!in Franzose, t im Schiffs« ein kräftiger :n mit dem [en schrahlte entgegen, so hte; nur die gute Tacke« t schwierigen Viel widriger nangenehmen thätigen Auf« rnschaft auf» i mit den in ebenso aus it Mannschaft nal ein paar der kräftigen res Matro'en rnrner wieder jähzornigen lejjen Grimm YY ----- * - u «egen Den rr vier Augen tungen wegen er die Nothellen, daß ich wir in der rite mich, er« Tagesdienst, zurückgezogen löchsten Zorne kte. Deutlich Es dürfte me- mlitische Gleich- itium Wyoming Lahlrecht. Von der Frauen in ingig, während iten von Nordvorigen JahreS och Vielweiberei ;cht den Frauen :n dem Aufsatze enenen Heft 20 : der vortrefflich le und elegante >ie sie in Bade- Sommerkleider, Garderobestücke Die „Wiener ä 45 Pfg.) und schrift für das nant j. 2). H- l Sigismund, en und enthält: :-Kreisen. Bon . P.) (Schluß ) Die Einnahme e 1760. Von en. Von Gene« ädchen-Parade. Der Luftballon für Westafrika Gedenktage. — Splitter und in Gießen. Unterhaltungsdlatt zum Gießener Anzeiger (General Anzeiger). re' t /< Lg, -i 1 MM Die Töchter des Popen. Roman von Marguerite Poradowska. Deutsch von M. Pillet. (Fortsetzung.) Endlich zog der „Verein der Ruthenen" trlumphirend mit lauter Begeisterung ein, Musik und Fahne an der Spitze, gleich dahinter die „Verbindung der Patrioten" und die „Zukunft Galiziens". Jeder Gesellschaft voraus schritten zwei junge Leute, die Brod in Form einer Torte und Salz trugen. O, das Salz, was für eine bittere, symbolische Ironie auf die Freuden des Ehestandes, die der Thierarzt bisher genoffen! Er hatte den scharfen Geschmack derselben nicht bloß auf der Zunge, sondern auch in der Seele und in seinem ge« brochenen Herzen. Die Deputationen waren in das Zimmer getreten; sie hatten militärisch Halt gemacht vor dem Seffel des Hausherrn; aber die tapferen Patrioten geriethen ganz außer Fassung bei dem Anblick, der sich ihren Augen bot. Wie kam es, daß sie, anstatt ein zärtliches Turteltaubenpaar im Nest zu überraschen, in ein verräuchertes Spielzimmer geriethen und daß der Held, dem sie eine feierliche Huldigung darbringen wollten, hingefunken dalag, im unordentlichen Anzuge, mit aufgedunsenem Gesicht und irren Blicken? Diese Situation konnte nicht lange währen. Nun erhoben sich auch die Spieler, begrüßten die Vordermänner und erklärten ihnen die Sachlage in wenigen Worten. Aber kaum war Vincenz' Verhalten bekannt geworden, als ein allgemeines Hurrah erscholl; Jeder wollte dem tapferen Kämpen, welcher immer auf der Bresche stand und stets seinen Grundsätzen und sich selbst treu blieb, die Hand drücken. Ja, ihn hielt weder Familie, noch Gattin, noch Liebe zurück, das Vaterland ging ihm über Alles, hurrah! Die Begeisterung war so groß, daß nicht viel dazu fehlte, so hätten sie den Thierarzt aus dem Sessel gehoben und ihn im Triumph im Garten herumgetragen. „Diese orthodoxen Hunde! Wir werden sie entlarven, vernichten! Wie ließe sich da» ausbeuten für die nächsten Wahlen! Denn die Sache muß ein großartiges, ungeheure» Aufsehen erregen, überall, in ganz Europa! Alle Zeitungen werden davon sprechen I Nicht» zi.ht ja mehr in der Politik, al» wenn ein Stückchen Roman dabei ist. Vincenz wird der Held Galizien» werden! Wir bekommen wenigsten» zehn Abgeordnete mehr in den Reichstag!" Nach diesem schwungvollen Ausdruck der Begeisterung mußte man nothwendig etwas trinken. Die Brautführer schenkten ein. Aber diese lärmende Lust bildete einen peinlichen Gegensatz zu dem niedergeschlagenen Gesicht des so lebhaft Beglückwünschten. Er versuchte zwar aufzustehen, zu reden, aber die Worte erstickten ihm in der Kehle. Trotzdem mußte er die Toaste mit anhören, die auf seinen Muth, sein