weiches Wasser, die durch Staub »den in kalte, er, das etwas und plättet auf ramm Panama« ^wollene Sachen Abkochung von nd plättet feucht, ndes, belebender Eimer Waffer i mit einander it — war man creicht — und rung die Mass« 'orkt, verbindet S^Tagen ist das ritätencabinet): ins aus Trans« terkwürdiger?" die ganze Erde stnd goldhaltige nd die einzigen eine Spur von UntechaLtrmgsdlatt prm Gießener Anzeiger (General AMiger) 1896. '»'V'fr- ®® Vv s'x ' > ",1 fesB MW einglich): „Alle ngeführt! Ich Ladeninhaber: lber Männchen, I den Truthahn lphire ihn eben erüst zu orten« ante Richtung der ie Herrschaft bellen aus AtlaS- ist und Rohseide; ie eben veröffent- aschkleid-Heft und n saisongemäßen arbeiten. Diesem chnittmusterbogen Buchhandlungen Satyr. in Gießen. Die Töchter des Popen. Roman von Marguerite Poradoivska. Deutsch von M. Pillet. (Fortsetzung.) Auf diesen Streifereien durch den Wald kam es manch« mal vor, daß Janek unversehens an einem Kreuzwege auf Binia stieß, welche zwei oder drei kleine, schwarze, zerzauste Schwestern hinter sich Herzog und mit ihnen Bucheckern oder Pilze sammelte. „Sie kommen aus der Erde wie Maulwürfe, denen sie überhaupt ähnlich sind, diese Teufels-Popadias," murmelte er, indem er ungeduldig umkehrte und Verwünschungen in den Wald hinaussandte, die auf die Eltern der schwachen Ge« schöpfchen alle Krankheiten und Seuchen der Erde herabriefen. Die erschrockene Binia führte dann ihre kleinen Schwestern schnell in das dichteste Buschwerk, wo sie bald verschwanden. Es war Anfang April. Das Wetter war herrlich, der Himmel so klar, daß man, nach dem Ausdruck des Landvolks, dar Paradies hätte hindurchsehen können. Das Wasser des Stry, das gewöhnlich an dieser Stelle niedrig stand, war durch das plötzliche Schmelzen des Schnees hoch angewachsen und floß schnell und schäumend über die weißen Kieselsteine, hier und da große, durchsichtige Lachen zurücklaffend, in denen flinke Schwalben ihre schwarzen Flügel« spitzen badeten. Janek ging den Strom hinauf, die Flinte auf der Schulter. Er war jetzt ein schlanker, sonnengebräunter Bursche mit energischem Gesicht, aber einem freundlichen Ausdruck in den scharfen Augen und um den Mund, über dem ein feiner, aschblonder Schnurrbart zu sprossen begann. Frühlingrhauch stieg von den blumenbedeckten Ufern auf; er athmete ihn ein, aber die tiefe Schwermuth wollte nicht von ihm weichen, wenn er an seine Zukunft dachte. Der Zeitpunkt, wo er sich für den Militärdienst melden mußte, lag nicht mehr fern und er fragte sich ängstlich, ob die Un« zulänglichkeit seiner Papiere ihm nicht vor den Kameraden im Regiment ein Schandmal aufdrücken würde. Frisches, fröhliches Lachen erscholl hinter ihm und al« er sich umwandte, bemerkte er ein schönes, blondes Mädchen, deren Gesicht ein hellblauer Schleier kokett gegen die Sonnen« strahlen schützte. Einige Schritte hinter ihr folgten Binia und der Pope Thymoftäus. Hans zog sich schnell mit gerunzelter Stirn zurück. Zweifellos war das hübsche Geschöpf Sofronya, die älteste Tochter des Popen, die erst kürzlich aus dem Diaconiffen- kloster zurückgekehrt war. Alle drei gingen an ihm vorüber, ohne ihn zu sehen, und schickten sich an, den Fluß zu durchwaten, wie sie es auf dem Hinwege vor einigen Stunden auch gethan haben mußten- Die beiden jungen Mädchen halten sich die Schuhe ausgezogen und liefen beherzt mit ihren weißen Füßen und nackten Beinen durch die Waffertümpel, mit der einen Hand ihre aufgehobenen Röcke, in der anderen die Schuhe tragend. Hier und da ging ihnen das Wasser