inuten nach elf besitzer, der als »füllte. W stichelte öirth. Ein fall, hlummerpunsch" in auch grollend, ar Herren auf — weil eben S bitte ich mir Also das Hei- eigentlich ver« sche--na, rute längst ein - flottes Ding, ffe l Frisch - lerwetter. Ich fei, das Mädel m Weihnacht»« i. Wie das so auf ein Nach» ger Festzauber chlittengeklingel ibernacht. Ich e sie sein, denn $ bischen Frost« Bin." Unterhaltung»« leisten Schnurr' frum 'mal die üchse" eine in in die Wolfrum l legen mußte, im Störenfried in Satzungen. c olymphaften ühl, sage ich Iihren neben tig ist, durch i ä peu 'was maßen an den ich das liebe if, still, unbe» Buchhalter) : rathen? Ich an eine Auf« n." — Buch- ir unser Aus- re Schwieger- ge Schwieger» »Ihre Frau in Gießen. Pl Nr. 36 LomieMag dm 26. M,z 1896. Lmilisulstäkter iskönsr Unterhaltmigsblatt ?um Gießener An?riger (Oeneral-AnMer). fei 6~ Schwester Ilse. Roman von Clarissa Lohde. (Fortsetzung.) „So beurtheilen Sie diese Miß Graham," rief Pastor Seiffard, „und wollen Wolf doch nicht warnen?" „Es wäre ganz vergeblich, wenn ich es thäte, Herr Pastor. Auf Warnungen hört die erregte Leidenschaft nie« mals. In solchem Falle kann nur noch die eigene Erfahrung wirken und diese kommt gewöhnlich zu spät, wie bei meinem armen Vetter Axel." „Doch nicht zu spät! Es war ja ein Glück für ihn, daß aus der Helrath nichts geworden ist." „Das wohl; aber was er innerlich dabei eingebüßt hat, wie Manches seitdem anders in ihm geworden ist, bas weiß ich am besten." Man war in der Nähe des Schlosses angelangt. „Sie haben also keinen Rath?" fragte er noch einmal hastig leise. „Einen Rath nicht, doch lassen Sie uns hoffen, daß Wolf die Erkenntniß von selbst kommen werde, durch Andere wird er sie nicht gewinnen. Darf ich denn Ihre Ilse kennen lernen?" »Ich hoffe, daß sie sich in kurzer Zeit so weit erholen wird, um ein Zusammensein in meinem Hause mit Ihnen ermöglichen zu können." „Aber bald, lieber Herr Pastor, denn ich reise in den nächsten Tagen ab." „Wie, Sie gehen von hier fort?" „Meine Arbeit ist vollendet." „Ah, da gratulire ich!" Der Graf trat den beiden Ankommenden lebhaft entgegen. „Ihre Porträts machen wahrhaft Furore, Fräulein Altwiel," redete er sie schon von Ferne an. „Meisterwerke, wirklich Meisterwerke. Wollen Sie dieselben sich nicht auch ansehen, Herr Pastor?" „Natürlich gern, Herr Graf." Er ließ sich von dem Grafen unter dem Arm nehmen und nach dem Gartensaal führen, in dem die Gemälde zur Ansicht aufgestellt waren. Eine Anzahl von Damen und Herren stand vor denselben und erging sich in Ausdrücken der Bewunderung und Anerkennung. Der Pastor bemerkte Axel darunter und hörte ihn laut und emphatisch sprechen: „Nicht wahr, so etwas sieht man selten aus zarter Damenhand her- vorgehen? Ich darf wohl auf meine Jugendfreundin stolz fein!" „Wahrhaftig ein Meisterstück," versicherte man darauf. „Und welche frappante Aehnlichkeit! Wirklich famos, die Herren Maler dürfen diese Concurrenz fürchten. Wo ist aber die Künstlerin, daß wir ihr selbst unsere Anerkennung ausdrücken?" Alles sah sich um. Käthe hatte sich still entfernt. „Ha, so ist sie," meinte Axel, als er an des Pastor- Seite den Saal verließ. „Wo ihr Lob erschallt, da ist sie nie gegenwärtig. Ein seltenes Mädchen, die Käthe, der man so nahe stehen muß wie ich, um sie ganz näch ihrem Werths schätzen zu können." Der Pastor nickte still zustimmend. Innerlich aber