großes Herz, das Gelingen der beabsichtigten Scheidung, den Sturz der Feinde ausgebracht wurden. Man hatte freilich gehofft, den Thierarzt die Scene vom Abend vorher mit einem erneuten Ausbruch der Entrüstung noch einmal wiederholen zu sehen; aber man mußte sich auch ohne dies Schauspiel zufrieden geben, denn er schien durchaus nicht dazu aufgelegt, sondern wirklich übermüdet zu sein. Nach und nach beruhigten sich die Patrioten. Eine Hand- bewegung ihre» Führers wies sie an, sich ordnungsmäßig auf- zustellen, nachdem die drei vereinigten Musikchöre Vincenz zu Ehren das berühmte Lied: „Bartholomäus, verlier' die Hoffnung nicht . . anzestimmt hatten. Noch einmal sah man auf dem grünen Rasengrunde die rothen Confederatkas zu zwei und zwei vorüberziehen, dann verschwanden sie alle hinter dem dunklen Laubwerk der Kirschbäume. Al» e« wieder still im Hause geworden war, fragte einer der Kartenspieler, sich dehnend, ganz phlegmatisch: „Nun, spielen wir die Partie zu Ende?' „Ja, natürlich." Und wie die Pferde zu der Krippe, kehrten sie zu ihren Karten zurück. Vincenz sah ihnen mit Widerwillen im Herzen zu und ihre Gleichgiltigkeit gegen seinen Kummer verletzte ihn tief. Sie schienen da» fast übermenschliche Opfer, da» er brachte, nicht zu bemerken und nur die eine Frage, die Politik und den Nutzen, den ihre Partei an» dem Zwischenfall ziehen könnte, im Auge zu haben. Während der Unglückliche in schmerzliche» Sinnen versank, "** 388 trat der alte Reitknecht, den er vorher so Übel behandelt hatte, schüchtern ein und meldete seinem Herrn, daß Herr Thaddäus, der Oberförster von Dolina, ihn in einer rein persönlichen Sache zu sprechen wünschte. Thaddäus I Vincenz kannte ihn wohl vom Hörensagen. War konnte er wollen, er, der selten einen Besuch machte; aber war er nicht gestern mit bei der Hochzeit gewesen? „Laß ihn ein," sagte Vincenz mit halb erstauntem, halb verdrießlichem Ton. Al» da» ehrliche Gesicht des Oberförsters mit den offenen, freimüthigen Augen in dem Rahmen der Thür erschien, erhellte sich Vincenz Miene plötzlich; denn er fühlte, daß der Eintretende ein Freund wäre und daß in dieser Brust ein theilnehmendes Herz für die Leiden Anderer wohnte. Daher sprang er mit plötzlicher Lebhaftigkeit auf und reichte dem Oberförster die Hand: „Welchem Umstande verdanke ich die Ehre?" „Es ist freilich heute das erste Mal, daß ich zu Ihnen komme, Herr Rayski; aber ich denke, wir Beide kennen uns, dem Namen nach wenigstens. Könnte ich mit Ihnen allein sprechen?" fragte er mit einer Handbewegung nach dem Spieltisch. „Gewiß, und wenn Sie vorangehen wollen ..." Beim Eintritt in die Eßstube erfaßte Thaddäus mit einem Blick alle Einzelheiten; die hübsche Einrichtung des Zimmers, den auf einem Präsentirbrett zierlich servirten Imbiß für die heimkehrenden jungen Gatten und dazu bas verstörte Gesicht, die fassungslose Miene des Hausherrn. Thaddäus setzte sich auf den angebotenen Stuhl und sagte dann ohne weitere Vorrede, seinem Gegenüber offen in die Augen sehend: „Herr Rayski, haben Sie gestern aufrichtig und ohne Hintergedanken darauf verzichtet, mit der von Ihnen erwählten Frau zu leben?" Das Gesicht de» jungen Mannes färbte sich dunkelroth und er stotterte: „Steglauben, ich hätte nur unter dem Einflüsse des Weines gehandelt?" »Ich begreife Ihre Entrüstung vollkommen," fuhr der Oberförster fort- „Thymoftäus hat auf's Unwürdigste mit Ihnen Comödie gespielt; aber Sofronya trug doch keine Schuld daran und wenn das unglückliche Mädchen vielleicht zu sehr ihren Stolz darein gesetzt hatte, Sie zu heirathen, so hat sie es jetzt thmer genug bezahlt. Denken Sie doch die Schande, die Beleidigung, die ihr vor der