! ein probater ein, daß man 18 Gesicht mit m zu berühren, ulen ist die ine Stelle, ehe »er man binde lasse sie über lt werden und feuchte Stiesel ehen wird ein in den Stiesel iefel ungezogen, ndet ein ange» tiefet besonders >is der Anfang» ian mache den then bestreicht hetßgemachteni, nasche ab. ig gewordener Seit, die au» hergestellt ist. iufelt man diese lanbenen Löcher, und reinigt die ist, mittel» einer ;t jeder Droguist tzen. Mattge« ian rasch wieder it sie mit Mag- Butter, schäume uf beiden Seiten sofort den un< um abhelfe», oder Scharnier» itftr etwa» reibt, nittel. s Abreiben mit artoffeln werden Wenn sie weich n geschüttet und rnn mit Getreide- wobei mit einet ird. Die Stöbe >n dann 15 bi« eben arbeitenden in drei Mahl- s Mittags eben- füttere man« ib ist zuträglich Zähne sehr schos -( fressen e» UllrerhaitnngsbLatt junt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger). Nr. 153 MMsg beit 29. Deeember ____ _______________,_>a ME Die Reisebekanntschaft. Von Conradine Stinde. ------- (Nachdruck verboten.) „Sehen See benn nicht, baß bie» Coup« für „Nichtraucher" ist? Meine Frau verträgt den Tabak nicht, unb noch bazu solchen schlechten. Wenn Sie sich nicht von Ihrer Cigarre trennen können, dann trennen Sie sich gefälligst von uns!" brummte der behäbig aursehends Herr bem eben ein* steigenben Passagier entgegen. Der mit bissen unfreundlichen Worten Angerebete warf sofort seine Cigarre zum Fenster hinaus, unb sagte sehr freundlich zu dem Ehepaar in der entgegengesetzten Fensterecke: „Ich bitte um Entschuldigung. Fast wäre ich nicht mehr mitgekommen. Als ich den Schaffner nach einem Rauchcoups fragte, öffnete er mir schnell diese Thür. Unb lange besinnen bürste ich mich nicht; ich mußte, um meinem Berufe nachzukommen, nothwendig diesen Zug benutzen. Hätte ich nicht anderweitige Pflichten gehabt, so wäre ich gestern schon gereist." Der Zug setzte sich in Bewegung. Die Reisegesellschaft schwieg. Der fürsorgliche Gatte warf sich wieder in seine Ecke zurück, zog seine Decken etwas zurecht, und schloß die wasserbläuen Augen, als ob er schlafen wollte. Den Versuch machte er aber nur kurze Zeit; dann richtete er sich in die Höhe, daß man seine große, breite Figur erkennen konnte und warf einen flüchtigen, hochmülhigen Blick nach dem anderen Fenster hin. Er war ein Mann von mittleren Jahren. Dar Leben schien ihm wenig Sorge gemacht zu haben. Keine Furche sah man in seinem Gesicht, das ein wohlgepflegter, blonder Vollbart zierte. Ganz vereinzelt graue Haare konnte man bei genauer Betrachtung im Bart finden. Soweit die gestickte, elegante Reisemütze den Kopf frei ließ, sah man auch da üpvigen Haarwuchs. Die Toilette des Ehepaares war tadellos und sprach von Wohlhabenheit. „Beim nächsten Umsteigen werden wir es schon ändern; ich sollte doch denken, das Trinkgeld für den Schaffner war groß genug," sagte er zu seiner Gattin. Frau Emilie richtete sich ebenfalls in bie Höhe, als wollte sie zeigen, wie groß unb mächtig sie fei. Ja, sie gab ihrer Ehehälfte nicht viel nach in Größe und Stärke. Ihre dunkelbraunen Augen folgten denen ihres Mannes und warfen dem „frechen Eindringling" einen niederschmetternden Blick zu, in bem ihre ganze Geringschätzung für ihm lag. „Du hättest bem Schaffner wohl noch mehr Trinkgeld geben sollen, Eduard, mir kam eben der Gedanke, dann wären wir allein geblieben. Wie kann uns auch so etwas