dachte er: Ob diese Werthschätzung wohl weit genug geht, um ihn zu bewegen, sie für's Leben an sich zu fesseln? Nach dem, was er von Frau von Bellin gehört, mußte er daran zweifeln. Und doch, was spricht die Welt nicht Alles, wie viel Ungereimtes? Freilich, nach der äußeren Seite hin war eine Verbindung mit der jungen Comteß Walden für den Legationsrath um vieles lockender, und war er der Mann, die Vortheile einer glänzenden Zukunft aus den Augen zu fetzen und allein dem Herzen zu folgen? Diese Fragen ließ der Pastor heute noch offen, sie konnten erst von der Zukunft beantwortet werden. XX. Ilse hatte sich so weit gefaßt, daß sie sich entschloß, dem Wunsche des Pastors nachzukommen und ihn in seinem Hause auszusuchen. Die beiden Töchter, Elsbeth und Meta, waren außer sich vor Freude und wußten gar nicht, was sie ihrer lieben Ilse anthun sollten. Meta hatte die schönsten Früh- lingsblüthen aus ihrem Garten zu einem Sträußchen zusammen- gebunden und Elsbeth ihren Stuhl am Kaffeetisch und ihre Taffe mit einem Gerank umwunden. Und nun ging das Fragen und Erzählen an und der Pastor betrachtete lächelnd dis anmuthige Gruppe, die Ilse mit seinen kindlich blühenden Töchtern bildete, die eben Beide mit weitgeöffneten Augen und vor Aufregung glühenden Wangen der Beschreibung des Osterfestes in Corfu lauschten. „Ach, [rote das eigen sein muß," rief Elsbeth begeistert, „fo um die Osterzeit, wenn hier noch kauur die ersten Blättchen an den Bäumen sprießen oder gar noch Schnee auf den Bergen liegt, unter blühendem Lorbeer, Myrthen und Orangen zu wandeln, der Nachtigall zu lauschen und das Christusbild unter blühenden Rosen gebettet zu sehen. Und dann des Nachts die Procession mit den brennenden Kerzen und das wunderbare Meer und der Himmel mit seinem goldigglänzenden Monde, der doch hier auch von unseren Dichtern immer nur als der silberne Mond besungen wird, ach, Ilse, bist Du zu beneiden I" Ilse nickte, aber ein so trübes Lächeln lag dabei um ihren Mund, daß es dem Pastor an's Herz ging. „Quält unsere Ilse nicht länger mit Fragen," unterbrach er nun das Geplauder der Mädchen, „ich habe so wie so mit ihr allein zu sprechen." „Ach, schon wieder allein, Papa? Wir haben sie kaum ein Stündchen erst für uns gehabt." „Ihr Unersättlichen," mahnte nun auch die Mutter, „und wenn die Ilse den ganzen Tag hier wäre, Ihr hättet doch nicht genug. Kommt jetzt, setzt Euch die Hüte auf, wir wollen Fräulein Altwiel entgegengehen, die um diese Stunde kommen will, von uns Abschied zu nehmen." Die Mädchen gehorchten, wenn auch mit betrübten Mienen; dann war Ilse mit dem Pastor allein. „Sie haben mir noch etwas mitzutheilen von Wols?" fragte sie, mit zagendem Blick zu dem Pastor aufsehend. Vermochte sie doch seinen Namen selbst nicht ohne innere Bewegung auszusprechen. Und was konnte ihr von dort auch Anderes kommen als Aufregendes, Schmerzliches? „Justizrath Heldreich war gestern Vormittag bei mir!" „Ah so, der Scheidung wegen!" Trotz aller Selbstbeherrschung konnte sie es doch nicht verhindern, daß die Farbe auf ihren Wangen wechselte. Der Pastor faßte ihre Hand und sah ihr theilnehmend in die Augen. „Nicht gerade deshalb. Er hat einen Brief von dem Baron empfangen und bat mich in seinem Auftrage um meine Vermittelung bei der Ordnung der pecuniären Frage und ich habe diese Vermittelung gern übernommen, da ich weiß, wie Dir das Alles jetzt peinlich sein