HievSta- de« 1. Juni WA ZsM MUW kl II » MW a -aSöf as Alter ist ein höflicher Mann, FM7 Einmal über's andere klopft es an; AM Aber nun sagt Niemand: Herein I Und vor der Thür will es mcht fein. Da klingt es auf, tritt ein so schnell, Und nun heißt's, es sei ein grober Gesell. Goethe. Das Kind der Tänzerin. Roman aus dem amerikanischen Leben von Joseph Treumann. (Fortsetzung.) Der Besitzer von Greylock Woods legte seine Gabel nieder, lehnte sich mit verdrießlicher Miene in seinem Stuhle zurück und antwortete: „Nun, was haben Sie mir zu sagen, Doctor?" „Mr. Greylock," begann der Doctor mit feierlichem Ernste, „wann haben Sie Ihren Sohn Robert zuletzt gesehen?" „Ich sah ihn vor ungefähr einer Woche, spät an einem bitterkalten Abend; seine Absicht war, den Osten zu verlassen und nach dein fernen Westen zu reisen." „Und Sie haben seither nichts von ihm gehört? „Nem- ich wünsche nichts von ihm zu hören." Des Doctors Gesicht nahm einen noch tieferen Ernst an. „Mein werther Herr," sagte er, „Robert speiste an dem Abend, als er Sie besuchte, in Pooles Gasthof, und ehe er sich auf den Weg nach Greylock Woods machte, sagte er zu den Leuten im Gasthof, daß er zurückkehren und dort übernachten würde, wenn es ihm nicht gelingen sollte, sich mit Ihnen auszusöhnen. Mercy Poole blieb, wie es scheint, die ganze Nacht auf und wartete auf ihn, da er aber nicht kam, so vermutheten die Leute im Gasthof, daß Sie sich mit ihm ausgesöhnt und ihn hier behalten hätten. Diesen Morgen in aller Frühe war ein Fischer von Blackport genöthigt, über die Marschen nach den alten Salzgruben zu gehen, und dort stolperte er über einen entsetzlichen Gegenstand über den Leichnam eines Mannes." Der Doctor hielt inne. Miß Pamela saß wie versteinert da. „Höchst unangenehm für den Fischer!" sagte Mr. Greylock, indem er dem Hund ein Stück Huhn zuwarf. „Augenscheinlich," fuhr der Doctor. fort, „hatte der Leichnam schon eine Woche dort gelegen- eine schreckliche Wunde an der linken Brust verrieth das Schicksal des Todten, ein Revolver lag neben dem armen Burschen auf der Erde. Gott stehe Ihnen bei, Mr. Greylock, jener Tode war —" Der Herr von Greylock Woods sprang von seinem Stuhle auf und fixirte den Doctor scharf. „Mein Sohn?" „Ihr Sohn!" Es schien dem Doctor, als ob das kalte, blasse Gesicht, in das er blickte, sich nicht im Mindesten veränderte- kein Wechsel der Farbe, kein Zucken der Muskeln ließ auf Bestürzung oder Rührung schließen. Diese Worte, die jeden anderen Vater niedergeschmettert hätten, prallten von seinem Herzen ab, wie Kieselsteine von einem Stahlpanzer. „Er wurde also in jener Nacht getödtet, als er mein Haus verließ?" sprach er mit größter Gelassenheit. „Ohne Zweifel." „Das ist sonderbar- ich hatte ihm Geld gegeben - wurde er auch beraubt?" „Nein- eine Summe von fünfhundert Dollars.fand sich in seiner Tasche vor - auch seine Uhr. Der Fischer, der den Leichnam entdeckte, lief augenblicklich nach der Stadt zurück, um Hülfe zu holen. Jener Dragoner im Unterrock, Mercy Poole, fiel in Ohnmacht, als sie die Nachricht vernahm. Ich war einer der Ersten, welche die Unglücksstätte erreichten." Der Hund sprang plötzlich von