f 20 bis 22 Liter ißt den Wein an in 2 bis 3 Tage» f 20 Liter Wein ß gut und bringt vorzüglich guten 5 Jahre lagern, othfall auch schon erbraucht werden. V2 Äito Jo» »erben gewaschen, Gabel von den Zucker, lege die 1 bei vorsichtigem ingsten zerkochen, orzellanenen Ein« bgelaufenen Safi n; erkaltet rühre ir. geziefer. Dar in den Städten sichel frischer und den Betten, um ,ird nach Angabe neuerdings zur Hautschmarotzsrn 1 Einreiben hörte Hausthieren der ögestorben. Auch >n 7 mit Milben -gegen 5 zweimal in vollkommener, scheu der Thiere te. Das Hanföl angezeigt, als es wie andere Mittel alter Landwirth welche bekanntlich em Erfolge ange« ieh. Im Garten en Erdflöhe, z. B. — Die Hanfspreu im Garten eine Fein unter« nervösen" Frau, fahren fort, Herr lebe Frau ist un> 1 Lieber, möchte st sie sichert" - nmerzienrath (zu „Nun, und wie irath — ich habe bedauere — dann --Zeitge« 1’ mich in meinen . . . . Muß mich mich erkundigen I ' um Angeklagten) 1 ueramt verübt zu; en?" - Ange« weil ich von dem rbe." icheyda) in Gießen. Unterhaltungsvlatt pini Gießener Anzeiger (General Anzeiger) 1 t ,u 1 1 ' - - 'k-. ^-rV- • X - r r* ' > _______________________________, w, --x ümOk'UßlältöN W ME I» UiiSvM Die Töchter des Popen. Roman von Marguerite PoradowSka. Deutsch von M. Pillet. (Fortsetzung.) In der That waren die hochschäftigen Stiefel der armen Irena furchtbar niedergetreten. „Nein, nein, keine Minute, keine Sekunde, Irena! Wenn wir zu spät kämen I" Langsam rückte die Nacht heran und hüllte sie in ihr schwarzes, feuchtes Leichentuch. Endlich erreichten sie bett Fuß des Hügels. „Hier ist es," murmelte das erschöpfte Weib und zeigte auf ein Licht, das ganz oben schimmerte. Der Pope und seine Frau beriethen noch vertraulich mit» einander über die Zukunft ihrer Kinder, als mehrere heftig gegen die Thür geführte Schläge dem Priester die Rebe abschnitten. Zu gleicher Zeit erwachte das kleine Wesen in der Wiege mit großem Geschrei. „Schnell, Thymostäus, nimm die liebe Kasinka," rief Diotyma, deren Hände in den Schnüren der Kinderwäsche verwickelt waren. „Ich thue es ja schon," sagte er, das winzige Ding heraushebend und kräftig schüttelnd; „aber scheint es Dir nicht, als wäre draußen geklopft worden? Still, jetzt ruft Jemand!" Wirklich unterschied man zwischen den rasenden Windstößen und dem schauerlichen Lärm, mit dem der Hagel gegen die Scheiben flog, deutlich die Stimme einer Frau, welche „Thymoftäus, Thymoftäus Jvaniski!" rief, während mit verdoppelter Kraft an die Thür geklopft wurde. „Ich muß doch nachsehen, was das sein kann," sagte der Priester und versuchte vergeblich seine Last irgendwo abzulegen. Da ihm Diolyma durchaus nicht dabei zu Hilfe kam, ging er mit dem Kinde auf dem Arm hinaus, um zu öffnen. Der Gang war durch ein dünnes Lichtstümpfchen spärlich erhellt. Der Priester tastete sich unsicher darin vorwärts und öffnete behutsam die Thür, welche nach dem Garten führte. Beim Schein der Blitze bemerkte er eine vom Regen durchnäßte Frau mit einem Knaben. »Was, Du bist es, Irena," sagte er etwas beruhigt und schloß die Thür geschwind wieder; „macht man um diese Stunde einen solchen Höllenlärm bei Christenmenschen?" Sie hatte sich ihm, ohne zu antworten, zu Füßen geworfen, seine Kniee mit beiden Armen umfaßt und versucht, ihm die Hände zu küssen. „Jakubek stirbt," murmelte sie, „eilen Sie, Ehrwürden; er verlangt