gsessgaü 3 WWWW !»•/;• r ,~2. *»j ■:.. M^WZ i e k ei;er ü nü I i e ub IäIler Nr. 151 D-merStag des 24. Deeember Unterhaltungsklatt zum Gießener Anzeiger (General-Anzeiger) Weihnacht. Hört ihr'» von allen den Thürmen und Thürmchen? Ach, so gar^elgen und traulich bekannt» Und so voll^Beben und so voll Jubel Klingen die Glocken in'sMneeige Land: „Weihnacht,^Weihnacht, herrliche Zeit! Tönend zu preisen dich find wir geweiht, Da du in dreimal gesegneter'Nacht Sündiger Menschheit den Heiland gebracht." i. Seht ihr durch alle die Gassen und Gäßchen ' Eilige Menschen mit Päckchen und Bund? Leuchtende Augen, frohlockende Lippen, g£ Heimliche» Flüstern von Muud zu Mund? „Weihnacht, Weihnacht, köstliche Zeit! Die uns den Segen der Liebe verleiht, Die in der kerzenedurchschimmerten Nacht Gebend und nehmnd so selig uns macht!" Seht ihr am Baume die Lichter und Lichtchen, Ach, und darunter die flimmernde Pracht? Jubelnde Kinder und glückliche Eltern, Ach, und wie jede» frohlocket und lacht? „Weihnacht, Weihnacht, sröhliche Zeit! Jeder so freundlich und gütig bereit, Daß er im Glanz der geheiligten Nacht Liebe nur zeiget und Liebe entfacht!" Aber, o, seht ihr in Augen und Aeuglein Jetzt auch den innerlich strahlenden Schein? Hände stch fassen und Augen stch heben, Hört ihr, wie weihevoll Alle» stimmt ein? „Weihnacht, Weihnacht, heilige Zeit! Seelen so offen und Herzen so weit; Dank Dir, Du Vater, der über uns wacht, Daß du da» Heil uns im Sohne gebracht!" Heinrich von Lautern. Ein Brief an's Christkind. Von Sophie Heim. (Schluß.) Und die Spannung! Reglos — athemlos . . . Klingelingelingeling--jetzt — ob-- Hans hat den nächsten besten Stuhl gefaßt und steht äm Fenster. »Junge!" „Aber wer ist das?" „Jetzt noch — Besuch?" „Nee — diese Idee! Und Papa — Du im Schlafrock!" „St! Still. Stimmen draußen. — Himmel dauert da» lange I" „Horch doch 'mal, Käthe. Nein — laß zu." Endlich - es klopft! - „He — rein!" „Ach, Liese, na?" Ja, Liese ist's. Mit einem Briefe. „Was? Für Hans?" „Das Christkind bracht es eben," sagte die Liese. Han» will hinauslaufen — es sehen--doch Liese stellt sich vor die Thür. „Es ist schon fort." Den Eltern zwinkert sie mit den Augen zu. Nun stehen sie Alle um den glückstrahlenden kleinen Empfänger herum. Mama muß niederknieen neben ihm, und er „liest mit". Das Christkind schreibt: „Du lieber, kleiner Hans. Sieh, da» ist hübsch von Dir; Christkindchen hat stch über Deinen Brief recht sehr gefreut. Du willst der Schwester eine Freude Machen — gut! Hier sendet Dir das Christkind einen Schlitten; ein Pferd, das ganz von selbst den Weg nach Beerbach weiß, war leider nicht zu finden. Aber ein Kutscher I Er wird den Weg im Schlafe finden, er kennt ihn ganz genau. Run geh, mein Junge, und hole Deiner Schwester da» ersehnte Chrtstgeschenk. Viel Glück!" „Was ist das?" „Von wem? Zeig doch, die Schrift." „Liefe, wer war da?" Des Fragen» ist kein Ende — aber Liese lacht nur — lacht so geheimnißvoll und giebt keine Antwort- - 602 - Und Han« — man will ihn fassen, ihn in'» Gebet nehmen — doch er entwindet sich mit Macht der väterlichen Hand. 