voll Weizen. im Tiegel in kochender noch einmal oder Zwie. fleiA stücken! sie'in der »rsamer Arzt esen und Ein« nal einem P»- i Reeept über« l fetten Buch« ndet Mittwoch sch, wie kamß »s thne ich mit „Meine Frau fsetzest, gehe ich der von sein!! dirt worden W rg angenommen Sie, wie komuil en Hühnerauge«. Woche den Offen1 nbe): „Na, da« angen willst, w : „Ganz einfach unter dem Titel' Sie was dagegen re anzünde?" - -nn schon gehend ja gar nicht nieh Sie führen N „O ja, nächst" tluslage): „SA I Das wäre bot i mir nicht kaufe« m Neffen, der fe Bist Du nun m ile besuchst, M-k , ge ich jeden Mitte! cheyda) in ®ie8,n' Diener): Mru« iesohlen habe? nz leise, um 3F UnterhaUnngsblatt pim Gießener Anzeiger (General-Anzeiger) - ylUM Nr. SO- T— Vkv t / " 1 '*■ ■?-. ■■ —- —r-—- - " j. A. - MM ^'£W. :• WKÄ Unter dem Patriarchen. Erzählung aus dem amerikanischen Westen. Frei nach Sealsfield. Von W. H. G e i n b o r g. (Fortsetzung.) So ritt er unbekümmert vorwärts und duldete es schließ« lich auch, daß sein Pferd, um sich von der tollen Hetzjagd zu erholen, allgemach in eine langsamere Gangart verfiel. Eine sehr natürliche Regung des Hungers erst bestimmte ihn nach geraumer Zeit, etwas aufmerksamer Umschau zu halten, ob denn die mächtigen Sykornorm neben Mister Burnets Wohnhause noch immer nicht zu erspähen seien. Er glaubte auch, sie in der Ferne wahrzunehmen und hielt da« rauf zu, obwohl er dabei die bisherige Richtung in etwas Ludern mußte. Ein Blick auf die Uhr hatte ihn zu seinem nicht geringen Erstaunen überzeugt, daß er sich bereits seit vier Stunden im Sattel befand, und da er ausgeritten war, ohne einen Bissen genoffen zu haben, durfte es ihn nicht gerade Wunder nehmen, daß sich sein Magen auf eine etwas unbehagliche Weise zu melden begann. Er trieb seinen Mustang schärfer an, um die vermeint« lichen Sykornoren so schnell als möglich zu erreichen; aber als er ihnen nach Verlauf einer Stunde nahe genug gekommen war, um die Einzelheiten deutlicher zu unterscheiden, sah er mit Bestürzung, daß er sich getäuscht hatte und daß es sich auch hier nur um eine der merkwürdigen kleinen „Inseln" handelte. Jetzt zum ersten Mal stieg etwas wie Besorgniß in ihm auf. Er hatte ja auf seinen Reisen schon manche ihm unbekannte Prairiestrecke allein durchstreift; aber er war dabei noch niemals ohne Compaß und andere sichere Orieritlrungs- mittel gewesen, während er jetzt nichts Derartiges bei sich hatte. Und habet befand er sich hier auf einem Terrain, dessen Gleichförmigkeit ein Zurechtfinden ganz besonders schwierig machte. Es war also in her That hohe Zeit, Augen und Ohren zu öffnen, um sich vor der drohenden Gefahr des Verirrens zu bewahren. Er zog die Zügel an und durchforschte da» ganze Gesichtsfeld mit angestrengter Aufmerksamkeit. Endlich meinte er, eine bedeutsame Entdeckung gemacht zu haben. Eine der „Inseln", die nicht allzuweit von ihm entfernt lag, mußte ihrer eigenthümlichen Form nach dieselbe sein, die er mit dem Fernglas von Mister Burnets Haufe aus bewundert und mit einer halb zum Sprunge aufgerollten Schlange verglichen hatte. Sie hatte von der Pflanzung aus recht» gelegen, nicht weiter als ein paar englische Meilen von ihr entfernt. Er mußte sich jetzt also scharf nach link» halten, wenn er die offenbar verlorene Richtung wieder gewinnen wollte und er zögerte nicht, diesem Fingerzeig der launischen Natur zu folgen. Eine Stunde und eine zweite ritt er mit leidlich frischem Muthe dahin, immer in der Erwartung, da» Hau» vor