nach Ihnen, er bittet Sie dringend, zu kommen." Der Pope, dessen Bewegungen einerseits durch die Frau, die sich krampfhaft an ihm festhielt, andererseits durch das noch immer wimmernde Kind behindert waren, befand sich in der größten Verlegenheit. „Es ist wegen der Papiere Jakubeks," fuhr Irena fort, „sie sollen nicht in Ordnung und seine Ehe ungiltig sein, weil der Frater, der sie getraut hat, nicht die Weihen empfangen hatte. Was weiß ich I Später ist Herr Thaddäus gekommen, hat den Verband angelegt und zu mir gesagt: „Geh', Irena, lauf' schnell zum Wohllhäter und bitte ihn, sofort zur Trauung herzukommen." „Ach, wa» erzählst Du mir da seit einer Viertelstunde? Ich verstehe kein Wort davon. Eine paffende Zeit und schönes Wetter, um von Hochzeit zu sprechen! Bist Du verrückt ?" „Nein, nein, Ehrwürden; Jakubek ist sterbend vom Brunnen heimgebracht worden, der Aermste, und es handelt sich um eine Heirath „as tremis“, Sie müssen das ja verstehen. Und wegen des Gelbes . . . Herr Thaddäus hat gesagt, er würde Alles bezahlen. Kommen Sie schnell, lieber Herr, denn der arme Mann ist sehr schwach und hat selbst so nach Ihnen verlangt. Wir sind ohne Aufenthalt gelaufen, das Kind und ich; sehen Sie meine Füße an; der Hagel machte uns fast blind; aber doch hätte ich einem Sterbenden diesen Dienst nicht abschlagen können." Bei diesen Worten öffnete sich die Thür im Hintergründe geräuschvoll; der Flur erhellte sich plötzlich und Diotyma er- schien mit einem Lichte in der Hand. Ihre erste Regung war, ihrem Gatten das Kind wegzureißen. „Bist Du toll, Tymoftäur? Ich rufe Dich seit einer Viertelstunde. Du willst wohl unsere Kasinka tödten? Und - 294 - da» nur, um Angelegenheiten der Gemeinde zu besprechen! Sag' doch den Leuten, daß sie morgen wiederkommen." „3a, natürlich, Irena, kommt morgen wieder," brummte der Pope, dem e» unangenehm war, vor den Beiden einen Verweis von seiner Gattin zu erhalten. „Jakubek wird wohl bi» morgen mit der seierlichen Handlung warten können. — So ist er immer. Fünfzehn Jahre lang hat man Zeit dazu und dann am letzten Tage schreit man wie ein Ertrinkender nach Hilfe." „Morgen wird e» vielleicht zu spät sein, Wohlthäter. E» geht ihm so schlecht!" Und da die Popenfrau, die noch immer in der Thür« öffnung stand, ungeduldig zu werden anfing, rief Irena, vor ihr auf die Kniee stürzend: „Erbarmen, Wohlthäterin, Er» barmen!" „Dich, Irena," sagte die Frau trocken und sah fie dabei scharf an, „Dick kenne ich. Du würdest viel besser daran thun, Dich um Deine eigenen Sachen zu kümmern, anstatt Dich in Anderer Angelegenheiten zu mischen. Es ist mir zu Ohren gekommen, daß der Müller fich viel zu viel um Dich herumdreht." „Ehrwürdige Frau," murmelte da» arme Weib, „hören Sie, Jakubek stirbt! Er ist ja nur, damit seine Frau und sein Kind ihre Papiere in Ordnung haben; sehen Sie, da» ist Janek, ihr einziger Sohn, ein gute» Kind; damit er einen Namen hat! Ach, ich bitte Sie, lasten Sie anspannen! Der liebe Gott wird es Ihnen lohnen!" Der Priester stand rathlo» zwischen dem Wunsche, einer Regung der Menschlichkeit nachzugeben und der Furcht vor einer häuslichen Scene. Seine kleinen verschmitzten Augen richteten sich fragend auf seine Frau. „Nein, nein, Thymoftäu», es ist unmöglich," rief diese mit herrischer Stimme, „das werde ich nie erlauben, es wäre eine Thorheit bei solchem Wetter. Glaubst Du, ich