passtren," sagte Frau Emilie und warf den hocherhobenen Kopf zurück. Die Stimmung im Coups war unbehaglich. So war es für den neuen Passagier auch gerade gut. Doch wollte Frau Emilie versuchen, ihren Gatten wieder freundlich zu stimmen. Mochte der Fremde unter dem Drucke leiden, aber ihre Ecke sollte wieder gemüthlich werden. So galt es benn, ihren Mann in beste Laune zu bringen. Der Ausdruck in ihrem schwammigen Gesichte war plötzlich ein ganz anderer geworden. Der finstere Blick ihrer Augen war verschwunden. Mit freundlicher Miene glättete sie dem Gatten die Reisebecke über seinen Knieen, und hob ihm sein Plaid, das als Rücken- kiffen diente, etwas weiter. „Ist es so bequem Alter," sagte sie, „oder, mir kommt der Gedanke, willst Du mein Tuch noch im Rucken haben, ich brauche es wirklich nicht." Anstatt aber das Feuer zu löschen, hatte sie es vergrößert. Dazu kam noch der Asrger über bie Gleichgültigkeit des neuen Fahrgastes, der seine Mitreisenden gar nicht zu beachten schien und daher auch gar nicht merkte, in welcher „vornehmen" Gesellschaft er saß. Wer war wohl mehr an Tabak gewöhnt wie Frau Emilie! Aber die Bereitwilligkeit und Höflichkeit des Herrn verdroß Herrn Eduard noch mehr wie seine Gegenwart. Er hätte lieber auf Widerspruch gestoßen, um dann noch mehr seine schlechte Laune zeigen zu können. „Ja, das sind die Annehmlichkeiten der dritten Klasse!" polterte Eduard heraus. „Da spart man einige Mark, um nachher auf der Hochzeit womöglich alle dienstbaren Geister noch mehr mit Trinkgeldern zu verwöhnen. Unb babei hat man nicht mal nöthig zu sparen! Dein neues, seidenes Kleid wäre trotzdem dabei übrig gewesen- Man sitzt sich ja auf da) in Gießen« — 606 fahren. I Herr Eduard mochte überdies einsehen, daß er mit seiner forcirten Sparsamkeit ein wenig zu weit gegangen und entzog sich weiteren Vorwürfen auf eine Weise, die ihm in ähnlichen Situationen schon oft geholfen: Er lehnte fich bequem zurück und versuchte zu schlafen. Frau Emilie sah mit einem Seufzer den Gatten die kleinen wafferblauen Augen schließen, war aber fürsorglich genug, ihm zugleich die Reisedecke über die Kniee zu breiten. Dann schaute sie eine Weile durch das Wagenfenster; aber sie hatte sich bald an der zwar reichen, doch eintönigen Land- schäft satt gesehen und konnte es nun nicht mehr unterlassen, halb neugierig, halb grollend die Ursache aller Unannehmlich- keilen, den ungebildeten Menschen in der anderen Ecke von der Seite scharf zu betrachten. Er hatte den Ueberzieher aufgeknöpft — ein schwarzer Tuchrock und eine weiße Halsbinde wurden darunter sichtbar — und schaute still und sinnend vor sich hin. Die Haltestelle, die er zum Wechseln des Coupes benutzen wollte, war längst passtrt; aber weder das Hatten des Zuges noch die laute Stimme des Schaffners hatten vermocht, ihn aus seiner nachdenklichen Haltung aufzustören. Noch immer blickte er grübelnd bald durch das Fenster, bald vor sich hin ins Leere. Er sah ganz aus, wie Jemand, der anhaltend über einen Gegenstand nachfinnt, der etwas ausdenkt, etwas in sich reifen läßt, vielleicht — eine Rede. „Mein Gott, es wird doch nicht---1" Ein Gedanke durchzuckte Frau Emilie, der sie starr werden ließ vor Schreck und Bestürzung. Mit offenem Munde blickte sie zu dem Fremden hinüber und versuchte sich langsam eine Bestätigung ihrer Besürchtung zu ergrübeln. Ja, wie war es nur gleich--hatte nicht Vetter Karl