muß. Willst Du mir die Erlaubniß geben, für Dich das Nöthigs nach bestem Ermessen abzumachen?" Ilses Lippen zitterten, sie war ganz bleich geworden. „Herr Pastor, für mich giebt es keine pecuniäre Frage in dieser Angelegenheit. Ich habe den Baron des damals mir von ihm freiwillig gegebenen Wortes entbunden, damit ist für mich Alles erledigt. Ihm bleibt es überlassen, die Schritte zu thun, die zur Lösung der Ehe nothwendig sind." Der Pastor schüttelte den Kopf. „Nicht so, liebe Ilse; ich begreife, daß Du so fühlst und daß es Dir nicht leicht wird, von dem Manne, der Dich in tiefster Seele verletzt hat, etwas anzunehmen. Aber Du darfst dieser empfindsamen Regung nicht nachgeben; darin stimme ich Deiner Mutter vollkommen zu. Uebrigens handelt es sich vorläufig noch gar nicht darum, war der Baron bei einer etwaigen Scheidung Dir zuzubilligen hat, sondern um die Mittel, die er Dir jetzt zur standesgemäßen Lebensführung zur Verfügung zu stellen gedenkt, bi» die Differenz zwischen Euch so oder so gelöst worden ist." „Sie können doch unmöglich glauben, daß ich jetzt noch, nach unserer Trennung, auch nur einen Pfennig von ihm annehmen würde? ' fiel sie ihm ziemlich heftig in'sWort. „Ich weiß ja, daß ich, obwohl den Namen seiner Gattin tragend, ihm doch nie etwas Anderes als eine Pflegerin gewesen bin. Diese meine Leistung ist beendet, ich habe damit nichts mehr zu beanspruchen." „Sei nicht thöricht, Ilse I Ich bitte Dich, sieh' die Dinge einmal so an, wie sie sind und stelle Dich nicht auf einen so hyperidealistischen Standpunkt. Mag er Dich betrachtet haben als was er will, frctifch bist Du seine Gattin, für deren Unterhalt er die Pflicht hat zu sorgen." „Unter gewöhnlichen Verhältnissen gewiß!" wiederholte sie. „Bei mir ist er aber etwas durchaus Anderes. Sie wissen ja überdem, daß ich, sobald ich von den Gründen gehört, die den Baron zum Eingehen der Ehe mit mir veranlaßt haben, fest entschlossen war, weder die mir zugedachtr Erbschaft anzutreten, noch unsere Ehe al» eine für's Leben bindende zu betrachten, im Falle er gesund werden sollte." „Aber das ist ein Unding. Ja, wenn Du reich wärest! Doch Du bist es nicht und selbst wärest Du nur seins Pflegerin gewesen, so hättest Du doch auch ein Anrecht, für Deine Dienste ein Aequivalent zu erhalten, das dem Vermögsnsstande des Barons entspricht." „Ich habe viel von ihm empfangen, mehr als ich je unter anderen Verhältnissen hätte beanspruchen dürfen. Und nun, lieber Herr Pastor, bitte, dringen Sie nicht weiter in mich, Sie wissen, wozu ich mich einmal entschlossen habe nach reiflicher Ueberlegung, davon gehe ich nicht ab. Jede weitere Geldspende von Seiten Wolfs würde mich tief verletzen, mich in meinen Augen erniedrigen, da es mir nicht gelungen ist, fein Herz zu gewinnen und er feine Liebe einer Anderen gegeben hat, sind meine Ansprüche an ihn erloschen." „Was aber willst Du anfangen, unglückliches Kind? Hier bei Deiner Mutter bleiben, die diese — auch ich muß es so nennen — übertriebene Zartheit niemals verstehen und deshalb auch niemals verzeihen wird? Bedenke, was das für Dich heißt." „Ich habe es bedacht, Herr Pastor, schon als ich von meiner Mutter die ganze niederschmetternde Wahrheit erfuhr. Sie bat mich damals, mein kleines Capital, das mir der Vater zur eigenen Disposition vermacht hat, meinem Bruder zu überweisen- Ich verweigerte es in der Voraussicht, daß schon bald