nur bis an die Knöchel; aber an anderen Stellen reichte es fast bis zu den Knieen. Plötzlich schrie Sofronya: „Vater, Vater ... ich ver« sinke!" Ueberrascht und erschrocken eilte der Priester auf seine Lieblingstochter zu, nahm sie in seine Arme und trug sie an da» jenseitige Ufer, ohne sich itm die Jüngere zu kümmern, die gleichfalls voller Angst nach ihm rief. Dann schrie er Binia zu: „Rur vorwärts, d« Kopf hoch und einen Fuß fest vor den anderen gesetzt; sei kein Zieraffe!" Die Aermste war zwar schon ermattet, ging aber tapfer weiter wie ein armes Hündchen, da» man in den Fluß ge« werfen hat und das mit aller Gewalt wieder an's Land gelangen will. Jetzt ging ihr das Waffer bis au den Gürtel und dasselbe war so kalt, als käme es eben von den eisigen Schneemaffen der Karpathen herab, deren bläuliche Umrisse sich am Himmel abhoben. Und wenn sich nun irgendwo ein tückisches Loch unter ihren Schritten aufthat, — davor fürchtete sie sich am meisten. Zuerst hatte diese Scene Hans belustigt. Sie waren wirklich hübsch anzusehen gewesen, die beiden Mädchen, die Eine blond, die Andere brünett, wie sie lachend und schreiend mit nackten Füßen und gelösten Haaren vorwärts liefen, während das Waffer ihre Kattunröcke aufbauschte und sich darin fing wie in einem Segel. Außerdem war es ihm nicht Der folgende Tag war ein Sonntag. Bis jetzt hatte es der junge Mann soviel als möglich vermieden, im Forst- Hause mit Binia zusammenzutreffen; heute im Gegentheil hielt er sich beständig in der Nähe; aber das Mädchen erschien nicht. War bedeutete dies; sollte ihr ein Unglück zugestoßen sein? Dar würde er doch im Dorfe gehört haben. Freilich hätte er ja seinen Herrn fragen können; aber um Alles in der Welt hätte er sich nicht so schwach zeigen mögen. Die Woche kam ihm sehr lang vor und als der nächste Sonntag wieder ohne Binias Anwesenheit verging, war er ernstlich beunruhigt. Seit dem Tode seines Vaters hatte er wie seine Mutter die Messe in der Kirche von Dolina, wo Thymoftäus im Amt war, nicht mehr besucht, sondern sich daran gewöhnt, nach Z, einer kleinen benachbarten Stadt, zu gehen; aber an jenem Nachmittage nahm er sein Gebetbuch und machte sich allein auf den Weg zum Dorfe. Der Gottesdienst hatte schon angefangen. Zum Erstaunen der Gemeinde bahnte er sich hastig einen Weg bis an die Thüren der Ikonostase. Zur linken Seite kniete die Popadia auf der Bank, breitspurig und auffallend in ihrem Sonntags, staat und umgeben von fünf ihrer Töchter. Binia war nicht hinter ihnen. Jetzt hielt es Hans nicht länger aus. Er benutzte den Umstand, daß die ganze Familie in der Kirche war und wagte sich in das Pfarrhaus, um die Dienstboten zur Rede zu stellen. „Ist Panna Binia zu Hause?" „Ja, sie liegt im Bett." „Krank?" „Ja, sehr krank." „Was hat sie denn?" „Es thut ihr Aller weh. Sie hustet, fiebert und ist ganz roth." „Ist der Arzt dagewesen?" „Nein; der Wohlthäter sagt, es wäre nicht der Mühe werth, sie würde auch so wieder gesund werden. Sie hat sich neulich beim Durchwaten des Waffers erkältet." Hans ging beunruhigt fort. Gewiffensbifls preßten ihm das Herz zusammen. Wochen vergingen, ohne daß Binia ein Lebenszeichen von sich gab. Endlich, an einem Donnerstage, al» Janek ganz allein im Hause und damit beschäftigt war, sein Gewehr zu putzen, sah er plötzlich in der Thüröffnung ein kleines Gesicht erscheinen, das noch viel bleicher als gewöhnlich war und sich halb hinter einem großen Strauße rother Rosen verbarg. „Ich bin wieder gesund, Herr Thaddäus." Aber bei Janeks Anblick wich sie