n versetzt uni in essanten, nunter- i „Eisschießen." die fünfte. Am wch erscheint uns t in zweisitzigen - Die hübsch eine willkommene er diesen Jungen I rchen kann? Alles j einmal wissen, it doch sicherlich tn Du hast die ien Sie Vertrauen ich meine Börse len also ganz ohne n sein? Warum 1 — Einbrecher: i» Jemand krank LormerStag ben 28. Jarmar WM MA ;e für die bürgerliche Mode." Verlag der Preis broch. Mk. 1.50 uungen der Frauen- ein Werk geschaffen, nicht existirt. Die ich Niemand in der ne Pedanterie, aber i Verbotenen darge- c den gesellschaftlichen daß eS für den ge- nminöse, kostspielige (Fortsetzung.) VI. Am nächsten Morgen packte Waldmann feinen Koffer, berichtigte feine Rechnung und studirte den Fahrplan, worauf er sich zunächst für Preßburg entschied mit der »neingestän- denen Absicht, sich nicht zu weit von Wien zu entferne». Dann begab er sich »ach dem Prater. Er mußte hier lange «arten, da er selbstverständlich viel zu früh eingetroffen war. Als die Thurmuhren anhuben, die zehnte Stunde zu schlagen, hielt ein Fiaker am Prater, aus welchem eine verschleierte Dame stieg, die sofort aus Waldmann zuging. Er nahm die ihm entgegengestreckte Hand und führte sie an seine Lippen, worauf Beide eine der schönsten Alleen entlang schritten, in welchen bereits der Frühling zu knospen und zu grünen begann. „Wozu haben Sie sich jetzt entschlossen, Herr Wald- mann?" brach Eäeilie nach einer Weile da» etwa» peinliche Schweigen. „Weshalb wollen Sie Wien verlassen und wohin zunächst^gehen? $rft0en QUf einmal, mein Fräulein, die ich mir selber noch nicht alle zu beantworten weiß," erwiderte er langsam. „Nur das Eine weiß ich, daß ich fort muß, fort um jeden Preis." Sie blickte ihn forschend von der Sette an. „Haben Sie sich bereit« einen neuen Ledensplan gemacht? Nun, ich will es anderswo versuchen, meine Kenntnisse zu verwerthen, — Sie gaben mir ja den nöthigen Fingerzeig dazu, mein Fräulein!" , ,,, „Ganz recht, Herr Waldmann I — Aber das Unterrichten will ebenfalls erlernt fein —" „Ich habe doch meine Rekruten unterrichtet," fiel er mit rauher Stimme ein- „Jetzt kann mix der kategorische Imperativ maßgebend für mich sein." „Vielleicht könnte sich doch noch ein anderer, Ihnen besser zusageader Wirkungskreis finden," meinte Cäcilie, „was sage» Sie zu der Laudwirthschaft?" „O, ein ganz hübscher Beruf," erwiderte er ironisch, „freie Luft, Umgang mit der Natur, mit Pferden könnte mir schon zusagen, wenn ich nicht zufällig ein armer Kerl wäre, der nichts davon versteht und keinen anderen Freund als sich selber besitzt-t ob @ie Neigung dafür haben, mit einem Wort, ob Sie es nicht geniert, al» Volontär einzu- treten?" Waldmann blieb stehen und blickte sie finster an. Sie hatte ihren Schleier zurückgeschlagen und erwiderte seinen Blick mit einem gar seltsamen Aufleuchten der schönen braunen aUfle"*3ttm Scherze» bin ich nicht aufgelegt, meine Gnädige," spr^Jch Escherze durchaus nicht, Herr Waldmann!" Ihre Stimme klang sehr ernst, al» sie langsam weiterschreitend fortfuhr: „Habe Bekannte in Schlesien, eine Gutsbesitzers- Familie, deren Tochter mir befreundet ist. Ich schrieb vor acht Tagen an Herrn von Bornheim und erhielt gestern diese Antwort von ihm." _ , r u a . ._ Sie überreichte ihm einen Brief, ben er'zögernd ergriff und entfaltete. Der Gutsbesitzer schrieb: „Verehrtes Fräulein! Sie fragen mich, ob ich einen jungen Mann, welcher bereits als Offizier gedient und für dessen