bahn spielend ommt- rkehrs — wie naue Kenntniß eiben. Erstere boten werden; er nach dem ;te unausgesetzt g zu bringen. a und vielleicht i Liszt, Rubin« spielen müffen, nig Genuß be« bße vermeiden, dann geht es Heranwachsende c sein will, so tlichen Verkehre len willkommen Angewiesen, wie entwickelt hat. Seltenden scheint !M etwa» Neue», bringen. tze gebrachte vor Augen hält , der wird ohne ällen finden, wo zu viele werden a Niemand, daß rtze das Wichtigste stehen Herz und er möge beruhigt ton die Kenntniß >n guten Genien , in erster Reihe als den Männern verliehen. Ihnen nobeinen Etiqaette it, ihnen wird e« ht. Den Frauen, sellschaf tlichen Der« , Gesetzbuches der te für die bürgerlich- nmanne der „Wien« zig, Berlin, Stuttgart. Mutter: „Den »«' chende Braut, selbst die Verlobung doch armer schwieriger wird, dürste die Mittheilung n erschienen Heft 8 dei besonderer Vorzug °i- , sind die Glücksspmn-, und die Libelle, seh' die Klette, die R-b-, Nationaltrachten, so«" kleider, viele pracM zen den Inhalt biefii cheyda) in «iegeit. t > JHjä yr S i! MUW Nr. 10 _____ 8MH MMUUd MÄH iG<’fWI’ ®ttIRilk’K61älk’r UnterlMnirgsblatt Ml Gießener Anzeiger (Oenerat-AnMgrr). Der Sohn des Regiments. Erzählung von E. Heinrichs. (Fortsetzung.) Jacob Dreger, so hieß des Hauptmann» Diener, hatte die Kriege in Böhmen und Frankreich mitgemacht und war bann, weil die alte geheilte Wunde von des Hauptmanns Degenstich ihm wieder Schmerzen verursachte, al« Invalide ganz frei geworden. Herr von Rautenstern, der zufällig durch seine alteMchin, welche au» demselben Orte gebürtig war, davon gehört, ließ Jacob Dreger zu sich kommen, der von dieser Stunde an seine» Herrn rechte Hand wurde E« schien, al» wolle dieser sein vergangene» Leben, da» so manchen dunklen Punkt aufwie«, dadurch etwas sühnen. Ja, e» gab noch einen sehr dunklen Punkt in der Ver- gangenheit de» Hauptmann» von Rautenstern, der ihn wohl hauptsächlich zum einsiedlerischen Menschenfeind gemacht haben mochte, ein Punkt so häßlich, so himmelschreiend, daß die alte Köchin Hanne, welche darum wußte, um keinen Preis bei ihm geblieben wäre, wenn sie nicht al» Kind schon von seinen Eltern große Wohlthaten genoffen, stet» seinem Hause treu gedient und sich deshalb verpflichtet gefühlt hatte, bi» an das Ende bei ihm auszuharren. Dieser dunkelste Punkt seine» Leben» betraf seine Frau, welche er, von blinder, ungerechtfertigter Eifersucht hingeriffen, zur Flucht getrieben hatte. Sie war eine sehr vermögende Waise, ein schöne», sanfte», schüchterne» Wesen, welches ihr Vormund, ein rauher Haudegen und Kamerad des damaligen Lieutenant» von Rautenstern, ohne die Arme zu fragen, dem Letzteren zur Frau gegeben hatte, nur um die Plackerei, wie er sich ausdrückte, mit einem Schlage los zu werden. Sie hatte es nicht gewagt, sich zu widersetzen, auch keine Freunde besessen, welche ihr hätten Beistand leisten können und sich deshalb refignirt dem Unabänderlichen gefügt, obwohl Lieutenant Rantenstern ihr Furcht und Entsetzen einflößte. Zu seiner Ehre müssen wir indeß hinzufügen, daß er Adelheid nicht ihre« Vermög«,« halber, sondern au« wirklicher Zu« Neigung heirathete und daß ein wenig mehr Energie und Klugheit von ihrer Seite die Ehe jedenfalls erträglich gestaltet haben würde. Bei seinem nicht blo» jähzornigen, sondern auch mißtrauischen Naturell war trotz aller demüthigen Nachgiebigkeiten und Sanftmut!) der jungen Frau da« Unglück bald fertig, da er ihr schüchternes Wesen für Verschlagenheit, ihren Duldersinn für Heuchelei und Verstocktheit erklärte. 