rr Nr. 48. » Samstag den 25. April @,x 18»«. rq l*** f—W" ..... L jj H'-—1 ___-------_ - - ---JL -r-|__--- UH I > WPW ,1 üMilieBWiök WGM UW W§WGW '■■. ■ '' ' ’■ ■*"■{'■&' :£&si&agz-* UntechaUungsbLatt zum Gießener Anzeiger (General-Anzeiger). Unter dem Patriarchen. Erzählung aus dem amerikanischen Westen. Frei nach Sealsfield. Von W. H. Geinborg. (Fortsetzung.) II. Capitän Rolltns geräuschvolle Gäste hätten noch vor der Rückkehr de» durch eine wichtige Angelegenheit abgerufenen Hausherrn sammt und sonders die Pflanzung verlassen, nicht ohne ihrem Unwillen über das Verhalten des „Yankee" auf sehr unzweideutige Weise Ausdruck gegeben zu haben. Offenbar verstieß es gegen ihre Selbstachtung, noch eine einzige Nacht unter demselben Dache mit einem Menschen zu verbringen, dessen Ehrbegriffe so wenig mit den ihrigen übereinstimmten. Fred Houston aber blickte ihnen vom Fenster seines Zimmers aus gleichmüthig nach und wenn er es auch tactvoll vermied, mit den Damen des Hauses an diesem Abend noch einmal zusammenzutreffen, so suchte er doch den Capitän gleich nach seiner Heimkehr auf, um ihm unumwunden über das Vorgefallene Bericht zu erstatten und sein Bedauern über die fatale Störung der geselligen Freuden auszudrücken. Wie er es nicht anders erwartet hatte, fand der alte Freund seines Vaters nichts Tadelnswürdiges in seinem Benehmen. „Ich freue mich aufrichtig, lieber Fred, daß Sie vernünftig genug waren, diese abgeschmackte Herausforderung zurückzuweisen. Die Unsttte de» Duellirens hat in den letzten Jahren bei uns auf eine wahrhaft erschreckende Weise um sich gegriffen und mancher brave Mann hat wegen eines unbedachten Wortes oder irgend einer anderen Lappalie vorzeitig in's Gras beißen müssen. In der Werthschätzung dieser Herren freilich haben Sie nun ohne Zweifel arge Einbuße erlitten und so leid es mir thut, daß ich Sie schon so bald verlieren soll, möchte ich Sie doch in Ihrem Interesse zur Vermeidung neuer unliebsamer Zusammenstöße bitten, die Gegend zu verlassen. Namentlich dieser Oakley ist ein brutaler Geselle, der Ihnen die Zurechtweisung um so weniger vergessen wird, je vollständiger er sie verdient hatte." „Sie werden mir glauben, Capitän Rolltns, daß ich seinen Zorn nicht fürchte. Aber ich sehe ein, daß ich Ihnen nach dem Vorgefallenen hier nicht länger zur Last sein darf. — Morgen Mittag werde ich die Pflanzung verlassen." „Ich hoffe Sie wiederzusehen, wenn erst ein wenig Gra» über die Geschichte gewachsen ist. Wohin «erden Sie fich jetzt begeben?" „Nach Texas, wie es von vornherein meine Absicht gewesen ist. Der Wunsch, dieses intereffante Land kennen zu lernen, bestimmte mich ja vornehmlich zu meiner Studienreise nach dem Süden." Der Capitän nickte zustimmend. „Sie haben recht, Texas ein interessantes Land zu nennen und ich vermuthe sogar, daß es in der allernächsten Zeit noch um Vieles interessanter werden wird. Wenn nicht alle Anzeichen täuschen, bereiten sich da ganz in der Stille recht bedeutsame Dinge vor, und wer weiß, ob es Ihnen nicht bestimmt ist, bei Zeuge großer Ereignisse zu werden." „Schon in New-York hörte ich ähnliche Andeutungen. Die anglo-amerikanischen Ansiedler in Texas sollten mit der Absicht umgehen, sich gegen die mexikanische Regierung auf- zulehnen." „Gegen die mexikanischen Blutsauger und Bedrücker, die im Grunde nicht mehr Anrecht auf die gesegneten Gefilde