Ehrenhaftigkeit Sie sich verbürgen, als Volontär ohne irgend welche Entschädigung beiderseits bei freier Station annehmen wolle? Ich bin dazu bereit und verpflichte mich sogar, ihm im zweiten Jahre, fall» er Fleiß und Befähigung zeigt, ein Salair von 300 Mark zu zahlen. Sende» Sie ihn mir nur gleich und seien Sie von mir und ben Meinen, besonder» von meiner Hedwig, auf'» Herzlichste gegrüßt. Ihr u. s. w." „Nun?" fragte Cäcilie, al» er ben Brief wieder zusammenfaltete und ihn zurückgab. L „ Er blickte sie an, auf seinem schönen, ausdrucksvolle» Antlitz spiegelte sich die tiefe Bewegung seine« Inneren. „Natürlich nehme ich an," sprach er leise. „Ich würde mich nur zu glücklich preisen," fuhr Wald- mann fort, „wenn nicht die Verpflichtung gegen Sie, die ich doch niemals werde abtragen können, meinen Stolz, meine Mannes-Ehre tief demüthigte. Verzeihen Sie dem Undanh baren, Fräulein Cäcilie —" Der Sohn des Regiments Erzählung von E. Heinrichs. „Dreißig Jahre ; Buchdruck erei, , end er) sind soeben : des vortrefflichen, größter Anerkennung e und Hochgebildete, erlich durch den be- zu einem Volksbuch. Pfg.) erleichtert in es, das in seinem t, aber durch einen urch die der neuen um deutschen Reiches bietet und in jedem st. iflege des Säuglings iv. med. Dr. I. K. Berlin, Stuttgart, für Mütter und eifrige auf Erfahrungen der und Wartung des 8uft der laienhaften cstube zu verbannen ,ge rationell und ge- eisigkeit, präcis und ei ist es um einen chaffung wohl jeder die Lage, über die chend zu wachen und en, wann die Hilfe > schädlicher als all- Bezug auf Heran- st verloren gegangen, yda) in Gießen, «Ich verstehe sehr gut, was Sie bei solchem Avancement empfinden, Herr Waldmann," unterbrach sie ihn mit warmer Theilnahme in Blick und Ton, „und habe diese Stunde in der Thal gefürchtet. Aber fasten Sie die Sache nicht so düster auf, sind wir doch gute Kameraden geworden und müssen uns al» solche beistehen in Roth und Tod. Wer weiß, wie bald Eie mir einen Gegendienst leisten können; seien Sie versichert, daß ich mich ohne Zögern an Sie wenden werde, da wir uns selbstverständlich zuweilen ein Lebenszeichen zukommen lasten wollen. Ich danke Ihnen von Herzen, daß Sie zu Bornheim» gehen, es sind ja so liebe, prächtige Menschen und ich bin von vornherein überzeugt, daß Sie gegenseitig Ge- fallen aneinander finden werden. Verlieben Sie sich aber um Gotterwillen nicht in meine Hedwig, sie ist die einzige Erbtochter und bereits verlobt-" „Wissen Sie nicht, daß diese Warnung, selbst wenn die Erbtochter frei wäre, ganz unnöthig ist, Fräulein Cäcilie?" sagte Waldmann, mit leidenschaftlichem Ungestüm ihre Hand ergreifend und sie an seine Lippen pressend, „ich bin dagegen gefeit für immer. O, geben Sie mir die Hoffnung mit, daß ich Ihnen unter glücklichen Verhältnissen mehr sein würde, al» ein guter Kamerad." Sie sah ihn mit einem Blick an, unter welchem er erschauerte, — seiner selbst nicht mehr mächtig, zog er sie stürmisch an seine Brust und bedeckte ihr Antlitz mit Küssen. „Ich schwöre es, Geliebte, Dich zu erringen und eine Zahl zu werden," murmelte er, al« sie sich rasch seinem Arm entwand. „Bleiben Sie sich selbst getreu, mein Freund," sagte sie, hastig den Schleier vor das mit Purpurgluth bedeckte Gesicht ziehend, „dann werden Sie diejenige Bedeutung im Leben erlangen, welche mir genügt. Ich — hoffe auf Sie. Still jetzt, vergessen Sie nicht, Sie ungestümer Mensch, daß wir beim Hellen