der Matte auf und begann zu heulen- ein Wink seines Herrn brachte ihn wieder zur Ruhe. „War es Mord oder Selbstmord?" fragte Mr. Greylock noch immer kaltblütig. „Das konnte noch nicht festgestellt werden," antwortete der Doctor. „Der Umstand, daß das Geld und die Uhr unberührt vorgefunden wurden und daß die Hand des Todten an den Revolver festgefroren war, scheint auf Selbstmord zu deuten. Das wird sich indessen bei der Untersuchung zeigen. Ich bin Hilfsrichter dieses Districts, und . die Waffe, durch die der arme Bursche ohne Zweifel seinen Tod fand, ist in meinem Besitz. Aber mein Gott! — Sehen Sie Miß Pamela!" Die arme Dame war ohnmächtig vornüber auf den eleganten Speisetisch gefallen. In diesem Hause war wenigstens ein Herz, das den munteren, hübschen Robert zärtlich geliebt hatte. Ohne eine Wort zu sprechen, klingelte der Herr von Greylock Woods um Hilfe. Die Diener erschienen und trugen Miß Pamela nach ihrem Zimmer. Als die Thür sich hinter ihnen geschlossen hatte, wandte — 250 ,Jch kann darüber keine Auskunft geben," antwortete Ausdruck an. mir- das $ Dasein u stets im 9 Geldnoth finden, da sichere Ein ihnen viel übrig bist sie war l schmack- ik Zuwi holte sie junger Mc nie erfahr reich. Si nachlässigt schwand, bereits to Vor eines Boi Tänzerin sowohl 9 wüthend sahen — begab ich kümmert, traf vorl „hoffentli einen Wo Kopf schi Herzen, i «Di viele St! sie sich pflegte bi zu ihrer wie ihr Gegen A wöhnlich geben ko sich Plötz! Ich war sie ausgi feine Eq sam aus, einige B worauf ! fuhren." ,,E' innehielt //31 sie zöger nicht wii zurückgel Dieb in Es war ist es ü Weiteres mit der waren." „V Theater //3 daraus ' jenem 9 aber zu erschiene gebrann Vc ®irecto' wesen Y «Än» SÄ ««! geworfen hatte, wieoer zu W - Me sterblich en Ueberreste mit einem vornehmen Herrn, der rhr oft Blumen und N-,7-nM-lich« S-h»-- °-id°n i..»™ °°ch mUene Sohn, der gerade vor einer Woche Das Gesicht des Anwalts nahm einen sehr ernsten unbarmherzig in die Nacht hinausgetrieben worden war, rtn kehrte zurück in das väterliche Haus, taub für Liebkosungen, wie für Verwünschungen und Vorwürfe. Langsam schritt ein kleiner Trauerzug die große Tannen-Allee herauf, entblößten Hauptes näherten sich die Männer mit ihrer Last — „Und wo ist das Kind?" Diese einfache Frage schien Martha völlig zu verwirren. „Fragen Sie mich nicht!" rief sie erregt,- „ich hatte nichts damit zu rhun r mir wird Alles in die Schuhe ge- . - " L "M-m Tuch- I ”i»ta, °°- m di-|.m Hause «««* »°» dem rauche», , elneu Schu-nstelu- * zu den «-Ih-r», di-, °h«° Ihr- Mch, verhüllt, lag. J ' f,7ofitnhpn ctn mitternächt- I bezahlt zu haben, ausreißen. Das Kind? Mein Goth NchwVich d'a- Di-°MU,.-- ha. -- ja natürlich tiSn“™ °°"°Di'-"M-gd hatte die «ast -ine- G°h-immsi°« «I in tanzerin, um oerenrwiuen » fierten. Während der ganzen vorigen Woche hatte sie keinen ^Mit festem Schritte näherte sich Mr. Greylock der Thür, Augenblick Ruhe gehabt In jener verhängnißvollen Nacht, die ststre Dstmer geöffnet hatten- sein Gesicht glich dem I als sie die Pflege des Kmdes übernommen und an der Wiege Tinrtnr Tarvis der ihm folgte, suchte ver- 1 eingeschlafen war, erwachte sie um elf Uhr, und fand die --7-NS chn 3-»n d°« Tm-'-r-- °d» d« R-u- in i-in-n W,?g- l°!r, da- Kind fort - -n- -H--da- Rüaen/ ,lt erspähen. Godfrey Greylock war kein Mann, gringste Anzeichen, wie es weggekommen sein konnte, der durch äußere Bewegungen verrieth, was in seinem Innern Im Hause hatte nm diese Stunde Grabesstille geherrscht- SZZIZZW xä zn dik,M-n wd?