sich auftauchen zu sehen und häufig anhaltend, um zu horchen, ob nicht von anderswo her ein Schuß ober ein Schrei al» orientlrendes Signal vernehmlich würbe. Aber es blieb Alles tadtenstill. Selbst die Vögel in den „Inseln" schienen völlig verstummt. Dagegen mußte er immer deutlicher und unzweifelhafter eine Wahrnehmung machen, die ihm sehr wenig gefallen wollte. Auf der Strecke, die er mit May durchritten hatte, waren die Gräser häufiger, die Blumen verhältnlßmäßig selten gewesen. Die Prairle aber, die ihn jetzt umgab, hatte völlig den Character eine» üppigen Blumengarten» angenommen, — eines Gartens, in dem das Grün kaum noch die vorherrschende Farbe zu nennen war. Millionen der herrlichsten Prairlerosen, Dahlien, Astern und Tuberosen schmückten, zum Theil einen betäubend süßen Dust aushauchend, den Erdboden wie mit einem prangenden Teppich in allen Tönungen und Schattirungen des Regen- bogen». Oft hatte der ermüdete Mustang Mühe, sich durch alle diese Blüthenpracht hindurch zu arbeiten und der in solcher Schönheit nie zuvor genossene Anblick würde Fred sicherlich in da» höchste Entzücken versetzt haben, wenn er ihm jetzt nicht vor Allem ein Gefühl psinigendster, herzbeklemmender Angst verursacht hätte, denn er gab ihm ja die Gewißheit, daß er sich abermals in einem verhängnißvollen Jrrthum befunden. E» wäre Thorhelt gewesen, noch länger daran zu - 198 zweifeln, daß er sich wirklich verirrt habe, daß er sich jetzt in ganz neuen, fremden Regionen befinde. Und eine Fluth von düsteren Vorstellungen brach zugleich mit dieser Erkenntniß über ihn herein. Alles, was er jemals von Verirrten, Verlorengegangenen gehört und gelesen, tauchte plötzlich in den grausigsten Bildern vor seiner Seele auf. Er dachte an die angstvollen Bitten der Negers und an Mays spöttische Warnung — diese Warnung, die mit ihrem offenkundigen schneidenden Hohn nur dazu bestimmt gewesen schien, ihn in sein Verderben zu Ein Gefühl namenloser Bitterkeit und tiefer Entmutigung nahm für eine Weile ganz von ihm Besitz. Aber der mächtige Lebensdrang seiner jugendkrästigen und von Haus aus furchtlosen Natur siegte doch bald wieder über diese Anwandlung von Niedergeschlagenheit und Schwäche. Wenn er selber die Pflanzung auch nicht wiederfinden würde, konnte er sich doch in diesen wenigen Stunden unmöglich so weit verirrt haben, daß nicht Burnet oder einer seiner Leute, die ja gewiß bereits aufgeboten waren, ihn zu suchen, seine Spur entdecken und ihn entweder bald erreichen oder doch wenigstens durch irgend ein Signal auf die zu wählende Richtung aufmerksam machen sollte- Es war wirklich allzu früh, den Muth schon M sinken zu lassen. So spärlich auch immer das Land bevölkert sein mochte, es gab doch sicherlich in der Nähe mehr al» eine menschliche Niederlassung und das ganze Abenteuer war im. äußersten Fall eine kleine, unfreiwillige Hungerkur, die ihm als eine nachdrückliche Warnung für die Zukunft dienen würde, ohne ihm sonst einen dauernden Schaden zuzufügen. Die Sonne hatte ihre Mittagshöhe längst überschritten und der Mustang gab sehr deutliche Zeichen einer durch Hunger und Müdigkeit herbeigeführten Erschöpfung. Da Fred ganz sicher war, daß er in der eingeschlagenen Richtung Mister Burnets Haus niemals erreichen würde und da er sich deshalb entschlossen hatte, denselben Weg wieder zurückzureiten, mußte er dem Pferds wohl oder übel einige Ruhe gönnen. Er machte also am Rande einer Insel Halt, band das Thier mit dem am Sattelknopfe befestigt gewesenen