Sonnenlicht auf öffentlicher Promenade uns befinden. Hier haben Sie einen Brief von mir an Herrn von Bornheim und verzeihen Sie, aber — unter Kameraden ist ja, wie es in dem bekannten Lustspiel heißt, Alles egal — also, rund heraus, reicht Ihre Reisekafle aus?" Waldmann trat erröthend zurück, seine Stirn verfinsterte stch, doch lächelte er sogleich wieder, als ste ihn mit ihrem unwiderstehlichen Blick ansah. „Meine Kasse ist noch gut versorgt," erwiderte er, „ich bin ein heillos sparsamer Kerl und al» armer Sohn des Regiments von Kindesbeinen an darauf drefstrt worden." Ohne Umstände bemächtigte er sich jetzt ihres Armes und wanderte, wie in einem Glücksrausch befangen, wieder mit ihr zurück. Sie sprachen wenig, nur die Blicke suchten sich und erzählten von jener alten Mähr, die sich immer und ewig erneuern wird, so lange Menschenkinder auf diesem Planeten athmen und wohnen werden. Waldmann wunderte stch wohl, daß der Fiaker noch draußen an seinem Platz hielt, doch dachte er nicht weiter darüber nach, als er ihre Hand beim Einsteigen noch einmal an die Lippen zog und, wie von einem märchenhaften Traum umfangen, dem Wagen nachblickte. Mit einem erlösenden Athemzug trat auch er jetzt den Heimweg an, um den nächsten Bahnzug nach Schlesien zu benutzen und nach einer Stunde schon dampfte er davon, seiner neue« Zukunft entgegen. VII. Herr von Bornheim, ein jovialer Fünfziger von strammer, Militärischer Haltung, empfing seinen neuen Volontär mit kiebenswürdiger Zwanglosigkeit. Er stellte ihn sogleich seiner Gemahlin und Tochter vor, die ihn ebenso freundlich bewillkommneten und ihn gleich vom ersten Augenblick an als Familienmitglied betrachteten. Wie hoch angesehen mußte die einfache Lehrerin in diesem Hause sein, dachte Waldmann, der sich hier sogleich heimisch fühlte, welches Vertrauen mußte sie genießen, daß man ihre Empfehlung für vollgiltig gehalten hatte. „Sie find befreundet mit Fräulein Stern, mein gnädiges Feiiuüin?" fragte er nach Tisch die Tochter de» Hauses, die 34 - mit ihm über Wien, wo sie sehr bekannt zu fein schien, zu plaudern begann. «Fräulein Stern?" wiederholte sie, ihn fragend anblickend. „Ach ja, meine gute Cäcilie," setzte sie rasch hinzu, „sie ist meine beste Freundin, wir hielten in der Pension wie zwei Schwestern zusammen. Sie besitzt ein goldenes Herz, das können Sie mir glauben, Herr Waldmann!" „Wer sollte mehr davon überzeugt sein als ich, meine Gnädige!" erwiderte der junge Mann begeistert, während sein Antlitz sich mit der Röthe innerer Beschämung bedeckte. Herr von Bornheim kam ihm zu Hilfe. „Ich weiß nicht, Herr Waldmann," sagte er, ihn nach« denkltch anblickend, „wir müssen une schon irgendwo einmal gesehen haben, Ihr Gesicht kommt mir merkwürdig bekannt vor. Sie waren Artillerie-Offizier?" „Ja, ich habe in dieser Waffe von der Pike auf gedient. Hat Fräulein Stern Ihnen keine weiteren Mittheilungen über meine Vergangenheit gemacht, Herr von Bornheim ?" setzte er sichtlich bestürzt hinzu. „Doch, doch, sie hat mir alle« Röthige mitgetheilt, mein lieber, junger Freund, beunruhigen Sie sich darüber nicht- Ich kenne Ihren alten Oberst sehr genau, er war mein Premier, wir dienten zusammen bei der Garde und wurden dann eine« Disciplinar-Vergehen« halber versetzt, er zur Artillerie, ich zur Linie. Kenne auch seine Tochter, ein wenig überreif schon, aber gutmüthig, wundert mich, daß sie'« mit Ihnen dahin hat kommen lassen!" „Ste war verreist —" „Ja