-n uu um t=».n ^Der^strenge Mann war also doch ein Mensch aus Martha war feige und furchtsam. Sich ihrer Vermt- Ileisch und Mut ' Wörtlichkeit zu entziehen, war ihre erste Eingebung M Fleisch uno -öiut. sollte sie der Mutter entgegentreten, wenn diese vom 7’ ^aptteL Theater zurückkehrte? Das Verbiet d er Jury. Die Zeit verstrich, und Iris kehrte nicht zurück. Der In den Taschen des Leichnams fanden sich außer einer Morgen dämmerte, allein die Tänzerin kam nicht. Ich Uhr und fünfhundert Dollars eine Anzahl Briefe nebst ver- blitzte ein Gedanke ,n dem Gehirn der Magd auf. Vieüel schiedenen unbezahlten Rechnungen und Notizen, deren einzige hatte Mrs. Greylock selbst das Krnd weMnommem Gewiß Wichtigkeit darin bestand, daß sie einen Blick in das Elend hatte sie es gethan — nichts war natürlicher. pineK^kurren Ebelebens aestatteten. Mensch konnte das Zimmer betreten und sich m Nacht uni Als Mr. Godfrey Greylock sich wieder erholt hatte Dunkelheit mit dem kleinen entfernt habem unb bas Resultat bes Leichenbefunbes erfuhr, ließ er eiligst I Unb als sich nun am anberen Morgen bas 4 den einzigen Rechtsanwalt von Blackport herbeirufen unb Hause verbreitete, baß bie Familie GreYlock ver chwurstm , sagte zu ihm: „Reisen Sie auf ber Stelle nach New-York unb als Die Mrthln unb bie »br-gen M.ether Mm unb bezahlen Sie biese Rechnungen." wegen bes Kmdes ausfragter. war_ fte i W ’p, D-r Anwalt war im Begriff, sich zu entfernen, wurde wort verlegen. „Ich gab dem Kmde Arznei, er iai nhfr ^ Doctor Tarvis mrückgehalten. dreist, „und bald darauf schlummerte es ruhig em- ich eh „Mr. Greylock!" sagte der Arzt, „Ihr Sohn hatte mich mit geschlossenen Augen in den Armstuhl zurück,schN eine Frau- wollen Sie ihr nicht von dem Tode des Gatten aber mcht - ot) nein - im Gegentheil, ich war v ll tü Mittheilung zukommen lassen? Das arme Weib muß in der wach, als Mrs. Greylock m größter Elle unb »ufrg t schrecklichsten Besorgniß um ihn sein." vom Thea er nach Hause kam, das Baby aus der „Sie haben Recht," murmelte der alte Herr vor sich nahm, es m einen Shawl wickelte und mit ihm daSM hin,- Serbin, machen Sie die Frau ausfindig und bringen verließ. Ich war durch ihr plötzliches Kommen so ver £ sie samml ihrem Kinde hierher." daß ich kein Wort zu sprechen vermochte- auch hatte " Der Anwalt reiste schon mit dem nächsten Zuge von kein Recht, sie zu hindern, denn es> war: ihr «md. Blackport ab- bereits am Morgen des nächsten Tages trat So zähe beharrte Martha bet btef r er er in den Flur jenes Miethshauses, in dem Robert Greylock Geschichte, daß sie endlich anfing, daran zu glauven mit Iris ein so trauriges Dasein gefristet hatte- er klingelte, als nun der Advokat von Blackport sie mit semen: F I und Martha, die struppige Hausmagd, öffnete ihm vie Thür. | bedrängte, nahm