erschrocken zurück. Er aber näherte sich schnell und erfaßte ihre Hand. „Sie sind sehr krank gewesen, Binia, und durch meine Schuld. Sie haben sich erkältet, weil Sie so lange nach bleiben mußten . . . können Sie mir verzeihen?" Er sah so betrübt aus bei diesen Worten und so ganz ander», al» sie ihn bisher gekannt hatte, daß ihr Herz davon gerührt war. „Sind Sie mir nicht böse?" fuhr er mit leiser Stimme fort. Ach nein, sie dachte gar nicht mehr daran. Böse sein auf Jemand, hören, daß sie um Verzeihung gebeten wurde, das war Alles so neu für sie I Wer kümmerte sich denn jemals um das, was sie dachte oder litt? „Als mir bei Ihnen zu Hause gesagt wurde, daß Sie krank wären ..." „Sie sind bei uns gewesen?" — Sie wurde feuerroth. — „Das wußte ich nicht ..." „Ja, an einem Sonntage während der Messe. Da ich Sie nicht in der Kirche sah, kam mir der Gedanke, mich nach Ihnen zu erkundigen ..." „Ja, ich erinnere mich, daß mir etwa» Derartige» ge« sagt wurde; aber ich glaubte, e» wäre Herr Thaddäu» ge< wesen." Dann hob sie ihre feuchtschimmernden, dankbaren Augen empor und sagte: „Sie sind so gut, Herr Hans!" Er runzelte die Brauen. „Warum nennen Sie mich Herr? Ich bin kein Herr; ich heiße Hans — Han» ganz kurz." Und er lachte gezwungen. Sie ahnte, was in seinem Innern vorging, und senkte verwirrt den Kopf wie eine SüN' beritt. . Ein unbehagliches Schweigen lastete auf ihnen, währen, sie, ohne zu sprechen, gegenseitig ihre Gedanken erriethen; unangenehm, den Popen mit den Seinigen in einer gewissermaßen gefährlichen Lage zu sehen. Aber wie nun der Priester hartnäckig am Ufer verharrte und seine Tochter nur durch Zurufe zu ermuthigen suchte, hielt e» ihn nicht länger; eine solche Kaltblütigkeit, ein so schreiender Egoismus brachten das lebhafte Blut in seinen Adern in Wallung. Schnell legte er seine Flinte bei Seite und war mit wenigen Sprüngen neben dem jungen Mädchen. Es war Zeit, denn sie wankte schon. Er nahm sie leicht in seine Arme und schickte sich an, den Strom zu durchschreiten, um sie neben ihrem Vater niederzusetzen, al» ihm plötzlich ein anderer Gedanke kam, so daß er schnell umdrehte. Erschien ihm der Uebergang wirklich gefährlich oder wollte er nur dem Priester einen Streich spielen? Jedenfalls kehrte er mit seiner Bürde dahin zurück, von wo er gekommen war. Der Pope schien einen Augenblick verdutzt, fand sich dann aber schnell in die Lage. Er zuck-e einfach mit den Achseln und ohne sich bei Hans zu bedanken, rief er seiner Tochter zu, beide Hände wie ein Sprachrohr vor den Mund haltend: „Mach' den Umweg über die Brücke, Binia, dabei wirst Du trocken werden!" Aber die arme Kleine war wohl zu verwirrt, um die Worte ihres Vaters zu verstehen. Ganz erschöpft ließ sie ihren Kopf auf die Schulter ihres Retters sinken. Als sie die Augen öffnete und Han» erkannte, überfluthete ein brennende» Roth ihr blasses Gesicht und da sie nicht wußte, wie ihre Dankbarkeit auszudrücken, preßte sie demüthig ihre Lippen auf die rauhe, nasse Hand des jungen Försters, der bei dieser unerwarteten Berührung beschämt erröthete- Als er den Kopf hob, bemerkte er einige Schritte davon zwischen den Wasserpflanzen an einem kleinen Tümpel, au» dem eine Quelle hervorsprudelte, seine Großmutter, die ihn vornübergeneigt mit höhnischem Lächeln betrachtete. „Ein schöner Fisch, den Du da gefangen hast, Janek! Hast Du den Kopf verloren? Das große Unglück, wenn sie ertrunken wäre, die Tochter dieses Hunde»! . . . Sag' ihr doch, daß sie näher kommt, damit ich sie betrachte; seit langer Zeit möchte ich