hätte Lust, Dich zu pflegen, wenn Du morgen an einer Lungen« entzündung krank liegst? Merkst Du denn nicht, wie es draußen aussieht?" In der Thal tobte das Gewitter immer fürchterlicher; der Donner rollte und Blitze zuckten am schwarzen Himmel. „Die Leute vergessen allzuleicht, daß der Geistliche Anderes im Kopfe hat als ihrs jämmerlichen Geschichten und daß er sich vor Allem für seine Familie erhalten muß." „Wenn e» der römische Pfarrer in Sambor gewesen wäre," sagte die Bäuerin mit Bitterkeit, indem fie sich bleichen Angesicht» erhob, „der würde nicht gezögert haben. Er ist Tag und Nacht zu jeder Stunde bereit für seine Pfarrkinder; da« hat man recht gesehen während der Cholera." „Du bist unverschämt, Irena," schrie die wüthende Popadia, „ei ist mir sehr gleichgiltig, was die römischen Priester thun. Sie sind frei, ohne Familie; aber bei uns ist es etwas Anderes; ein Familienvater darf fich nicht der Gefahr aussetzen." Bi» jetzt hatte sich Janek ruhig verhalten and leichenblaß, mit funkelnden Augen und zusammengebiflsnen Zähnen die Entscheidung de» Geistlichen abgewartet; aber bei der bestimmten Weigerung der Popadia röthete sich sein Gesicht vor Entrüstung, und der ganze, seit langer Zeit in seinem jungen Herzen angehäufte Schmerz brach plötzlich los. Wie ein Rasender stürzte er sich auf bett Popen, klammerte sich mit allen Kräften an dessen Rock und schrie mit einer Stimme, die bald dar ganze Hau« in Aufstand versetzte: „Sie müssen kommen, Sie müssen kommen! Sie können den Vater nicht sterben lassen! O, Gott wird Sie strafen!" Der Pope, der einen Augenblick von dem plötzlichen Angriff wie betäubt gewesen war, wurde feuerroth und indem er den Knaben um den Leib faßte wie ein Bündel Schilf, schrie er: „Seht doch den Verrückten, er will mir Vorschriften machen, auf meine Ehre! Warte nur, Du Grünschnabel, ich werde Dich zur Vernunft bringen!" Und er hielt trotz allen Ausschlagens und Strampelns einige Minuten lang den dreisten Burschen in der Luft, der die Kühnheit gehabt hatte, sich an seiner heiligen Person zu vergreifen. Dann öffnete er die Thür de» Pfarrhauses, setzte den jungen Empörer ohne Weiteres auf den Weg, stieß die Frau hinterher und kehrte in seine Wohnung zurück. Zuerst saß Janek ganz betäubt auf dem nassen Erdboden; die kalten Regentropfen gesellten sich zu den brennenden Thränen auf seinen Wangen. Balo aber erfaßte ihn die Wuth nochmal»; er stürzte sich wie ein Rasender auf die unerbittlich verschlossene Thür und fing an, mit aller Kraft seiner Fäuste und seiner Füße dagegen zu trommeln und die Schläge mit Geschrei und Schimpfreden zu begleit n. Das Geräusch von losgemachten Ketten, wüthende« Hundegebell und eine Donnerstimme erschollen durch die Nacht. Da klammerte fich Irena angstvoll an bett Knaben und zog ihn mit Aufgebot aller ihr noch gebliebenen Kräfte fort. „Komm', laß uns gehen, wir werden ihr Herz doch nicht erweichen; die Großmutter hatte Recht." Ihre Heimkehr war traurig. Als der Sterbende sie allein wlederkommen sah, hob ein tiefer, schmerzlicher Seufzer seine Brust und er sagte: „Gotter Wille geschehe!" Am anderen Tage zu früher Stunde hielt die Britschka des Popen vor der Thür der Hütte. Der Wind hatte den Boden getrocknet. Ein frischer Geruch von feuchten Blättern und Blüthen stieg au» den Büschen und Wiesen auf. Die Sonne lachte am wolkenlosen Himmel und auf dem alten