von Texas haben, als Sie und ich. Die Katastrophe ist unausbleiblich, ob sie aber in einigen Wochen oder in einigen Jahren eintreten wird, weiß Gott allein. Ich meine, wir dürfen es getrost unseren wackeren Landsleuten da unten überlassen, den rechten Zeitpunkt zu wählen. — Natürlich werden Sie zunächst auf Mister Burnets Pflanzung Ihre Aufwartung machen. Ich werde Ihnen sowohl an ihn als an meine andere» Freunde in Texas Empfehlungen geben." „Sie sind sehr gütig, Capitän Rollinsl Was aber Mister Burnet betrifft, so übernimmt es vielleicht Miß May, mich ihm zu empfehlen. Sie will morgen heimkehren und ich soll das Vergnügen haben, die Reise in ihrer Gesellschaft zu machen." „Ah, das ist eine überraschende Neuigkeit. Also auch diesen lieben Gast sollen wir verlieren! — Nun, ihr Vater wird sie gerufen haben und da ziemt es uns nicht, sie zu halten. Aber es trifft sich gut, daß die junge Dame unter IW - Ihrem Schutze reisen kann. Sie hätte sonst keinen anderen Beistand gehabt, als ihre schwarze Zofe. Haben Sie sie von Ihrer Absicht bereit» in Kenntniß gesetzt?" Fred Houston bejahte und lächelnd fügte er hinzu: „Es hatte allerdings nicht gerade den Anscheh, als ob Miß May von der Aussicht auf meine Gesellschaft übermäßig entzückt sei; aber ich hoffe trotzdem, wir werden unterwegs noch ganz gute Kameraden werden." Capitän Rollins neigte sich näher zu dem jungen Manne und sagte, bedeutsam mit den Augen zwinkernd: „Will's Ihnen wünschen, lieber Fred — will's Ihnen von Herzen wünschen I Sind eine angesehene Familie, die Burnets — geben der Ihrigen nicht» nach. Und hat, wie ich denke, schon manches runde Tausend bei Seite gelegt, mein alter Freund Bill. Sollten da» Eisen schmieden, so lange e« heiß ist." Fred Houston erwiderte nichts und kehrte, da es in* zwischen schon spät geworden war, auf sein Zimmer zurück. Am nächsten Morgen erst traf er am Frühstückstische wieder mit den Damen des Hauses, der liebenswürdigen Gattin des Capitän», seinen beiden jungen Töchtern und Miß May Burnet zusammen. Während die drei Ersteren sich auf eine sehr gewinnende Art den Anschein zu geben wußten, als hätten sie von den ärgerlichen Vorfällen des gestrigen Tages nicht die geringste Kenntniß, verhielt sich die Letztere auffallend schweigsam und kühl. Einige unbefangene Annäherungsversuche Freds erfuhren sogar ziemlich unzweideutige Zurückweisung und er hätte blind sein müffen, um nicht zu erkennen, daß May als eine echte Tochter des Südens in Bezug auf fein Verhalten am verflossenen Tage die wenig schmeichelhaften Ansichten Derjenigen theilts, die ihn gestern durch ihren vorzeitigen gemeinsamen Rufbruch förmlich in Acht und Bann erklärt hatten. Anfänglich bemühte sich der junge Mann wohl, ihr Beträgen von der scherzhaften Seite zu nehmen, zuletzt aber fühlte er sich doch in seiner Selbstachtung empfindlich verletzt und widmete stch nun bi» zu dem Augenblick der Abreise ausschließlich den anderen Damen. Al« der große, nach New-Orleans und weiter nach der Galeeston-Bay bestimmte Dampfer um dis Mittagszeit an dem Landungssteg der Pflanzung anlegte, gab es natürlich große Aufregung, zahlreiche Umarmungen, Küsse und Thränen. Endlich aber war doch auch diese Abschiedsscene überstanden; das Gepäck des jungen Houston war ebenso wie die zahllosen Koffer, Kästchen und Schachteln, die Miß Mays Ausrüstung für die Besuchsreise