die Zeit kommen könnte, in der ich es selbst brauchen würde. Mittellos bin ich also nicht und da ich entschlossen bin, mich wieder meinem Berufe zuzuwenden, den ich niemals hätte verlassen sollen, wird auch für meine Zukunft gesorgt sein." „Du kennst das Leben nicht," meinte der Pastor kopfschüttelnd, „und ahnst nicht, wie schwer es für eine Frau ist, sich durchzubringen und wie sie Gott danken muß, wenn dar Schicksal sie so führt, daß ihre Existenz auf alle Fälle gesichert ist. Ich kenne die Höhe des kleinen Capital«, welches Dein Eigenlhum ist, es genügt kaum zum nothdürftigen Lebensunterhalte. Du [wirst mir antworten: Ich will mich auf eigene Füße stellen und werde, was ich gebrauche, hinzuverdienen. Gut, aber wenn Du krank wirst, sonst Dir ein Unglück zustößt, was dann? Deine Mutter hat vollkommen Recht, wenn sie eine Entsagung, wie Du sie hier üben willst, nicht dulden will. Es giebt Grenzen auch für die besten Empfindungen." Ilse hob wie bittend die Hände gegen den Pastor. „Wenn ich aber nicht kann, nicht kann," rief sie bebend. „Lieber Alles, Alles ertragen, als von ihm eine Bezahlung für die Dienste annehmen, die ich ihm geleistet habe. Er soll wenigstens wissen, daß ich nicht aus Interesse gehandelt habe. Seine Achtung, das ist ja das Einzige, was ich mir erringen kann, erringen muß, soll ich mir den Halt für das Leben bewahren." Bewegt betrachtete der Pastor die leidenschaftlich erregten Züge der jungen Frau. „Wie sie ihn liebt," dachte er, „und solch' ein Herz stößt er von sich, der Thor!" „Ich sehe wohl," bemerkte er dann milde, „daß es besser ist, über die Sache jetzt nicht weiter zu verhandeln. Du wirst später vielleicht ruhiger darüber denken." „Nie, nie!" „Und ich soll dem Justizrath wirklich in dem von Dir geäußerten Sinne antworten? Glaube mir, Niemand, weder der Baron noch sein Rechtsfreund wird diese Großmuth verstehen." — 143 - „Mag es d'rüm sein! Ich bin es mir selbst schuldig! sprechen wir nicht mehr davon." Draußen wurden jetzt Stimmen laut. Der Pastor trat an'» Fenster und sah zu seinem Erstaunen, daß Fräulein Alt« wie! nicht der einzige Gast, den Frau und Töchter mitbrachten,' sondern daß auch Axel von Menzelen mit ihnen war. „Deines Gemahls Vetter, der Legationsrath," wandte er sich rasch an Ilse. „Suche Dich zu fassen, Liebe. Er vor allem braucht nichts von dem, was in Dir vorgeht, zu bemerken." „Ohne Sorge; ich weiß, was ich dem Namen schuldig bin, den ich trage." Und nachdenklich fügte sie hinzu: „Sein Vetter, der ihn beinahe getödtet hätte, den er für seinen schlimmsten Feind hält und der es doch im Grunde nicht ist, wie Sie nach Fräu- lein Altwiels Erzählungen glauben annehmen zu dürfen. War er schon öfter bei Ihnen, Herr Pastor?" „Nein, er kommt heute zum ersten Mal und wie ich ver- muthe, um Dich zu begrüßen." „O mein Gott, mich? Aber warum? Will er vielleicht constatiren, daß sein Vetter wieder ein Weib unglücklich gemacht hat? Nein, diesen Triumph werde ich ihm nicht bereiten." „Ich glaube, Du beurtheilst ihn zu ungünstig mit der Voreingenommenheit Deines Gatten. Er wird Dir, wohl durch Fräulein Altwiel dazu ermuthigt, eine Aufmerksamkeit erweisen wollen, das ist Alles!" Der Pastor hatte richtig geurthsilt. Wenn auch ein wenig Neugier dabei war, Wolfs Gattin, die dieser zwischen ihn und den Besitz von Gattersberg geschoben hatte, von Angesicht zu Angesicht zu sehen, hielt es Axel