Birnbaum, unter dem da» Häuschen stand, sang eine Meise ihr Lied. Der Pope war abgestiegen; aber beim Anblick der aus der Schwelle kauernden Greisin, die an einem blendendweißen Hemd nähte, über dessen traurige Bestimmung er nicht im Zweifel sein konnte, kletterte er schleunigst wieder in seinen Wagen. Die Alte erhob sich bebend, drohte ihm mit der mageren Faust und murmelte zwischen den Zähnen: „Elender Schurke, Du!" In der That waren schon mehrere Stunden verflossen, seit de» armen Bergmann« schlichte Seele in Gottes Hände zurückgekehrt war. III. Thaddäus, der Oberförster des Grafen Wladimir Dobro« wolski, bewohnte am Rande der Walde« ein amnuthiM Häuschen, das zierlich mit durchbrochenen Balcons geschmückt und im Sommer von einer ganzen Wildniß bunter Blumen, Petunien, Geranien u. s. w- umgeben war. Man sagte, der sanfte, friedliche Mann sei au» der Fremde eingewandert und habe früher im Reichthum gelebt. Welcher Art war seine Vergangenheit? Durch welche Ketten von Leiden war er veranlaßt worden, die Menschen zu fliehen, sogar seinen Namen zu ändern und fich tief in die Einsamkeit der Wälder zu vergraben? Niemand wußte es. Wenn seine Seele früher die grau- samen Kämpfe des menschlichen Lebens durchgemacht hatte, so ging sie jetzt ganz auf in Barmherzigkeit und allgemeiner Nächstenliebe. An den armen Bewohnern der Berge und den Bäumen de« Waldes hing sein ganzes Herz. Seit mehr al« zehn Jahren bemühte er sich, Licht in die dunklen Köpfe der Kinder zu bringen: Er lehrte sie Lesen, Religion, Geschichte und flößte ihnen besonders Liebe zum Vaterlands ein. Vor drei Jahren hatte er zufällig am Rande eines Ge» Hölze» Janek, den Sohn der Brunnenmachers, getroffen. Das zerlumpte Kind versuchte gerade ein Nest aurzunehmen. „Pfui, Kleiner, wirst Du wohl die armen Thiere in Frieden lassen I Warum bist Du nicht in der Schule?" „Wir gehen schon lange nicht mehr hin!" „So und weshalb nicht?" „Weil der Lehrer .... er hat fich erhängt und die Schule ist geschloffen worden." Thaddäus kannte die Langsamkeit und da« Formenwesen der Behörden. „Sag', Kleiner, willst Du von morgen an zu mir kommen? Ich werde Dir Stunden geben." Der Knabe verzog das Geficht. Er fand, daß die süße 295 Ungebundenheit, die ihm die Gemeinde so großmüthig auf» drängte, bei Weitem vorzuziehen sei. In dem Gesicht des Oberförsters lag jedoch etwas so Anziehendes, daß er stch den anderen Tag um die festgesetzte Stunde freiwillig unter die Zuchtruthe seines neuen Lehrmeisters stellte; und nach und nach hatten stch die Beiden so eng aneinander angeschlossen, daß es bei dem Tode des Brunnenmachers natürlich erschien, als stch das Kind ganz bei seinem Beschützer einrichtete. Der Oberförster fing jetzt an, ihn in fein eigenes Fach einzuführen; er lehrte ihn, die Holzarten, die nützlichen Thiere und schädlichen Pflanzen unterscheiden. Janek war in sein fünfzehntes Jahr eingetreten. Von Natur ein fröhliches, stürmisches, begeisterungsfähiges Kind, war er feit dem Tode feines Vaters schweigsam geworden; er ließ stch gern am Fuße einer Eiche nieder und vertiefte stch in finstere Gedanken, während sich feine Augen auf das wogende Blättermeer über ihm hefteten. Unablässig verfolgte ihn der Gedanke, daß feine Eltern keine „Papiere" hätten. Das rief in ihm ein solches Gefühl der Scham und Qual, ja, der Wuth hervor, daß er manchmal nahe daran war, feinen