder Weise zu gedenken!* Prof. K. L. Ba. * Obiger Aufsatz, der aus eine hochwichtige Erfindung hinweist, wurde »uerst in der „Allgemeinen Thierschutz-Zeitschrift für Hessen" 1897 veröffentlicht und glauben wir, daß derselbe das Interesse unserer Leser erregen wird. ®ie Gemeinnütziges. Stachelbeere« trocken einzumachen. Mittelgroße, unreife Stachelbeeren werden von Kelch und Blume befreit, trocken in geschwefelte oder mit Sprit nmgefpülte Flaschen gesteckt, dann verkorkt und gelackt. Beim Gebrauch wie frisch gepflückte zu behandeln. * Spargel mit Möhren. Junge Carotten werden geputzt, gewaschen, in runde oder längliche Stücke gefchnitten und zuerst in Butter, dann in Fleischbrühe mit Heller Einbrenne verdickt unter öfterem Umschütteln langsam weich gedünstet und mit Salz nebst etwas gehackter Petersilie gewürzt. Den Spargel richtet man sich inzwischen her, indem man ihn abschält und in kurze Stücke geschnitten in Salzwasser und ein wenig Butter weich kocht und auf ein Sieb abtropfen läßt. Nun mischt man letztere unter die Möhren, dünstet beides noch eine kurze Weile zusammen und gibt es mit beliebiger Beilage auf den Tisch. * Um Gartenwege von Unkrant und Gras rein zu halten, nehme mau je nach der Größe des Bedarfes 50 bis 60 Liter Wasser, worin 20 Pfund ungelöschter Kalk und 2 Pfund Schwefel aufgesoiten werden. Mit dieser Mischung werden die, von Unkraut rein zu haltenden Gartenwege, Plätze, das Pflaster re. begossen. Der Erfolg ist ein sicherer und die Wirkung dieses Gemenges erstreckt sich auf mehrere Jahre. * * * Mäuse dürfe« im Taubenschlag nicht geduldet werden. Diese beunruhigen die Alten, fressen schließlich El« und Junge weg. Zur Vertreibung wendet man verschiedene Mittel au, die aber meist nicht von durchgreifendem Erfolge sind. Man verstopfe alle Löcher mit in Carbolsäure getränkten Lappen ober überziehe Wände, Decke und Fug' boden mit ganz engem Drahtgeflecht.