doch auch für seine Pflicht, als Einer des Namens Menzelen ihr persönlich seine Hochachtung zu erweisen und da er am anderen Tage schon mit Käthe zusammen Radnitz zu verlassen gedachte, so blieb ihm keine Zeit mehr, ihr seinen Besuch im Hause der Mutter abzustatten. Vornehm kühl, wie es nun einmal seine Art war, doch mit ausgesuchter Höflichkeit begrüßte er die sanfte Frau, die ihm mit der ihr eigenen ruhigen Würde begegnete, die Jeden wohlthuend berührte. Käthes Augen ruhten mit einem besonders gespannten Ausdruck auf Ilses schlichter Erscheinung und ihrem stillen Gesicht, au» dem neben aller Güte doch so viel Energie und so feste Willenskraft sprach. Auch Ilse fühlte sich von dem begabten Mädchen, von dem sie so viel Gutes und Schönes gehört hatte, ungemein angezogen. Bald waren Beide, da man sich scheute, Persönliches zu berühren, in ein lebhaftes Gespräch verwickelt, das zuerst natürlich den Eindrücken der Reife galt, dann aber auf die viel erwogene Frauenfrage überging, wobei Axel mit halbem Lächeln zuhörte, während der Pastor ab und zu einen Widerspruch einwarf, sobald ihm die Begeisterung der Beiden für die Selbstständigkeit der Frau zu weit zu gehen schien. „Der Erwerb bleibt immer doch nur ein Nothbehelf," meinte er, „und so schöne und hochhonorirte Bilder auch die begabte Hand Fräulein Altwiels zu schaffen vermag, bin ich doch überzeugt, sie legt Pinsel und Palette freudig nieder, sobald ihr der schönere Beruf winkt, die treue und liebende Gefährtin eines Gatten zu werden, dem sie ihr Herz geschenkt hat." „Darin, glaube ich, täuschen Sie sich doch, verehrter Herr Pastor," warf Käthe mit leichtem Erröthen ein. „Sie denken wirklich zu gut von mir! Nein, meine Kunst gebe ich um eines Mannes willen sicher nicht auf; sie ist mir zu sehr an's Herz gewachsen und zur Bedingung des Lebens geworden, ohne sie würden meine Tage allen Inhalt verlieren." „So ist es," nickte Axel zustimmend. „Die Kunst würde in ihrem Herzen immer die erste Stells behalten und da ein Mann sich schwerlich mit der zweiten begnügte, wird sie wohl unvermählt bleiben." „Wenn sich nicht Einer findet," mischte stch Ilse nun ein, „der groß genug denkt, sie nicht zwischen die Alternative zu stellen, entweder der Kunst oder der Ehe entsagen zu müssen. Ich dächte, es ließe sich bei gegenseitigem gutem Willen Beides vereinigen." „Bei gutem Willen und bedeutenden Mitteln," fügte die Pastorin hinzu; „denn bei einem schlichten Hausstand, wie wir ihn zum Beispiel führen, dürfte sich doch schwerlich Muße zum Neben einer Kunst finden." (Fortsetzung folgt.) Warm der Major von Wisch nicht heirchrte. Humoreske von Hermann Birkenfeld. (Fortsetzung.) Pitsch brummte etwas von „Maulhalten" und schoß mit einem wüthenden Blick zugleich die Pfeffermühle über den Tisch hin, gerade vor Heller'» Embonpoint. „Wäre alles noch nicht so schlimm gewesen, wenn nicht — — Jedenfalls war mir zunächst ganz weichmüthig, sehnsuchtsduselig, und ich träumte--der Himmel weiß, wovon! — da — frag sich da» Mädel an zu schnarchen! Ein Wunder, daß die Gäule nicht scheu wurden! — Na, denke ich, vielleicht liegt das süße Kind nicht richtig mit dem Kopfe. Recke also ganz, ganz leise meinen rechten Arm, weiter-- immer weiter. — So! nun hatte ich das Köpfchen in einer günstigeren Position. — 's war auch erst, als hätt's geholfen. Sie seufzt, macht ein paar Bewegungen mit den Lippen, als wenn sie 