armen Eltern wegen ihrer Sorglosigkeit zu zürnen. Deshalb also hatte man ihn oft mit mitleidigen Blicken angesehen; er war ja nicht wie die Anderen! Er war bekannt im Dorfe! Das Blut stieg ihm in's Gesicht und er biß sich heftig auf die Lippen, wenn er an das verächtliche Lächeln dachte, das die kleinen Töchter des Popen für ihn hatten, so oft sie ihm begegneten; sie wußten es also auch! Alle Menschen wußten es! ... Ach, es war schrecklich! Wie er ihn deshalb verwünschte, diesen Tymoftäu«! Bei dem Gedanken an denselben drohte ihn ein Gefühl grimmigen, dumpfen Hasses zu ersticken und die grünen Matten vor seinen Augen schienen eine blutrothe Färbung anzunehmen. Eine» Tages, als er einige Schritte vom Forsthause entfernt beschäftigt war, einen Pfahl zu behauen, hörte er ein durchdringendes Geschrei und warf eiligst sein Werkzeug hin. Auf der Straße sah er Binia, die zweite Tochter des Geistlichen, ein mageres, braunes Kind, weinend herbeigelaufen kommen; sie wurde von einem unverschämten Bedienten aus dem Schlosse verfolgt, der sie Popadianka, Popentochter, schalt, was ein Ausdruck der Verachtung in jener Gegend ist. Da sie die Thür de» als gastlich bekannten Hanfes weit offen stehen sah, wollte stch das Mädchen hineinflüchten; aber Janek stürzte sich mit hochgerötheten Wangen auf die Schwelle und versperrte ihr den Eingang. „Du wirst nicht hineinkommen, kleine Unglückspopin," schrie er, „und Du kannst Deinem Vater sagen, daß Hans, der Sohn Jakubeks, Dich zur Thür hinausgeworfen hat." Er hatte noch nicht ausgesprochen, als sich eine feste Hand äuf feine Schulter legte und ihn kräftig schüttelte. „So, Du glaubst wohl hier Herr zu sein?" fragte der Oberförster mit gerunzelter Stirn. „Geh' zu Deiner Arbeit und misch' Dich nicht in Sachen, die Dich nicht» angehen. Da» sind also die hohen Gefühle, über die Du so lange nachgedacht hast, und ich glaubte Dich ganz eingenommen von dem Schmerz um den Tod Deine« Vater». Du findest es wohl sehr ruhmvoll, sich für Beleidigungen zu rächen? Der erste beste elende Mensch ist dessen fähig! Geh', Du thust^mir leid!" Ohne stch weiter um den Burschen zu kümmern, wandte er ihm den Rücken, führte da» kleine Mädchen in da» Haus hinein und brachte es, nachdem er es völlig beruhigt hatte, unter sicherer Führung auf den Weg nach dem Pfarrhaufe. Hans machte sich auf weitere Ermahnungen, auf Zornes- ausbrüche gefaßt; aber fein Herr begnügte sich damit, ihn bei der Arbeit zurechtzuwetfen und sprach kein Wort mehr davon. Diese Gleichgiltigkeit brachte Janek zur Verzweiflung und schien ihm schlimmer als die härteste Strafe, denn er sah darin eine bittere Verachtung feines Betragen«. Nun, feine Mutter und Großmutter würden ihn sicher ganz anders be» urtheilen. Der Wunsch, ihnen fein Leid zu klagen, wurde so unwiderstehlich, daß er sich mit Einbruch der Nacht, während der Oberförster sich beim Schein der Lampe in ein Buch vertiefte, auf dunklen Waldpfaden nach Hause schlich. „Herr Gott, das ist ja unser Junge! Warum kommst Du zu so später Stunde, mein Sohn?" Und als er seine Erzählung beendigt hatte, sagte die Mutter: „Komm', laß Dich umarmen! Ach, der tapfere Kerl!" Und dann rief die Großmutter mit ihrer verrosteten Stimme: „Recht so, recht so! Man sieht, daß Du mein Blut in Deinen Adern hast. Diese Leute können nicht genug gekränkt werden." Aber als Hans eine Stunde später allein im