geschrieben, daß seine Trauung durch den Pflegevater seiner Braut vollzogen würde, den Beide sehr verehrten und der der beliebteste Geistliche einer entfernten Stadt war? Ja, und — Herr des Himmels I — hatte nicht der Fremde vorhin gesagt, daß ihn die „Ausübung seines Berufes" zu dieser Reise veranlaffe? Und dann sein ganzes Aussehen, der würdige Kopf, die grauen Locken, der Backenbart, die glatt- raürte Oberlippe, die nachdenkliche, ernste Haltung — Alles! Aller stimmte! Mein Gott, welch' eine entsetzliche Situation, Welche Bestürzung bei Karl — welche Folgen! Aber konnte sie sich nicht täuschen, nicht irren? Peinliche Ungewißheit! Aber sie mußte Gewißheit haben, koste es was es wolle! Sie mußte sich und den Gatten noch rechtzeitig aus der mehr als fatalen Lage retten! Ein paar Mal rückte sie unschlüssig hin und her, dann raffte sie sich auf und schritt eilig aus die andere Seite. Gewißheit! Sie fand kaum die Kraft, mit einem erzwungenen Lächeln dem Fremden dankend zuzunicken, dann kehrte sie schwankend auf ihren Platz zurück, dem gegenüber Herr Eduard noch immer friedlich den Schlaf des Gerechten schlummerte. O Gott, diese Blamage! Das überlebte sie nicht! Halb ohnmächtig sank sie auf ihren Platz zurück. Da hielt der Zug. „Station K., zehn Minuten Aufenthalt, alle Passagiere nach D. umsteigen!" schnarrte der Schaffner. Frau Emilie riß jäh den Gatten aus seinen Träumen. Er fand kaum Zeit, die Mütze mit dem Cylinder zu oer- tauschen, dann kletterte sie hastig hinaus und zog ihn mit fliegendem Athem auf die Seite. „Aber Emilie, was hast Du denn?" „Mann — Eduard — fasse Dich! O, es ist schrecklich! Denke Dir er — der Herr, der mit uns fuhr, ist der Geist« liche, der Carl und Lieschen traut!" „Wie — was? Alte, hat Dir denn das Fahren den Kopf verwirrt?" „Um Gotteswillen, Eduard, keine Scherze zetzt! Ich weiß es ganz — ganz sicher. Ich habe mit ihm gesprochen. O Gott, diese Blamage! Wenn Carl das erfährt — schreck« | lich! Aber jetzt gilt es zu handeln. Eduard, wir müssen nun Alles aufbieten, um ihm zu zeigen, daß wir Leute von guter Lebensart sind, und daß er Alles von vorhin vergißt. Komm jetzt, wir müssen umsteigen- O die gräßliche dritte Klasse, sie ist an Allem Schuld." Auf dem Seitengeleise stand die Localbahn zur Abfahrt bereit. Das Ehepaar erreichte sie eben, als der Gegenstand ihrer Aufregung, der würdige Fremde mit lebhaft qualmender Cigarre ein Coup« bestieg — diesmal fürsorglich ein Rauh« coups. Gleich wohl kletterten die Beiden eilig nach und kaum, daß sie fich Zeit gelassen, ihre Platz ihm gegenüber einzm nehmen, als Herr Eduard auch schon mit der freundlichsten Miene von der Welt ausrief: „Ah, da sind Sie ja auch! Und Frau Emilie lispelte mit dem verbindlichsten Lächeln dazwischen: „Das ist nett; nun können wir ja unsere Unterhaltung von vorhin fortsctzen, wenn es dem Herrn angenehm. Der hatte die Beiden Anfangs mit einem sehr erstaunten Blick gemessen; denn außer ihm verdickten noch mehrere Passagiere die dumpfe Luft des niederen Coupes mit dem Dampf ihrer Cigarren von sehr verschiedener Qualität. Aber in seiner Art lag es nicht, über die plötzliche Hebet« Windung ihrer Abneigung gegen das „Gequalme" lang nachzugrübeln, oder gar seinem Erstaunen Ausdruck zu geben. Er nickte gelassen mit einem schwachen Lächeln und dampfte ruhig weiter. «Ja, ja," meinte Herr Eduard, der inzwischen krampf- I hast nach einem