'was sagen wollte, und dann--rraps — rrap» — geht das Gesäge wieder los. Habe noch allerlei dagegen versucht in jener Nacht. Half nix. Bis die Pferde hielten. Da hörte 's auf. Natürlich — weil sie erwachte. Verlegen, wie sich'» gehört, aber nicht lange. Dann reicht sie mir die Hand: „Ich war so furchtbar müde, Vetter. Verzeihen Sie mir das Einnicken? Oder hat mein Schnarchen Sie zu sehr gestört?" Hätte dem Mädel um den Hals fallen können, wie's aus den verschlafenen Augen mich so süß anblinzelt und dabei so frank und ehrlich von dem vermaledeiten Fehler redet! Aber heirathen — da» war ja nun außer Frage. Stammelte deshalb nur ein paar einfältige Worte, von Vergnügen gewesen und so--ich weiß selbst nicht mehr, wovon noch. Sie mochte mir's am Ende ansehen, ob's ehrlich gemeint war; denn sie schüttelte den Kopf. „Ich kenne mich recht gut, Vetter. Ich schnarche im Schlafe entsetzlich." Na, das war offen genug. „Das süße Kind!" Pitsch hatte mit einem sehr elegischen Strich über den Bart geschloffen und rührte nun schweigsam den Punschrest in seinem Glase um. „Aus?" fragte Bürgermeister Greif. Der Major nickte. „Hm! — Aber was wurde denn nun aus Ihnen?" Pitsch warf dem Fragsteller einen merkwürdigen Blick zu. Halb grimmig, halb restgnirt. „Was wurde? — Hagestolz und Mitglied der Gesellschaft Pfeffersack. Am Morgen nach dem Ballabend ich nuf und davon. Sechs Monate später kriegte ich die übliche Anzeige: Als Verlobte empfehlen sich — und so weiter. Machte drei Kreuze drüber, pfiff meinem Hund und ging in die Kaserne." „Hm!" machte der Bürgermeister noch einmal. „Und haben'» hernach nie wieder versucht?" „Was?" „Großer Gott, das Heirathen, oder — das Verlieben zunächst." Pitsch wiegte langsam das Haupt. „Nie. Da» heißt — na ja, einmal wohl — aber das war viel später und 'ne Capitaldummheit." Nachdenklich paffte er vor sich hin und seufzte dabei. „Aha!" sagte Heller; „er wird elegisch. Sagen Sie 'mal, Pitsch, ist die Geschichte lang?" 144 ■** Daß der Major weitet erzählen mürbe, bezweifelte! et ^Mtsch hatte wieder einmal ein Steckenpferd aus dem Stalle gezogen; er bestellte deßhalb ausnahmsweise einen zweiten Schlummerpunsch, was Heller veranlaßte, seinen ersten zu verlangen - und setzte sich in Positur. Die Pfefferbüchse DOV fldj „War da anno vierundsiebzig. Ich noch netto bei den Achtundsünfzigern; mein Freund, der Oberst Apel, damals noch simpler Kapitän wie ich, bei seiner Garde. Famoser Sommer, mild, ab und zu ein Schauer, wie sichs gehört. Und ich noch ohne das vertrackte Rheuma im Knie. Hatte damals vorzüglichen Premier, der reine Compagnievater. Der konnte wohl eine Zeit lang die hundertzwanzig Kerls übernehmen, ohne daß ich fürchten mußte, nachher ein Sodom und Gomorrha wiederzufinden. Wollte also mit Apel reisen- Süden längst bekannt, also die Ostsee. Skandinavien zu jener Zeit für Bummler noch jungfräuliche» Terrain. Das reizte Apel. Mich auch. Packe also ein- Da, im Begriff abzureisen, erhalte ich Brief von Apel, er wäre wider Erwarten noch verhindert, in fünf Tagen aber stände er in Saßnitz zu meiner Verfügung. Ich räsonnirt, aber das bringt mir den Schwereuöther nicht her. So denke ich bei mir : na, kannst ja derweile die olle Kreideinsel mit Muße und Ge- wiffenhastigkeit genießen - und rutschte los. Um gleich das sagenhafteste Gezauber der Gegend vorweg zu haben, direct nach der Stubenkammer. liebliches Bewundern