ganzen Nachbarschaft an- gethan ist! Ach, da» arme Ding muß Einen jetzt wirklich dauern! Ich habe sie eben gesehen; sie war in einem Winkel niedergesunken, keine» Worte» mächtig; die Mutter verliert fast den Kopf darüber." Rayski» Augen wurden feucht. „Sie haben sie gesehen?" sagte er, unfähig, seine Kaltblütigkeit zu bewahren. Der Oberförster erzählte ihm nun seinen Besuch im Pfarrhause mit allen Einzelheiten und da» Ereigniß, welches ihn bewogen hatte, hinzugehen. Er berichtete ihm von Binias Flucht, ihrer Weigerung, den Seminaristen zu heirathen und der Neigung, die sie mit Janek verband und dem Widerstande de» Popen. Während er sprach, beobachtete er, wie die Spannung in den Zügen des jungen Mannes nachlteß und sein Gesicht sich endlich ganz aufheiterte. Dann rief er plötzlich: „Nun, wenn Janek Binia helrathete, würden wir ja den Seminaristen los werden." „Natürlich und das wollte ich gerade sagen. Das Schicksal der beiden Liebenden liegt ganz in Ihren Händen, Sie allein können den Popen bestimmen." „Nach dem, was vorgefallen ist, kann ich aber nicht wieder zu ihm gehen und bei einer Zusammenkunft hier würde mich meine Heftigkeit fortreißen, fürchte ich. Wenn Sie —" „War denn?" „Unserer Besprechung beiwohnen wollten! Ihre Gegenwart würde mich verhindern, eine Dummheit zu begehen. Sehen Sie, lieber Herr Oberförster," fuhr der Thierarzt immer lebhafter fort, „setzen Sie Ihrer Güte die Krone auf. Essen Sie mit Janek bei mir zu Mittag; ich schicke einen reitenden Boten in den Pfarrhof und bitte Thymoftäus, zu mir zu kommen; dann sind wir Drei, um ihn zu empfangen." Thaddäus lächelte verständnißvoll. „Nun, willigen Sie ein? Ich traue mir selbst nicht, ich wäre im Stande, Alles zu verderben." „Es sei, Sie haben vielleicht Recht und das Kleeblatt wird ihm sicher imponiren." Während dis beiden Männer miteinander beriethen, wie am besten mit dem Priester über die brennende Frage zu verhandeln wäre, hatten die Kartenspieler ihre Partie beendet und sich jetzt mit Wichtigkeit an's Frühstücken begeben; sie thaten Zucker und Sahne in ihren Kaffee, strichen die Weiß- brödchen mit Butter und sprachen von gleichgiltigen Dingen. „Aber," rief einer plötzlich, „wo ist denn Rayski hingekommen ?" Gerade öffnete derselbe die Thür des Speisezimmers, um seinen Gast hinaus zu geleiten. „Hören Sie, Vincenz," rief einer der Brautführer mit vollem Munde. „Sie wissen doch, daß ich Ihnen stets zur Verfügung stehe, um zum Bischof zu gehen. Ich kenne Seine Gnaden sehr genau und mache mich anheischig, Ihre kleine Angelegenheit ebenso leicht zu ordnen, wie ich die Partie gewonnen habe. Ueber die Einzelheiten würden mir einige Notizen erwünscht sein; wollen Sie dieselben in mein Taschenbuch niederschreiben?" Vincenz wies das mit entschlossener Geberde zurück. H „Danke sehr, mein Lieber, aber ich habe einen anderen Ausweg im Auge, der mir bedeutend besser erscheint." Der Ton, mit dem der junge Mann dies sagte, war so zuversichtlich und heiter, daß seine Freunde ihn mißtrauisch ansahen. Wie? Was war denn geschehen, während sie in ihre Partie vertieft waren? Sollte ihnen der Scandal bet den Wahlen, den sie sich schon so schön ausgedacht hatten, entgehen ? „Ja," fuhr der Thierarzt mit bewegter, zögernder Stimme fort, „vielleicht kann ich den Bruch vermeiden und zwar auf ganz ehrenhafte Weise; ich hoffe, daß sich in einigen Tagen Alles arrangiren wird." „Alles arrangiren! Dar ist ja entsetzlich," schrieen die fünf Spieler im Chore, „ein richtiger Verrath, schwarzer Undank! Was, wir bringen die ganze Nacht bei ihm zu, um ihn zu trösten, ihn aufzurichten und nun kommt Jemand anders, ein Abgesandter des Popen jedenfalls und