6« war die alte Geschichte von jener Disharmonie, welche das heilige Band der Ehe mit einem wilden Mißton zerreißt, von jenem Wahn, vor welchem der Dichter warnt, der das Rosenband zur ehernen Galeerenkette umwandelt. Frau Adelheid war keine Gattin für einen Mann, den die Passivität immer grausamer und mißtrauischer machte. Ein Freund de« Hause«, welchen da« Schicksal der Armen mit Theilnahme erfüllte, erregte feine Eifersucht und damit alle bösen Geister, welche in seiner Seele nisteten- Vernünftigen Vorstellungen völlig unzugänglich, behandelte er die unglückliche Frau mit einer Brutalität, welche die Dienerschaft rebellisch machte und die alte Köchin Hanne dem Gebieter gegenüber zu der kühnen Drohung veranlaßte, daß sie schnurstracks zum Herrn Oberst gehen und ihn verklagen wolle. Es fehlte nicht viel, fo hätte der Milchende die freche Kreatur, wie er Hanne nannte, mit der allzeit bereiten Klinge durchgerannt, wenn sie nicht in diesem kritischen Augenblick den Namen seiner Mutter genannt und damit seine Hand gelähmt hätte. Obwohl er sich der längst verstorbenen Mutter kaum erinnern konnte, so hatte er doch schon al« Kind erfahren, daß die Behandlung feine« ebenso jähzornigen Vater» sie frühzeitig in'« Grab gestürzt, ihn zur mutterlosen Waise gemacht hatte. Die Sehnsucht nach ihrer Liebe hatte eine fast abgöttische Verehrung für die Todte in ihm erweckt und befestigt und die Erinnerung an sie zuweilen wie eine Be« fchwörungs-Formel die bösen Geister be« Jähzorns gebannt. Die Mahnung an die Verstorbene hatte auch in der That zu einem Waffenstillstand geführt, bl« er eine« Tage« von einer Reise hetmkehrend, seine Frau tm Gespräch mit jenem Freunde auf der Promenade erblickte. Da war da« Aeußerste geschehen, ein Schlag in’« Gesicht be« vermuthlichen Verräther« führte zu einem Duell, da« diesem eine schwere Verwundung, dem wilden Rautenstern Festungshaft eintrug. Die unglückliche Frau war verschwunden- Niemand 38 fragte und forschte «ach ihr, al» die treue Hanne, doch war keine Spur von ihr zu entdecken gewesen. Die gute Seele machte bei dem Datum diese» schreck« lichen Lager ein schwarzes Kreuz in ihren Kalender, den sie seit jener Stunde wie ein Heiligthum ausbewahrte. Ein» aber hatte sie dem finsteren Gebieter, al» er au» der Hast zurückgekehrt, mitgetheilt, da» ihn zuerst mit Unruhe, dann aber mit grimmigem Hohn erfüllt hatte. „Sie haben mit Ihrer armen Frau auch den Segen de» Himmels, eia Kind, vielleicht wohl einen Sohn, von fich gestoßen, gnädiger Herr," hatte sie ihm unter vier Augen gesagt und ihn damit in der Wurzel seines Lebens getroffen, weil er fich nichts sehnlicher als einen Erben gewünscht hatte. Dann aber hatte er stch's mit ingrimmiger Verzweiflung einzureden versucht, daß er im Grunde nichts daran verloren, weil das Kind ihm nur eine Quelle quälenden Mißtrauens und beständigen Aergers geworden wäre. Im Geheimen hatte er'« jedoch an eifrigen Nachforschungen nicht fehlen lassen, kein Geld erspart und alle Mittel und Wege erschöpft, um eine Spur seiner verschwundenen Frau zu entdecken. Alles umsonst, es schien, al» habe die Erde sie verschlungen. Da Herrn von Rautensterns Gegner bis auf einen gelähmten Arm, welcher ihn fortan dienstunfähig machte, wieder hergestellt worden war, so verblieb ersterer nach Verbüßung der Festungshaft im Dienst, wurde aber in eine entlegene Provinz versetzt- Sein Jähzorn wurde auch hier sprichwörtlich, bis die blutigen Kriegs jene Gewaltthätigkeiten zum Ausbruch trieben, die den allgemein gefürchteten Mann, der, verschiedentlich im Avancement übergangen, endlich zum Hauptmann befördert worden war, zum Mord hingerissen. Seit jener furchtbaren Katastrophe