gebildet hatten, glücklich an Bord geschafft; die mächtigen Schaufelräder hatten sich geräuschvoll in Bewegung gesetzt und die am Lande zurückgebliebenen Personen mit ihren wehenden weißen Tüchern waren allgemach den Blicken der stromabwärts Fahrenden entschwunden. May zog sich jetzt mit ihrer Dienerin sogleich in den Damensalon zurück und Fred, dessen Dienste al» Reisegesell- schaster also offenbar verschmäht wurden, hatte Zeit, die übrigen Passagiere des Dampfers etwa» näher zu betrachten. E» war, wie immer auf diesen Schiffen, eine ziemlich bunt zusammengewürfelte Schaar von Pflanzern, Handelsleuten und anderem Volk, darunter es auch nicht an einem halben Dutzend recht unheimlich aussehender Hinterwäldlergestalten fehlte. Mit jener heiteren Offenheit, die ihm bisher an allen anderen Orten als an Capitän Rollins Tische die Herzen gewonnen hatte, knüpfte Fred Houston schon während der ersten halben Stunde auf's Gerathewohl eine Anzahl von Bekanntschaften an, immer bemüht, durch die Wahl der Gesprächs- gegenstände seine Kenntniß von Land und Leuten zu bereichern. Er erfuhr, daß die meisten Mitreisenden den Dampfer in New-Orleans verlassen würden; zuletzt aber gerieth er doch zufällig an einen Mann, der das nämliche Ziel hatte wie er selbst. Und gerade dieser gefiel ihm so gut, daß sich binnen kürzester Zeit ein ganz freundschaftliches Verhältniß zwischen ihnen herausgebildet hatte. Er brachte heraus, baß sein Reisegefährte George Neal heiße, bis vor Kurzem Aufseher auf verschiedenen großen Pflanzungen in Kentucky gewesen sei und nun nach Texas wolle, um sich von seinen Ersparnissen dort ein eigenes Stück Landes zu erwerben. Der Mann mochte etwa fünfundvierzig Jahre zählen. Er war gut gekleidet, von stattlicher Gestalt und hatte ein kluges, zugleich gutmüthiges und energisches Gesicht. Seine Ausdrucksweise verrieth, daß er eine gute Erziehung genossen hatte und seine Anschauungen waren die eines gereiften, einsichtigen Mannes. Als ihn Fred Houston fragte, ob er feine neue Heimath bereits kenne, verneinte er, um in einem Tone ruhigen Selbstvertrauens hinzuzufüzen: „Ich werde mich schon darin zurecht- finden, auch ohne fie zu kennen. Wenn man in seinem Leben so vieler widriger Umstände Herr geworden ist wie ich, sürchtet man sich am Ende nicht davor, den Kampf noch einmal zu beginnen, zumal wenn es gilt, sich auf eigener Scholle ein Dasein aufzubauen. Schlimmer als im alten Kentucky ist er da unten ja auf keinen Fall." In diesem Augenblick wurde ihr Gespräch durch Polly, die schwarze Zofe der Miß Burnet, unterbrochen, die Fred Houston gesucht hatte, um ihm eine Botschaft ihrer Herrin auszurichten. Er war fteudig überrascht, zu hören, daß May nun doch Verlangen nach seiner Gesellschaft trug, denn anders war die freundliche Einladung, im Damensalon eine kleine Erfrischung zu nehmen, doch wohl nicht zu verstehen. All' seine Empfindlichkeit war mit einem Male vergessen. Er war glücklich in der Vorstellung, daß sie so schnell zu der Er- kenntniß ihres Jrrthums gekommen war oder — wie ihm eine schmeichelnde Stimme zuflüstern wollte — daß ihre Zuneigung über ihre Vorurtheile den Sieg davongetragen hatte. So verabschiedete er stch denn hastig von seinem neuen Bekannten und folgte der jungen Negerin in das Allerheiligste der Schiffes, dessen Betreten männlichen Personen nur mit der ausdrücklichen Genehmigung