so, da» erklärt mir Alle«. Der Alte liebt sie ab- götttsch, — ich aber hätte an seiner Stelle lieber den Denun- cianten vor die Klinge gefordert als Sie, weshalb thaten Sie ihm nicht den Willen I Ein kleiner Aderlaß hätte ihn zur Vernunft gebracht." „Verzeihen Sie, Herr von Bornheim," versetzte Wald- mann, trübe lächelnd, „ich wußte, daß der Oberst als mittelmäßiger Fechter sich mir gegenüber in zu großem Nachtheil befand, war aber auch nicht gewillt, mich ohne Gegenwehr abschlachten zu lassen und meiner eigenen Ruhe, wenn ich mich auch nur auf die Defensive beschränkte, nicht sicher. Ich hatte gefehlt und bat um Verzeihung, er war mein Vorgesetzter, ein Graukopf der kräftigen Jugend gegenüber, die Partie war zu ungleich, deshalb weigerte ich mich." „Und brachten ihn dadurch um jede Vernunft," setzte Bornheim bedauernd hinzu, „ich kann Sie nicht tadeln, aber Ihre Weigerung auch nicht gutheißen." „Und ich lobe Sie deshalb, Herr Waldmann!" rief Frau von Bornheim lebhaft, ihm die Hand entgegenstreckend. „Sie haben meine volle Sympathie in dieser Ehrensache." „Ich danke Ihnen von ganzem Herzen, gnädige Frau!" sagte der junge Mann, gerührt ihre Hand ergreifend und an seine Lippen ziehend, — „und werde mich bestreben, Ihre Sympathie auch fernerhin zu verdienen." „Ach, ich hätte ihm einen kleinen Denkzettel gegeben," meinte Fräulein Hedwig, „und dann den perfiden Denuncian- ten vor die Klinge gefordert. E« thut mir leid, daß er so ungestraft davon gekommen ist. — Doch, was haben Sie da für einen seltsamen Ring am Finger?" setzte fie hinzu. — „Gewiß ein altes Familienstück." „Ja, das mag es wohl gewissermaßen auch für mich sein, mein gnädiges Fräulein!" erwiderte Waldmann, den Ring, welchen er am kleinen Finger der rechten Hand trug, abstreifend und ihn ihr darreichend, „Ste wissen vielleicht auch, daß ich ein Findelkind bin, daß Pioniere mich bei einer Feldübung am Waldsaume fanden und ich darnach meinen Namen erhielt. Diesen Ring trug ich an einer Kette um den Hal« befestigt. Ein Streifen Papier daran enthielt nur die Worte: „Ich bitte ihn Otto zu nennen und den Ring für ihn aufzuheben-" Das geschah, ich wurde ein Sohn des Regiment« und blieb meiner Waffe getreu." „Wie romantisch," sagte Hedwig, den Ring, dessen Stein au« einem großen, prachtvollen Rubin in alterthümlicher, aber künstlerisch vollendeter Fassung bestand, aufmerksam betrachtend- 35 fein schien, zu gend anblickend, hinzu, „sie ist asion wie zwei mes Herz, das als ich, meine t, während sein I bedeckte. i er, ihn nach« gendwo einmal würdig bekannt ;fe auf gedient. Heilungen über anheim?" setzte itgetheilt, mein darüber nicht, er war mein ie und wurden ersetzt, er zur hier, ein wenig , daß fie's mit te liebt sie ab« ier den Denun« wlb thaten Sie hätte ihn zur versetzte Wald« erst als mittel« )ßem Nachtheil )ne Gegenwehr wenn ich mich her. Ich hatte korgesetzter, ein Partie war zu trnunft," setzte hi tadeln, aber ilbtnannl" rief tgegenstreckend. Zhrensache." nädige Frau!" reifend und an estreben, Ihre rttel gegeben," reu Denuncian« eid, daß er so haben Sie da sie hinzu. — auch für mich Waldmann, den en Hand trug, issen vielleicht mich bei einer »nach meinen Kette um den rthielt nur die «Ring für ihn des Regiment« dessen Stein fimlicher, aber m betrachtend- „Hier stehen Buchstaben," fuhr sie fort, „W. v. D-, Sie stammen gewiß aus einer adeligen Familie, Herr Waldmann." Dieser zuckte die Achseln und schwieg. Herr