in seiner Ehe waren jetzt 26 Jahre vergangen- Rautenstern hatte da« Vermögen seiner Frau nicht angerührt, da er wie ein Einsiedler lebte und nur mit dem Bankier Meiring, der sein Geld verwaltete und vermehrte, in Verkehr getreten war. Gegen die beiden alten Dienstboten war er ein gütiger und freigebiger Herr, die von seinem einstigen Jähzorn nicht« mehr zu befürchten hatten. IX. Acht Tage befand sich Otto Waldmann jetzt in seinem neuen Wirkungskreise, dem er sich mit dem ganzen Feuereifer seiner neuerwachten Thatkrast hingab. Er hatte bereits an Eäcllie geschrieben und auch eine sofortige Antwort, seltsamer Weise aber nur durch den Telegraphen, erhalten. Sie sprach darin, natürlich kurz und bündig, ihre Genugthuung über seine Zufriedenheit au», jeden Dank ablehnend und auf ein Wiedersehen hindeutend. Die telegraphische Antwort bat sie mit ihrer schnellen Abreise zu entschuldigen, da sie eine Schülerin nach Prag begleiten müsse. „Sehr sparsam scheint sie in ihren Ausgaben nicht zu sein," dachte er grollend, „und dann mußte sie diese Antwort doch auch niederschreiben, ein Blatt Papier, welche« ein fremder Mensch bei Seite wirst, während ich die Zeilen von ihrer Hand wie ein Heiligthum aufbewahren würde, was nun fteilich auch mit diesem Telegramm geschieht!" Am achten Tage nach seiner Ankunft auf Gut Hirsch- wettet lud ihn Herr von Bornheim zu sich auf sein Zimmer. „Setzen Sie fich, junger Freund, ich habe eine Bitte an Sie „Sie haben nur zu besehlen, Herv- von Bornheim," fiel Waldmann ruhig ein. „O, nicht doch, ich betrachte Sie wie einen Freund, Herr Waldmann, und in diesem Sinne bitte ich Sie, mir einen Dienst zu leisten, der nicht» mit Geschäften zu thun hat. S» ist eine Vertrauenssache, mit einem Worte, e« betrifft eine Reise nach Ihrer früheren Garnisonstadt X." Waldmann blickte ihn erschreckt an, tiefe Bläffe bedeckte sein Gesicht. Bornheim erhob sich rasch und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Sie können fich dort ohne Scheu blicken lassen," sagte §r beruhigend. „Benutzen Sie den heutigen Abendzug, dann treffen Sie mit Lagesanbruch in L. ein und köimen schon am selben Vormittag Ihren Auftrag ausrichten." „Verfügen Sie über mich, Herr von Bornheim," sagte der junge Mann, sich rasch faffend, „ich werde Ihr Vertrauen nicht täuschen." „Gut, ich erwartete e» nicht anders von Ihnen. Kennen Sie in 3E- einen Hauptmann von Rautenstern?" „Einen Hauptmann außer Dienst, der fich dort eins« gewissen Rufes al« Menschenfeind und Sonderling erfreut?" „Den meine ich, er wohnt doch noch in 3M" „O gewiß, ich kenne ihn aber nur vom Hörensagen." „Sehen Sie, junger Freund," suhr Bornheim mit einem ovialen Lächeln fort, „meinen linken Arm hat dieser Sonderling vor 25 oder 26 Jahren mir zerschossen, so daß ich meinen Abschied nehmen und fortan meinen Kohl bauen mußte. Wir haben uns seitdem nicht wiedergesehen.. E« war ein regelrechtes Duell, eins Frau natürlich die Ursache. Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß wir Beide, sie und ich, ganz schuldlos waren, aber der damalige Lieutenant von Rauten« stern ließ nun einmal nicht mit sich reden,, weil er ein jähzorniger Mensch, ein wahrer Tollkopf war. Er blieb beim Regiment, avancirte zum Hauptmann und mußte seinen Abschied nehmen, weil er seinen Burschen niedergestochen, wie er'» schon einmal früher gemacht hatte. Das zweite Opfer blieb am Leben, für da» erste wurde er auf eine gewisse Zeit, ich glaube auf zehn Jahre, zu einer alljährlich zu verbüßenden Festungshaft verurtheilt. Diese mllde Strafe hatte er seinen militärischen Verdiensten und seiner Bravour im böhmischen