da läßt er uns im Stich!" „Halt!" schrie Vincenz plötzlich mitlseiner Stentorstimme, die er auf einmal wiedergefunden hatte und der Tisch dröhnte unter seiner wuchtigen Faust. „Was fällt Euch denn ein, mir Vorschriften machen zu wollen? Habe ich etwa nicht das Recht, zu thun, was mir gefällt? Himmel Donnerwetter!" (Schluß folgt.) Vor Toresschluß. Aus den Erinnerungen eines alten Seemannes. (Schluß.) „Geh' zur Hölle, Du Schurke, ich muß Dich kalt machen, Du elender Nichtsnutz!" welchem Ausrufe ein Strom der rohesten Verwünschungen und Flüche nachfolgten. Dann trat eine kurze Ruhepause ein, nachher aber erdröhnten schwere Fußtritte auf den Planken über mir, es kam mir vor, als wenn zwei Männer mit einander rauften, und jetzt vernahm ich einen krachenden Schlag, sowie den sich anreihenden Fall eine» Körpers auf das Deck. Da mußte etwas Ungewöhnliches vorgefallen fein, der Steuermann hatte mit Charley und Bob, dem einen der in Montevideo an Bord gekommenen beiden Engländer, die sogenannte dritte Wache, gewiß hatte da Charley seinem unmittelbaren Vorgesetzten wieder nicht» recht machen können und wahrscheinlich war der Steuermann in seinem Jähzorn besonders thätlich gegen den Franzosen geworden- Ich kleidete mich nur nothdürftig an und eilte nach Deck, um persönlich nach dem Vorgefallenen zu forschen. Eben a! Schwere arce am des Con dem Wa obachte. Ich Schritte ein bleick während Kante di „W „etwas i Ma schrie er „La über Boi Sch das dort Hand au „Halt, 2 werden? »M blickend, von selbe haben tei «W rüder hei wenn eri erhöhter Kerl voi Kaum ha abgelöst, hautirte Charley 1 zu haben ihn ein i wieder ii Neue, da> Bollwerk Regeling an der Z — und l schaut ihr geschriebei gebracht I In malte fick hielt die Schiffrjm Der Jun heraufgesi nach sein, und Char berichtet zeugung 5 ins Meer Ich galt es, r denen M! Schiffsjur seiner Kr auf Deck Ich sprar das heral mann, ol mich zu ich, mehr! wir auf । "och zu, ab. Abe großem : Eben als ich den Fuß auf Deck setzte, hörte ich etwas Schweres ins Wasier fallen, zugleich sah ich Mr. Max Cle- arcs am Bollwerk lehnen, hell bestrahlt vom Lichte der Lampe des Compaßhäurchens, doch war der Kopf des Steuermannes dem Wasser zugekehrt, als ob Max Clesrce dort etwas beobachte. Ich schritt auf den Steuermann zu, das Geräusch meiner Schritte bewog ihn offenbar, aufzublicken — aber es war ein bleiches, angstverzerrtes Antlitz, das sich mir zukehrte, während die Hände des Mannes schier krampfhaft die oberste Kante des Bollwerks umklammert hielten. „Was ist's Stenermann?" redete ich den Verstörten an, „etwas nicht ganz klar an Deck, wie?" Mac Clearce staute mich einen Moment an, dann aber schrie er plötzlich, auf die nur leicht bewegte See deutend: „Laßt das Boot herab, Sir, schnell, schnell, Charley ist über Bord gesprungen, wir müssen den Unglücklichen retten I" Schon wollte der Steuermann nach Hackbord eilen, um das dort befestigte kleinere Boot loszumachen, als ich ihm die Hand auf feine Schulter legte und mit ernster Stimme sagte: „Halt, Mr. Mac Clearce — weshalb soll das Boot bemannt werden?" „Für Charley", stammelte der Schotte, wild um sich blickend, „für Charley — er ist über Bord — er sprang von selber in die See — vorwärts, vorwärts, Capitän, wir haben keine Minute mehr zu verlieren!" „Wenn Charley über Bord ist," erklang jetzt vom Steuerruder her die Stimme Bobs, „so will ich gektelholt werden, wenn ers freiwillig gethan hat. Ja, Capitän," rief Bob mit erhöhter Simme aus, „ich kanns bezeugen, daß der arme Kerl vom Steuermann über Bord geworfen worden ist! Kaum hatte ich Mr. Mac Clearce für 'ne Weile am Steuer abgelöst, als er auf Charley losfuhr, der dort an