gern wissen, wie die Jungen dieses Fuchses aussehen!" Wüthend darüber, daß er bei seiner großmüthigen Hilfeleistung überrascht worden war, richtete Janek seinen ganzen Zorn jetzt auf sie, die eigentlich die Ursache zu dieser Beschämung war. „Auf was warten Sie denn noch?" fragte er das erschrockene Mädchen in barschem Tone. „Ihr Vater hat Ihnen doch befohlen, den Umweg über die Brücke zu machen, — damit Sie dabei trocken werden!" Langsam senkte sie den Kopf, hob ihre strömenden Röcke, die ihr am Körper festhingen, und ging, ohne ein Wort zu sagen, immer gerade vor sich hin, von den Verwünschungen der alten Frau begleitet. Aber ein Fluch Janek» schnitt der Großmutter da» Wort ab. „Ich verbiete Euch, die Kleine zu beschimpfen!" sagte er kurz. Erstaunt über den ungewohnten Ton nahm sie schnell die gepflückten Kräuter zusammen und that einige Schritte rückwärts. Er sprach ja, als ob er der Herr wäre, dieser Han»! Und war er es nicht thatsächlich? Erwarb er nicht seit langer Zeit das Nöthige zum Leben für Alle im Hause? Unverständliche Worte murmelnd, schlich sich die Alte durch die Büsche und verschwand im Walde. - v99 Man hörte nur dar einförmige Ticken der alten Wanduhr und das Summen der gelben Wespen gegen die Fensterscheiben. Er kommt wohl überhaupt nicht, der Herr Thaddäus, dachte Binia und blickte sehnsüchtig nach der Thür. Hans war auch in Verlegenheit. Endlich fiel sein Auge auf das Buch, das ste mitgebracht hatte. „Sie sind zur Stunde gekommen?" „Ja, Herr Thaddäus ist gestern bei uns gewesen und hat meinen Vater gefragt ..." „Nun, wenn Sie wollen, werde ich Sie überhören. Ist es ein Capitel aus der polnischen Geschichte?" Er hatte sich des Buches bemächtigt, nahm ihr gegenüber Platz und fragte mit der gelehrten Miene eines Magisters, wie es die Lage mit sich brachte: „Warum weigerte sich die Königin Wanda, den Fürsten Ritigier zu heirathen?" Sie zögerte zuerst einen Augenblick, ehe sie antwortete; dann sprach ste in einem Zuge und mit der einsörmigen hohen Stimme der «Schüler, die ihre Leciion aufsagen: „Wanda war eine sehr schöne Jungfrau. Prinzen aus allen Ländern hatten stch schon um ste beworben; aber da sie eine strenge Hüterin der polnischen Freiheit war . . ." „Wollte sie nicht, daß ein Fremder, besonders nicht ein Deutscher, ihr Vaterland regiere," half ihr Janek leise ein, „und beschloß, eine Jungfrau zu bleiben." „Eine Jungfrau zu bleiben," wiederholte Binia gelehrig. „Aber da sie sah, daß Ritigier mit einem ungeheuren Heere vordrang und sie mit den Waffen zu bezwingen drohte, stürzt sie sich selbst in den Kampf, ihre Brust wogt vor Streitlust, ihre Wangen glühen, ste hebt das Visier ihres Helms. Da überfluthet sie ihr goldenes Haar, ihre Korallenlippsn und ihre blauen Augen leuchten, ihre Wangen scheinen wie eine kleine Sonne und vor ihrem Strahlenglanzs fliehen die Ger« manen. Wo verbirgt stch dis blonde Wanda in der Nacht, während die Stadt schläft? Sie hat ihre Mädchen und Frauen geweckt und eilt an das Ufer der Weichsel. Er ist Zeit, Vaden Göttern gelobte Opfer zu vollenden; wenn meine Schön« heit dem Volke den Krieg bringt, so möge sie vergehen I Bester tst es, von den FlMhen verschlungen zu werden, als mein Land jemals dem deutschen Joche zu unterwerfen! (Sie spricht'« und wirft stch in die Weichsel.)" „Da» war eine tapfere Fürstin," rief Hans mit flammenden Blicken und legte das offene Buch auf seine Kniee. „Ohne ste wären wir vielleicht jetzt Deutsche." „Ja, vielleicht," antwortete Binia unstcher und ohne die ganze Tragweite der Worte