sie, nachdem sie ihr s -t „ „Ich wünsche Mrs. Robert Greylock zu sehen," Schrecken überwunden hatte, abermals ihre Zust ai f«ate er. dieser Lüge. id| „Mein Gott!" rief Martha, indem sie erschrocken „Rufen Sie Ihre Madame," sagte der Anwa / n zurückfuhr- „sie ist nicht mehr hier- sie ist fort — sie sind muß der Geschichte auf den Grund gehen. . Alle fort, die ganze Familie — sie sind ihre Miethe für Martha führte ihn in das unscheinbare Woh 8 die letzten beiden Monate schuldig geblieben." des Hauses und rief die Wirthin herbei. „Wohin ist Mr. Greylock gegangen?" fragte der Die abgehärmte Frau gab ihm folgende w ■ , Anwalt. I „Die Greylocks wohnten feit ihrer Verheirathung 251 — ' antwortete Kutsche fort, Rumen und either nichts sehr ernsten u verwirren, t; „ich hatte Schuhe ge- n rauchenden ihre Miethe Mein Gott, tatürlich mit* isses auf dem rite sie keinen wollen Nacht, an der Wiege und sand die ohne das ge- onnte. lle geljerrfdit; ur Ruhe ge- i im ganzen :et nach dem te sie gesucht en, im Haus- msonst. Das Würde man gerichtlich auf* chaffen? Und mit ihr thun? ihrer Verant- gebung. Wie nn diese vom zurück. Der nicht. Jetzt mf. Vielleicht rmen. Gewiß Kein anderer in Nacht und haben. is Gerücht m rschwunden seh ether Martha um eine Aut* /' erklärte ft ein; ich lehnte zurück, schlie! war vollständig nd Aufregung us der Wiege m das Zimmer n so verblüfft, auch hatte ich kind." iser erfunden« glauben. Und feinen Frag« tsten panisch« e Zuflucht zu Anwalt; „ich e Wohnzimm« Auskunft: heirathung Genreinnütziger Kaninchenzucht. Die Kaninchenzucht steht in voller Blüthe. Fast alle Häsinnen haben jetzt Junge. Die Nachzucht aus diesem Monat ist am Vortheilhaftesten zu Zucht- thieren, da die günstigsten Verhältnisse zur Entwickelung der Jungen vorliegen. Grttnfutter ist nun schon in genügender Menge vorhanden. In Folge dessen haben gute Häsinnen Milch im Ueberflusi und bei der gelinden Wärme des Lenzmondes gedeihen die Thierchen vortrefflich. Man versäume nicht, die Jungen zeitig genug nach den Geschlechtern zu trennen und füttere sie ordentlich mit Kraftfutter, besonders Hafer, der ihnen am besten zusagt. Hafer erzeugt feurige Thiere und ein glänzendes Fell. Besonders empehlenswerth ist er für die Zuchtkaninchen. Für junge Kaninchen empfiehlt sich auch ein Brei von Maisschrot und Milch. Besonders vortheilhaft wirkt dieses Futter bei Mastkaninchen, welche man im Alter von 4 bis 5 Monaten rasch schlachtfähig machen stets im Rückstand mit ihrer Miethe und schienen immer in Geldnoth zu sein. Mr. Grehlock konnte keine Beschäftigung finden, das Gehalt seiner Frau im Theater war ihre einzige sichere Einnahmequelle. Die Krankheit des Kindes verursachte ihnen viele Ausgaben, so daß ihnen nur wenig zum Leben übrig blieb. Ich konnte Mrs. Grehlock nie recht leiden; sie war viel zu leichtfertig und zu kokett für meinen Geschmack; ihr Mann war schrecklich eifersüchtig auf sie. Zuweilen kam ein Herr in einer Kutsche hierher und holte sie zur Probe oder in's Theater ab — ein hübscher junger Mann von dunklem Aussehen. Ich habe seinen Namen nie erfahren, allein einer meiner Miether sagte, er sei sehr reich. Sie