der Regeling hantirte und ihn unter höllischen Verwünschungen packte- Charley scheint sich in der Verwirrung ein bischen gewehrt zu haben, denn mit einem Male schlug der Steuermann auf ihn ein und warf ihn zu Boden. Nachher sprang Charley wieder in die Höhe, aber der Steuermann packte ihn aufs Neue, dann rangen beide miteinander, sie balgten sich am Bollwerk hin und her, nun seh' ich, wie Charley über die Regeling hinausgepreßt wird, wie ihn der Steuermann oben an der Jacke faßt, dann stoßen alle Beide einen Schrei aus — und Charley ist verschwunden! Schaut ihn an, Capitän, schaut ihn an, den Steuermann, es steht ja auf seinem Gesicht geschrieben, daß er meinen armen Kameraden auf die Seite gebracht hat!" In der That, in dem verzerrten Gesicht des Schotten malte sich sein Schuldbewußtsein deutlich ab und überdies erhielt die kurze Darstellung Bobs ihre Bestätigung durch den Schiffsjungen, sder in diesem Augenblick vor mir auftauchte. Der Junge war, wie er gestand, heimlich aus dem Logis heraufgestiegen, um an Deck unter altem Segelzeug zu schlafen, nach seiner Versicherung hatte sich zwischen dem Steuermann und Charley Alles so zugetragen, wie dies schon von Bob berichtet worden war, auch der Junge gab der festen Heber* Mgung Ausdruck, daß Charley von dem wüthenden Schotten ins Meer geschleudert worden sei. Ich mußte nunmehr einen Entschluß fassen. Zunächst galt es, wenigstens einen Versuch zur Rettung des verschwundenen Matrosen zu unternehmen, ich ließ deshalb durch den Schiffsjungen die anderen Leute — mit Ausnahme des von seiner Krankheit noch nicht ganz wiederhergestellten Tom — auf Deck beordern und befahl, das eine Boot klar zu machen. Ich sprang nun mit dem Amerikaner und dem Franzosen in das herabgelaffene kleine Fahrzeug, gefolgt von dem Steuermann, obwohl ich denselben gar nicht aufgefordert hatte, mich zu begleiten. Den an Bord Zurückbleibenden befahl ich, mehrere bunte Laternen ins Takelwerk zu hissen, damit wir auf alle Fälle uns den Rückweg sicherten, und rief Bob noch zu, die Brigg rückwärts zu halten, dann stieß das Boot ab. Aber obwohl wir das Meer rings um die Brigg in großem Kreise absuchten und wiederholt unsere Stimmen 3ßg ~ rufend über die Wasserfläche erschallen ließen, und trotzdem, daß ich mit meinem Nachtglase eifrigst nach Charley aus. spähte, es konnte von dem Vermißten nicht die geringste Spur entdeckt werden, vermuthlich war er schon längst in das feuchte Grab gesunken. Nach zweistündiger Arbeit kehrten wir wieder an Bord zurück, wo ich dem Steuermann befahl, in seine Coje zu gehen und sich bis auf Weiteres als Arrestanten zu betrachten. Ohne ein Wort der Vertheidigung an mich zu richten, schwankte Mac Clearce wie geistesabwesend fort, während ihm die ingrimmigen Flüche und Verwünschungen der Matrosen nachfolgten. Am nächsten Morgen begab ich mich zu Mac Clearce, um ihn zu einer klaren Darstellung des ganzen Vorfalles und zu einem offenbaren Geständniß seiner auch für mich nicht mehr zweifelhaften Schuld zu veranlassen. Aber der Steuermann gab mir auf mein dringliches Zureden nur ganz unverständliches Zeug zur Antwort, er schien überhaupt nicht recht bei Sinnen zu sein, denn er hielt den Kopf fortwährend zwischen die Hände gepreßt und stöhnte meist vor sich hin, so daß ich schließlich meine Bemühungen aufgab. Mac Clearnce wurde in seine Coje eingeschlossen und überhaupt während der ganzen weiteren Reise als Gefangener behandelt, doch machte er uns gar keine Mühe, im directen Gegensatz zu seinem bisherigen aufbrausenden, gewaltthätigen Wesen, verhielt sich der seelisch augenscheinlich tief niedergedrückte Mann während der ganzen wetteren Heimreise