Lasso an einen Baum, so daß es bequem grasen konnte und streckte sich selber im Schatten eines mächtigen Lebenseichenbaumes auf den weichen Rasenteppich nieder. Wenn auch seine Gedanken naturgemäß nicht gerade von der heitersten Art waren, hatte er doch glücklicherweise jenen gefährlichen Zustand dumpfer Entmuthigung überwunden, der eine kritische Lage wie die seinige nur noch bedenklicher machen konnte. Der Hunger quälte ihn jetzt weniger al» vorhi während des Reitens und auch der Durst, der sich schon sehr unangenehm fühlbar gemacht hatte, war zeitweilig ganz verschwunden. Ohne eigentlich zu schlummern, verfiel er in jenen Zustand halbwacher Träumerei, der sich sonst wohl nach einer reichlichen Mahlzeit einzustellen pflegt und der zumeist nur liebliche Bilder vor die Seele zaubert. Er dachte an Ellinor und ihr feines, anmuthiges Gesichtchen stand mit voller Deutlichkeit vor ihm, von jenem Ausdruck geheimer Angst und stillen Kummers überschüttet, den er mit so viel herzlicher Theilnahme während der beiden letzten Tage darauf gesehen hatte. »Ob sie nun wohl auch meinetwegen in Unruhe sein wird?" fragte er sich und es regte sich dabei in ihm wie ein geheimer Wunsch, daß e» der Fall sein möge. Die Vorstellung von dem Dasein eines lieben, holden Wesens, das sich um ihn bangte, übte eine merkwürdig wohl- thuende und beruhigende Wirkung auf fein Gemüth. Sie wurde ihm allgemach ganz und gar zu einer angenehmen Gewißheit und er legte sich in der Stille seines Herzens das Gelöbniß ab, daß er Ellinor dafür bis an das Ende seines Lebens dankbar sein würde. Irgend ein durchdringendes Geräusch, vielleicht der Schrei eines Raubvogels, schreckte ihn aus seinem wohligen Traum- zustande empor. Die Sonne stand tief und ein leichter, erquickender Luftzug strich über die Prairie dahin. Von einer plötzlich erwachten Hoffnung beseelt, daß er vielleicht doch noch vor Einbruch der Nacht Burnets Pflanzung oder irgend eine andere menschliche Ansiedelung erreichen würde, schwang sich Fred in den Sattel und trieb, ohne erst lange über die einzuschlagende Richtung zu grübeln, den neugekräftigten Mustang zu einem flotten Galopp. Aber das Tagesgestirn, sank gluthroth wie eine ungeheure Masse flüssigen Goldes unter den Horizont, ohne daß jene Hoffnung in Erfüllung gegangen wäre, und dis Schatten der Dämmerung breiteten sich immer dunkler über da» weite, unabsehbare Gefilde. Eine kurze halbe Stunde heißen Rittes noch, dann umhüllten den Einsamen die Schleier der tropischen Nacht und er verschloß sich nicht länger der Gewißheit, daß er diese Nacht unter freiem Himmel werde zubringen müssen. E» war an und für sich nichts Schauriges in diesem Gedanken, denn es war ja nicht die trostlose, undurchdringliche Finsterniß des Nordens, die ihn hier umgab. Das mit einem Heer funkelnder Sterne besetzte Firmament hatte eine wunderschöne, tiefblaue Färbung angenommen; unten im Grase und in dem Laubwerk der zunächst gelegenen „Inseln" aber leuchteten Myriaden phosphorisch ,schimmernder Lichtpünktchen auf, die eine ungewisse magische Helligkeit über die ganze Landschaft verbreiteten. Nie hatte Fred eine ähnliche Anzahl von Leuchtkäfern gesehen wie hier, wo sie oft zu Tausenden in große Klumpen zusammengeballt schienen und niemals auch glaubte er einen so süßen Gesang der Nachtigallen vernommen zu haben, al» er hier in wundersam schmelzenden, klagenden Lauten au» der Ferne zu ihm herübertönte. Ueberwältigt von der Herrlichkeit einer überreichen Natur, deren erhabene