Anknüpfungspunkt gefahndet hatte, „das „Ach, verzeihen Sie, mein Herr," begann sie stockend, verwirrt, „aber mir scheint — es ist etwas warm im Coups — gestatten Sie, daß ich hier das Fenster ein wenig öffne?" Verwundert hatte der Fremde aufgehorcht und sie für einen Moment fragend und zweifelnd angesehen. Dann ging es wie ein Lächeln um seine Lippen; aber er sprang dienst, eisrig auf und war ihr behilflich, die Scheibe herabzulassen. „Eine schöne Gegend —" sie blickte ihm scheu von der Seite ins Gesicht; aber da er in seiner höflichen Gelassenheit verharrte, fuhr sie muthiger fort: „Kennen Sie dieselbe schon?" „Rein," sagte er ruhig, „ich durchfahre sie das erste Mal." „Fahren Sie noch weit?" meinte sie dann plötzlich und preßte die Hand fest auf dem Seidenen zusammen. Wieder traf sie ein erstaunter Blick aus seinen sanften Augen; aber er antwortete doch in seiner gemessenen Weise: „Nein, nur bis zur nächsten Station." „Aha! das ist gewiß das Ziel Ihrer Reise?' Dar Herz schlug ihr bis an die Kehle hinauf. „Durchaus nicht, ich habe noch eine kleine Strecke mit der Localbahn zu fahren, dann eine Meile - ungefähr - mit dem Wagen .... übrigens bin ich völlig unbekannt hier." Kein Zweifel! Schreckliche Befürchtung — entsetzliche den Holzbänken ganz steif, und hat als Zugabe stets schlechte Lust Freilich, solche Reise verschluckt ohnehin viel Geld." Frau Emilie kannte die Summen zur Genüge, die ihr Mann zu dieser Reise verausgabt hatte. Er erzählte ja Allen, die es hören wollten und die es nicht hören wollten, wie viel das Hochzsitsgeschenk für seins Nichte gekostet hatte; za — viel, viel Geld hatte er ausgegeben. Nun, es wird ja auch eine höchstelegante Hochzeit! Hub er wieder an. „Vetter Karl hat sich ja sogar einen Koch, einen Lohndiener und was sonst nicht noch Alls» kommen lassen. Das Haus werden wir wohl kaum wieder erkennen; denn er hat renovirt und einen ganz neuen Flügel angebaut. Aber ich denke, wir werden unter den achtzig Gästen nicht ab^ngt'au Emilie war zufrieden, ihren Mann schließlich wieder in seinem Fahrwasser zu haben. „Weißt Du, Eduard, ich freue mich schon auf die schöne Wagentour nachher. Mir kommt ebenso der Gedanke, die muß herrlich sein! Nicht wahr, Alter? Der Morgen ist so srisch und die Luft so klar." Ihr Gatte hatte aber nur ein kurzer „Ja" als Ant« wort auf ihre freundliche Anrede. Damit wußte sie, daß er keine derartige Unterhaltung wünschte und schwieg. Es war doch schließlich sein eigener Wille gewesen, dritter Klasse zu 607 - r stockend, im Coupä g öffne?" nb sie für Dann ging mg dienst« abzulassen, u von der )elaffenheit !be schon?u erste Mal." Mötzlich und len sanften aen Weise: ie?' Dar Strecke mit ngefähr - annt hier." entsetzliche men Lächeln schwankend duard noch erte. sie nicht I ! Passagiere i Träumen. >er zu aer- og ihn mit st schrecklich! st der Geist« Fahren den jetzt! Ich t gesprochen, t — schreck« wir müssen it Leute von chin vergißt- ßliche dritte zur Abfahrt : Gegenstand qualmender j ein Rauch» ch und kaum, nüber ein;»' freundlichsten ie ja auch!" chsten Lächeln unsere Unter- n angenehm." hr erstaunten noch mehrere es mit dem er Qualität, tzliche Ueber- [uatme* lang uck zu geben, und dampfte schen krampf' hatte, „dar Rauchen ist eine angenehme Sache. Ich bin selbst auch Raucher und meine Frau weiß ebenfalls eine gute Cigarre zu schätzen, nur manchmal - wissen Sie - manchmal, wenn--Er