Janekr zu verstehen. Dann fuhr sie fort, aufzusagen: „Aus Dankbarkeit errichtete dar Volk mit eigenen Händen der großen Königin einen Hügel gerade an dem Ort, wo sie stch in die Weichsel gestürzt hatte- Dieser Erdhügel ist so hoch . . „Daß man ihn sehr gut von Krakau aus sehen kann," sagte eine tiefe Stimme hinter ihr. Sie drehte sich ängstlich um. „Ach, Herr Thaddäus, Sie sind es, wie bin ich überrascht!" „Ja, ja, meine Kinder, ich bin e». Aber ich sehe, daß Ihr Euren alten Lehrer bald werdet entbehren können." Die jungen Leute widersprachen lachend. „Und nun genug des Lernens für heute. Es ist Vesperzeit. Hans, laß den Samowar bringen und sage Kazia, daß sie uns Erdbeeren, Sahne und Honig aufträgt." Während des Sprechens hatte er den Inhalt seiner Jagdtasche in Binia» Schooß geleert: Eine Menge frischer Hasel« nüffe, die noch in ihrer grünen Blätterscheide steckten. „Da, Kleine, da ist Arbeit für Dich " In einem Augenblick war der Tisch gedeckt und da» junge Mädchen gebeten, dem Mahle Ehre anzuthun. Ach, diese reizende Vesper I Niemals in ihrem einfachen Leben hatte Binia einem solchen Feste beigewohnt. Thaddäus behandelte sie wie einen besonders werthgeschätzten Gast. Sie bewunderte das hübschgemusterte roth- carirte Tischtuch, den glänzenden Samowar, den Berg scharlach« rother Erdbeeren, die in einer gemalten Porzellanschale aus- geschichtet waren, und verglich im Geiste die» Alles mit den unordentlichen Mahlzeiten in ihrem Elternhause, der braunen, abgenutzten Wachsleinwand auf dem Tische, den ausgebrochenen Tellern und der groben, ungenirten Weise, wie Jeder mit seiner Gabel in die Schüssel langte. Diese absichtlich ländliche, aber zierliche Eleganz kam ihr wie ein entzückendes Märchen vor. Janek schien daran gewöhnt. Er hatte die milchweißen Nuß-erne mit dem goldigen Honig vermischt, dicke Sahne auf die Gebtrgserdbeeren gegossen und Zucker darüber gestreut und bereitete jetzt feine Butterschnitten von dem schönen Roggenbrod, das mit seiner rostggrauen Farbe eine Eigenthümlichkeit der Länder jenseits der Donau bildet. (Fortsetzung folgt.) Auf der Löivenjagd. Em Jagdabenteuer in Südafrika. Nach dem Englischen von R. Wellenborn. ----— (Nachdruck verboten.) Mehrere Wochen hatte ich im Lande der Betschuanen schon zugebracht, ohne daß mir auf meinen Jagd- und Streifzügen durch dieses afrikanische Dorado für Jäger irgend ein erheblicheres Abenteuer zugestoßen wäre. Namentlich war mir der König der Thiers noch nicht zu Schuß gekommen, kaum, daß er dann und wann sein Donnergebrüll in der Nähe meiner jeweiligen Lagerplatzes hatte ertönen lassen; wenn ich aber dann mit meinen Begleitern den aufgefundenen Löwenfährten beim ersten Morgensonnenstrahle nachging, so entschlüpfte uns regelmäßig das edle Wild, kaum, daß wir seiner manchmal ganz in der Ferne ansichtig wurden. Durch dieses Mißgeschick in meiner Hoffnung, aus dem Betschuanen-Lande ein oder sogar mehrere Löwenfelle meiner Sammlung von Jagdtrophäen einverleiben zu können, bedeutend herabgestimmt, zog ich an einem nebligen Junimorgen wiederum zur Jagd aus, und zwar wandte ich mich abermals einer Stelle zu, wo ich Tags zuvor eine sehr starke Gabelantilope geschossen hatte. In meiner Begleitung befanden sich zwei Hottentotten, Namen» Redboy und Makroff sowie ein Bakalahary-Neger, den ich wegen seine» unaussprechlichen wirklichen Namens kurzweg Charles nannte; alle drei waren außer mit langen Messern noch mit alten Gewehren bewaffnet, ich wußte aber schon au» Erfahrung, daß mir die eingeborenen Gentlemen im Ernstfälle