apathisch und theilnahmlos gegen seine Umgebung. Uebrigens gestaltete sich die Fahrt des „Nordstern" von den Canarischen Inseln an außerordentlich günstig, der Ozean war ruhig geworden und der Wind blies jetzt von Südwesten, so daß die wackere Brigg ungemein raschen Fortgang machte. So erreichten wir denn London, ohne daß sich irgend etwas Bemerkenswertheres unterwegs noch zugetragen hätte. Meine erste Sorge nach der Ankunft in London war, meinen bisherigen Steuermann unter Angabe seines Verbrechens der zuständigen Behörde zu übergeben. Ich wurde angewiesen, mich nebst der gesammten jetzigen Mannschaft des „Nordstern" zum Zeugenverhör in dem bevorstehenden Proceß gegen Mac Clearnce bereit zu halten, sobald ich das Schiff nach Hause gebracht haben würde. Nachdem die Ladung von R o de Janeiro dem Londoner Empfänger übergeben worden war, segelte ich im Ballast nach Hüll, woselbst ich den Chefs Bericht über die Reise und natürlich auch über den aufregenden Zwischenfall mit dem Steuermann erstattete. Nach etwa zwei Wochen erhielt ich die Vorladung des Londoner Gerichtshofes, mit meiner bisherigen Mannschaft zur Vernehmung in der Anklagesache gegen den Steuermann Mac Clearnce zu erscheinen- Pünktlich zur festgesetzten Frist waren wir Alle im Londoner Gerichtssaale, der ziemlich dicht mit Zuhörern — dieselben bestanden natürlich zum weit Überwiegenden Theile aus Vertretern des Seemannsstandes — besetzt war, da der vorliegende Fall nicht geringes Aufsehen erregt hatte. Wir Zeugen harten kaum unsere Plätze eingenommen, so wurde auch der Angeklagte vorgeführt. Er sah sehr blaß aus, doch lag auf seinen Zügen eine gewisse wohlthuend berührende Ergebung, die sonst so grimmig und höhnisch funkelnden Augen blickten klar und ruhig auf die Versammlung. Al» sich unsere Blicke begegneten, nickte mir der Steuermann zu und senkte dann das Haupt, meine Leute aber ergingen sich in leise Verwünschungen gegen ihren früheren Vorgesetzten. Die Verhandlung begann in aller Form; als Mac Clearnce auf die Frage des Vorsitzenden, ob er sich schuldig bekenne, den Vollmatrosen Charley Readers „im Affect" über Bord der Brigg „Nordstern" gestoßen und hierdurch den Untergang des pp. Readers in den Wellen herbeigeführt zu haben, nichts erwiderte, sondern nur starr vor sich hinblickte, wurde zum Zeugenverhör geschritten. Selbstverständlich vernahm der Ge- richtshof mich, als den Capitän des „Nordstern", zuerst; ich war bemüht, den Angeklagten möglichst wenig zu belasten, mußte aber doch zugeben, daß er die Mannschaft rauh, ja grausam behandelt habe und trotz meiner ernstlichen Vorstellungen zu keiner Aenderung seine» Auftretens zu bewegen sei. - 340 - Um so schroffer lauteten die Aussagen der alsdann vsrnom. menen Leute des „Nordstern", vor Allem jedoch Bobs, Toms und des Schiffsjungen. Namentlich der Bericht Bobs über das von ihm beobachtete Ringen zwischen dem Steuermann und Charley und über die vorangegangene Behandlung des letzte« ren durch Mac Clearnce machte auf den Gerichtshof wie auf die Zuhörer großen Eindruck und mit unverhehltem Abscheu blickte Alles auf den offenbaren Mörder einer wackeren Theer» jacke, wie Charley ja gewesen war. Unter diesen Umständen hatte der öffentliche An- klüger leichtes Spiel, er malte auf Grund der vernichtenden Zeugenaussagen den ganzen Character Mac Clearnces und seine Haltung gegenüber der Mannschaft des «Nordstern in den schwärzesten Farben und beantragte schließlich gegen den Schotten wegen des zweifellos nachgewiesenen Ver- brechens an dem Matrosen Readers den Tod durch den Strang. Eine lebhafte Bewegung ging bei dieser ver- hängnißvollen Wendung in der Rede des Vertreters der