begann zu stottern, fühlte aber in diesem Augenblicke einen sanften Rippenstoß in der Seite, die seiner Frau zugekehrt war und beeilte sich, mit schnellem Verständniß das wohlgefüllts Ctgarren-Etui aus der Brusttasche zu ziehen dann bot er es mit einem liebenswürdigen „darf ich mir er« lauben?" seinem Gegenüber bar. „Danks sehr - sehr freundlich, mein Herr; aber ich bin noch versehen. Der Andere sagte es ziemlich kurz und zeigte augenblicklich Neigung, wieder in seine frühere nach, denkliche Stimmung zu verfallen. Das wollte nun Frau Emilie um keinen Preis ge. schehen lassen. Wenn jedoch eine allgemeine Unterhaltung bei dem ablehnenden Gebühren des Fremden nicht in Fluß kommen wollte, so brauchte man ihn ja nur bet seinem Standesbewußtsein zu nehmen, ihn in sein Fahrwasser zu bringen, ihn gesprächig zu machen, um sich so in seinen Augen rehabilitiren und das Vorgefallene vergessen machen zu können. „Ja, ja, es wird eine schöne Hochzeit werden und wissen Sie, worauf ich mich besonders freue? — Auf die Traureds Ach, so eine schöne Traurede höre ich gar zu gern! Das' wirkt so feierlich und erhebend und man denkt gerührt dabei an die eigene Trauung zurück. Eine solche Traurede muß aber eigentlich recht schwierig sein — nicht wahr?" Gespannt sah sie ihm in das nachdenkliche Gesicht, das er ihr, noch immer mit dem Ausdruck leiser Verwunderung, zugekehrt hatte. Aber er blieb vollkommen gleichmüthig und antwortete allgemein und ziemlich obenhin: „O ja, o ja! Es gehört eben Uebung und Zeit dazu." War das nicht ein Fingerzeig? Zeit wollte er also haben. So unliebsam ihr das auch erschien, Frau Emilie mochte ihm gegenüber nicht als unzartfühlend gelten und be« schloß daher, ihn ferner nicht zu stören. Aber dem Galten war in diesem Augenblicks etwas eingefallen, das er unbedingt an den Mann bringen mußte. Mit viel Eclat kramte er sein Portefeuille hervor und reichte dem Fremden mit einem höflichen „Gestatten Sie?" seine Karte. „Eduard Knispel, Gutsbesitzer D . . . Hausen." Der Fremde hatte es gelesen, erwiderte die Verbeugung und sagte kurz: „Brandes ist mein Nams — Franz Brandes." Warum tauschte er seine Karte nicht aus? Warum unterließ er es, „Franz Brandes — Pastor" hinzuzufügen? Die Gatten sahen sich auf einen Augenblick fragend und zweifelnd an. Sollte ntän sich dennoch getäuscht haben? — „Brandes — Brandes, der Name ist in Hannover sehr gebräuchlich," meinte Herr Eduard, um der Sache auf einem Umwege näher zu kommen. »Ganz recht, Herr Knispel, Hannover ist mein Geburtsort." „Aber ich finde, Sie haben nichts mehr vom Dialect dieser Stadt." „O, das schleift sich ab; wenn man überdies so viel und wechselreich in der Welt herumgekommen ist. Sehen Sie, da war ich in Leipzig, in Halle, kurze Zeit in Jena und sogar oben in Kiel." ,, Also doch! Verständnisinnig stießen sich die Gatten heimlich an, als sie die Namen der Universitätsstädte gehört. Da hielt der Zug. Die Endstation der Bahnfahrt war erreicht und im Aussteigen gewahrte Frau Emilie auch schon den flotten Landauer, den ihnen der Vetter zur Abholung herübergesandt hatte. Man übergab dem Kutscher die schwereren Gepäckstücke und bemerkte zugleich, wie der Reisegefährte von der anderen Sette den Bock zu besteigen im Begriffe war. „Mein Gott, Herr Brandes, Sie werden uns doch im Wagen Gesellschaft leisten," bestürmts ihn Frau Emilie. „Einmal geht es ja nicht anders und