'Nau» will er — 'naus! Den Schlitten sehen und den Kutscher. .Junge, erst sagst Du, wa» Du —" .Aber Käthe muß doch wissen —“ 7 , Käthe? Ja — wo steckt denn die? Ja—a! Wenn Ihr da» wüßtet! Gelt — Keiner hat'» gemerkt, wie sie auf einmal blaß ward — und verschwand. „Käthe — 1" Der Vater reißt die Thür auf; so eine dunkle Ahnung läßt ihn fürchten-- Herrgott — wer ist da»? „Aa—ah! Herr „Verzeihung," spricht die Gestalt im braunen Havelock — „bin augenblicklich nur Kutscher." „A-ah-Aha! Der Kutscher! Aber bitte „Sich verneigend — alle Achtung übrigens vor solch einer Kutscherverbeugung — tritt er über die Schwelle. „Onk - Onkel Rudolf!" Mit einem Schrei ist Hans schon auf ihn lorgesprungen. „Gleich, gleich — mein Junge." Einen Augenblick preßt er den Jungen an sich — dann tritt er zur Mama. Er achtet nicht auf die ihm dargebotene Hand, verneigt sich nur- „Gnädige Frau. Da» Christkind sendet mich, ich bin sein Bote." Er überreicht ihr einen Brief. „Ich bitte." Sie öffnet, liest; mit ihr der Vater. Und unterdessen wendet er kein Auge von ihnen. Sie lächeln. Ah — es ist der Brief vom Han»; da» Christkind hat ihn beigefügt. Sie lesen weiter, die Nachschrift. - „Die Bitte «ar so schwer nicht zu erfüllen," schreibt dä« Christkind. „Aber — hier, zwei andere Briefe füge ich noch bei." Fest — wie gebannt — mit solch unsäglicher angstvoll« stummer Spannung haften seine Augen auf den Zügen jener Beiden. Jetzt nehmen sie die Briefe — lesen. „Gieb, Christkind, mir da» Eine nur, Weißt ja, an wa» ich denk: Die Liebste! Gieb — oh! Gieb sie mir Al» süßer Christgeschenk." Und der andere: „Nur eine Bitte ist es, die ich ans Christkind habe: Oh! Wollt' es mir ein Töchterlein bescheeren! Für meine alten Tage einen Sonnenstrahl. Ein Töchterlein — so lieb, so herzig und so gut wie Doctorr Käthe." Die Spannung in de» jungen Mannes Zügen ist bis zum Aeußerften gestiegen. Hab doch Erbarmen, o, Du Elternpaar. Lies eilig auch den Schluß. „Seht" schreibt das Christkind, „diese Beiden, sie haben an mich nur die eine, große Bitte. O! Wie gern ich sie erfüllen möchte; aber ich kann's ja nicht. So thut denn Jhr's Laßt mich für Euch bitten — heut, am Christfest. Ein Wörtchen nur, ein winziges kleines — und schön wie nie wird diese Weihnacht für „sie Alle" sein; sorgsam wird dieser Bote da» anvertraute, theure Kleinod hüten, und schnell — wie nie noch — wird er heimwärts fahren und das so heiß ersehnte Christgeschenk in offne Arme legen. Ein einzig Wörtchen: Darf er?" „Darf ich?" fragt angstvoll ein schwarzes Augenpaar. „Darf ich?" fragt eine Stimme leise — bebend — Ein — Blick vier Elternaugen tauschen ihn: er ist so gut wie ein stummer, unsichtbarer Händedruck. Und dann — ein Lächeln — unter Thränen, und-- Ja! So ist's recht! Nun — Glocken — läutet Oh! — das ist schön! G'rad in dem Augenblick, als ob Ihr'» ahntet. Er darf! Habt Jhr's gehört? — Er darf O Weihnachtsglockenton! O sanft melodisch Durcheinander« klingen von tausend süßen Weihnachtsmelodie'n. Jetzt laut — jetzt leis, — jetzt nah — jetzt fern — find's Engel wohl, die an den Silbersträngen zieh«? O horcht doch — dieses Läuten! um „Nun? Und wie ist's denn weiter noch gegangen?" hör ich fragen. Ja — Vieles ist da eigentlich nicht mehr zu sagen. Ein halbes Stündchen später war das Zimmer leer. Nur der Christbaum stand noch, ganz einsam, ganz verlassen; durch seine flitterbehangenen Zweige zog der Duft der ausgeblasenen Kerzen. Draußen am Thor stand die Liese; sie schaute dem Schlttten nach. , ~ ,,,, „So geht es," hörte ich sie murmeln. Dann schloß sich das Hofthor. Ich aber lief dem Schlitten nach; ein ganzer Stück noch. Dachte, ich könnte noch etwas erhaschen von dem Gespräche, — euch'» dann zu berichten. Aber — vergebens! Nur zwei sprachen; aber so leise — so ganz im Flüster« ton, daß man auch nicht ein einzig Wort verstand. Und der Sturm dazu — und der Schnee — nein! „Weihnachten!" jubelt Käthe- „Jetzt ist'» Weihnacht!" „Und vorher nicht?" „Nein —" will sie sagen — unzählige Küsse schließen hr den Mund. O jubelnd Glück! Glückseligkeit, berauschend — endlos! Dann — der Junge. ____ „Süßer, kleiner Bengel! Dir dank ich Alles!" Und Onkels Arme heben ihn empor — hoch — hoch-- „Aber - Onkel -" Nun?" '',Der Schlitten — ja den findest Du zu Haus. Wart nur — gleich fahren wir! Schön ist er! Roth mit Schellen!" „Und das Pferd?" Da« Pferdchen will die Käthe selber spielen. Sie wird hn ziehen — wann — so oft er will. Alle Tage! Sie verspricht es ihm — lachend — weinend — Und fast ersticken will sie ihn mit ihren Küssen. Ich blieb stehen..... Schellenglöckchen, ein Weilchen noch kling - ling-- schwächer — — immer schwächer; dann bei des Sturme» Brausen — ein Arm, ein Mantelkragen, der schützend sich ein Paar Schuliern schlug-- Und da sauste der Schlitten um die Biegung .... Die Winterquartiere unserer Thierwelt. Von Hermann Greiling. (Nachdruck verboten.) Wie ein Traum sind Frühling und Sommer entschwunden, wie ein Traum ist die Blüthezeit des Jahres an uns vorüber« gerauscht. Schon Ende Juli fangen viele der lieblichen Sänger des Waldes an zu verstummen, nur die Lerchen erfreuen uns bis spät in den Herbst hinein mit ihrem jauchzenden Concerte. Die Hauptzeit des Vogelfanges fällt aber in die Monate April und Mai, die uns infolge unseres Klimas vielfach ver« loren geht, nur der wahre Naturfreund wagt sich auch bei rauhem Wetter hinaus in Flur und Wald, um feine Ohren an schallendem Sang, seine Augen an dem lustigen Treiben der Thierwelt zu weiden. Nun kommt der Herbst und schon wird es stiller in der Natur, unsere Freunde, die Vögel, ver« lassen uns größtentheils, nur das Knallen der Jagdbüchsen hMdt uns noch einmal ein Scheinleben vor, da» aber ebenfalls bald verrauscht und verhallt. Der November macht seine Herrschaft geltend, der Sturm fchüttelt die Reste de» Laube» von den Bäumen, die Tage werden kürzer und trüber, die ersten Fröste durchschauern die Natur, vielleicht bedeckt — wie er in diesem Jahre der Fall gewesen — schon eine weiße Schnee« decke, wie probeweise, die Fluren und Wälder- So ist es plötzlich Winter geworden, die Natur hält ihren Schlummer, alles Leben scheint erstorben. Nur hungernde Vögel, die zurückgeblieben sind in der kalten Heimath, rascheln durch das Laub, in den Tiefen des Walder fliehen einige - 603 - scheue Rehe oder Hirsche eilig vor uns davon. Die flinken Käfer, die schillernden Falter, die lustig quakenden Frösche, die munteren Eidechsen, alles ist verschwunden, wie durch Zauberschlag. Wo find ste mit einem Male hingekommen, alle diese Thiere, welche die Gegend rund um uns mit Leben nnd Bewegung erfüllt und die nun auf einmal aus unseren Augen find, ohne Spur zurückzulaffen. Wiffen wir doch genau, daß unsere Jnsecten nicht, wie die Vögel, nach Süden ' auswandern, wo es wärmer und schöner ist — heute fliegen sie noch im munteren Sonnenstrahl, morgen hat ste die Winter- kälte hinweggefegt. Ja, die Natur hat tausend Geheimnisse, dieses aber haben die Forscher ergründet, und wenn wir uns da» Räthsel nicht zu lösen vermögen, so ist ee allein unsere Schuld, nicht die der Wissenschast. Von unseren Vierfüßlern wissen wir, daß einige von ihnen die kalte und nahrungslose Zeit einfach verschlafen, das Beste, was ste thun können. Der Winterschlaf ist ein Zustand, eigentlich mehr dem Tode als dem Schlafe vergleichbar. Sie ziehen stch in warme Höhlen oder Löcher zurück, die oft noch verstopft werden, um den Thieren so schädlichen Temperaturwechsel zu vermeiden. Dann rollen fie sich zusammen, soweit es nur irgend geht, wodurch fie Lungen, Luftröhre und Eingeweide fast zusammendrücken. Auch wir Menschen ziehen ja unwillkürlich