Majestät ihm durch seine seltsame Lage nur um so eindringlicher zum Bewußtsein gebracht wurde, faltete Fred fast unwillkürlich die Hände zum Gebet, wie er es seit seinen Knabenjahren nicht mehr gethan, und ein Gefühl wundersamer Tröstung kam damit in sein Herz. Vielleicht war diese Prüfung von einer weisen Vorsehung über ihn verhängt, um ihn zu läutern und ihn zu ernster Einkehr zu bestimmen. Jedenfalls waren ihm niemals die Worte eines Predigers oder der Klang einer Orgel so feierlich in die Seele gedrungen, als hier die tausendfältigen Stimmen der schöpferischen Allmutter Natur, und wenn sich ihm in diesem Augenblick Gelegenheit zu einer großen, schönen, selbstverleugnenden That geboten hätte, er würde sicherlich nicht einen Moment gezögert haben, sie zu vollbringen. Nach einer Weile freilich verstummte da» anmuthige Concert der kleinen Vögel und statt seiner tönten andere, minder harmonische Laute durch die Nacht. Bald war e» ein dumpfes, heiseres Bellen, bald ein langgezogenes Geheul, das aus größerer oder geringerer Ent- sernung zu Fred herüberdrang. Er kannte diese widerwärtigen Stimmen — die Stimmen von Wölfen und Jaguaren — sehr genau, aber wenn sie auch seine andächtige Gemüths- verfassung störten, vermochten sie ihm doch keine Besorgntß für seine Sicherheit einzuflößen, denn er wußte wohl, daß in so wildreichen Gegenden, wie es diese Texasprairien waren, ein Mensch niemals den Angriff der bei allem Blutdurst feigen Bestien zu fürchten habe. Abermals lagerte er sich, nachdem er seinen Mustang sicher befestigt hatte, in das würzig duftende Gras und ent- zündete, um den nagenden Hunger zu betäuben, eine der starken Havanna-Cigarren, deren er am Morgen vor dem Ausritt glücklicherweise eine ganze Anzahl zu sich gesteckt hatte. Das aromatische Kraut versetzte ihn in eine Art von wohlthätigen Rausch und nach Verlauf einer halben Stunde war er sanft und fest entschlummert. Der Tag war schon angebrochen, al» er erwachte, der Hunger meldete sich zwar sehr vernehmlich, aber er hatte der 199 jugendlichen Elastizität des kräftigen Manne» doch noch nichts anzuhaben vermocht. Guten Muthes zäumte er seinen lustig wiehernden Mustang auf und schwang sich in den Sattel. Mit den Aufregungen des gestrigen Tages war feine Unbesonnenheit ja nun hinlänglich gebüßt und das Schicksal konnte nicht die Grausamkeit begehen, die beängstigende Reiterei zu fürchterlichem Ernst werden zu lassen. „ , • Zwar ging er lange mit sich zu Rathe, ehe er eine bestimmte Richtung nähm, aber er verhehlte sich doch schließlich nicht, daß er kaum darauf hoffen durfte, die rechte getroffen zu haben. Er kam an verschiedenen Inseln vorüber, die ganz aus den prächtigsten Pflaumen- und Psirfichbäumen bestanden und zwei Monate später würde er hier Gelegenheit genug gehabt haben, seinen Hunger zu stillen. Jetzt aber begannen sich kaum erst die jungen Früchte zu bilden und der Anblick der kleinen grünen Knollen trug nur dazu bei, die nagende Pein in seinem Innern zu verschärfen. Der Morgen war vergangen und die Sonne stand in ihrer Mittagshöhe an dem wolkenlosen Himmel. In den Eingeweiden des Reiter« brannte es jetzt wie ein verzehrendes Feuer und fürchterlicher noch als der Hunger, den er zeitweilig mit einer Cigarre zum Schweigen brachte, folterte ihn der Durst, gegen den er sich auch durch tns Kauen von Grashalmen nicht mehr wie gestern Linderung zu schaffen vermochte. Zwar traten seltsamer Weise dazwischen immer wieder Pausen ein, wo er weder Hunger