Kriege zu verdanken. So viel von diesem Manne, der mich unzweifelhaft noch immer mit seinem wildesten Haß beehrt. Sie sind vielleicht im Stande, diesen Haß zu tilgen, Herr Waldmann I" „Ich, Herr von Bornheim?" fragte der junge Mann verwundert. „Vielleicht, sage ich, Sie haben nicht« weiter zu thun, al» sich eine Unterredung mit ihm zu verschaffen, indem Sie ein Schreiben abgeben und auf Antwort warten." „Ich werde Ihren Auftrag genau »»«führen," versetzte Waldmann mit fester Stimme. Noch am selben Abend fuhr er nach der eine Meile entfeinten Bahnstation und mit dem ankommenden Zuge nach X. Am nächsten Morgen, nachdem er sich in der Bahnhofs- Restauration durch ein Frühstück gestärkt und die nöthige Toilette gemacht hatte, begab er fich ohne Säumen nach dem Hause de« menschenfeindlichen Hauptmann«, wo er lange vergeblich an dem hohen, verschlossenen Gartenthor, da« in eine dicke Mauer eingelassen war und keinen Einblick gestattete, läuten mußte, bi« endlich ein bejahrter Diener öffnete und griesgrämig nach seinem Begehr fragte. „Ich wünsche den Herrn Hauptmann zu sprechen," sprach Waldmann kurz. „Oho, der Herr Hauptmann ist nicht für Jedermann zu sprechen," schnauzte Jacob ihn an, „wer sind wir denn und was wollen wir eigentlich?" „Ich bin Offizier außer Dienst, wie Euer Herr," erwiderte Waldmann gebieterisch. „Meldet den ehemaligen Lieutenant der Artillerie Waldmann." Jacob sah ihn mißtrauisch an und meinte dann, etwa» milder gestimmt, daß die Meldung gar nicht« nützen könne, weil der Herr Hauptmann mit keinem Menschen verkehre und er — Jacob — fich keine Stockprügel holen wolle. „Dann wird er doch wenigsten« Briefe annehmen?" fragte Waldmann, da» Schreiben de« Herrn von Bornheim hervorziehend. „Ist wohl ein Bettelbrief, wie? — Darauf giebt's keinen Bescheid, Herr Lieutenant!" „Nein, guter Freund," beruhigte ihn Waldmann lächelnd, „gebettelt wird nicht darin, ich will hier draußen die Ant« wort erwarten." Jacob nahm zögernd da« Schreiben entgegen, nöthigte ihn auch nicht zum Eintreten, sondern verschloß da« Thor wie vorhin, ja, legte sogar die Eisenstangen wieder vor. 39 -Schauderhafte NarrheitI" murmelte der runge Mann belustigt, sich die Zeit mit einem Spaziergang längs der Gartenmauer vertreibend. Er mußte lange auf die Rückkehr de« Diener« warten und fürchtete schon, daß seine Mission ganz fehlschlagen, er nicht einmal eine Antwort auf den Brief erhalten würde, al» da« Thor sich plötzlich wieder öffnete und Jacob ihn heran« winkte. „Der Herr Hauptmann befehlen den Herrn Lieutenant zu sich," meldete der Diener, dessen Gesicht den Ausdruck höchster Ueberraschung trug, sich stramm ausrichtend. Waldmann folgte ihm mit einem zwischen Neugierde und Beklommenheit getheilten Gefühl. Al» sich die Thüre de» Empfangszimmer« hinter ihm geschlossen, kehrte Jacob zu der alten Hanne in die Küche zurück, um ihr da« Unerhörte mit« zuthetlen, daß der Herr fremden Besuch angenommen habe und nun gewiß nicht lange mehr leben werde. „Unsinn," meinte die Alte, „wer war'« denn eigentlich? Ich sah ihn vom Kellerfenster aus, er kam mir fo sonderbar bekannt vor." „Es wa» ein Lieutenant außer Dienst und nannte sich Waldmann. Der Herr fuhr mich grimmig an, wie er den Brief nur sah, er nahm ihn aber doch und drehte ihn hin und her und frug erst nach — ich weiß nicht wie. Al» er ihn aufmachte und nachsah, von wem er kam, da hält' Sie ihn sehen sollen, Hanne; er warf ihn erst nieder und trampelte darauf herum. Mir würd' angst und bange, bis er ihn wieder aufnahm und lange daran herumla». Da sah er auf einmal wie ein Leichentuch au« und schaute umher wie