von Natur __na, war ja auch recht bieder. Nur am Herthasee mir zu viel Jungfern, alte und junge, die da 'herumhimmelten. Ziehe mich deßhalb in die Bude vom Hotel zurück, in der der olle, biedere Behrend es seinen Gästen ganz mollig machte. Hatte sich da ordentlich so 'ne Art Stammgesellschast zusammengesunden. Half mir nichts — wurde auch „bekannt gemacht", wie man's so schön nennt, wenn man aus seinem behaglichen Urlaubsdusel und Inkognito heraus vor ein Dutzend schwatzende, lachende Mäuler hingestellt wird. So n vertrackter Seehund von Kap'tän, eine alte Reisebekanntschaft von mir, richtete das Malheur an. „ Ich capitulirt, resignirt — schließlich amüstrt. Denn s waren nicht lauter Junggesellen und Strohwittwer, die um den runden Eichenen bei Vater Behrend zusammenhockten, s war auch Weibliches dabei, und — hol's der Deibel — so 'was gibt nun 'mal der Sache immer ein bischen mehr avec. ftttt I" Sagten Sie was, Bürgermeister? — Nein? — desto Lefler. Am solidesten gefiel mir von der Gesellschaft ein reisendes Paar nebst Begleiterin. Kaufmann Ditto aus Magdeburg mit Frau. Schon der Name gefiel mir. So nichtssagend wie denkbar, was immer gut ist. Man macht sich'dann keine albernen Illusionen. Also Ditto nebst Frau CAestine und Schwägerin Sonny. Sollte wohl Leonie heißen. Egal! Verteufelt noble Erscheinung. Figur wie gemalt, frisches, wenn auch nicht mehr zu junges Gesicht. Darin ein paar Augen — wissen Sie, so die echte stolze Ruhe ohne alles Gemachte und dabei doch nichts Götterhaftes. Konnte sich gehen lassen, wie sie wollte, blieb sie einfach gleich. Unwillkürlich fängt das Teufelsweib an, mich zu interefstren. Nicht Gans, nicht Backfisch, sondern fertig. Zum Anbeißen! Hat mit Verstand 'war gesehen, mit Nachdenken ein paar Bücher gelesen, und prunkt damit kein bischen. Der Rest der Gesellschaft kümmerte mich 'nen Quark. , .. , Andern Tages wir zu viert nach Saßnitz per pedes apostulorum. Und das gefiel mir nun wieder ausnehmend, daß die Damen selbst den holprigen Fußweg durch die Stub- nitz vorschlugen und die paar Stunden Marsch nicht scheuten- Hatte auch so recht meine Freude an dem Mädel, der Sonnt), wie’» vor mir oder neben mir herschritt, so sicher, den Gang so elastisch — möchte sagen, so rund! Ich nannte das za wohl schon fertig? - Fertig war für sie das richtige Wort. Ihre Schwester fiel daneben mit ihrem vierunddreißiger Em- bonpoint schon ein bischen zu stark in’« Gewicht. Um so günstiger für Sonnt). (Fortsetzung folgt.) VermMshtes. SiedacUon: «. Schryda. - Druck und Verlag der Brühl'schm UniverfitRS°Buch° und Steindruckerei (Pietsch & Echeyda) in Auf die Einführung von Noihverbandskäften in die Schule weist die bekannte Familienzeitschrift „Für Alle Welt" (Deutsches Verlagshaus Bong & Co., Berlin W., Preis des Vierzehntagshefte» 40 Pfg.) in ihrem soeben et. schienenen Heft 19 hin und deckt damit einen Mangel in unseren Schuleinrichtungen auf. Wie beruhigend muß es auf Lehrer, Eltern und Schüler wirken, wenn man die Schule bet etwaigen Unglücksfällen mit Verbandzeug re. ausgerüstet und die Lehrer in der Handhabung der Hilfsmittel unterwiesen weiß. Ein anderer hochtnteresianter Artikel in demselben Hefte wird aber die allgemeine Aufmerksamkeit noch weit mehr auf sich lenken - „Die Electrogrophle" von Gerhard Stein - wenn der Verfasser derselben auch diese neu entdeckte „Wissenschaft" mit allergrößter Reserve