die Beine an uns, wenn wir uns in ein eiskalte« Bett legen und krümmen uns zusammen zum Schutze gegen die Kälte. Infolge dieses aus die genannten Organe ausgeübten dauernden Druckes stellen diese ihre regelmäßige Thätigkeit fast ganz ein, die Körpertemperatur finkt bedeutend, die Athmung hört fast ganz auf, der Blutkreislauf verlangsamt stch, die Verdauung ist fast aufgehoben. Würden alle diese Erscheinungen nicht eintreten, so würden die schlafenden Thiere trotz des durch reichliche vorherige Nahrungszufuhr angesammelten Körperfettes verhungern müssen, so aber erklärt es der geringe Verbrauch, wie die Schläfer Monate lang auszuharren vermögen. Welch erheblichen Grad z. B. die Redutcion der Körperwärme erreichen kann, zeigt der von Brehm angeführte Fall, wonach eine bei einem schlafenden Murmelthiere vorgenommene Messung nur noch 8,75 Grad Celsius ergab, während doch im normalen Zustande die Blutwärme der Säuge- thiere 35 bis 37 Grad beträgt. Trotzdem sterben die Thiere, sobald sie einer geringeren Temperatur, als der eigenen während des Winterschlafes, oder einer plötzlichen Erwärmung ausgesetzt werden, man muß sie erst nach und nach an größere Wärme wieder gewöhnen. Der Winterschlaf ist ein Anpassungszustand, was schon daraus hervorgeht, daß aus den Tropen gebrachte Arten, welche dort ihren Schlaf während der heißen Jahreszeit halten, bei uns ebenfalls, wie europäische Artgenvsssn einen Winterschlaf hielten. Verschieden ist allerdings bei den verschiedenen Thieren die Festigkeit des Schlafes; während Eichhörnchen, Dachs und Bär ihre Wtnter- ruhe zuweilen unterbrechen, um sich durch eine Mahlzeit den schwach gewordenen Magen zu stärken, verfallen andere, wie Siebenschläfer, Murmelthier, Fledermaus, Hamster und Igel, in den von uns beschriebenen lethargischen Zustand. Den Platz wählt sich jede Art analog ihren sonstigen Gewohnheiten. Dachs und Hamster kriechen in ihre kunstreich hergestellten unterirdischen Baue, die Fledermäuse in Höhlen, Ruinen und Felsspalten, der Siebenschläfer verbirgt sich in Buumhöhlen u. s. w. Dagegen find zahlreiche Säuger unserer Heimath nicht so glücklich, Wtnterfrost und Nahrungsmangel verschlafen zu können. Füchse, Marder, Mäuse, Hirsche, Rehe, Hasen u. s. w. müssen sehen, wie sie über die kalte Jahreszeit htnwegkommen, denn wenn sie ein warmer Winterpelz auch gegen die Wirkungen der Kälte schützt, so reizt doch die Kälte ihren Magen zu so scharfem Appetit, daß sie nicht nur nicht, wie ihre glücklichen Genossen, von ihrem Fett zu zehren vermögen, sondern sogar mehr fressen möchten als sonst, wenn ste es nur hätten. Der Hunger spielt ihnen daher oftmals arg mit, treibt sie i« die sonst so sehr gefürchtete Nähe und menschlichen Behausungen. Ein schlauer Gesell ist der Maulwurf, der zieht sich in die frostfreien Tiefen seines Reviers zurück, wo er Würmer und Jnsecten,die dort Schutz vor der Kälte gesucht haben, genug vorfinde, um auch im Winter ein behagliche« Dasein führen zn können. Die meisten Vögel entziehen sich der Winterkälte durch Auswanderung. Ein unbezähmbarer Wandertrieb treibt ste fort, sobald die schöne Jahreszeit geschwunden ist. Vererbung und Anpassung erklären auch diese Erscheinung. Der Hunger zwang die Vögel, im Herbste ihre festen Wohnplätze zu verlassen und weit nach Nahrung umherzustreifen; diejenigen nun, welche der Zufall oder die südliche Abstammung nach Süden trieb, blieben erhalten, während die nach den anderen Himmelsgegenden streifenden infolge von Mangel und Kälte schließlich zu Grunde gingen. Im Laufe der Zett wurde die Wanderung