Stalle unter seinem Heubündel kauerte, quälte ihn doch eine dumpfe Unruhe. Wer hatte denn Recht, die beiden Frauen in ihrer Liebe für ihn oder sein Herr? Sein ehrliches Gewissen sagte es ihm wohl und er schlief sehr bekümmert ein. IV. Auf das Familienleben im Pfarrhaufe war ein Schatten gefallen. Der Pope und feine Gattin hatten auf die Geburt eines längst ersehnten Sohnes gehofft; anstatt dessen waren ihnen zwei kleine Töchter befcheert worden, so daß sich die Anzahl der jungen Popadiä» jetzt auf ein halbes Dutzend belief. Tymoftäus zerbrach sich den Kopf darüber, wie er später eine so zahlreiche Töchterschaar ohne Mitgift verheirathen sollte. Wenn sie noch hübsch gewesen wären! Aber außer der Nettesten, einer rostgen, rundlichen Blondine, war Eine immer magerer und schwarzbrauner als die Andere. Nun, da es einmal so war, so sollte auch Alles für die Eine geopfert werden, für Sofronya, die Schönheit. Sie hatte Alles, elegante Toiletten, Unterricht auf der Guitarre und dem Flügel, französische Stunden; sie war sogar zwei Jahre in dem Pensionat der Diaconissen in Czernowitz; sie allein wurde auch geliebkost und verhätschelt. Auf diese Weise war Binia, die Zweite, systematisch geopfert worden. Höchstens war sie gut genug, um die vier Jüngsten umherzutragen, zu warten und ihnen die Nase zu putzen; kaum, daß fie lesen und rechnen konnte. Ihr kleine», entsagungsvolle» Gellcht und ihre großen, traurigen Augen hatten Thaddäus gerührt. „Wollen Sie sie nicht zu mir schicken, wenn auch nur auf zwei Stunden in der Woche?" hatte er ihren Vater gefragt. Der Pope, der niemals eine Gelegenheit versäumte, eine Sache auszunutzen, die ihn nichts kostete, nahm das Anerbieten an. „Meinetwegen, aber nur Sonntags," sagte er, „denn sie muß arbeiten, wir können sie zu Hause nicht entbehren." Als Janek nach einigen Tagen des Schmollens zu feinem Herrn zurückkehrte, war er unangenehm überrascht, auf einem Schemel der Veranda die kleine Binia sitzen zu sehen, die dem Oberförster 'einen Abschnitt aus der biblischen Geschichte aufsagte. Dieses Vorgehen von Seiten des Herrn Thaddäus schien ihm eine direkt an ihn gerichtete Herausforderung zu fein. Aber er mochte auf die verschiedenste Art protestiren, das Haus zu den Stunden, wo das kleine Mädchen kam, auffällig meiden oder so thun, als ob er ihre Anwesenheit gar nicht bemerkte, wenn er einmal gezwungen war, mit ihr zusammen zu fein: Es gelang ihm nicht, den Oberförster zumAeußersten zu treiben; dieser begnügte sich, ihn mit ernstem, fast traurigen Gesicht anzusehen und schien seine kleinen Kunstgriffe durchaus nicht zu bemerken. Des Kampfes müde, sing der Knabe endlich an, stch zu beruhigen; dennoch bewahrte er, immer wieder angereizt durch feine Mutter und Großmutter, in seinem innersten Herzen einen dumpfen Groll gegen den unkten Priester und seine Familie. Janek wuchs zusehends. Jeden Tag weihte ihn Thaddäus mehr in die Geheimnisse feines Faches ein; er schickte ihn sogar oft auf einen Rundgang durch den Forst und konnte ihm endlich eine Flinte in die Hand geben. (Fortsetzung folgt.) ~ 296 -- Gsineinnütziges. Milch als Löschmittel kleiner Petroleumbrände. Die „Deutsche Chemikerzeitung" bringt über diesen Gegenstand folgende Mittheilung: „Wenige dürften wissen, welches Vor« gehen gegen Petroleum am sichersten wirkt, daher es hier am Platze fein mag, folgenden Fall zu erwähnen. Bei