Einer, der fich vor wa» fürchtet. „Wo hast Du den anderen Brief!" schnob er mich dann an und er meinte, er stecke wohl noch im Umschlag, wo er ihn auch fand. Grundgütiger Gott, Hanne, wie sank der Herr zusammen, al« er diesen zweiten Brief la»; ich glaubte erst, daß er weinte, — aber ihm war was in'« Auge geflogen, sagte er wieder wüthend und dann mußte ich den Lieutenant heraufholen." Hanne hatte regungslos diesen Bericht angebört, sie blickt« starr vor sich hin und sagte endlich: „Wenn Ihr den jungen Herrn wieder hinaurlaflen sollt, Jacob, dann haltet ihn im Flur auf und ruft mich, hört Ihr?' Jacob versprach e» ihr. Al» Otto Waldmann vor den alten Hauptmann trat, stand dieser aufrecht in strammer Haltung neben seinem Schreibtisch und blickte den jungen Mann mit unruhig funkelnden Augen, die jeden Zug seine» Gestcht» zu studiren schienen, unverwandt an. Diese« minutenlange Anstarren wurde Waldmann un- gemüthlich, er begann ohne Umstände mit einer zweiten Verbeugung: „Darf ich um Ihre Antwort bitten, Herr Hauptmann?" „Hm, jawohl," erwiderte dieser zögernd, fich den langen, grauen Schnurrbart mit beiden Händen ausziehend. Er sah in diesem Augenblick aschgrau au», der Hausrock schlotterte um die hagere Gestalt, daß es ihm sichtlich Mühe machte, die militärische Haltung zu bewahren. „Wissen Sie, wa» dieser Brief enthält?" fragte er mit rauher Stimme. „Nein, Herr Hauptmann, ich bin Volontär beim Herrn von Bornheim und in diesem Augenblick nur sein Bote." „Bote!" wiederholte der alte Herr verächtlich. „Und Sie wollen Offizier gewesen sein?" „Allerdings, indessen —" „Weshalb haben Sie Ihren Abschied erhalten?" Diese Frage klang so gebieterisch, daß Waldmann» Trotz fich regte. „Ich habe meinen Abschied gefordert," erwiderte er kurz. „Da« Warum ist meine Sache." Der Hauptmann nickte langsam. „E« ist gut," sagte er ebenso kurz, „wie viel ist Ihre Uhr? Sie geht doch richtig?" „Auf die Minute," antwortete Waldmann, verwundert seine Uhr hervorziehend. „Zeigen Sie mal her, ich möchte sie mir ansehen, bin ein Liebhaber von Uhren wie weiland Larl der Fünfte." Waldmann konnte «in Lächeln nicht unterdrücken; er wollte die Kette losnesteln, um die Uhr dem alten Herrn zu überreichen, was ihm mit den Handschuhen jedoch nicht recht gelingen wollte, weshalb er den einen rasch abstreifte. „Hier, Herr Hauptmann!" Dieser nahm mechanisch die Uhr entgegen, sein starrer Blick haftete an dem Ringe, den der junge Mann am kleinen Finger der Rechten trug. Ein Sonnenstrahl verfing sich in dem großen Rubin und funkelte wie frisch vergossenes Blut. Herr von Rautenstern stöhnte schmerzlich auf und stammelte dann, al« sei ihm plötzlich die Zunge gelähmt: „Der Ring, woher stammt er, wer hat Ihnen denselben gegeben? Um Gotte» Willen, sagen Sie mir die Wahrheit!" Er wankte hin und her und wäre zu Boden gestürzt, wenn Waldmann ihn nicht gestützt und nach seinem Sessel geleitet hätte, wo er seufzend niedersank, einen flehenden Blick auf den jungen Mann hestend. Dieser fühlte sich von einer seltsamen Theilnahme für den gewiß recht unglücklichen Hauptmann erfüllt; er rückte sich einen Stuhl heran und begann seine Geschichte, au» welcher er ja nie ein Hehl gemacht, freimüthig zu erzählen. Der alte Herr hörte, die Augen fest auf ihn gerichtet, lautlos zu- Al» er zu Ende war, bat er, ihm den Rinz zu zeigen. Er betrachtete und untersuchte Beides, Ring und Kette, mit fieberhafter Hast. Dann athmete er tief und schwer auf und fragte leise: „Wo ist der Papierstreifen, von dem Sie erzählten?" Waldmann, der ihn von Bornheim sofort zurückerhalten hatte, nahm den Streifen au» seiner