noch Durst empfand, aber diese Pausen waren fast beängstigender als die voraufgegangenen Qualen; denn sie glichen halben Ohnmächten, während deren allerlei unbestimmte entsetzliche Traumbilder seinen Geist erfüllten und feine körperliche Kräfte soweit nach- ließen, daß er wie ein Betrunkener im Sattel hing. Das schreckliche Gefühl der Verlassenheit, mit dem er dann jedesmal aus solcher Betäubung erwachte, brachte ihn fast dem Wahnsinn nahe und er hielt dann erst Viertelstunden lang seinen Mustang an, um mit schmerzenden Augen in den unabsehbaren Ocean von Gräsern und Blumen hinauszustieren, der ihm jetzt nur noch wie ein ungeheurer, grausenerregender Friedhof erschien. Wenn er nur eine Flinte gehabt hätte! Er sah in weniger als Schußweite Wild genug, daß ein ganzes Bataillon Soldaten sich daran hätte sättigen können. Rudelweise traten die Hirsche aus deu Inseln hervor, sahen ihn mit ihren großen Augen so ruhig und furchtlos an, al» wüßten sie, daß von diesem unglücklichen Reiter nichts zu besorgen sei und ergriffen oft erst die Flucht, wenn er ihnen bis auf kaum hundert Schritte nahe gekommen war. Eben hatte sich Fred wieder mit Aufbietung seiner ganzen Willenskraft aus einer jener gefährlichen, jetzt in immer kürzeren Zwischenräumen wiederkehrenden Betäubungen los- gerissen, als er eine Entdeckung machte, die ihn laut aufschluchzen ließ in überschwänglicher Freude. Unmittelbar vor sich hatte er im Grase Spuren bemerkt, die seine schon ersterbenden Lebensgeister urplötzlich neu belebten, denn es waren die Spuren eines einzelnen Pferdes, und da die frei herumlaufenden Mustangs niemals allein, sondern immer nur in Heerden die Prairie durchstreifen, konnte er sich nicht darüber im Zweifel befinden, daß es die Spuren eines Reiters feien. Run war feine Errettung gewiß; denn dieser Reiter mußte sich irgendwohin begeben haben und er brauchte nur die deutlich erkennbare Spur, die obendrein noch ganz frisch sein mußte, zu verfolgen, um gleich ihm an eine menschliche Niederlassung zu gelangen. So spornte er denn sein Pferd und ritt dahin, als seien mit einem Male alle Qualen und alle Müdigkeit von ihm genommen. Es entmuthigte ihn auch nicht, daß ein paar weitere Stunden vergingen, ohne daß er des Reiters oder der Ansiedelung, die ihn ausgenommen, ansichtig wurde. Und wenn sich zuletzt unter dem Druck seines schlechten körperlichen Zustandes doch auf's Neue gewisse bange Zweifel einstellen wollten, so verschwanden sie wieder, als er neben der ersten Spur, unmittelbar neben ihr herlaufend, noch eine zweite gewahrte. Nicht» hätte seine Zuversicht auf baldige Erlösung nachhaltiger stärken können al» diese Wahrnehmung. Wenn zwei Reiter hier in der endlosen Prairie zusammengetroffen waren, um demselben Ziele zuzustreben, so konnte die» Ziel nur eins Ortschaft oder doch eine menschliche Wohnung gewesen sein. Er würde also diese zweite Nacht sicherlich nicht abermals hungrig und durstig unter dem Sternenhimmel zubringen müssen. Aber die Dunkelheit war freilich nicht mehr fern und es galt deshalb, die letzten Kräfte- die Pferd und Reiter noch daran setzen konnten, zu einem scharfen Ritt zusammen zu nehmen. Es war ein Ritt um das Leben, dessen mußte Fred wohl mehr und mehr inne werden, denn seine Widerstandsfähigkeit begann nachgerade auf eine sehr bedenkliche Art zu ermatten. „ Das krebsartige Nagen in den Eingeweiden machte sich heftiger fühlbar; er spürte einen unsäglich widerwärtigen, fauligen Geschmack im Munde, während sein Körper