von Bornheim nahm jetzt ebenfalls den Ring und betrachtete ihn mit sichtlicher Unruhe- Dann fragte er hastig: „Wie alt find Sie denn eigentlich?" „Leider schon sechrundzwanzig Jahre, ein wenig zu alt für einen Volontär." „Das meinte ich- nicht, Sie find also im Jahre 1861 geboren ?" „Ja, das ist Thatsachs, meinen Geburtstag verlegte man jedoch auf den Tag meiner Auffindung." „Haben Sie auch die Kette bewahrt?" fragte Bornheim, dessen Unruhe zu steigen schien, hastig weiter. „Gewiß, ich trage ste an meiner Uhr. Beides wird wohl von meiner Mutter herrühren." „Sehr wahrscheinlich," nickte Bornheim, auch die Kette, welche Waldmann abnestelte, betrachtend, wobei seins Hand merklich zitterte. „Regt Dich die Sache auf, lieber Ulrich?" fragte seine Frau verwundert. „O nein." Die Antwort klang zerstreut, wiederholt ruhte Bornheims ängstlich forschender Blick auf dem Gesicht des jungen Mannes, welcher sich gerade mit einer eigentümlichen Bewegung des Kopfes umwandte. Der Gutsbesitzer fuhr erschreckt zusammen und fragte dann mit unsicherer Stimme, ob er auch den Streifen Papier noch besitze. Waldmann nahm seine Brieftasche hervor und zog aus einer inneren Abtheilung derselben den Papierstreifen, welchen er Bornheim überreichte. „Darf ich dies Papier auf eine Viertelstunde behalten, Herr Waldmann? — Die Sache interesstrt mich außer« gewöhnlich." „Recht gern, ich bewahre e» als eine Art Reliquie." „Ich danke Ihnen!" Das Thema war hiermit geschlossen. Der junge Mann folgte nach dem Kaffee dem Gutsherrn, um mit ihm einen Ritt durch Wald und Feld zu machen. VIII. Vor einem der Thore der Residenzstadt X. lag ganz abseits von einem parkähnlichen Garten umschlossen, ein zwei» stückiges Haus, welches von einem stadtbekannten Menschenfeind bewohnt wurde- Es war dies ein Hauptmann außer Dienst, der von Rautenstern hieß und sehr reich sein sollte. Der Volkmund dichtete ihm viele Millionen an, welche er in seinem Keller vergraben habe und Nacht» von zwei fürchter« liehen Bluthunden bewachen lasse. In Wirklichkeit besaß er ein namhaftes Vermögen und zwei alte Dienstboten, ein männliches Factotum für Alles und eine griesgrämige Köchin, welche mit ihrem Herrn die einzigen Bewohner de« geräumigen Haufe» waren, von dem sie die Parterre-Räume, der Hauptmann den oberen Stock bewohnte. Man erzählte sich, wie bemerkt, die absurdesten Märchen von diesem Hause, dessen Garten durch eine hohe mit Glassplittern und eisernen Spitzen versehene Mauer von der Außenwelt abgeschlossen war. So ging die Sage, daß der Hauptmann von Rautenstern ein äußerst gewaltthätiger Mann gewesen sei, welcher 1866 im böhmischen Feldzuge einen {einer eigenen Soldaten eine» geringfügigen Subordinations« vergehens halber erstochen habe- Daß er dafür, feiner vor dem Feind bewiesenen Tapferkeit und sonstigen Verdienste wegen, nur zu einer mehrjährigen Festungshaft, dis er alljährlich mit acht Wochen habe abbüßen dürfen, verurtheilt, aber im Dienst belassen worden fei. Nachdem er jedoch im französischen Kriege wieder eine solche Gewaltthat begangen habe, sollte man ihn auf Allerhöchsten Befehl sofort kasstrt haben. Wenn diese Geschichte auch über das Ziel hinausschoß, so hatte der Bolksmund doch im Ganzen die Wahrheit getroffen. Haupirnann Rautenstern war ehedem in der Thal ein äußerst jähzorniger Mann gewesen, den nur, wenn er sich von Vorgesetzten oder ^Untergebenen beleidigt glaubte, seine hohe militärische Begabung und