Brieftasche. Der Hauptmann la» lange an den paar Zeilen. Seine Brust hob und senkte sich wie von unterdrücktem Schluchzen. „Die» hat Deine Mutter geschrieben," sagte er plötzlich zu Waldmanns höchster Bestürzung mit gebrochener Stimme, „und ich — ich — bin Dein Vater, der sich al» Verbrecher vor dem eigenen Sohne anklagen und um seine Verzeihung flehen muß." „Um Gotte« Willen!" rief der junge Mann, sich rasch erhebend, da er einen Wahnsinnigen vor sich zu haben glaubte. „Sie find krank, Herr Hauptmann?" „Jawohl, mein Sohn, krank am Gewissen, aber nicht verrückt, wie Du glaubst. Komm', setze Dich, auch ich will Dir eine Geschichte erzählen!" Waldmann gehorchte mechanisch, obwohl ihm der Alte in seinem plötzlichen Vaterwahne sehr gefährlich vorkam. Herr von Rautenstern begann seine Erzählung sehr logisch, wenn auch ein wenig erregt, doch je länger er erzählte, desto aufmerksamer horchte der junge Mann. Nun kam die Frau, — Herr von Bornheim und da» Duell, wie e» ihm der Gutsbesitzer bereits angedeutet hatte und es wurde plötzlich hell vor ihm. Mit einem Schlage wußte er, weshalb Jener ihn hierhergesandt, wußte er, daß er seinen Vater gefunden. Hatte er ein Recht, sich darüber zu freuen? — Durfte er diesen Mann lieben, der ihn schon vor der Geburt verstoßen und seiner armen Mutter ein frühes Grab bereitet hatte? Der Hauptmann betrachtete ihn, als er geendet, angstvoll forschend. Er schien in den düster gesenkten Augen, den drohend zusammengezogenen Brauen des jungen Manne» sein Urtheil zu lesen- „Glaubst Du es jetzt, daß ich Dein Vater bin?" fragte er leise. „Verdammst Du mich für immer? — Deine Mutter schaut mich aus Deinen Augen an, sonst aber bist Du mein Ebenbild, Gott sei Preis und Dank, nur im Beußeren, da Du, wie Bornheim mir schreibt, die Herzensgüte Deiner Mutter geerbt hast. O, mein Sohn, sie hat mir vor ihrem Tode verziehen, sie gab Dir meinen Namen, willst Du die Vaterhand, welche Dir den Lebensweg ebnen, Dir Alles vergelten kann —" „Dieselbe Hand, welche meine MuttÄ in'« Grab ge» stoßen, sie beschimpft hat," unterbrach in Waldmann, sich stolz erhebend, mit hartem Tone. „Ich kann diese Hand nicht ergreifen, dem Mörder meiner unschuldigen Mutter keine Kindes- iö verhindert, daß dis Schleimhaut in Hals und Mund zu trocken wird oder gar ausspringt und dann Blutungen und heftige Schmerzen verursacht. _ Selbstverständlich darf Papa, so lange Hänschen Husten hat, nicht mit der Cigarre oder Pfeife ins Zimmer kommen. Wird doch schon mancher ganz Gesunde durch Tabakrauch zum Husten gereizt, wie viel mehr ein wirklich an Husten Leidender I Die Hauptsache aber ist und bleibt, daß man dem kleinen Patienten immer und immer wieder zuruft: „Mund zu!" Er soll stets nur durch die Nase und nie durch den Mund athmen. An der feuchten Schleimhaut der Nase bleiben dann alle mit der Athmungsluft etwa eindringenden Staub» theilchen haften und können in Hal» und Luftröhre keinen Hustenanfall Hervorrufen; auch wird auf diese Weise die trockene Luft angefeuchtet und die kalte erwärmt. Daher nochmals: „Mund zu!" . Beachtet und befolgt man all diese aus Erfahrung der täglichen Lebens geschöpften Vorschriften, welche vielleicht Manchem nebensächlich erscheinen könnten, 4n Wirklichkeit aber von großer Bedeutung find, wird man sich viele Sorgen und den Hustenden bedeutende Qualen und Schmerzen er» sparen. ____________ Hebe geben. Behüten Sie Alle», Ihren Namen und Ihr Geld, ich verzichte darauf und erbitte mir nur das Erbtheil meiner Mutter zurück, das sie ihrem armen Sohne einst mitgegeben, um darin vielleicht die Gewähr einst zu finden,»daß auf seiner