abwechselnd von brennender Hitze verzehrt oder von eisiger Kälte geschüttelt wurde; in seinen Ohren brauste es und der Zaum des Pferdes lag ihm wie eins schwere Last zwischen den Fingern. Zuweilen wurde e» ihm dunkel vor den Augen und er mußte wie ein Verzweifelter gegen die Ohnmachtsanwandlungen kämpfen, die sich immer häufiger einstellten. Trotzdem gelang es ihm noch, sich im Sattel zu halten. Er ritt und ritt, bis er mit einem Mal neben den beiden Pferdefpuren deutlich noch eine dritte gewahrte, die in ihrem weiteren Verlaufe ebenfalls hart neben ihnen blieb; die Entdeckung war so merkwürdig und sein Geist war durch die übermenschlichen Strapazen so geschwächt, daß er kaum noch wußte, ob er sich darüber freuen sollte. Das Eine nur fühlte er, daß er mit seinen Kräften zu Ende war und daß er es für heute aufgeben mußte, die Fährte noch weiter zu verfolgen. Auch wenn ihn nicht die rasch zunehmende Dunkelheit in Gefahr gebracht hätte, sie zu verlieren, würde er vielleicht in einem neuen Ohnmachtsanfall aus dem Sattel geglitten fein und der Verlust seines Pferde« war für ihn natürlich gleichbedeutend mit einer sicheren Ver- urtheilung zu dem gräßlichen Tode des Verschmachtens. Er stieg also ab, sicherte seinen Mustang wie in der verflossenen Nacht und warf sich nieder. Rauchen konnte er nicht mehr; aber, was ungleich schrecklicher war, er konnte auch nicht mehr schlafen. Wenn sich wirklich einmal für dis Dauer einiger Minuten ein leichter Schlummer aus seine Lider senkte, so führ er doch gleich darauf in jähem krampstgen Zusammenschrecken wieder empor und er verlebte in diesem entsetzlichen Zustands eine Nacht, die ihn im eigentlichsten Sinne des Wortes dem Wahnsinn nahe brachte. Kaum war die Morgendämmerung angebrochen, als er sich wieder aufraffte. Aber es währte lange, bis er sein Pferd gerüstet hatte. Den Sattel, den er sonst mit zwei Fingern auf den Rücken de» Mustang geworfen hatte, konnte er jetzt kaum mit Aufbietung aller Muskelkräfte an seinen Platz bringen und es wurde ihm wiederholt schwarz vor den Augen, während er sich bemühte, den Gurt zu befestigen. Mit unsäglicher Anstrengung stieg er aus, um den drei Reiterspuren, seiner einzigen Hoffnung, so rasch zu folgen, al» e» ihm und dem Thiere eben noch möglich war. Denn auch das Pferd war durch den furchtbaren acht- undvierzigstündigen Ritt nahezu völlig erschöpft und wenn es auch, glücklicher als fein Herr, den Hunger nach Belieben hatte stillen können, so litt es doch unverkennbar unter den Qualen des Durstes nicht weniger al» er. Unterdessen war die Schwäche de» Thiere» für Fred jetzt gerade ein Glück zu nennen; denn wenn es noch frisch und munter gewesen wäre wie beim Beginn des verhängnißvollen Ausfluges, würde es ihn unfehlbar mit dem ersten Seitensprung aus dem Sattel gehoben haben. (Fortsetzung folgt.) — 200 — Ein menschlicher Bienenstock. ------- (Nachdruck verboten.) Babylon, Niniveh und dar tausendthorige Theben sind gefallen. Mit Staunen stehen wir vor ihren Ruinen, die uns ein Bild davon geben, welche Ausdehnung und Pracht diese Plätze einst besaßen. Es ist der ewige Kreislauf von allem, war von Menschenhand herrührt; es findet stets in seinem Bestehen einmal einHemmniß, das es nicht überwinden kann, seien es Verheerungen durch Feindeshand, seien es Erdbeben und Wafferfluthen oder der natürliche Lauf der Dinge, ein Etwas, was man Altersschwäche nennen könnte. Der Aus« spruch Cato des Aelteren „Ceterum censio, Charthaginem esse delendam“ ist