Tüchtigkeit vor der Strafe bewahrt hatten, die er häufig verdient. Die eiserne Disciplin hatte ihn bislang vor dem Aeußsrsten bewahrt, — da aber vom Jähzorn bis zur Gewaltthäligkeit bekanntlich nur ein kleiner Schritt ist, so sollte der blutige Krieg, wo ein Menschenleben nicht schwer in die Waage fällt, ihn bald zu jenem Aeußersten treiben. Es war ein gemeiner Soldat, nur fein Bursche, den er in blinder Wuth mit dem Degen durchrannte, der atme Kerl wäre vielleicht in der nächsten Schlacht doch so wie so gefallen, aber — es war und blieb ein Mord! Hauptmann von Rautenstern wurde nicht verhaftet, weil er nach geschehener That seine Compagnie sogleich dem Feind entgegenführen mußte. Es war dies für ihn ein glücklicher Zufall, da seine Umsicht und tollkühne, todesverachtende Tapferkeit die Allerhöchste Anerkennung fanden. Er sollte befördert und decorirt werden, als die furchtbare Denunciation dazwischen trat und Beider verhinderte. Der Erstochene hatte die Subordination verletzt, ihm den Gehorsam verweigert, man verschob das Urtheil bis zum Frieden, weil ein Offizier wie Rautenstern noch nicht entbehrt werden konnte. Ob er Gewissensbisse hatte? Es war schwer zu sagen, denn der Hauptmann zeigte keine Veränderung in seinem Wesen, streng, stolz, verschlossen, besaß er weder Freunde noch Beliebtheit bei seiner Compagnie, die ihn fürchtete und haßte, aber seine tollkühne Tapferkeit, für welche kein Hinderniß zu existiren schien, bewunderte. Dttser letzteren hatte er es denn auch zu verdanken, daß fein Urtheil später so milde ausfiel. Er blieb in der That im Dienst, jedoch ohne Aussicht auf Beförderung und mit einer alljährlich sich wiederholenden achtwöchentlichen Festungshaft. Der Volksmund hatte also, abgesehen von der Verdoppelung des Mordes, in diesem Punkte die Wahrheit gesprochen. Was aber die zweite Gewaltthat, welche Cassation zur Folge gehabt haben sollte, anbetraf, so war dies nur eine Verwundung gewesen, von welcher das arme Opfer wieder genesen war, man dem unseligen Hauptmann jetzt jedoch bedeutet hatte, seinen Abschied einzureichen, der ihm auch sofort, indeß ohne die Erlaudniß, Uniform zu tragen, bewilligt worden war. — Er verließ hierauf die Garnisonstadt und begab sich nach her Residenz, wo er sich das einsam gelegene Gartenhaus kaufte und ein abgeschlossenes, einsiedlerisches Leben führte- Niemand wußte oder ahnte es nur, daß das Factotum, eine bekannte Erscheinung bei den Krämern, Bäckern und Fleischern, das letzte Opfer des jähzornigen Hauptmanns und von ihm lebenslänglich als Diener engagirt worden war. (Fortsetzung folgt.) Gtiquettefragen. E« gibt zwei grundverschiedene Dinge, die beide mit dem Namen Etiquette bezeichnet werden; ba« eine ist da« an den meisten Höfen übliche Ceremoniell, eine Sammlung alter, nicht selten veralteter Formeln für den Verkehr des Herrscher» und seine» Hofstaate«, ba« anbere ba» Gesetzbuch der in der guten Gesellschaft üblichen Umgangsformen, die — im Gegensätze zu der vollkommen erstarrten Hofetiquette — fortwährend in Umwandlung begriffen find und den Evolutionen der Gesellschaft folgen. Noch vor nicht allzu langer Zeit waren diese Umgangsformen für die verschiedenen Gesellschaft«, klaffen verschieden; für gewisse Klaffen (und nicht etwa bloß für die unteren) gab e» überhaupt keine gesetzmäßig bestimmten Formen de» Verkehre« untereinander; für diese Klassen beschränkte sich die Kenntniß der Etiquette auf dasjenige, was