Geburt kein Makel ruht. Die» ist heute geschehen, ich erkenne darin die göttliche Gerechtigkeit, welche auch Ihnen, Hauptmann von Rautenstern, ein sichtbares Zeichen ihre» Waltens hat geben wollen." „, Er nahm bei diesen erbarmungslosen Worten sein Eigen- thum an sich und verließ, ohne dem alten Herrn noch einen Blick zu gönnen, das Zimmer. (Fortsetzung folgt-) Pflege der Hustenden im Winter. Von Dr. Otto Gotthilf. . (Nachdruck verboten.) Sehr unangenehm wird jetzt manche fürsorgliche Mutter in der Nacht geweckt durch da» beängstigende Huste« ihres Liebling». Am andern Morgen wird dann schleunigst zum Arzt geschickt, welcher lösende Trünkchen verschreibt. Bald erscheinen auch die verschiedenen „lieben Tantchen," um noch ihren unfehlbaren Hustenthee dazu zu geben. Aber trotz Allopathie und Homöopathie, trotz Schwitzen und Gurgeln und hermetischen Abschließens gegen die rauhe Winterluft will es durchaus nicht besser werden mit dem kleinen Patienten, oder es tritt häufig nach einer Besserung wieder ein Rückfall ein. Woher kommt da»? , , Wohl gibt er hundert« von Ursachen hierfür, aber die meisten beruhen auf der aus Unkenntniß falschen Pflege jener so empfindlichen kleinen Patienten- Onkel Doctor ist eben dagewesen und hat erklärt, Hänschen könne heute einige Stunden aufstehen. Nun wird der erfreute Patient schnell in dem halb warmen Schlafzimmer in doppelte oder dreifache Kleidung gesteckt, dann nimmt man oberflächliche „Katzenwäsche" vor, und — husch hinein m's warme Wohnzimmer! Hierdurch gehen aber dem Kleinen alle jene wichtigen Bortheile verloren, welche dem Körper sonst jeden Morgen durch ordentliche» Waschen und durch Wechseln der Wäsche zu Theil werden. Daher muß Han» noch im Hemdchen gleich in Papa» dicken Schlasrock oder in Mama» wollenes Umschlagetuch gewickelt und an den Ofen der Wohnstube gebracht werden. Dort wird mit lauwarmen Wasser Schweiß und Staub vom ganzen Körper abgewaschen; denn da die Lungenathmung nicht regelrecht functioniert, so muß eben die Hautathmung ganz besonder» unterstützt werden. Nun erst wird reine durchwärmte Wäsche angezogen. Daraus werden Zähne, Gaumen und Rachen sauber gereinigt, um den in der Nacht verdickten Schleim vollständig zu entfernen, wodurch auch die Lust zum Essen bedeutend gehoben wird. , , „ L m Zur großen Freude der sorglich beobachtenden Mama ist Han» heute viel munterer. Er spielt stillvergnügt mit Miezchen auf dem dicken Teppich. Plötzlich fängt er heftig an zu husten, und alle Hoffnung auf Genesung ist dahtn- Wodurch wurde die Schleimhaut so gereizt, daß der furcht bare Hustenreiz eintrat? Einfach durch einige kleine Staub- theilchen oder Wollfaserchen, welche beim Spielen vom Teppich ausflogen. Hinaus daher mit allen staubfabrizierenden Mobilien aus der Umgebung der Hustenleidenden! Ueberhaupt sorge man dafür, daß die Stubenlust nicht zu trocken ist, weil trockener Staub zu leicht aufgewirbelt wird. Es gibt ja so zahlreiche Mittel, um der Luft Feuchtigkeit zu verleihen. Lebende Blumen in Schalen verdunsten viel Wasser und gewähren noch einen gemütherheiternden Anblick. Die Topfpflanzen auf Fensterbrett und Blumentifch dürfen im Winter nur wenig begossen werden, aber tägliches reichliches Bespritzen mit angewärmtem Wasser reinigt und tränkt ihre Stengel und Blätter, erfrischt die Stubenlust und belebt die Insassen Auch da» Ausstellen einer Schüssel mit Wasser thut seine guten Dienste. Durch die Feuchtigkeit der Luft wird auch Stbaction: A. Schryda. - Druck und Verlag »er Brühl'schm UniversiMS-Buch- und Steindrnckerei (Pietsch & 6$e«)ba) in G-cßM. Literarisches Das in malerischer