schwerlich mit hingebender Tapferkeit und Ausdauer zur Seite stehen würden. Freilich waren sie auch weniger meine Jagd« geführten, als vielmehr meine Diener, die sich zum Aussuchen eines passenden Lagerplatzes zu den nothwsndigen Herrichtungen an demselben, zum Answaiden des erlegten Wilde» u. s. w. recht wohl eigneten. Als der Schauplatz meiner Jagd vom vorangegangenen Tage, eins breite Savanne, in Sicht kam, bemerkten wir mehrere Schakale, die sich eilig davon machten, während eine Anzahl Geier träge in der Nähe hocken blieben Beim Herankommen stießen wir auf den schon fast ganz abgenagten Cadaver der von mir geschossenen Antilope, von welcher ich mir nur die Keulen mitgenommen hatte, der stattliche Rest war also den Schakalen und Geiern eine gefundene Mahlzeit gewesen. Nach etwa einstündigem Weiterritt erreichte unser Trupp eine etwas sumpfige Niederung, auf welcher ich, der ich meinen Begleitern eine Strecke voraus war, wieder eine Anzahl Schakale erblickte — vermuthlich waren es die vorigen — die in respectvoller Entfernung einen riesigen Löwen umstanden, welcher irgend ein Stück Wild zerriß. Die Thiere hatten von mir noch keine Witterung bekommen, da der Wind von ihrer Seite her wehte, und ich winkte daher, mein Pferd anhaltend, den drei Eingeborenen, daß ste stch rasch nähern möchten. Sie kamen auch bald herangaloppirt, aber als sie nun ebenfalls den „gelben Herrn" erschauten, da wollten sie plötzlich wieder umlenken, so sehr erschreckte sie die unvermuthete Nachbarschaft de» gewaltigen Raubthiere». Ich redete indessen den bemitleidenswerthen Jägern wenigstens soweit zu, daß sie holten blieben und sogar ihre Schußwaffen fertig machten, wa» allerdings kaum mehr als eine unschuldige Demonstration der braunen Herren bedeutete. - 300 Inzwischen war jedoch der Löwe auf uns aufmerksam geworden, deutlich leuchteten die grünen Augen aus dem vollen runden Geficht zu uns herüber, indeß der mächtige Schweif den Erdboden peitschte. Dann aber entschied sich das maje- stätische Geschöpf für den Rückzug, den es in langen Sätzen und unter einem dumpfen zornigen Gebrüll nach einer niedrigen Hügelreihe hin nahm; die Schakale liefen knurrend in einer anderen Richtung davon. Sofort gab ich meinem braven Hengst die Sporen und setzte dem Löwen nach, meinen Leuten zurufend, mir zu folgen. Das verfolgte Raubthier hatte immerhin einen bedeutenden Vorsprung, und so brauste die Jagd eine beträchtliche Weile fort, ehe ich in seine Nähe gelangte. Ich mochte etwa noch achtzig Schritt von dem Löwen entfernt sein, und konnte daher sehr wohl einen Schuß aus meiner guten Doppelbüchse riskiren. Ich hielt den Hengst an, visirte scharf auf den Löwen, der sich in diesem Augenblick gerade niederkauerte und zu mir herüberspähte, und sandte ihm die schwere Kugel des linken Laufes zu. Aber im Moment des Abdrückens hatte das Pferd eine unruhige Bewegung gemacht, sodaß meine Kugel ihr Ziel, die mir zugekehrte rechte Flanke des Thieres verfehlte und den Löwen vermuthlich nur ganz leicht streifte. Denn mit grimmigem Gebrüll erhob er sich rasch und bewegte sich in zwei Riesensätzen auf mich zu, so daß er kaum vierzig Schritt vor mir in das kurze Gras niederfiel. Hier blieb das Thier, wie zum neuen Spung fertig, liegen, peitschte mit dem Schweife abwechselnd die beiden Flanken und zeigte knurrend die Zähne, mich fortgesetzt wüthend musternd. Ich stieg ab und ergötzte mich an dem prächtigen Anblick, den das königliche Thier gerade in dieser Stellung darbot und dachte zunächst gar nicht daran, ihm die