kümmerte sich nicht viel um das Kind und vernachlässigte es schmählich. Einige Tage vorher, ehe sie verschwand, wurde das kleine Ding krank und ist jetzt Wohl bereits tobt und begraben. Vor etwa acht Tagen zankten sich die Grehlocks wegen mir; das Kind wurde hier geboren. Sie führten ein elendes l Dieser erwiderte auf die Fragen des Advokaten Dasein und haderten beständig miteinander. Sie waren Folgendes: „Sie ist sicher auf und davon gegangen; sie lebte mit ihrem Manne in Unfrieden; ihr Verehrer, Kenhon, brachte sie am Abend vor ihrer Flucht in seiner Kutsche nach dem Theater; er hatte während der Vorstellung eine Loge inne. Er hinkte ein wenig und sah ungewöhnlich bleich aus. Es hatte Jemand ein Souper für die Balletmädchen nach der Vorstellung veranstaltet, und Mrs. Grehlock hatte versprochen, ihm beizuwohnen; im letzten Augenblick aber kam sie in größter Aufregung hinter die Coulissen gelaufen und entschuldigte sich unter dem Vorwand, daß ihr Kind todtkrank sei und die Nacht nicht überleben werde. Kenhon begleitete sie." „Können Sie mir etwas über diesen Kenhon sagen?" fragte der Advoeat. „Er ist ein junger Bursche, der, so viel ich erfahren, erst vor kurzer Zeit hier ankam, nachdem er sich mehrere Jahre im Ausland aufgehalten hatte; sein Vater war ein Amerikaner, seine Mutter eine Spanierin. Er ist ein hübscher Mensch mit feinen Manieren und hat Geld im Ueberfluß." „War Robert Grehlock eifersüchtig auf ihn?" „Ich habe nie etwas darüber gehört. Ich war mit keinem von den beiden Männern bekannt, allein nach dem Umstande zu schließen, daß Kenhon zu derselben Zeit aus seinem Hotel verschwand, wie Mrs. Grehlock aus ihrer Wohnung, ist es mir vollständig klar, daß die Beiden miteinander abreisten. Unter den Angestellten des Theaters sprach man davon, daß sie sich auf's Wasser begeben und nach Europa gereist sind." Der Rechtsanwalt suhr nach Grehlock Woods zurück und erzählte seine Geschichte dem bleichen Manne, der sich in sein Gemach eingeschlossen hatte, um sich seinen bitteren I Betrachtungen zu überlassen. Als der Anwalt seine Mittheilung beendigt hatte, fuhr Mr. Grehlock heftig von seinem Stuhle auf und rief mit vor Zorn bebender Stimme: „Und dies ist das Weib, das zwischen mich und meinen Sohn trat! Möge Niemand es von dieser Stunde an wagen, ihren Namen in meiner Gegenwart zu nennen; für mich existirt sie nicht!" „Sie haben aber eine Enkelin," fiel ihm der Anwalt I in das Wort. „Ich denke, nicht; Sie sagten mir ja, daß das Kind sehr krank war, als die Mutter es wegnahm; hoffen wir, I daß es tobt ist." „Wenn es aber noch leben sollte?" „Seien Sie versichert, baß ich ben Sprößling bieses Weibes nie anerkennen werbe!" „Das Kind ist Ihre gesetzliche Erbin, Sir —" (Fortsetzung folgt.) eines Bouquets, bas ber bereits erwähnte junge Mann ber Tänzerin sanbte, unb nach einem lauten Wortwechsel, ben sowohl Martha wie ich vernahm, verließ Mr. Grehlock wüthenb bas Haus. Dies war bas letzte Mal, baß wir ihn sahen — er kam nicht wieber zurück. Nachbem er fort war, begab ich mich hinauf unb fand Mrs. Grehlock ganz unbekümmert, an einem halbfertigen Ballkleibe nähenb. „Ich traf vorhin Ihren Mann auf