Gegend im östlichen Holstein gelegene Städtchen Plön hat in jüngster Zeit wieder bte allgemeine Aufmerksamkeit auf sich gelenkt, weil demnächst in ihm bte beiden ältesten Söhne des deutschen Kaiserpaares ihren Aufenthalt nehmen werden. In dem Schlosse, welches das Städtchen überragt, ist fett dem Jahre 1867 eine Kadettenanstalt errichtet, und auf dieser sollen die beiden kaiserlichen Prinzen ihre Attsbildung erhalten. Als Wohnung wtrd denselben ein in dem Parke des größeren Schlosses gelegenes reizend^ Barockschlößchen dienen. Hübsche Ansichten von dem an dem gleichnamigen See gelegenen Städtchen Plön, sowie dem größeren und kleinem Schlosse und namentlich der innern Einrichtung des letzteren bringt bte soeben ausgegebene Nr 14 von „Utbtt 8a«v «Ud Wttt < S’1 der gleichen Nummer befindet sich auch die Fortsetzung der interessanten Heerschau über die deutschen Prinzen, die diesmal bte Porträts von zehn beutschen Fürstensprößlingen bringt. Die von uns bereits lobend erwähnte neue Ausgabe von ,Arma«d» AvsgewLhlt« «otnatu* ist bis Lieferung 12 vorgeschritten. lieber bas Unternehmen urthetlt bte Zeitschrift „Quellwasser für bas beutsche Haus," 19. Jahrgang Nr. 35 wie folgt: „Die Ausqewählten Romane Armanbs (Weimar, Verlag bet SchnftenvertnebS- anstalt: Inh.: Verein für Massenverbreitung guter Schriften) eignen sich für bie Zwecke des Vereins in der That vortrefflich dadurch, daß sie mit' der Anziehungskraft einer spannenden Schretbwetse sittlichen Gehalt und literarischen Werth vereinen." Die „Rhetmsch-Westfältsche Zig. äußert sich in ihrer Nummer 124 gleichfalls anerkennend, indem sie bemerkt : „Diese Ausgabe ist nicht etwa nur ein Abdruck der vergriffenen Werke Armands, sondern von berufenen Kräften auf das sorgfältigste durchgesehen, sodaß Inhalt sowohl wie Ausstattung den Anforderungen entsprechen, die man heutzutage an ein gutes Buch stellt. Wie uns die Verlagsbuchhandlung im weiteren mittheilt, ist ihr nicht nur eine große Anzahl der lobendsten Besprechungen von der Presse zu Theil geworden, sondern auch im Kreise des Publikums hat die neue, gegen früher so billige Ausgabe von „Armanbs Ausgewählte Romane" größten Beifall gefunben. Wir können baher unfern verehelichen Lesern nur empfehlen, sich in jeher beliebigen Sortiments- ober Colportagebuch- hanblung Probehefte von bem lobenswerthen Unternehmen zur Ansicht geben zu lassen, und wir sind überzeugt, daß dasselbe auch den Beifall unsrer werthen Abonnenten finden roirb. Von dem im Verlag der Schriftenanstalt in Weimar erscheinenden Otfrid Mylius'schen Roman „Sietumatttt» ötbttt lobet $»♦ gerauht« Testament" erhalten wir heute Heft 11 und 12 zur Besprechung. Gern kommen wir dem Wunsche genannter Verlagshandlung nach, unsere verehrlichen Leser wiederholt auf bas verdienstvolle Unternehmen aufmerksam zu machen, haben wir doch nun selbst lernten gelernt, was für den geringen Preis von 10 Pfg. ein solches Heft an Text und Ausstattung bietet. Und eben diese äußerst billige Bezugs- roeife ermöglicht jedem Freund einer guten unterhaltenden Sectüre, sich den Roman „Bienemanns Erben ober Das geraubte Testament" zu erwerben; kein Abonnent wirb bie Anschaffung des gediegenen und spannenden Werkes bereuen. Probehefte sind in jeder Buchhandlung zur Einsicht zu erhalten und werben daselbst Bestellungen gern entgegengenommen. ) W- De AI» der Diene „Wa „ich hole Dak forschende! sich düster kette mied »Hei! nicht mit dazu — < ihn? - ; »Fra mann rau von meine „O, Herrin," Ring küsse Eid schwöi Gesicht gei Wald dann, daß wohl aufgi Ohne Diener, w Al» l ihrem Her liegend. M Ha «oh seinen Ii vom Ml