zweite Kugel zuzuschicken; freilich hätte ich bei dem zweiten Schuß meinen zornigen Gegner unbedingt tödtlich treffen müssen, sonst wäre es um mich geschehen gewesen. Dann sah ich mich nach meinen drei Helden um, sie waren wirklich herangekommen und streckten die Gewehre schußfertig vor sich hin, doch machten die Kerls keine Miene, ab- zusteigen, offenbar betrachteten sie die Pferde als ein schätzbares Mittel, erforderlichen Falles wieder aus der gefährlichen Nähe des Löwen zu kommen. Eben wollte ich den Burschen befehlen, die Sättel zu verlassen, als sie ein heftiges Geschrei aus stießen und zugleich ihre Gewehre abfeuerten. Im Nu wandte ich mich wieder nach dem Löwen herum, den ich kaum zwei Minuten vorher aus den Augen verloren hatte, der aber floh in flüchtigen Sätzen einem Gebüsch von Tamarinden zu, das sich am Fuße eines der sonst gänzlich kahlen Hügel erhob. Sofort sandte ich dem Flüchtling meine andere Kugel nach, aber in der Erregung mußte ich ihn gänzlich verfehlt haben, denn der Löwe minderte nicht im Geringsten seinen Lauf. Natürlich hatten ihm auch die Kugeln meiner Begleiter nicht das Mindeste gethan, ob- wohl alle drei mit unendlichem Pathos betheuerten, ihre Kugeln hätten getroffen. Während der Löwe in dem Tamartnden- Gebüsch verschwand, lud ich die Büchse schleunigst wieder, bestieg hierauf den Hengst von Neuem und sprengte, gefolgt von meinen Begleitern, die sich plötzlich ganz tapfer geberdeten, auf den Zufluchtsort des Raubthieres zu. Ich hatte mich dem Tamarindengebüsch bis auf etwa dreißig Schritt genähert und sah nun die Umrisse des Löwen hie und da aus dem nicht allzudichten Strauchwerke hervorschimmern. Rasch war mein Angriffsplan fertig; meine drei Leute sollten auf das Gebüsch feuern, wodurch sich hoffentlich der Löwe bewogen fühlen würde, seinen Zufluchtsort zu verlassen, dann wollte ich auf ihn feuern, da mir der Gegner im Freien doch ein weit günstigeres Ziel abgeben mußte, als drinnen in dem Blätterwerk der Tamarinden. Natürlich war es für unsere Schüsse entschieden sicherer, wenn wir abstiegen, ich sprang daher von meinem Hengst, und auch Charles folgte meinem Beispiel, aber Redboy und Makroff mußten von mir erst in sehr bestimmter Weise aufgefordert werden, das Gleiche zu thun, ehe sie von ihren Gäulen herabkletterten, wobei sie gar ängstlich nach dem ominösen Gebüsch schielten. (Schluß f.) Redaktion: A. Scheyda. — GenrernniitzigHS. Unfruchtbare Bohnenranken. Gartenbefitzer, die Stangenbohnen anbauen, haben gewiß schon die Beobachtung gemacht, haß bei der jedesmaligen Aussaat unter den ausgehenden Bohnenpflanzen sich immer einzelne durch schnellerer Wachsthum Hervorthun wollen. Sie schießen rasch und schmächtig empor und haben oft schon vier oder gar sechs Blätter, ehe die anderen noch die beiden ersten vollständig entwickelt haben. Dabei stehen die einzelnen Blattpaare auf. fallend weit von einander und der Stengel wird bald so dünn daß er nicht mehr im Stande ist, weitere Blätter zur Ent«' Wickelung zu bringen. Solche Ranken sind unfruchtbar. Sie treiben wohl zuweilen dürftige Blüthchen, aber niemals Samen und sollten deshalb, wo sie sich zeigen, sofort als unnütze Düngerzehrer entfernt werden. Man hat nun die Erfahrung gemacht, daß diese Erscheinung um so häufiger auftritt, je öfter ein und derselbe Samen auf demselben Grundstücke an- gebaut wird, je weniger Werth also auf Samenwechsel und Eamenzuchtwahl gelegt wird. Literarisches D" erste Landung auf dem antarktischen Festlande. Die Erforschung der Südpolgegend nimmt augenblicklich mehr als je das Interesse der gebildeten Welt in Anspruch und es dürfte sich dieses Interesse angesichts der geplanten Südpolexpeditionen noch steigern. ? 