einer Familie warf ein Dienstmädchen aus Unvorsichtigkeit eine brennende Petroleumlampe um. Man versuchte alles Mögliche, um das Feuer zu löschen, bis endlich, als gar nichts helfen wollte, das Dienstmädchen einen Topf mit Milch ergriff und ihn über die Flamme ausgoß, welche sofort erlosch. Auf Grund dieser Wahrnehmung stellte man weitere Versuche an. Ein flacher Teller wurde drei Millimeter hoch mit gewöhnlichem Petroleum angefüllt und angezündet. Der lebhaft brennenden Flamme konnte man durch Aufgießen von Wasser nicht beikommen, wogegen das inzwischen kräftig lodernde Feuer bei Anwendung von Milch sofort verlöschte. Auf einem Bretterboden befindliches brennendes Petroleum war mit Wasser zu löschen, aber wirksamer erwies sich auch hier die Milch, welche das Feuer sogleich erstickte; auch bei demselben auf einem Cementboden vorgenommenen Versuch zeigten Wasser und Milch dem bren« nenden Petroleum gegenüber das nämliche Verhalten. Es scheint daher, daß Milch unter gewissen Bedingungen ein wirksames Mittel zum Löschen kleiner Petroleumbrände darstellt, namentlich dann, wenn das Petroleum in einem begrenzten Raume brennt, wo es nicht auseinanderfließen kann." ♦ ♦ • Kleider bürsten immer rein zu hatten. Die eben gebrauchte Bürste reibe man jedes Mal gegen ein reines Papier, welches man mit einer Hand gegen die scharfe Kante eines Tisches hält, so lange, bis das Papier, welches man beim Reinigen immer verschiebt, rein bleibt. Dies ist in wenigen Augenblicken geschehen. Man schont hierdurch die zu reinigenden Kleidungsstücke; oft leiden die Kleidungsstücke durch die unreinen Bürsten mehr, als vom Gebrauche und vom Staube, und das viele Auswaschen mit Soda oder Seife ist denselben auch nicht zuträglich. * « * Wie werden Kautschukschläirche reparlrt? Gegen das Sprödwerden der Kautschukschläuche ist es vor allem wichtig, die Schläuche an einem Orte aufzubewahren, der keinen großen Temperaturschwankungen unterworfen ist. Kleinere Löcher werden mit Terpentinöl umstrichen und mit einem Stück erweichter Guttapercha, welche» man mit einem heißen Eisen glatt streicht, verschlossen. Bei einiger Uebung kann man die Reparatur an den Schläuchen selbst sehr hübsch ausführen und die Zeit der Brauchbarkeit derselben wesentlich verlängern. » * ♦ Praktische Mittel zum Reinigen und Waschen der Kleider. Da man sich durch wirksames Reinigen der Kleider vor manchen Nachtheilen schützen kann, so seien nach dem „Text. Col." folgende Reinigungsmittel empfohlen. Seidene Sachen können in der Weise neugewaschen werden, daß man diese Eigelb wie mit Seife behandelt, dann in lauwarmem Wasser rein wäscht, kalt spült und trocknet. Um den Glanz wieder zu geben, kocht man sich eine dünne Appretur aus Traganthgummi und Flosamen, die man über Nacht zu gleichen Theilen in Wasser eingeweicht hat, bestreicht damit den Stoff und rollt ihn zwischen zwei weichen Tüchern bis er trocken ist. Zum Re'nigen wollener Sachen vermischt man '/z Liter Ochsengalle mit 4 bis 5 Liter kochendem Wasser, rührt, bis die Mischung abgekühlt ist, wäscht die Waare darin rasch aus, spült, trocknet im Schatten und plättet noch feucht auf der linken Seite. Für wollene Beinkleider verwende man reichlich Seife und heißes Wasser, jedoch muß man sich hüten, die Seife einzureiben. Man spüle lauwarm, wenn möglich, benutze man Regenwaffer ober anderes weiches Wasser Schwarze