ber Treppe," sagte ich; „hoffentlich ist nichts Unangenehmes passirt." „Wir hatten einen Wortwechsel," antwortete sie, inbem sie ihren hübschen Kops schüttelte; „er ist fort, unb ich hoffe von ganzem Herzen, baß er nie wieberkehren wird!" „Der Doetor hatte ihr gesagt, daß bas Kinb nicht mehr | viele Stunben am Leben bleiben könne; bennoch bereitete sie sich am Abenb vor, in bas Theater zu gehen. Sie Pflegte bas kleine Dinge mit Opiaten zu betäuben und bis zu ihrer Rückkehr Martha bei ihm zu lassen. Sowohl sie wie ihr Mann kamen selten vor Mitternacht nach Hause. Gegen Abend rief sie mich und fragte, ob Martha wie gewöhnlich bei der Kleinen wachen und ihr die Mediein eingeben könne; sie sah fieberhaft und erregt aus; sie mußte sich plötzlich zu einem verzweifelten Schritte entschlossen haben. Ich war neugierig genug, nach dem Fenster zu laufen, als sie ausging, und siehe da! vor der Thür erblickte ich eine seine Equipage, und der dunkle junge Herr stieg sehr langsam aus, als ob er von Schmerzen behaftet sei. Er sprach einige Worte mit Mrs. Greylock und küßte ihr die Hand, worauf Beide in die Kutsche stiegen und miteinander fort- fubtcn/^ „Erzählen Sie weiter," bat der Advoeat, als die Wirthin innehielt. „Ich weiß Ihnen weiter nichts mitzutheilen," antwortete sie zögernd; „denn ich habe Mrs. Greylock seit jener Stunde nicht wieder gesehen. Martha sagt, sie sei nach dem Theater zurückgekommen und habe das kranke Kind heimlich wie em Dieb in der Nacht davongetragen. Das arme, kleine Ding. Es war ihr wohl nicht mehr lange int Wege. Merkwürdig ist es übrigens doch, daß sowohl sie wie ihr Mann so ohne Weiteres davongingen, ohne sich um ihre Miethe zu kümmern, mit der sie seit mehr als zwei Monaten im Rückstände waren." . „Wissen Sie, ob Mrs. Grehlock an jenem Abend tm Theater tanzte?" , , „Ja, sie tanzte dort. Der Direetor kam ewige Tage daraus hierher, um nach ihr zu sehen; er sagte, sie sei an jenem Abend wie gewöhnlich an ihrem Platze gewesen, se aber zu seinem Aerger am folgenden Tage nicht zu der -probe erschienen; er meinte, sie müsse während ber Nacht durcy- gebrannt sein." „ Von bem Miethshause begab sich ber Anwalt zu dem Direetor be§ Theaters, in welchem Iris angestellt gewesen war. — 282 — will. Zu empfehlen ist hier auch die Fütterung würziger Kräuter, wie Pfeffermünze, Wermuth, sowie die frischen Spitzen von Nadelbäumen, welche besonders gerne gefressen werden und sehr gesund sind. Haben junge Kaninchen Hafer gefressen, so darf man ihnen nicht gleich Wasser reichen, da sie sonst leicht Trommelsucht bekommen. Bei dem in größeren Mengen verabreichten Grünfutter tritt leicht Durchfall ein, besonders, wenn es die Thiere noch nicht ganz gewöhnt sind. Dem beuge der Züchter vor, indem er trocknende Substanzen verabreicht, wie z. B. trockene Brotkrusten oder trockene Weizen- schalen rc. Die trächtigen wie säugenden Häsinnen sind fortgesetzt sehr gut zu füttern. Als Getränk ist Ziegenmilch bei säugenden Mutterthieren unübertrefflich. Bei der zunehmenden Wärme muß der Kaninchenstall mindestens alle 8 Tage gereinigt werden. Man versäume nicht, den Dünger stets mit Asche oder Erde zu