der an Bord befindlichen Damen gestattet war. Zu seiner Ueberraschung fand er May nicht allein, sondern in lebhafter Unterhaltung mit einem anderen jungen Mädchen, das neben ihr auf dem Sopha saß und dessen zierlichen Leib Miß Burnet mit dem linken Arm zärtlich umschlungen hielt. Obwohl ihm alle anderen weiblichen Wesen in diesem Augenblick völlig gleichgiltig waren, konnte Fred doch nicht umhin, zu bemerken, daß diese junge Dame recht hübsch sei. Sie hatte auffallend reiches, aschblondes Haar, ein schmale», feines Gesichtchen mit großen, kinderhaft unschuldigen, blauen Augen und eine kaum mittelgroße, aber sehr wohlproportio- nirte, anmuthige Gestalt. „Entschuldigen Sie die Freiheit, die ich mir mit Ihnen genommen habe, Mister Houston," sagte May in einem noch immer mehr frostigen als ermuthigenden Ton. „Aber Miß Ellinor Neal behauptet, ein von Ihnen geschriebenes Buch über die Sclavenfrage gelesen zu haben und ich wollte ihr da» Vergnügen machen, den bewunderten Verfasser persönlich kennen zu lernen." Da« war nach Fred« Ueberzeugung natürlich nur ein Vorwand; aber er gab sich nichtsdestoweniger den Anschein, es ganz ernst zu nehmen und verbeugte sich höflich vor der lebhaft erröthenden jungen Dame. „Das Buch ist nicht von mir, sondern von einem Vetter gleichen Namens, dessen Ansichten in allen Stücken die meinigen sind, wenn ich auch leider seine schriftstellerische Begabung nicht besitze. Aber wenn ich Ihren Namen richtig verstanden habe, mein Fräulein, so finde ich hier vielleicht die angenehmere Ergänzung einer angenehmen Bekanntschaft, die ich eben auf Deck gemacht. Mister George Neal aus Kentucky —" . „Es ist mein Vater," ergänzte die Kleine mit einer sehr wohlklingenden, aber etwas schüchternen Stimme. Und in feiner lebhaften Art versicherte Fred, daß ihm die Familienähnlichkeit auf den ersten Blick in die Augen gefallen fei. „Wir Vier werden also bis zum Ende Reisegefährten sein. und 1 dem hab« jung' fürch rottet Nach so o aller wirk bewl Ben al« bem Best liche vers pla, «eit Ans schi' Fre zögt zwo Sie rool klel uni Mi uni eig die dä da lei mi sek be ur ei m be ih A se el N 0 d 3 il n b t s t - ISi - Er schüttelte sowohl Fred Houston al« Georg« Real kräftig noch nicht merklich weiter gekommen al» in der ersten Stunde. Vater in Empfang genommen. Fred Houston, der sich zunächst natürlich discret zurück- hielt, konnte sich'« doch nicht versagen, die Begrüßung»seene aus einiger Entfernung zu beobachten, und die kühle, beinah« ungeduldige Art, wie die junge Dame alle Liebkosungen und Zärtlichkeiten über sich ergehen ließ, verursachte ihm ein Gefühl leichten Unbehagens. Zum ersten Mal kam ihm der Verdacht, daß dies schöne Geschöpf eines tieferen Empfinden« vielleicht überhaupt nicht fähig sei und er konnte des bedrückenden Argwohns nicht wieder ledig werden, wie er sich auch bemühte, allerlei entschuldigende Erklärungen für ihre scheinbare Gleichgiltigkeit zu finden. William Burnet war ein früh ergräuter Fünfziger von Wenn es in einem Moment den Anschein gewann, al« sei da» alte Verhältniß zwischen ihnen wieder hergestellt, so konnte ihn schon im nächsten ein spitziges Wort oder ein eiskalter Blick aus all' seinen Himmeln stürzen. Diese Launenhaftigkeit machte ihn zwar nicht gerade unglücklich, denn er glaubte trotzdem noch immer an May» Zuneigung; aber sie verdroß ihn doch zuweilen so