nach Süden den dorthin ziehenden Vögeln zur Gewohnheit, und da nur solche Individuen zur Fortpflanzung gelangten, welche dieser Gewohnheit huldigten, so vererbte sich dieselbe auch auf die Jungen. Die zurückbleibenden Vögel streifen einzeln oder inIGesellschaften umher, sich ihre Nahrung zu suchen; einer unter ihnen, der Kreuzschnabel, erwählt sogar den Winter zur Bruutzeit und baut aus die mit Schnee unv Eis bedeckten Fichten- oder Tannenästs sein trauliches Nest, darin mitten im Winter seine Eier brütend und seine Jungen großfütternd. Die im Freien umherstreifenden Thiere schützt ebenfalls — wie ihre vierfüßigen Leidensgenoffen — ein warmes Kleid gegen die Unbill der Witterung, und fie ertragen sehr hohe Kältegrade weit leichter, als jähe Wechsel der Temperatur. Ein in der kalten Periode gefangener Vogel geht, in eine warme Stube gebracht, zu Grunde; will man ihn erhalten, so muß man ihn in einen kalten Raum bringen und allmählich an wärmere Temperatur gewöhnen. Forschen wir nun dem spurlosen Verschwinden der kleineren Lebewesen im Winter nach, so darf uns der Umstand, daß wir von ihnen absolut nicht» mehr warnehmen, nicht zu der Annahme verführen, sie seien sammt und sonders zu Grunde gegangen. 'Es ist wahr, ein großer Thsil von ihnen (vor allem die Jnsecten) erleidet durch die Kält« den Tod, die anderen aber verfallen in einen dem Winterschlaf der Säuge- thiere analogen Zustand der Erstarrung, den sie in Baumlöchern, in der Erde oder unter dem Laube verbringen. Fröiche, Molche, Fische u. s. w. graben stch in dem tiefen Schlamm ein, Eidechsen suchen eine Zuflucht unter den Steinen, in alten Mauerlöchern u. s. w., Schnecken verschließen ihre Gehäuse und graben sich tief in bte lockere Erde, die Schlangen ballen sich in Löchern zu Knäuen zusammen und liegen ohne Bewegung bis zum Frühling. Bei allen den genannten Thieren wundern wir uns nicht, daß ste die Wintermoiate hinourch, ohne Nahrung bestehen wiffen wir doch, daß sie sich im Allgemeinen durch ein recht zähes Leben auszeichnen, und auch unter normalen Verhältnissen wachen- und monatelang Hunger zu ertragen im Stande sind. Auch bei ihnen findet selbstverständlich eine Verminderung der Lebensthätigkeit statt, ob jedoch, wie einzelne Beobachter behaupten, bet einzelnen Arten (z. B. bei manchen Landschnecken) in der That der Blutkreislauf unterbrochen ist, das Herz zu schlagen und die Lunge zu aihmen aufhört, lassen wir dahingestellt. Mt dem Beginne des Frühlings, wenn im April oder Mat die warmen Sonnenstrahlen die Erde beleben, verlassen die meisten der kleinen Schläfer ihre Ouartiere, die Schnecken beseitigen ihre Kalkpfropfen, und da alle einen vorzügliche« Appetit nach der langen Enthaltsamkeit in stch verspüren, so ist Fressen in der Regel die erste und wichtigste Beschäftigung. Noch ist de« Umstandes zu gedenken, daß manche Thiere (z. B. von den Säugethieren die Fledermaus) mit anderen ihresgetchen in Gemeinschaft das Winterquartier beziehen. „Es gltebt Gattungen", sagt Brehm von den Fledermäusen „welche ausnahmslos gesellig überwintern unv nicht nur nebeneinander, sondern auch in mehreren Lagen dicht aufeinander hängen, mitunter in Gruppen von verschiedenen Formen, zusammen zu mehreren Hunderten von Stücken. Andere gesellig überwinternde Gattungen bedecken ganze Wände und Flächen im Innern hohler Bäume, wo ste getrennt nebeneinander hängen". Auch Schlangen und Blindschleichen halten oft gemeinschaftlich — 604 — ben Winterschlaf, letztere besonders verschlingen sich Sftfdje frieren ost völlig im Eise ein und bleiben Engere Zeit im