vermengen, damit das flüchtige Ammoniak gebunden wird. An Einstreu, am besten Torfmull, darf nicht gespart werden, damit die Jungen immer trocken sitzen. An die Jungen darf nie nasses Futter verabreicht werden, da hierdurch Trommelsucht, Durchfall und Speichelfluß entstehen, welche Krankheiten meist den Tod zur Folge haben. * * * Welche Eier sotten als Bruteier verwandt werden? Zu Bruteiern eignen sich die frischen Eier am besten, da die Lebensfähigkeit sich nur bis 20 Tage erhält. Oft sind aber nicht die nöthigen Bruteier von diesem oder von jenem Stamme vorhanden. Deßhalb versehe man die Eier mit einem Legedatum und bewahre sie an einem kühlen, trockenen Orte in einem Eierbrett oder in mit Häcksel oder Spreu gepolsterter Schublade in ihrer natürlichen Lage auf, um bei Bedarf aus ihnen die benöthigte Anzahl der frischesten Eier entnehmen zu können. * Ein Preisausschreide« ganz eigener Art, welches auch die Leser unserer Zeitung interessiren dürfte, hat die Redaction von „Küche und Keller," eine neue, vornehm ausgestattete, in Berlin erscheinende Fachzeitschrift erlassen. Es handelt sich um das beste Menu für ein Souper von fünf Gängen, welches Mitte Juni veranstaltet werden soll. Für das beste Menu ist ein Preis von 20 Mk. ausgesetzt. Preisarbeiten nebst Motto und Adresse (in geschlossenem Couvert) sind an die Redaction von „Küche und Keller" in Berlin zu richten. Als Preisrichter fungiren Autoritäten ersten Ranges auf dem Gebiete der Gastronomie. * * * Eingemachte Stachelbeeren. Zum Einmachen kann man nur unreife, grüne Stachelbeeren gebrauchen, und zwar nimmt man die glatten, weil die behaarte Stachelbeere meist roth wird. In manchen Geschäften werden die großen Stachelbeeren halb durchgeschnitten, d. h. der Länge nach, und mit einem umgebogenen Draht die Kerne daraus entfernt, jedoch genügt es, wenn man die Beeren nur auf einer Seite aufschneidet und die Kerne darin läßt. Nach dem Ausschneiden werden sie in kaltes Wasser geworfen, in einem breiten, flachen Kessel über Feuer gesetzt und etwas blanchirt, worauf die Stachelbeeren sofort wieder in kaltes Waffer geworfen und die Nacht stehen gelassen werden. Am folgenden Tage kocht man so viel Zucker als man zu brauchen gedenkt, legt alsbald die Beeren, nachdem man sie gut hat ablaufen lassen, hinein, läßt sie mit aufwallen und schwenkt sie einige Male um, damit der Schaum, welcher gut abgenommen werden muß, in die Mitte kommt. Das Zuckeraufkochen kann man noch zwei Tage wiederholen; jedes Mal wird der Zucker etwas stärker eingekocht, jedoch darf er dann nur kalt auf die Beeren geschüttet werden. Das letzte Mal, wo er die richtige Syrup- consistenz haben muß, schüttet man den Zucker heiß auf, läßt die Beeren mit aufwallen, schäumt noch einmal gut ab und füllt die Stachelbeeren in Gläser oder Büchsen. Tintenflecken aus Teppichen nnd Wollstoffen zu entfernen. Auf den Fleck tröpfelt man ein wenig süße Milch und saugt dieselbe mit einem Stückchen reiner Watte auf. Dieses Verfahren muß mehrere Male wiederholt werden. Schließlich wird der Fleck mit reinem Seifensud ausgewaschen und mit einem Tuch trocken abgerieben. Ist der Fleck schon älter