stark, daß er sie für ein päar Stunden unbeachtet ließ und feine Aufmerksamkeiten allein an die schüchterne Ellinor richtete, die er in» zwischen trotz ihre« stillen, schweigsamen Wesen» al» ein sehr liebenswürdiges und gescheidte» Geschöpschen kennen gelernt hatte. Wenn ihre Befangenheit erst einmal überwunden war, und das gelang ihm zu seiner Freude jetzt ziemlich leicht, konnte sie sogar heiter und gesprächig werden. Dann gab sie ost Antworten, deren Geist und Schlagfertigkeit ihn in Erstaunen setzten und er sagte sich mehr als einmal in solchen Fällen, daß auch May Burnet nichts Hübscheres und Klügere» hätte äußern können. „ „ , . Auch ihre einfache Lebensgeschichte hatte sie ihm einmal Ihr Vater war vor Jahren ein sehr wohlhabender Mann gewesen, aber er hatte durch die Treulosigkeit eine» nahen Verwandten sein ganzes Vermögen verloren und war seit jener Katastrophe genöthigt gewesen, sich in abhängigen Stellungen seinen Lebensunterhalt zu gewinnen. Die Mutter 8ebe"äta$ rascher und glücklicher Seereise fuhr der Dampfer an einem sonnigen Morgen in die Mündung des Rio Brazos ein, und die herrlichen landschaftlichen Scenerien, die sich jetzt in beständiger Abwechslung zwischen hügeligen Prairten und prächtigen Sykomorenwäldern an beiden Ufern de» Flusse« darboten, machten den letzten Theil der Fahrt zugleich zu dem 6 ungefähr dreißig englische Meilen oberhalb der Mündung war mit der Stadt Brazoria, damals einem armseligen, kleinen Rest, der Bestimmungsort des Dampfer« erreicht und hier wurde Miß May Burnet von ihrem sehnsüchtig harrenden sein. Da« ist prächtig. Ihr Vater ist ein charmanter Herr und ich bin glücklich in der Gewißheit, daß Miß Burnet von " dem Gespenst der Langeweile fortan -nichts mehr zu fürchten , Ich habe bis jetzt so wenig für meinen armen, geplagten Vater thun können," sagte sie mit leuchtenden Augen. „Wie glücklich werde ich sein, wenn ich jetzt mit ihm arbeiten und schaffen und ihm wenigstens zu einem kleinen The» all die Liebs vergelten kann, die ich von ihm erfahren! „Ob May in solcher Situation wohl etwas Aehnliche» empfinden würde?" dachte Fred in der Stille seines Herzen» und trotz seiner Anbetung wagte er es nicht, sich auf diese Frage mit einem runden, zuversichtlichen Ja Antwort zu wohl nicht auf die harmlose Frucht übertragen. , Der Spott ärgerte ihn zuerst, aber er überwand die schreckten sie nicht, kleine Aufwallung, die ihm selber sehr thöricht schien, schnell und erwiderte mit einer Verbeugung: „Aus Ihren Händen, Miß Burnet, würde ich unbedenklich Alles nehmen, Süßes und Bitteres — das Leben wie den Tod." In Mays dunklen Augen blitzte es auf; aber es war ein eigenthümlich kaltes, fast grausames Leuchten. „Hüten Sie sich, daß ich nicht einmal eine Probe auf die Aufrichtigkeit solcher Versicherungen mache! Sie konnten \ dabei in arge Verlegenheiten gerathen." Noch ehe er abermals antworten konnte, hatte sie sich dann wieder zu Ellinor gewendet und wenn der Ton ihrer letzten Worte dar junge Mädchen etwas befremdet hatte, so mußte ihre herzgewinnende Liebenswürdigkeit diesen Eindruck sehr schnell wieder verscheuchen. Später gesellte sich auch Mister Neal zu ihnen und dann begannen sie von Texas zu sprechen, von feiner Fruchtbarkeit und seinen landschaftlichen Schönheiten, die in May Burnet eine begeisterte, fast leidenschaftliche Lobrednerin fanden. Die Stunden