das Mene Tekel, welches an den Mauern aller Riesenstädte als Mahnung an ihr endliches »»vermeid- liches Schicksal angeschrieben sein sollte. Der englische Historiker Macaulay gibt uns in einem seiner Werke ein Bild, wie es aussehen wird, wenn dereinst ein Neuseeländer die Ruinen des jetzt so ungeheuren Londons durchforschen wird. Kommen wird die Zeit, wenn es auch dann nicht gerade ein Australier sein dürfte; aber wann und wie, wer kann es sagen, ehe dieser menschliche Bienenstock, den wir London nennen, in Ruinen liegen wird, denn immer noch nimmt e» an Ausdehnung und Pracht von Tag zu Tag stu. Der Begriff „London" ist ein relativer, denn er umfaßt nicht allein da» kleine eigentliche London, einen Platz von kaum mehr als einer englischen Quadratmeile (41/» englische Meilen ----- 1 deutschen), sondern auch Hunderte von Städten und Dörfern, die es, nachdem die Mauern gefallen waren, die es früher eng umschlossen,' an sich gertffen hat. Zum Riesen angewachsen, streckt es noch heute seine Arme nach allen Weltgegenden aus und verschlingt Stadt aus Stadt, Dorf auf Dorf, die fortan, wenngleich mit Verlust ihrer In« dividualität, ein Atom in dem Begriff London bilden. Ich muß hier vor allem anführen, daß bi» heute die City, das eigentliche London ihre Selbstverwaltung bewahrt hat. Ein Gleiche» bestand bis vor wenigen Jahren in allen den hinzugewachsenen Theilen, als durch Parlamentsbeschluß ganz London zu einer eigenen Provinz, die County of London, gemacht und deren Verwaltung (mit Ausnahme der City, die ihre eigene Verwaltung beibehielt) unter eins Centralbehörde, „the London County Council“, gestellt wurde. In Gemeinde- Angelegenheiten, Armenverwaltung u. f. w. ist, mit einigen Beschränkungen, die Selbstverwaltung in den Händen der einzelnen Stadttheile verblieben. Eine Folge davon ist die, daß die Armensteuer, da jede Gemeinde für ihre Armen selbst zu sorgen hat, in den ärmeren Theilen übermäßig hoch, in den reicheren dagegen sehr niedrig ist. Das heutige London exclusive der City bedeckt 448 334 Morgen Landes oder ungefähr 700 englische Quadratmeilen. Seine Ausdehnung vom Norden nach Süden beträgt 15, und vom Osten nach Westen 17‘/2 Meilen. Wäre es möglich, alle Straßen der Stadt in eine fortlaufende Linie zu bringen, so würde dieselbe eine Länge von 7500 Meilen haben, eine Ausdehnung, die jedoch von Jahr zu Jahr fast fabelhaft vergrößert wird, wenn wir die 900 Häuser in Betracht ziehen, die jeden Monat neu erbaut werden. In der Stadt selbst ist wenig Raum für die Zunahme an Ge- bäuden, der Zuwachs entsteht fast allein in den äußersten Vorstädten, und er bedingt dadurch eine fortwährende Ver« größerung der Stadt. In diesem ungeheuren Häusermeer leben, dicht gedrängt zusammen, nahe an 6 000 000 Menschen. Wie kann e» anders sein, al» daß sich in diesem menschlichen Bienenstöcke die Extreme überall berühren, der überschwenglichste Reichthum Schulter an Schulter mit der bittersten Armuth, der größte Luxus gegenüber dem gräßlichsten Elend und Tod durch Verhungern. Leider muß man sagen, daß unglücklicherweise für einen bedeutenden Procentsatz dieser 6 Millionen der Begriff „leben" ein unrichtiger ist, „existiren" wäre der richtigere Ausdruck. Glücklicherweise jedoch ist der Wohlthätigkeitsstnn eine der Haupttugenden des Engländers. Er gibt mit vollen Händen, und seit es sich private Gesellschaften zu ihrer Aufgabe gemacht haben, zweckloses Almosengeben möglichst zu verhindern und dafür systematisch dem Elend abzuhelfen, wird