eingetrocknet, so muß die Milch länger darauf stehen bleiben. Humoristisches. Kasernenhofblüthen. Unteroffizier: „Was sind Sie in Ihrem Civilverhältniß, Einjähriger?" — „Schrist- steller!" — „Aha. Einer von der Sorte, die ihr Jahr nur abdienen, um 'n paar Kasernenhofblüthen zu nassauern! ♦ * Feldwebel: „Mensch,* war das ein Rapport? Bedenken Sie doch, was soll aus Ihnen werden, wenn Sie 'mal in den Himmel kommen und sich nicht ordemlich zur Stelle melden können!" * * Unteroffizier (der Abends in der Kneipe einen feiner Rekruten beim Wein trifft): „Na, Meier, wenn ich Sie auch heute Vormittag „Kameel" betitelt habe, deshalb brauchen Sie sich hier nicht gleich als „großes Thier auszuspielen !" * * * „ , Sergeant: „Krutschke, Sie sind ja ein Souverän im Reiche der Dummheit!" * * Frei nach „O bersteige r". Ein Dichterling hat einem ihm bekannten Redacteur einige Gedichte zur Prüfung übergeben. Nach einigen Tagen erhielt er diese mit folgenden Zeilen zurück: Sei nicht böse» es kann ja nicht fein, Sei nicht böse und schick' nichts mehr ein, Sei nicht böse und mach' kein Gedicht, Behüt' Dich Gott, vergiß dies nicht I Pfund I) wogen. * Von der neuen Folge der illustrirten Ausgabe von W bnrgs gesammetten Romanen und Roveoen liegen Lieferungen 11 bis 14 vor; sie bringen die zweite Halste der ® 8 ’ „Um fremde Schuld", die durch allerlei trübe Schicksale der H « einem glücklichen Ausgang führt. Das reizende Thurmgtt Wi ü r^ womit diese Capitel beginnen, zeigt uns das Talent der Verlas ‘ besten Licht, ebenso auch die spannende Vorgeschichte, deren ’ L den Selbstmord des mit schwerer Schuld beladenen Stadtt ) « Folge haben, welcher dem Glück des jungen Mädchens im Ä g« l^ Ihre Mutter hat sich für dasselbe geopfert, ohne durch das Opl£ gewünschte Ziel zu erreichen. Die Heldin, welche selbst ihr erzählt, ist eines jener Aschenbrödel, wie sie sich öfters m de> der Heimburg und Marlitt finden; aber die Variante deri V ) .. in die sie verstrickt wird, ist gänzlich neu und zeugt von der p) , vollen Erfindungsgabe der Dichterin. Die geschmackvollen r Lten teristischen Illustrationen vervollständigen den Eindruck oe » Begebenheiten. Literarisches In jedem Jahre veröffentlicht praettsch« Rattzs«b«riin Obst- und Gartenbau* eine ganze Anzahl von Pre'sausgob» Preise für den ersten Spargel, die schönsten Exemplare trg n , bestimmten Obstsorte, auch für die besten Gelses oder Obstwe ne, n>q Preisaufgaben deshalb von so großem Werth für: bte Allgememh - weil zur Bedingung gemacht wird, daß der Einsender genau I" Cultur beschreiben oder die R-cepte angeben muß. «o waren neu 1 150 Mark Preise für dm frühesten Spargel ausgesetzt; dochwar dingung, daß es mindestens fünf Stangen von 25 ßentrm. Lang u 70 Gramm Schwere sein müssen. Den ersten Preis holte sich Hornbogen in Apolda in Sachsen, der - eine staunenswerthe WJ! — am 15. April fünf Stangen .inschickte, von denen die sch 220 Gramm (beinahe ein halbes Pfund l), alle fünf zusammen f verlangten 350 Gramm nicht weniger als 759 Gramm (über an 0 Redactionr 8L Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'sch-n Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) m M