dann die Ehre — „Sie sind sehr liebenswürdig; aber ich kann die Luft im geschlossenen Wagen nicht gut vertragen und wenn ich untauglich ankäme —!" „O bitte, Herr Brandes, wir öffnen beide Fenster, wenn Sie wünschen; das bischen Zug kann ich schon aus- halten bei dem lauen Wetter heute." Kein Sträuben und kein Vorwand half ihm, die Gatten ruhten nicht eher, bis er sich neben Frau Emilie im Fond niedergelassen, da Herr Eduard, das Hochzeitsgeschenk zu verwahren, mit diesem den ganzen Rücksitz eingenommen. Natürlich hat er nur deshalb neben dem Kutscher sitzen wollen, dachte Frau Emilie, um Zeit und Muße für die Vollendung seiner Rebe zu haben- Nun, so wollte sie zartfühlend bleiben und über Störung sollte er sich am wenigsten beklagen zu haben. Schweigend fuhren die drei in den klaren Herbstmorgen hinein. Man passtrte ein schmuckes Dörfchen und als Frau Emilie das saubere Kirchlein inmitten der rothen Ziegeldächer und Obstbäume aufragen sah, konnte ste sich nicht enthalten, zu Herrn Brandes gewandt, dennoch einzuwerfen: „Wie stimmt doch der Anblick einer Kirche, und sei ste auch noch so bescheiden, so ernst und feierlich!" Der Fremde gab keine Antwort, aber Frau Emilie, einmal im Zuge, mochte sich nicht sogleich wieder den harten Zwang des Schweigens auferlegen, zudem hatte sie etwas zu sagen, das unbedingt den letzten Rest von Ungehaltenheit in der Predigerbrust zerstreuen mußte. „Ach ja, wir gehen eigentlich jeden Sonntag zur Kirche, obgleich sie von unserem Gute ziemlich entfernt ist. Aber welcher Mühe unterzieht man sich nicht, um in Andacht dis Worte des Herrn zu hören!" Der Gatte sah sie verwundert an — wie schön sie reden und die Unwahrheit sagen konnte! „Oder fast jeden Sonntag — wenigstens sehr häufig, gehen wir zur Kirche," fuhr Frau Emilie unbeirrt fort, „und wenn wir keine Zeit finde«, bann lesen wir wenigstens eine Prebigt zu Hause. Und es giebt ja so schön gedruckte Predigten, wir haben zwei ganze Bände davon." „Ja, die giebt’s," murmelte Herr Brandes, wie es schien, nicht sonderlich berührt von diesem Thema; bann lüftete er den Hut und fuhr mit dem Tuch über die perlende Stirn. „Wie Kopfarbeit doch anstrengt!" dachte Frau Emilie und rückte Hut und Umhang zurecht, denn zwischen den Baumkronen tauchte soeben das Gut des Vetters auf. Stattlich und flaggengeschmückt dehnte es sich aus, der neue Flügel glänzte in der Sonne und war reich geschmückt mit Guirlanden und Tannenzweigen. Ueber der Einfahrt prangte ein mächtiges „Willkommen" und der Weg zwischen den Ulmen« reihen, der zum Wohnhaus führte, war farbenbunt mit Blumen bestreut. Sie rollten als die Letzten in den Gutshof. Schon hatte sich Alles mit der auf dem Lande üblichen Gewohnheit des Frühbereitseins eingefunden und mit der Elite feiner Gäste stand der Vetter unter dem blumenvergrabenen, triumphbogen-ähnlich aufgeputzten Portal, um die letzten lieben Anverwandten zu begrüßen. Frau Emilie freute sich insgeheim auf den Augenblick, wo sie neben dem würdigen, fo allgemein verehrten Pastor würde aussteigen und mit ihm zugleich in Ehren empfangen werden. Zudem hatte sie unter den Harrenden Frau Knallfeld gewahrt, eine ehemalige Busenfreundin aus den Mädchenjahren, der sie damit ganz besonders zu imponiren gedachte. Denn bekanntlich pflegen selbst die besten Freundinnen nach ihrer Verheiratung Rivalinnen zu werden, um so hartnäckiger, je mehr sie die einstige