Anklagebehörde durch die gefammte Versammlung und unter der allgemeinen Aufregung ging die matte Erwiderung des Officialvertheidigers rasch verloren. Mac Clearnce selber war bei den Schlußworten des öffentlichen Anklägers zusammengezuckt und blickte den Mann der strafenden Gerechtigkeit mit starren Augen an. Schon wollte der Präsident das Zeichen für die Mitglieder der Jury geben, sich zur Fällung des Wahrspruches zurückzuziehen, da ertönte es plötzlich aus den hintersten Reihen im Zuhörerraume mit kräftiger nur etwas rauher Stimme: „Holla, Gentlemen, jetzt, denk ich, könnt ihr genug haben, denn ich will mich kielholen lassen, wenn's den Steuermann nicht an den Kragen folll Well, da aber meiner Mutter Sohn damals noch gut davon gekommen ist, so mein' ich, daß der Schotte nicht zu hängen braucht, obwohl der Schuft so 'nen kleinen Halrkitzel ganz gut verdient hätte!" Gleich als die ersten Worte an mein Ohr geklungen waren, hatte ich mich erregt erhoben, um nach der Richtung zu blicken, von welcher her sie ertönten, dasselbe thaten meine Leute und auch der Steuermann starrte, die Augen weit geöffnet und die Brust schwer athmend, nach jenem Winkel des Saales — das war ja die Stimme Charleys, die wir Alle vernommen hatten! Und in der That, jetzt tauchte er, der Todtgeglaubte, im Hintergründe des Saales auf, es war kein Zweifel möglich, diese kräftige untergesetzte Gestalt, mit den unendlich gutmüthigen GestchtSzügen, den eigenthümlich zwinkernden Augen, und besonders mit der Warze auf dem linken Nasenflügel, das mußte doch unser Charley sein! Er machte indessen selber auch der letzten etwaigen Ungewißheit ein Ende, indem er uns vergnügt zunickte und einen Strahl Tabaksaft aus dem linken Mundwinkel seitwärts sendend, ausrtef: „Well, Cap'tain, und Ihr Boys, habt mich natürlich für mausetodt halten müssen, als ich in jener Nacht bei den Canarifchen Inseln nicht wieder an Deck des „Nordstern" auftauchte. S' war aber 'ne verdammt einfache Sache und will ich Euch das Garn spinnen, wenn's die Gentlemen am grünen Tisch dort erlauben, denn —" Aber der brave Charley wurde in der Fortsetzung seines Speech durch die im Saale allgemein herrschende Unruhe und vor Allem durch Bob unterbrochen, der mit jauchzender Stimme in den Lärm hineinrief: „Hurrah, Charley, alter Bursche, so bist Du's also wirklich, und ich hätte doch gewettet, daß Dich längst die Fische gesreflen hätten — well, ich denke, der Jux ist 'ne Pinte Porter werth, wart' nur, Male, bis wir Alle aus diesem dumpfigen Saal heraus sein werden!" Jetzt legte sich aber der Präsident ernstlich in» Mittel, um Ruhe zu stiften und dann Klarheit in die ganze wunderliche Begebenheit zu bringen, durch welche die Gerichtsverhandlung so merkwürdig unterbrochen worden war. Charley wurde vor den Gerichtshof beordert, wir Zeugen und ebenso der Steuermann agnorcirten ihn übereinstimmend al« den vermißten und todtgeglaubten Matrosen Charley Readers vom „Nordstern," und zum Ueberflusse konnte er sich auch durch Papiere ausweisen. Nunmehr mußte Charley berichten, welche Bewandtniß es mit jenem Verschwinden vom „Nordstern" eigentlich auf sich hatte. An jenem verhängnißvollen Abend war er von dem Steuermann wegen einer Kleinigkeit wieder einmal furchtbar abgekanzelt und mit Schlägen tractirt worden, bei denen Charley dann hingefallen war- Mit verdoppelter Wuth hatte ihn nachher der Steuermann gepackt und mit Erwürgen bedroht, so daß Charley in seiner Angst auf die Regeling gesprungen war. Hier kam ihm der Gedanke, ins Meer zu springen und sich nachher durch Schwimmen ans Land, das Charley nicht soweit entfernt glaubte und welches er, da er ein vorzüglicher Schwimmer