Zustande gänzlichen Scheintodes, bei langsamem Auf« thauen kehren fie jedoch wieder ins Leben zurück, und ihre Munterkeit bezeugt, daß ihnen die Einsperrung nichts g^chadet hat. Schon an Goldfischen kann man diese seltsame Erschet- nung beobachten, wenn man das Glas in einem kalten Zimmer ^^Von^den Jnseeten überwintern viele im Ei-, Larven- oder Puppenzustande, ein großer Theil aber auch im Zustande des vollkommenen Thieres. Man kann sich hiervon überzeugen, wenn man in den Wald geht und unter dem dürren Laube, dem Moos oder großen Steinen, die sich in die Erde eingebohrt haben, Nachforschungen anstellt. Da findet man eins Menge der verschiedensten Jnsecten, die sich hierher zur Abhaltung de« Winterschlafes zurückgezogen haben, Fliegen, Wanzen, Spinnen, Käfer, Wespen und anderes Gethier aller Art Sehr oft verwundern wir uns über die von rührigen Laien mitte« im Winter den Zeitungsredacteuren überbrachten und in den Zeitungen als Naturmerkwürdigkeiten besprochenen Maikäfer oder Schmetterlinge. In Wahrheit geht die Sache ganz natürlich zu. Der Maikäfer, unser alter brauner Jugend- bekannter, entwickelt sich schon im October oder November au« der mehrere Fuß tief in der Erde liegenden Puppe, all- mählich arbeitet er sich au« der Höhle in die Höhe und kommt im Mai an die Oberfläche. Daß man ihn also beim Nach- graben oder Ackern hin und wieder findet, ist kein Wunder. Ebenso verhält e« sich mit den Schmetterlingen. Der große Forstspanner erscheinst erst Ende Oktober oder Anfang No- vember, der kleine Frostspanner sogar erst im November oder December. Die Weibchen mehrerer Arten, z. B. de« schöngefärbten Tagpfauenauges, de« großen Fuchses u. s. w. über- wintern, daher erblicken wir oft schon im März oder noch früher an warmen «Tagen flatternde Falter. Wenn deshalb in Kurzem Eis und Schnee die Fluren und Wälder bedeckt und der Frost Menschen und Thiers durch- schauert, so brauchen wir uns um den größten Theil unserer Lebewesen nicht mehr zu beunruhigen; die Natur hat für sie gesorgt. Die Bienen verbringen den Winter in halbem Schlafe in ihrem warmen Stocks, der durch die sorgende Hand der Menschen noch unzugänglicher für die Kälte gestaltet ist; die anderen Beleber unserer Sommerlandschaft befinden stch, so- weit ihr kurzes Leben über die Wintermonate hinwegdauert, in warmen Zufluchtsorten, wo der rauhe Nord ihnen nichts anzuhaben vermag. Wie bewunderungswürdig zeigt sich auch hier wieder die Natur! Den kleinen Schläfern aber wünschen wir von Herzen „wohl zu schlafen" und rufen ihnen ein freundliches: „Auf Wiedersehen im schönen Frühling!" zu. Spekulatius V, Pfund Butter, >/, Pfund Zucker, 1 Pfund Mehl und 2 Eidotter werden auf einem Baavrett mit einem Päckchen Dr. Oetker« Backpulver unter einander gemengt, dann zu einem Kuchen gut mesierrückendick auseinander gewellt, mit Blechformen ausgestochen und auf ein mit Butter bestrichene« Blech gelegt. Dann werden Mande n fein gewiegt, mit Zucker und Zimmt gemengt, die Küchlein vorher mit Eigelb bestrichen, mit Mandeln bestreut und im Backofen schön knusperig gebacken. Es empfiehlt sich, das Gebäck in Blechdosen aufzubewahren, damit es längere Zeit knusperig bleibt. Die tausendfach bewährten Recepte zu Topfkuchen, Puffer, Königskuchen re. erhalten Sie gatis von den besten Droguen- oder Colonialwaaren-Gefchäften jeder Stadt. Gegen das Erfrieren der Ohren, welches ein außerordentlich schmerzhaftes Gefühl ist und hauptsächlich bei solchen Personen vorkommt, welche schon des Morgens sehr frühe der größeren Kälte ausgesetzt sind, gibt e« ein probater Mittel, dem