intime Beziehung vor der Welt aufrecht zu erhalten bemüht sind. Herr Brandes war ein wenig unruhig geworden und es hatte ganz den Anschein, daß er lieber früher ausgestiegen wäre, um, wie sich Frau Emilie dachte, dem lärmenden Schwarm der Gäste zu entgehen. Als nun jedoch der Wagen hielt, nöthigte sie den „Herrn Pastor" aufs Liebenswürdigste, zuerst amzust.igrn und laut, daß es Niemand entgehe, be- - 608 Erde gefüllt ist. Die Stecklinge sollen nicht über den Tops« rand hervorsehen. Ans den Topf legt man dann, nachdem die Erde leicht angegossen wurde, eine Glasscheibe nnd stellt den Topf ans Fenster. Rach wenige« Wochen werden die Stecklinge in dem stets mäßig feucht zu erhaltenden Erdreiche zahlreiche Wurzeln gebildet haben und dann müssen sts einzeln oder zu zweien in Töpfe gepflanzt werden. Man wählt hierzu eine recht kräftige Erde und etwa acht Centimeter weite Töpfe. Nutztorte. 200 Gramm Butter, 200 Gramm Zucker 300 Gramm durchgesiebtes Mehl, 4 Eier, V4 Liter kaltes Wasser, IV2 Tasse Wallnußkerne, 2 gehäufte Theelöffel Backpulver. Die Butter wird zu Schaum gerührt, der Zucker und darauf das Gelbe der Eier hinzugefügt. Nun kommt noch etwas Mehl und etwas Wasser darunter. Ist dieser gehörig vermengt, so rühre man die abgeriebene Schale einer Citrone, die recht fein gestoßenen Wallnußkerne und zuletzt den Schnee der vier Eier däzu, füllt die Butter in eine mit Butter ausgestrichene Form, läßt sie % bis eine 'Stunde in nicht zu heißem Ofen backen- Je öfter das Mehl gestebt wird, um so besser wird die Torte. Das Backpulver muß mit dem Mehl tüchtig vermengt werden. Der Teig muß so stark sein, daß dersebe ziemlich langsam aus dem Löffel läuft.] Literarisches W. Keimburg« gekammert« Roma«« ««b RoveAe«. Unter den Neuheiten des diesjährigen Weihnachtsmarktes nimmt ein Werk, das soeben im Verlage von Ernst Keils Nachfolger >n Leipzig erscheint, eine hervorragende Stellung ein. Es sind dies die gesammelten Romane und Novellen von W. Heimburg, die zu den beliebtesten Romanschriftstellerinnen der Gegenwart zählt. Es liegen uns die Lieferungen 31 bis 46 des Werkes vor, in denen die Erzählungen „Im Banne der Musen", „Die Andere" und der Roman „Herzenskrisen enthalten sind. Treffliche Illustrationen aus der Hand unserer besten Zeichner erhöhen den Werth der geschmackvoll aus gestatteten Bücher. In den schmucken Einbänden eignen sie sich vorzüglich als Festgefchmk, das zur Bereicherung der Hausbibliothek dient und namentlich den deutschen Frauen und Jungfrauen Freude bereiten wird. Das theuerste Modenblatt der Welt bietet nicht mehr, als der nur 1 Mk. 25 Pfg. vierteljährlich kostende „MoveN Talon , der über alle Moden aus Paris, Wien und London genau inforimrt Ist. Dieses Blatt enthält 16 bis 24 Seiten Mode-, Handarbeit und Unten haltungstheil und bringt in jedem Hefte ein farbiges Modekupfer. Außerdem liegt monatlich einmal die „Kinder-Mode" und einmal eine Schnittmuster- und Handarbeitsbeilage gratis bei. 