viel Roth gelindert, wo ein bloßes Almosen nutzlos gewesen wäre. Trotzdem jedoch lesen wir in den Zeitungen nur zu ost dar Urtheil der Leichenbeschau: „Tod durch Verhungern." Die zahlreichen ungeheuren und aufs beste ausgestatteten Hospitäler der Stadt, sämmtlich durch freiwillige Beiträge unterhalten, nur die für ansteckende Krankheiten, wie Pocken, Scharlach, Typhus rc., gehören der Regierung. Man sollte annehmen, daß in einer solchen Riesenstadt sich auch menschliches Leiden und Krankheit in unverhältniß- mäßig hohem Grade zeigen müsse, und doch ist dem nicht so. London übertrifft in seinen Gesundheitszuständen alle großen Städte der Welt. Die allwöchentlich darüber veröffentlichten amtlichen Listen zeigen nur höchst selten einen Procentsatz von über 16 Sterbefällen auf das Tausend. Das fortwährend wechselnde, aber stet» feuchte Klima von London kann also durchaus nicht ungesund sein, wenn man von Brust- und Lungenleidenden absteht, sür die e» sicherer Tod ist. Nicht wenig tragen zu diesen glücklichen Gesundheitsver- hältniffen die herrlichen Parks und zahllosen offenen, zum größten Theile mit uralten Bäumen bestandenen Plätze bei, zu welchem da» Publikum völlig freien Zutritt hat. Man kann diese mit Recht die Lungen London» nennen. Im Ganzen besitzt da« Innere Londons jetzt etwa 240 solcher Plätze von größerer oder geringerer Ausdehnung mit einem Flächeninhalt von circa 21000 Morgen (3,9 Morgen — 1 Hectar). Beginnen wir an der Themse, im Südwesten der Stadt, so treten wir fast sofort in den schattigen, historischen St. James- Park von 93 Morgen, an den sich der durch die politischen Versammlungen bekannte Hyde-Park mit 360 Morgen anschließt, der uns westwärts ohne Unterbrechung nach Kensington Garbers, 274 Morgen groß, führt. Nach Nordwesten zu schließt sich an den Hyde-Park der kleinere Green-Park, der wiederum die Verbindung mit dem Regents-Park von 472 Morgen bildet. Von diesem letzteren jedoch sind Theile für den zoologischen und den botanischen Garten abgetrennt. Im äußeren London finden wir eine fast ununterbrochene Reihe großer, offener, schön bewaldeter Plätze, die Commons, zu welchen allen das Publikum ungehinderten Zutritt hat. (Schluß folgt.) VevnEehtes. S ch n e l l e W a h l. Lehrerin: „Vor Allem, Kinder, laßt euch nie zu etwas Bösem verführen! Wenn euch also Jemand einladet, statt in die Schule, mit ihm in die Conditorei zu gehen, Ella, was würdest du da sagen?" — Ella (schnell entschlossen): „Apfelkuchen mit Schlagsahne!" ♦ Höchste Anerkennung. Gast (zur Hausfrau): „Gnädige Frau, seitdem ich dieses deliciöse Roastbeef gegessen habe, halte ich dar Wort „Ochse" nicht mehr für eine Beleidigung." * , Verkehrte Auffassung. Arzt (untersuchend): „I», in welcher Gegend haben Sie sich denn wehe gethan?" — Patient: „In der Gegend der Stadtkirche, Herr Doetor! Vorgegriffen. Kanzleivorstand (zu einem Schreiber, der etwas schlecht gemacht hat): „Sie sind der größte Esel dieses Jahrhunderts!" — Schreiber: „Entschuldigen! Dar Jahrhundert ist doch noch nicht zu Endel" Pedartion: «. Schryda. - Druck und »erlag der Brühl'scheu UniversMS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Scheyda) in ®K&en. 1 Erzählune Da aufzuziehe Maßstab er nicht, plötzlich n Pferdespu nichts, dc aus den schwunden Er r bestimmtet waren die hätte an: stch da g weitem 11 dieses Krr gedrückten In d scheinbarst tung sein den Geger Es n Und wie Schriftzüge Ein Wahnsinns Er - ihn am e Cigarrenbt selben Ste Er war se Stunden n Die s