gingen ihnen wirklich wie im Fluge dahin, und al« Fred spät am Abend neben dem Vater Ellinor« an der Regeling lehnte, um seine Cigarre zu rauchen, bereitete es ihm eine nicht geringe Genugthuung, diesen ernsten Mann in Ausdrücken aufrichtiger Bewunderung von dem Gegenstand seiner Anbetung sprechen zu hören. „Sie muß wirklich erst noch ein wenig erzogen werden, ehe sie eine paffende Frau für mich ist," dachte er dabei auf« Neue, «aber es müßte doch seltsam zugehen, wenn es mir nicht „Sie selbst trauten sich vermuthlich nicht die Kraft zu, er zu verscheuchen," warf May spöttisch ein. „Und doch habe ich Sie Miß Ellinor eben erst al« einen sehr unterhaltenden jungen Mann geschildert." «Ich bin Ihnen dafür unendlich dankbar, aber ich fürchte, daß ich Mühe haben werde, mich dieser Schilderung würdig zu zeigen. Miß Neal wird von vornherein etwas Nachsicht haben müssen." Dar blonde kleine Fräulein erröthete jedesmal von neuem, so ost er sich an sie wandte; aber das Erröthen kleidete sie allerliebst und Fred betrachtete sie in solchen Augenblicken mit wirklichem Wohlgefallen. Wenn Miß Burnet das überhaupt bemerkte, so schien es ihr doch sehr gleichgiltig, denn in ihrem Benehmen war durchaus nichts, das sich auch nur entfernt al« eine Aeußerung der Eifersucht hätte deuten lassen. Sie bemühte sich vielmehr auf eine sehr liebenswürdige Weise, die Befangenheit der neuen Freundin, die sie trotz de« gesellschaftlichen Rangumerschiede« ganz wie ihresgleichen behandelte, zu verscheuchen und sie zur Betheiligung an dem leichten Ge« gsSSys =• ä-Tä I gelänge." Der Verlauf der folgenden Reisetage hielt durchaus, waber angenehme erste Nachmittag versprochen hatte. Die beiden Männer kamen sich trotz der Verschiedenheit ihre» Alters immer näher und zwischen den jungen Damen hatte sich eine wirkliche Freundschaft herausgebildet. l6: ”iema“etroM ” ** SZ ÄS* w 192 - Einiges über den Sperber. Stemdruck-r-i (Pi-ts-b & Sch-Yda) in «#«■ - Druck und D«l°g der Brühl'sch-n UniverstMS-Bu»- und a3aueLr Sverber ist mit Recht im Vogelschutzgesetze für dar hoitHAe Reich auf die Liste der schutzlosen Vögel gestellt worben, awrSw W* Waldjagdpächter sind daher e- xitni 1U jgder Rät, auch wenn er Eier ober Junge im R^?bat^ denselben zu tödten. Der Schaden, den der Sperber, w k ich 'oben doch wohl klar und deutlich gezeigt, uM unseren lieblichen, nützlichen Sängern verursacht, ist arök und ich bitte daher recht dringend alle Herren, die zur ^aad berechtigt sind, demselben aber auch gar keine Schonung zu Theil werden zu lasten, sondern denselben im Gegen h recht scharf auf das Korn zu nehmen. Gießen, den 21. April 1896.$ ____________ Lehrer i. P VevrnUehtes« Land und machte Minor eine Verbeugung, di« «an in keinem New-Yorker Salon eleganter und tadelloser hätte sehen können. ®tr6 sie vorerst alle drei seine Gäste sein Eten, «* «»h«"« «t« «wgß;’1 Aber Fräulein Ida, Die r —- YM -nch Ammern . Auch tteaen ganz bestimmte Beobachtungen vor, daß er in K ÄÄ** ZL „1X4 [AMner Reit in einem Fichten Wäldchen, das er sich /um Aufenthalte wählt, alle kleineren Vögel zu vernichten Nach den bestimmten Beobachtungen des berühmten Sättigüng^pttTa?nur ^beträgt et immer noch weiter, wenn er auch feinen Kropf schon kann^und dadEch^wird^leLer^die^^ änb unterer lieben Vögel ist, denn er verursacht ?