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Vorbild. „Sie haben* sich zwei Turteltauben an- geschafft, Frau Nachbarin?" — „Ja, mein Mann soll fich ein Beispiel an ihnen nehmen!" dankte sie sich dann für die Ehre, die ihr der „Herr Pastor mit feiner Gesellschaft erwiesen. M Vetter Carl und die Mehrzahl der umstehenden Gäste batten diesen Vorgang ein wenig verdutzt mit angesehen; aber die Freude, seine lieben Verwandten bei sich zu sehen, herrschte doch vor und er begrüßte sie deshalb aufs Herzlichste, zugleich für ihr Kommen dankend. „Aber, bester Carl, erst kommt doch der alte Herr Pastor," raunte Frau Emilie aufgeregt dem Vetter zu, auf den alten, betreten dastehenden Herrn gerade in dem Augen- blick zeigend, als ihre einstige Intima mit gleißendem Lächeln auf sie zurauschte, um sie tiefbeglückend in die Arme zu ” Herr Brandes mußte ihre Geste bemerkt haben, denn er trat in diesem Augenblick, wie es schien, ein wenig verlegen vor, zog den Hut tief und machte eine ebenso tiefe Verbeugung vor dem jungen Gutsherrn:] „Verzeihen Sie, mein Herr, diese Herrschaften waren so liebenswürdig mich in ihren Wagen r» nöth gen, deshalb ... Und dann wollte ich mich auch entschuldigen, daß ich den ersten Zug leider versäumt habe. Aber hoffentlich macht es nichts. Ich bin nämlich der - Lohndiener, den Sie sich au» C. bestellt haben. Gemeinnütziges. Der Werth der Abhärtung. Aus Wien berichtet das dortige „Fremdenblatt": Prof. Dr Max Gruber kam in einer feiner letzten Vorlesungen über Hygiene aus die allzu- große Verweichlichung und Verzärtelung der Kinder zu sprechen, die namentlich jetzt, im Winter, ihre schädlichen Folgen zeige. Nichts fei schädlicher, als die übertriebene Aengstlichkeit in Bezug auf die Kleidung der Kinder. Man füllte die Kinder daran gewöhnen, daß sie nicht dauernd eine übertriebene dicke Kleidung tragen. Die Statistik lehre, daß die Kinder wohlhabender Leute relativ häufiger an Diphtheritis erkranken, als die Kinder armer Leute. Es fei nämlich sehr wahrscheinlich, daß bei dieser Krankheit die Erkältungszustände eine große Rolle spielen; nun seien aber die Kinder armer Leute gegen Erkältung mehr abgehärtet und daher hauptsächlich mehr gegen diese und auch andere Krankheiten geschützt, al» die überängstlich und übersorgfältig gekleideten Kinder. Darin liegt auch dar Geheimniß des Erfolges de» Pfarrers Kneipp, daß er gegenüber der Verzärtelung eine Reihe von Momenten einwirken lasse, die auf eine Abhärtung des Köpers und daher auf eine größere Widerstandsfähigkeit hinzielen. Eine der schädlichsten Reinigungsarten von Thüren, Fenstern, Fensterbrettern, Möbeln re. ist diejenige, die Scheuerbürste in eine Schmierfetfenlösung zu drücken und bann die Gegenstände damit zu reinigen. Von dieser stark ätzenden Seife, welche sich in kaltem Wasser nur schwer löst, bleiben in den Ecken Reste zurück, die in verhalt- nißmäßig kurzer Zeit sowohl Lack- als Oelfarben angreifen und somit den Anstrich zerstören. Wer Thüren und Fenster und ähnliches reinigen will, der löse 220 Gramm geschabte Kernseife in 3 Liter kalten Wassers auf und reinige mit dieser Lösung. Die Cnllur des Chrysanthemum im Zimmer. In den letzten Jahren macht fich mehr und mehr eine besondere Vorliebe für die aus Ostasten eingeführten und namentlich in England zu hoher Vollkommenheit gebrachten Chrysanthemum bemerkbar. Die im kühlen, ffrostfreien Raume aufgestellten Pflanzen werden im Januar in das Wohnzimmer gestellt und mäßig begossen. Sie sollen nur austretben, um Stecklinge zu liefern. Smd die Triebe etwa einen Decimeter lang, so schneidet man sie unter dem ersten Blatte ab und steckt sie in einen großen Topf, welcher etwa 5 Zentimeter hoch mit sandiger Rebaction: Ä. Scheyda. — Druck und Serios der Brühl'schen UniverstkBS-Buch- und Sttindruckerei (Pietsch & Sdjetjba) in töieSen.