wollene oder seidene Kleidungsstücke, die durch Staub und Regen verdorben sind, werben 24 Stunden in kalter Wasser gelegt, oder eine Stunde in Wasser, das etwas Ammoniak enthält; man spült, läßt trocknen und plättet aus der linken Seite; oder man wäscht mit 125 Gramm Panama« rinde auf 1 Liter Wasser. Haben schwarzwollene Sachen Stockflecke, so bürstet man sie mit einer Abkochung von Seifenwurzeln und Blauholzschnitzel, trocknet und plättet feucht. ♦ * Honigttmonade. Ein liebliches, kühlendes, belebender Getränk bereitet man sich, wenn man auf 1 Eimer Wasser 500 bis 750 Gramm Honig nimmt, beides mit einander erhitzt, darauf im offenen Eimer angähren läßt — war man durch Zusatz von etwas Bierhefe schnell erreicht — und gleich am ersten Tage nach eingetretener Gährung die Masse auf Mineralwssserflaschen füllt, diese gut verkorkt, verbindet und dann in einen kühlen Keller stellt. Nach Magen ist dar vorzügliche Getränk genießbar. V-riEchter. Höchste Seltenheit. Erklärer (imRaritätencabinet): »Hier, sehen Sie, meine Herrschaften, zwei Steine au» Trans« vaal." — Herr: „Was ist denn daran so Merkwürdiger?" — Erklärer: „Nun, Sie wissen doch, daß dort die ganze Erde voller Gold steckt." - Herr: „Ach so, das sind goldhaltige Steine?" — Erklärer: „Im Gegentheil, es sind die einzigen beiden Steine aus Transvaal, in denen nicht eine Spur von Gold vorhanden ist!" * * * Abgelehnt. Glühlichtagent (sehraufdringlich): „Alle Ihre Concurrenten haben unser Glühlicht eingesührtl Ich sage Ihnen die Helligkeit ist collossal!" — Ladeninhaber: »Lassen Sie mich nur unbehelligt!" » • Praktische Wissenschaft. Frau: „Aber Männchen, war machst Du denn da? Du solltest mir doch den Truthahn tranchiren." — Professor: „Ja, ich photographire ihn eben mit X-Strahlen, um mich über das Knochengerüst zu orten« tiren!" Literarisches Sommermoden. Die practische und kleidsame Richtung der modernen Toilette wird auch noch diesen Sommer die Herrschaft behaupten. Man componirt Jäckchen und Blousentaillen aus Atlas- Satm, Waschcrope, Creton, Mousseline, Leinen, Batist und Rohseide; nur aus Piquo werden englische Kleider hergestellt. Die eben veröffentlichte Nr. 17 der „Wiener Mode" erscheint als Waschkleid-Heft und bringt über 20 neucomponirte Toiletten aus diesen saisongemäßen Stoffen und viele andere Kleidungsstücke und Handarbeiten. Diesem Hefte liegt auch die „Wiener Kinder-Mode" und ein Schnittmusterbogen gratis bei. Einzelne Hefte zu 45 Psg, sind in allen Buchhandlungen erhältlich. Abonnement per Quartal 2 Mk. 50 Pfg. Leidenschaft. Ein schönes Kind voll wilder Kraft, Genährt am Busen der Natur — Der Mensch, der nennt es Leidenschaft — Folgt liebesehnend deiner Spur. Unbändig ist's und schwer zu zähmen, Verspottet der Gesellschaft Form, Nach Lust zu geben und zu nehmen Ist ihm Gesetz allein und Norm. Willst du es Zunft und Sitte lehren Da läuft es fort und lacht dich aus, Doch willst du seines Arms dich wehren Dann rüste dich zum blut'gen Strauß. Satyr. Redaction: A. Sch-Yda. — Druck und Verlag der Brühl'schen UnWerfiMS-Buch- und Steindrnckerei (Pietsch L Scheydas in Gießen. ( Roman i Ai mal vo: Binia s Schwest Pilze sc »e überhau er, inbe Wald h schöpfche Di schnell ii Es Himmel dar Pa Da niedrig hoch ans weißen zurücklas spitzen b Ja, Schulter Bursche Aurdruö dem ein Frt er athlw von ihn Zeitpunk lag nicht zulängM im Regii Fri er sich u