behandelt. Diese Eleetrograpbie" besteht nämlich in der photographischen Wiedergabe der electrischen Ausstrahlungen des menschlichen Körpers, mit Hilfe welcher der Entdecker, ein russischer Gelehrter, Liebe, Haß, Gleichgiltigkeit re- photographisch fixiren will. Seine diesbezüglichen Experimente sind in^ gelungenen photographi- scheu Reproduetionen in diesem Hefte von „Für Alle Welt wiedergegeben und dürften die Ausstrahlungen der zusammen aufgenommenen Hände eines Brautpaares wohl das lieber- ra chendste daran sein. Nicht weniger Beachtung verdient ein mit vielen buntfarbigen Illustrationen ausgestatteter Artikel über Brieftauben von R. Weihe, der dem Laien und Thierfreund sowohl als auch dem Züchter und ganz besonders Demjenigen, der sich für den Depeschenverkehr tot Kriege in- teresstrt? schätzenswerthes Material liefert. - Eme Abhand- lung über Mefferfabrikation, eine Plauderei über „Die Berliner Gewerbe - Ausstellung bei der Toilette" von Conrad Alberti, eine Würdigung der Kämpen des Petersburger Schachtourniers von Eberhard Kraus, mit den Portraits der vier Meister Lasker, Steinitz, Pillrbury und Tfchigorin, eine illustrirte Besprechung des Billardtourniers Kerkau-Woerz, eine Abhandlung über die Bergcrystallsucher im Berner Ober- land re. re. beweisen die Vielseitigkeit von „Für Alle Welt und sür die künstlerische Höhe der Jllustrationstechnik in diesem werthvollsten und reichhaltigsten aller illustrirten deutschen Familienblätter sprechen die Reproduetionen der Gemälde von A. Delug „Auf der Flucht vor den Hunnen", „Eto Verseh- gang auf dem Meere" von Abades, „Auf dem Pfade der Forschung" von C. Cej, „Mefferfabrikation in Thiers' von C. Amato, „Der Elephant ist los!" von P. Colanus, „Die drei Zinnen in den Dolomiten" von Otto v. Kamele uv. A. m. - Dann enthält das Heft noch die Fortsetzungen der hoch' spannenden Romane „Glücksspiel am Hofe" von Carl Ed. Klopfer und „Vergeltung" von Heetor Malot, eine feinsinnige Nooellette „Kinder der Zeit" von Emil Roland, eine Humoreske in neun drastischen Bildern „Spielt nicht mit dem Feuer von M- Deicke und eine ganze Reihe kleinerer Artikel, Illustrationen und Portraits. Es giebt kaum ein Interessengebiet, das in diesem umfassenden und schöngedruckten Hesi nicht berührt ist- Literarisches. -Der «teilt der Weisen.* Inhalt des 7. Heftes: Kosmisch- Electricität; Kriegsmäßiges Distanzmessen (mit S Abbildungen); Da» grönländische Inlandeis (sehr instructw, die Nansen sche Grünlands schildernd); Gegen den Bogelmassenmord; Baumstudien (mit hu°,ch Bildern nach Photographien); Mißernten m Rußland (mit Karte), E> Kabelschiff (illustrirt); Die große chinesische Mauer; LandwlrMM'^ Mittheilungen. Ferner in der „Kleinen Mappe (mit 13 Abbildungen). Ein neues touristisches Rüstzeug, das Bleichen der Baumwolle u« Garne, die thierische Haut, das „Schwert ,m Monde" (interessant), sowie „Notizen für Haus und Hof", Bücherbesprechungen u. s. «- „Der Stein der Weisen" (A. Hartlebens Verlag, Men) 'st « Buchhandlung erhältlich und kostet das Heft (32 Großquartseiten 30 bis 40 Abbildungen) nur 50 Pfg. W sprach I erwerben^ »Ja sich mit । sich ein s „Iß Mann, n von ihre, längst be , „Hi glaube 6i leicht üb« verheiratl des Herr Stelle im sie in die hineinzieh viel zu zugeben?' Käth die Welt anders ii wird es - lichen Le Jahrhund gegebenen Blick auf betrifft, s, wäre, da auch nur gehört, ei Käth Hand geg.