war, auch zu erreichen hoffte, zu retten- Was nachher weiter aus ihm werden sollte, war dem Matrosen ganz gleichgültig, sür ihn handelte es sich zunächst nur darum, der unerträglichen Tyrannei des Steuermanns zu entrinnen. Ohne Weitere« führte er den tollkühnen Plan auch aus, stieß den Steuermann, welcher die verzweifelte Absicht des Matrosen merkte und ihn zurückhalten wollte, mit ingrimmiger Wuth zurück und sprang hinunter ins Meer. Als er aber im Wasser plätscherte, war ihm ein neuer Gedanke gekommen, den er auch sogleich ausführte; er schwamm auf die Schiffsketten zu, kletterte an denselben in die Höhe und hielt sich dann am äußersten Ende des Bugspriets verborgen. In diesem Versteck war Charley geblieben, bis er im Morgengrauen ein seitwärts gegen den „Nordstern" heransegelndes Schiff entdeckt hatte. Dann war Charley vorsichtig an den Ketten wieder heruntergeklettert und hatte sich geräuschlos erneut dem Meere anvertraut, indeß der „Nordstern" ruhig weitersegelte. Von dem herankommenden Schiff wurde der waghalsige Mensch nachher glücklich aufgefischt, er erwies sich al« ein gleichfalls nach London bestimmter Kaufs-hrer au« Colon. Dem Capi- tain band Charley ein rasch ersonnene« Märchen auf, und jener hatte unfern Aurkneifer denn auch nach London mitgenommen. Hier war Charby durch eine Zeitungsnotiz auf den bevorstehenden Prozeß gegen den Steuermann Mac Clearnce ganz zufällig aufmerksam geworden, selbstverständlich hatte er nichts Eiligeres zu thun gehabt, als sich in der Gerichtsverhandlung einzufinden, deren Gang durch das un- vermuthete Auftauchen des todtgeglaubten Matrosen sozusagen vor Thoresschluß, vor der Verurtheilung de« Schotten, eine so sensationelle Wendung genommen hatte. Unter den obwaltenden völlig veränderten Verhältnissen mußte natürlich das ganze Verfahren gegen den ehemaligen Steuermann des „Nordstern" eingestellt werden und blieb er nur so lange noch in Haft, bis die unerläßlichen Formalitäten erledigt waren. Am Morgen nach seiner Haftentlassung erschien Mac Clearnce in meiner augenblicklichen Londoner Wohnung, die ich ihm noch im Gerichtrsaale genannt hatte und erklärte mir, daß er den Seemansberuf aufgeben und nach Amerik, gehen wolle, um eine neue Laufbahn einzuschlagen und ein anderer Mensch zu werden. Dann drückte er mir ein alte« Portefeuille in die Hand, mit der Bitte, dessen Inhalt an Charley Reader» gewissermaßen al» eine Schenkung seines ehemaligen tyrannischen Vorgesetzten zu überbringen, schüttelte mir zum Abschiede stumm die Rechte und verschwand aus dem Zimmer — ich habe nie mehr etw:« von Mac Clearnce gehört. Das Portefeuille aber enthielt in Banknoten die Summe von 250 Pfund Sterling und einen Zettel, auf welchem geschrieben stand, daß diese 250 Pfund die Hälfte des Vermögens Mac Clearnces bildeten. Ec b tie Charley Readers den Betrag anzunehmen, als eine kleine Sühne für das Unrecht, da» er, der Steuermann, jenem angethan habe. Sobald ich konnte, verfügte ich mich nach der Herberge Charleys und händigte ihm die mir übergebene Summe ein, die der Matrose selbstverständlich unter großem Staunen, aber mit Bekundung versöhnlicher und dankbarer Gesinnung gegenüber dem Spender annahm. Rebaction: il. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen UniverslMS-Buch- und Steindruckerei (Pietsch & Schryda) in Bietzen.' Roman von Soso wieder ein doch plötzll dessen kleb, „Nun uns anschr „Gut, jämmerlich« wir, meine cremaillSr Unbf Schultern knecht zu: stellung in' E» hc am Markt, signal in a wohnerscha^ „Scho nicht mehr war ja auf E Der S m »Nun, Rayrki, u« DerA die Mensche stimmt find Ein T t «Also sagen Sie? . «Ja, ! dabeizbeschö nicht in’» ।