2Bte bekannt, erstreckt sich in der Südpolregion ein weites Festland das, von James Roß bei seinen denkwürdigen Fahrten entdeckt von ihm auch Süd-Victoria-Land benannt, aber nicht betreten wurde. Die erste Landung auf dem antarktischen Continente ist erst ganz kürzlich gelungen, bei der von dem Norweger Svend Fovns ausgerüsteten Polarfahrt, die im Jahre 1894 bei 74° 3, südlicher Breite vordrana ‘ Em Therlnehmer an dieser Fahrt, der norwegische Walfischfahrer H. I. Bull, veröffentlicht in Nr. 38 der illustrirten Zeitschrift ,U«d«r Land «nd SReet* einen sehr interessanten Bericht über dieses erste Betreten des Süd-Victoria-Landes und fügt seiner Erzählung bildliche Darstellungen nach eigenen photographischen Aufnahmen bei. Es dürften das die ersten, vor einen weiteren Kreis der Oeffentlichkeit tretenden Landschaftsbllder aus einer Weltgegend sein, die sich bis jetzt nur den Blicken weniger Sterblichen gezeigt hat, die aber nach den Worten des erwähnten Reisenden so reich an fesselndem Naturreiz ist, daß derjenige dem sie ihre Geheimnisse enthüllt hat, von steter Sehnsucht nach der- ' selben verzehrt wird * * * Direct an dieSee versetzt uns ein Blick in die neueste Nummer der m Chic und Moden tonangebenden „©tofctn Modenwett* mit bunter Fächervignette, Verlag: John Henry Schwerin, Berlin W 35. Das zwölf Figuren umfassende große Mittelbild, sowie mehrere kleinere Moden-Genrebilder in vornehmster Formengebung haben Strand und Meer zum Hintergrund, ganz besonders entzückend aber ist das künstlerisch vollendete Vollbild, eine am schilfumrauschten Schwanenteich promenirende Dame mit Gaze-Ueberkleid und reicher Perlen- und Spitzengarnirung. Ein herrlicher Kopf mit Saisonhut und viele andere lebensvolle Kunstemdrücke zieren diese reich ausgestattete Juli-Nummer in deren lllustrirtem Untcrhaltungstheil u. A. die neueste Novelle von Max Kretzer „Die steinerne Insel", sowie das stimmungsvolle Bild „Trost rm Leid" enthalten ist. „Große Modenwelt" mit bunter Fächer- vlgnette — man achte genau auf den Titel! — kostet trotz ihrer unbestrittenen Vorzüge nur Mk. 1 vierteljährlich. Gratis-Probenummern bei allen Buchhandlungen und durch den Verlag von John Henry Schwerin, Berlin W. 35. Abonnements durch erstere und durch die * . * Das lustige Völkchen unserer lieben Kleinen geht jetzt ganz auf in Spiel und Sport, die besten Unterhaltungsmittel für die schone sommerliche Ferienzeit. Dem trägt auch das im Verlage von e nr? Schwerin, Berlin W. 35, erscheinende Spezialblatt S rm mit der Beilage „Für die Jugend" in seiner ^uli- Nummer Rechnung. In der Extra-Beilage dieser Nummer finden wir u. A. einen lebensgroßen Vogel für den Scheibenstand, sowie das lllustrlrte Märchen „Nur ein Samenkorn" von Ella Lindner. Die achte bringt wieder Spielsachen zur Selbstanfertigung durch Kinderhand aus Resten und Abfällen des Haushalts Die Sommergarderobe allein Illustrationen veranschaulicht, der Schnittmusterbogen weist 143 Schnittvorlagen auf. Jede auf Sparsamkeit bedachte Mutter sollte die auf Selbstanfertigung der Kindergarderobe abzielende „Kindergarderobe" - nur Mk. 0,60 vierteljährlich! - einsehen. Gratis- Pn>benummern liefern alle Buchhandlungen und der Verlag John Henry Schwerin, Berlin W. 35. Abonnements durch erstere und durch die Druck und Verlag der Brühl'schen UniverstMS-Buch- und Steindruckerei lPietsch & Scheyda) in Gießen.