«ÄS Den Mäusen oder anderem schädlichem Ungeziefer stellt er nur unNochfalle, b« «M«V l- R-'k-, kannte und berühmte Naturforscher Brehm Folgendes, cvo. die Raubaier der Sperbers einmal angeregt worden, fÄt Ä um ft« h«. -«'««d--b» M°«m noL der Lunde und Katzen, nimmt vielmehr die ins Auge gefaßte Beute in unmittelbarster Nähe des Beobachters weg, nackt das Ovfer mit fast unfehlbarem Griffe und ist mit ihm entflogen und verschwunden, bevor man recht zur Besinnung gelangt." möchte ich nun noch einige Beispiele der Art, die ich selbst beobachtet habe, ansühren.^n dem schönen Silbstb-wußt .... ftbet kennen doch den Doctor Trio? „<5° »m vorigen Jahre stieß ein Sperber auf einen Kanarien- voael der vor dem offenen Fenster einer Hinterhauses, dar an9 benannten Garten grenzt, in einem kleinen Käfig hing, in. h»«n tinnt kleinen Goldhähnchen an bis hinauf ! chdie nicht weit vom Fenster in der Stube arbeitete, - ' ^en^ irechen Vogel bemerkte, lies fie schreiend nach dem Käfig, den frechen ^5oge ö6ter @l(c der Räuber entfernte, aber der allseitig geschätzte Sänger, der noch lurj vorher sein liebliches Liedchen erschallen ließ, lag tobt in feinem kleinen Aufmerksam. Frau (zu ihrem vom Spaziergang heimkehrenden Gatten): „Da w eine $0‘e“”>Ä - "ach Knops «u« Wg ""««f0*”', den bitte» Mann: „Ein liebenswürdiger Mensch! Bin nur emen y Tag mit ihm auf Helgoland zusammen geroefeti äe Ausmerksamkeit, mir seine Todesanzeige zu schicken. Korbgeben her!" # , 3utunft..3nfet«t. '.Tüchtiger W« «g* Gehirnphotographie erwünscht. Offerte unter W. fördert b. E." ___—- und aroben Garten be» Herrn Dr. Ploch bahi«, der gleichsam in bem Lerz-n unserer Stadt He8t/ft^ Winter fast jeden Tag ein Sperber recht unliebsame Besuche ium Schrecken der Vögel ab. „ „ .n Eines Tages stand ich in diesem Garten, nur 10> b.» 12 Schritte von einem Futterplatze entfernt und sah mit Freuden, wie darauf die armen Vögel ihren Hunger stillten. Sta kam um eine Ecke herum geräuschlos, etwa einen Meterhochüber I de- «ÄÄ S^mUietoÄ 3h der letzten MMN« .“Wffi Md »og mit änw so großen Schnelligkeit davon, daß es mir verein- habe ä Nachfolgende-'/b-r ben Epe^b«^ StTlLal«* war, mit meinem Stocke nach bemfelben Meßene?Anze^ger? um dem Wunsche des Ausschuffes zu ent- zu ^^en Märztage b. I. saß ich behaglich sprechen, um Abdruck derselben in Ihrem geschätzten unb weitver Wohnzimmer, aber plötzlich wurdeich durchem (Finkenhabicht), der »tfÄ Ä SÄ «TW« kühne Räuber. Da» Sperber-Männchen sich Zeqt^ymre, zu verfolgen. Der hat eine roströthliche Brust und erreicht eine Länge von batte stH unter das Sopha geflüchtet, aber den Sperber le «»ntimetern das Weibchen ist 44 Centimeter lang, UN I P ,x s.ihar Vicht erwifchen, denn als er kaum meiner es ist^emnach^'bedeutend größer flog er pfeilschnell wieder durch das offm alten Sperbern ist der Rücken schwärzlich aschgrau, die Unter $ in bQ8 Freie. Nachdem der Sperling sich von seinem leite weiß und mit röthlichen Wellenlinien durchzogen. Das yLte(jen ^holt hatte, wollte auch dieser nicht länger in Vaterland dieses abscheulichen Räubers rst hauptsächlich Schlafzimmer verweilen, und er begab sich durch dar Enropa; er bewohnt msere ffÄXTS Ke Fnft« wieder in He Freche». . . Keldaebölze, fiedelt sich gerne in der Nähe der Dörfer uno » „nrinett 9kabre stieb ein Sper Städte an drngt sogar, weil er keine Scheu vor den Menschen ^t m Rnnern der Städte in kleine und große Baumgärten L LÄ! s^-nchhie-