Nebel vorzubeugen; e« besteht, darin, daß man sich de« Abends wäscht und Morgens nur das Gesicht mit einem feuchten Schwamm abwischt, ohne die Ohren zu berühren, denn nur durch Feuchtigkeit erfrieren dieselben. Ein sicheres Mittel gegen Frostbeulen ist die Zwiebel. Man reibe die von Frost befallene Stelle, ehe man sich niederlegt, tüchtig mit Zwiebel ein, oder man binbe die Hälfte einer Zwiebel auf die Beule und lasse sie über Nacht liegen. Diese Anwendung muß wiederholt werden und die Heilung erfolgt. * , Ein einfaches Mittel, in nasie bezw. feuchte Stiesel leicht einschlüpfen zu können: Bor dem Anziehen wird ein brennender Fidibus von der Länge der Schäfte in den Stiesel gehalten und dann unmittelbar darauf der Stiefel angezogen. Man schlüpft dadurch sehr leicht ein und empfindet ein ange. nehm warmes Gefühl am Fuße. Sind die Stiefel besonders naß, wird da« Experiment so lange fortgesetzt, bi« der Ansangs erlöschende Fidibus gänzlich verbrennt. — Man mache den Versuch I * Angerostete Stellen bei Schlittschuhe« bestreicht man mit Petroleum und reibt fie hierauf mit hetßgemachtem, feinem, weißem Sande oder heißer Steinkohlenasche ab. Zum Reinigen verpanzttr oder staubig gewordener Nähmaschinen benützt man eine Flüsstgkeit, die ans 3 Thsilen Benzin und 1 Theil Petroleum hergestellt ist. Mittelst de» bekannten Oelschmierkännchens träufelt man diese Flüssigkeit in die zum Deien der Maschine vorhandenen LScher, setzt die Maschine 4 bi« 5 Stunden in Gang und reinigt bie Maschine, wenn das verpanzte Oel aufgeweicht ist, mittel« eines sauberen Läppchens. Parfümirten Benzin liefert jeder Droguist und Apotheker- Mattgewordene Spiegel zu putzen. Mallge- wordenen Spiegeln und Spiegelgläsern gibt man rasch wieder Crystallreinheit und Durchsichtigkeit, wenn man sie mit Magnesia und Spiritus putzt. * * Butter, ranzige. Man schmelze die Butter, schäme fie ab und thue sodann in das Gesäß eine auf beiden Seiten wohlgeröstete Brodrinde. Die Butter wird sofort den unangenehmen Geschmack verlieren. * Dem Knarren der Thüren kann man abhelfen, wenn man den knarrenden Theil des Kegels oder Scharniers daran mit der Spitze eines gewöhnlichen Bleistifts etwa« reibt. Graphit bildet bekanntlich ein gutes Schmiermittel. Gegen Stearinflecken hat sich das Abreiben mit starkem Weingeist vorzüglich bewährt. Kartosielbrod für Pferde. Die Kartoffeln werden auf die gewöhnliche bekannte Weise gedämpft.. Wenn sie weich sind, werden sie in zwei ober mehrere Kusen geschMetun darin nach einer halben Stunde zerstampft, dann mit Getreid mehl durch fortgesetztes Stampfen vermengt, wobei mit e m Schaufel die Maffe wiederholt gewendet wird. Die Bro werden jetzt zu je 2 Kilo geformt und bleiben dann lo b« 18 Stunden im Ofen. Man gebe einem leben arbeittnde Pferde täglich vier solcher Brobe, und zwar in drei JW geiten, des Morgens ein dreiviertel Brod, des Mittag« eben soviel und de« Abends den Rest; außerdem füttere mau M jedes Pferd etwa 5 Kilo Heu. Kartoffelbrod ist zuträM, für junge sowie für alte Pferde, weil es die Zähne sehr sch - Auch die Schweine, Kühe, selbst da« Geflügel fressen -«sehr gerne- Webnction: «. Gcheyda. — Druck unb Verlag btr Brühl'schen tdtiverstrSrs-Buch- und Eteindruckerei (Pietsch & Scheyba) tn < »Se räucher" noch dazu Cigarre t uns!" br steigenden Der sofort sei freundlich »Ich mehr mit coups fro besinnen I nachzukoir nicht and gereist." Der schwieg. Ecke zuri wafferblä machte er Höhe, da und war anderen s Er i schien tfy sah man Vollbart bet genai stickte, elc da üpvig tadellos t „Be ich sollte groß Qeni Fra