für den Umgang mit Höhergestellten nothwendig war. Mit dem fortschreitenden Siege der demokratischen Anschauungen ist die» ander», besser geworden. Eine Erscheinung, die in der ganzen Entwicklungsgeschichte der Menschheit wahrnehmbar ist, zeigt sich auch hier. Der Sieger tritt aus die höhere toi Preis broch. Mk. 1.50. I- die Sri dann, Degenst ganz fr S' welche i Jacob! seiner 1 Ei so man I- gangenl hauptsä mochte, Köchin i gebliebe Eltern gedient Snde b welche e zur Flr Waise, Vormm Lieutenl Letzter» er sich hatte e< besessen deshalb nant N seiner ( nicht ik Neigung Redaction: A. Ech-Yda. - Druck und »«rlag der Brühl'fchm in der Regel Schwierigkeiten auf seiner Laufbahn spielend übersetzen, über die mancher Andere zuFallekommt- Virtuosität in der Kunst de» geselligen Verkehrs - wie in jeder anderen - setzt zweierlei voraus - Genaue Kennwiß p.ttiftreaeln und unausgesetzte Uebung derselben. Ekflere mrb ta eSo™™ ettolenmn SUbelC) «AM latere kann jeder Einzelne erwerben, wenn er nach dem theoretischen Studium der Gesetze der Etiquette unausgesetzt tft sie im Verkehr zur Anwendung zu bring n. Möge Res auch Anfang» schwer sein, unbeholfen und vMeicht sogar komisch wirken; wa» liegt daran? Auch Liszt, Rubi», kein und Vaaanini haben Anfang» Uebungen spielen müsse , rAtet baßen Bald wird man grobe Verstöße vermerven, Md ist nur «Ist Me Sicherhlst gm°nn-n, dum s-ht e» sein dürfte. Wir haben Eingang» daraushingewiesen, wie sick die moderne Etiquette allmälrg organisch entwickelt har. Eüle CoRficirung de» nunmehr al. sestehend Geltenden scheint uns deshalb nützlich zu sein und wird Manchem etwa» Neue», Vielen Bestimmtheit in zweifelhasten Mm büngen. S-ikiÄ-7." »- st»°M-»'G-mbl-d v°r W unser Rathgeber stumm bleiben sollte. Allzu oteie weror es doch nicht sein. Glaube ja Niemand, daß Etiquette da?Höchste, die Befolgung ihrer Gesetze das Wichtigste HZMWMs -’SlRAffÄÄ j»2ÄÄ zu lehren und ihnen Geltung zu verschaffen, ihnen w modernen Etiquette gewidmet! E» könnte ihm leid werden. Mutttr: .,DenSer- lieber vor dem Essen proclamiren. WZLWWM »2 WÄ'SÄÄ" "‘"SS' im mobben Sinne ist nicht, «nb---«, -l- bie «ennne «S WMZMZ verkehrend, ist undenkbar geworden. Man mag die« al “TS? wirb mch miL-d-n»-..S der W s™ ä ä - i heft, t^n^ ^nr^N^e, ^g eger \n geselligen Verkehre i GarderoveMae Ul wirb i W* ---------------- Literarisches. N-ue Carnevals-Costüme. Da e» * oriainelle Wen für Carnevals-Costüme zu finden, dürfte, di«^itth-UM folgender Costüme von Interesse sein, Mi«««« Mode" vublieirt werden und deren besonderer ^orzug fc®te und billige Ausführbarkeit ist. Ganz neu find bte Abenddämmerung, La Fauvette (Grasmücke) un hübsch eine Altwiener Braut, Meißner Figurm, die K - eine neuartige Frau Mufica und einige hübsche Nationaltrachten , ' stilqerechte altdeutsche Costüme. Reizende Ballkleider, v p Garderobestücke und Handarbeiten vervollständigen den Inhalt die!» - 36 SuIlutBufe be. B-st-gi-n, « «»« S-Äcifftt' I viinnonickasten zu eigen- Oder in unserm specreuen saue I da« Mraertbum macht sich jene Umgangsformen zu eigen, die Ä*** b“.?riÄ‘X®‘Ä des Adels und der geadelten Bourgeoif^ geM hätten. der Eroberer nimmt da» Eroberte nicht MchM .g "re es ist' er patzt es feinen Bedürfnissen an, er unterdrückt, Bsraltete» Lästige», ja Lächerliches daran ist, und bildet so SÄ« tet Ä SS«-SJA *ä bi-I» »d-chmpt - ÄrtenM schiedenen Gesellschaftsklassen W»* äSe/ßefSe, er. ’ ?ää“ Syrer s be! 6ÄVÄ?w«« L-ZsrG-xsxL